Kultur

Von Moby Dick, der Titanic bis hin zum Schimmelreiter,
das Meer in Theater, Literatur, Film, Musik und Kunst öffnet uns die Augen über uns und unsere Rolle auf diesem Planeten.

 

haenyeo – die Meeresfrauen Südkoreas

Apnoetaucherin, die nach unten schwimmt und einen Druckausgleich macht.

© Lea Teichmann, DEEPWAVE

Schwerelos schwebe ich ein paar Zentimeter über dem Meeresgrund. Nur meine Knie und Zehen berühren hin und wieder den Sand unter mir, der sich – genau wie ich – sanft mit der Strömung hin- und herwiegt. Es ist still hier unten. Das einzige was ich höre, wenn ich ganz genau in mich hineinfühle, ist mein Herzschlag. Ich spüre meine ausgedehnte Lunge, auf die ich mich an diesem Ort vollends verlassen muss, und entspanne meinen Oberkörper. Ich mag es, wie ich mich hier treiben lassen, innehalten, und einfach sein kann. Wenn Wasser mich umgibt, fühle ich mich zugleich ganz alleine auf dieser Welt – da bin nur ich, und alles, was ich kenne und was gerade passiert, scheint ganz fern, und ich fühle mich so verbunden zur Natur und zum Universum wie nie – als wäre ich ein kleines Partikel, das auf einmal Teil des Ganzen wird. Hätte jemand das Bedürfnis, dem alltäglichen Trubel zu entkommen, würde ich ihn hierherbringen. Aber leider kann ich nicht ewig bleiben. Als lungenatmendes Lebewesen bin ich darauf angewiesen, meinen Körper regelmäßig mit Sauerstoff aus der Luft zu versorgen. Also richte ich meinen Blick weg vom tänzelnden Sand und dem sich ewig erstreckenden Blau hoch zur glitzernden Wasseroberfläche. Niemand da. Ich verlagere mich ins Senkrechte, tippe ein letztes Mal leicht mit den Zehen gegen den Grund und schwimme gen Himmel. Erst muss ich viel Kraft aufbringen, um gegen den Druck, der mich in der Tiefe hält, anzuschwimmen. Die letzten Meter treibe ich jedoch wie von allein nach oben. Ich durchbreche die Wasseroberfläche und puste die Hälfte meiner angehaltenen Luft aus, um dann wieder tief einzuatmen, bevor ich vollständig ausatme und meinen Atem wieder reguliere. Zum siebten Mal war ich heute dort unten. Jetzt merke ich, wie erschöpft mein Körper bereits ist. Auf nüchternen Magen und mit wenig Schlaf ist meine Energie schnell aufgebraucht. Vielleicht ist es an der Zeit, ans Ufer zurückzukehren. Zurück zur wirklichen Welt.

Schon oft habe ich über Apnoetaucher:innen nachgedacht, die darauf angewiesen sind, täglich viele Stunden im Wasser zu verbringen, um ihre Familien zu ernähren. Wie erleben sie die Zeit unter Wasser? Ist ihre Erfahrung – obwohl sie Essbares finden und jagen müssen – ebenso meditativ wie meine? Wie schaffen sie es, wieder und wieder, Tag für Tag, über mehrere Stunden hinweg abzutauchen und minutenlang das Meer abzusuchen? Körperlich und mental müssen sie unglaublich stark, quasi unverwundbar, sein.

Der Meinung ist auch Hyung S. Kim, ein Fotograf aus Seoul, der zwischen 2012 und 2014 regelmäßig auf die Jeju Insel in Südkorea gereist ist, um dort haenyeo (zu deutsch: Meeresfrauen) zu fotografieren. Seit vielen Jahrhunderten tauchen diese Frauen täglich nach Meeresfrüchten – nur mit altmodischen Masken, Anzügen und Bleigewichten ausgestattet. Dabei verlassen sie sich auf ihre Fähigkeit, die Luft für mehrere Minuten anhalten zu können, um mit Hilfe von scharfem Werkzeug Muscheln, Schnecken und andere Lebewesen aus den Spalten auf dem Meeresboden auszugraben. Dieser Arbeit gehen die haenyeo täglich bis zu sieben Stunden nach. Und das ist nicht alles: die Frauen, die Hyung S. Kim in seinen Fotos abbildet, sind zum Teil über 90 Jahre alt! Er hat sie nach ihrer stundenlangen Arbeit im Wasser vor einer weißen Leinwand fotografiert, um die Stärke der Frauen verbunden mit menschlicher Zerbrechlichkeit festzuhalten.

2016 wurden die haenyeo zur UNESCO Liste „Intangible Cultural Heritage of Humanity” hinzugefügt. In den 1960ern gab es noch ca. 20.000 Taucher:innen auf Jeju, während heutzutage lediglich 2.500 haenyeo nach Schalentieren tauchen. Durch ihren Einsatz fördern sie nicht nur die Stellung der Frauen in der Gemeinschaft, sie helfen durch umweltfreundliche Fischereimethoden auch, ein nachhaltigeres Leben zu schaffen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich diese starken Frauen fühlen müssen, wenn sie täglich durchs Wasser gleiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und doch kann ich ihre Erschöpfung nach den Tauchgängen nachempfinden, wenn ich mir die Fotos von Hyung S. Kim anschaue.

In einem Beitrag des New Yorker findet ihr die Werke des Fotografen und Auszüge aus einem Interview mit ihm zu den Meeresfrauen von Jeju. Und dieser Videobeitrag der UNESCO lässt euch noch mehr in die Welt der haenyeo eintauchen.

Lea Teichmann für DEEPWAVE

„Plankton“ von Christian Sardet

Cover des Buchs "Plankton" von Christian Sardet mit Planktonabbildung auf schwarzem Hintergrund.

© Christian Sardet „Plankton“ Verlag Ulmer 2016.

Als ich während meines meeresbiologischen Masters in Plymouth eine Studienfreundin besuchte, stach mir auf ihrem Kaminsims ein wunderschönes, buntes Buch ins Auge: Christian Sardets „Plankton“. Gefesselt von seinen atemberaubenden Fotos konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen. Schnell wurde mir klar, warum meine Studienfreundin es sich zugelegt hatte. Anders als klassische und häufig abstrakte Bücher aus dem Wissenschaftsalltag eröffnen die kunstvollen Bilder Sardets einen außergewöhnlichen Zugang zur Welt der faszinierenden Kleinstlebewesen: hier kommt die ästhetische Seite des Meeres besonders zur Geltung. So konnte mich „Plankton“ – neben meinen passionierten Dozent:innen – dazu inspirieren, eine Promotion über die Rolle dieser im Meer driftenden Mikroorganismen in Bezug auf den Klimawandel zu beginnen. Ich finde es beeindruckend, welch großen Einfluss die teils für das bloße Auge unsichtbaren Lebewesen auf unsere Welt haben: beispielsweise wird der Sauerstoff für jeden zweiten Atemzug von ihnen produziert und sie tragen erheblich zur Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre in das Meer bei. Als DEEPWAVE mir zum Start meiner Promotion dann ein Exemplar des Buches zuschickte, war ich sehr gerührt – ich realisierte, dass mich die kleinen Meereslebewesen mit Onno Groß verbinden, der ebenfalls an Mikroorganismen forschte und den ich leider nie persönlich kennenlernen durfte.

Onno selbst verfasste noch im September 2016 eine Rezension hierzu. Darin beleuchtet er unter anderem die Hintergründe zur Entstehung des Buches und gibt Informationen zum Autor. Christian Sardets „Plankton“ gliedert sich in drei Bereiche. Im ersten Teil beschreibt er auf eine fundierte und ansprechende Weise die Charakteristika und Entstehung von Plankton, die Geschichte der Planktonforschung und ihre Relevanz für den Menschen. Um beispielhafte Planktongemeinschaften geht es im zweiten Teil. Der größte und letzte Teil befasst sich mit unterschiedlichen Planktongruppen und ergänzt die kurzen, informativen Texte durch das Herzstück des Buches: spektakuläre Aufnahmen der jeweiligen Organismen. Ein weiteres Highlight sind die QR-Codes, die in fast jedem Kapitel zur passenden Seite der „Plankton Chronicles“, einer Dokumentarreihe über verschiedene Planktongruppen, verlinken. Laut Sardet „verschmelzen [dort] die Wissenschaft und Kunst“, sodass man „noch ein Stückchen tiefer in die faszinierende Welt des Planktons ein[taucht]“.

Und das ist es, was das Buch so besonders macht und mich gefesselt hat: die gelungene Kombination aus Kunst und Wissenschaft, für die auch DEEPWAVE steht. „Plankton“ ist ein großartiges Werk über die Kleinsten der Meere, das sowohl auf kreative Art Verständnis vermittelt als auch dieselbe Faszination in den Leser:innen weckt, die Wissenschaftler:innen für Plankton empfinden. Dabei wird offensichtlich, wie schützenswert nicht nur die Lebewesen sind, die im Meer schwimmen, sondern auch diejenigen, die einfach nur treiben.

Antonia Uthoff für DEEPWAVE

Tiefsee – Vielfalt in der Dunkelheit

Tauchroboter wie das ROV KIEL 6000 des GEOMAR können gefahrlos in die lebensfeindliche Umwelt der Tiefsee abtauchen. Mittels Beleuchtung und hochauflösender Bild- und Videokameras bringen sie spektakuläre Bilder und Filme aus der Tiefsee in Echtzeit an Bord. Hier beleuchtet der Roboter die für heiße Quellen typischen Schlote der „Schwarzen Raucher“.

© Bildkomposition von Christoph Kersten, GEOMAR, unter Verwendung von Bildmaterial des MARUM – Zen­trum für Ma­ri­ne Um­welt­wis­sen­schaf­ten, Uni­ver­si­tät Bre­men (CC-BY 4.0)

Pressemitteilung, 15.05.2020, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Das Begleitbuch zu den neuen Ausstellungsräumen „Tiefsee“ und „Meeresforschung“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt erscheint heute – die Eröffnung der neuen Themenräume verzögert sich aufgrund der Corona-Pandemie.

Begleitend zum neuen Ausstellungsbereich Tiefsee und Meeresforschung, den beiden ersten neuen Räume im Rahmen des Projekts „Neues Museum“, geben die Kuratoren Dr. Thorolf Müller und Dr. Gerd Hoffmann-Wieck das Buch „Tiefsee – Vielfalt in der Dunkelheit“ heraus. Gemeinsam mit 30 Tiefseeforscher*innen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel beleuchten sie in vier Großkapiteln den größten Lebensraum des Planeten und vermitteln fundiert Einblicke in die geologische und biologische Erforschung des dunklen Universums. Der Einfluss des Menschen und rechtliche Fragen sind weitere Themen. Das Buch zur Ausstellung erscheint heute und ermöglicht allen Tiefsee-Interessierten, bereits jetzt thematisch in die Tiefen der Ozeane abzutauchen. Ein neuer Eröffnungstermin für die Ausstellung wird in Kürze bekannt gegeben.

Die Tiefsee ist der größte Lebensraum des Planeten Erde. Über 60 Prozent der Erdoberfläche liegen mehr als 1.000 Meter tief unter dem Meeresspiegel. Diesen Lebensraum zu erkunden stellt höchste Ansprüche an die Wissenschaft, die sich weltweit vernetzt und in zahlreichen Forschungsprogrammen die Tiefsee ergründet. Meeresforscher*innen erkunden, beobachten und beproben den dunkeln Lebensraum von Forschungsschiffen aus und setzen technische Gerätschaften wie Glider, Crawler, Floats, Multicorer und Roboter ein. Im Begleitbuch wird der Einsatz dieser Technik anschaulich dargestellt. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über die Forschungsgeschichte und den aktuellen Stand der Tiefseeforschung.

Das Buch greift grundsätzliche Fragestellungen der Tiefseeforschung auf. Wie ist der Lebensraum Tiefsee geologisch beschaffen? Welche Organismen leben dort unten? Welchen Einfluss hat die Tiefsee auf das Leben auf unserem Planeten? Welchen Bedrohungen ist der Lebensraum ausgesetzt und wie schützen wir ihn?

Die Forschenden stellen in dem reich bebilderten Werk die Vielfalt der Tiefsee-Organismen und deren Lebensraum vor. Von mikroskopisch kleinen Lebewesen, über Glasschwämme, Röhrenwürmer, Kaltwasserkorallen, Glaskopffisch und Riesenassel bis zum Riesenkalmar – sie alle haben Anpassungsmechanismen und Überlebensstrategien entwickelt, die ihnen ein Leben in Kälte, Dunkelheit und unter hohem Druck ermöglichen. Ein Wal-Kadaver wird als sogenannter Walfall zur Oase in der sonst nahrungsarmen Einöde der Tiefseeweichböden. Hydrothermalquellen und „Cold Seeps“ („kalte Sickerstellen“) sind weitere Hotspots des Lebens in der Tiefsee.

Auch die Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Ökosysteme der Tiefsee sowie mögliche Maßnahmen zu ihrem Schutz beleuchtet das Buch. Menschen nutzen die Tiefsee etwa als Quelle für Nahrung und gefährden dabei den Lebensraum durch industrielle Fischerei mit Schleppnetzen auf dem Meeresboden sowie durch Überfischung. Weitere Themen sind die Gewinnung von Rohstoffen wie Manganknollen und Methanhydrat, der Eintrag von Kunststoffabfällen in die Ozeane, in der Tiefsee verlegte Strom- und Datenkabel sowie die Auswirkungen der menschgemachten Klimaerwärmung auf das Ökosystem Tiefsee. Das Buch beschreibt die Tiefsee als schützenswerten Lebensraum, der einen großen Einfluss auf die gesamte Erde hat. Die Herausgeber Müller und Hoffmann-Wieck halten fest: „Politik und Gesellschaft sind gefragt, die Ozeane und damit auch den Lebensraum Tiefsee nachhaltig zu nutzen und zu schützen. Die Ergebnisse guter wissenschaftlicher Forschung bzw. die daraus entwickelten Handlungsoptionen dienen als Grundlage dafür.“

Das Buch „Tiefsee – Vielfalt in der Dunkelheit“ ist ein Begleitbuch zu den Ausstellungsräumen „Tiefsee“ und „Meeresforschung“ und ist ab sofort im Museumsshop des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt, im Buchhandel oder online erhältlich.

Publikation
Thorolf Müller, Gerd Hoffmann-Wieck (Hrsg.)
Tiefsee – Vielfalt in der Dunkelheit
2020, 204 Seiten, 177 Abbildungen, Anhang,
durchgehend farbig, 20 x 22,5 cm, broschiert,
ISBN 978-3-510-61415-8, Senckenberg-Buch 83,
17,90 Euro
www.schweizerbart.de/9783510614158

Diese Pressemitteilung findet ihr auf der Website des Senckenberg Museum Frankfurt.

Wer noch mehr über das faszinierende Leben in den Tiefen der Meere erfahren möchte, findet weitere Informationen auf unserer Tiefseeseite. Und wer wissen möchte wie wir diese unberührte Welt schützen können, schaut bei der Deep Sea Conservation Coalition und deren Video Deep sea mining!? Leave my down below alone! vorbei.

 

Geschenkempfehlung – Die Insel der Delfine von Fabian Ritter

Das Cover des Buches. Eine Delfinschule schwimmt vor La Gomera und springt aus dem Wasser. Das Meer ist von knapp über der Wasseroberfläche fotografiert. Im Hintergrund sieht man die Berge der Insel. Titel: Die Insel der Delfine- Begegnungen auf dem Meer von La Gomera

© ClarityVerlag | Fabian Ritter MEER e.V.

Auf der kleinen Kanareninsel La Gomera, 300 Meter über dem Meeresspiegel, steht ein kleines zusammengezimmertes Holzhäuschen mit Blick auf den Atlantik. Das ist die Feldstation von M.E.E.R. e.V., einem Delfin- und Walschutz-Verein aus Berlin, der seit 25 Jahren die Meeressäuger vor La Gomera studiert und schützt. Ich habe das Glück, eine Woche auf der Feldstation zu verbringen. Genau der richtige Ort, um eine Rezension über Fabian Ritters Buch „Insel der Delfine“ zu schreiben. Der Meeresbiologe hat M.E.E.R. e.V. gegründet und führt uns in seinem Fotoband auf diese Insel, die so genannt wird, weil sie durch ihre geografischen Besonderheiten weltweit einzigartige Bedingungen für Wale und Delfine bietet und somit für uns Menschen, ihnen zu begegnen.

Das neueste Projekt von M.E.E.R. e.V. ist besagte Feldstation auf dem Felsen über dem Atlantik. In der Station steht ein riesiges Fernglas, nach Vorbild der sogenannten „Vijias“, kleinen Häuschen auf den Azoreninseln, von denen aus nach Pottwalen Ausschau gehalten wird, früher zur Jagd, heute fürs Whale Watching. Ein Mitarbeiter von M.E.E.R. e.V. beobachtet damit regelmäßig das 180-Grad-Meerespanorama nicht weit vom Valle Gran Rey, dem Zentrum des Whale Watchings auf den Kanaren. Sieben Whale Watching Boote fahren von hier aus täglich für mehrstündige Ausfahrten aufs Meer, um die über 20 Delfin- und Walarten zu beobachten, die hier angetroffen werden können.

Große Tümmler, Zügeldelfine, Indische Grindwale, auch Pilotwale genannt,  und Rauzahndelfine leben ganzjährig vor der Küste Gomeras, Gewöhnliche Delfine, Blau-weiße Delfine, Schnabelwale und Großwale wie Pottwale, Finn- und Brydewale kommen regelmäßig vorbeigezogen, sogar der 30 Meter lange Blauwal, größtes Lebewesen der Erde, wird zwei bis drei Mal pro Jahr gesichtet. M.E.E.R. e.V. kooperiert mit den Whale Watching Booten, von der Feldstation aus werden die Kapitäne angefunkt, wenn mit dem Fernglas Tiere gesichtet werden. Aber auch als Kontrollinstanz sieht sich der Verein, der sicherstellen möchte, dass das Whale Watching naturverträglich abläuft.

Der Autor Fabian Ritter sitzt auf der Aussichtsplattform auf La Gomera. Er blickt durch ein großes Teleskop. Im Hintergrund sieht man das endlose Meer, auf das das Teleskop gerichtet ist

© Laura Nieto

Mit seinen großartigen Fotografien aus 25 Jahren Feldforschung auf dem Meer lässt uns Fabian Ritter hautnah an seiner Faszination für Delfine und Wale teilhaben. Er beschreibt die am häufigsten gesichteten Arten – jeweils ergänzt durch einen „Magischen Moment“ während der Beobachtung – sowie die Seevögel und Schildkröten, die oft vor der Insel gesichtet werden.
Das Glück, diese Tiere erleben zu können, ist in jedem Bild zu spüren. Doch auch hier im Reich der „Insel der Delfine“ ist die Bedrohung des Lebensraumes Meer präsent. Seevögel und Schildkröten verfangen sich immer wieder in alten Fischernetzen oder Tüten. Mit Glück können die Whale Watching Boote die Tiere aus ihrer Not befreien, aber die vielfältigen Gefahren auch für Delfine und Wale durch Unterwasserlärm, Schiffkollisionen, Ozeanversauerung, Erderhitzung und Vermüllung bleiben bestehen und verstärken sich zunehmend. Daher widmet Fabian Ritter ein eigenes Kapitel diesen Bedrohungen und dem Schutz des Meeres.

Das Besondere an seinem Buch sind nicht nur die „Magischen Momente“ aus 25 Jahren Wal- und Delfinbeobachtung, sondern die daraus entwickelten philosophischen Exkurse zu den Themen Persönlichkeit und Bewusstsein von Meeressäugern und der Frage, inwieweit wir Menschen ihnen so etwas wie eine Kultur zugestehen. Letzteres liegt auf der Hand, wenn wir ihre Kommunikationsform studieren, die wir „Walgesänge“ nennen. Bei den Buckelwalen zum Beispiel singen verschiedene Populationen unterschiedliche Lieder, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und im Laufe der Zeit verändert werden, wie unsere Sprache. Die Erkenntnisse der Forschung zeigen uns die Rückständigkeit unserer anthropozentrischen Denkweise und lassen uns ganz neu über unsere Mitgeschöpfe nachdenken und die notwendigen Konsequenzen für unseren Umgang mit ihnen.

Diese Tiere, die wir Menschen zwar bewundern, aber deren Lebensraum wir tagtäglich verringern und gefährden, sorgen für unser Überleben auf diesem Planeten. Durch ihre komplexe biologische Funktion im Ökosystem Meer fungieren Wale- und Delfine als Meeresschützer. „Walschutz ist Meeresschutz.“ Mit seinem Buch hat Ritter ein sehr schönes Plädoyer dafür geschaffen.

Barbara Focke, Dezember 2019 für DEEPWAVE

Fabian Ritter
Die Insel der Delfine
Clarity Verlag, Sylt
1.Auflage 2018
ISBN 978-3-947274-06-2

Barbara Focke steht an der Ecke der kleinen Aussichtsplattform. In ihren Händen hält sie das Buch "Die Insel der Delfine". Im Hintergrund sieht man wieder das Meer und die Berge von La Gomera

© Barbara Focke

Unsere Zweite Vorsitzende auf La Gomera auf der Feldstation von M.E.E.R. e.V.

 

 

„Sea-Thru“- Die Farben der Unterwasserwelt ohne Wasser

Ein GIF (bewegtes Bild) vieler Korallen. Erst hat alles einen blauen Farbschimmer, wie man es unter Wasser beim Tauchen sehen würde, doch dann ändern sich die Farben, sodass alles viel bunter wird. So würden die Korallen ohne das Wasser aussehen. Am Meeresgrund liegt außerdem eine kleine Tafel, auf der verschiedene Farben abgedruckt sind.

© SCIENTIFIC AMERICAN

Mit dem Programm „Sea-Thru“ wird es möglich, die Farben der Unterwasserwelt so zu sehen, wie sie an Land aussehen würden. Zwei Wissenschaftlerinnen der University of Haifa, Derya Akkaynak und Tali Treibitz, haben das Programm entwickelt, welches mit Hilfe eines Algorithmus Farbkorrekturen bei Unterwasserbildern vornimmt. Bisher mussten Unterwasserfotograf:innen hierfür rote Objektivfilter verwenden oder die Fotografien nachträglich mit Photoshop o. Ä. bearbeiten, um den Blauschimmer des Wassers zu retouschieren. Diese Korrekturen standen jedoch in keiner exakten Korrelation zum eigentlichen Farbwert von Korallen, Fischen oder Anemonen u. a. Das neue Programm kann daher zukünftig auch der Meeresforschung nützlich sein.

In der Zusammenfassung ihres Papers erklären die beiden Wissenschaftlerinnen, dass Farben unter Wasser unterschiedlich durchdringen und reflektieren, weshalb ein einfacher Kamerafilter oder Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop nie ein korrektes Bild des Unterwasserlebens abzeichnen könnten. Vielmehr bestimmen der Abstand zum Objektiv und das Reflexionsvermögen des aufgenommenen Objekts, wie sich seine Farben widerspiegeln. So ist die Art und Weise, wie Sand erscheint, durch das Wasser anders moduliert als zum Beispiel die Schuppen eines Fisches.

Im folgenden Video erklärt Derya Akkaynak genauer, wie das Verfahren des „Sea-Thru“ funktioniert:

„This researcher created an algorithm that removes the water from underwater images“

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?time_continue=35&v=ExOOElyZ2Hk&feature=emb_logo

Quelle: https://www.youtube.com/watch?time_continue=35&v=ExOOElyZ2Hk&feature=emb_logo

Das gesamte Paper des „Sea-Tru“ findet ihr hier.

Mehr Informationen gibt es bei The Computer Vision Foundation.

Zehn Kinderbücher, die uns für die Meere begeistern

Edit (24.3.2020): In Zeiten des Coronavirus ist das Lesen einen Buches wohl eine der besten Handlungsanweisungen, die wir euch geben können. Unterstützt unsere Ärzt:innen und Pfleger:innen, in dem ihr zuhause bleibt und lest. Und wenn euch die Bücher ausgegangen sind, haben wir einige Empfehlungen für euch. Bestellt diese aber nicht bei den großen Unternehmen, sondern nutzt die Gelegenheit, um eine lokale Buchhandlung ausfindig zu machen – buchhandlung-finden.de und genialokal.de helfen euch dabei. Dort könnt ihr oft auch online bestellen, E-Books erwerben oder telefonisch eine Abholung trotz Schließung vereinbaren und so denjenigen Buchhändler:innen helfen, die es eh schon schwer genug haben. Und wer weiß, vielleicht entwickeln sich ja durch Gespräche über gute Bücher Freundschaften, die wir jetzt in dieser Krise brauchen – und danach. Unter hier bestellen haben wir unsere lokale Buchhändlerin verlinkt – stellvertretend für diesen Gedanken.

Nach unser erfolgreichen Aktion „Ozeanbücher“ diesen Sommer, wurden wir von der Buchhandelskooperation MENSCH gefragt, welche Bücher uns bewegen, uns begeistern, zum Staunen bringen und zum Handeln anregen. Die persönlichen Empfehlungen unseres Teams findet ihr hier.

1. Zehn Kinderbücher, die uns für die Meere begeistern
2. Zwölf Bücher für die Ozeane – Staunen und kritisches Nachdenken
3. Bereit zu handeln? Fünf Bücher zum Anpacken

Alle, die sich heute mit DEEPWAVE für die Meere einsetzen, haben einen Moment erlebt, an dem die Faszination für die wundersame Welt der Ozeane angefangen hat. Auch wenn wir uns nicht mehr erinnern, wie dieser aussah, sind wir uns sicher, dass ein Kinderbuch dabei eine große Rolle spielte.

Auf der Suche nach Empfehlungen sind uns erstaunlich viele Bücher für Kinder eingefallen. Kinderbücher erinnern uns an eine Zeit, in der die Meere uns noch ungebrochen begeistert haben, in der wir voller Freude all die Schönheit und Komplexität in uns aufsogen, ein Buch nach dem anderen verschlingend. In der wir noch nichts von den Gefahren wussten, geschweige denn die Tragweite der Bedrohungen verstanden. Eine Zeit, in der wir nicht bei jeder neuen Zeile oder Grafik Wut, Trauer, Scham und Angst verspürten. Und diese unberührte Welt bringt uns Mut. Sie zeigt uns, warum wir all die Arbeit machen und wofür wir kämpfen.

Daher empfehlen wir auch den Erwachsenen diese Kinderbücher. Denn sie zeigen uns den Schritt, der nach dem Wissen kommt. Das Verinnerlichen, Begreifen, Verstehen. Den Auslöser zum Handeln.

Fische, Fische überall

Britta Teckentrup, Prestel Verlag – hier bestellen

„Schon das Cover dieses Kindersachbuchs ist so wunderschön: die Farben, das leichte Glitzern. Wenn man es einmal aufgschlagen hat, kann man sich vom Inhalt und den fantastischen Illustrationen gar nicht mehr losreißen. Eine Reise durch die Evolution und Anatomie über Fortpflanzungs-strategien und Jagdtechniken bis hin zur Mensch-Fisch Beziehung: Fische, Fische überall.“

Franziska Bils

Hier findet ihr unsere ausführliche Rezension…

Ozeane

Hélène Druvert / Emmanuelle Grundmann,
Gerstenberg Verlag – hier bestellen

„Dieses Buch entlockt mir bei jedem Umblättern aufs neue staunende Bewunderung. Filigrane meisterhafte Papercuts und ausklappbare Zeichnungen ermöglichen das Begreifen der Zusammenhänge im Meer auf mehreren Ebenen. Eine Buch, das wir allen Meeresliebhaber*innen jedeweden Alters wünschen!“

Anna Mandel, Illustratorin der Meeresfibel

Herr Seepferdchen Pop-Up Buch

Eric Carle, Gerstenberg Verlag​ – hier bestellen

„Ein Pop-Up-Bilderbuch voller farbenprächtiger Meerestiere, das die Unterwasserwelt und Herrn Seepferdchens Reise erlebbar macht. Durch Fischerei und schwindende Lebensräume sind Seepferdchen heute als vom Aussterben bedrohte Art gelistet – noch ein Grund mehr für dieses Buch, das mit seiner berührenden Geschichte auf die einzigartigen Tiere aufmerksam macht.“

Luisa Münch

Nick und der Wal

Benji Davies, Aladin Verlag​ – hier bestellen

„Zart und liebevoll gezeichnet erzählt dieses Bilderbuch vom Leben des kleinen Fischerjungen Nick – über mutiges Alleinsein, Sehnsucht und Geborgenheit und eine Freundschaft, die bis ins Meer reicht.“

Anna Mandel

Der Regenbogenfisch entdeckt die Tiefsee

Marcus Pfister, Nord-Süd-Verlag – hier bestellen

„In der Fortsetzung des Klassikers entdeckt der Regenbogenfisch die Tiefsee – und stellt fest, dass auch hier gute Freunde zu finden sind. Eine für Erwachsene ebenfalls sehr hilfreiche Sichtweise, um sich für diesen – für unser Überleben essentiellen – Lebensraum einzusetzen.“

Anna Groß

 

Das Meer – eintauchen, abtauchen, entdecken

Ricardo Henriques, Knesebeck Verlag – hier bestellen

„Ein auffallend schön gestaltetes Bilderbuch aus dem Portugiesischen, das auf geradezu übermütige Weise Wissen, Anekdoten und Skurilitäten versammelt, die mit dem Meer zu tun haben. Und wer basteln will oder selber forschen, wird auch fündig.“

Anna Groß

Was ist Was – Meereskunde

Rainer Crummenerl, Tessloff Verlag – hier bestellen

„In der klassischen Was-ist-Was-Reihe lernen Interessierte viel über die erstaunlichen Techniken, mit denen die Meere erforscht werden und sammeln auf anschauliche Weise grundlegendes Wissen zum Ökosystem Meer. Vielleicht die erste Lektüre einer zukünftigen Meeresforscherin?“

Anna Groß

Was ist Was – Geheimnis Tiefsee

Leben in ewiger Finsternis
Manfred Baur, Tessloff Verlag – hier bestellen

„In der neuen Was-ist-Was-Reihe versammelt dieser Band umfassendes, spannendes Wissen zum unbekanntesten Lebensraum dieser Erde, der Tiefsee: zu Forschungsmethoden, neusten Entdeckungen, Schwarzen Rauchern, hochspezialisierten Lebensweisen, unvorstellbar reicher Artenvielfalt und wunderbar fremden Kreaturen. Und legt so den Grundstein für eine lebenslange Beziehung zu diesem auch für uns Menschen überlebenswichtigen Lebensraum.“

Anna Groß

Ocean Bingo

mit Illustrationen von Holly Exley, Englisch
Gesellschaftsspiel für 1-6 Spieler, Laurence King Verlag – hier bestellen

„Wer Bingo mag, spielt Bingo, alle anderen erfreuen sich an den herrlichen Zeichnungen und der Formenvielfalt, die die Meereslebewesen zu bieten haben, und lernen nebenbei viel Wissenswertes – und englisch.“

Anna Groß

 

Und natürlich unser eigenes Buch für Kinder und Jugendliche:

Die Meeresfibel

Unser Blauer Planet gestern – heute – morgen
Onno Groß / Anna Mandel, DEEPWAVE e.V. – hier bestellen

„Ich hoffe das Buch regt jeden von Euch an, sich mit den Wundern unter Wasser zu beschäftigen und sich für den Schutz der Meere einzusetzen.“

Frank Schätzing,
Autor des internationalen Bestsellers „Der Schwarm“

Hier könnt ihr einen Blick in unsere Fibel werfen… 

Zwölf Bücher für die Ozeane – Staunen und kritisches Nachdenken

Edit (24.3.2020): In Zeiten des Coronavirus ist das Lesen einen Buches wohl eine der besten Handlungsanweisungen, die wir euch geben können. Unterstützt unsere Ärzt:innen und Pfleger:innen, in dem ihr zuhause bleibt und lest. Und wenn euch die Bücher ausgegangen sind, haben wir einige Empfehlungen für euch. Bestellt diese aber nicht bei den großen Unternehmen, sondern nutzt die Gelegenheit, um eine lokale Buchhandlung ausfindig zu machen – buchhandlung-finden.de und genialokal.de helfen euch dabei. Dort könnt ihr oft auch online bestellen, E-Books erwerben oder telefonisch eine Abholung trotz Schließung vereinbaren und so denjenigen Buchhändler:innen helfen, die es eh schon schwer genug haben. Und wer weiß, vielleicht entwickeln sich ja durch Gespräche über gute Bücher Freundschaften, die wir jetzt in dieser Krise brauchen – und danach. Unter hier bestellen haben wir unsere lokale Buchhändlerin verlinkt – stellvertretend für diesen Gedanken.

Nach unser erfolgreichen Aktion „Ozeanbücher“ diesen Sommer, wurden wir von der Buchhandelskooperation MENSCH gefragt, welche Bücher uns bewegen, uns begeistern, zum Staunen bringen und zum Handeln anregen. Die persönlichen Empfehlungen unseres Teams findet ihr hier.

1. Zehn Kinderbücher, die uns für die Meere begeistern
2. Zwölf Bücher für die Ozeane – Staunen und kritisches Nachdenken
3. Bereit zu handeln? Fünf Bücher zum Anpacken

Wir sind mit dem Meer verbunden und dieses Gefühl der Verbundenheit ist Teil unserer Kultur. Der Beweis dafür findet sich in jedem Bücherregal.

In der Literatur, den Geschichten, die wir uns erzählen, und den Büchern, die wir lesen, spielt das Meer eine große Rolle. Seitdem dem ersten Menschen die Gischt der Brandung ins Gesicht schlug, lassen Ebbe und Flut uns rätseln, spiegeln Kraken uns unser Bewusstsein, und lehrt die Tiefsee uns die Ehrfurcht vor dem Unbekannten.

Doch die modernen Geschichten haben sich verändert. Denn wir verhalten uns auf diesem Planeten nicht mehr als das, was wir sind: als Gast. Die Ozeane zeigen uns unsere Irrwege. Und in manchen (hoffentlich nur) fiktiven Erzählungen rächen sie sich dafür.

Das Ozeanbuch

Über die Bedrohung der Meere
Esther Gonstalla, oekom Verlag – hier bestellen

„In ihren außergewöhnlichen Grafiken zeigt Esther Gonstalla die vielschichtigen Zusammenhänge im Ökosystem Meer und wie es durch die Nutzung durch den Menschen bedroht ist – verständlicher als es für mich jeder Text könnte.“

Anna Groß

Hier findet ihr unsere ausführliche Rezension…

21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

Yuval Noah Harari, C.H.Beck – hier bestellen

„Auf kluge und humorvolle Weise bietet Harari für all die komplexen Herausforderungen, die jetzt und in den nächsten Jahren auf uns Menschen zukommen, Klarheit und schärft die Sinne dafür, sich nicht mit den einfachen Lösungen zufrieden zu geben.“

Frederik Götz

Hier findet ihr unsere ausführliche Rezension…

Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde, btb Verlag – hier bestellen

„Maja Lundes Roman fesselt vor allem durch seine starken, äußerst menschlichen Charaktere. Und macht deutlich bewusst, dass Wasser nicht selbstverständlich und noch viel weniger endlos ist.“

Luisa Münch

Hier findet ihr unsere ausführliche Rezension…

Der Schwarm

Frank Schätzing, S. Fischer Verlag – hier bestellen

“ ‚Hier, lies das mal!‘, sagte Onno Groß, der Gründer von DEEPWAVE, bei unserem ersten Treffen 2005. Schon nach ein paar Seiten fesselte mich die Geschichte um das Meer, das zurückschlägt für alles, was die Menschheit ihm angetan hat – heute aktueller denn je.“

Barbara Focke

Hier findet ihr unsere ausführliche Rezension…

Was Fische wissen

Wie sie lieben, spielen, planen: unsere Verwandten unter Wasser
Jonathan Balcombe, mareverlag – hier bestellen

„Jonathan Balcombe ist Verhaltensbiologe und beschreibt unglaubliche Fähigkeiten der Fische, die vieles, was wir Menschen können, in den Schatten stellen. Und stellt ganz nebenbei unser bisheriges Bild und unseren Umgang mit diesen Tieren in Frage.“

Franziska Bils

 

Die Menschheit schafft sich ab

Harald Lesch / Klaus Kamphausen, Droemer Knaur – hier bestellen

„Lesch lehrt uns Demut und zerstreut jeden Zweifel an der wissenschaftlichen Eindeutigkeit unserer Vernichtungskraft – wir nutzen die uns gegebenen Gaben, um genau die Bedingungen, die zu unserem Dasein geführt haben, auf den Kopf zu stellen. Wenn wir uns dessen nicht jetzt bewusstwerden und dementsprechend handeln, kennt die Geschichte nur ein Ende: Die Menschheit schafft sich ab.“

Maximilian Hierhammer

 

Ernst Haeckel: Kunstformen der Natur – Kunstformen aus dem Meer

Olaf Breidbach, Prestel Verlag – hier bestellen

„Dieser Prachtband verbindet zwei Klassiker des Naturforschers und Künstlers Ernst Haeckel aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Lieblingsbuch aller Meeresbiolog*innen, die ein Faible für Kunst haben, und aller Künstler*innen, die ein Faible für Meeresbiologie haben.“

Anna Groß

 

Wunderwesen aus der Tiefe

Das Pop-Up-Buch
Maike Biederstädt / Ernst Haeckel, Prestel Verlag – hier bestellen

„Maike Biederstedt, Spezialistin für feine Papierkunst, hat aus den lithographierten Tafeln des Naturforschers Ernst Haeckel ein großartiges Pop-Up Buch gemacht und so seine bahnbrechenden Zeichnungen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts aufs Schönste wieder zum Leben erweckt.“

Anna Groß

Das blaue Wunder

Frauke Bagusche, Ludwig bei Heyne – hier bestellen

„Wer sich für die Meere begeistern lassen will, sollte mit diesem Buch anfangen. Von der Oberfläche bis in die Tiefsee, von Tauchgängen bis zum Klimawandel wird ein einzigartiger Querschnitt durch die Facetten der Meere gegeben.“

Heye Groß

Flut

Das wilde Leben der Gezeiten
Hugh Aldersey-Williams, dtv – hier bestellen

„Der Mond wandert übde den Himmerl und das Meer folgt. Ein Buch über ein Phänomen, das unverstanden, übersehen und rätselhaft doch unsere ganze Kultur prägt: Ebbe und Flut.“

Heye Groß

Tiefsee

Dagmar Röhrlich, mareverlag – hier bestellen

„Die Expertin gibt einen ausführlichen, tiefen, umfassenden Einblick in dieses wichtige Ökosystem, spannend geschrieben wie ein Krimi und begleitet von Illustrationen, die so schön sind, dass man am liebsten sofort abtauchen möchte.“

Anna Groß

Rendezvous mit einem Oktopus

Sy Montgomery, Diogenes Verlag – hier bestellen

„So vieles, was wir über diese fantastischen Tiere noch nicht wissen oder auch nicht einmal geahnt haben: Sie sind Meister der Tarnung, können Schlösser knacken und schmecken mit den Armen. Sy Montgomery verbindet mit ihrem Buch Sachkenntnis mit persönlichen Erlebnissen und lässt das Bild vom Oktopus als Ungeheuer in Vergessenheit geraten.“

Franziska Bils

Der Krake, das Meer und die tiefen Ursprünge des Bewusstseins

Peter Godfrey-Smith, MSB Matthes & Seitz Berlin – hier bestellen

„Es gab einmal vor 600 Milionen Jahren ein Lebewesen, von dem wir gemeinsam abstammen: Kraken und Menschen. Wie die Natur das Bewusstsein mehrmals entwickelte … und was das mit unserer Sicht auf die Meere zu tun haben könnte.“

Heye Groß

Spuren der Sterne

Ute Wilhelmsen / Till Mundzeck, National Geopgraphic Buchverlag – hier bestellen

„Die Meeresbiologin Ute Wilhelmsen und der Physiker Till Mundzeck widmen sich kenntnisreich und mitreißend zwei noch sehr unerforschten Welten, dem Kosmos und der Tiefsee. Und sie zeigen in berührend schönen Aufnahmen ihre überraschende Nähe.“

Anna Groß

Bereit zu handeln? Fünf Bücher zum Anpacken

Edit (24.3.2020): In Zeiten des Coronavirus ist das Lesen einen Buches wohl eine der besten Handlungsanweisungen, die wir euch geben können. Unterstützt unsere Ärzt:innen und Pfleger:innen, in dem ihr zuhause bleibt und lest. Und wenn euch die Bücher ausgegangen sind, haben wir einige Empfehlungen für euch. Bestellt diese aber nicht bei den großen Unternehmen, sondern nutzt die Gelegenheit, um eine lokale Buchhandlung ausfindig zu machen – buchhandlung-finden.de und genialokal.de helfen euch dabei. Dort könnt ihr oft auch online bestellen, E-Books erwerben oder telefonisch eine Abholung trotz Schließung vereinbaren und so denjenigen Buchhändler:innen helfen, die es eh schon schwer genug haben. Und wer weiß, vielleicht entwickeln sich ja durch Gespräche über gute Bücher Freundschaften, die wir jetzt in dieser Krise brauchen – und danach. Unter hier bestellen haben wir unsere lokale Buchhändlerin verlinkt – stellvertretend für diesen Gedanken.

Nach unser erfolgreichen Aktion „Ozeanbücher“ diesen Sommer, wurden wir von der Buchhandelskooperation MENSCH gefragt, welche Bücher uns bewegen, uns begeistern, zum Staunen bringen und zum Handeln anregen. Die persönlichen Empfehlungen unseres Teams findet ihr hier.

1. Zehn Kinderbücher, die uns für die Meere begeistern
2. Zwölf Bücher für die Ozeane – Staunen und kritisches Nachdenken
3. Bereit zu handeln? Fünf Bücher zum Anpacken

Wer bereits verinnerlicht hat, was auf dem Spiel steht, wenn wir uns nicht verändern, der fragt sich: Was kann ich tun? Wie soll ich zu der Veränderung werden, die ich mir wünsche und für notwendig halte?

Eines der von uns ausgesuchten Bücher hat den schönen Untertitel „Was du konkret tun kannst, um den Wahnsinn zu stoppen“. Und genau darum geht es in all den folgenden Empfehlungen: um praktische Anleitungen. Um das, was wir unternehmen können, um uns wieder wie ein achtsamer Gast auf diesem Planeten zu verhalten.

Vier fürs Klima

Petra Pinzler, / Günther Wessel, Droemer Knaur – hier bestellen

„Eine einfache Hausaufgabe zwingt die Familie in Vier fürs Klima dazu, ihrem ökologischen Fußabdruck in die Augen zu sehen – und ist der Startschuss für ein Experiment, das die ganze Familie positiv verändern wird und zum Nachahmen anregt. Selbstkritisch, lebensnah und vor allem gut umsetzbar.“

Luisa Münch

Hier findet ihr unsere ausführliche Rezension…

Und jetzt retten wir die Welt

Ilona Koglin / Marek Rohde, Franckh-Kosmos Verlag – hier bestellen

„Ein Buch zum Nachschlagen, Nachdenken und Mitmachen auf dem Weg des persönlichen, sozialen und ökologischen Wandels. Neben übersichtlichen Fakten und spannenden Erfahrungsberichten enthält es eine Vielzahl von Aktionen und praktischen Tipps, die jeder in seinem Alltag ausprobieren kann – so lässt sich abwechslungsreich herausfinden, was für das eigene Leben funktioniert.“

Luisa Münch

Das Plastiksparbuch

smarticular Verlag – hier bestellen

„Welche Arten von Plastik gibt es, ist Kunststoff grundsätzlich schlecht und wie funktioniert eigentlich nachhaltiger Konsum? Auf 422 Seiten randvoll mit Informationen gibt „Das Plastiksparbuch“ Antworten auf Fragen rund um das Thema Plastik und seine Vermeidung. Theoretisch bleibt es aber nur auf den ersten Seiten, denn das Buch verspricht mehr als 300 Alternativen und Ideen, um „der Plastikflut“ zu entkommen – und genau die liefert es auch. Die Hauptrubriken, für die Ideen geliefert werden, sind Wocheneinkauf, Küche, Ernährung, Körperpflege, Haushalt, Wäsche waschen, Kinder und Unterwegs. Und damit ist ein riesiger Bereich unseres alltäglichen Lebens abgedeckt.

Aber wie klappt es nun mit dem Plastiksparen? Zu Beginn jedes dieser Kapitels liefert das Buch eine Übersicht kleiner Schritte, die eine große Wirkung haben. Der Stoffbeutel beim Einkaufen etwa oder Glasgefäße zum Einfrieren in der Küche. Und dann folgen Leserstimmen, DIY-Vorschläge (man kann aus einem alten T-Shirt ganz einfach einen Einkaufsbeutel machen!) und Tipps über Tipps – manche davon klein und einfach umsetzbar, andere aufwendiger. Für mich ist „Das Plastiksparbuch“ DAS Nachschlagewerk rund um die Vermeidung von Plastik im Alltag. Es gibt so viele umfassende Ideen, mit denen man wirklich zu jedem Lebensbereich Inspiration findet und richtig Lust aufs Ausprobieren bekommt. Für mich eines der Bücher, das in jedem Bücherregal einen Platz finden sollte!“

Luisa Münch

#Einfach plastikfrei leben

Charlotte Schüler, Südwest Verlag – hier bestellen

„Mit ihrem Einzug in die erste eigene Wohnung hat sich Bloggerin und Influencerin Charlotte Schüler für ein plastikfreies Leben entschieden. Wie genau das gelingt, zeigt sie in ihrem Buch #Einfach plastikfrei leben. Was ich beim Lesen besonders mag ist der positive Umgang der Autorin mit dem Thema. Denn statt mit erhobenem Zeigefinger gibt sie Tipps, die gut umzusetzen sind und betont, dass man auch plastikfrei bei weitem nicht auf alles verzichten muss. So nimmt sie viel Druck aus dem großen Ziel, das eigene Leben plastikfrei zu gestalten und macht das Vorhaben damit viel unbeschwerter. Denn auch, wenn es irgendwo mal Ausnahmen gibt, zeigt sie, dass das nicht dramatisch sein muss – denn am Ende kommt es darauf an, so wenig Plastik wie möglich zu verbrauchen. Gleichzeitig setzt sie sich auch kritisch mit Themen auseinander, wie etwa der Alternative Bioplastik, und erklärt anschaulich, was es mit solchen Alternativen eigentlich auf sich hat.

In den vier Schritten zum plastikfreien Leben stecken neben den vielen Tipps auch Do-it-yourself-Anleitungen, die man ganz einfach ausprobieren kann. Und plötzlich wird klar: So schwer ist es eigentlich gar nicht, ein Bienenwachstuch, Zahnpasta oder Reinigungsmittel selbst herzustellen. Was ich an Schülers Buch außerdem mag ist die liebevolle Gestaltung – von außen wie von innen. Man spürt, dass das Thema der Autorin wirklich am Herzen liegt und sie an andere weitergeben will, welche Ansätze in ihrem eigenen Alltag funktionieren.“

Luisa Münch

Schluss. Mit. Plastik.

Martin Dorey, Heyne, Wilhelm Verlag – hier bestellen

“ ‚Hast du mal zwei Minuten? Natürlich hast du die.‘ Allein mit diesem Satz hatte mich Martin Dorey schon. Denn in seinem Buch geht es genau darum: Mit kleinen Schritten, die gerade einmal zwei Minuten dauern, etwas gegen den Plastikwahnsinn zu unternehmen.

Zu Beginn war ich zugegeben skeptisch, ob Zwei-Minuten-Lösungen tatsächlich helfen können, alltägliche Gewohnheiten zu verändern. Aber nachdem ich „Schluss. Mit. Plastik.“ gelesen hatte, war mir klar: das können sie. Dorey erklärt in seinem Buch zunächst, warum wir eigentlich auf Plastik verzichten sollten, woher das viele Plastik im Meer kommt und welche Alternativen es zu diesem Material gibt. Die Infos sind kurzweilig und leicht verständlich aufbereitet, und mit den vielen Fakten wird die Tragweite unsere Plastikproblems richtig deutlich.

Die Zwei-Minuten-Lösungen sind unterteilt in Bereiche wie Zuhause, am Arbeitsplatz oder für Kinder und bieten ganz einfache Anregungen und Tipps für den eigenen Alltag. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerade beginnt, sich mit dem Thema Plastikmüllvermeidung auseinanderzusetzen. Statt von heute auf morgen das ganze Leben auf den Kopf stellen zu müssen, gelingt es mit den kleinen Lösungen, Stück für Stück Gewohnheiten zu ändern und so immer mehr für die Umwelt zu tun.“

Luisa Münch

„21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ von Yuval Noah Harari

Das Buch "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" von Yuval Noah Harari ist zu sehen. Im Hintergrund sind weitere Bücher mit Augen auf dem Cover zu sehen.Mir war nie klar, wie relevant Geschichte ist. Bis ich auf Empfehlung meines Bruders „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Harari gelesen habe. Danach kam dann „Homo Deus“ und zuletzt „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“.

In einer Welt, die überflutet wird von bedeutungslosen Informationen, ist Klarheit Macht.

Yuval Noah Harari

Mit diesem Satz leitet Harari das Buch „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ ein. Und genau das versucht Harari aus meiner Sicht: Platz für Klarheit zu schaffen. Klarheit um zu erkennen, welche die Herausforderungen sind, die in den kommenden Jahren auf uns Menschen zukommen werden. Der Autor ruft, mit klugen und auch mitunter lustigen Texten, dazu auf, sich zu beteiligen an der Diskussion, wie es weitergehen soll mit uns und diesem Planeten.

Seine Texte haben mich teilweise nicht unerheblich verunsichert, ohne aber dabei ein Gefühl von Hilflosigkeit zu hinterlassen. In diesen komplexen Zeiten ist es aus meiner Sicht wichtig, sich nicht auf die vermeintlich einfachen Lösungen zu stürzen, weil sie das Gefühl der Verunsicherung beruhigen, sondern zu lernen mit der Verunsicherung umzugehen und so Platz für neue Lösungsansätze zu schaffen. Harari schafft es, ohne seine Formulierungen unnötig zu verkomplizieren, dem Leser komplexe Gedanken zu den wichtigen Themen unserer Zeit zu vermitteln. Welchem Pfad folge ich als Individuum in meinem Leben und welchem Pfad folgen wir Menschen, als Lebewesen, die in atemberaubender Geschwindigkeit ihren eigenen Lebensraum und den von Milliarden anderer Lebewesen zerstören.

Er entwirrt Geschichten, die sich als Wahrheiten verkaufen und schärft die Sinne, sich nicht mit den einfachen Lösungen zufrieden zu geben, die einem an jeder zweiten Ecke geboten werden, um davon abzulenken, was die wirklich wichtigen Fragen sind, die wir uns stellen sollten. Und eine dieser Fragen wird wohl demnächst sein: Wie gehen wir Menschen damit um, wenn die Meere den generellen Temperaturanstieg unseres Planeten nicht mehr ausgleichen können und somit das herrschende ökologische Gleichgewicht zu kippen droht?

Frederik Götz für DEEPWAVE.

Weitere Buchrezensionen findet ihr bei unserem Projekt Ozeanbücher.
Das Buch „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ von Yuval Noah Harari könnt ihr bei unserem Partner, dem Buchladen Tolle Geschichten in Klein Borstel oder eurer lokalen Buchhandlung erwerben.

„Das Ozeanbuch – Über die Bedrohung der Meere“ von Esther Gonstalla

Das Ozeanbuch - Über die Bedrohung der Meere liiegt aufgesclagen, als auch mit dem Cover vor einem Globus„Es ist ein interessanter biologischer Umstand, dass wir alle in unseren Adern die exakt gleiche Menge an Salzgehalt haben wie das Meerwasser und damit auch Salz in unserem Blut, unserem Schweiß, unseren Tränen.“ – John F. Kennedy

Immer dann, wenn ich einen kurzen Moment an meinem Schreibtisch in Zürich vom Lernen abschweife und mich in meinem Zimmer umschaue, dann bleibt mein Blick an einem sehr intensiven Blau hängen. Es ist die Farbe des Ozeanbuches, das äußerlich so schön ist und innen von der Bedrohung der Ozeane berichtet.
Sofort tauche ich ab in meine Gedankenwelt nach Hamburg, wo ich ein halbes Jahr bei DEEPWAVE mitwirken und mitleben durfte. Von ihnen habe ich das Buch geschenkt bekommen.

Ich war eines von diesen Kindern, das einen Delfinschulranzen, eine Delfinbettdecke, Delfinohrringe, Delfinstifte, Delfin-T-Shirts, Delfinplüschtiere, Delfinposters, ja sogar einen Delfinklosessel besaß. Vor 220 Millionen Jahren lag die Schweiz das letzte Mal am Meer, da musste ich mir schon selbst eines anfertigen.
Es war mir aber auch klar, dass ich den Geruch und die Geräusche der Meere nicht ersetzen konnte. Für diese musste ich geduldig auf den Sommer warten, weil wir dann mit der Familie immer den ganzen Monat am Mittelmeer verbrachten.

Schon damals, aber auch jetzt noch füllen Momente am Meer meine Energielücken ganz aufs Neue auf. Der Blick in die klare Ferne, der Wind, der alte Gedanken auf nostalgische Weise aufwirbeln kann und sie auch wieder zum Verschwinden bringt, die ungewisse Tiefe, die sich ein paar Meter vor einem einstellt…da fühlt man sich sehr klein und unwissend wie ein Neugeborenes.

Bei DEEPWAVE bin ich dann das erste Mal auf so viele Menschen gestoßen, die sich sehr mit dem Meer verbunden fühlen. Ich war beeindruckt, wie sie ihre ganze Energie und Lebenszeit in ihr einziges Ziel stecken, nämlich den respektvolleren und nachhaltigeren Umgang mit unseren Ozeanen. Die Menschen, denen ich begegnet bin, wissen so viel und betonen gleichzeitig aber auch immer, dass sie sehr wenig von diesem Ökosystem und dessen umfangreicher Funktion auf unserem Blauen Planeten verstehen. Dies ist noch ein guter Grund mehr, warum wir uns mit unserem ausbeuterischen und nicht genügend weit gedachten Verhalten in die eigene Haut schneiden und damit sofort aufhören sollen.

Da war aber auch noch etwas anderes.
Es konnten nicht alleine wissenschaftliche Fakten sein, die die Menschen bei DEEPWAVE jeden Tag aufs Neue motivierten und sie bei ihren Taten voll und ganz überzeugten. Von diesen Menschen habe ich noch etwas Tieferes, ja eigentlich auch viel Trivialeres auf den Weg mitbekommen.

Jedes Wesen ist Teil eines großen Ganzen und hat einen ehrenvollen Platz darin erhalten. Die Schönheit und unglaubliche Vielfalt der Natur ist ein riesiges Geschenk für uns alle. Da darf man auf keinen Fall auf Kosten anderer leben.
Man bedenke: wer mehr Platz einnimmt als für ihn gedacht wäre, nimmt diesen einem anderen Wesen weg.
Wenn man das begriffen hat, glaube ich, braucht man sich als Nicht-Wissenschaftler*in gar nicht krampfhaft mit den Fakten auseinanderzusetzen, dann wird so manches auf einmal so natürlich.
Und vieles beginnt beim Umgang mit seinem Nächsten, wie ernst man sein Gegenüber nimmt, wie überlegen oder gleichgestellt man sich fühlt und wieviel Respekt und Liebe man bereit ist weiterzugeben.

Ich glaube es braucht diese zwei Seiten, um sich im Umweltschutz tief einzusetzen, die wissenschaftliche, aber auch diesen voll umfassenden Einheitsgedanken.
Das Ozeanbuch zeigt, dass die Ozeane riesig sind und einiges erdulden, aber wir sie nun so stark bedrohen, dass das Gleichgewicht, in dem die Natur zu stehen mag, langsam aber sicher aus dem Ruder läuft.

Deshalb ist für uns alle bei DEEPWAVE ganz klar:
„Die Zeit der Verhandlungen ist vorbei. Die Zeit der Handlungen ist längst überfällig.“

Das Ozeanbuch packt alle Gefahren, die den Ozeanen drohen, in eine Geschichte, die Geschichte der Menschheit, die ohne Ozeane nie begonnen hätte. Sie schildert die Zusammenhänge aller wichtigen Themen, der biologischen Vielfalt bis zum Ozean als Industriegebiet in knappen Texten und sehr übersichtlichen, sofort einleuchtenden Infografiken, die mehr verstehen lassen als manche Abhandlung.

Wir alle sind mit den Meeren verbunden und alles ist mit allem verbunden.
Das macht uns das Ozeanbuch klar. Auch wenn manche Binnenlandbewohner das Gefühl haben, die Meere seien so weit entfernt und man habe nichts oder wenig mit ihnen zu tun, weil man keinen Fisch isst, nie ans Meer fährt oder seine Bewohner und Schätze gar nicht kennt – sie täuschen sich.
Die Ozeane haben die größten Wärmespeicherkapazitäten der Welt, sie sind unsere Kohlenstoffspeicher und erzeugen über 70% des Sauerstoffs auf der Erde. Ihre gewaltigen Naturkräfte halten den ganzen Planeten zusammen.
Wir Menschen aber bedrohen die Ozeane zurzeit und somit unsere eigene Spezies zugleich.

Ich bin auf dem Weg ans Meer. Mein erster Segeltörn erwartet mich an der Ostsee. Das Ozeanbuch liegt auf meinem Schoß und gerade habe ich gelernt, dass 99% unseres Telefon- und Internetverkehrs, also eigentlich fast jede Nachricht, die ich verschicke, durch ein Ozeankabel dem Meeresboden entlang verläuft.

 Amel Messaadi für DEEPWAVE.

Weitere Buchrezensionen findet ihr bei unserem Projekt Ozeanbücher.
Das Buch „Das Ozeanbuch – Über die Bedrohung der Meere“ von Esther Gonstalla könnt ihr bei unserem Partner, dem Buchladen Tolle Geschichten in Klein Borstel oder eurer lokalen Buchhandlung erwerben.

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