Kultur

Von Moby Dick, der Titanic bis hin zum Schimmelreiter,
das Meer in Theater, Literatur, Film, Musik und Kunst öffnet uns die Augen über uns und unsere Rolle auf diesem Planeten.

 

„21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ von Yuval Noah Harari

Das Buch "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" von Yuval Noah Harari ist zu sehen. Im Hintergrund sind weitere Bücher mit Augen auf dem Cover zu sehen.Mir war nie klar, wie relevant Geschichte ist. Bis ich auf Empfehlung meines Bruders „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Harari gelesen habe. Danach kam dann „Homo Deus“ und zuletzt „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“.

In einer Welt, die überflutet wird von bedeutungslosen Informationen, ist Klarheit Macht.

Yuval Noah Harari

Mit diesem Satz leitet Harari das Buch „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ ein. Und genau das versucht Harari aus meiner Sicht: Platz für Klarheit zu schaffen. Klarheit um zu erkennen, welche die Herausforderungen sind, die in den kommenden Jahren auf uns Menschen zukommen werden. Der Autor ruft, mit klugen und auch mitunter lustigen Texten, dazu auf, sich zu beteiligen an der Diskussion, wie es weitergehen soll mit uns und diesem Planeten.

Seine Texte haben mich teilweise nicht unerheblich verunsichert, ohne aber dabei ein Gefühl von Hilflosigkeit zu hinterlassen. In diesen komplexen Zeiten ist es aus meiner Sicht wichtig, sich nicht auf die vermeintlich einfachen Lösungen zu stürzen, weil sie das Gefühl der Verunsicherung beruhigen, sondern zu lernen mit der Verunsicherung umzugehen und so Platz für neue Lösungsansätze zu schaffen. Harari schafft es, ohne seine Formulierungen unnötig zu verkomplizieren, dem Leser komplexe Gedanken zu den wichtigen Themen unserer Zeit zu vermitteln. Welchem Pfad folge ich als Individuum in meinem Leben und welchem Pfad folgen wir Menschen, als Lebewesen, die in atemberaubender Geschwindigkeit ihren eigenen Lebensraum und den von Milliarden anderer Lebewesen zerstören.

Er entwirrt Geschichten, die sich als Wahrheiten verkaufen und schärft die Sinne, sich nicht mit den einfachen Lösungen zufrieden zu geben, die einem an jeder zweiten Ecke geboten werden, um davon abzulenken, was die wirklich wichtigen Fragen sind, die wir uns stellen sollten. Und eine dieser Fragen wird wohl demnächst sein: Wie gehen wir Menschen damit um, wenn die Meere den generellen Temperaturanstieg unseres Planeten nicht mehr ausgleichen können und somit das herrschende ökologische Gleichgewicht zu kippen droht?

Frederik Götz für DEEPWAVE.

Weitere Buchrezensionen findet ihr bei unserem Projekt Ozeanbücher.
Das Buch „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ von Yuval Noah Harari könnt ihr bei unserem Partner, dem Buchladen Tolle Geschichten in Klein Borstel oder eurer lokalen Buchhandlung erwerben.

„Das Ozeanbuch – Über die Bedrohung der Meere“ von Esther Gonstalla

Das Ozeanbuch - Über die Bedrohung der Meere liiegt aufgesclagen, als auch mit dem Cover vor einem Globus„Es ist ein interessanter biologischer Umstand, dass wir alle in unseren Adern die exakt gleiche Menge an Salzgehalt haben wie das Meerwasser und damit auch Salz in unserem Blut, unserem Schweiß, unseren Tränen.“ – John F. Kennedy

Immer dann, wenn ich einen kurzen Moment an meinem Schreibtisch in Zürich vom Lernen abschweife und mich in meinem Zimmer umschaue, dann bleibt mein Blick an einem sehr intensiven Blau hängen. Es ist die Farbe des Ozeanbuches, das äußerlich so schön ist und innen von der Bedrohung der Ozeane berichtet.
Sofort tauche ich ab in meine Gedankenwelt nach Hamburg, wo ich ein halbes Jahr bei DEEPWAVE mitwirken und mitleben durfte. Von ihnen habe ich das Buch geschenkt bekommen.

Ich war eines von diesen Kindern, das einen Delfinschulranzen, eine Delfinbettdecke, Delfinohrringe, Delfinstifte, Delfin-T-Shirts, Delfinplüschtiere, Delfinposters, ja sogar einen Delfinklosessel besaß. Vor 220 Millionen Jahren lag die Schweiz das letzte Mal am Meer, da musste ich mir schon selbst eines anfertigen.
Es war mir aber auch klar, dass ich den Geruch und die Geräusche der Meere nicht ersetzen konnte. Für diese musste ich geduldig auf den Sommer warten, weil wir dann mit der Familie immer den ganzen Monat am Mittelmeer verbrachten.

Schon damals, aber auch jetzt noch füllen Momente am Meer meine Energielücken ganz aufs Neue auf. Der Blick in die klare Ferne, der Wind, der alte Gedanken auf nostalgische Weise aufwirbeln kann und sie auch wieder zum Verschwinden bringt, die ungewisse Tiefe, die sich ein paar Meter vor einem einstellt…da fühlt man sich sehr klein und unwissend wie ein Neugeborenes.

Bei DEEPWAVE bin ich dann das erste Mal auf so viele Menschen gestoßen, die sich sehr mit dem Meer verbunden fühlen. Ich war beeindruckt, wie sie ihre ganze Energie und Lebenszeit in ihr einziges Ziel stecken, nämlich den respektvolleren und nachhaltigeren Umgang mit unseren Ozeanen. Die Menschen, denen ich begegnet bin, wissen so viel und betonen gleichzeitig aber auch immer, dass sie sehr wenig von diesem Ökosystem und dessen umfangreicher Funktion auf unserem Blauen Planeten verstehen. Dies ist noch ein guter Grund mehr, warum wir uns mit unserem ausbeuterischen und nicht genügend weit gedachten Verhalten in die eigene Haut schneiden und damit sofort aufhören sollen.

Da war aber auch noch etwas anderes.
Es konnten nicht alleine wissenschaftliche Fakten sein, die die Menschen bei DEEPWAVE jeden Tag aufs Neue motivierten und sie bei ihren Taten voll und ganz überzeugten. Von diesen Menschen habe ich noch etwas Tieferes, ja eigentlich auch viel Trivialeres auf den Weg mitbekommen.

Jedes Wesen ist Teil eines großen Ganzen und hat einen ehrenvollen Platz darin erhalten. Die Schönheit und unglaubliche Vielfalt der Natur ist ein riesiges Geschenk für uns alle. Da darf man auf keinen Fall auf Kosten anderer leben.
Man bedenke: wer mehr Platz einnimmt als für ihn gedacht wäre, nimmt diesen einem anderen Wesen weg.
Wenn man das begriffen hat, glaube ich, braucht man sich als Nicht-Wissenschaftler*in gar nicht krampfhaft mit den Fakten auseinanderzusetzen, dann wird so manches auf einmal so natürlich.
Und vieles beginnt beim Umgang mit seinem Nächsten, wie ernst man sein Gegenüber nimmt, wie überlegen oder gleichgestellt man sich fühlt und wieviel Respekt und Liebe man bereit ist weiterzugeben.

Ich glaube es braucht diese zwei Seiten, um sich im Umweltschutz tief einzusetzen, die wissenschaftliche, aber auch diesen voll umfassenden Einheitsgedanken.
Das Ozeanbuch zeigt, dass die Ozeane riesig sind und einiges erdulden, aber wir sie nun so stark bedrohen, dass das Gleichgewicht, in dem die Natur zu stehen mag, langsam aber sicher aus dem Ruder läuft.

Deshalb ist für uns alle bei DEEPWAVE ganz klar:
„Die Zeit der Verhandlungen ist vorbei. Die Zeit der Handlungen ist längst überfällig.“

Das Ozeanbuch packt alle Gefahren, die den Ozeanen drohen, in eine Geschichte, die Geschichte der Menschheit, die ohne Ozeane nie begonnen hätte. Sie schildert die Zusammenhänge aller wichtigen Themen, der biologischen Vielfalt bis zum Ozean als Industriegebiet in knappen Texten und sehr übersichtlichen, sofort einleuchtenden Infografiken, die mehr verstehen lassen als manche Abhandlung.

Wir alle sind mit den Meeren verbunden und alles ist mit allem verbunden.
Das macht uns das Ozeanbuch klar. Auch wenn manche Binnenlandbewohner das Gefühl haben, die Meere seien so weit entfernt und man habe nichts oder wenig mit ihnen zu tun, weil man keinen Fisch isst, nie ans Meer fährt oder seine Bewohner und Schätze gar nicht kennt – sie täuschen sich.
Die Ozeane haben die größten Wärmespeicherkapazitäten der Welt, sie sind unsere Kohlenstoffspeicher und erzeugen über 70% des Sauerstoffs auf der Erde. Ihre gewaltigen Naturkräfte halten den ganzen Planeten zusammen.
Wir Menschen aber bedrohen die Ozeane zurzeit und somit unsere eigene Spezies zugleich.

Ich bin auf dem Weg ans Meer. Mein erster Segeltörn erwartet mich an der Ostsee. Das Ozeanbuch liegt auf meinem Schoß und gerade habe ich gelernt, dass 99% unseres Telefon- und Internetverkehrs, also eigentlich fast jede Nachricht, die ich verschicke, durch ein Ozeankabel dem Meeresboden entlang verläuft.

 Amel Messaadi für DEEPWAVE.

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Vier fürs Klima von Petra Pinzler und Günther Wessler

Das Buch Vier fürs Klima vor einem Fahrrad mit einem Bioapfel und einem konventionellen ApfelDass wir zu viel CO2 und andere Treibhausgase in die Luft pusten, ist wohl allen inzwischen klar. Dass wir als durchschnittlicher Deutscher fast das 6-fache der vernünftigen 2 Tonnen jährlich produzieren, ist nur noch wenigen klar. Und dass wir als Bürger der Bundesrepublik erstmal 800 kg auf unserem Konto haben, nur durch Bürokratie und Straßenbau, macht diese Lage nicht besser. Was kann man dagegen tun, ohne bei einer solchen Tatsachenlage gleich zu verzweifeln?

Die vierköpfige Familie der Autoren ist sich dieser Frage zwar bewusst, aber ihre Handlungen gehen nicht über den Bio-Einkauf und eventuelles Fahrradfahren hinaus. Bis eine Hausaufgabe die Familie dazu bringt, ihrem ökologischen Fußabdruck in die Augen zu schauen.

Ein Jahr später und nach einem Experiment mit der ganzen Familie ist dieses Buch entstanden. Praktisch, lebensnah und vor allem umsetzbar gibt es ein Vorbild dafür, wie man seine Lebensweise ändern kann, ohne moralinsauer nur von Verzicht zu sprechen. Denn es zeigt, wie ein solcher Versuch auch das eigene Leben positiv verändert.

Wodurch das Buch sich aber von allen anderen dieser Art unterscheidet, ist der selbstkritische und anregende Umgang der Autoren mit der Komplexität des Themas. Kann es sein, dass im Mai ein konventioneller, mit dem Schiff transportierter Apfel aus Neuseeland nicht vielleicht doch besser ist, als ein aufwendig eingelagerter regionaler Bio-Apfel? Und ist das nicht von Anfang an eine falsch gestellte Frage?

Auch wenn es in „Vier fürs Klima“ nur indirekt um die Bedrohung der Ozeane geht, ist dieses Buch eine unserer Antworten auf die immer gestellte Frage: Was kann ich tun? Es geht nicht darum, unreflektiert dem zu folgen, was die Autoren vorschlagen. Nein, es geht darum, selbst ein solches Experiment zu wagen, nachzudenken, nachzuhaken und sich am Ende immer selbst zu hinterfragen. Und wenn wir dann nur bei 7 Tonnen landen, wissen wir zumindest warum.

Heye Groß für DEEPWAVE.

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Das Buch „Vier fürs Klima“ von Petra Pinzler und Günther Wessler Ihr könnt es bei unserem Partner, dem Buchladen Tolle Geschichten in Klein Borstel oder eurer lokalen Buchhandlung erwerben.

Sea Change: A Message of the Oceans by Sylvia Earle

Das Buch Sea Change: A Message by the Oceans by Sylvia Earl mit einem Schwarm Fische im Hintergrund Die US-amerikanische Umweltaktivistin und Meeresforscherin Sylvia Earle hat in ihrer Karriere viel gesehen und erlebt, diese Erfahrungen fasst sie in ihrem Buch „Sea Change: A Message of the Oceans“ sehr eindrucksvoll zusammen.

Stellen Sie sich vor, das Meer würde morgen austrocknen. Warum sollte mich das stören? Ich schwimme nicht. Ich hasse Boote. Ich werde seekrank! Ich esse noch nicht mal gerne Fisch. Warum sollte es mich also stören, wenn manche – oder alle – Fischarten aussterben? Wer braucht das Meer?

Mit diesen Worten beginnt Sylvia Earle, eine Frage, die ihr 1976 im Zuge einer Konferenz gestellt wurde. Und genau diese Frage gibt den Ton für das gesamte Buch an.

Im Teil „Sea of Eden“ verdeutlicht die Autorin die Bedeutung der Ökosysteme und erzählt von Tiefsee-Tauchgängen mit ROVs (remotely operated vehicles) und ihrer Zeit als „Aquanautin“ in der Tektite Station, dem ersten Unterwasser-Labor der Welt, in dem sie 20 Tage lang mit einem Team von Wissenschaftlern unter Wasser gelebt und gearbeitet hat.

Im Teil  „Paradise Lost“ beschreibt sie unseren momentanen Umgang mit den Meeren auf eine augenöffnende und schockierende Art und Weise: wie es aussieht, wenn man mit dem Helikopter über einen Teppich von brennendem Öl fliegt, auf dem Meeresboden in mehr als 1000 Metern Tiefe Plastik findet und wie fatal die Auswirkungen der andauernden Überfischung wirklich sind.

Auch wenn das Buch nun schon mehr als 20 Jahre alt ist, hat es an Relevanz und Dringlichkeit nicht verloren, sondern gewonnen.

Der letzte Teil „Sea Change“ ist ein Weckruf dafür, wie viel wir als Gemeinschaft bewegen können, um das Schlimmste abzuwenden, wenn wir uns erst einmal dazu entschieden haben.

Ein Buch, welches mich tief berührt hat und noch Jahre, nachdem ich es das erste Mal gelesen habe, fast täglich beschäftigt. Ein Buch, das ich allen ans Herz legen möchte, denen die Meere am Herzen liegen.

Rebecca von Hellfeld  für DEEPWAVE.

Bei der Eröffnung des Ocean Space in Venedig am 23. März 2019 bin ich Sylvia Earle zum ersten Mal begegnet. Die Grande Dame der Meere sprach zum Publikum, unter freiem Himmel, im Rücken die riesige venezianische Kirche, die nun als Ausstellungsraum dient, unter einem Meer von Sternen. Den Blick nach oben gewandt, erinnerte sie uns mit ihrer tiefen ruhigen Stimme: It’s good to be an earthling, but let us remember: there’s no place for us earthlings than this marble here.

Und im persönlichen Gespräch äußerte sie ihre Freude, dass DEEPWAVE sich dem widmet, was Sinn und Zweck des Ocean Space ist:  Kunst und Wissenschaft zu verbinden zu Gunsten der Meere.

Anna Groß für DEEPWAVE.

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Das Buch ist nur auf Englisch verfügbar. Ihr könnt es bei unserem Partner, dem Buchladen Tolle Geschichten in Klein Borstel oder eurer lokalen Buchhandlung erwerben.

„Der Schwarm“ von Frank Schätzing

Das Buch "Der Schwarm" an einer Hafenkante mit Kran und Elbphilarmonie im Hintergrund„Hier, lies das mal!“ sagte Onno Groß bei unserem ersten Treffen im Jahr 2005. Das Buch „Der Schwarm“ von Frank Schätzing war im Vorjahr erschienen und auf den Bestsellerlisten ganz oben. Was für ein Wälzer! So etwas rühre ich, die leider viel zu selten zum Lesen kommt und abends regelmäßig nach 5 Seiten einschläft, normalerweise erst gar nicht an. Aber schon nach den ersten Seiten fesselte mich die Geschichte um das Meer, das zurückschlägt für alles, was die Menschheit ihm angetan hat – heute, knapp 15 Jahre später, angesichts der Verschmutzung, der Plastikvermüllung und Überfischung der Meere aktueller denn je.

Ich lag abends im Bett und verschlang das Buch innerhalb kürzester Zeit, wurde ehrenamtliche Mitarbeiterin von DEEPWAVE e.V. und bin dem Verein bis heute eng verbunden. So war ich dann auch dabei, als Frank Schätzing, den Onno als Beirat gewinnen konnte, im Jahr 2005 für eine Benefizlesung für die Meere nach Hamburg kam. Und auch, als DEEPWAVE im selben Jahr nach dem großen Tsunami im Indischen Ozean vom Dezember 2004 ein Mangrovenanpflanzungsprojekt in Indien startete, weil Mangroven natürliche Schutzschilder gegen Tsunamis darstellen.

Schätzing hatte in „Der Schwarm“ über Seiten beschrieben, wie ein Tsunami ganz Europa verschlingt, wie sich das Meer erst zurückzieht und dann als große Welle auf die Küsten trifft. Auch einige deutsche Touristen, die damals an den Küsten des Indischen Ozeans Urlaub machten, hatten das Buch gelesen. Und statt wie andere fasziniert an den Strand zu laufen, um sich das Schauspiel des zurückziehenden Meeres anzuschauen, verstanden sie sofort, dass ein Tsunami folgen würde und flüchteten. Schätzing erhielt von Ihnen später Dankesbriefe. Was kann sich ein Autor mehr wünschen als dass er mit seinen Geschichten womöglich Menschenleben gerettet hat!

Barbara Focke für DEEPWAVE.

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Das Buch „Der Schwarm“ von Frank Schätzing könnt ihr bei unserem Partner, dem Buchladen Tolle Geschichten in Klein Borstel oder eurer lokalen Buchhandlung erwerben.

Die drei ??? – Meuterei auf hoher See

Die CD zum Hörspiel "Die drei Fragezeichen: Meuterei auf hoher See", ein Smartphone auf dem die Folge läuft und KopfhörerIn der Folge 83 „Meuterei auf hoher See“ haben Justus (1. Detektiv), Peter (2. Detektiv) und Bob (Recherche und Archiv) die Chance, auf dem Forschungsschiff „Wavedancer“ eine Expedition von „Ocean-Ops“ zu begleiten. Deren Ziel ist es, Hydrothermalquellen in der Tiefsee des Pazifiks zu untersuchen und die drei sind als Schiffscrew angeheuert. Die Expedition, die durch die Fernsehjournalistin Carol Ford begleitet wird, verläuft natürlich anders als erwartet. Ein fanatischer Wissenschaftler fühlt sich gezwungen, auf hoher See das Kommando an Bord zu übernehmen, die Besatzung zu bedrohen und das Schiff auf neuen Forschungskurs zu lenken.
Trotz der Meuterei darf der 1. Detektiv auf Erkundungstour in mehr als 1000 Meter Tiefe mit dem Tiefsee-U-Boot „Deepquest“ abtauchen. In absoluter Dunkelheit, in den Tiefen des Ozeans, mit sabotierten Bootsbatterien und schwindendem Funkkontakt zur Besatzung der „Wavedancer“ treffen sie auf riesige biolumineszierende Wesen, die zu dem Zeitpunkt noch nie so beobachtet oder gefilmt wurden. Sturm auf hoher See, Intrigen unter der Schiffsbesatzung uv machen diese Folge zu einem einzigartigen Abtauchen in eine unbekannte Welt.

Mit sechs Jahren habe ich angefangen “Die drei Fragezeichen” zu hören und sie begleiten mich weiterhin:  als Abiturient beim Mottotag „Kindheitshelden“ als Peter (das Los fiel unter drei Freunden auf mich), bei jeder langen Busfahrt auf meiner Südamerikareise, jedes Mal, wenn ich nicht einschlafen kann oder wenn ich einfach abschalten möchte.Als Kind wollte ich, wenn ich einmal groß bin, Tierforscher werden. Diese Geschichte der drei Fragezeichen hat mich beim ersten Mal Hören sofort gefesselt, da ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass es eine Tierwelt in den Tiefen des Ozeans gibt, die noch kaum jemand kennt. Was versteckt sich dort alles noch? Einige Jahre später arbeite ich für die Meeresschutzorganisation DEEPWAVE, die sich besonders für den Schutz der Tiefsee einsetzt und ich habe die Chance im Rahmen einer Büchervorstellung etwas über meine Lieblingsgeschichte der drei Fragezeichen zu schreiben. Ist schon verrückt, dass sich mein Kindheitstraum, mein erster Kontakt zur Tiefsee und meine aktuelle Arbeit in dem Fall „Meuterei auf hoher See“ zusammenfinden.

Johan Busse von Colbe für DEEPWAVE.

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Das Hörspiel Die drei Fragezeichen – Meuterei auf hoher See könnt ihr bei unserem Partner, dem Buchladen Tolle Geschichten in Klein Borstel oder eurer lokalen Buchhandlung erwerben.

„Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde

Das Buch "Die Geschichte des Wassers" an Ufer eines kleinen Flusses mitten in der Natur„Die Geschichte des Wassers“
Eine Geschichte, die nachwirkt

Es ist mitten im Jahrhundertsommer 2018, als ich „Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde aufschlage. Draußen herrschen weit über 30°C, es hat schon wochenlang nicht mehr richtig geregnet und alles fühlt sich trocken und staubig an. Ein Setting, wie es für Lundes Roman kaum besser passen könnte.
Die norwegische Autorin verknüpft in ihrem Buch zwei auf den ersten Blick völlig unabhängige Erzählstränge miteinander. Da ist die 67-jährige Umweltaktivistin Signe, die zurück in ihre Heimat in Norwegen reist und gegen den Ausverkauf des Gletschereises kämpft – mit einer Kraft und Stärke, die sie nur durch ihre tiefe Überzeugung und ihre Liebe zur Natur haben kann. Die zweite Geschichte spielt rund zwanzig Jahre in der Zukunft, in einem Europa, das in Wasser- und Trockenländer zweigeteilt ist. Erstere wollen oder können längst keine Klimaflüchtlinge mehr aufnehmen, letztere sind seit nunmehr fünf Jahren Hitze und Dürre ausgesetzt und bieten immer weniger Lebenschancen für die Menschen in diesen Ländern. Protagonisten dieses zweiten Erzählstrangs sind David und seine kleinen Tochter Lou, die Davids Frau und seinen Sohn während ihrer Flucht aus ihrer brennenden Heimatstadt verloren haben und versuchen, sie wiederzufinden.

Charaktere voller Menschlichkeit
„Die Geschichte des Wassers“ ist ein unaufgeregter Roman. Es gibt keine großen Spannungsbögen, nichtsdestotrotz habe ich das Buch in wenigen Tagen gelesen und konnte es währenddessen auch nur schwer beiseitelegen. Was mich vor allem gefesselt hat waren Lundes Charaktere. Signe, die sich so unumstößlich für die Umwelt einsetzt, ganz gleich, wer oder was ihr entgegensteht. David, der an einigen Stellen so zutiefst verzweifelt ist und dadurch unheimlich menschlich wirkt. Vor allem mit ihm habe ich während des Lesens mitgefiebert und -gelitten, habe seine Entscheidungen und sein Verhalten nicht immer für gut befunden, aber jederzeit für nachvollziehbar.
Der Roman beschäftigt sich mit einem erschreckend realen Thema. Zwar gibt es weniger Hintergründe und Informationen zu der Klimakatastrophe, als an der ein oder anderen Stelle vielleicht wünschenswert. Doch durch die Geschichten, Gedanken und Gefühle der Protagonisten schafft Lunde es umso mehr, zu berühren, zu bewegen und zum Hinterfragen anzuregen.

Wachgerüttelte Emotionen und Dankbarkeit
Von Wut, Traurigkeit, Frustration und Unverständnis über Hoffnung und Mitgefühl hat „Die Geschichte des Wassers“ unzählige Gefühle bei mir geweckt und mich am Ende im ersten Moment merkwürdig leer zurückgelassen. Keine Frage, der Roman schmerzt. Was aber umso wichtiger ist, er wirkt nach. Und er schafft ein Bewusstsein dafür, dass etwas passieren muss.
Nach dem Gefühl der Leere kam ein Gefühl der Dankbarkeit. Dafür, dass wir nicht in einem Trockenland leben und so viel Wasser zur Verfügung haben, wie wir benötigen. Anders als schon jetzt so viele Menschen auf dem Rest der Welt. Zum Beispiel in Indien, wo gerade 600 Millionen Menschen bei 45°C keinen Zugang zu Trinkwasser haben. Gerade mit solchen dramatischen, realen Situationen wie dieser vor Augen macht Lundes Roman eindrücklich deutlich, dass das Gut Wasser nicht selbstverständlich und vor allem nicht endlos ist. Allein für dieses Gefühl und dieses Bewusstsein kann ich „Die Geschichte des Wassers“ jeder Leserin und jedem Leser empfehlen.

Luisa Münch  für DEEPWAVE.

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„Das Meer“ von Jules Michelet

Das sehr alte Buch "Das Meer" vor einer alten Zeichnung mir Tiefseelebewesen“Ist dieses wie Blut so salzige Meer, das einen Kreislauf besitzt, einen Puls und ein Herz (wie Maury den Äquator beschreibt) in dem ein Austausch seiner beiden Blutarten stattfindet – ist ein Wesen, dem nichts von all dem fehlt, ein unorganisches Etwas?” – Das Meer

Die poetische, bildgewaltige und faszinierende Beschreibung des französischen Historikers aus dem Jahr 1861 ist eines der eindrucksvollsten Texte über das Meer. Mehr als 150 Jahre nach der Ersterscheinung wirken die detaillierten Erklärungen, die immer mit einer persönlichen, direkten Erzählung verbunden sind, seltsam fremd, aber gleichzeitig zeitlos und beständig wie das Meer selbst.

Auf der einen Seite werden die wilden Küsten der Bretagne und die seichten Sandstrände des Atlantiks auf eine Weise beschrieben, dass jeder, der selbst einmal diese Orte besucht hat, dorthin versetzt wird und in den Worten Michelets verweilen möchte. Eine Seite später versucht er das unerklärte und angezweifelte Phänomen der “Spasmen des Meeres” (bei dem es sich wohl um Tsunamis handelt) durch Hypothesen zu erklären, die bis zu “elektrischen Vorgängen” reichen (die Theorie der Plattentektonik kam erst 50 Jahre später).

Er beschreibt Stürme und seine persönliche Erfahrung damit so, wie wir Menschen den Sturm seit Anbeginn der Zeit und auch in Zukunft wahrnehmen, ein Text, der für immer lesbar bleibt, nur um dann von einem Meer zu berichten, das überfüllt mit Heringen ist. “An manchen engen Durchlässen vermag man nicht mehr zu rudern, das Meer hat sich verfestigt”, schreibt er und geht sogar so weit, dass wir Menschen dem entgegenarbeiten müssen. Diesen Vorschlag haben wir nur allzu wörtlichen genommen. Heute sind ein Drittel aller Fischbestände überfischt, eine Vorstellung fremd für Michelet. 

Für unsere heutige Zeit ist das Werk eine Schatzgrube an Zitaten, so wie das Meer selbst eine Schatzgrube für alles Lebende ist.

“Und so konnte die Wissenschaft denn zu allen sagen: ‘Kommt herbei, Nationen. Kommt, müde Arbeiter, kommt, ihr erschöpften jungen Frauen, Ihr mit den Lastern Eurer Väter geschlagenen Kinder; tritt näher, Du blasse Menschheit. Sagt mir ganz offen, in Gegenwart des Meeres, wessen Ihr bedürft, um Euch wieder aufzurichten. Denn dieses heilende Element, das Euch fehlt – was auch immer es sein möge -, es findet sich im Meer.’”

Heye Groß für DEEPWAVE.

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Underwater Photographer of the Year 2019

Im vierten Jahr des „Underwater Photographer of the Year 2019“ Wettbewerbs wurden tausende Bilder aus verschiedenen Ländern der Welt eingereicht. Auch dieses Jahr geben uns die eindrucksvollen Unterwasseraufnahmen besondere Einblicke in die Welt unseres Blauen Planeten. Sowohl die Schönheit der Meere, als auch die Notwendigkeit sie zu schützen wird durch diese Kunstwerke deutlich.

Gewinner*in der Kategorie „Wide angle“: „Gentle Giants“ von © François Baelen

Gewinner*in der Kategorie „Macro“: „Fast Cuttlefish“ von © Fabio Lardino

Gewinner*in der Kategorie „Marine Conservation“: „Caretta caretta turtle“ von © Eduardo Acevedo

3. Platz in der Kategorie „Marine Conservation“: „Silent Killer“ von © Noam Kortler

Weitere Aufnahmen und Bildbeschreibungen des „Underwater Photographer of the Year 2019“ Wettbewerbs findet ihr hier.

The Guardian

 

 

 

 

Ins Weite, ins Offene

Benefizkonzert für DEEPWAVE e.V. mit VEKTORFELD

 

Samstag, 29. Juni 2019, 20 Uhr

Maria-Magdalenen-Kirche Stübeheide 175, 22337 Hamburg Klein Borstel

Im Kalender speichern 06/29/2019 20:00 06/29/2019 22:00 Europe/Berlin Benefizkonzert – Ins Weite, ins Offene VEKTORFELD für DEEPWAVE e.V. Stübeheide 175, 22337 Hamburg

Aus dem spezifischen Zusammenklang von Streichinstrumenten und  Saxophonen entspringt die eigene Poetik des Quartetts VEKTORFELD.

Vier Instrumente öffnen vielfältige Assoziationsräume: Violine und Cello sind mit der europäischen Kunstmusik verbunden, wogegen das Saxophon erst im Jazz zu seiner charakteristischen Entfaltung  gefunden hat. Klangfarben und Spielweisen durchdringen sich wie im Vektorfeld zu einem oszillierendem Magma und spielen mit Angleichung, Kontrast, Selbstbehauptung und Rollentausch.

Polyphonie ist dabei ein zentrales Element: was in der Renaissance eine vertikale Beziehung von Tonhöhen meinte, verbindet sich im Quartett VEKTORFELD zu einem mehrdimensionalen Geflecht von Tönen und Geräuschen. Klänge unterschiedlicher Provenienz tauchen auf, kreuzen sich, gehen temporäre Allianzen ein, um sich dann wieder zu trennen und ihre eigenen Wege durch die skulpturale Tiefe des Klangraums zu beschreiben. Im freien Spiel konstituiert VEKTORFELD einen selbstdefinierten zeitlichen Raum, in dem sich tönende Pfeile wie Vektoren in alle Richtungen bewegen.

Ulrike Stortz (Stuttgart), Violine

Konzerte als Solistin sowie in diversen Ensembles, wie Ensemble Modern, Musikfabrik, Ascolta, Varianti, Zementwerk. Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen vorwiegend mit zeitgenössischer Musik, Mitwirkung im Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks, im Staatsorchester Stuttgart sowie im Stuttgarter Kammerorchester. Intensive künstlerische und konzeptionelle Arbeit mit dem interdisziplinären Ensemble >gelberklang< und dem daraus hervorgegangenen Helios Streichquartett. Vielfältige pädagogische Tätigkeiten von Instrumentalunterricht bis zur Teamleitung bei Response/neue Musik macht Schule. Initiatorin von Open_Music, einer Initiative zur freien Improvisation mit Kindern und Jugendlichen, die u.a. bereits zweimal den Bundespreis Kinder zum Olymp mit dem Sonderpreis der Deutschen Bank gewonnen hat.

http://ulrikestortz.de/

Ulrike Brand (Berlin), Cello

konzertiert als Solistin auf wichtigen internationalen Festivals für zeitgenössische Musik wie MaerzMusik (Berlin), Epidaurus Festival (Athen), Nuova Consonanza (Rom), Sonopolis (Venedig),Wort&Klang (Gothe -Institut Turin), Melos Etos (Bratislava), Colloqui Internazionali di Nuova Musica (Palermo), Santa Fe Music (USA), Nucleo Musica Nueva (Montevideo), Kohourian Award (Teheran), Skanu Mesz (Riga, Lettland) und vielen mehr. Ulrike Brand spielte zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen, die in ihrem Auftrag entstanden und ihr gewidmet sind. Ihr besonderes Interesse gilt grenzüberschreitenden Projekten in den Bereichen Bildende Kunst , Performance und Videokunst. Darüberhinaus hat sie Auftritte mit frei improvisierter Musik auch auf internationalen Festivals mit Musikern wie Olaf Rupp, Tomomi Adachi, Tony Buck, Giancarlo Schiffani, Edwin Prévost, John Tilbury, Biliana Voutchkova u.a.

http://www.ulrikebrand-cello.com/

Frank Paul Schubert (Berlin), Sopran- und Altsaxophon

Der Saxophonist Frank Paul Schubert lebt seit 1999 in Berlin. Seit Beginn der 90er Jahre war er auf diversen Festivals zu hören. Seine musikalische Orientierung reicht von zeitgenössischem Jazz über kammermusikalische Improvisierte Musik, z.B. im Duo mit dem Pianisten Antonis Anissegos bis zu den abstrakten Klanglandschaften der Band GRID MESH (u.a. mit Andreas Willers; USA/Kanada-Tournee´09). Seit 2006 arbeitet er mit dem Schlagzeuger Günter Baby Sommer zusammen. (CD: “HIC SUNT LEONES“ 2007; „Hic Sunt Leones’s power and finesse make it album of the year material.“, The Wire) Des Weiteren gab es Konzerte/ Tourneen/Produktionen mit Johannes Bauer, Tony Buck, Chris Dahlgren, Tobias Delius, Willi Kellers, Jan Klare, Olaf Rupp, Helmut „Joe“ Sachse, Alexander von Schlippenbach, Harri Sjöström, Clayton Thomas etc.. Konzertreisen führten ihn in die USA, nach Kanada, England, Frankreich, Italien, Österreich, Rumänien, Polen etc.

www.frankpaulschubert.de

Andreas Krennerich (Stuttgart), Sopranino-, Sopran- und Baritonsaxophon

Saxophonstudium an der Musikhochschule Stuttgart ; Konzerttätigkeit  als Saxophonist mit improvisierter und komponierter Musik; Aufnahmen mit dem SWR und zahlreiche CD-Produktionen; Zusammenarbeit mit KünstlerInnen aus anderen Kunstbereichen wie Literatur/Sprache, Tanz, Performance und bildender Kunst, Mitinitiator von nu ART; aktuelle Ensembles unter

www.nuart.org

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