Politik

Um die systematische Zerstörung der Ozeane zu verhindern, müssen wir uns gemeinsam dafür entscheiden.
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Nach 31 Jahren – Japan nimmt kommerziellen Walfang wieder auf

Ein getöteter Wal wird mit einem Netz auf das Fischerboot geladen

© dpa

Japan steigt endgültig aus der Internationalen Walfangkommission aus. Für die Wale ändert sich dadurch nicht viel. 31 Jahre lang hat Japan offiziell keine Jagd auf Wale gemacht, aber eine Lücke in der IWC-Vereinbarung genutzt, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft wurden so jahrelang Tausende Wale getötet, deren Fleisch letztendlich doch zum Verzehr verwendet wurde. Nun wird auch offiziell wieder zu diesem Zweck gejagt, weil der Antrag Japans auf kommerziellen Walfang von der IWC abgelehnt wurde und diese daraufhin einfach aus der Kommission ausgetreten sind, um nicht mehr an die Vereinbarungen gebunden zu sein.

Dabei ist nicht nur in Wissenschaft und Politik inzwischen bekannt, dass Walfleisch so hochgradig mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen aus den Meeren kontaminiert ist, dass angespülte Wale als Sondermüll entsorgt werden müssen. Es gleicht also einem Skandal, dass die japanische Regierung den Verkauf von Walfleisch jetzt ankurbeln möchte, obwohl der Großteil der Bevölkerung dessen Konsum aus den unterschiedlichsten Gründen inzwischen ablehnt.

Tagesschau, 01.07.2019

Jahrelang wurden Wale von japanischen Walfängern offiziell nur zu Forschungszwecken gejagt. Nachdem das Land aus der Internationalen Walfangkommission ausgetreten ist, kehrt es zur kommerziellen Jagd zurück.

Nach 31 Jahren macht Japan in seinen Hoheitsgewässern wieder Jagd auf Wale. Heute stachen Boote aus Häfen der zwei Walfangstädte Shimonoseki und Kushiro für die ersten kommerziellen Jagden seit 1988 in See.

Grund dafür ist der Austritt Japans aus der Internationalen Walfangkommission (IWC), der nach einer sechsmonatigen Frist wirksam wurde. Zuvor kämpfte Tokio jahrelang darum, wieder kommerziell Wale fangen zu dürfen. Im September 2018 scheiterte das Land mit einem Antrag auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang vor der ICW. Tokio hält die Bestände für ausreichend erholt.

In den 1980er-Jahren hatte die IWC ein Jagdverbot wegen schwindender Bestände verhängt. Japan schwenkte damals offiziell auf Walfang zu Forschungszwecken um.

Fischereibehörde legt Fangquoten fest

Tierschützer kritisieren Japans kommerziellen Walfang scharf. Japanische Walfängerverbände hingegen äußerten sich „überglücklich“ und „zutiefst bewegt“. Die Fischereibehörde teilte mit, dass die Fangquote bis zum Jahresende auf 227 Wale festgesetzt worden sei. Auf der Abschussliste stehen demnach 52 Zwergwale, 150 Brydewale und 25 Sei-Wale.

Japan will sich dabei auf seine territorialen Gewässer beschränken. Die bisherige Jagd in der Antarktis, die nach offizieller Darstellung wissenschaftlichen Zwecken diente, will das Land einstellen. Japan hatte bereits seit Jahren eine Lücke in der IWC-Vereinbarung genutzt, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Ein Teil des Fleisches der getöteten Meeresbewohner wurde anschließend zum Verzehr verwendet, woraus Japan nie einen Hehl machte. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Tagesschau

Weitere Informationen zum Walfang:

Japan hat seinen kommerziellen Walfang wieder aufgenommen – Ursachen und Folgen

66. IWC Tagung in Slowenien: Walfang wieder auf dem Prüfstand

Nachruf auf einen Wal

 

 

 

 

Bundesregierung will internationales Exportverbot für unsortierten Plastikmüll

© Rafiq Maqbool/dpa

Allein im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung zugelassen, dass 100 000 Tonnen Plastikmüll nach Malaysia verschifft wurden. Die Umweltministerin, Svenja Schulze, strebt ein Exportverbot für Plastikmüll an, der zu verschmutzt ist, um ihn zu recyceln. Unsere Abfälle sind verantwortlich für schwerwiegende Gesundheits- und Umweltschäden in einigen südostasiatischen Ländern wie zum Beispiel Indonesien, Malaysia und Vietnam.

Süddeutsche Zeitung, 29.04.2019, Autorin: Vivien Timmler

Es hat ein bisschen gedauert, aber nun schließt sich auch die Bundesregierung dem Vorstoß Norwegens an: Deutschland fordert ein internationales Verbot für den Export stark verschmutzter Plastikabfälle. Grund dafür sind Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zufolge die anhaltenden Berichte über die Umweltverschmutzung durch Plastikabfälle in vielen Ländern Südostasiens.

Recherchen verschiedener Umweltorganisationen, aber auch der Süddeutschen Zeitung, haben gezeigt, was mit dem exportierten Plastikmüll aus den USA, Japan oder Deutschland in Ländern wie Malaysia, Vietnam oder Thailand geschieht. Nicht immer wird er von legalen Importeuren ins Land gebracht, teils gelangt er auf illegalen Wegen in die Dörfer – und was von den Firmen vor Ort nicht recycelt werden kann, bleibt einfach in der Gegend liegen. In Malaysia beispielsweise brannten über Monate immer wieder Berge von Plastikmüll unter freiem Himmel, der Gestank von verkohltem Kunststoff lag in der Luft, und neben den Menschen litt auch die Natur unter den verdreckten Böden und Gewässern.

Die Bundesregierung will das künftig verhindern. Europa sei in der Verantwortung, seinen Plastikmüll selbst zu sortieren und möglichst auch selbst zu recyceln, so Schulze. „Dass Plastikabfälle aus Deutschland in Staaten wie Malaysia die Umwelt verschmutzen, ist zwar sicher nicht die Regel, aber wenn es doch passiert, ein unerträglicher Zustand“, sagte Schulze. Was sie jedoch verkennt: Allein nach Malaysia hat Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Tonnen Plastikmüll verschifft, hinzu kommen tonnenweise Exporte nach Indonesien, Thailand und Vietnam. Das mag für Deutschland nur etwa ein Zehntel des gesamten Plastikmüllaufkommens sein, für die Zielländer bedeutet diese Menge jedoch eine gewaltige Belastung. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Süddeutsche Zeitung

Weitere Informationen über Plastikmüllexporte und Müllverschmutzung:

https://www.deepwave.org/das-unternimmt-die-eu-gegen-plastikmuell/

https://www.deepwave.org/nabu-fordert-mehr-anstrengungen-gegen-verpackungsmuell/

https://www.deepwave.org/nabu-fordert-regulierung-von-plastikmuellexporten/

 

 

Britisches Parlament will „Klima-Notstand“ ausrufen lassen

© Dean Moriarty/ pixabay

Großbritannien gibt den Forderungen der Extinction Rebellion nach und ruft den „Klimanotstand“ aus. Die Regierungsberater*innen vom Commitee on Climate Change (CCC) legen der britischen Regierung einen Plan vor, indem sich Großbritannien verpflichten soll bis 2050 klimaneutral zu werden. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Regierung an die Empfehlungen des CCCs gehalten, jedoch ist sie nicht verpflichtet die Vorschläge in die Tat umzusetzen. Selbst wenn Großbritannien dieses Ziel bis 2050 erfüllt, bleibt die Frage offen, ob das wirklich ausreicht, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen…

Klimareporter°, 02.05.2019, Autorin: Susanne Schwarz

Es bewegt sich etwas in Großbritannien: Das britische Unterhaus hat am Mittwochabend einer Vorlage der sozialdemokratischen Labour Party zugestimmt, der zufolge die Regierung den „Klima-Notstand“ ausrufen soll. Zudem wird darin eine „grüne industrielle Revolution“ gefordert, die sich über alle Sektoren erstreckt.

Labour-Chef Jeremy Corbyn eröffnete die Debatte mit der Warnung, dass die Klimaneutralität nach aktuellen Trends erst zum Ende des Jahrhunderts erreicht wäre, „wenn unsere Kinder längst um das Überleben auf einem sterbenden Planeten kämpfen“.

Corbyn griff damit die Rhetorik der Extinction-Rebellion-Bewegung auf, die in den vergangenen zwei Wochen zentrale Verkehrsknotenpunkte in London blockiert hatte, um vor einem Massenaussterben durch den Klimawandel zu warnen. Die Polizei verhaftete mehr als tausend der Aktivisten, schaffte es aber nicht, die Proteste aufzulösen.

Thunberg: „Historisch und hoffnungsstiftend“

Viele bei „Extinction Rebellion“ verbuchen den Beschluss denn auch als Erfolg. „Das wäre ohne unsere Bewegung schlicht nicht passiert“, twitterte etwa die Ortsgruppe Cambridge. „Die Helden, die verhaftet wurden, haben das auf der politischen Agenda nach oben geschoben.“

Die mediale Aufmerksamkeit für den Klimawandel war in den vergangenen Wochen auf jeden Fall außergewöhnlich groß, wie die Denkfabrik Carbon Tracker ermittelt hat. So oft wie in diesem April haben britische Medien den Klimawandel demnach fast noch nie erwähnt. Im vergangenen Jahrzehnt gab es nur einen Monat, in dem das häufiger der Fall war. Das war der Dezember 2009, in dem das geplante Klimaabkommen von Kopenhagen scheiterte. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Klimareporter°

 

„Wir brauchen ein Ministerium zur Rettung der Welt“

© Janine Escher

Die Grünen haben bei der Europawahl die besten Ergebnisse ihrer Geschichte erlangt. Jetzt ist nur fraglich, ob sie wirklich Maßnahmen  ergreifen, um die notwendigen Klimaschutzziele zu erreichen. Ist es zwar wichtig, dass viele Wähler*innen erkannt haben, wie ernst der Notstand des weltweiten Klimas ist, aber jetzt müssen wir und die verantwortlichen Politiker*innen auch handeln. Insgesamt haben sich schon 27 000 Wissenschaftler*innen fachübergreifend zusammengeschlossen für die „Scientists 4 Future“. Die Wissenschaft identifiziert die Probleme des Klimawandels klar und hat konkrete Lösungsvorschläge, was wir und die Politik machen müssen, um die Erde vor der nächsten Heißzeit zu bewahren. Das Greenpeace Magazin veröffentlichte ein Interview mit Volker Quaschning nach der Europawahl, einem der Mitinitiatoren von „Scientists 4 Future“.

Greenpeace Magazin, 28.05.2019, Interviewpartnerin: Svenja Beller

Die Grünen sind die großen Wahlsieger, sie werden im Juli als viertstärkste Kraft ins Europaparlament einziehen. Wird jetzt alles gut?
Nein. Es wird vielleicht ein bisschen besser, weil wir jetzt bei der Klimafrage mehr Druck ausüben können. Aber wir liegen bei den Ausbauzielen der erneuerbaren Energien dramatisch daneben. Nehmen wir mal Deutschland: Die Ziele der Bundesregierung aus dem Koalitionsvertrag sind nicht mal ansatzweise ausreichend, um das Pariser Klimaschutzabkommen einhalten zu können. Und nicht einmal diese Mindestziele hält die Regierung ein. Das heißt, Deutschland versagt doppelt. Da erwarte ich jetzt nicht viel, das hat man ja schon an den Reaktionen der Volksparteien auf die Wahl gesehen. Sie sehen ihr schlechtes Abschneiden als Kommunikationsproblem, und nicht als ein Problem ihrer Politik.

So hat Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident von der CDU, den tiefen Fall seiner Partei bewertet.
Genau. Aber auch bei den Grünen muss man jetzt genau hinschauen. Die sind zwar Gewinner, aber jetzt haben sie auch mehr Verantwortung, es besser zu machen.

„Das Monopol der Macht ist gebrochen“, sagte Margrethe Vestager von den Liberalen angesichts der schlechten Ergebnisse der großen Volksparteien. Können die erstarkten Grünen das Machtvakuum füllen?
Die Grünen haben ja nicht fünfzig Prozent erreicht, sondern in Deutschland nur gut zwanzig und im Europaparlament neun Prozent. Das ist ja keine Mehrheit. Für eine ambitionierte Klimaschutzpolitik müssen sie sich Mehrheiten suchen. Das Machtmonopol ist insofern gebrochen, als dass die Christ- und Sozialdemokraten zum ersten Mal keine absolute Mehrheit mehr haben. Es wird wahrscheinlich nicht ohne die Grünen gehen. Aber auch wenn sie sich beim Klimaschutz beispielsweise mit den Christdemokraten und Liberalen zusammentun, sozusagen in einer Jamaika-Koalition, kann ich mir nicht vorstellen, dass die nötigen Maßnahmen zum Erreichen der Klimaziele auch nur ansatzweise in Angriff genommen werden.

Die EU hat sich vorgenommen ihre CO2-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Ausstoß von 1990 zu senken. Wird das nun realistischer?
Erstmal muss man ja sagen, dass dieses Ziel mit dem Pariser Klimaschutzabkommen nicht kompatibel ist. Wenn die EU sicher unter 1,5 Grad Erderwärmung bleiben will, müssen die Emissionen bereits deutlich vor dem Jahr 2050 bei null liegen. Wenn sie bis 2050 „nur“ um 80 bis 95 Prozent CO2 sinken sollen, müsste man CO2 dann wieder aus der Atmosphäre rausholen. Das heißt, die EU müsste sich über sehr teure und höchst umstrittene Verfahren zur CO2-Abtrennung Gedanken machen. Ob wir diese Konsequenz unseres langsamen Klimaschutztempos wirklich tragen wollen, darüber wird noch gar nicht diskutiert. Wir liegen in der Klimapolitik derzeit so dermaßen daneben, dass wir ganz andere Maßnahmen brauchen. Ein paar wenige Wind- und Solaranlagen aufzustellen, reicht ganz einfach nicht mehr. Die Bereitschaft für viel mehr sehe ich in Deutschland und auch in Europa aber noch nicht. […]

Das gesamte Interview findet ihr hier.

Greenpeace Magazin

Scientists 4 Future

 

Kein Fisch Meer: Deutsche Umwelthilfe, Our Fish und Deepwave fordern ein Ende der Überfischung zum Welttag der Meere


© Finke/DUH

Deutsche Umwelthilfe, Our Fish und Deepwave kritisieren Versäumnis der Politik, Überfischung zu stoppen – DUH fordert Ende der Überfischung und illegaler Fischrückwürfe auf See – Aktion der DUH, Our Fish und Deepwave zum Welttag der Meere vor den Toren der Bundesregierung veranschaulicht verheerende Auswirkungen der Überfischung – Marktschreier prangert zu hohe Fangmengen für Dorsch, Hering & Co. an

Berlin, 4.6.2019: Es bleiben nicht mal mehr sieben Monate, um die Überfischung in unseren europäischen Meeren zu beenden. Zu dieser Frist verpflichteten sich 2013 alle EU-Mitgliedstaaten in der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Kurz vor dem Welttag der Meere am 8. Juni machen die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Our Fish und Deepwave auf die verheerenden Folgen eines nicht nachhaltigen Fischereimanagements aufmerksam. Vor dem Reichstag in Berlin forderten sie die Bundesregierung mit einer bildstarken Aktion auf, die Überfischung bis 2020 zu beenden.

Leere Marktstände auf einem inszenierten abgesagten Fischmarkt verdeutlichen, wie es in Zukunft an der Nord- und Ostseeküste immer häufiger aussehen könnte. Ein einsamer Marktschreier schildert stimmgewaltig, wie es zu den leeren Fischauslagen kommen konnte.

41 Prozent der Fischbestände im Nordostatlantik sind überfischt. Zu diesen Fischpopulationen zählen auch der westliche Hering und der östliche Dorsch in der Ostsee. Diese Populationen sind aktuell in einem sehr schlechten Zustand. Erstmals empfehlen die Wissenschaftler vom Internationale Rat für Meeresforschung 2019 für beide Populationen eine Null-Quote, das heißt einen Fangstopp ab 2020. Auch das Warnemünder Heringsfest wurde bereits in diesem Jahr abgesagt, da es im Frühjahr nicht genug Heringe in der Ostsee gab. Das ist unter anderem das Resultat jahrzehntelanger Überfischung.

„Unsere wichtigsten Speisefischarten in Nord- und Ostsee stehen unter Druck: Überdüngung, Verschmutzung, die Folgen der Klimakrise und die Überfischung machen unseren Meeresökosystemen zu schaffen“, sagt Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer. „Trotz der gesetzlichen Vorgabe, die Überfischung bis 2020 zu beenden, wurden wieder zu viele Fangquoten für 2019 oberhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen festgelegt. Frau Klöckner – es ist fünf vor zwölf und Sie sind als Fischereiministerin verantwortlich für unsere Fischpopulationen. Sorgen Sie für den sofortigen Fangstopp bedrohter Populationen und nachhaltige Fangmengen bis 2020“, fordert Müller-Kraenner weiter.

„2019 muss das Jahr sein, in dem die Fanggrenzen endlich den wissenschaftlichen Empfehlungen entsprechen. Außerdem müssen die EU-Fischereiminister das 2020-Ziel der Gemeinsamen Fischereipolitik ernst nehmen, um die Überfischung in den europäischen Meeren zu beenden“, sagt Rebecca Hubbard, Direktorin der Our Fish Kampagne. „Eigentlich ist es eine einfache Rechnung: Wird zu viel Fisch aus dem Meer geholt, kollabieren die Fischpopulationen und sind dann wirtschaftlich nicht mehr nutzbar. Nur eine nachhaltige Fischerei kann die Widerstandsfähigkeit unserer Fischpopulationen gegenüber den Auswirkungen der Klimakrise stärken und führt zu höheren wirtschaftlichen Erträgen und somit zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Fischerei und den Küstengemeinden.“

Anna Groß, CEO der Meeresschutzorganisation Deepwave: „Überfischung ist nicht nur ein ökonomisches Problem. Sie zeigt deutlich unseren völlig falschen Bezug zu den Meeren. Wir behandeln sie als auszuschöpfende Ressource, als Wasserstraße, als Entsorgungsdeponie. Ohne uns darüber im Klaren zu sein, dass wir so zielstrebig auf das Kippen unserer Meere zusteuern. Die derzeitige Fischerei ist verschwenderisch und zerstört eine gemeinschaftliche Ressource. Sie kann dies nur tun, weil sie durch eine Politik gedeckt wird, die unseren Meeren nicht genug Zeit gibt, um sich zu regenerieren. Trotz der seit Januar 2019 vollumfänglichen Anlandungspflicht werden für den täglichen Konsum unvorstellbare Mengen an Meereslebewesen als ungewollter Beifang zurück ins Meer geworfen und wie Abfall behandelt.“

Über Our Fish

Die europäische Initiative Our Fish will sicherstellen, dass die EU-Mitgliedstaaten die Gemeinsame Fischereipolitik umsetzen und für nachhaltige Fischbestände in den europäischen Meeren sorgen. Die Deutsche Umwelthilfe koordiniert die Our Fish-Kampagne in Deutschland.

Über Deepwave

Die Meeresschutzorganisation mit Sitz in Hamburg setzt sich regional und international für den Schutz der Ozeane und ihrer Bewohner ein. Deepwave setzt sich für ein geschärftes Bewusstsein für den globalen Zusammenhang der Gefährdungen des Wasserplaneten ein, denn nur so kann das gemeinsame Erbe des Weltmeeres für künftige Generationen erhalten werden. Die essentielle Problematik der Überfischung auf der Agenda zu halten, ist eine der Aufgaben von Deepwave.

Links:

Kontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Anna Groß, CEO Deepwave
040 4609 1461, deepwave.annagross@gmx.de

Katja Hockun, Projektmanagerin DUH
030 2400867-895, hockun@duh.de

Rebecca Hubbard, Programmdirektorin Our Fish
+34 657669425, rebecca@our.fish

DUH-Pressestelle:

Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe,www.instagram.com/umwelthilfe

 

 

 

Abschlusserklärung scheitert an den USA


©AFP

Der Arktische Rat, bestehend aus den Staaten: USA, Kanada, Island, Dänemark, Russland, Norwegen, Finnland und Schweden, konnte sich zum ersten Mal in der Geschichte dieses Gremiums nicht auf eine Abschlusserklärung einigen. Die Erdwärmung in der Arktis schreitet doppelt so schnell voran wie in anderen Regionen. Trotzdem versuchte die USA im Abschlussstatement des Arktischen Rats auf die Erwähnung des Klimawandels und des Pariser Klimaschutzabkommen zu verzichten.

Tagesschau, 07.05.2019

Der Klimawandel bedroht die Arktis, weckt aber auch Begehrlichkeiten. Im Arktischen Rat warnten die USA nun die Konkurrenten – und verhinderten offenbar mit ihrem Widerstand gegen das Wort „Klimawandel“ eine Abschlusserklärung.

Eigentlich sind Umweltschutz und Nachhaltigkeit traditionell zentrale Anliegen des Arktischen Rates – aus gutem Grund: Nirgendwo vollzieht sich der Klimawandel so schnell wie hier. Wissenschaftlern zufolge schreitet die Erderwärmung in der Arktis doppelt so schnell voran wie in anderen Regionen.

Doch ausgerechnet jetzt konnte sich das Gremium, dem die acht Anrainerstaaten der Arktis angehören, nach einem Treffen im finnischen Rovaniemi nicht wie üblich auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen. Zwar sei ein Dokument unterschrieben worden, sagt ARD-Korrespondent Christian Stichler – doch sei es keine Erklärung im ursprünglichen Sinne, sondern lediglich ein Statement. „So etwas hat es in der mehr als 20-jährigen Geschichte des Arktischen Rates noch nicht gegeben.“ […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Tagesschau: https://www.tagesschau.de/

Dorschbestand in der östlichen Ostsee kollabiert – Umweltverbände fordern sofortigen Fangstopp


© Vlada Z / Fotolia

Pressemitteilung, 11.04.2019 von der Deutschen Umwelthilfe (DUH)

Internationale Fischereiwissenschaftler berichten über alarmierenden Zustand des östlichen Dorschbestands in der Ostsee – Umweltorganisationen fordern Fischereiminister aller EU-Ostseestaaten zu sofortigem Fangstopp auf

Berlin, 11.4.2019: Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) befindet sich der östliche Dorschbestand in der Ostsee in einem so kritischen Zustand, dass er selbst nach einem sofortigen Fangstopp noch immer im roten Bereich bliebe.

Bereits seit Jahren warnen Wissenschaftler davor, dass der östliche Dorschbestand in Gefahr ist. Besonders besorgniserregend sind die geringe Bestandsgröße und das unzureichende Nahrungsangebot. Im Januar dieses Jahres präsentierten Wissenschaftler Daten von Forschungsfahrten in der östlichen Ostsee aus 2018. Das alarmierende Ergebnis: Oft blieben die Fangnetze weitestgehend leer.

Angesichts der aktuellen Bestandslage fordern die fünf Umweltverbände Coalition Clean Baltic, Deutsche Umwelthilfe, Oceana, Our Fish und WWF:

„Der neue ICES-Bericht sowie die Daten der Forschungsfahrten in der Ostsee von 2018 liefern schockierende Beweise für die verheerend geringe Populationsgröße, auf die der östliche Dorschbestand geschrumpft ist. Die Fischereiminister der Ostseestaaten und die Europäische Kommission müssen unverzüglich Sofortmaßnahmen ergreifen und den Fischfang stoppen. Andernfalls tragen sie Verantwortung für das kommerzielle Aussterben des Dorsches in der östlichen Ostsee.“ […]

Die vollständige Pressemitteilung findet ihr hier.

Deutsche Umwelthilfe: https://www.duh.de/

 

 

NABU fordert Regulierung von Plastikmüllexporten

Pressemitteilung, 23.03.2019 vom NABU

Berlin – Anlässlich der Tagung der Vertragsparteien des Basler Übereinkommens in Genf (ab 29. April) fordert der NABU eine strengere Regulierung von Plastikmüllexporten aus Deutschland.

Jährlich werden gut eine Million Tonnen Plastikabfälle von Deutschland ins Ausland exportiert. Dies entspricht etwa einem Sechstel des insgesamt in Deutschland erzeugten Plastikabfalls. In Folge der chinesischen Importrestriktionen wird der Abfall seit vergangenem Jahr verstärkt in südost- und südasiatische Länder wie Malaysia, Indien oder Indonesien verschifft. Allein diese drei Länder nahmen 2018 mehr als ein Viertel der deutschen Exporte auf. Durch Medienberichte und NGO-Arbeit wurde nachgewiesen, dass nur ein Teil dieser Exporte in den Zielländern recycelt wird. Der Rest wird unter niedrigen Umweltstandards verbrannt oder deponiert.

„Die Folge sind schädliche Emissionen durch die Verbrennung sowie Einträge von Plastik in die Natur, Gewässer und letztlich ins Meer“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Nicht nur die Umwelt, auch die lokale Bevölkerung leide unter den Belastungen, wenn Luft, Böden und Gewässer vor Ort verschmutzt werden. „Länder wie Malaysia werden als Müllkippe für Plastikabfälle aus der sogenannten entwickelten Welt missbraucht“, so Miller.

Das internationale Basler Übereinkommen regelt die grenzüberschreitende Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung. Der NABU fordert, dass das Übereinkommen dahin gehend angepasst wird, dass Plastikabfall niedriger Qualität nicht mehr in Länder mit geringen Entsorgungs- und Recyclingstandards exportiert werden kann. Der NABU unterstützt den Vorschlag Norwegens, gemischte oder verunreinigte Plastikabfälle, die nicht oder nur schwer recycelbar sind, zur Gruppe von Abfällen, die besonderer Prüfung bedürfen, zuzurechnen. In der EU würde diese Klassifizierung aufgrund der geltenden EU-Abfallverbringungsverordnung einem Verbot von Exporten jener Plastikabfälle in Nicht-OECD-Länder gleichkommen. […]

Die vollständige Pressemitteilung findet ihr hier.

NABU: https://www.nabu.de/

 

 

 

 

Lärmschutz für Wale

© Getty Images

Die US-Regierung will mit Luftkanonen unter Wasser nach Öl und Gas suchen – und streitet ab, dass Tausende Wale und Delfine darunter leiden würden. Die Schallwellen halten die Meeresbewohner nicht nur von der Nahrungssuche ab, sondern verursachen schwere Gehörschäden und innere Verletzungen, die zu Taubheit oder gar zu Gehirnblutungen und zum Tod führen. Umweltschützer*innen hilft jetzt womöglich nur noch die Taktik, die ein demokratischer Abgeordneter bereits im Parlament angewendet hat.

Süddeutsche Zeitung, 01.04.2019, Autorin: Michaela Haas

Das Problem: Um Öl- und Gasvorkommen aufzuspüren, genehmigt die Trump-Regierung an den Küsten Unterwassersprengungen, die Wale und Delfine gefährden.

Die Lösung? Die Umstellung auf erneuerbare Energien. Und bis dahin alle zehn Sekunden ein Donnerhall vor dem Weißen Haus.

Der März war kein guter Monat für Wale: Auf den Philippinen wurde ein toter Wal angeschwemmt, der an unglaublichen 40 Kilo Plastik im Magen erstickt war, in Mexiko zählen die Forscher nur noch weniger als zwei Dutzend Exemplare der kleinen Vaquita-Wale, die damit praktisch keine Überlebenschance mehr haben. Und fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Trump-Regierung beschlossen, nun auch den Walen vor der amerikanischen Ostküste das Leben schwer zu machen. Denn das Moratorium ist abgelaufen, das bis 2017 Ölbohrungen vor der Atlantikküste verhinderte.

Bei all den vielen Skandalen der Trump-Regierung geht im Twitter-Gewitter unter, dass Trump und die amerikanische Öl- und Kohlelobby ständig Umweltschutzprogramme außer Kraft setzen.

Während sich überall auf der Welt Menschen um den Schutz der Wale bemühen, geht die Trump-Regierung den umgekehrten Weg: Sie will an der Ostküste der USA wieder seismische Tests zulassen, auch Unterwassersprengungen genannt. An der Atlantikküste von Delaware bis Florida sollen Schiffe nun sogenannte »Air Canons« hinter sich herziehen, also Luftkanonen, die Druckluft in den Meeresboden schießen. Das heißt: Alle 10 Sekunden werden Unterwasserkanonen feuern, um mit dem Echo Öl- und Gasvorkommen auf dem Meeresboden aufzuspüren – zum Schaden der Wale und Delfine. Denn die verlassen sich bekanntlich auf ihr Gehör, um sich zu orientieren, zu kommunizieren und Nahrung zu finden.

Der Lärm ist bis zu 100.000 Mal lauter als ein Düsenflugzeug. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/

Klimaaktivisten legen Forderungen an deutsche Politik vor

Die „Fridays for Future“-Bewegung kämpft weiter. Zum ersten Mal stellen die Klimaaktivist*innen in Deutschland konkrete Forderungen an die Politik. Die Regierungen werden auf Kommunal-, Landes-, und Bundesebene aufgefordert die Klimakriese als solche auch zu benennen. Zu den Forderungen gehören auch der Kohleausstieg bis 2030, 100% erneuerbare Energieversorgung  und ein Nettonull in der Treibhausgasbilanz bis 2035. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Wissenschaftler*innen haben sie ein Grundsatzpapier mit ihren Forderungen ausgearbeitet, damit die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten und die globale Erwärmung auf unter 1,5 °C zu begrenzen ist.

ZEIT ONLINE, 08.04.2019

Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future in Deutschland haben erstmals konkrete Forderungen für mehr Klimaschutz vorgestellt. In der Bundesrepublik müssten die Treibhausgasemissionen bis 2035 auf netto null sinken, teilten die Aktivistinnen und Aktivisten mit. Zudem müsse der Kohleausstieg bis 2030 erfolgt sein. Bis 2035 solle gänzlich auf eine erneuerbare Energieversorgung umgestellt werden.

Die Schülerinnen und Schüler riefen die Bundesregierung dazu auf, ihre Forderungen umzusetzen, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten und die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. „Die Klimakrise stellt für die Stabilität der Ökosysteme unseres Planeten und für Millionen von Menschen eine existenzielle Bedrohung dar“, teilten die Aktivistinnen und Aktivisten mit. Eine ungebremste Erderwärmung sei eine „enorme Gefahr“ für Frieden und Wohlstand weltweit.

Deshalb sei es notwendig, Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Deutschland müsse schon 2019 die Subventionen für fossile Energieträger beenden, fordert die Bewegung. Zudem sollte noch in diesem Jahr ein Viertel der Kohlkraftwerke abgeschaltet und der Ausstoß aller Treibhausgase durch eine hohe Besteuerung stark verteuert werden. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

ZEIT ONLINE: https://www.zeit.de/index

Forderungen von „Fridays for Future“: https://fridaysforfuture.de/forderungen/

Weitere Informationen über „Fridays for Future“:

https://www.deepwave.org/schuelerstreik-organisatorin-luisa-neubauer-im-interview/

https://www.deepwave.org/klimastreikende-fangen-bei-sich-an/

https://fridaysforfuture.de/

 

 

 

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