Politik

Um die systematische Zerstörung der Ozeane zu verhindern, müssen wir uns gemeinsam dafür entscheiden.
Jeder für sich und alle zusammen als Teil von Politik und Wirtschaft.

NABU Pressemitteilung: Minensprengung im Meeresschutzgebiet katastrophal für Natur

Auf dem offenen Meer hat gerade eine Exlpsosion stattgefunden. Eine riesige Wasserfontäne schießt aus dem Wasser

© NDR | Peter Sorge

In der Nord- und Ostsee liegen die Altlasten der Weltkriege, etwa eine Million Tonnen alte Bomben schlummern dort auf und im Meeresgrund. Einst wurden sie einfach ins Blaue Regal entsorgt, wie es so schön hieß, heute sind sie für Mensch und Tier eine tickende Zeitbombe. Werden sie gefunden, müssen sie entschärft werden, indem man sie zur Detonation bringt. Was erst kürzlich unter skandalösen Umständen vor Fehmarn geschah. Denn Hauptleidtragende solcher Detonationen sind diejenigen Tiere, die ein besonders empfindliches Gehör haben, wie die bei uns heimische Walart, der Schweinswal.  Dort sprengte die deutsche Bundesmarine gemeinsam mit NATO-Partnern Seeminen in die Luft – und zwar auch innerhalb von Schutzgebieten und zur sensibelsten Geburtenzeit der Schweinswale. Ohne Einsatz von technischen Schallschutzmaßnahmen und ohne Einbindung der zuständigen Naturschutzbehörden. Hier besteht also dringender Handlunsgbedarf, politischer Wille ist gefragt und unser aller Einsatz, dass diese Form der Zerstörung der Meere ernst genommen wird, bevor es zu spät ist für die Lebewesen, deren Zuhause die Meere sind.

NABU-Pressemitteilung vom 23.11.2019 zu den Sprengungen bei Fehmarn:

Im August sprengte die Bundesmarine bei einem NATO-Manöver 42 Grundminen in der deutschen Ostsee, 39 davon im Naturschutzgebiet Fehmarnbelt. Der NABU verurteilte das Vorgehen scharf und kritisierte die fehlende Einbindung der Naturschutzbehörden als Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellte daraufhin eine Kleine Anfrage mit dem Titel „Sprengungen von Munitionsaltlasten und Kampfmitteln in Meeresschutzgebieten“ an die Bundesregierung. Nach mehr als sechs Wochen kam eine erste sehr vage Antwort. Dazu NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

„Die Antwort der Bundesregierung offenbart die ganze Katastrophe der Sprengungen: Mitten in einem Meeresschutzgebiet hat jede Mine einen fünf Meter breiten und 1,5 Meter tiefen Krater in streng geschützte Riffe gerissen. In einem Umkreis von jeweils zehn bis 30 Metern wurde alles Leben vernichtet. Noch weiß niemand, wie viele Schweinswale tatsächlich während der Fortpflanzungszeit verletzt oder getötet wurden. 18 Totfunde dieser streng geschützten Meeressäuger sind im fraglichen Zeitraum bekannt geworden. Der Vorfall ist unerträglich und offenbart das Ignorieren geltenden Naturschutzrechts und unzureichende Umweltstandards der Marine ebenso wie das Komplettversagen der Politik im Umgang mit dem Problem der Kriegsaltlasten.“

Die Lage der Grundminen war den verantwortlichen Behörden seit 2016 bekannt. Das vorgeschobene Argument der Bundesregierung, die Sprengung im Sommer 2019 böte die „sofortige Möglichkeit zur Abwehr von Gefahr für Leib und Leben“ greift nach Ansicht des NABU daher nicht. Das Nato-Manöver sei vermutlich eher eine gute Gelegenheit gewesen, kostengünstig zu sprengen und aufwändige Abstimmungsprozesse mit Naturschutzbehörden zu umgehen.

Mehr als 1,6 Millionen Tonnen Weltkriegsmunition liegen als tödliches Erbe in der deutschen Nord- und Ostsee. Die Munitionshülsen korrodieren und gefährliche Giftstoffe reichern sich in der Meeresflora und -fauna an und erreichen über die Nahrungskette auch den Menschen. Zuletzt hatte die Umweltministerkonferenz den Beschluss gefasst, ein gemeinsames Konzept zur Munitionsräumung zu erarbeiten.

„Wider besseren Wissen drückt sich die Bundesregierung vor ihrer Verantwortung. Doch die vage Antwort, dass ressortübergreifende Abstimmungsprozesse und Verwaltungsverfahren überprüft und weiterentwickelt werden sollen, macht ein wenig Hoffnung auf einen Sinneswandel. Es ist Zeit für ein effektives Bündnis von Bund und Ländern. Die Wissenschaft hat geliefert, die umweltschonende Räumungstechnik ist da. Jetzt brauchen wir die Strukturen und das Geld für eine verantwortungsvolle nationale Strategie im Umgang mit den Munitionsaltlasten“, so Miller.

Hier findet ihr die gesamte NABU-Pressemitteilung

Weitere Hintergrundinformationen findet ihr beim Nabu.

 

Italien führt das Schulfach „Klimawandel“ ein

Eine Fotografie aus einer Schulklasse. Ein Mädchen meldet sich mit erhobenem Finger. Im Hintergrund sieht man etwas unfokusiert eine Kreidetafel, vor der ein Lehrer steht. Vor der Tafel sitzen noch weitere Kinder an ihren Tischen

© Stuttgarter Zeitung | dpa

Klimawandel und nachhaltige Entwicklung – so soll das neue Schulfach heißen, das ab dem nächsten Schuljahr in Italien unterrichtet wird. 33 Stunden im Jahr, also eine in der Woche, werden die Themen rund um Erderwärmung und Nachhaltigkeit den Schüler*innen nähergebracht. Somit ist Italien das erste Land weltweit, das diesen Schritt gehen wird. Dies beschloss der Bildungsminister Lorenzo Fioramonti. Bereits im September hatte Fioramonti die italienischen Schüler dazu ermutigt, auf die Klimademonstrationen anstatt in den Unterricht zu gehen, wofür ihn die Opposition stark kritisierte.
Das Fach soll in jeder Klassenstufe von Grundschule bis Abitur unterrichtet werden, wobei natürlich der Schwierigkeitsgrad und die Komplexität dieses Themas an die jeweiligen Stufen angepasst werden. So schrieb der „Spiegel“ letzten Mittwoch:

Kinder im Alter von sechs bis elf könnten sich künftig zum Beispiel mit verschiedenen Kulturen in Bezug auf ihre Umwelt auseinandersetzen, sagte Fioramonti der „New York Times“. Gymnasiasten würden sich hingegen eher mit der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung befassen, also unter anderem damit, wie man nachhaltig lebt oder die Ozeane vor Verschmutzung schützt.

Doch nicht allein im neuen Schulfach, sondern auch in den bestehenden Fächern wie Geographie, Physik und Mathematik wird das Thema Klimawandel zukünftig wohl stärker eingebracht.
„Das gesamte Bildungsministerium wird verändert, um Nachhaltigkeit und Klima zentral in unserem Bildungssystem zu verankern“, so Fioramonti.

Verankerung in Bildung und Gesellschaft

Mit dem neuen Schulfach  wird Nachhaltigkeit und Klima jedoch nicht nur in der Bildung verankert, sondern auch in der Gesellschaft. Den Themen wird mehr Raum zur Diskussion gegeben, wodurch sich hoffentlich auch etwas in Politik und Industrie verändern wird. Darum sprechen wir uns für das Fach „Klimawandel und nachhaltige Entwicklung“ auch in Deutschland und in anderen Ländern aus. Anstatt zu diskutieren, wie die Schüler:innen wegen ihres „Schulschwänzens“  am Freitag am besten abgemahnt werden könnten, sollte das Thema Globale Erwärmung in den Curricula ernstgenommen und der faktischen Komplexität angemeseen ausführlich unterrichtet werden. Nur wenn sich die Gesellschaft wirklich mit diesem Thema auseinandersetzt, kann auch gehandelt werden.

Quelle: Spiegel online

Fangquoten 2020 für die Ostsee – nicht ausreichend, aber besser als erwartet

© Coalition Clean Baltic

„Same procedure as every year“: Der Internationale Rat der Meeresforschung (ICES) legte der EU auch in diesem Jahr die Empfehlungen für die Fangquoten 2020 in Europäischen Meeren vor. Diese Empfehlungen basieren auf wissenschaftlich fundierten Berechnungen, die eine nachhaltige Fischerei der Bestände möglich machen. Eine empfohlene Fangquote ist so festgelegt, dass, wenn sie eingehalten wird, sichergestellt wird, dass ein Bestand nachhaltig befischt wird. Das heißt, dass nur maximal so viel Fisch gefangen wird, wie auch durch Fortpflanzung „nachwachsen“ kann und so der Bestand nicht weiter schrumpft. So die Theorie. Meist werden in den langen Verhandlungen der Fischereiminister die empfohlenen Fangquoten dann doch ein bisschen oder auch in großem Maße überschritten.  Diese Praxis wird auch seit 2013 fortgesetzt, wo mit der Gemeinsamen Fischereipolitik (Common fisheries policy) der EU ein Ende der Überfischung bis 2020 (also de facto in zwei Monaten) beschlossen wurde. Dennoch gelten in der EU 41% der Fischbestände als überfischt. In der Ostsee hat sich die Situation in den letzten Jahren noch dramatisch verschlechtert. Während 2013 vier von acht kommerziell genutzten Arten als überfischt galten, waren es 2017 schon sieben. Und dennoch werden höhere Fangquoten festgelegt als von den Experten des ICES empfohlen.

In den meisten Fällen wurde bei den diesjährigen Verhandlungen der Rat des ICES umgesetzt (z.B. Östlicher Dorschbestand und Scholle). Zwar einigte man sich auch darauf, die erlaubten Fangmengen für  den westlichen Hering und westlichen Dorsch drastisch zu senken, um 60 bzw. 65%, doch entspricht das nicht den Empfehlungen des ICES, welcher 68 bzw. 71% Absenkungen gefordert hatte. Dazu erklärte das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft): „Mit der Einigung haben wir eine Balance zwischen der Wiederherstellung unserer Fischbestände und der Abfederung der gravierenden Auswirkungen auf unsere Fischer gefunden. Immerhin konnten wir erreichen, dass die Kürzungen bei den Herings- und den Dorsch-Quoten in der westlichen Ostsee gegenüber dem Kommissionsvorschlag nicht ganz so stark ausfallen.“  Da sich mit einer Überschreitung der vorgeschlagenen Quote (also dem Maximum, was entnommen werden darf, um einem weiteren Sinken der Bestände vorzubeugen) die Situation der Fischer auch in Zukunft nicht verbessern dürfte, darf man der obigen Aussage eine sehr kurzfristiges Denken unterstellen.

Es gibt aber auch durchaus optimistische Nachrichten für den Fisch und die Fischer:

  • Der östliche Dorschbestand, der sich in einem kritischen Zustand befindet, ist nur als Beifang erlaubt, Ausnahmen für die kleine Küstenfischerei unter 12 Meter Länge sind vorgesehen.
  • Für einige Bestände wurden Schutzzeiten festgelegt, in denen sie nicht befischt werden dürfen
  • Andere ebenfalls für die dramatische Situation der Fische in der Ostsee verantwortliche Faktoren, wie z.B. der Klimawandel, die Verschmutzung der Ostsee und die Eutrophierung aufgrund von Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft, sollen gründlich untersucht werden. Dies soll helfen, den Einfluss der Fischerei auf den Zustand der Bestände, genauer bewerten zu können.
  • Möglichkeiten zur Förderung einer vorübergehenden und dauerhaften Stilllegung von Fischereifahrzeugen werden geprüft.

So bleibt zu hoffen, dass sich in den nächsten Jahren das Umdenken fortsetzt und auf einen nachhaltigen Umgang mit unseren Meeren statt auf kurzfristigen wirtschaftlichen Fischereierfolg gesetzt wird. Um selber etwas dafür zu tun, Überfischung noch schneller zu beenden, kann man zum einen weniger oder gar keinen Fisch mehr essen,  zum anderen diese Petition von Our Fish gegen Überfischung in der EU unterschreiben.

Franziska Bils für DEEPWAVE

Quellen und weitere Information zu diesem Thema findet ihr beim WWF, bei der Coalition Clean Baltic, beim BMEL, bei der Europäischen Kommission und auf unserer DEEPWAVE website.

Meeresschutz ist Klimaschutz – Über 50 NGOs unterzeichnen offenen Brief an die EU

Nahaufnahme der Meeresoberfläche mit Lichtreflektionen. Darüber die Sätze: Worried about climate breakdown? There is an ocean of solutions

© climateocean

Der IPCC-Sonderbericht  über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima hat sehr deutlich gemacht, wie bedroht die Meere durch den Klimawandel sind. Die Ozeane haben eine tragende Rolle im Klimaschutz durch ihre Fähigkeit, CO2 und Wärme aufzunehmen (bisher haben sie schon 90% der anthropogenen Erwärmung absorbiert). Doch der Klimawandel geht nicht spurlos an den Ozeanen vorbei. Die Meeresökosysteme leiden unter anderem an Versauerung, Temperaturerhöhung, Sauerstoffarmut und Änderungen in den Meeresströmungen. Dies hat auch große Auswirkungen auf die Fische und andere Meeresbewohnen in unseren Meeren. Weitere, durch den Menschen verursachte Stressoren, tragen dazu bei, die Meeresumwelt unter Druck zu setzen. So haben sich zwar schon 2014 alle EU-Länder mit der Gemeinsamen Fischereipolitik, dazu verpflichtet, die europäischen Fischbestände bis spätestens 2020 nachhaltig zu bewirtschaften. Dennoch sind noch immer über 40% der Fischbestände in EU-Gewässern überfischt. Doch nur mit intakten Ökosystemen können die Ozeane ihre Fähigkeit beibehalten, die Folgen des Klimawandels abzupuffern.

Daher haben nun, in Anlehnung an den am 25.September 2019 veröffentlichten IPCC-Sonderbericht SROCC, insgesamt  52 europäische NGOs, unter anderem auch DEEPWAVE, einen offenen Brief an die Europäische Kommission unterzeichnet. Dieser ist an die aktuellen sowie zukünftigen Präsidenten der EU adressiert und darin sind  klare Forderung enthalten, wie die Europäische Union dazu beitragen muss, den Meeresschutz endlich aktiv voranzutreiben.

Forderungen der NGOs für effektiven Schutz der Ozeane

  1. Ein Ende der Überfischung und der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei (IUU-Fishing). Alle EU-Institutionen und Mitgliedstaaten müssen die Vorgaben der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU vollständig umsetzen und durchsetzen, insbesondere die Frist für die Beendigung der Überfischung bis 2020.
  2. Ein wirksamen Abkommen zum Schutz der Hohen See bis Ende 2020.
  3. Mindestens 30% Prozent des Ozeans müssen bis Ende 2030 zu wirksamen und effektiv gemanagten Schutzgebieten werden. Die übrigen 70% müssen nachhaltig bewirtschaftet werden.
  4. Die Tiefsee muss durch ein Tiefseebergbau- Moratorium geschützt werden.

Die Beendigung der Überfischung und effektiv gemanagte Meeresschutzgebiete sind wesentliche Klimaschutzmaßnahmen, welche marine Lebensräume und die biologische Vielfalt schützen, zur Regeneration von Fischbeständen und marinen Nahrungsnetzen beitragen, die Bedingungen für die Kohlenstoffaufnahme verbessern und die Widerstandsfähigkeit der Ozeane gegen die Folgen des Klimawandels erhöhen werden. Auch die Tiefsee spielt eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels durch die Aufnahme und Speicherung von CO2. Durch die Aufnahme von überschüssiger Wärme verlangsamt die Tiefsee die Erwärmung an Land. Doch die Tiefsee ist ein empfindliches und weitgehend unerforschtes Gebiet, in dem Folgen durch gravierende menschliche Eingriffe nicht vorhersehbar sind. Sicher ist nur, dass der Tiefseebergbau Giftstoffe, Lichtverschmutzung und Lärm erzeugen wird, was zu einem dauerhaften Verlust der biologischen Vielfalt führen und das Meeresleben weit über die eigentlichen Abbaustätten hinaus beeinflussen könnte. Das Europäische Parlament nahm 2018 einen Beschluss an, welcher ein Moratorium für gewerbliche Förderlizenzen für den Tiefseebergbau fordert, bis die Risiken für die Meeresumwelt vollständig verstanden sind. Die EU muss zu ihren Verpflichtungen stehen, wirksame Maßnahmen durchzusetzen, um die Ozeane und damit auch das Klima zu schützen.

Franziska Bils für DEEPWAVE

Der offene Brief kann auf der Seite von climateocean heruntergeladen werden

Quellen: https://www.climateocean.com/2019/09/25/over-50-ngos-call-on-eu-leaders-to-protect-ocean-as-climate-action/

IPCC-Sonderbericht: Folgen des Klimawandels auf Ozeane und Eisgebiete

Eine Aufnahme halb unter und halb über Wasser. Unter Wasser ist Teil eines Riffs zu sehen mit einer Sepia im Vordergrund, weiter im Hintergrund ein freie Wasserfläche mit einem größeren Raubfisch und etwas verschwommen ein Fischschwarm. Über Wasser ist eine bewaldete flache Insel zu sehen und weiter im Hintergrund eine Großstadt an der Küste.

© IPCC

Sonderbericht des Weltklimarates IPCC prognostiziert gravierende Folgen für die Ozeane und Eisgebiete

Wir alle wissen, dass es viele Bereiche gibt, die vom Klimawandel betroffen sein werden. Korallenriffe werden verschwinden, die Biodiversität schwinden und auch die Landwirtschaft und die Gesellschaft insgesamt wird die gravierenden Veränderungen zu spüren bekommen. Der neue Sonderbericht des Weltklimarates IPCC „Special Reports on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate (SROCC)“ („IPCC-Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima.“), der am 25. September 2019 in Monaco veröffentlicht wurde, stellt die Auswirkungen des Klimawandels auf Ozeane und Kryosphäre (die gefrorenen Teile unserer Erde, wie z.B. Gletscher und Pole) dar; auch welche Auswirkungen das speziell auf die Menschen auf diesem Planeten innerhalb dieses Jahrhunderts haben wird. Leider macht dieser Bericht deutlich, dass es schlimmer kommen kann als bisher erwartet. Nicht nur für die Ozeane, sondern auch für uns Menschen, wenn nichts unternommen wird, um den Ausstoß von CO2 und anderer schädlicher Treibhausgase schnell und drastisch zu reduzieren.

Kurz und bündig lassen sich die Konsequenzen so zusammenfassen:

Weniger Permafrost, mehr Methan in der Atmosphäre

Weniger Frischwasser durch Schmelzen der Gletscher

Eis an den Polen schwindet

Der Meeresspiegel steigt immer schneller

Die Erde wird salziger durch den Meeresspiegelanstieg

Die Ozeanerwärmung und –versauerung wird weiter fortschreiten

Insgesamt wurden für den Bericht mehrere Tausend Studien von über 100 Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen ausgewertet. Zumeist wurden die Folgen für das sogenannte „Business-as-usual-Szenario“ und das „Best-case-Szenario“ dargestellt. Ersteres bedeutet, dass keine Maßnahmen zur CO2-Reduktion getroffen werden, was eine Erhöhung der mittleren globalen Temperatur von 4,3°C bis zum Ende dieses Jahrhunderts bedeuten würde. Nach dem „Best-case-Szenario“ würde es die Menschheit schaffen, den CO2 Ausstoß soweit zu senken, dass eine Erwärmung von weniger als 2°C noch zu erreichen ist.

Neben den Konsequenzen für Ozeane, die Kryosphäre und die Menschen werden aber auch die Herausforderungen dargestellt, diese abzumildern. So sind beispielsweise viele der Nationen von den Folgen am stärksten bedroht, die die wenigsten Kapazitäten haben, auf diese Folgen zu reagieren oder sie zu vermeiden. Aber noch gibt es Möglichkeiten, diese Folgen in Teilen einzudämmen, indem Maßnahmen getroffen werden, die zum einen das Klima und die Ozeane schützen als auch die Folgen des Klimawandels abmildern. So wird zum Beispiel aufgeführt, dass die Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern sowohl CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen wird, zu einem Anstieg der Biodiversität führt und auch für verstärkten Küstenschutz sorgt. Der Bericht stellt heraus, dass alle Möglichkeiten, auch technische wie Frühwarnsysteme für Fluten oder ähnliches wichtige Hilfsmittel in der Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind und dass die ökonomischen Folgen/Kosten weitaus höher sein werden, wenn jetzt nichts unternommen wird, als für Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden können und müssen, um die Temperaturerhöhung einzudämmen.

Von unserer Seite möchten wir unseren großen Respekt ausdrücken für die Wissenschaftler*innen und alle, die es möglich gemacht haben, diesen Bericht zu veröffentlichen, für das unermüdliche Arbeiten und Forschen an den Folgen des Klimawandels und am Erarbeiten von Lösungsmöglichkeiten. Wir von DEEPWAVE tragen unser Möglichstes dazu bei, diese Botschaft weiter zu verbreiten und Bewusstsein für ein schnelles und effizientes Handeln zu schaffen.

Franziska Bils für DEEPWAVE

Quellen: IPCC „Special Reports on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate (SROCC)“„Summary for Policymakers“ und Zeit online (25.9.2019) Sonderbericht zum Klimawandel: Die Erde versinkt in Wasser und Salz

Ein Video über die Folgen einer Erwärmung um 4°C könnt ihr auf unserem blog anschauen.

 

Great-Barrier-Reef-Behörde stellt sich gegen Regierung

Unterwasseraufnahme eines Riffs. Zwischen verschiedenen bunte Korallenarten schwimmen kleine orangene Fische umher.

© Matt Curnock/ James Cook University / AFP

Laut des im Mai diesen Jahres veröffentlichten Artenschutzberichtes des Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen (IPBES) sind 1/3 der Korallen weitweit bedroht. Jetzt hat sich die Verwaltung des UNESCO Weltnaturerbes „Great Barrier Reef“ in Australien gegen den Kurs der australischen Regierung positioniert und schlägt Alarm: Werden keine drastischen Maßnahmen gegen den Klimawandel getroffen, gibt es keine Rettung für dieses einzigartige Ökosystem.

Süddeutsche Zeitung, 19.07.2019, Autor: Christoph von Eichhorn

Great-Barrier-Reef-Behörde stellt sich gegen Regierung

Die australische Behörde, die das Great Barrier Reef verwaltet, stellt sich mit einem Appell zur Rettung des Korallenriffs gegen die eigene Regierung. „Nur die stärksten und schnellsten möglichen Maßnahmen“ zur Verringerung der globalen Treibhausgas-Emissionen könnten die Auswirkungen der Erderwärmung auf das Riff begrenzen, heißt es in einem Papier der „Great Barrier Reef Marine Park Authority“, die das Weltnaturerbe verwaltet.

Ein weiterer Verlust von Korallen sei „unvermeidlich“, könne aber durch wirksamen Klimaschutz minimiert werden, schreibt die Behörde. Dazu sei eine „internationale und nationale“ Antwort nötig – ein deutliches Signal an die australische Regierung. Unter dem kürzlich wiedergewählten konservativen Ministerpräsidenten Scott Morrison und seinem Vorgänger Malcolm Turnbull sind die Emissionen Australiens in den vergangenen vier Jahren stets gestiegen. Der Konservative Morrison gilt als Unterstützer der Kohleindustrie. Die im Rahmen des Pariser Abkommens zugesagten Ziele zur Emissionsminderung hat die Regierung bislang nicht gesetzlich verankert, daher dürfte Australien seine eigenen Klimaziele deutlich verfehlen.

Korallenbleichen setzen Riffen heute fünf Mal häufiger zu als noch vor einigen Jahrzehnten

Die Erderwärmung setzt dem 2300 Kilometer langen Riff an der Nordostküste Australiens bereits heute stark zu. 2016 und 2017 kam es zwei Jahre in Folge zu schweren Korallenbleichen. Dabei werden Algen abgestoßen, mit denen die Korallen symbiotisch zusammenleben, die Korallen verblassen und sterben anschließend häufig ab. 2016 gingen so etwa 30 Prozent aller Korallen im flachen Wasser des Riffs verloren. Die Bleiche von 2017 hat die Korallen weiter dezimiert. Laut einer Studie im Fachmagazin Science treten Korallenbleichen heute rund fünf Mal häufiger auf als noch vor einigen Jahrzehnten. In 25 Jahren könnten sie laut einer Prognose jährlich wiederkehren.

Hinzu kommt die zunehmende Versauerung der Meere. Rund ein Drittel des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids nehmen die Meere auf, wodurch sie allmählich saurer werden. Das setzt den kalkhaltigen Skeletten der Korallen zu. Steigende Wassertemperaturen erschweren es den Organismen zusätzlich, sich an diese Veränderungen anzupassen. Wie stark die Temperaturen noch steigen werden, beeinflusse die Überlebenschancen des Great Barrier Reefs massiv, betont das Positionspapier der australischen Parkverwaltung.

Gelingt es, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, könnte wohl zumindest ein Drittel der Korallen gerettet werden. Bei einer Erwärmung um zwei Grad würden vermutlich praktisch alle Korallen vernichtet. Das wäre kaum im Interesse der Australier: Das Riff lockt jedes Jahr mehr als zwei Millionen Touristen an.

Den Artikel findet ihr in der Süddeutsche Zeitung

Klimakrise: Was jetzt getan werden muss – Handlungsprogramm für effektiven Klimaschutz

Das Bild zeigt einen Ausschnitt des Titelblattes der veröffentlichten Handlungsanweisungen. Es zeigt alle Logos der zehn beteiligten Verbände.

© Deutscher Naturschutzring

 

Insgesamt zehn Natur- und Umweltschutzverbände, BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, Greenpeace, Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Naturfreunde Deutschlands, Umweltinstitut München, WWF Deutschland und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR), haben ein gemeinsames Handlungsprogramm veröffentlicht, um effektive Maßnahmen für den Klimaschutz zu erreichen. Angesprochen ist die Bundesregierung, welche mit deutlicher Kritik zum handeln aufgefordert wird. Neben allgemeinen Forderungen, wie einem wirksamen Klimaschutzgesetz, werden auch konkrete Maßnahmen gefordert, u.a. der „Einstieg in die Kohlendioxid-Bepreisung noch in dieser Legislaturperiode“ oder „Bahnpreise auf innerdeutschen Strecken günstiger als Flugpreise machen“.

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, Greenpeace, Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Naturfreunde Deutschlands, Umweltinstitut München, WWF Deutschland und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR), 16.08.2019

Klimakrise: Was jetzt getan werden muss – Umweltverbände veröffentlichen Handlungsprogramm für effektiven Klimaschutz

Berlin. Mit eindringlicher Kritik an der Bundesregierung haben heute Natur- und Umweltschutzverbände ein Handlungsprogramm zur wirksamen Eindämmung der Klimakrise veröffentlicht. Die Verbände fordern die Bundesregierung auf, endlich zu handeln und effektive Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der Einhaltung des 1,5-Grad-Erhitzungs-Limits von Paris zu ergreifen. „Wir befinden uns am Anfang einer gefährlichen Klimakrise. Dürresommer und Hitzewellen, Überflutungen und Sturmschäden werden uns mit Regelmäßigkeit treffen. Wir brauchen wirksame Maßnahmen und zwar sofort. Für Symbolpolitik ist die Zeit abgelaufen“, so die Verbände. Mit dem Handlungsprogramm liegt der Bundesregierung jetzt ein Paket vor, das einen wirksamen Einstieg zum Erreichen und Nachbessern des 2030-Klimaziels sicherstellt und den Stillstand der vergangenen Jahre beendet.

Wie von der Wissenschaft gefordert, bedarf es eines grundlegenden Wandels vieler Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft. Ziel der Regierung ist es, den Kohlendioxid-Ausstoß in Deutschland schnellstmöglich um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu senken. Gleichzeitig muss die Landnutzung klima- und naturverträglich werden. Der Kohleausstieg muss sofort beginnen, der Weg zu 100 Prozent erneuerbaren Energien auf naturverträgliche Weise massiv beschleunigt werden, der Umbau des Verkehrssystems mit klaren Rahmensetzungen vorangebracht und die europäische Agrarpolitik reformiert werden. Klimaschutzgesetz, CO2-Preis und Instrumentenpaket müssen den Weg in deutliche jährliche CO2-Reduktionen bahnen.

Die Bundesregierung will bei der letzten Sitzung ihres Klimakabinetts am 20. September einen Maßnahmenkatalog beschließen. Schon jetzt zeigt sich aber, dass die dort vorgeschlagene Kombination aus reinen Anreizprogrammen und einem Einstieg in eine CO2-Bepreisung noch nicht einmal für diese Ziele ausreichen wird. Nötig sind stattdessen klare und messbare gesetzliche Maßnahmen, die jederzeit nachgeschärft werden können. Hierfür muss die Bundesregierung verbindliche Sofortmaßnahmen im Rahmen des anstehenden Klimaschutzgesetzes umsetzen. Die Umweltverbände fordern unter anderem:

  • Ein wirksames Klimaschutzgesetz
  • Einstieg in die Kohlendioxid-Bepreisung noch in dieser Legislaturperiode
  • Klimaschutz-Fonds weiterentwickeln
  • Umgehender Start des Kohleausstiegs: Abschaltung der dreckigsten Braunkohlekraftwerke
  • Naturverträglicher Ausbau der erneuerbaren Energien
  • 365-Euro-Jahresticket im ÖPNV
  • Moratorium für den Aus- und Neubau neuer Fernstraßen und Flughäfen bis 2029
  • Bahnpreise auf innerdeutschen Strecken günstiger als Flugpreise machen
  • Grundlegende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, damit in Klima- und Naturschutz investiert werden kann – statt Intensivierung anzuheizen
  • Reduktion der Nutztierbestände, gebunden an die zur Verfügung stehende Fläche
  • Verschärfung des Düngerechts und Einführung einer Stickstoff-Überschussabgabe
  • Verpflichtung von Bund, Ländern und Kommunen, klimafreundliche Produkte bei öffentlichen Aufträgen zu standardisieren
  • Abbau umweltschädlicher Subventionen

Das Handlungsprogramm erläutert detailliert für die unterschiedlichen Sektoren, welche Maßnahmen schnell umsetzbar sind, um eine große Wirkung zu erreichen.

Das Handlungsprogramm könnt ihr z.B. beim BUND herunterladen.

Deutschland beteiligt sich an geordneter Schiffsverschrottung

Das havarierte Schiff "Modern Express" wird im Ozean versenkt.

© Loic Bemardin/AFP

Bisher wurden Schiffe in Südostasien ohne jegliche Umweltauflagen verschrottet. Jetzt soll das Abwracken durch ein internationales Abkommen umweltgerechter und sicherer durchgeführt werden. Jedoch müssen noch weitere Staaten dem Abkommen beitreten, damit es in Kraft tritt.

Deutschland ist einem internationalen Abkommen über eine umweltgerechtere und sicherere Abwrackung von alten Schiffen offiziell beigetreten. Wie das Verkehrsministerium am Dienstag mitteilte, übergab die Bundesrepublik eine Beitrittsurkunde zum Internationalen Übereinkommen von Hongkong an den Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation.

„Jedes Jahr werden mehr als tausend Seeschiffe abgewrackt“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann. „Damit sind zum Teil erhebliche Beeinträchtigungen für die Gesundheit der in den Abwrackeinrichtungen tätigen Arbeiter und der Umwelt verbunden.“ Er hoffe, dass Deutschland mit dem Beitritt weitere Staaten motiviere, das Übereinkommen von Hongkong zu ratifizieren, damit es baldmöglichst in Kraft treten könne.

Der Bundestag hatte das Abkommen im vergangenen Herbst ratifiziert. Es soll die bisherige Praxis eindämmen, dass viele Schiffe ohne Umweltauflagen in Südostasien verschrottet werden.

Mit dem Beitritt Deutschlands zum Übereinkommen von Hongkong haben nach Darstellung des Verkehrsministeriums insgesamt 13 Staaten mit 29,42 Prozent der Welthandelstonnage das Übereinkommen ratifiziert. Zum Inkrafttreten fehlten noch mindestens 2 Staaten mit 10,58 Prozent Welthandelstonnage.

Den Artikel findet ihr hier.

SPIEGEL ONLINE

Weitere Informationen zum Abwracken von Schiffen:

Schiffsabwrackplatz in Mauretanien ist Quelle für krebserregende Gifte

Künstliche Riffe

 

Nach 31 Jahren – Japan nimmt kommerziellen Walfang wieder auf

Ein getöteter Wal wird mit einem Netz auf das Fischerboot geladen

© dpa

Japan steigt endgültig aus der Internationalen Walfangkommission aus. Für die Wale ändert sich dadurch nicht viel. 31 Jahre lang hat Japan offiziell keine Jagd auf Wale gemacht, aber eine Lücke in der IWC-Vereinbarung genutzt, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft wurden so jahrelang Tausende Wale getötet, deren Fleisch letztendlich doch zum Verzehr verwendet wurde. Nun wird auch offiziell wieder zu diesem Zweck gejagt, weil der Antrag Japans auf kommerziellen Walfang von der IWC abgelehnt wurde und diese daraufhin einfach aus der Kommission ausgetreten sind, um nicht mehr an die Vereinbarungen gebunden zu sein.

Dabei ist nicht nur in Wissenschaft und Politik inzwischen bekannt, dass Walfleisch so hochgradig mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen aus den Meeren kontaminiert ist, dass angespülte Wale als Sondermüll entsorgt werden müssen. Es gleicht also einem Skandal, dass die japanische Regierung den Verkauf von Walfleisch jetzt ankurbeln möchte, obwohl der Großteil der Bevölkerung dessen Konsum aus den unterschiedlichsten Gründen inzwischen ablehnt.

Tagesschau, 01.07.2019

Jahrelang wurden Wale von japanischen Walfängern offiziell nur zu Forschungszwecken gejagt. Nachdem das Land aus der Internationalen Walfangkommission ausgetreten ist, kehrt es zur kommerziellen Jagd zurück.

Nach 31 Jahren macht Japan in seinen Hoheitsgewässern wieder Jagd auf Wale. Heute stachen Boote aus Häfen der zwei Walfangstädte Shimonoseki und Kushiro für die ersten kommerziellen Jagden seit 1988 in See.

Grund dafür ist der Austritt Japans aus der Internationalen Walfangkommission (IWC), der nach einer sechsmonatigen Frist wirksam wurde. Zuvor kämpfte Tokio jahrelang darum, wieder kommerziell Wale fangen zu dürfen. Im September 2018 scheiterte das Land mit einem Antrag auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang vor der ICW. Tokio hält die Bestände für ausreichend erholt.

In den 1980er-Jahren hatte die IWC ein Jagdverbot wegen schwindender Bestände verhängt. Japan schwenkte damals offiziell auf Walfang zu Forschungszwecken um.

Fischereibehörde legt Fangquoten fest

Tierschützer kritisieren Japans kommerziellen Walfang scharf. Japanische Walfängerverbände hingegen äußerten sich „überglücklich“ und „zutiefst bewegt“. Die Fischereibehörde teilte mit, dass die Fangquote bis zum Jahresende auf 227 Wale festgesetzt worden sei. Auf der Abschussliste stehen demnach 52 Zwergwale, 150 Brydewale und 25 Sei-Wale.

Japan will sich dabei auf seine territorialen Gewässer beschränken. Die bisherige Jagd in der Antarktis, die nach offizieller Darstellung wissenschaftlichen Zwecken diente, will das Land einstellen. Japan hatte bereits seit Jahren eine Lücke in der IWC-Vereinbarung genutzt, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Ein Teil des Fleisches der getöteten Meeresbewohner wurde anschließend zum Verzehr verwendet, woraus Japan nie einen Hehl machte. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Tagesschau

Weitere Informationen zum Walfang:

Japan hat seinen kommerziellen Walfang wieder aufgenommen – Ursachen und Folgen

66. IWC Tagung in Slowenien: Walfang wieder auf dem Prüfstand

Nachruf auf einen Wal

 

 

 

 

Bundesregierung will internationales Exportverbot für unsortierten Plastikmüll

© Rafiq Maqbool/dpa

Allein im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung zugelassen, dass 100 000 Tonnen Plastikmüll nach Malaysia verschifft wurden. Die Umweltministerin, Svenja Schulze, strebt ein Exportverbot für Plastikmüll an, der zu verschmutzt ist, um ihn zu recyceln. Unsere Abfälle sind verantwortlich für schwerwiegende Gesundheits- und Umweltschäden in einigen südostasiatischen Ländern wie zum Beispiel Indonesien, Malaysia und Vietnam.

Süddeutsche Zeitung, 29.04.2019, Autorin: Vivien Timmler

Es hat ein bisschen gedauert, aber nun schließt sich auch die Bundesregierung dem Vorstoß Norwegens an: Deutschland fordert ein internationales Verbot für den Export stark verschmutzter Plastikabfälle. Grund dafür sind Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zufolge die anhaltenden Berichte über die Umweltverschmutzung durch Plastikabfälle in vielen Ländern Südostasiens.

Recherchen verschiedener Umweltorganisationen, aber auch der Süddeutschen Zeitung, haben gezeigt, was mit dem exportierten Plastikmüll aus den USA, Japan oder Deutschland in Ländern wie Malaysia, Vietnam oder Thailand geschieht. Nicht immer wird er von legalen Importeuren ins Land gebracht, teils gelangt er auf illegalen Wegen in die Dörfer – und was von den Firmen vor Ort nicht recycelt werden kann, bleibt einfach in der Gegend liegen. In Malaysia beispielsweise brannten über Monate immer wieder Berge von Plastikmüll unter freiem Himmel, der Gestank von verkohltem Kunststoff lag in der Luft, und neben den Menschen litt auch die Natur unter den verdreckten Böden und Gewässern.

Die Bundesregierung will das künftig verhindern. Europa sei in der Verantwortung, seinen Plastikmüll selbst zu sortieren und möglichst auch selbst zu recyceln, so Schulze. „Dass Plastikabfälle aus Deutschland in Staaten wie Malaysia die Umwelt verschmutzen, ist zwar sicher nicht die Regel, aber wenn es doch passiert, ein unerträglicher Zustand“, sagte Schulze. Was sie jedoch verkennt: Allein nach Malaysia hat Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Tonnen Plastikmüll verschifft, hinzu kommen tonnenweise Exporte nach Indonesien, Thailand und Vietnam. Das mag für Deutschland nur etwa ein Zehntel des gesamten Plastikmüllaufkommens sein, für die Zielländer bedeutet diese Menge jedoch eine gewaltige Belastung. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Süddeutsche Zeitung

Weitere Informationen über Plastikmüllexporte und Müllverschmutzung:

https://www.deepwave.org/das-unternimmt-die-eu-gegen-plastikmuell/

https://www.deepwave.org/nabu-fordert-mehr-anstrengungen-gegen-verpackungsmuell/

https://www.deepwave.org/nabu-fordert-regulierung-von-plastikmuellexporten/

 

 

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