Politik

Um die systematische Zerstörung der Ozeane zu verhindern, müssen wir uns gemeinsam dafür entscheiden.
Jeder für sich und alle zusammen als Teil von Politik und Wirtschaft.

Goal 14 Conservation of Oceans by Sustainable Development Goals

Goal 14 Oceans:
Outcome Document „Sustainable Development Goals“ OWG 2014

Introduction to the Proposal of The Open Working Group for Sustainable Development Goals

The Rio+20 outcome document, The future we want, inter alia, set out a mandate to establish an Open Working Group to develop a set of sustainable development goals for consideration and appropriate action by the General Assembly at its 68th session. It also provided the basis for their conceptualization. The Rio outcome gave the mandate that the SDGs should be coherent with and integrated into the UN development agenda beyond 2015.

This is said on oceans

Proposed goal 14. Conserve and sustainably use the oceans, seas and marine resources for sustainable development

14.1 by 2025, prevent and significantly reduce marine pollution of all kinds, particularly from land-based activities, including marine debris and nutrient pollution

14.2 by 2020, sustainably manage, and protect marine and coastal ecosystems to avoid significant adverse impacts, including by strengthening their resilience and take action for their restoration, to achieve healthy and productive oceans

14.3 minimize and address the impacts of ocean acidification, including through enhanced scientific cooperation at all levels

14.4 by 2020, effectively regulate harvesting, and end overfishing, illegal, unreported and unregulated (IUU) fishing and destructive fishing practices and implement science-based management plans, to restore fish stocks in the shortest time feasible at least to levels that can produce maximum sustainable yield as determined by their biological characteristics

14.5 by 2020, conserve at least 10 per cent of coastal and marine areas, consistent with national and international law and based on best available scientific information

14.6 by 2020, prohibit certain forms of fisheries subsidies which contribute to overcapacity and overfishing, and eliminate subsidies that contribute to IUU fishing, and refrain from introducing new such subsidies, recognizing that appropriate and effective special and differential treatment for developing and least developed countries should be an integral part of the WTO fisheries subsidies negotiation *

14.7 by 2030 increase the economic benefits to SIDS and LDCs from the sustainable use of marine resources, including through sustainable management of fisheries, aquaculture and tourism

14.a increase scientific knowledge, develop research capacities and transfer marine technology taking into account the Intergovernmental Oceanographic Commission Criteria and Guidelines on the Transfer of Marine Technology, in order to improve ocean health and to enhance the contribution of marine biodiversity to the development of developing countries, in particular SIDS and LDCs

14.b provide access of small-scale artisanal fishers to marine resources and markets

14.c ensure the full implementation of international law, as reflected in UNCLOS for states parties to it, including, where applicable, existing regional and international regimes for the conservation and sustainable use of oceans and their resources by their parties

http://sustainabledevelopment.un.org/focussdgs.html

Deutsche Wal- und Delfinschützer demonstrieren auf den Färöer-Inseln gegen die Grindwaljagd

Deutsche Wal- und Delfinschützer demonstrieren auf den Färöer-Inseln gegen die Grindwaljagd

Alljährlich werden auf den europäischen Färöer-Inseln im Nordatlantik mit etwa 48.000 Einwohnern meist mehr als tausend Grindwale und andere Delfine an die Strände getrieben und brutal abgeschlachtet. Die Geschäftsführer der Tierschutzorganisationen Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF (Jürgen Ortmüller) und ProWal (Andreas Morlok) haben für kommenden Dienstag die historisch erste offizielle Demonstrationen gegen das Walschlachten in der Inselhauptstadt Tórshavn angekündigt.

Die Aktivität der Tierschützer löste in verschiedenen Internet-Foren bereits im Vorfeld bei einigen Färingern heftigste Beschimpfungen und sogar Morddrohungen aus. „Nazis go home“ und „bullshit“ gehörten dabei zum Standardrepertoire.

Vor vier Jahren waren die beiden Tierschutzaktivisten bereits als Undercover-Angler getarnt auf den Färöer-Inseln und konnten mehrfach Missstände bei der Grindwaljagd dokumentieren, die vom WDSF bei der Generalstaatsanwaltschaft in Kopenhagen (Dänemark) zur Anzeige gebracht wurden. Die Inselgruppe ist zwar autonom, jedoch obliegen die Bereiche der Justiz und der Verteidigung dem Mutterland Dänemark. In der Folge der Anzeige wurde ein Gesetz erlassen, das ab 2015 nur noch Personen mit einer erworbenen Lizenz erlaubt, an den Treibjagden teilzunehmen. Bisher dürfen sich noch alle Einwohner mit ihren Kindern ab 14 Jahre und auch Touristen an dem blutigen Gemetzel beteiligen. Restaurants und Märkte benötigen seit der Anzeige eine Genehmigung der Gesundheitsbehörde zum kommerziellen Grindwalfleischverkauf. Gleichwohl wird das mit Umweltgiften belastete Walfleisch auch Touristen entgeltlich zum Verzehr angeboten.

Die Färinger berufen sich auf ihren autonomen Status und ihre Nicht-EU-Zugehörigkeit, die ihnen die Grindwaljagd erlaubt. Der von den Einwohnern genannte „Grindadráp“ endet meist in volksfestähnlicher Stimmung. Jeder, der sich in Listen eingetragen hat, erhält kostenlos zugeordnete Quoten an Fleisch und Speck der Grindwale. Die letztjährige Fleischmenge von 1.104 getöteten Grindwalen im Zeitraum vom 21. Juli bis 14. November belief sich auf rund 315.000 Kilogramm Walfleisch und etwa 280.000 Kilogramm Walspeck. Hinzu kam das Fleisch von 430 getöteten Weißseiten-Delfinen.

Andres Morlok (ProWal): „Der Konsum des mit Quecksilber, PCBs und anderen Giften kontaminierten Grindwalfleisches trägt zur schleichenden Vergiftung der Bevölkerung bei. Der Leiter der örtlichen Gesundheitsbehörde, Pál Weihe, kam nach einer Studie, die mehrere renommierte Wissenschaftler im Jahr 2012 erstellten, zu der Schlussfolgerung, dass Grindwalfleisch und -speck nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Die färöische Regierung kann es sich nicht mehr leisten, das Wichtigste was es hat, seine Bewohner und auch seine ausländischen Gäste, nicht ausreichend zu schützen. Wir haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgefordert, auf die färöische Regierung einzuwirken, damit der Grindwalfang gänzlich verboten wird. Nahrungsmittel hat das reiche Land genügend. 2008 gab es keinen Grindwalfang und niemand musste deshalb an Hunger leiden. Wir baten auch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) gegen den Grindwalfang zu intervenieren. Wir haben Indizien dafür, dass sich nach ihrer jahrhundertelangen Bejagung mit der Tötung von mehr als 266.000 Tieren, die Grindwalbestände nicht mehr erholen und diese Art ohne Not an den Rand der Ausrottung gebracht wird.“

Die beiden Tierschützer haben im Hinblick auf die massiven Drohungen Polizeischutz bei der Behörde in Tórshavn beantragt und das Auswärtige Amt in Berlin informiert. Mehr als 90 Personen hatten sich für die Färöer-Demonstration auf einer online-Veranstaltungsseite angemeldet. Aus Sicherheitsgründen haben die Veranstalter nun darum gebeten, von der Teilnahme an der Demonstration abzusehen. Die beiden Geschäftsführer wollen sich der Herausforderung nun alleine stellen.

Jürgen Ortmüller (WDSF): „Die Polizei hat uns mitgeteilt, dass wir willkommen seien, obwohl unsere Demo auf den höchsten Nationalfeiertag, die Ólavsøka, fällt. Den Färingern hat es noch nie gefallen, mit ihrer unzeitgemäßen Tradition im kritischen Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Wir wollen dennoch friedlich auf die barbarische Treibjagd der Grindwale aufmerksam machen, die weltweit verurteilt wird. Die Demonstration wird erst der Anfang von weiteren Aktivitäten sein. Wir werden die deutschen Kreuzfahrtunternehmen AIDA und TUI Cruises erneut auffordern, nicht das Risiko von Augenzeugenberichten einer blutigen Treibjagd ihren Gästen zuzumuten. Kinder könnten traumarisiert werden.“

AIDA hatte im letzten Jahr nach intensivem Druck des WDSF zwei geplante Färöer-Anlandungen gestoppt und den Ministerpräsidenten der Färöer-Inseln, Kaj Leo Holm Johannesen, in einem Brief gebeten, den unzeitgemäßen Grindwalfang zu beenden.

Hintergrund:
WDSF: http://www.wdsf.eu/index.php/aktionen/faeroeer-walfang
ProWal: http://www.walschutzaktionen.de/2318201.html

Neuer Bericht fordert umfassenden Schutz des Weddell-Meeres

Weddell-Meer, ein gewaltiger Eisberg ragt aus dem Meer. Am Himmel bilden sich dicke Wolken

© 66 North | Unsplash

Neuer Bericht fordert umfassenden Schutz des Weddell-Meeres

Berlin: Um die Antarktis soll ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten entstehen. Vor diesem Hintergrund hat die Antarctic Ocean Alliance heute ihren Bericht „Vermächtnis des Südlichen Ozeans: Eine Vision für den Schutz des Weddell-Meeres“ (Antarctic Ocean Legacy: Towards Protection of the Weddell Sea Region) veröffentlicht. Dieser Bericht soll einen wichtigen Beitrag leisten zu den aktuellen wissenschaftlichen und politischen Bemühungen, eines der letzten weitgehend intakten Ökosysteme der Erde – dem Weddell-Meer südlich des Atlantischen Ozeans – effektiv zu schützen. Derzeit erarbeiten Deutschland und Russland gemeinsam einen Vorschlag für ein Meeresschutzgebiet in dieser Region. Der Bericht ist ein Teil des Vorschlags der AOA zur Schaffung von Meeresschutzgebieten (MSG) und Fangverbotszonen in 19 Regionen rund um die Antarktis.

 

„“Deutschland hat die ökologische Bedeutung des Weddell-Meeres erkannt und führt gemeinsam mit Russland den Prozess an, der den Schutz dieser überaus wichtigen Region zum Ziel hat. Die AOA unterstützt diese Zusammenarbeit und begrüßt die Zusage Russlands für die Schaffung von Meeresschutzgebieten““, sagt Dr. Onno Groß von der Meeresschutzorganisation DEEPWAVE.

 

Durch Schutzmaßnahmen für die im neuen AOA-Bericht besonders hervorgehobenen Regionen und durch Beachtung des Vorsorgeprinzips kann die Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources – CCAMLR) Bereiche schützen, die insgesamt ein breites, repräsentatives Spektrum an Arten, Lebensräumen und Ökosystemen im Weddell-Meer umfassen – von der oberen Zone der Wassersäule bis zum Meeresboden –, darunter wichtige Biodiversitäts-Hotspots.

 

„Große, vollständig geschützte Fangverbotszonen sind ein unerlässliches Mittel zur Wahrung der unglaublichen Biodiversität des Weddell-Meeres“, betont Andrea Kavanagh, die für The Pew Charitable Trusts die Kampagnenarbeit für Fangverbotszonen koordiniert. „Die Mitgliedsstaaten der Kommission haben die Aufgabe, umfassende Schutzmaßnahmen für die Gewässer rund um die Antarktis zu erlassen, aber bis heute ist es ihnen trotz mehrjähriger Verhandlungen und Diskussionen nicht gelungen, Schutzzonen für das Ross-Meer und die Ostantarktis auszuweisen. Wir begrüßen die Zusammenarbeit Deutschlands und Russlands am Vorschlag zum Weddell-Meer und hoffen, dass hierdurch für die Sitzung der Kommission kommenden Oktober ein Ende des bislang herrschenden Stillstands signalisiert wird.“

 

Das eisbedeckte, wilde und abgelegene Weddell-Meer ist für Menschen oft unzugänglich. In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch mit zunehmender Forschungstätigkeit das vielseitige Bild eines äußerst lebendigen marinen Ökosystems herausgebildet, das von Strömungen, Formationen am Meeresgrund und Eis gezeichnet wird.

 

„Die Einrichtung eines Netzwerks von Schutzgebieten im Weddell-Meer kann dazu beitragen, dass die Krill-Bestände und Tiere der oberen trophischen Ebene wie Wale, Robben und Kaiserpinguine weiter gedeihen. Zudem dient ein solcher Schutz der Steigerung der Widerstandsfähigkeit dieser Region gegen die Versauerung des Ozeans, den Klimawandel und steigende Fischereiinteressen“, so Tim Packeiser, Meeresschutzexperte beim WWF.

 

Klimawandel
Der Bericht macht deutlich, dass das Weddell-Meer besonders anfällig ist für Schäden, die durch den Klimawandel und die Versauerung des Ozeans verursacht werden, und führt Beispiele für Veränderungen an, die schon heute zu beobachten sind, darunter ein scharfer Kontrast zwischen dem westlichen und dem östlichen Sektor. Im neben der westlichen Antarktischen Halbinsel gelegenen westlichen Sektor, der zu den sich am schnellsten erwärmenden Regionen der Erde zählt, geht die Erwärmung mit einem Rückgang des Meereises einher. Im östlichen Sektor dagegen nimmt das Meereis seit Jahrzehnten zu und trägt entscheidend zur allgemeinen Steigerung der Ausdehnung des Meereises im Südlichen Ozean bei.

„Die Schaffung neuer MSG in wichtigen Ökosystemen wie dem Weddell-Meer ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg hin zu einer Steigerung der Widerstandsfähigkeit des Südlichen Ozeans, der der Antarktis angesichts des drohenden Klimawandels wesentliche Unterstützung bieten kann“, so Fabian Ritter von Whale and Dolphin Conservation (WDC).

 

Der Weg zur CCAMLR
Die AOA ruft alle Staaten, die der Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) angehören, dringend dazu auf, 2014 weiträumige, dauerhafte und durch ökologische Vielfalt gekennzeichnete MSG in der Ostantarktis und dem Ross-Meer zu schaffen. Daneben appelliert die AOA an Russland und Deutschland, einen fundierten Vorschlag für Meeresschutzgebiete im Weddell-Meer im Jahr 2015 vorzulegen. Dies sind unerlässliche, visionäre Schritte zur rechten Zeit auf dem Weg hin zur Schaffung eines Netzwerks von MSG und Fangverbotszonen im Südlichen Ozean, die den bis heute gemachten Zusagen der CCAMLR entsprechen.

„“Die AOA hofft, dass das Engagement Russlands für den Schutz des Weddell-Meers bedeutet, dass Russland auch hinsichtlich der Vorschläge zur Ostantarktis und dem Ross-Meer eine Führungsrolle übernehmen wird““, so Onno Groß weiter.

Die vollständige Pressemitteilung des WWFs könnt ihr bei SCHATTENBLICK nachlesen.

Vollständig geschützte Fangverbotszonen sind Gebiete, die von jeglicher extraktiver Nutzung ausgenommen sind, so auch von jeglicher Fischerei. Vollständig geschützte Fangverbotszonen bieten den größtmöglichen Schutz für alle Bestandteile des Meeresökosystems.

Meeresschutzgebiete (MSG) sind Gebiete, in denen bestimmte Aktivitäten nur begrenzt gestattet oder vollständig untersagt sind, um festgelegte Ziele im Bereich Umweltschutz, Schutz von Lebensräumen bzw. Fischereimanagement zu erreichen.

AOA Steering Committee:
Stephen Campbell (Antarctic Ocean Alliance), Mark Epstein (Antarctic and Southern Ocean Coalition), Andrea Kavanagh (Pew Charitable Trusts), Bob Zuur (WWF), Richard Page (Greenpeace International)

Die Antarctic Ocean Alliance (AOA) ist eine internationale Koalition führender Umweltschutzorganisationen und renommierter Einzelpersonen in aller Welt, darunter: Whale and Dolphin Conservation (WDC), World Wide Fund for Nature (WWF), The Pew Charitable Trusts, Greenpeace, Humane Society International, Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC), Blue Marine Foundation (UK), Mission Blue (USA), Oceans 5 (USA), DEEPWAVE (Deutschland), The Last Ocean, Korean Federation for Environmental Movement (KFEM), Greenovation Hub (China), Forest & Bird (NZ), ECO (NZ), Friends of the Earth (Japan) und angeschlossene Partnerorganisationen wie Natural Resources Defense Council (NRDC), Oceana, Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW) und Ocean Planet (Australien). Wir werden außerdem von Einzelpersonen wie Schauspieler Leonardo DiCaprio, Schauspieler und UN-Botschafter für Biodiversität Edward Norton, Ozeanographin Dr. Sylvia Earle und Unternehmer Sir Richard Branson unterstützt.
Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC): Seit 1978 hat die Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC) mehr als 200 Nichtregierungsorganisationen unter ihrem Dach vereint, die allesamt das Ziel verfolgen, den Antarktischen Kontinent und den umliegenden Südlichen Ozean zu schützen.

Greenpeace ist eine unabhängige Umweltorganisation, die mit friedlichen Protestaktionen und kreativer Kommunikation globale Umweltprobleme aufdeckt.

Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten und erfahrensten Naturschutzorganisationen der Welt und in mehr als 100 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen ihn fünf Millionen Förderer. Das globale Netzwerk des WWF unterhält 90 Büros in mehr als 40 Ländern. Rund um den Globus führen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell 1300 Projekte zur Bewahrung der biologischen Vielfalt durch.

DEEPWAVE wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, den Schutz der Ökosysteme der Hoch- und Tiefsee voranzubringen.

Whale and Dolphin Conservation (WDC): Die gemeinnützige Wal- und Delfinschutzorganisation WDC widmet sich ausschließlich dem Schutz von Walen und Delfinen. Das Ziel ist eine Welt, in der alle Wale und Delfine in Freiheit und Sicherheit leben. www.whales.org

Die Pew Charitable Trusts engagieren sich auf globaler Ebene für die Einführung pragmatischer, wissenschaftlich fundierter Richtlinien zum Schutz unserer Meere und der Natur und zur Förderung einer klimafreundlichen Wirtschaft.

Titelblatt des Berichtes: "Vermächtnis des Südlichen Ozeans: Eine Vision für den Schutz des Weddell-Meeres" (Antarctic Ocean Legacy: Towards Protection of the Weddell Sea Region)

© Antarctic Ocean Alliance

Den vollständigen Bericht „Vermächtnis des südlichen Ozeans: Eine Vision für den Schutz des Weddell-Meeres“ könnt ihr bei Greenpeace nachlesen.

Mehr zum Weddell-Meer findet ihr auf unserem Factsheet.

BfN unterstützt Europäisch-Chinesischen Umweltdialog

BfN unterstützt Europäisch-Chinesischen Umweltdialog

Beratungsschwerpunkt: Ökonomische Bedeutung der Natur für Gesellschaft und Wirtschaft

Peking/Bonn, 10. Juli 2013: Auf Einladung der Generaldirektion (GD) Umwelt der Europäischen Kommission und des Chinesischen Umweltministeriums beraten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) die chinesische Regierung und Wirtschaft im Rahmen des heute stattfindenden Workshops zum Start der EU-Chinesischen TEEB (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) Plattform.

Konkret geht es um die Darstellung der ökonomischen Bedeutung der Natur für Wirtschaft und Gesellschaft. Die chinesische Regierung hat die Herausforderung eines engagierten Natur- und Umweltschutzes erkannt und betont den eingeschlagenen Prozess der „Ecological Civilization“. Damit sollen ökologische Aspekte in ökonomische, politische, kulturelle und soziale Entwicklungen in China integriert werden.

Gemeinsam mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der „Chinese Research Academy of Environmental Sciences“ (CRAES) unterstützt das Bundesamt für Naturschutz den Europäisch-Chinesischen Umweltdialog. „Einigen Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft ist der Wert von Ökosystemen bewusst, jedoch fehlt es oftmals an Methoden. Denn diese Werte müssen ermittelt und in räumliche Planungsansätze, betriebswirtschaftliche Bilanzen und Produktketten oder volkwirtschaftliche Gesamtrechnungen eingebracht werden. Aber es sowohl in China als auch in Deutschland ist es möglich aus nachvollziehbar aufbereiteten Bewertungen Politikempfehlungen abzuleiten. Dies gilt zum einen für die Kosten von negativen Eingriffen in Natur und Umwelt und zum anderen für die Darstellung der Werte intakter Ökosysteme“, so BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

Der heutigen Veranstaltung in Peking ist der 7. Deutsch-Chinesische Workshop zum Erhalt von Biodiversität (6.-9. Juli 2014) vorangegangen. Etwa 50 deutsche, chinesische und internationale Wissenschaftler haben sich in Shenyang vor allem zu Fragen der Erfassung von Ökosystemleistungen von Flüssen und Seen ausgetauscht. Neben den naturwissenschaftlichen und ökonomischen Grundlagen, sind besonders die Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse sowie aktuelle politische und ökonomische Instrumente zum Schutz der Natur und ihrer nachhaltigen Nutzung diskutiert worden.

Hintergrund: TEEB und Naturkapital Deutschland – TEEB DE
Mit dem Ziel, den Wert von Natur sichtbar zu machen, hat Deutschland die internationale TEEB-Studie („The Economics of Ecosystems and Biodiversity“, 2007-2010) initiiert. Internationale Wissenschaftler machten mit der Unterstützung von UNEP die Leistungen der Natur deutlich. In zahlreichen internationalen Beispielen konnte gezeigt werden: Der Schutz und die nachhaltige Nutzung von biologischer Vielfalt lohnen sich – auch ökonomisch gesehen. Diesem Prozess folgend werden derzeit weltweit nationale TEEB-Studien durchgeführt, die den jeweiligen landesspezifischen Anforderungen gerecht werden sollen.

In Deutschland trägt das Vorhaben den Titel „Naturkapital Deutschland – TEEB DE“. Schwerpunkte der deutschen Studie sind neben Biodiversität und Unternehmen die Ökosystemleistungen urbaner und ländlicher Räume sowie das Thema Klimapolitik und Naturkapital. Es wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanziert. Die Studienleitung liegt am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) – www.naturkapitalteeb.de.

http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews[tt_news]=4964

Walblut am Fischfilet?

Walblut am Fischfilet
Deutsche Supermarkt-Kunden unterstützen indirekt Islands Finnwaljagd

München, 10. Juli 2014. Wer in deutschen Supermärkten Fisch aus Island kauft, finanziert möglicherweise indirekt, dass in Island bedrohte Finnwale gejagt werden. Der Grund: Der Chef von Islands einziger Walfang-Firma ist auch Aufsichtsratsvorsitzender von HB Grandi, einem der größten Fischexporteure Islands. Die beiden Firmen sind eng verflochten. Die Organisationen Whale & Dolphin Conservation (WDC) und Pro Wildlife fordern nun deutsche Fischlieferanten und Supermärkte auf, ihre Handelsbeziehungen mit HB Grandi zu überdenken. Doch selbst Unternehmen, die sich Nachhaltigkeit groß auf die Fahnen schreiben, antworten oft nur ausweichend.

Was hat Walfang mit Fisch aus dem Supermarkt zu tun?

26 bedrohte Finnwale sind seit Anfang Juni in Island getötet worden – 128 weitere sollen in den nächsten Wochen gejagt werden. Der Walfang des Landes ist in der Hand eines einzigen Unternehmers, Kristján Loftsson. Der ist nicht nur Geschäftsführer und einer der Hauptaktionäre von Islands einziger Finnwalfang-Firma, Hvalur hf, sondern gleichzeitig auch Vorstandsvorsitzender des Fischereiunternehmens HB Grandi. Hvalur hf wiederum besitzt über 40 Prozent der Anteile von HB Grandi. Deutschland ist einer der Hauptabnehmer von HB Grandi-Produkten. „Das Geld, das deutsche Kunden für Fisch ausgeben, kann dem Walfang in Island zugutekommen“, kritisiert Astrid Fuchs von Whale & Dolphin Conservation (WDC).

In Fertigungshallen von HB Grandi werden auch die getöteten Finnwale verarbeitet, die zu einem Großteil nach Japan exportiert werden. Der internationale Handel mit Finnwal-Fleisch ist durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. Cites) seit 1977 verboten.

21 Handelsketten und Fischgroßhändler hat WDC angeschrieben und auf die Verbindung zwischen HB Grandi und dem Walfang in Island hingewiesen, darunter Edeka, Rewe, Tegut und Metro. Die meisten Unternehmen distanzierten sich nicht klar von HB Grandi oder blieben eine Antwort schuldig. Lediglich der Discounter Norma und der Fischimporteur First Fimex bestätigten, nicht bei HB Grandi zu kaufen, weder direkt noch über Zwischenhändler.

Zu den wichtigsten Zulieferern deutscher Supermärkte zählt Deutsche See, die bis heute Fisch von HB Grandi bezieht und auch weiterhin daran festhalten will. Der Fisch-Großhändler rühmt sich hoher Umweltstandards und strenger Einkaufrichtlinien, wirbt auf seiner Website gar mit der Auszeichnung als „Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen“. Doch HB Grandis Verbindung zum Walfang anerkennen will Deutsche See nicht. „Gerade Unternehmen, die sich Nachhaltigkeit so groß auf die Fahnen schreiben, sollten Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass sie nicht indirekt den Walfang unterstützen“, fordert Sandra Altherr von Pro Wildlife.

Nachhaltigkeit – ein dehnbarer Begriff

Mehrere Supermarktketten beteuern zwar, dass sie Walfang ablehnen und dass Nachhaltigkeit die Basis ihrer Fisch-Einkaufspolitik sei. Doch eine Absage an HB Grandi und seine Zwischenhändler wollten diese Unternehmen öffentlich nicht erteilen. „Immerhin kündigte ein Handelskonzern an, in einen „kritischen Dialog“ mit seinen Lieferanten zu treten. Ein anderes Unternehmen räumt ein, dass es schon vor einiger Zeit begonnen habe, alternative Bezugsquellen zu sondieren“, berichtet Fuchs. „Wiederum andere haben in persönlichen Gesprächen zugesichert, auf ihre Zulieferer einzuwirken. Wenn die Handelsketten glaubwürdig bleiben wollen, sollten sie Nachhaltigkeit ernst nehmen und den Walfang nicht nur auf dem Papier ächten“, so Fuchs.

Wie das geht, macht beispielsweise Frosta vor: Das Unternehmen achtet genau darauf, wer hinter seinen Fischlieferanten steht, und kauft nicht bei HB Grandi oder Unternehmen, die sich am Wal- oder Delfinfang beteiligen.

Island untergräbt den Schutz von Walen

Island nutzt juristische Schlupflöcher, um das kommerzielle Walfangmoratorium und das internationale Handelsverbot zu unterwandern. Im Dezember 2013 gab die Regierung in Reykjavik für die Jahre 2014-2018 erneut eine jährliche Fangquote für 154 Finnwale und 229 Zwergwale frei. Island genehmigt immer wieder den Export von Walfleisch – zuletzt die Rekordmenge von 2.000 Tonnen, die Ende März nach Japan verschifft wurde.

Protestaktionen:
https://www.prowildlife.de/Protestaktion_2
http://www.wdcs-de.org/news.php?select=1775

Kontakt:
Dr. Sandra Altherr
Pro Wildlife e.V.
presse@prowildlife.de

Astrid Fuchs
Kampagnenleiterin Walfang, WDC Deutschland
E-Mail: astrid.fuchs@whales.org

http://www.prowildlife.de/Island_Walfang_Fischkampagne2014

NABU: Letzte Chance zum Ausstieg aus Fester Fehmarnbeltquerung nutzen

NABU: Letzte Chance zum Ausstieg aus Fester Fehmarnbeltquerung nutzen

Tschimpke: Kein gutes Geld für ein schlechtes Projekt

Berlin – Am heutigen Donnerstag endet die Einwendungsfrist für das Planfeststellungsverfahren zur Festen Fehmarnbeltquerung zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland. Der NABU hat seine kritische Stellungnahme gegen Europas größtes Infrastrukturprojekt bei der deutschen Landesplanungsbehörde in Kiel eingereicht und erneut kritisiert, dass das Verfahren überhaupt eröffnet wurde. Der Bau des 18 Kilometer langen Absenktunnels, der ein einzigartiges, europäisches geschütztes FFH-Schutzgebiet durchschneidet, soll 2015 beginnen und 2021 abgeschlossen werden.

„Fehlerhafte Berechnungen zum tatsächlichen Bedarf, lange überholte Verkehrsprognosen, veraltete Kostenberechnungen: Die Feste Fehmarnbeltquerung wird ökonomisch so desaströs enden wie Stuttgart 21 oder der Flughafen Berlin-Brandenburg. Hier soll mit Gesamtkosten von bis zu 14 Milliarden Euro wieder einmal einem schlechten Projekt gutes Geld hinterhergeworfen werden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Aus Umweltsicht birgt das weltweit längste Absenktunnelprojekt völlig unkalkulierbare Risiken. Angesichts des bestehenden erheblichen Nutzungsdrucks durch Fischerei, Schifffahrt, Offshore-Windkraft und weiteren Infrastrukturprojekten ist die Ostsee eines der am stärksten gefährdeten und belasteten Ökosysteme weltweit. „Bereits heute sind über 60.000 Quadratkilometer Meeresboden tot – auch eine Folge der Auswirkungen durch bereits bestehende Querungen an Öresund und Storebelt, die den für die Ostsee lebenswichtigen Frischwasserzufluss massiv behindern“, so Tschimpke. Das größte Brackwassermeer der Erde sei endgültig am Limit.

Die Kritik an fehlerhaften Berechnungen zum Verkehrsaufkommen sieht der NABU durch die aktuelle Raumwirtschaftlichkeitsanalyse des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) für den Bundesverkehrswegeplan 2015 bestätigt: Während die Anbindung von Metropolen und Zeitgewinnen durch bessere Verbindungen als grundsätzliche Planungsziele genannt werden, wird die Verbindungsqualität zwischen Hamburg und Kopenhagen lediglich als „befriedigend“ eingestuft. Demnach besteht keine dringende Notwendigkeit zum Bau des Tunnels. Darüber hinaus gehen unter anderem alle Prognosen fälschlicherweise davon aus, dass der Fährbetrieb eingestellt wird, was nicht der Tatsache entspricht.

Eine vom NABU in Auftrag gegebene Plausibilitätsprüfung der Verkehrsprognosen deckt zahlreiche weitere Ungereimtheiten auf. So blieb das am stärksten wachsende Segment des Flugverkehrs in der Bedarfsermittlung völlig unberücksichtigt, die im Zuge der Planungen unterstellten überproportionalen Wachstumsraten für den Bahnverkehr stimmen nicht mit amtlichen dänischen Statistiken überein und die angenommene, 48-prozentige Steigerung des Pkw-Aufkommens angesichts bereits heute rückläufiger Nutzermengen ist quasi unmöglich.

Neben der Kritik des Bundesrechnungshofes an den zu erwartenden ausufernden Projektkosten wachsen die Zweifel an der Festen Fehmarnbeltquerung mittlerweile auch bei dänischen Infrastrukturexperten. „Selbst der ehemals hochrangige Mitarbeiter des dänischen Verkehrsministeriums, Knud Erik Andersen, oder Per Homann Jespersen von der Universität Roskilde, warnen angesichts völlig falscher Annahmen in unterschiedlichen Publikationen eindringlich vor den enormen ökonomischen Risiken mit den absehbaren ökologischen Auswirkungen“ so Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU. Der NABU fordert die Bundesrepublik Deutschland und das Königreich Dänemark auf, den 2008 geschlossenen Staatsvertrag ernst zu nehmen und Artikel 22 zu befolgen. Dort heißt es wörtlich: „…Sollten die Voraussetzungen für das Projekt oder Teile des Projektes sich deutlich anders entwickeln als angenommen und anders, als zum Zeitpunkt des Abschlusses des Vertrages bekannt, werden die Vertragsstaaten die Lage aufs Neue erörtern….“

Die letzte Chance vor Beginn der entscheidenden Phase müsse genutzt werden, um aus diesem ökonomisch wie ökologisch überflüssigen Großprojekt auszusteigen.

http://www.nabu.de/themen/verkehr/verkehrspolitikprojekte/fehmarnbelt/

Für Rückfragen:
Malte Siegert
NABU-Fehmarnbeltexperte und Leiter Umweltpolitik NABU Hamburg
Tel. 040-697089-15, mobil 0173-9373241

Dänisches Wattenmeer wird Teil des Weltnaturerbes

Das Weltnaturerbe Wattenmeer ist komplett: Dänischer Teil des Wattenmeeres ist auf der UNESCO Welterbeliste

23.6.2014: Heute beschloss das UNESCO Welterbekomitee auf seiner Sitzung in Doha, Katar, das Weltnaturerbe Wattenmeer mit dem dänischen Teil des Wattenmeeres und zusätzlichenniedersächsischen Offshore-Gebieten zu erweitern. Das gesamte Wattenmeer ist jetzt Weltnaturerbe. „Das ist der größte Erfolg für die gemeinsamen Bemühungen der drei Wattenmeerstaaten seit der Gründung der Trilateralen Zusammenarbeit im Jahr 1978, um dieses einzigartige Gebiet gemeinsam zu schützen und zu erhalten“, sagte Jens Enemark, Leiterdes Gemeinsamen Wattenmeersekretariats in Wilhelmshaven, während seiner Dankesrede auf der Sitzung des Welterbekomitees in Doha, Katar.“ ‚Unser Welterbe‘ ist nun vollständig und wir werden diese Gelegenheit ergreifen, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten zu verstärken,um den ‚Außergewöhnlichen Universellen Wert‘ des Wattenmeers zu erhalten und zu stärken“.

Das Welterbekomitee hat bereits 2009, als das deutsch-niederländische Wattenmeer Welterbe wurde, eine Erweiterung mit dem dänischenTeil des Wattenmeeres gefordert.

Diese Erweiterung des Gebietes wird auch auf vielen Veranstaltungen gefeiert, dieim Juni anlässlich des fünften Jahrestages des Weltnaturerbes Wattenmeer stattfinden, so z.B.mit kostenlosen Wattwanderungen in Niedersachsen und einemWeltNaturErbeFest am 29. Juni in Schleswig-Holstein. Eine ausführliche Liste der Veranstaltungen gibt es auf der Internetseite: www.wattenmeer-weltnaturerbe.de.

Das gesamte Welterbegebiet umfasst nun 11.500 km² und ist das weltweit größte zusammenhängende Watt-Inselgebiet der Welt. Es ist unverzichtbar für Millionen von Vögeln– nur hier finden sie genug Nahrung für die Tausende von Kilometer lange Reise zwischen den Brutgebieten in der Arktis und den Überwinterungsgebieten in Afrika.

Das Weltnaturerbe Wattenmeer steht damit auf einer Stufe mit anderen weltberühmten Naturwundern wie dem Great BarrierReef in Australien, dem Grand Canyon in den USA und der Serengeti in Tansania. Außerdem ist es eines von nurdrei transnationalen Weltnaturerbestätten, die sich über drei Staaten erstrecken.

Mit der Erweiterung werden auch die bestehenden Aktivitäten rund um das Wattenmeer unterstützt und verstärkt. Durch eine gemeinsame Kommunikation des Wattenmeeres als Ganzes wird die Verantwortung aller drei Staaten für das Wattenmeer unterstrichen. „Seitdem dasdeutsch-niederländischeWattenmeer 2009 in die Weltnaturlisteaufgenommen wurde, haben viele Menschen vor Ort diese Auszeichnung aufgegriffen und unterstützen das Weltnaturerbe “ sagte Jens Enemark in seiner Rede in Doha,“Sie sindstolz darauf, Teildieser einzigartigen, weltweit bedeutendenArbeit zu sein. Sie engagieren sichfür denNaturschutzsowohl für heutige als auch für zukünftige Generationen, weil sie erkannt haben, dassnur dann, wennsiezu einem wirksamenSchutz beitragenund andere dafür sensibilisieren auch glaubwürdig sein können, wenn es darum geht, von seiner Schönheitund seinem Reichtum zu profitieren“.

„Das Wattenmeer ist ein magischer Ort. Ein Ort, wo sich Himmel und Erde eine Bühne teilen. Ein Ortvoller Erlebnisseund Geschichten. Kommen Sie und erleben und schützen Sie ein Wunder der Natur“ erklärte Jens Enemark zum Abschluss seiner Rede an das Welterbekomitee, das aus Repräsentanten aus 21 Ländern besteht.

Weitere Informationen:
www.wattenmeer-weltnaturerbe.de
http://whc.unesco.org

Informationen zum Gebiet:
Die Nominierung der aktuellen Erweiterung um das dänische Wattenmeer, sowie die Nominierung des deutsch-niederländischen Wattenmeeres im Jahr 2008 wurde vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven koordiniert. Das Wattenmeer wurde aufder 33.Sitzung des Welterbekomiteesam 26. Juni 2009 in Sevilla indie UNESCO Welterbeliste aufgenommen, mit der Aufforderungdas Gebiet mit dem dänischen Teil des Wattenmeeres zu erweitern.

Das niederländisch-deutsch-dänische Weltnaturerbe Wattenmeer umfasst etwa 11.500 km² und ist dieweltweit größte, zusammenhängende Fläche von Schlick- und Sandwatt mit dynamischen Prozessen, die in einem weitgehend ungestörten Naturzustand ablaufen.

Es umfasst alle Elemente, die für ein natürliches und dynamisches Wattenmeer kennzeichnend sind: ausgedehnte Wattflächen und breite Rinnen zwischen vorgelagerten Inseln, blühendeSalzwiesen vor den Deichen und auf den Inseln, die sich über 500 km entlang der Küste erstrecken, wechseln sich ab mit weißen Stränden und Dünen auf den Inseln und großen Sandbänken im äußeren Wattenmeer. Es ist ein Gebiet, in dem man erleben kann, wie Naturkräfte die Landschaft immer wieder neu gestalten und das international bedeutend ist als Drehscheibe für 10-12 Millionen Vögel auf ihremZugweg im Frühjahr und Herbst zwischen den Brutgebieten in der Arktis und den Überwinterungsgebieten in Afrika.

Mit der Aufnahme des Wattenmeeres in die Welterbeliste,verpflichten sich die Vertragsstaaten gegenüber der UNESCO Welterbekonvention den ‚Außergewöhnlichen Universellen Wert‘ des Wattenmeeres zu schützen und zu erhalten, insbesondere bezüglich der Kriterien, unter denen das Gebiet in die Liste aufgenommen wurde, und den Erhalt seiner Unversehrtheit mit einem effektiven Management sicherzustellen.

Das Wattenmeer wurde unter den Kriterien Geologie, natürliche ökologische Prozesse und Biodiversität in die Welterbeliste aufgenommen und ist in allen drei Staaten seit über 25 Jahren als Naturschutzgebiet und Nationalparks geschützt.

Sauerstoffmangel in der Ostsee – Antwort der Bundesregierung

Sauerstoffmangel in der Ostsee – Antwort der Bundesregierung

hib – heute im bundestag Nr. 319
Neues aus Ausschüssen und aktuelle parlamentarische Initiativen
Di., 17. Juni 2014,

Berlin: Sauerstoffmangel in der Ostsee führt zu einer verringerten Nachwuchsproduktion bestimmter mariner Fischarten, wie Dorsch oder Plattfischen, weil für die Ei- und Larvenentwicklung ausreichend Sauerstoff vorhanden sein muss und die frühen Lebensstadien wenig mobil sind. Ausgewachsene Fische können Sauerstoffmangelzonen dagegen in aller Regel ausweichen oder Gebiete mit giftigen Schwefelwasserkonzentrationen meiden, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (18/1720)
http://dip.bundestag.de/btd/18/017/1801720.pdf
auf eine Kleine Anfrage (18/1545)
http://dip.bundestag.de/btd/18/015/1801545.pdf
der Fraktion Die Linke.

Der Bundesregierung sei keine Statistik zur Menge der an Sauerstoffmangel verendeten Fische an der deutschen Küste oder in der gesamten Ostsee bekannt, heißt es darin weiter. Im Vergleich zur fischereilichen Sterblichkeit, also der direkten Entnahme durch den Menschen, dürfte diese Menge für die kommerziell genutzten Arten ihrer Ansicht nach aber verschwindend gering sein.

Die Regierung sieht keine kurzfristigen oder direkten Möglichkeiten, die Folgen des Auftretens sauerstoffarmer Wasserkörper auf die Fischbestände zu mildern. Indirekt seien Bemühungen, den Eintrag von Nährstoffen zu reduzieren, am Erfolg versprechendsten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft arbeite derzeit intensiv an einer Novellierung der Düngeverordnung. Dabei würden praxisgerechte Änderungen angestrebt, von denen eine weitere Reduzierung der Gewässerbelastung zu erwarten sei, heißt es in der Antwort.

Positionspapier der Konferenz „Ein anderes Meer ist möglich!“,

Positionspapier der Konferenz „Ein anderes Meer ist möglich!“

Auf der Konferenz „Ein anderes Meer ist möglich!“, zu der ein breites Bündnis aus umwelt- und entwicklungspolitischen Organisationen vom 15. bis 17. Mai nach Bremen eingeladen hat, wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Positionspapier zur Meerespolitik verabschiedet, das die Grenzen des Blauen Wachstums zum Thema macht.

Nach Meinung der einladenden Organisationen steht unser Umgang mit dem Meer vor einer Richtungsentscheidung. Der immer stärkere Zugriff auf die lebenden, mineralischen und energetischen Ressourcen der Meere gefährdet den Erhalt der marinen Ökosysteme und befördert eine ungerechte und ungleiche Entwicklung. Während die EU-Kommission ihren ebenfalls in Bremen stattfindenden, diesjährigen Kongress zum Europäischen Tag des Meeres unter die Überschrift „Innovation driving Blue Growth“ gestellt hat, rückte die zivilgesellschaftliche Konferenz die Entschleunigung des globalen Wettlaufs um die Schätze des Meeres in den Mittelpunkt.

Die Organisationen sind sich darin einig, die Gefahr abzuwenden auf See dieselben Fehler zu wiederholen, die an Land zu Umwelt-, Klima- und Entwicklungskrise geführt haben. Noch gibt es für das Bündnis Alternativen, die beschritten werden können und zu einem Ende des Artensterbens und von Überfischung und Vermüllung der Meere führen. Unter anderem fordern sie die Tiefsee unangetastet zu lassen, mehr Meeresgebiete unter effektiven Schutz zu stellen und die Menschen- und Arbeitsrechte auf See durchzusetzen.

Ein anderes Meer ist möglich!

Erklärung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zivilgesellschaftlichen Konferenz
zum Europäischen Tag des Meeres 2014

17. Mai 2014

Für eine gerechte und umweltschonende Meerespolitik sind die folgenden Forderungen vordringlich:

Ende der Überfischung

Trotz immer zerstörerischerer Fangtechniken sinkt die Menge des global gefangenen Fischs, weil die Bestände unter der Überfischung zusammenbrechen. Der Preis dafür sind der Verlust an Stabilität der marinen Ökosysteme, an handwerklicher Fischerei und Ernährungssicherheit in den Ländern des Südens.

Wir wollen eine umfassende Reform der Fischerei hin zur Nachhaltigkeit. Wir fordern Fangquoten nach dem Prinzip des „maximum sustainable yield“ (MSY) auf der Basis des Vorsorgeprinzips und ökosystemarer Ansätze. Fangmengen dürfen allein nach wissenschaftlichen Kriterien festgelegt werden. Ebenso wichtig ist der Abbau schädlicher Subventionen bis 2020, die umweltschädliche Fischereitechnologien und Fischereimethoden fördern. Unter anderem gilt es ein Verbot für Tiefsee- und Bodenschleppnetze umzusetzen und in diesem Kontext die entsprechende UNGA-Resolutionen, welche u.a. Bodenschleppnetze auf Seebergen verbieten, zu unterstützen. 2030 muss in einem zweiten Schritt eine Bewirtschaftung der Bestände von 20% unter dem MSY etabliert werden, um damit die illegale Fischerei mit in die Berechnungen einzubeziehen, den Schutz der marinen Biodiversität zu berücksichtigen sowie natürlichen Bestandsschwankungen besser Rechnung zu tragen.

Anstelle des dominierenden Zugriffs der Industrieländer und der industriellen Fangflotten auf die weltweiten Fischbestände fordern wir parallel zum Abbau in den Industrieländern die Entwicklung eigenständiger Fischerei-Kapazitäten im globalen Süden bis 2020 zur Sicherstellung des Rechts auf Nahrung und ein Umschwenken auf die Bevorzugung der handwerklichen Fischerei bei strukturellen Entscheidungen. Die Vergabe von Fischereilizenzen an Fangflotten in den AWZ von Ländern, in denen die Ernährungssicherheit gefährdet ist, darf nur nach einer unabhängigen, wissenschaftlichen Bestimmung eines entsprechenden Überschusses und transparenten sowie partizipativer Mechanismen erfolgen. Dazu sind entsprechend des Seerechtsübereinkommens bis 2020 flächendeckend „Regional Fisheries Management Organisations“ (RFMOs) aufzubauen, die alle Fischfangnationen einbinden. In diesem Kontext muss auch die Bekämpfung der illegalen Fischerei konsequent umgesetzt werden.

Meeresschutz ausbauen

Wir wollen die Ausweitung der Meeresschutzgebiete im offenen Meer und an der Küste. Die Forderung der „Biodiversitäts-Konvention“ (CBD) im Strategischen Plan nach 10% Meeresschutzgebieten im offenen Meer und an der Küste bis 2020 ist als Meilenstein einer neuen Zukunftsagenda zu setzen. Bis 2030 soll sich die Fläche der Meeresschutzgebiete auf 20% vergrößert haben. Meeresschutzgebiete müssen unter Berücksichtigung von Transparenz und naturschutzfachlichen Grundlagen festgelegt werden. Die Schutzgebiete müssen auf einem ausreichend finanzierten Management beruhen, das auf einer partizipatorischen und gerechten Grundlage fußt, die Rechte der lokalen Bevölkerung berücksichtigt sowie Betroffene in die Umsetzung der gebietsspezifischen Schutzziele und -regeln einbezieht. Schutzgebiete sollen ausreichend große ungenutzte Flächen (Nullnutzungszonen) enthalten. Für die europäischen Gewässer bedeutet dies mindestens 50%. Ebenfalls berücksichtigt werden muss ein vollständiger Ausschluss von Fischereitechniken aus Schutzgebieten, die zum Beifang von Meeressäugern und anderen Nichtzielarten führen und Lebensräume zerstören – allen voran Grundschleppnetzfischerei und Stellnetze. Die Reduzierung von Beifang muss in der Fischerei eines der obersten Ziele sein, entsprechend gefördert und durch selektive Fangtechniken umgesetzt und dies auch kontrolliert werden.

Der Prozess um ein „Implementing Agreement on Marine Biodiversity of the High Seas“ im Rahmen des UN-Seerechtsübereinkommens (UNCLOS) muss zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden. Meeresschutz muss auch auf dem Meeresboden etabliert werden. Auf der Hohen See und dem Meeresboden soll ein umfassendes Netzwerk von Schutzgebieten errichtet werden. Eigenständig sichergestellt werden müssen im Rahmen des Meeresschutzes der Artenschutz und der Erhalt der Biodiversität. Wesentliche Schritte hierzu sind das Verbot des Fangs und der Tötung von Walen und Delfinen, ein Verbot des Finnings von Haien, eine Eindämmung des illegalen Handels mit Meerestieren und des Beifangs von Seevögeln und anderen Meeresbewohnern.

Damit der Meeresumweltschutz eine Chance hat, muss die Versauerung und Erwärmung der Meere durch den Klimawandel eingedämmt werden. Eine konsequente Umsetzung der Vereinbarungen zum Klimaschutz ist hierfür die Voraussetzung.

Über die Meeresschutzgebiete hinaus ist für alle Meere das Ziel eines Guten Umweltzustandes im Sinne der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie zu verfolgen.

Schluss mit der Vermüllung

Die Mülleinträge ins Meer sollen bis 2020 um mindestens 50% reduziert werden, in Anlehnung an den zu erreichenden Guten Umweltzustand nach der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie. Bis spätestens 2035 muss das Problem der „Müllkippe Meer“ endgültig gelöst sein, das heißt der Eintrag muss auf Null reduziert werden. Um den Eintrag von Land zu verringern, müssen effektive Maßnahmen im Bereich der Ressourceneffizienz, des Produktdesigns und der Abfall- und Recyclingwirtschaft in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen entwickelt und mit den regionalen Meeresschutzübereinkommen vorangetrieben werden. Die 2011 verabschiedete „Honolulu-Strategie“, die Message from Berlin (2013) und die auf der Rio+20-Konferenz begründete „UN-Partnership on Marine Litter“ sollen vorangetrieben werden.

Tiefsee unangetastet lassen

Wir fordern ein internationales Moratorium für den Abbau von Erzen aus der Tiefsee. Wir fordern die Durchsetzung eines internationalen Verbots zur Förderung von Öl und Gas aus der Tiefsee und der Arktis bis 2020. Die Ölförderung in der Tiefsee (ab 200 m) und in der Arktis ist besonders riskant, wie sich beim Untergang der „Deepwater Horizon“ bereits gezeigt hat. Unter der Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien müssen stattdessen alternative Rohstoffstrategien entwickelt werden, die vorrangig auf eine Einsparung und ein effektives Recycling setzen. Verstärkt gefördert werden muss die wissenschaftliche Grundlagenforschung zur Ökologie der Tiefsee. Von vornherein muss der Abbau von Methan aus der Tiefsee aufgrund der extrem klimatreibenden Auswirkungen des Gases verboten werden, ebenso die Einlagerung von CO2 in der Tiefsee, aufgrund des großen Gefahrenpotentials dieser Technologien.

Menschen- und Arbeitsrechte auf See durchsetzen

Die Rettung von Menschen aus Seenot, eines der ältesten Gesetze auf See, muss verbindlich durchgesetzt werden. Obwohl sie im Seerechtsübereinkommen der UN, in der „International Convention for the Safety of Life at Sea“ (SOLAS) und der „International Convention on Maritime Search and Rescue“ der „International Maritime Organization“ (IMO) verankert ist, wird sie immer öfter missachtet, vor allem wenn es um die Seenotrettung von Flüchtlingen geht.

Billigflaggen müssen abgeschafft werden. Die Ausflaggung von Schiffen dient allzu oft der Aushebelung von Arbeits-, Umwelt- und Menschenrechten auf See. Entsprechend der International-Transport-Workers’-Federation-Initiative von 1948 muss bis 2020 ein internationales Vertragswerk ratifiziert werden, das die Flagge an die Nationalität bzw. den Wohnsitz der Eigentümer bindet und dadurch eine bessere Kontrolle der Abläufe und Verantwortlichkeiten an Bord erlaubt.

Generell gilt es die Einhaltung von Menschen-, Arbeits- und Sozialrechten auf See, einschließlich Offshore-Anlagen und Häfen, auf Werften und bei der Abwrackung von Schiffen konsequent zu kontrollieren. So ist beispielsweise die Umgehung von Umwelt- und Sozialrechten in der maritimen Wirtschaft durch die Auslagerung von Schiffsabwrackungen zu unterbinden. Insbesondere muss Wert darauf gelegt werden, Kontrollen (Hafenstaat) zur Umsetzung und Einhaltung der „Maritime Labor Convention“ von 2006, die ab dem 20. August 2014 weltweit gelten wird, durchzuführen.

Die Konferenz wurde veranstaltet von:

+++ Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk +++ Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst +++ Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland +++ Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz +++ Deepwave +++ Deutsche Seemannsmission +++ IntKom/Fair Oceans +++ Forum Umwelt und Entwicklung +++ Greenpeace +++ medico international +++ Naturschutzbund Deutschland +++ Redaktion Waterkant +++ Robin Wood +++ Shipbreaking Platform +++ Slow Food Deutschland +++ International Transport Workers‘ Federation/ver.di +++ Whale and Dolphin Conservation +++ World Wide Fund For Nature +++

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Für Nachfragen zur Konferenz und zu der Konferenzerklärung können Sie sich an folgende Kontakte wenden bzw. die entsprechenden Zitate für Ihre Berichterstattung verwenden:

Christopher Duis, Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk e.V. (BeN), +49/421/69531453,
christopher.duis@ben-bremen.de

Francisco Mari von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst:

»Die handwerkliche Fischerei hat weltweit eine entscheidende Bedeutung für die Ernährungssicherheit. Angesichts der Konkurrenz mit den industriellen Fangflotten und den zahlreichen Vorhaben zur Erschließung der Meere gerät die Kleinfischerei mehr und mehr unter Druck. Aus diesem Grund unterstützt Brot für die Welt unter anderem die Einführung der Freiwilligen Richtlinien zur handwerklichen Fischerei durch die Welternährungsorganisation. Der Kleinfischerei muss eindeutig Vorrang beim Fischfang gewährt werden.«

Francisco J. Marí, Referent Agrarhandel + Fischerei, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst , +49/30/652111822, +49/179/4621783,
francisco.mari@brot-fuer-die-welt.de

Nadja Ziebarth, Meeresschutzreferentin/Leiterin des Meeresschutzbüros, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)/Friends of the Earth Germany, +49/421/7900232,
nadja.ziebarth@bund.net

Kai Kaschinski von Fair Oceans:

»Aus unserer Sicht müssen die Schwerpunkte in der Meerespolitik völlig anders gesetzt werden. Die Zivilgesellschaftliche Konferenz hat der Politik des Blauen Wachstums eine klare Absage erteilt. Die Gefahr, dass auf See dieselben Fehler wiederholt werden, die an Land zu Umwelt-, Klima- und Entwicklungskrise geführt haben, muss dringend abgewendet werden. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die globale und entwicklungspolitische Dimension der Meerespolitik.«

Kai Kaschinski, Fair Oceans, +49/152/29517004,
fair-oceans@gmx.info

Onno Groß von DEEPWAVE e. V.:
»Die Ozeane haben sich in der Geschichte der Erde oft verändert. Doch noch nie in solch rasantem Tempo, wie wir es heute vor allem in den Eismeeren erleben. Die weltweiten Treibhausgas-Emissionen, darunter insbesondere das CO2, führen zu einer Versauerung der Meere und gefährden die Lebensgemeinschaften im Plankton – der blauen Lunge unserer Erde. Der Hitzestress durch die Erwärmung bedroht zunehmend die tropischen Korallenriffe und andere Meeresökosysteme. Es ist höchste Zeit mehr Schutzgebiete im Ozean als Referenzzonen einzurichten und die internationalen Verpflichtungen zum Klimaschutz voranzutreiben.«

DEEPWAVE e. V., info@deepwave.org

Pastorin Heike Proske von der Deutschen Seemannsmission e.V.:
»Die Arbeit der Deutschen Seemannsmission beginnt mit der Erkenntnis, dass an Bord von Schiffen MENSCHEN arbeiten und leben. Globales Bewusstsein, wie es alle Themen der Konferenz, die MEER und SEELEUTE betreffen, haben, versuchen wir an alle weiterzugeben: Für ein anderes – ein besseres MEER!«

Pastorin Heike Proske, Generalsekretärin Deutsche
Seemannsmission e.V., +49/421/1736315,
heike.proske@seemannsmission.org

Jürgen Maier vom Forum Umwelt und Entwicklung:
»Auf der Zivilgesellschaftlichen Konferenz waren fast 20 Nichtregierungsorganisationen vertreten. Ein Großteil der umwelt- und entwicklungspolitischen NGOs, die sich derzeit in Deutschland mit Meerespolitik befassen, haben die Konferenz gemeinsam getragen. Auch VertreterInnen von NGOs in Entwicklungsländern nahmen teil und brachten ihre kritischen Erfahrungen ein. Im Mittelpunkt standen die Forderungen nach einem Ende der Überfischung, einem Ausbau von Meeresschutzgebieten, Maßnahmen gegen die Vermüllung der Meere, einem Moratorium beim Tiefsee-Bergbau und der Durchsetzung von Menschen- und Arbeitsrechten auf See. Das sind aus unserer Sicht die dringlichsten Themen für eine nachhaltige, gerechte und umweltschonende Meerespolitik. Mit mehr Technik schneller fahren auf dem bisherigen Weg, wie es die offizielle Konferenz nahelegt, ist keine Option.«

Jürgen Maier, Forum Umwelt & Entwicklung, +49/30/678177588, +49/171/3836135,
chef@forumue.de

Thilo Maack, Kampaigner Meere & Biodiversität, Greenpeace Deutschland, +49/40/30618 359, +49/171/8780841,
thilo.maack@greenpeace.de

Martin Glasenapp, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, medico international, +49/69/944380,
glas@medico.de

Dr. Kim Cornelius Detloff vom NABU:
»Die Vielzahl menschlicher Eingriffe in die Meeresnatur und deren Zusammenwirken führt zu einem nie dagewesenen Sterben von Arten und Verlust von Lebensräumen. Die Meere sind verletzlich und ihre Ressourcen endlich. Die aktuelle Meerespolitik der EU führt in die Sackgasse. Anstatt unvermindert auf Wachstum zu setzen, brauchen wir einen klaren Wandel zu mehr Vorsorge, Steuerung und Nachhaltigkeit in der maritimen Wirtschaft. Der NABU setzt sich insbesondere für umweltverträgliche Fischerei und Nullnutzungszonen in Schutzgebieten, den naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windkraft und Maßnahmen gegen Plastikmüll im Meer ein.«

Dr. Kim Cornelius Detloff, NABU, +49/152/09202205,
Kim.Detloff@NABU.de

Patrizia Heidegger, Executive Director, NGO Shipbreaking Platform, +32/2/6094419, +32/483/125443,
Patrizia@shipbreakingplatform.org

Annegret Reinecke von Robin Wood:
»Blue Growth – die EU versucht, das Meer immer weiter mit knallharten wirtschaftlichen Interessen auszubeuten und spricht gleichzeitig von „Nachhaltigkeit“. Die Zivilgesellschaftliche Konferenz hat an vielen Beispielen gezeigt, dass diese Show nicht gelingt.«

Annegret Reinecke, Robin Wood, +49/421/598288,
annegret.reinecke@robinwood.de

Dr. Ursula Hudson von Slow Food Deutschland e.V.:
»Für eine wachsende Zahl von Menschen sind Verantwortung und Nachhaltigkeit Voraussetzung für Genuss und Genießen – die Erschöpfung oder Verschwendung der Meeresressourcen vor unserer Haustür ist gesellschaftlich nicht zu akzeptieren«, erklärt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. »Nachhaltige Fanggrenzen bis 2015 sind ein wichtiger Schritt für die Lösung der Probleme in unseren Meeren und sie sind für die europäischen Bestände machbar – dieses wichtige GFP-Ziel muss ohne Aufschub umgesetzt werden. Eine Ausweitung der Nutzung maritimer Ressourcen und damit verbundene Eingriffe in das Ökosystem Meer müssen kritisch auf ihre Auswirkungen auf die sowieso schon geschwächten Fischbestände betrachtet werden.«

Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland e.V.
Pressekontakt: Anke Klitzing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, +49/30/200047513,
a.klitzing@slowfood.de

Torben Seebold, Leiter der Bundesfachgruppe Schifffahrt, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bundesverwaltung, Fachbereich Verkehr, +49/170/8537395, +49/30/69562630, torben.seebold@verdi.de

Burkhard Ilschner von der Redaktion der WATERKANT:
»Trotz aller Erfolge, die 30 Jahre europäischer Meerespolitik punktuell gebracht haben mögen, sind etliche neue Belastungen hinzu gekommen – von Mikroplastik- und Nano-Partikeln oder gentechnisch veränderten Substanzen oder hormonell wirkenden Chemikalien hat vor 30 Jahren niemand gesprochen. Heute stellen sie akute Gefahren dar, zumal sie selbst und ihre Folgen weitaus weniger auffällig sind als dank Dünnsäure verkrüppelte Klieschen damals. Und mindestens ebenso bedeutend ist die Vielfalt rapide wachsender Ansprüche unterschiedlichster Nutzungsinteressenten, die sich gegen die Meere, ihre Küsten und letztlich auch gegen die am und vom Meer lebenden Menschen richten. Wenn also die EU-Kommission jetzt in Bremen »Innovation driving Blue Growth« trompetet, ist es für alle zivilgesellschaftlich Aktiven höchste Zeit, ihr gemeinsam den Marsch zu blasen.«

Burkhard Ilschner, Redakteur WATERKANT, +49/4702/920094,
buero@waterkant.info

David Pfender von Whale and Dolphin Conservation:
»Gemeinsam mit den Teilnehmern der Zivilgesellschaftlichen Konferenz halten wir den wirtschaftlichen Ausbau des Sektors Meer unter Anbetracht des derzeitigen schlechten Umweltzustands der Meere für äußerst fragwürdig. Die EU-Initiativen den Tiefseebergbau voran zutreiben ist auf Grund mangelnden Wissens über die Tiefsee nicht mit dem Vorsorgeprinzip zu vereinbaren und somit bis auf weiteres zu stoppen. Wir begrüßen die Entscheidung der EU, bei der Entwicklung von Projekten einen deutlichen Fokus auf die Nachhaltigkeit zu legen. Um ein Projekt ökologisch nachhaltig zu gestallten, fordern wir, dass es sowohl im strategischen als auch im operativen Teil eines Projekts zu keiner Zeit zu einer Beeinträchtigung, Zerstörung oder Veränderung der Lebensräume von Walen und Delfinen kommen darf.«

Persönlicher Ansprechpartner auf den Veranstaltungen des EMD 2014: David Pfender, +49/176/5679 54 34,
David.Pfender@whales.org
Pressekontakt: Ruth Schlögl, +49/160/4332483,
Ruth.Schloegl@whales.org

Stephan Lutter von WWF Germany:
»Hoch- und Tiefsee sind kein Selbstbedienungsladen für die Industrie. Wir brauchen auch dort endlich Meeresschutzgebiete.«

Stephan Lutter, International Marine Policy & Marine Protected Areas, WWF Germany, +49/40/530200-322, +49/151/18854925,
Stephan.Lutter@wwf.de

Klage gegen den Offshore-Windpark Butendiek

NABU klagt gegen den Offshore-Windpark Butendiek

Der NABU klagt nach Umweltschadensgesetz gegen den Bau des Offshore-Windparks Butendiek. Die Klageschrift ist am 17. April an das Verwaltungsgericht Köln gegangen. Der Umweltverband befürchtet Schäden bei streng geschützten Meeresvögeln und Schweinswalen. Butendiek liegt 32 Kilometer westlich von Sylt, inmitten des FFH-Gebiets „Sylter Außenriff“ und des EU-Vogelschutzgebiets „Östliche Deutsche Bucht“. „Die Klage ist unsere letzte Möglichkeit, eine ökologische Katastrophe in zwei Natura-2000-Gebieten vor unserer Küste zu verhindern, nachdem Jahre des naturschutzfachlichen Dialogs ins Leere liefen. Das ist nicht die Form erneuerbarer Energien, für die der NABU steht“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Adressat der Klage ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesamt für Naturschutz. Der NABU fordert einen sofortigen Baustopp, um Schäden an der Meeresnatur und den Bruch geltenden Naturschutzrechts zu verhindern. Die Klage ist für den NABU der letzte Schritt am Ende einer jahrelangen Diskussion um den naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windkraft in Deutschland. Bis zuletzt verliefen Gespräche mit den verantwortlichen Politikern, Fachbehörden und der Industrie leider ohne Ergebnis. Nun muss das Gericht über den Fall Butendiek entscheiden.

„Der Windpark Butendiek liegt in der Kinderstube des Schweinswals in der südlichen Nordsee. Hier werden im Frühjahr die Kälber geboren und verbringen ihre ersten Lebensmonate. Für die seltenen Stern- und Prachttaucher ist das Sylter Außenriff ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet. Sie sind äußerst störanfällig, meiden Windparks und verlieren so dauerhaft ihren Lebensraum, mitten in einem EU-Vogelschutzgebiet“, erläutert NABU-Meeresexperte Kim Detloff.

Erst im Februar 2014 hatten Experten des Instituts für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen im Auftrag des NABU in einem Rechtsgutachten dargestellt, dass der Genehmigungsbescheid für den Windpark Butendiek zahlreiche Verstöße gegen geltendes Naturschutzrecht aufweist. Das Projekt hätte in der vorliegenden Form nie genehmigt werden dürfen. Fehlende wissenschaftliche Untersuchungen führten dazu, dass Auswirkungen auf die geschützten Arten ausgeschlossen wurden, kritische Stellungnahmen des Bundesamtes für Naturschutz wurden ignoriert und Vorgaben des europäischen Arten- und Lebensraumschutzes blieben unberücksichtigt, so das Fazit der Rechtsexperten.

Der NABU setzt sich für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende im Stromsektor ein und hält in diesem Rahmen auch einen Ausbau der Offshore-Windkraft für erforderlich. „Fehler in der Planung und Genehmigung von Offshore-Windparks sowie ein fehlendes steuerndes Gesamtkonzept haben dazu geführt, dass sich Naturschutz und Klimaschutz im Fall Butendiek zuwiderlaufen. Wir begrüßen daher, dass die Bundesregierung die Ausbauziele für die Offshore-Windkraft bis 2020 auf 6,5 Gigawatt Leistung reduziert hat. So haben wir die Chance, kritische Projekte auf den Prüfstand zu stellen und wenn nötig zu stoppen, ohne die Energiewende zu behindern“, so Miller.

Ein ausführliches Hintergrundpapier zur NABU-Klage gegen den Offshore-Windpark Butendiek finden Sie unter www.NABU.de/butendiek

Kostenfreie Pressefotos zu den betroffenen Arten Stern- und Prachttaucher unter http://www.NABU.de/presse/fotos/#butendiek

Pressekontakt:
Dr. Kim Cornelius Detloff, NABU-Leiter Meeresschutz, Tel.
030-284984-1626, mobil: 0152-09202205

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