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„Polarstern“-Forscher sitzen wegen Corona am Nordpol fest

Der Eisbrecher Polarstern ist in einer arktischen Scholle eingefroren. Die Forscher und Forscherinnen gehen, in roten Thermoanzügen, auf der schneebedeckten Scholle umher. Es ist dunkel, nur im Horizont sieht man den rötlichen Schein der Sonne.

© The Bowman Lab

Im letzten September sind Forscher:innen der Expedition MOSAiC in Richtung Arktis aufgebrochen. Ziel der Forschungsreise ist es, neue Erkenntnisse über den Klimawandel zu gewinnen. Die gewählte Methode: sich mit dem Eisbrecher Polarstern einfrieren lassen.
Doch auch in der Arktis spürt man die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Nach eigenen Aussagen der Forscher:innen auf Twitter stellt sie COVID-19 vor eine sehr besondere Herausforderung. Trotz genauster Planungen hat niemand vorhergesehen, dass ein solcher Fall auftreten könnte.

Das größte Problem ist vor allem die Infrastruktur, die durch Corona lahmgelegt wurde.
Alle zwei Monate werden hundert Besatzungsmitglieder ausgetauscht, wobei die neu an Board Kommenden über Norwegen anreisen. Durch das coronabedingte Einreiseverbot nach Norwegen kann die Besatzung jedoch nicht mehr durch neue Mitglieder ausgetauscht werden. Die Folgen sind weitreichend, da die Forscher:innen nun nicht mehr nur im Eis, sondern auch auf dem Eisbrecher feststecken.

Außerdem muss nun, als Reaktion auf den Corona-Fall eines Crewmitglieds, das eigentlich neu an Board kommen sollte, jedes neue Besatzungsmitglied zweimal auf Sars-CoV-2 getestet werden.

Die MOSAiC-Expedition ist die größte Arktisexpedition aller Zeiten. Ein gemeinsamer Kraftakt von Wissenschaftler:innen aus 20 Nationen. Daher betont der Expeditionsleiter Prof. Dr. Markus Rex, dass selbst unter diesen Bedingungen von Aufgeben momentan keine Rede sei.

Den vollständigen Artikel findet ihr beim Spiegel.
Mehr Informationen über MOSAiC könnt ihr im Blogbeitrag „Mammutprojekt MOSAiC: ein Jahr festgefroren in der Arktis“ nachlesen oder ihr hört euch den MOSAiC-Podcast „Ein Jahr auf Forschungsreise im Eis“ an.

Meeresschutz ist Klimaschutz – Über 50 NGOs unterzeichnen offenen Brief an die EU

Nahaufnahme der Meeresoberfläche mit Lichtreflektionen. Darüber die Sätze: Worried about climate breakdown? There is an ocean of solutions

© climateocean

Der IPCC-Sonderbericht  über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima hat sehr deutlich gemacht, wie bedroht die Meere durch den Klimawandel sind. Die Ozeane haben eine tragende Rolle im Klimaschutz durch ihre Fähigkeit, CO2 und Wärme aufzunehmen (bisher haben sie schon 90% der anthropogenen Erwärmung absorbiert). Doch der Klimawandel geht nicht spurlos an den Ozeanen vorbei. Die Meeresökosysteme leiden unter anderem an Versauerung, Temperaturerhöhung, Sauerstoffarmut und Änderungen in den Meeresströmungen. Dies hat auch große Auswirkungen auf die Fische und andere Meeresbewohnen in unseren Meeren. Weitere, durch den Menschen verursachte Stressoren, tragen dazu bei, die Meeresumwelt unter Druck zu setzen. So haben sich zwar schon 2014 alle EU-Länder mit der Gemeinsamen Fischereipolitik, dazu verpflichtet, die europäischen Fischbestände bis spätestens 2020 nachhaltig zu bewirtschaften. Dennoch sind noch immer über 40% der Fischbestände in EU-Gewässern überfischt. Doch nur mit intakten Ökosystemen können die Ozeane ihre Fähigkeit beibehalten, die Folgen des Klimawandels abzupuffern.

Daher haben nun, in Anlehnung an den am 25.September 2019 veröffentlichten IPCC-Sonderbericht SROCC, insgesamt  52 europäische NGOs, unter anderem auch DEEPWAVE, einen offenen Brief an die Europäische Kommission unterzeichnet. Dieser ist an die aktuellen sowie zukünftigen Präsidenten der EU adressiert und darin sind  klare Forderung enthalten, wie die Europäische Union dazu beitragen muss, den Meeresschutz endlich aktiv voranzutreiben.

Forderungen der NGOs für effektiven Schutz der Ozeane

  1. Ein Ende der Überfischung und der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei (IUU-Fishing). Alle EU-Institutionen und Mitgliedstaaten müssen die Vorgaben der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU vollständig umsetzen und durchsetzen, insbesondere die Frist für die Beendigung der Überfischung bis 2020.
  2. Ein wirksamen Abkommen zum Schutz der Hohen See bis Ende 2020.
  3. Mindestens 30% Prozent des Ozeans müssen bis Ende 2030 zu wirksamen und effektiv gemanagten Schutzgebieten werden. Die übrigen 70% müssen nachhaltig bewirtschaftet werden.
  4. Die Tiefsee muss durch ein Tiefseebergbau- Moratorium geschützt werden.

Die Beendigung der Überfischung und effektiv gemanagte Meeresschutzgebiete sind wesentliche Klimaschutzmaßnahmen, welche marine Lebensräume und die biologische Vielfalt schützen, zur Regeneration von Fischbeständen und marinen Nahrungsnetzen beitragen, die Bedingungen für die Kohlenstoffaufnahme verbessern und die Widerstandsfähigkeit der Ozeane gegen die Folgen des Klimawandels erhöhen werden. Auch die Tiefsee spielt eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels durch die Aufnahme und Speicherung von CO2. Durch die Aufnahme von überschüssiger Wärme verlangsamt die Tiefsee die Erwärmung an Land. Doch die Tiefsee ist ein empfindliches und weitgehend unerforschtes Gebiet, in dem Folgen durch gravierende menschliche Eingriffe nicht vorhersehbar sind. Sicher ist nur, dass der Tiefseebergbau Giftstoffe, Lichtverschmutzung und Lärm erzeugen wird, was zu einem dauerhaften Verlust der biologischen Vielfalt führen und das Meeresleben weit über die eigentlichen Abbaustätten hinaus beeinflussen könnte. Das Europäische Parlament nahm 2018 einen Beschluss an, welcher ein Moratorium für gewerbliche Förderlizenzen für den Tiefseebergbau fordert, bis die Risiken für die Meeresumwelt vollständig verstanden sind. Die EU muss zu ihren Verpflichtungen stehen, wirksame Maßnahmen durchzusetzen, um die Ozeane und damit auch das Klima zu schützen.

Franziska Bils für DEEPWAVE

Der offene Brief kann auf der Seite von climateocean heruntergeladen werden

Quellen: https://www.climateocean.com/2019/09/25/over-50-ngos-call-on-eu-leaders-to-protect-ocean-as-climate-action/

Kein Fisch Meer: Deutsche Umwelthilfe, Our Fish und Deepwave fordern ein Ende der Überfischung zum Welttag der Meere


© Finke/DUH

Deutsche Umwelthilfe, Our Fish und Deepwave kritisieren Versäumnis der Politik, Überfischung zu stoppen – DUH fordert Ende der Überfischung und illegaler Fischrückwürfe auf See – Aktion der DUH, Our Fish und Deepwave zum Welttag der Meere vor den Toren der Bundesregierung veranschaulicht verheerende Auswirkungen der Überfischung – Marktschreier prangert zu hohe Fangmengen für Dorsch, Hering & Co. an

Berlin, 4.6.2019: Es bleiben nicht mal mehr sieben Monate, um die Überfischung in unseren europäischen Meeren zu beenden. Zu dieser Frist verpflichteten sich 2013 alle EU-Mitgliedstaaten in der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Kurz vor dem Welttag der Meere am 8. Juni machen die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Our Fish und Deepwave auf die verheerenden Folgen eines nicht nachhaltigen Fischereimanagements aufmerksam. Vor dem Reichstag in Berlin forderten sie die Bundesregierung mit einer bildstarken Aktion auf, die Überfischung bis 2020 zu beenden.

Leere Marktstände auf einem inszenierten abgesagten Fischmarkt verdeutlichen, wie es in Zukunft an der Nord- und Ostseeküste immer häufiger aussehen könnte. Ein einsamer Marktschreier schildert stimmgewaltig, wie es zu den leeren Fischauslagen kommen konnte.

41 Prozent der Fischbestände im Nordostatlantik sind überfischt. Zu diesen Fischpopulationen zählen auch der westliche Hering und der östliche Dorsch in der Ostsee. Diese Populationen sind aktuell in einem sehr schlechten Zustand. Erstmals empfehlen die Wissenschaftler vom Internationale Rat für Meeresforschung 2019 für beide Populationen eine Null-Quote, das heißt einen Fangstopp ab 2020. Auch das Warnemünder Heringsfest wurde bereits in diesem Jahr abgesagt, da es im Frühjahr nicht genug Heringe in der Ostsee gab. Das ist unter anderem das Resultat jahrzehntelanger Überfischung.

„Unsere wichtigsten Speisefischarten in Nord- und Ostsee stehen unter Druck: Überdüngung, Verschmutzung, die Folgen der Klimakrise und die Überfischung machen unseren Meeresökosystemen zu schaffen“, sagt Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer. „Trotz der gesetzlichen Vorgabe, die Überfischung bis 2020 zu beenden, wurden wieder zu viele Fangquoten für 2019 oberhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen festgelegt. Frau Klöckner – es ist fünf vor zwölf und Sie sind als Fischereiministerin verantwortlich für unsere Fischpopulationen. Sorgen Sie für den sofortigen Fangstopp bedrohter Populationen und nachhaltige Fangmengen bis 2020“, fordert Müller-Kraenner weiter.

„2019 muss das Jahr sein, in dem die Fanggrenzen endlich den wissenschaftlichen Empfehlungen entsprechen. Außerdem müssen die EU-Fischereiminister das 2020-Ziel der Gemeinsamen Fischereipolitik ernst nehmen, um die Überfischung in den europäischen Meeren zu beenden“, sagt Rebecca Hubbard, Direktorin der Our Fish Kampagne. „Eigentlich ist es eine einfache Rechnung: Wird zu viel Fisch aus dem Meer geholt, kollabieren die Fischpopulationen und sind dann wirtschaftlich nicht mehr nutzbar. Nur eine nachhaltige Fischerei kann die Widerstandsfähigkeit unserer Fischpopulationen gegenüber den Auswirkungen der Klimakrise stärken und führt zu höheren wirtschaftlichen Erträgen und somit zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Fischerei und den Küstengemeinden.“

Anna Groß, CEO der Meeresschutzorganisation Deepwave: „Überfischung ist nicht nur ein ökonomisches Problem. Sie zeigt deutlich unseren völlig falschen Bezug zu den Meeren. Wir behandeln sie als auszuschöpfende Ressource, als Wasserstraße, als Entsorgungsdeponie. Ohne uns darüber im Klaren zu sein, dass wir so zielstrebig auf das Kippen unserer Meere zusteuern. Die derzeitige Fischerei ist verschwenderisch und zerstört eine gemeinschaftliche Ressource. Sie kann dies nur tun, weil sie durch eine Politik gedeckt wird, die unseren Meeren nicht genug Zeit gibt, um sich zu regenerieren. Trotz der seit Januar 2019 vollumfänglichen Anlandungspflicht werden für den täglichen Konsum unvorstellbare Mengen an Meereslebewesen als ungewollter Beifang zurück ins Meer geworfen und wie Abfall behandelt.“

Über Our Fish

Die europäische Initiative Our Fish will sicherstellen, dass die EU-Mitgliedstaaten die Gemeinsame Fischereipolitik umsetzen und für nachhaltige Fischbestände in den europäischen Meeren sorgen. Die Deutsche Umwelthilfe koordiniert die Our Fish-Kampagne in Deutschland.

Über Deepwave

Die Meeresschutzorganisation mit Sitz in Hamburg setzt sich regional und international für den Schutz der Ozeane und ihrer Bewohner ein. Deepwave setzt sich für ein geschärftes Bewusstsein für den globalen Zusammenhang der Gefährdungen des Wasserplaneten ein, denn nur so kann das gemeinsame Erbe des Weltmeeres für künftige Generationen erhalten werden. Die essentielle Problematik der Überfischung auf der Agenda zu halten, ist eine der Aufgaben von Deepwave.

Links:

Kontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Anna Groß, CEO Deepwave
040 4609 1461, deepwave.annagross@gmx.de

Katja Hockun, Projektmanagerin DUH
030 2400867-895, hockun@duh.de

Rebecca Hubbard, Programmdirektorin Our Fish
+34 657669425, rebecca@our.fish

DUH-Pressestelle:

Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe,www.instagram.com/umwelthilfe

 

 

 

Wale können sich nicht wehren

Wale können sich nicht wehren und die Internationale Walfang-Kommission (IWC) lernt nichts dazu… GSM und DUH kämpfen weiter:

14.06.2005 Radolfzell (ots)

Für die Wale geht es um alles, wenn vom 20.-24. Juni im koreanischen Ulsan die „Internationale Walfang-Kommission“ (IWC) ihre 57. Jahrestagung abhält. Sie steht unter keinem guten Omen. „Wir befürchten, dass auch das Gastland Korea wieder offiziell in das gnadenlose Geschäft mit den bedrohten Meeressäugetieren einsteigen will“ erklärt Petra Deimer, Walexpertin bei der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM). Bislang waren den Fischern in Korea jährlich etwa 100 Zwergwale rein „zufällig“ in die Netze gegangen. Wie in Japan, landen solche Beifänge zum Verkauf auf dem Fischmarkt, auch wenn das eine oder andere Opfer hätte gerettet werden können.

Die 20 Jahre dauernden Schutzbemühungen für die Wale lassen nach. In der inzwischen ca. 60 Mitgliedsstaaten starken IWC haben jetzt die Walfänger das Sagen. „Zwar ist das ‚Moratorium’ von 1985/86 noch in Kraft, doch dieses Fangverbot zu kommerziellen Zwecken droht zu kippen“, so Jörg Dürr-Pucher, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). „Es ist kein Geheimnis mehr, dass Japan über seine Entwicklungshilfe das Mehrheitsverhältnis beeinflusst.“ Das Zünglein an der Waage sind bei diesem Deal vor allem kleine Karibikstaaten.

Auf der Abschussliste für die jetzige Saison stehen mehr als 2000 geschützte Wale: Zwergwale, Bryde´s Wale, Sei- und Pottwale, sowie wieder unter allen erdenklichen Konventionen geschützte Finn- und Buckelwale. Der Direktor des japanischen Instituts für Walforschung in Tokio, Dr. Hiroshi Hatanaka, begründet die Ausweitung der Fänge mit einer Zunahme der Bestände, während die Meeresbiologin Petra Deimer von der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) dazu sagt: „Vor Beginn des kommerziellen Walfangs, um 1910, gab es in der Antarktis hochgerechnet 500000 Finnwale, um 1990 nur noch 2000. Von einer Erholung der Population kann keine Rede sein. Und die Situation der Buckelwale ist nicht besser.“

Japan und seine Anhänger werden sich bemühen, bestehende Wal-Schutzgebiete und wichtige Arbeitsgruppen der IWC abzuschaffen. Dazu gehören Bereiche, wie Umweltschutz und Klima, Abenteuertourismus und Whale Watching, akustische Umweltverschmutzung und Schiffsunfälle mit Walen oder Beifang. Der Wissenschaftsausschuss hat 2002 festgestellt, dass hochgerechnet 650000 Meeressäugetiere pro Jahr im Beifang der Fischerei umkommen; in etwa zur Hälfte Robben und Wale und Delfine. Ein 2003 anlässlich der 55. Jahrestagung in Berlin ins Leben gerufenes „Conservation Committee“, das sich künftig mit Belangen des Walschutzes befassen soll, wird vermutlich das Ulsan-Meeting nicht überleben.

Auch während des Moratoriums haben sich die Walfang-Nationen Japan, Norwegen und Island stets zu helfen gewusst und insgesamt mehr als 25000 Wale abgeschossen. Hinzu kommen ein paar hundert, die von Einheimischen Alaskas, Kanadas, Russlands und Grönlands unabhängig vom „kommerziellen Fangverbot“ gefangen werden. Die Statuten der IWC machen dies möglich: Während Norwegen fristgerecht gegen das Moratorium einen „Vorbehalt“ eingelegt hat – und sich nicht daran gebunden fühlt, haben die Söhne Nippons mit dem großen Appetit auf Seegetier ihre Fänge als Wissenschaft deklariert. Walfang für die Wissenschaft ist Ländersache. Allerdings meint die IWC damit Einzelfänge und keine Massenanlandungen, z.B. um den kommerziellen Walfang während des Fangverbots über Wasser zu halten. Island ist dem Wissenschafts-Beispiel gefolgt, nachdem seine Harpunen von 1990 bis 2003 ruhten. Island würde besser auf das unblutige Geschäft mit den Walen setzten, auf Whale Watching.

Während die Walfänger zu Beginn des „Waffenstillstands“ in den Weltmeeren hauptsächlich Zwergwale harpunierten, hat Japan das Feuer seit einigen Jahren auch wieder auf jährlich 50 Bryde´s, 10 Pott- und 50 Seiwale (plus 150 Zwergwale im Nordpazifik) eröffnet. Jetzt will Nippon nicht nur die Quote für antarktische Zwergwale von 440 in etwa verdoppeln, sondern zusätzlich je 50 Finn- und Buckelwale im Schutzgebiet Antarktis abschießen.

Nachdem das Fleisch der Fänge im Namen von Wissenschaft und Forschung über die Seziertische der Labors gegangen ist, darf es übrigens für harte Yen (umgerechnet bis 400,-€ pro Kilo) über die Ladentische gehen.

 

Deutsche Umwelthilfe
Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere

https://www.presseportal.de/pm/22521/690083

 

WWF : Lidl setzt erneut auf falsche Fisch-Palette

WWF kritisiert Darstellung der Fisch-Palette der Supermarktkette

Bremen, 14.06.2005: Vor drei Wochen erst waren es die Haifische, nun folgen Rotbarsch, Shrimps und Alaska-Seelachs: Seit dieser Woche wirbt die Supermarktkette Lidl offensiv für den Kauf dieser Fischsorten. Das besonders Delikate daran: Angesichts des „Hai-Eklats“, in dessen Folge Lidl seine Hai-Produkte kürzlich auf Druck von Umweltschützern aus dem Sortiment nehmen musste, wirbt Lidl nun bei seinem Angebot von Speisefischen mit ausgezeichneter ökologischer Qualität.

Die Umweltfreundlichkeit der angebotenen Produkte ist nach Ansicht des WWF allerdings mehr als zweifelhaft: Die Fischerei-Experten des WWF weisen darauf hin, dass die Bestände des Rotbarsches seit vielen Jahren stark überfischt sind. Das Gleiche gilt für Alaska-Seelachs aus russischen Beständen. Auch der Verzehr von Shrimps ist laut WWF kaum ökologisch, denn beim Fang dieser kulinarischen Leckerbissen werden Unmengen anderer Meeresbewohner ungewollt mit gefangen. Der Beifang führt manche Arten an den Rand des Aussterbens. Langfristig leiden ganze Ökosysteme unter dieser Art der Fischerei.

Heike Vesper, Fischerei-Expertin des WWF, ist empört: „Lidl hat einfach nichts dazu gelernt. Erst vor wenigen Wochen musste die Firmenleitung bei den Haien klein beigeben – und jetzt gaukeln sie den Verbrauchern vor, bei Speisefisch besonders auf die Umweltverträglichkeit zu achten.“ Vesper erläutert, dass der WWF bereits seit langem das Gespräch mit Lidl sucht, um die Fischpalette in den Supermärkten nach ökologischen Kriterien auszuwählen. Bisherige Gesprächsangebote wurden jedoch von Lidl abgelehnt. Der WWF stellt bei der aktuellen Debatte ausdrücklich klar, dass die Lebensmittelqualität der neuerdings von Lidl beworbenen Fisch-Produkte durchaus gut sein möge, ökologisch einwandfrei seien sie aber leider nicht.

Der WWF gibt seit vielen Jahren einen Fisch-Einkaufsführer heraus, dem Verbraucher entnehmen können, welchen Fisch man ökologisch bedenkenlos essen kann. Die nun von Lidl beworbenen Fischsorten gehören nicht dazu. Heike Vesper kritisiert auch die unsaubere Darstellung der vermeintlich ökologischen Produkte: Bei Alaska-Seelachs-Filet natur wirbt Lidl mit einer guten Beurteilung, die allerdings für Atlantik-Seelachs ausgesprochen wurde. „Das ist eine ganz andere Fisch-Art. Der eine Seelachs lebt im Atlantik, der andere im Pazifik. Das ist Irreführung der Verbraucher“, sagt Vesper.

https://www.presseportal.de/pm/6638/690122

 

Der Kampf gegen die Krabbensuppe

Der Kampf gegen die Krabbensuppe

DIE ZEIT | 23/2005

Garnelen werden immer billiger, doch der Preis für Natur und Menschen ist hoch: Shrimpfarmen hinterlassen verseuchte Böden, abgeholzte Mangroven und verarmte Küstenbewohner

Von Ariane Moos für ZEIT.de

Man sollte kein Fleisch essen. Massentierhaltung, Überzüchtung und Nahrungsmittelknappheit der Exportländer dank fehlender Ackerflächen verbieten dies eigentlich dem ethischen und moralischen Verständnis eines politisch korrekt denkenden Bürgers. Da die Meere überfischt sind, orientieren sich die Verbraucher schuldbewusst um und konsumieren zunehmend Schalen- und Krustentiere: Sushi-Restaurants boomen und Garnelensnacks generieren in Richtung Fast-Food. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Shrimps, Krabben und deren Artgenossen sukzessive gestiegen. Die Erhöhung der Produktion lässt die Preise sinken und die einstigen Luxusgüter sind zum Trend-Food geworden: Im Jahr 2003 verspeiste jeder Bundesbürger 1,4 Kilo Garnelen. Doch auch der Genuss der exquisiten Schalentierchen ist nicht ungetrübt. Ein Drittel der global gehandelten Shrimps wird mittlerweile künstlich gezüchtet.

Dorit Siemers und Heiko Thiele reisten fünf Monate durch Mittelamerika und untersuchten die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Shrimpkulturen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Ende der 1980er-Jahre wurde die Garnelenzüchtung als Zaubermittel gepriesen: Die eiweißhaltigen Tiere sollten die Ernährungsprobleme der südlichen Länder lösen, gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen und für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen. Ähnlich wie einst bei der „grünen Revolution“, wo man das Allheilmittel in der produktivitätssteigernden Wirkung der Düngemittel vermutete, sah man bei der „blauen Revolution“ die Lösung der Probleme in den Aquakulturen. Weltbank und Entwicklungshilfe-Programme förderten diese Entwicklung intensiv und brachten einen Kreislauf in Gang, der viele Verlierer und wenig Profiteure zu Tage förderte.

Die natürlichen Bestände reichen längst nicht mehr aus; die Larven werden mittlerweile in Laboratorien hergestellt (und gentechnisch verändert) und die Garnelen in riesigen Shrimp-Farmen gezüchtet. Die Mangrovenwälder entlang der subtropischen und tropischen Küsten, die zu den produktivsten Ökosystemen der Welt gehören, eignen sich besonders gut zur Errichtung der Zuchtbecken. In dem guatemaltekischen Fischerdorf Champerico werden in 34 Bassins 200.000 Garnelen pro Hektar gezüchtet. Sie sind keine guten Futterverwehrter: Um ein Kilo Shrimps zu produzieren werden zuvor zwei bis drei Kilo Fischmehl verfüttert. Um Krankheiten entgegenzuwirken, werden täglich 30-50% des Wassers ausgetauscht. Die Gefahr von Seuchen wird mit Antibiotika und Chemikalien gebannt, die mit dem Wasseraustausch direkt in die Mangroven gespült werden. Einige der eingesetzten Produkte sind in der EU verboten, da sie Krebs und Mutationen hervorrufen können. Die gesundheitlichen Schäden bei Menschen und Tieren bleiben dementsprechend in den Umgebungen der Zuchtfarmen nicht aus. Zwar gibt es durchaus Umweltgesetze und Naturschutzgebiete, doch „die Unternehmen werden nicht zur Verantwortung gezogen, da es niemanden gibt, der Anzeigen verfolgt“, erläutert Thiele.

In vielen Regionen hat der Garnelenfang eine existenzielle Bedeutung für die Menschen: Er bietet die Lebensgrundlage der Selbstversorgung und stabilisiert die lokalen Märkte. Seit der Expansion der Shrimpzucht ist dies kaum noch möglich: Die Mangroven werden abgeholzt, der Grundwasserspiegel sinkt, der Salzgehalt steigt und das Wasser wird zunehmend durch die eingesetzten Gifte kontaminiert.

Die Becken können jedoch nur temporär genutzt werden: Nach zehn bis zwölf Jahren sind sie so verbraucht, dass sie stillgelegt werden müssen. Da es für die Konzerne günstiger ist, neue Produktionsanlagen zu bauen als die alten aufzubereiten, suchen sie sich neue Standorte. Zurück bleiben ausgelaugte und für lange Zeit verseuchte Böden. Die Kapazitäten der Küstenregionen mit den benötigten Bedingungen sind begrenzt, weshalb ständig neue Zuchtorte gesucht werden. In der letzten Zeit haben vor allem die Küsten Afrikas an Attraktivität gewonnen und Garnelenzucht wird dort zunehmend umgesetzt.

Die „blaue Revolution“ hat weder die Armut gemindert noch den ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung herbeigeführt. Indische Umweltgruppen errechneten, dass eine Shrimpfarm lediglich fünfzehn neue Arbeitsplätze schafft, zuzüglich weiterer fünfzig Leute, die als Sicherheits- und Wachpersonal benötigt werden. Mancherorts wird den Menschen der Zugang zu den Mangrovengewässern von den Shrimpkonzernen verwehrt und es gab sogar schon Todesopfer zu verzeichnen. Die Menschen sind gezwungen, ihr Geld unter schlechten Arbeitsbedingungen in den örtlichen Verarbeitungsindustrien zu verdienen. „Die Menschen schädigen sich und die Natur weiter, weil sie gezwungen sind in diesen Fabriken zu arbeiten“, sagt Thiele. Dadurch hätten die Konzerne die Macht, Löhne und Sozialstandards zu drücken.

Der Gewinn aus der Garnelenproduktion fließt mit den Exporten außer Landes und vornehmlich auf die Konten der transnationalen Konzerne. Thiele und Siemers kritisieren die Zusammenarbeit der Regierungen mit den Großunternehmen: Während Millionen in den Ausbau der Garnelenzucht fließen, bekommen die Kleinbauern so gut wie keine Unterstützung. „Lösungsvorschläge gibt es nicht“, konstatiert Heiko Thiele nüchtern. Garnelen aus dem Meer, so erläutert er, seien genauso schädlich: „Die Schleppnetze reißen den Meeresboden auf und zerstören die Korallen.“ Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Meeresfrüchte bald an Attraktivität und die Garnelenzucht an Rentabilität verlieren.

umweltzerstörung_ Der Kampf gegen die Krabbensuppe _ ZEIT ONLINE

WWF: Die Mär vom wissenschaftlichen Walfang

Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission IWC vom 20.-24. Juni 2005

Frankfurt, 13.06.05: Die Mär vom wissenschaftlichen Walfang

Trotz Fangverbot hat Japan in den vergangenen 20 Jahren mehr als 7000 Mink-, Pott-, Sei- und Brydeswale gejagt und getötet – angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken. Zur Erforschung der Wale sei deren Fang unvermeidbar, so die Japaner. Im Vorfeld der diesjährigen Tagung der Internationalen Walfangkommission IWC in Südkorea deckt eine WWF-Studie auf: Keines der Argumente, die die Notwendigkeit des Walfangs belegen sollen, hält einer wissenschaftlichen Überprüfung stand. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Japans Forschungsprogramm ein kaum verhülltes Mittel ist, um den japanischen Markt mit Walfleisch zu versorgen.

Nach Ansicht des WWF ist es mit modernen Methoden heute möglich, Wale zu erforschen, ohne sie dabei zu töten. Japan dagegen – eines der am höchsten entwickelten Länder der Welt – arbeitet im 21. Jahrhundert noch mit den Methoden von 1940. Volker Homes, Walexperte beim WWF-Deutschland, erklärt die Fortschritte: „Mit einem speziellen Pfeil können Wissenschaftler den Walen völlig unbedenklich kleine Gewebeproben entnehmen. Genetische Untersuchungen der Proben lassen dann Rückschlüsse auf Geschlecht, Alter und Verwandtschaftsbeziehungen zu.“ Selbst Nahrungsgewohnheiten lassen sich auf diese Weise besser erforschen. „Während der Mageninhalt eines toten Wals nur verrät, was er kurz zuvor gefressen hat, geben die Gewebeproben auch Hinweise auf langfristige Ernährungsweisen“, so Homes.

Einen weiteren Hinweis auf die Qualität der japanischen Walforschung gibt die Anzahl der in wissenschaftlichen Fachmagazinen veröffentlichen Artikel: Keine einzige der vorgelegten Studien konnte die Mindestansprüche der Zeitschriften erfüllen. WWF-Artenschützer Homes: „Die Ergebnisse des japanischen Walfangprogramms sind so dürftig, dass sie dem kritischen Blick internationaler Walexperten nicht standhalten.“

Das Fangverbot auf Großwale wurde 1982 von den Mitgliedsstaaten der IWC verabschiedet und trat 1986 in Kraft. Noch im selben Jahr startete Japan sein Forschungsprogramm. Seitdem haben die japanischen Vertreter immer wieder versucht, die IWC zu einer Aufweichung des Fangverbots und der Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs zu bewegen. Bisher scheiterten alle Anträge am Widerstand der Nationen, die sich für den Schutz der Meerestiere einsetzen. In diesem Jahr könnten die Walfangstaaten erstmals eine Mehrheit erreichen.

Der WWF ist bereits seit vielen Jahren für den Schutz der Wale aktiv und wird sich auf der bevorstehenden IWC für die Meeressäuger einsetzen. Das langfristige Ziel ist es, überlebensfähige Populationen aller Wal- und Delfinarten in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet aufzubauen und zu erhalten.

https://www.presseportal.de/pm/6638/689411

weitere Informationen:

https://www.presseportal.de/pm/22521/695821

https://www.scinexx.de/news/geowissen/delfine-beifang-toedlicher-als-jagd/

Stoppt den kommerziellen Walfang

Tierschützer fordern zum 8. Juni, dem „Tag der Meere“: Stoppt den kommerziellen Walfang

Japanische Walfänger im Südpolarmeer. Quelle: dpa

Bonn (ots) – Während die Menschen heute am 8. Juni 2005 weltweit und friedlich den „Tag der Meere“ feiern, sind Walfänger aus Norwegen und Japan unterwegs, um Hunderte von Walen mit Sprengharpunen zu jagen und zu töten. Whalewatch, eine Koalition aus mehr als 140 Tier- und Naturschutzorganisationen in über 55 Ländern, fordert die Beendigung des kommerziellen sowie des so genannten „wissenschaftlichen“ Walfangs.

Martin Riebe, Sprecher der Koalition in Deutschland kommentiert:
„Es ist zynisch, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem Menschen rund um den Globus den Tag der Weltmeere begehen, Walfangflotten aus Japan und Norwegen nur in der Absicht auf hoher See unterwegs sind, Hunderte von Walen zu töten. Es gibt einfach keinen vernünftigen Grund für das grenzenlose Leiden der Wale, das mit dem Walfang verbunden ist.“

Fast zeitgleich findet übernächste Woche das alljährliche Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) statt. Bei der Tagung in Ulsan, Südkorea, besteht erstmals seit Bestehen des Walfangverbotes im Jahre 1986 die Gefahr, dass die Walfangnationen bei den Abstimmungen eine Mehrheit haben könnten. Whalewatch wird seine Lobbyarbeit deshalb noch einmal intensivieren. Ziel: Aufrechterhaltung des internationalen Walfangverbots und die Verhinderung von Kompromissen, die zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs führen könnten.

Bereits letztes Jahr veröffentlichte Whalewatch einen aufschlussreichen, wissenschaftlichen Bericht, der sich mit Tierschutz im Zusammenhang mit modernem Walfang beschäftigt: ‚Troubled Waters‘ (troubledwaters). Aus diesem Bericht geht ganz klar hervor, was man schon seit langem geahnt hat; dass Wale bei der Jagd und beim Töten extreme Schmerzen und Qualen erleiden müssen und in einigen Fällen nach dem Harpunieren noch über eine Stunde lang mit dem Tod ringen.

WSPA Welttierschutzgesellschaft e.V.

https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/artenschutz/walfang/

Nördlichstes Meeresforschungslabor

Nördlichstes Meeresforschungslabor der Welt fertig gestellt

In Ny-Ålesund auf Spitzbergen wird der norwegische Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik am 1. Juni in Anwesenheit zahlreicher nationaler und internationaler Gäste das nördlichste Meeresforschungslabor der Welt einweihen. Das neue Labor wird von Kings Bay AS betrieben, einem norwegischen Staatsunternehmen, das die Infrastruktur im Forschungsstandort Ny-Ålesund zur Verfügung stellt. Die Baukosten von umgerechnet etwa 4 Mio. Euro wurden zum Großteil vom norwegischen Staat aufgebracht.

Spitzbergen gehört zu einer der nördlichsten Inselgruppen der Arktis. Der frühere Bergbauort Ny-Ålesund an der Westküste ist heute ein internationales Zentrum der modernen Arktisforschung und Umweltüberwachung. Insgesamt acht Nationen, die mit ihren Forschungsstationen dauerhaft in Ny-Ålesund vertreten sind, waren an der Planung des Meereslabors beteiligt. Nach der Grundsteinlegung im Juni 2004 entstand in nur einjähriger Bauzeit ein speziell auf die biologische Forschung ausgerichtetes Labor, das als neustes Gebäude den arktischen Forschungsstandort Ny-Ålesund komplettiert. “Das ist ein großer Tag für Kings Bay AS und die Arktisforschung, da wir nun so weit sind, dass auch das letzte und wichtige naturwissenschaftliche Fachgebiet seine Einrichtung hat³, so Knut M. Ore, Aufsichtsratsvorsitzender der Kings Bay AS.

Jedes Jahr nutzen Forscher aus rund 20 Nationen die idealen Bedingungen in Ny-Ålesund, um biologische Forschung mit Untersuchungen der Atmosphäre und der Geologie der Arktis zu verknüpfen. Damit ist der Standort bestens geeignet, um globale Umweltveränderungen und deren Auswirkungen zu verfolgen. Seit 1988 arbeiten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Ny-Ålesund. Im August 1991 wurde die deutsche Forschungsstation “Koldewey³ eingeweiht. Das Alfred-Wegener-Institut betreibt seit 2003 mit dem französischen Polarforschungsinstitut Paul Emile Victor (IPEV) in Ny-Ålesund eine kooperative Forschungsbasis. Mit über zehn Jahren Forschungserfahrung in Ny-Ålesund standen die Meeresbiologen des Alfred-Wegener-Instituts bei Planung und Bau des neuen Labors als wissenschaftliche Partner zur Seite.

Das Meeresforschungslabor stellt den Wissenschaftlern mehrere Laborräume mit speziell auf die Meeresforschung ausgerichteter Ausstattung zur Verfügung. Dazu gehören Hälterungsbecken mit direkter Frischwasserversorgung aus dem Fjord, mehrere Wärme- und Kälteräume sowie eine mit eigener Druckkammer ausgestattete wissenschaftliche Tauchbasis. Das Labor stand lange auf der Wunschliste der Arktisforscher und wartet mit seinem hohen technischen Standard jetzt auf die Nutzung von Meeresforschern aus aller Welt.

https://www.awi.de/ueber-uns/service/presse-detailansicht/presse/noerdlichstes-meeresforschungslabor-der-welt-fertig-gestellt.html

https://www.awi.de/expedition/stationen/awipev-forschungsbasis.html

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

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