Plastic Pollution - wie wir die Meere mit Plastik vermüllen und wie nicht

The Ocean Cleanup Project: good intentions but devastating consequences?

There is a nudibranch pictured which is brightly blue. The animal is shown swimming, hovering below the sandy sea floor and some green sea grass leaves.

© Shutterstock

The Ocan Cleanup Project by Boyan Slat seems like an ambitous and revolutionary approach to fight plastic pollution. If we take a second glance, however, its disadvantages and consequences might become more obvious. Even though there is an environmental impact assessment concerning the effect of this project on marine ecosystems and biodiversity, there is critisicm. Scientists, such as the biologist Rebecca Helm, state that important communities of organisms living near the water surface, the neuston, are left out in the assessment. Small animals such as blue buttons and by-the-wind sailors form patches which are crucial for the ecosystem. Why are those tiny organisms so incredibly important?

22.01.2019, The Atlantic, author: Rebecca Helm

Imagine you’re on a small boat in the middle of the open ocean, surrounded by what looks like a raft of plastic. Now flip the whole world upside down. You remain comfortably attached to your seat—the abyss towers above you, and all around, stretching up from the water’s surface, is an electric-blue meadow of life. What you thought was plastic is actually a living island. This meadow is made up of a diverse collection of animals. The most abundant are blue buttons and by-the-wind sailors, with bright-blue bodies that dot the sky like suns, and deep-purple snails found in patches so dense one scientist described collecting more than 1,000 in 20 minutes.

This is the neuston, a whole ecosystem living at the ocean’s surface. I once stumbled upon a raft of neuston when a storm blew it ashore in California. Many neustonic animals are vibrant highlighter colors, and the sand was saturated in bright blues and pale pinks. Together, these small creatures may function like upside-down coral reefs: an oasis of shelter and life far out to sea. As far back as the Cold War era, scientists were describing these colorful and important ecosystems, yet they still remain all but unknown. But now, as efforts to clean the ocean of plastic start up, our ignorance is putting this ecosystem at risk.

The neuston is home to more than blue buttons and bright snails. Erupting through the lawn of blue are crackling purple, red, gold, and yellow strands. These are Portuguese man o’ wars, whose tentacles stretch like lightning from the meadows of blue and pink. And among them, dragons roam.

Small nudibranchs, known as blue sea dragons, feast on blue buttons and man o’ wars, using their winglike cerata to grab and hold onto their tentacled prey. There are sea anemones, barnacles, copepods, color-changing crabs, specialized bacteria, even bugs, all living in this inverted reef in the middle of the open ocean. (Organisms that live exclusively by floating at the surface of the water are called pleuston, while neuston is a broader term, referring generally to the sea-surface ecosystem, which is why I chose to use it here.)

Just like reefs on the seafloor, this ecosystem does not stand apart from the open ocean around it. The neuston is a nursery for multiple species of larval fish and a hunting ground for paper nautilus octopuses. It supports sunfish, leatherback turtles, and diverse ocean grazers, which frequent these islands, relying on them as a food source. At night, soft-bodied jellies rise up to join the neuston, sparkling like fireflies. But all of this, from the blue sea dragons to the by-the-wind sailors, is in peril.

When I learned about the Ocean Cleanup project’s 600-meter-long barrier with a three-meter-deep neta wall being placed in the open ocean, ostensibly to collect plastic passively as the currents push water through the net, I thought immediately of the neuston. How will it be impacted? But in the 146 pages of the Ocean Cleanup’s environmental-impact assessment, this ecosystem isn’t mentioned once.

[…]

As a response to the Biologists concern the founder of the Ocean Cleanup Boyan Slat states, that even though neuston organisms can be found within the area affected by the Ocean Cleanup, they are way more distributed and thus not that heavily affected as Helm claims. By comparing the distribution sizes of the neuston and the area of the garbage patch, according to Slat, not even close to 90% of the neuston will be destroyed and neuston organisms are able to recover from high losses since they have very high reproduction rates.

You can read the complete article of Rebecca Helm in The Atlantik and the responding article by Boyan Slat on The Ocean Cleanup website.

More information concerning plastic pollution is available on our website under pollution and our PLASTIC POLLUTION BLOG.

 

 

Der 8. Runde Tisch Meeresmüll

Sehr viel Plastikmüll liegt an einem Strand. Man kann kaum gehen, ohne auf Plastik zu treten. Im Hintergrund laufen ein paar Menschen. Rechts im Hintergrund ist ein Hotel zu sehen. Tourismus ist eines der Probleme, das der Runde Tisch Meeresmüll bespricht.

© pixabay

Der Runde Tisch Meeresmüll bringt Vertreter von Umweltschutzorganisationen, Instituten, Industrie und Wirtschaft zusammen und wird vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie dem Umweltbundesamt (UBA) ausgerichtet, um wichtige Fragen zum Thema Müll in den Meeren zu klären. Bereits seit 2016 wird an neuen Maßnahmen und deren bestmöglicher Umsetzung zur Reduzierung von Meeresmüll gearbeitet und innovative Alternativen werden vorgestellt. Die 8. Sitzung fand am 10. und 11. Dezember 2019 in Hannover statt.

Aus den zahlreichen Projektvorstellungen hier ein paar Beispiele:

Seebasierte Einträge

In der AG Seebasierte Einträge wurden u. a. über Sanktionsmöglichkeiten gegen illegale Schiffsentsorgungen und Alternativen zu Dolly Ropes (Scheuerfäden aus Kunststoff, die Fischernetze bei der Berührung mit dem Meeresboden schützen sollen) gesprochen. Des Weiteren wurde die Problematik thematisiert, dass sogenannte Geisternetze trotz der bekannten von ihnen ausgehenden Gefahren nicht geborgen werden, weil die Zuständigkeiten für verlorene Fischernetze nicht geklärt werden.

Landbasierte Einträge

In der AG Landbasierte Einträge wurden u.a. die Rolle des Tourismus und der durch Strandbesucher resultierende Strandmüll sowie dessen Reduzierung thematisiert. Außerdem wurde das EU-Projekt AQUA-LIT vorgestellt, welches Plastikeinträge aus Aquakulturen reduzieren soll sowie die Kampagne  reduce, reuse, recycle des BUND, die sich mit Ansätzen zur Plastikmüllreduzierung an Unternehmen richtet.

Im Bereich Bildung wurde das Projekt PlasticSchool vorgestellt, für das Meeresforscher und Museumspädagogen gemeinsam Lehrmaterialien für vier Schulstufen entwickelt haben, damit neueste Erkenntnisse aus der Forschung direkt Eingang in den Schulunterricht finden können. Ebenso hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Broschüre „Sicherheit auf dem Wasser“ veröffentlicht, um Sportbootbesitzer mit dem Schutz der marinen Flora und Fauna vertraut zu machen.

Mehr Informationen zu den Runden Tischen und bisher vorgestellten Ergebnissen findet ihr beim Runden Tisch Meeresmüll.

Dort findet ihr auch unsere eigene Kampagne BLUE STRAW.

 

 

Vermeidung des Mikroplastikeintrags in die marine Umwelt – Workshop

Vor einem schwarzen Hintergrund sieht man eine Fingerspitze. Ein Haufen an winzigem Mikroplastik liegt auf dem Finger

© Helmholtz Zentrum für Umweltforschung

Für unseren Wocheneinkauf haben wir den Baumwollbeutel immer dabei, wenn wir Lust auf Kaffee haben, füllen wir diesen in unseren eigenen Kaffeebecher und unterwegs füllen wir unser Wasser in eine Edelstahlflasche. Plastik im Alltag zu vermeiden, scheint nicht schwer und es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten Plastik sogar ganz zu boykottieren. Doch liegen wir mit dieser Annahme wirklich richtig? PET-Flaschen, Einwegplastiktüten und der Einwegkaffeebecher fallen lediglich in die Kategorie Makroplastik. Der Großteil des Plastiks, dessen Wege oft in den Ozean führen, ist jedoch nicht wie gedacht das Makroplastik, sondern Mikroplastik.

Mikroplastik beschreibt jene Plastikteilchen, deren Durchmesser unter 5 mm liegt, und aufgrund dieser, teils für das eigene Auge nicht sichtbaren Größe stellt es eine große Bedrohung dar. Doch vorab, was ist Mikroplastik eigentlich genau? Mikroplastik wird in primäres und sekundäres unterteilt. Bei primärem Mikroplastik handelt es sich um Plastikteilchen, die bereits bei ihrer Freisetzung eine Größe von unter 5 mm haben. Bei primärem Mikroplastik des Typ A werden die Teilchen auch direkt innerhalb dieses Größenbereichs eingesetzt. Hierbei sind viele Anwendungsbereiche innerhalb der Kosmetik zu finden. Das Paradebeispiel sind die sogenannten Microbeads, welche oft in Körperpeelings oder Zahnpasta zu finden sind. Jeder, der bereits ein Körperpeeling benutzt hat, ist mit den kleinen farbigen Kügelchen vertraut, welche für den Peeling- und den reinigenden Effekt sorgen sollen.

Doch auch unsere Straßen sind vor Mikroplastik nicht sicher. Mit 290.00 Tonnen pro Jahr stellt der Reifenabtrieb von herkömmlichen Autoreifen die größte Mikroplastikquelle dar im Ozean dar.
Bei dem Abrieb von Reifen handelt es sich um primäres Mikroplastik des Typ B, bei dem das Mikroplastik während der Nutzungsphase entsteht und dadurch in die Umwelt freigesetzt wird. Zusätzlich zählen synthetische Fasern von Textilien (190.000 Tonnen pro Jahr im Ozean), welche sich beim Wäschewaschen lösen, zu Typ B des primären Mikroplastiks.

Sekundäres Mikroplastik entsteht, indem Makroplastik durch Zersetzungsprozesse wie Hydrolyse oder Photooxidation zerfällt. 74% des gesamten Plastiks im Umlauf ist Mikroplastik. Doch warum sind diese unscheinbaren Kunststoffteilchen so bedrohlich für unsere Umwelt, die Ozeane und sogar uns Menschen? In der Herstellung wird Plastik oft mit sogenannten Additiven versehen, welche verschiedene Funktionen wie eine färbende oder flammenhemmende Wirkung erfüllen. Bei diesen Additiven handelt es sich jedoch größtenteils um schädliche Chemikalien wie beispielsweise polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs).

Befindet sich Mikroplastik im Ozean, zieht es im Wasser vorhandene langlebige organische Schadstoffe (POPs) wie Polychlorierte Biphenyle (PCBs) an sich und adsorbiert sie, das heißt diese lagern sich an der Oberfläche an. Die Konzentration an Schadstoffen ist somit an den Plastikteilchen wesentlich höher als in dem sie umgebenden Wasser. Aufgrund der unscheinbaren Größe wird Mikroplastik von im Wasser lebenden Organismen unbemerkt aufgenommen. Hierbei werden die am Plastik haftenden Schadstoffe jedoch oft innerhalb des Magendarmtraktes gelöst und haben somit toxische Wirkung für das Lebewesen. Teils wird das Plastik anschließend wieder ausgeschieden, teils verweilt es innerhalb des Körpers mit dem Potential innerhalb der Nahrungskette stets zu akkumulieren. Daher gelangt das Mikroplastik (oft inklusive Schadstoffe) bis auf unseren Teller, durch Fisch und Meeresfrüchte, die wir konsumieren. Doch nicht nur so werden wir als Mensch von dem von uns selbst freigesetzten Mikroplastik eingeholt. Auch der bereits erwähnte Reifenabrieb gelangt oft in Form von Feinstaub in die Luft, die wir atmen. Im Durchschnitt konsumieren wir im Alltag fünf Gramm Plastik pro Woche, das entspricht etwa dem Gewicht einer Kreditkarte.

Oft sind wir uns der Reichweite unseres Konsums nicht bewusst, doch das Mikroplastik in unserer Kosmetik sowie aus unserer Kleidung gelangt über das Abwasser direkt in den Ozean. Auch die Partikel des Autoreifenabriebs werden mit dem nächsten Regen in die Kanalisation gespült und können in den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden.

Doch wie können wir als Konsument unseren Mikroplastikeinfluss gezielt verändern und minimieren?

Unter dem Titel „Vermeidung des Mikroplastikeintrags in die marine Umwelt “ fand am 18. und 19. November im Umweltbundesamt (UBA) in Berlin ein Workshop der Unterarbeitsgruppe Mikroplastik des Runden Tisches Meeresmüll statt. Hierbei trafen mehrere Vertreter aus Umweltschutzorganisationen, Forschungsinstituten, Wirtschaft und Industrie zusammen, um gemeinsam neue und innovative Lösungsansätze zu jeweiligen Mikroplastikquellen vorzustellen. 50.000 Tonnen Mikroplastik werden jährlich innerhalb der Kosmetikbranche verwendet. Oft sind die Inhaltsstoffe synthetischer Herkunft in Kosmetikartikeln nicht ausreichend gekennzeichnet. Vielen Nutzern ist nicht bewusst, dass Mikroplastik mit dem richtigen Ansatz und Wissen leicht zu vermeiden ist. Apps wie „Beat the Microbead“ (nur EN) oder „ToxFox“ scannen Kosmetikartikel und deren Inhalte auf Mikroplastik. Auch der vom BUND veröffentlichten Einkaufsratgeber zu Mikroplastik enthaltenden Produkten hilft dem Konsument Plastik zu umgehen. Zusätzlich ist es sinnvoll, ein Mikroplastik-FREI-Siegel für Produkte einzuführen. Allerdings sollten neue Gesetze eingeführt werden, die den Gebrauch von Microbeads in Rinse-off-Produkten anfänglich verbieten. Microbeads können in Produkten wie Peelings durch natürliche Komponenten wie Tonerde, Kieselmineralien, Weizenklee oder gemahlenen Nussschalen ersetzt werden.

Der als lästig wahr genommene Hausstaub besteht zu mindestens 85% aus synthetischen Fasern (PET-Fasern) oder Kunststoffpartikeln wie Polyurethan. Um die Freisetzung dieser Plastikteilchen während der Hausreinigung zu umgehen, wird dazu geraten, Filter zu verwenden, welche bei der Entsorgung des Putzwassers den Weg der Kunststoffpartikel in das Abwassersystem vermeiden. Das Verwenden von Filtersystemen wird auch für das Waschen von Kleidung empfohlen. Denn Kleidung aus beispielsweise Fleece oder Polyester nutzt sich während des Tragens ab und verliert während der Reinigung in der Waschmaschine oder beim darauffolgenden Trocknen synthetische Fasern. Der angestrebte Filtereffekt kann durch Wäschenetze oder einen sogenannten Coraball (ein Filterball, welcher gelöste Fasern mit Fangarmen an sich bindet) erzielt werden.

Zusätzlich wurde während des Workshops das hohe Mikroplastikaufkommen in Form von Füllgranulat auf Sportplätzen mit Kunstrasen thematisiert. Hierbei bleiben die Plastikkügelchen beispielweise an Schuhsohlen haften und werden dadurch weiter transportiert. Letzten Endes gelangen die Partikel teils durch Regen oder teils von privaten Haushalten ausgehend in Abwasser, welches nicht geklärt wird. Primär wird gefordert, dass das Füllgranulat nicht mehr aus synthetischer Herkunft stammt, sondern durch natürliche Stoffe wie Sand, Holz oder Kork ersetzt wird. Zusätzlich muss sichergestellt werden, dass das Granulat bei Verlassen der Sportfläche herausgefiltert wird. Zum Filtern eignen sich Banden am Rande der Fläche oder Sauberlaufzonen zum Reinigen der Schuhsohle. Innerhalb Europas stammen momentan bis zu 72.000 Tonnen Mikroplastik pro Jahr aus der Nutzung von Sportflächen.

Das wie bereits erwähnte größte Aufkommen an Mikroplastik ist jedoch auf den Abrieb bei Autoreifen zurückzuführen. Der Abrieb selbst lässt sich während der Nutzung von Reifen aus Kunststoff nicht vermeiden, jedoch minimieren. Wichtig ist auch, den Mikroplastikeintrag ins Abwasser zu kontrollieren und dadurch ganz zu umgehen. Umso größer, schwerer und schneller ein Fahrzeug ist, desto höher ist der daraus resultierende Reifenabrieb. Daher kann bereits durch die Wahl des eigenen Fahrzeugs ein deutlicher Unterschied erbracht werden. Zusätzlich wird empfohlen, den Transport von schweren Gütern weitgehend auf Schienenfahrzeuge zu übertragen. Innerhalb des alltäglichen Straßenverkehrs muss darauf geachtet werden, dass der Abrieb, welcher durch Regen in das Abwasser gespült wird, herausgefiltert wird. Eine optimierte Straßenreinigung kombiniert mit Filtersystemen in Straßengullys soll den Plastikeintrag stoppen. Abwasser, das seinen Ursprung in Straßensystemen hat, soll zusätzlich in Kläranlagen gereinigt werden und nicht direkt in den Ozean führen.

Weitere Maßnahmen sind auch innerhalb der Nutzung von Mikroplastikpellets nötig. Plastikpellets werden in Form von Kunststoffgranulaten transportiert und anschließend geschmolzen und in die gewünschte Form gepresst. Während des Transportes oder vor der eigentlichen Verwendung der Pellets gehen diese oft in die Umgebung verloren. Transport, Lagerung und Entsorgung soll im Rahmen von „Null Pellet Verlust“ Projekten optimiert werden.

Auch Bootsbesitzer haben einen Einfluss auf Mikroplastik im Ozean. So genannte Antifouling-Anstriche, welche an der Unterseite von Booten zu finden sind und die Anlagerung von Tieren und Pflanzen verhindern sollen, sind synthetischer Herkunft. Bei der Reinigung des Bootes gelangen Plastik sowie die dabei verwendeteten Biozide in das umgebende Wasser. Aufgrund dessen erweist es sich als sinnvoll, das Boot in gesicherten Waschplätzen an Land zu reinigen, wobei die Antifoulingreste gezielt entsorgt werden können. Während der Reinigung sollten auf biozidhaltige Reinigungsverfahren verzichtet werden und genutzte Antifoulinganstriche sollten abriebfest sein.

Der Workshop in Berlin hat verdeutlicht, dass bereits viele Möglichkeiten und innovative Methoden dazu beitragen können, den Mikroplastikeintrag im Alltag zu kontrollieren und zu minimieren. Oftmals muss hierbei aufgrund der möglichen Alternativen weder auf etwas verzichtet werden noch hat der Nutzer einen Nachteil. Wichtig sind jedoch das Bewusstsein und der aufgeklärte Umgang mit Plastik, denn wir als Konsument tragen Verantwortung. Unser Einfluss reicht weiter als wir es uns vorstellen können und auch wenn es nicht unsere Intention ist, Plastik in den Ozean zu befördern, geschieht dies dennoch. Um zu verhindern, dass zunehmend Plastik in die Umwelt gelangt, müssen wir bewusst darauf verzichten und erdenkliche Alternativen immer bevorzugen.

Noemi Merz für DEEPWAVE

Quellen:

Dr. Chris Sherrington, Plastics in the Marine Environment 2016

„Vermeidung des Mikroplastikeintrags in die marine Umwelt “, Workshop der Unterarbeitsgruppe Mikroplastik des Runden Tisches Meeresmüll.

Plasticpollution in the mariana trench

Foto aus der Tiefsee. Ein Planktonwurm hat Plastik verschluckt

© Dr Richard Kirby | The Guardian

Within this precarious time concerning world wide pollution, it is still surprising how far the dimension of plastic pollution actually is. Apparently no place is safe from the little small non degradable particles. Even within the Mariana Trench, that marks with a depth of almost 11 km the deepest point on earth, plastic was found.

It is known knowledge that most of the plastic that pollutes our ocean, actually around 94%, is found on the seafloor. But still the new information reveals the shockingly high contamination of plastic within the most remote place, the deep sea. The photograph shows plankton, sampled within the Mariana trench, that ingested a blue plastic fiber.

The Guardian, 20. Dezember 2018, Autor: Damian Carrington

“Manmade plastics have contaminated the most remote and deepest places on the planet,” said the Chinese researchers. “The hadal zone is likely one of the largest sinks for microplastic debris on Earth, with unknown but potentially damaging impacts on this fragile ecosystem.”

Other recent studies have demonstrated the reach of human impacts into the Mariana Trench, with “extraordinary” levels of pollutants being found there and plastic being found in stomachs of deep sea creatures. Microplastics have also been found in Swiss mountains, tap water and human faeces.

[…]

Microplastics have been shown to harm sealife, which is already being damaged by overfishing and climate change. The researchers said: “Further work to evaluate the impacts of microplastics on fragile hadal ecosystems is urgently needed.”

The whole article was published within the Guardian.

More information about the deep sea can be found within our  DEEP SEA Campaign.                                        More information concerning plastic can be found within our PLASTIC POLLUTION Blog.

Petition: Beenden wir die Plastikflut

Text: Sie brauchen ungefähr eine Woche um diese Kreditkarte zu essen- Essstäbchen halten links im Bild eine Kreditkarte und halten eine Kreditkarte Sojasauce tunken

©WWF

„Sie brauchen ungefähr 1 Woche um diese Kreditkarte zu essen“

Mit diesem provozierenden Fakt macht der WWF in seiner aktuellen Kampagne auf die Ausmaße der Plastikverschmutzung aufmerksam und wie wir bereits von dem von uns verursachten Plastikmüll eingeholt werden. Weil Plastikmüll auf verschiedenste Wege bis in den Ozean gelangt, finden wir die kleinen Kunststoffpartikel nicht selten auf unserem eigenem Teller wieder. Von kleinen Organismen oder Fischen verdaut, wandert das Plastik die Nahrungskette entlang, bis es sich innerhalb des Fisches oder der Meeresfrüchte befindet, die wir konsumieren. Doch nicht nur auf diesem Weg gelangt Plastik in unsere Körper: auch feine Partikel, sogenanntes Mikroplastik, befindet sich in der Luft, die wir atmen, oder in unserem Trinkwasser. Geschätzte 100.000 Plastikpartikel werden jährlich pro Person aufgenommen. Da Plastikpartikel oft Schadstoffe an sich tragen, können diese toxisch auf uns wirken. Meereslebewesen, die von der Plastikflut deutlich stärker betroffen sind als wir Menschen, können durch große Plastikpartikel tödlich verletzt oder durch die anhaftenden Chemikalien vergiftet werden.  Aus diesen Gründen fordert der WWF eine rechtlich bindende UN-Konvention, die den Plastikeintrag in den Ozean bis 2030 stoppen soll.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=I3oxO3Alyg0&feature=youtu.be

Quelle: WWF Deutschland auf YouTube

Die WWF-Petition gegen die Plastikverschmutzung könnt ihr hier unterschreiben: Petition: Beenden wir die Plastikflut

Mehr zum Thema Plastikmüll in den Meeren findet ihr auf unserem PLASTIC POLLUTION Blog.

Our Plastic, Our Problem (A marine litter info-operetta!)

Hier eine kleine Info-Operette für alle Plastik-und Musikliebhaber! Sie zeigt, warum sich in der Gesellschaft und in der Politik im Thema Plastik so schnell wie möglich etwas verändern muss:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=0g_lpmcOyWk

Quelle: Seas at Risk auf YouTube

Ein anderes Video von Seas at Risk zum Thema Tiefseebergbau findet ihr in diesem Post.

Mehr Infos zum Thema Plastikverschmutzung in den Meeren auf unserem PLASTIC POLLUTION Blog.

Müllsammelaktion auf Hamburgs Kanälen

Im Kanu auf Müllsuche.

© DEEPWAVE

Müll.

Was ist das überhaupt? Wann hört etwas auf wertvoll zu sein und wann fängt es an, Müll zu werden?

Wir waren am 7. September mit Kanus unterwegs, das Hamburger Wetter zeigte sich von seinen besten Seiten (Sonne und Regen) und die Stimmung in den Booten war ausgelassen, da stellte ich mir zum ersten Mal wirklich diese Frage. Jede:r Erwachsene scheint intuitiv in der Lage zu sein, Müll zu erkennen. Aber woran? Woher kommt unsere Fähigkeit, in Sekundenschnelle den Wert eines Gegenstandes einzuschätzen? Warum sieht eine Zigarettenkippe auf dem Boden so selbstverständlich nach Müll aus?

Diese Frage stellt sich uns im späteren Leben kaum, denn die Antwort liegt in unseren Erfahrungen. Wir lernen von Kindesbeinen an, die Welt blitzschnell in nützlich und unwichtig zu unterteilen. Lässt sich das essen? Kann man das benutzen? Oder lohnt es sich, keinen weiteren Gedanken mehr daran zu verschwenden?

Bei unserem kleineren Botschafter Felix aus Bayern, der vorne bei mir im Boot saß und mit dem ich mehrere Stunden an diesem Samstag auf den Kanälen Hamburgs paddelte, war dieser Lernprozess noch zu beobachten. Denn unsere Müllreinigungsaktion wurde schnell zu einer Schatzsuche. Das was wir Wertstoffmüll nennen, Plastikflaschen, Chipstüten, Metalldosen, all dies war für ihn tatsächlich wertvoll. Dabei hatte er das Wort Wertstoff erst kurz vor der Abfahrt gelernt.

Globetrotter Barmbek, die uns großzügig mit Booten ausgestattet hatten, setzte auch einen Preis aus – für den kuriosesten Gegenstand, der gefunden wurde. Und schon ging die Jagd los. Aber es war mehr als die Aussicht auf Erfolg, die Felix die Welt mit anderen Augen sehen ließ. Für ihn war all das, was wir fanden nicht Müll oder unnütz, sondern ein Rätsel. Wir entdeckten eine kleine Plastikdose, die gemütlich mitten im Wasser vor sich hin schwamm, und griffen zu den Handschuhen. Was könnte dadrin sein? Bestimmt etwas Spannendes. Nach einigem Manövrieren gelang es uns, die immer vor unseren selbstgemachten Wellen fliehende Dose aus dem Wasser zu fischen. Felix vermutete in der Dose einen wertvollen Ring, ich hingegen (als „Erfahrener“) erwartete gähnende Leere. Wir hoben uns die Überraschung für später auf und paddelten weiter. Dabei fing ich an, diesen Moment zu reflektieren. Wie kann es sein, dass diese Plastikdose kein Rätsel für mich mehr darstellte? Wieso ging ich davon aus, dass es Müll sein musste? Und wenn wir nur die nützlichen Dinge sehen, laufen wir dann nicht fast blind durch die Welt? Mir fielen dazu ebenso viele Fragen ein wie Felix zur Plastikdose. Wo kam die her? Wem gehörte die mal? Was kann man daraus basteln? Wenn da ein Ring drin ist, gewinnen wir dann die Schatzsuche?

Man kann nun anbringen, dass so eine Sichtweise naiv und vor allem unpraktisch ist. Wenn ich mir über jeden Zigarettenstummel Gedanken machen muss, dann kann man sich ja in der Modernen Welt gar nicht mehr fortbewegen. Und das stimmt wohl. Auch Felix wird eines Tages genug Erfahrungen gemacht haben und sich viele Rätsel nicht mehr stellen. Aber wer findet dann Antworten auf all die Fragen? Wenn diese geistige Mülltrennung auf unseren Erfahrungen beruht und unsere Erfahrungen hauptsächlich aus denen unserer Eltern, deren Eltern, kurz unserer Kultur bestehen, was passiert, wenn die Grundannahme falsch ist? Wer findet das heraus?

© TUAN ANH TRAN

Das Wort Müll stammt von dem unbrauchbaren Gemisch, das beim Sieben von frisch gemahlenem Mehl entsteht. Wenn der Müller siebt, geschieht anschaulich der gleiche Prozess, mit dem wir die Welt wahrnehmen. Wir sieben, was wir hören, sehen, schmecken, riechen und fühlen. Und so finden wir die wertvollen Dinge und trennen uns von dem Mischmasch aus Wertlosem. Aber kann unser Sieb vielleicht alt und staubig sein? Denn wie kann es in einer Welt mit begrenzten Ressourcen etwas Wertloses geben? Wie kann ein Gegenstand für niemanden unserer sieben  Milliarden Mitmenschen wertvoll sein? Denn falls auch nur eine:r davon Gebrauch machen könnte, sollten wir ihm/ihr den nicht zukommen lassen? Und außerdem, sind unnütze Dinge auch gleichbedeutend mit ungefährlich?

Auf der Recherche für unsere Recyclingbroschüre bin ich einigen dieser Fragen nachgegangen. Und da stellte sich heraus: ja, unser Sieb ist nicht nur veraltet und verstopft, sondern einfach kaputt. Fast jeder Gegenstand ist heute Wertstoff, Altglas, -papier oder anderweitig recyclebar. Und alles was noch technisch zu aufwendig zu recyclen ist, kann immerhin noch zur Energieerzeugung genutzt werden. Was kann man aus der Plastikdose basteln? Eine neue Plastikdose. Alles was du gerade siehst, kann wertvoll für uns alle sein. Dein Handy, auf dem du diesen Text liest? Deine Kleidung? Die Flasche in deinem Rucksack? Der Rucksack selbst? Nichts davon hört auf wertvoll zu sein, nur weil es nicht mehr funktioniert. Aber so arbeitet unser Sieb nicht. Wir filtern nach Dingen mit Funktion und setzten diese gleich mit ihrem Wert. Hat die Kleidung Löcher? Hat das Handy nicht mehr alle Features die man heute erwartet? Ist die Flasche leer und hat so ihren Zweck erfüllt? Dann fällt der Wert. Was aufhört zu funktionieren, fängt an Müll zu werden. Aber nur weil ich den Nutzen nicht mehr sehe, gilt das nicht für unsere Weltgemeinschaft. Das Konzept Müll gibt es nicht mehr, wenn wir begreifen, dass alles wertvoll sein kann. Kleidung kann repariert, eine leere Flasche eingeschmolzen, und das alte Handy auseinandergenommen werden. Auch wenn noch ein weiter technologischer und mentaler Weg zu gehen ist, so ist doch eine Kreislaufgesellschaft die einzige mit Zukunft in einer Welt knapper Ressourcen.

Und auch die Frage nach der Gefahr von Unnützem kann man beantworten. Der einzige Grund, warum wir alle auf den Wassern waren, ist genau diese Gefahr. Müll kann sehr viel Schaden anrichten. Ein aus Versehen ins Altpapier entsorgter Kassenbon und schon geht irgendwo eine Fischpopulation zugrunde (Was?? Hier.). Eine Plastikdose in die Alster geworfen? Unvorhersehbare Konsequenzen werden Folgen. Jedes Stückchen Plastik in den Meeren ist wie eine Büchse der Pandora. Wir wissen fast nichts über die Auswirkungen auf die Ökosysteme und uns. Wir werden es erst herausfinden, wenn es schon zu spät ist.

Die Veranstaltung war unser Beitrag zum International Coastal Cleanup Day, der am 21. September stattfand. Mehr als eine Million Helfer sammelten die Überreste unserer Gesellschaft von den Stränden. 5.716.331 Zigarettenstummel und genug Plastiktüten, um jedem Helfer ein Superheldencape zu basteln. Das Problem der mit Plastik vermüllten Ozeane ist inzwischen bekannt.

Auch wir fanden eine Menge dreckiger, kaputter, stinkender, verfaulter Gegenstände. Tüten und Flaschen, Dosen und Tetra-Paks. Schon in unseren Sinnen wird unsere Weltsicht gefiltert und wir wissen: das ist Müll. Aber unser Sieb täuscht. Denn was achtlos weggeworfen und im Wasser treibend aus den Sinnen verschwindet, das ist wertvoll und/oder gefährlich. 

© DEEPWAVE

Felix und ich gewannen den Preis übrigens nicht: die Dose war leer. Außerdem machten uns ein verrosteter Bauzaun mit Batterien und unser größerer Botschafter Frederik Götz mit seinem Fund Konkurrenz: Kopfhörern inkl. Ladestation.

Ich hätte früher aus der leeren Dose gelernt, wie wertlos alles ist. Aber vielleicht lernen wir jetzt die Welt mit den Augen von Felix zu sehen. Wo ein Zigarettenstummel eine Zeitbombe ist und eine Plastikdose ein Goldnugget sein könnte.

DEEPWAVE Team und Helfer mit der erbeuten Müllsammlung im Vordergrund

© DEEPWAVE

Heye Groß für DEEPWAVE

Illegale Entsorgung von Plastikmüll- Verstoß gegen MARPOL Gesetz

Fünf Einweg-Plastikflaschen liegen nebeneinander an einem Kiesstrand

© Peter G. Ryan | Süddeutsche

Auf der entlegenen, unbewohnten Insel Inaccessible Island zwischen Argentinien und Südafrika sammelten der Vogelkundler Peter Ryan und seine Kollegen fünf Tonnen Plastikmüll, wie die Süddeutsche berichtete. Auffällig daran war, dass 75% des Mülls von PET-Flaschen chinesischen Ursprungs stammt. Während Forscher im Jahr 2009 lediglich 3515 Plastikgegenstände fanden, waren es auf Ryans zweimonatiger Expedition mehr als das Doppelte, nämlich 8084.
Aufgrund der Strömungsstärke sind sich die Forscher einig, dass der Plastikmüll nicht vom Festland angespült wurde, daher wird angenommen, dass dieser stattdessen illegal von Schiffen über Bord geworfen wurde. Die Prägung der Flaschen zeigt, dass die meisten lediglich drei Jahre alt sind, ein Zeitraum, in dem eine Verdriftung von Asien bis in den Südatlantik unmöglich ist.

Peter J. Ryan, PNAS, 30. September 2019

Many oceanic islands suffer high levels of stranded debris, particularly those near subtropical gyres where floating debris accumulates. During the last 3 decades, plastic drink bottles have shown the fastest growth rate of all debris types on remote Inaccessible Island. During the 1980s, most bottles drifted to the island from South America, carried 3,000 km by the west wind drift. Currently, 75% of bottles are from Asia, with most from China. The recent manufacture dates indicate that few bottles could have drifted from Asia, and presumably are dumped from ships, in contravention of International Convention for the Prevention of Pollution from Ships regulations. Our results question the widely held assumption that most plastic debris at sea comes from land-based sources.

Die kompletten Ergebnisse findet ihr innerhalb des PNAS-Fachjournal.

Verstoß gegen MARPOL:

Eine illegale Entsorgung der Plastikflaschen würde einen Verstoß gegen das Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL-Übereinkommen)  bedeuten. Denn nach Anlage 5 des MARPOL-Übereinkommens ist die Entsorgung auf offener See von Schiffsmüll wie Plastik, Glas, Metall, Steingut, Papier sowie Asche und Speiseöl untersagt.
Unter anderem hebt die Studie hervor, dass die Meeresverschmutzung durch Plastikmüll drastisch zugenommen hat und politische Maßnahmen für eine Plastikreduzierung von großen Nöten sind.

Den gesamten Artikel zum Plastikskandal findet ihr hier bei der Süddeutschen Zeitung.

Mehr Informationen zum Thema Plastikmüll in den Meeren gibt es in unserem PLASTIC POLLUTION Blog oder bei unserer BLUE STRAW Kampagne.

Coastal Cleanup Day – Wir gehen schon vorher aufs Wasser

Kanufahrer im Hamburger Hafen auf der Elbe

© Olle August

Der International Coastal Cleanup Day findet dieses Jahr am 21. September statt. Jedes Jahr ruft die Organisation Ocean Conservancy zur weltweit größten freiwilligen Müllsammelaktion auf – und das seit bereits über 30 Jahren. Das Problem der mit Plastik vermüllten Ozeane wird dabei wieder jedes Mal deutlich. Und jedem Helfer hautnah bewusst. Letzes Jahr wurden an nur diesem einen Tag 2.41.151 Zigarettenstummel und 643.562 Plastiktrinkhalme gesammelt. Der volle Report ist erschreckend – aber auch hoffnungsvoll. Denn fast 800.000 Teilnehmer haben mehr als 9 Millionen Kilo Müll gesammelt und so mindestens 20 Millionen Stücke Müll davor bewahrt ins Meers zu gelangen.

Dieses Jahr werden DEEPWAVE und Globetrotter schon vorher die Kanäle von Hamburg aufräumen. Denn wir gehen aufs Wasser und räumen dort auf, wo die Stadtreinigung nicht hinkommt. Mit der großzügig von Globetrotter bereitgestellten Kanuflotte machen wir uns am Samstag, den 7.9.2019 ab 14:00 an die Arbeit.

Leider sind die Boote schon voll, wir sind also in geschlossener Gesellschaft. Aber am International Coastal Cleanup Day 2019 finden deutschlandweit Aktionen statt, an denen ihr teilnehmen könnt.

 

Mikroplastik ist überall – sogar in der Luft

Ein roter Helikopter im arktischen Eis. Es ist strahlend blauer Himmel, im Hintergrund türmen sich Eisberge. Zwei Forscher mit dicken orangenen Überlebensanzügen stehen am Helikopter. Im Vordergrund sieht man zwei Weckgläser mit Schneeproben.

© Mine Tekmann, AWI

Bisher war die weitläufige Meinung, dass Mikroplastik vor allem durch Meeresströmungen transportiert wird. Wissenschaftler vom AWI (Alfred-Wegener-Institut) in Bremerhaven haben nun in der Arktis nachgewiesen, dass Partikel auch die Atmosphäre als Verbreitungsweg nutzen und dann, meist als Schneefall, wieder auf die Erdoberfläche gelangen; in Schneeproben auf Helgoland, in den Bayerischen Alpen aber auch in abgelegenen Gegenden wie etwa der Arktis konnten die Kleinstpartikel nachgewiesen werden. Wie genau die Transportwege funktionieren und welche Konsequenzen Mikroplastik in der Atemluft für die Natur und die Menschen hat, bleibt noch zu klären.

Der Tagesspiegel, 14.08.2019, Autor: Florian Schumann

Mikroplastik ist überall – sogar in der Luft

Wissenschaftler weisen durch Proben in der Arktis nach, dass Kunststoffteilchen auch in der Luft schweben. Die Folgen für den Menschen sind unbekannt.

Plastik ist einfach überall. In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler kleinste Kunststoffpartikel nicht nur im Oberflächenwasser, sondern auch im Meereis und in der Tiefsee gefunden. Und Kameraaufnahmen belegen, dass die Menge von Plastikmüll auf dem Meeresboden der Framstraße bei Spitzbergen in den vergangenen 15 Jahren stetig gestiegen ist. Auch im Sediment ist er massenweise zu finden.

Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Partikel dort vor allem über Meeresströmungen eingetragen werden. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Ein Team von Forscherinnen und Forschern des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven hat zusammen mit einem Kollegen des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos nun herausgefunden, dass die Teilchen auch über große Distanzen in der Atmosphäre transportiert und dann aus der Luft ausgewaschen werden. Das passiert vor allem durch Schneefall. Und es führt dazu, dass Mikroplastik sogar im Schnee abgelegener Regionen wie den Alpen oder der Arktis zu finden ist. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ veröffentlicht

Mikroplastik im Meer und der Atmosphäre

Bisher gab es zur Herkunft von Mikroplastik, etwa in der Arktis, vergleichsweise wenig Forschung. „Der Haupteintragsweg für die Partikel ist sehr wahrscheinlich der Golfstrom, mit dem sie sich etwa von Europa oder dem Atlantik weiter nach Norden bewegen“, sagte Melanie Bergmann, Erstautorin der Studie, im Gespräch mit dem Tagesspiegel.

Es gab bereits Hinweise, dass Mikroplastik auch in der Atmosphäre transportiert wird. Wissenschaftler hatten solche weniger als fünf Millimeter kleinen Teilchen etwa in den Pyrenäen und in der Nähe großer Städte in Frankreich und China nachgewiesen. Da bekannt ist, dass Schnee Verunreinigungen aus der Luft wäscht und mit zu Boden nimmt, beschlossen die Forscher, Schneeproben zu untersuchen. „Wir haben uns gedacht: Alles, was im Schnee ist, war vorher einmal in der Luft“, sagt Bergmann […]

Den vollständigen Artikel findet ihr beim Tagesspiegel

 

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