Meerespolitik

Die internationale Bühne hat eine ganze Menge Instrumente, um sich für die Belange der Ozeane zu kümmern. Nicht weniger komplex ist die nationale Aufteilung der Kompetenzen. Unsere Forderungen an Ressorts, Ministerien und internationale Gremien finden sich in von uns mitunterzeichneten Papieren und unserem Blog.

Forderungspapier „Meeresoffensive 2020“

Das Jahr 2020 ist für die Meere und somit für das Ökosystem Erde das Jahr der Entscheidungen. Es werden die Weichen für unsere nächsten Jahrzehnte gestellt. Daher haben BUND, DEEPWAVE, DUH, fair oceans, Forum Umwelt und Entwicklung, NABU, Slow Food, WDC, WWF, gemeinsam mit Brot für die Welt, fair fish, Greenpeace, Ozeanien Dialog, Reef Check, urgewald, der Schutzstation Wattenmeer und Waterkant Kernforderungen für eine “Meeresoffensive 2020“ erarbeitet. 

In unserem Anschreiben an die zuständigen Ministerien heißt es:

Dieses Forderungspapier entstand vor der Coronakrise. Viele Vorzeichen und Rahmenbedingungen im politischen und gesellschaftlichen Kontext haben sich seitdem geändert. Dennoch – oder auch gerade deswegen – sind unsere Forderungen gültig, da ihre konsequente Umsetzung entscheidend dazu beitragen kann, die ökologische Resilienz unserer Meere zu stärken und damit die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen zu sichern.

Wir bei DEEPWAVE erarbeiten derzeit eine ausführliche Erläuterung und „Übersetzung“ dieses ursprünglich an Policy-Maker gerichteten Forderungspapiers.

Termine der Meeresoffensive 2020

(mit aktualisierten Auswirkungen durch Corona):
Ende 2020

Guter Umweltzustand nach MSRL

Vor zwölf Jahren trat die Europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (Marine Strategy Framework Directive, MSRL) in Kraft mit der Zielsetzung, Europas Meere bis zum Jahr 2020 „in einen guten Umweltzustand zu versetzen bzw. diesen zu erhalten“. Allerdings heißt es im ersten Absatz des Zustandsberichts Nordsee von 2018: „Keines der bewerteten benthischen Habitate in den deutschen Nordseegewässern ist in einem guten Zustand.“ Bis zum Ende dieses Jahres hätte Deutschland also noch Zeit, zum Beispiel kollabierte Dorschbestände in der Ostsee wieder zum Leben zu erwecken oder wirkungslose Naturschutzgebiete in der Nordsee umzustrukturieren. Die Verhandlungen zur Fortführung der MSRL  werden aufzeigen, wie Deutschland dem Nichterreichen bindender Ziele umgeht und so z.B. die geplante Umsetzung des Pariser Abkommens in neues Licht rücken.

2021 bis 2030

UN Dekade der Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung

2017 wurde von den Vereinten Nationen für die Jahre 2021 bis 2030 die Internationale Dekade der Meeresforschung für Nachhaltige Entwicklung (United Nations Decade of Ocean Science for Sustainable Development) ausgerufen. Ziel ist nicht nur die verstärkte Unterstützung der Forderungen der Meeresforschung, sondern die Vernetzung aller, die sich für die Erforschung, Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Ozeane und ihrer Ressourcen einsetzen. Seit 2017 wird die Dekade der Meeresforschung unter dem Motto „The Ocean We Need for the Future We Want“ vorbereitet.

2020-2030: „Blue Manifesto“ – Der Rettungsplan für gesunde Meere

© Seas at Risk

Am 28. Januar 2020 veröffentlichten insgesamt 102 Umweltorganisationen, DEEPWAVE eingenommen, das sogenannte „Blue Manifesto“. Hierbei handelt es sich um einen von Seas At RiskBirdLife EuropeClientEarthOceanaOceanCareSurfrider Foundation Europe und dem WWF verfassten Plan mit konkreten Maßnahmen, die innerhalb der nächsten zehn Jahre, also bis 2030, umgesetzt werden müssen, um unsere Meere zu retten.

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