Good News

Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

Mit Fake News richtig umgehen – ein Essay

Zwei Personen vor einem Ölgemälde einer zeigt auf das Bild und sagt Ist schön da draußen oder Der andere stutzt und fragt Draußen

© Oliver Wünsch

Fake News – auch zum Thema Klimawandel und Meerespolitik – verbreiten sich rasant. Laut der in Science veröffentlichten Studie „The spread of true and false news online“ sogar schneller als nicht gefälschte. Vor allem in Zeiten der Coronakrise stellen gezielte Falschinformationen eine reale Bedrohung dar, vermehrt auch für Bürger:innen Deutschlands. Somit wird eine Auseinandersetzung mit dem Thema immer dringlicher. Aber wie können wir lernen, uns qualifiziert und richtig mit Fake News auseinanderzusetzen, um uns selbst zu schützen und eine weite Verbreitung zu verhindern?

Heye Groß, unser 1. Vorsitzender, bietet auf seinem von DEEPWAVE unabhängigen Blog einen Überblick zum Thema Fake News und wie man mit ihnen umgeht. Sein Beitrag wird allen Fragen gerecht, die man sich bei einer ersten Auseinandersetzung mit Falschinformationen stellen sollte und verknüpft Fachwissen mit Praxisanleitungen für einen sichereren Umgang mit Informationen im Internet.

Genauer behandelt er diese Fragen:

  1. Wodurch entstehen Fake News? Also, warum haben wir dieses Problem überhaupt?
  2. Welche Prinzipien folgen daraus für den Umgang mit Informationen im Internet? Was sollte man beachten?
  3. Wie können wir unsere jetzigen Gewohnheiten ändern? Wie sähe ein Leitfaden, ein Regelwerk für sichere Internetnutzung aus?

Expeditionskrimi MOSAiC: Besatzungswechsel nun auf dem Seeweg

Forschungsschiff Polarstern, fest gefroren in Eisscholle. Es ist Tag und man sieht Forscher und Forscherinnen auf dem Schiff und am Horizont. Vor dem Schiff zieht ein Forscher einen Schlitten mit einer roten Plane.

© Janek Uin

Bereits Ende März war für die Forscher:innen der Expedition MOSAiC auf der Polarstern klar: durch Corona sitzen sie fest. Mit einer Pandemie hatte niemand gerechnet, die Crew konnte nicht wie geplant per Flugzeug über Spitzbergen ausgetauscht werden. Die ganze Expedition stand auf dem Spiel. Jetzt, in der dritten Maiwoche, gibt es Licht am Horizont: nach wochenlangen internationalen Verhandlungen ist eine Lösung für den Besatzungswechsel und die Rettung der Jahrhundertexpedition gefunden worden. Auf dem Seeweg bringen die deutschen Forschungsschiffe FS Maria S. Merian and FS Sonne nun 56 Wissenschaftler:innen und 37 Besatzungsmitglieder, die vorher 17 Tage in strengster Quarantäne verbracht haben, plus 14 Tonnen Nachschub nach Svalbard, wo ihnen die Polarstern an der Eiskante entgegenkommt.

Die genauen Details rund um diesen Austausch und die Folgen für das gesamte Forschungsprojekt erläutert der Expeditionsleiter Markus Rex im Podcast „IQ-Wissenschaft und Forschung“ des Bayerischen Rundfunks.

Und wer wissen will, was die Eisbären in der Zwischenzeit mit den auf der Scholle zurückgelassenen Messinstrumenten angestellt haben werden, wird nach der Rückkehr zur Scholle hier dazu etwas finden: Im Tagebuch der MOSAiC könnt ihr verfolgen, was an Bord der Polarstern und rundum im Eis geschieht und im Moment auch parallel wie sich die neue Besatzung auf den beiden anderen Forschungsschiffen auf den Wechsel vorbereitet.

Markus Rex wurde bereits vor Expeditionsbeginn für den Forschungspodcast Resonator interviewt und berichtet in einer 50-minütigen Folge ausführlich über das bevorstehende Forschungsabenteuer.

Mehr über MOSAiC erfahrt ihr auf den Seiten des AWI.

Am Ende des Tunnels – „Green Recovery Alliance“ legt Post-Corona-Plan vor

Workers installing a large-scale solar array in a green field

Photo by Science in HD on Unsplash

Die durch SARS-CoV-2 ausgelöste Krise ist in vollem Gange, die Gesellschaft steht still, die Wirtschaft erlebt eine noch nie dagewesene Eiszeit. In Simulationen zum Social Distancing werden Menschen zu kleinen Pünktchen, die stillstehend wie Eiskristalle aussehen. Die menschliche Welt ist eingefroren, so sehr das Osterwetter sich auch bemüht einen anderen Anschein zu geben.

Nur leider ist unsere Gesellschaft nicht auf so etwas ausgerichtet. Menschen müssen essen, Künstler:innen ihre Miete zahlen, Unternehmen Kredite, nur wenige Privilegierte können einfach Monate lang nichts tun. Und selbst diesen wurden die Dividenden gekürzt. Dem Staat bleibt nur eine Option: er druckt Geld. Die Schwarze Null ist vergessen.

Auch die EU plant gewaltige Investitionen, Neuverschuldung, Corona-Bonds. Doch wohin mit diesem Geld? Unsere Gesellschaft wird langsam auftauen, Schutzmaßnahmen werden greifen, Impfstoffe entwickelt, das scheint als Einziges in dieser ungewissen Zeit vorhersehbar. Doch unser Leben, unsere Politik und unsere Industrie wird nicht mehr dieselbe sein. Nur wie, das wird in diesem Moment entschieden.

Die erste Option lautet zu sagen: Unser System ist stabil. Jede Krise können wir überdauern, ohne Kratzer durch den Sturm, so wie vorher. Einfach überwintern und dann zurück zu dem was war. Befürworter dieser Idee schreien nach Aufweichen des Green New Deals, nach Aussetzen von Umweltrichtlinien, denk doch mal einer an die armen Fluggesellschaften. Alles zu teuer, alles nicht sozialverträglich. Es scheint als ob Umweltschutz eine zusätzliche Last ist, nur etwas für Zeiten des Wohlstands. Nachhaltigkeit als Luxusgut, bitte 19% Mehrwertsteuer.

Die zweite Option lautet zu sagen: Unser System ist resilient. Jede Krise können wir überdauern, stärker daraus hervorgehen. Durch die Kälte gegangen, gewachsen, gestärkt. Befürworter sagen: Lasst uns gerade in Krisenzeiten wohlüberlegt handeln und die Gelegenheit nutzen, um alteingesessene Fehler zu korrigieren. Und uns so nebenbei gleich auf die nächste vorbereiten.

Die zweite Option wurde jüngst auf den Tisch gelegt, von unerwarteter Seite. Insgesamt mehr als 180 Unterzeichner:innen stehen unter dem Papier der neugegründeten Green Recovery Alliance.

Initiator der Green Recovery Alliance ist der französische Europaabgeordnete Pascal Canfin, Ausschussvorsitzender von ENVI, der mit 78 weiteren Parlamentariern, 37 CEOs, 28 Wirtschaftsverbänden, 11 nationalen Minister:innen, 7 NGOs, 6 Think-Tanks und einem Gewerkschaftsbund ein breites Bündnis aufstellen konnte. Mit dabei sind bekannte Namen wie IKEA, Coca Cola, Danone, 3M, H&M, Unliver, WWF, Deutscher Naturschutzring, Agora Energiewende, Vizepäsidenten der EU-Fraktionen Renew Europe und Greens, und unsere Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Svenja Schulze.

Doch was soll man davon halten? Woher kommt bei einigen dieser Unternehmen dieser Green Recovery Alliance der plötzliche Sinneswandel? Oder handelt es sich am Ende doch nur um Greenwashing? Oder Opportunismus?

Die Idee hinter der Initiative ist eigentlich genial. Die Forderungen der Wirtschaftsvertreter nach Geld, die wir immer und immer wieder seit dem Shutdown hören, erinnern stark an unsere eigenen Forderungen: eine Transformation der Wirtschaft durch massive Investition. Nur so ist der Weg aus der Coronakrise zu schaffen, nur so ist das Pariser Abkommen einzuhalten. Im Papier heißt es:

Covid-19 will not make climate change and nature degradation go away. We will not win the fight against covid-19 without a solid economic response. Let’s not oppose those two battles, but let’s fight and win them at the same time. By doing so, we will only be stronger together.

 

Covid-19 wird den Klimawandel und die Zerstörung der Natur nicht verschwinden lassen. Wir werden den Kampf nicht ohne eine solide wirtschaftliche Antwort gegen Covid-19 gewinnen. Lasst uns diese beiden Kämpfe nicht verweigern sondern gleichzeitig gewinnen. Wenn wir das tun, werden wir gemeinsam stärker sein.

Die Green Recovery Alliance mag damit einen gewagten Schritt gehen, denn noch ist und sollte unser Fokus auf der Bekämpfung der Coronaepidemie liegen. Aber gleichzeitig ist er wichtiger denn je. Denn wenn jemandem Opportunismus vorgeworfen werden kann, dann denjenigen Unternehmen, die eine Krise nutzen, um heimlich noch mehr gemeinsamer Ressourcen der Menscheit zu stehlen. Auch wenn es schmerzhaft für Flugunternehmen sein mag, dass sie bereits CO2-Kompensationszahlungen versprochen haben, diese jetzt aufzuweichen würde uns Jahre zurückwerfen. Und daran muss erinnert werden.

Im Prinzip erinnert dieses Papier also nur an Dinge, die bereits gemeinsam beschlossen wurden. Wir wissen seit langem, dass Erneuerbare Energien mehr Jobs erschaffen, als durch den Verlust der Ölindustrie verloren gehen. Wir wissen seit langem, dass regionale Produktion physischer Güter gekoppelt mit internationalem Vertrieb digitaler Güter nicht nur ökologisch nachhaltiger, wirtschaftlich zukunftsfähiger, sondern vor allem lokal resilienter ist als unsere momentane Globalisierung. Oder sollte man besser sagen unsere ehemalige Form der Globalisierung? Es ist eine Tragöde, dass wir viele Menschenleben durch eine Pandemie verlieren mussten, um das zu lernen. Doch um wirklich daraus zu lernen, braucht es Sätze wie diese:

Indeed, the transition to a climate-neutral economy, the protection of biodiversity and the transformation of agri-food systems have the potential to rapidly deliver jobs, growth and improve the way of life of all citizens worldwide, and to contribute to building more resilient societies.

 

In der Tat haben der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft, der Schutz der Biodiversität und die Transformation der Agrar- und Lebensmittelsysteme das Potenzial, rasch Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen, die Lebensweise aller Bürger zu verbessern und zum Aufbau widerstandsfähigerer Gesellschaften beizutragen.

Inhaltlich gibt es also an diesem starken Statement nichts auszusetzen. Geld in Systeme zu stecken, die nicht langfristig funktionieren, ist keine Investition, und so muss die EU, aber auch Deutschland, jeden Cent, der als Reaktion auf die Coronakrise ausgeschüttet wird, auf Nachhaltgkeitsprinzipien überprüfen.

Doch eine Frage bleibt noch. Wieso unterzeichnen Unternehmen dieses Papier, die für Fast-Fashion, Insektensterben, Wasserverschmutzung, Petrochemie, kurz globale Wertvernichtungsketten stehen? Woher kommt dieser Anreiz?

Mich erinnert dies an eine Anekdote über die kanadische Eishockeyliga. Lange Zeit trug kaum ein Spieler einen Helm, denn er schränkte das Sichtfeld ein und man war im Nachteil. Die Unfälle häuften sich, und obwohl jeder insgeheim einen Helm tragen wollte, so tat es doch niemand. Es kam zum Tod eines Spielers. Und trotzdem verzichteten immer noch Spieler auf den Helm. Erst als eine offizielle Pflicht eingeführt wurde, und alle erleichtert aufatmeten, wurde der Helm von allen getragen. Diese vereinfachte Geschichte wird oft angebracht, um zu zeigen, dass auch Verbote manchmal von der Bevölkerung gewollt sind.

Aber sie ist ebenfalls übertragbar auf die Investitionen großer Unternehmen. Unternehmen tun genau soviel für die Umwelt, wie es ihnen erlaubt bei ihren Konsumenten gerade so davonzukommen. Ein Logo wird Grün eingefärbt, die Verpackung geändert, ein hübsches Leitmotiv von der PR-Abteilung entwickelt, mehr wird nicht getan. Das ist garnicht zynisch oder sarkastisch gemeint, alles andere wäre einfach nicht wirtschaftlich. Und nicht wirtschaftliche Unternehmen überleben nur kurz an der Wall Street. Wenn aber politische Entscheidungen, Steuern oder auch wie von der Green Recovery Alliance geforderte, an Bedingungen geknüpfte Investitionspakete für Fair-Play sorgen, so kommt dies den insgeheimen Wünschen der Firmen entgegen. Die unerwarteten Sinneswandel der Unternehmen wirken radikal, doch in Wahrheit, vermute ich, haben viele der Unternehmen schon lange auf genau so ein Papier gewartet. Denn was gäbe es wirtschaftlich Sinnvolleres als …

… enshrining the fight against climate change as the core of the economic strategy.

 

…den Kampf gegen den Klimawandel im Kern der Wirtschaftsstrategie zu verankern.

Hinter Forderungen solcher Art stecken meist versteckte Intentionen, nicht öffentliche Interessen und geheime Absichten. Doch erstaunlicherweise habe ich bei der Green Recovery Alliance ein seltenes Gefühl der Ehrlichkeit empfunden. Wir von DEEPWAVE hätten dieses Papier unterzeichnet, selbst wenn wir dann mit Nestlè auf einem Blatt gestanden hätten. Denn das ist die Message wert.

Heye Groß für DEEPWAVE

 

Quelle: euraktiv.com oder auf deutsch cleanthinking.de.

 

Seegras – Das neue Dämm- und Füllmaterial

Seegras wird mit einem Bagger aus dem Meer geholt

© seegrashandel.de

An den Küsten angespültes Seegras, das den Weg zum Meer versperrt: für die meisten Strandbesucher:innen ein Ärgernis, das sie beseitigt wissen wollen. Dabei verweist es auf etwas, das eine entscheidende Rolle im Klimageschehen spielt: intakte Seegraswiesen bilden einen hervorragenden CO2-Speicher.

Um die Strände sauber zu halten, wurde das angespülte Seegras bisher aufwendig entsorgt, doch dass es eigentlich eine wertvolle Ressource darstellt, die effektiv und ökologisch nachhaltig genutzt werden kann, rückt jetzt durch Initiativen wie den „Seegrashandel“ und die „Strand-Manufaktur“ an der Ostsee immer mehr ins Bewusstsein.

„Ökologisch dämmen mit Seegras aus der Ostsee“ – so lautet der Slogan des Unternehmens Seegrashandel von Jörn Hartje und Swantje Streich aus Lübeck. Die innovative Idee, die sich dahinter verbirgt, beruht auf dem Konzept, angespültes Seegras als Dämm- und Füllmaterial einzusetzen. Getrocknetes Seegras kann aufgrund der Schimmel- und Ungezieferresistenz sowie der Feuerfestigkeit als optimales Material zum Füllen – z. B. von Kissen, Polstern und Matratzen – und zum Dämmen von Gebäuden genutzt werden. Und es hat im Vergleich zu konventionellen Dämmstoffen eine kaum zu übertreffende Ökobilanz.

Konventionelle Produkte wie Glas-, Steinwolle, Polyurethan und Styropor haben eine sehr schlechte Ökobilanz. Sie benötigen zur Herstellung viel Energie und Ressourcen und sind stark abhängig vom knapper werdenden Erdöl. Außerdem sind sie bei der Verarbeitung teilweise gesundheitsschädlich, entwickeln bei Feuer giftige Gase, und es können neue Probleme wie Schimmelbildung entstehen, wenn man es mit einem Material zu tun hat, das nicht atmungsaktiv ist.  Seegrashandel, 2012

Auch Kristian Dittmann von der Strand-Manufaktur hat die Vorteile und Chancen erkannt, die Seegras bereithält. Während eines Strandspaziergangs vor nun mehr als sieben Jahren stellte er sich die Frage, inwiefern Seegras brauchbar gemacht werden kann. Schließlich wurde es schon damals in überwältigenden Mengen angespült. Kein Jahr später wusste er die Antwort darauf: nachdem er das Seegras geerntet und mittels mobiler Waschanlage gereinigt hatte, konnte er Kissenbezüge aus Baumwolle und Leinen damit füllen und verkaufen. Da Seegras das Dreifache seines Trockengewichts an Wasser aufnehmen und auch schnell wieder abgeben kann, werden die Kopfkissen weniger nass vom Schweiß. Außerdem schimmeln sie nicht und Allergikern kann Abhilfe geschaffen werden, weil Seegras von Milben gemieden wird. Er empfiehlt, das Seegras selber zu sammeln, zu trocknen und nicht nur als Dämmmaterial und Stopfwolle, sondern auch als Gartenerde und Mulch, für das Anlegen von Wällen und Knicks und sogar zur Hautreinigung und Wundheilung zu nutzen.

Indem wir Seegras verwenden, wird uns bewusst, dass etwas, was wir bisher als eine Art natürlichen Müll betrachtet haben, eine kostbare Ressource darstellt. Und besonders da konventionelles Bauen mit einem beträchtlichen Anteil zur Erderhitzung beiträgt, wird Seegras in Zukunft eine wichtige Rolle als Dämmmaterial spielen.

Getrocknetes Seegras wird als Dämmmaterial der Decke benutzt.

© seegrashandel.de

Eine Dokumentation zum Thema gibt es beim NDR.
Wer sehen möchte, wie lebendig und voller Leben Seegraswiesen unter Wasser aussehen, kann dies in der virtuellen Realität OstseeLIFE des Nabu.

[Und falls jemand auf die Idee kommt, dass wir hier Werbung machen, ja, aber unbezahlte, wir finden den Einsatz und die Ideen einfach klasse.]

La Gomera und Teneriffa zu „Hope-Spot“ erklärt

Das Bild zeigt mehrere grau-schwarze Grindwale unterhalb der Wasseroberfläche

© www.francisperez.es

Die Gewässer vor den kanarischen Inseln La Gomera und Teneriffa sind von außergewöhnlicher Artenvielfalt geprägt und das Zuhause von vielen Meeressäugern wie Grindwalen, Pottwalen aber auch Meeresschildkröten und Blauhaien. Im Dezember wurden nun auch die beiden Inseln im Rahmen der Weltklimakonferenz in Madrid von MISSION BLUE zum sogenannten „Hope Spot“ deklariert. Die ursprünglich von Dr. Sylvia Earle und MISSION BLUE eingeführten „Hope Spots“ stellen bedrohte Meeresgebiete mit hoher Bedeutung dar, die aufgrund ihrer Besonderheit Hoffnung bieten und gerade deshalb mehr Schutz und Aufmerksamkeit benötigen. Ziel ist hierbei auch die Gebiete in den Fokus der Regierungen zu stellen, damit diese den nötigen Schutz gewährleisten können.

Auch die kanarischen Inseln sind von Küstenbau, Müll- und Plastikverschmutzung, Schiffsverkehr, Überfischung sowie der steigenden Wassertemperatur bedroht. MISSION BLUE will mit den zuständigen Behörden dafür sorgen, dass Teneriffa und La Gomera Orte werden, die Naturschutz, nachhaltigen Tourismus und Bildung vereinen, um die dortige Biodiversität zu schützen und zu stärken. Wenn die Gewässer unter Naturschutz gestellt werden, würde Spanien eine wichtige Rolle im Meeresschutz einnehmen und als gutes Vorbild für andere Nationen vorangehen.  Denn Ziel ist es, dass 2030 30% des Ozeans unter Schutz stehen.

Mehr zum Thema „Hope Spots“ und den gesamten Artikel zum neu erklärten „Hope Spot“ bei den kanarischen Inseln findet ihr bei MISSION BLUE.

Mehr interessante Infos zur Insel La Gomera findet ihr auf dem LaMar Newsletter.

GermanZero: Der 1,5-Grad-Klimaplan für Deutschland

Weißer Text auf gelbem Hintergrund: GermanZero: Der 1,5-Grad-Klimaplan für Deutschland- Gemeinsamer Aufbruch gegen die Klimakrise

© GermanZero

Hier ein Newsletter, den wir gerade bekommen haben. Wir unterstützen die Sache!

Newsletter von der Warenwirtschaft Hamburg:

Die Jugend hat uns auf die Straße geholt, als wir zu träge dafür waren, selbst die Hintern hochzukriegen, und das ist eine wirklich große Sache. Leider muss man nicht weit über den Tellerrand schauen um zu erkennen, dass an wesentlichen Stellen die große Sache, die auf der Straße passiert, den Entscheidern nicht besonders wichtig ist.

Die Straße, mit dem erhebenden Wir-ändern-was-Gefühl der letzten Monate, hat den Klimaschutz auf die Agenda gesetzt und zu einem Thema gemacht, dem sich niemand mehr entziehen kann – jetzt braucht es nächste Schritte, und um einen besonders imposanten nächsten Schritt soll es in diesem Schrieb gehen.

Bisher hat keine Nation einen Plan vorgelegt, wie sie das in Paris vereinbarte 1,5-Grad-Ziel zu erreichen gedenkt. Nicht einmal einen Plan! Von seiner Umsetzung ganz zu schweigen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Vier Jahre ist das her, dass die unterzeichnenden Staaten völkerrechtlich bindend zugesagt haben, die Erdüberhitzung bei 1,5° zu stoppen, und die größten Verschmutzer unter diesen Regierungen haben bisher nicht einmal ernsthaft darüber nachgedacht, wie man das überhaupt anpacken müsste.

Parallel dazu die unangenehmen Prognosen, die wir alle kennen und möglichst weit wegschieben, weil mehr Wissen eben entgegen aller Erwartungen und zum großen Frust der weltweiten Klimaforschung nicht zu mehr Handeln führt, eher im Gegenteil.

Aber irgendwie was machen fürs Klima, das wollen wir doch alle. Und nun sind sie einmal in der Höhe, unsere Hintern. Wir sollten sie nicht sinken lassen. Wir sollten mithelfen, dass die große Sache, die unten auf der Straße ihren Anfang genommen hat, auch unter den Regierenden die Wucht entfaltet, die nötig ist, um einen Unterschied zu machen.

Wir verfügen über ein paar Dinge, von denen die Jugend weniger hat: Geld (ja klar, in Maßen, aber doch), Einfluss (nicht so viel wie Rezo, aber immerhin), Wählerstimmen (nicht so viele wie Putin, aber schon). Die Fridays for Future nehmen uns in die Pflicht, diese Dinge wirklich in die Waagschale zu werfen – und zwar über die gelegentliche Demonstration und das liken von Greta-Fotos auf Twitter hinaus.

„Ja aber was, ja aber wie denn?“, fragt ihr euch ganz aufgescheucht gemeinsam mit mir im Chor. „Selbst, wenn wir persönlich superklimabewusst leben, können wir in Deutschland derzeit kaum unter 5 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr kommen, das ist natürlich von durchschnittlich über 11 Tonnen pro Kopf schon ein ganz schöner Fortschritt! Aber um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, müssten wir in kürzestmöglicher Zeit auf null, das schaffen wir nicht alleine! Da fehlt es an einem massiven, strukturellen Umschwung von oben! Auch um der breiten Masse die notwendige Umstellung auf klimafreundlichere Lebensweisen leichter zu machen! Denn 80% Prozent Klimaneutralität ist durch Politik machbar, für den Rest müssen wir als Individuen sorgen!“, ruft ihr erstaunlich gut informiert.

Und mit chirurgischer Präzision wähle ich macchiavellisch genau diesen Zeitpunk eurer größtmöglichen Empfänglichkeit, um– nee, Zeitpunks gibt es nicht, schade eigentlich, die wären sicher ziemlich, hm, ich weiß gar nicht, wie die wären, auf jeden Fall interessant.
Nochmal von vorn:
Und mit chirurgischer Präzision wähle ich macchiavellisch genau diesen Zeitpunkt eurer größtmöglichen Empfänglichkeit, um Werbung für GermanZero zu machen: Das Handlungsangebot für den klimabeunruhigten Menschen über 30.

GermanZero ist eine neue NGO und größenwahnsinnig. GermanZero will dafür sorgen, dass Deutschland bis 2035 klimaneutral wird, damit das 1,5-Grad-Ziel doch noch erreicht werden kann. Es ist die Art von sachlich unterfüttertem, kenntnisreichem, idealistischem Größenwahn, die wir dringend brauchen.

Ich sag’s gleich, damit kein falscher Eindruck entsteht: Nicht nur findet die warenwirtschaft das ein gutes Projekt, sondern ich, Nico, der immer den ganzen Kram hier schreibt, mache da mit. Ich war in den letzten Wochen (kleiner) Teil eines für Textmenschen wie mich schwer beeindruckenden, sehr intensiven Redaktionsprozesses, in dem GermanZero gemeinsam mit über zwanzig namhaften Experten und Wissenschaftlern einen überzeugenden Klimaplan zusammengeschrieben hat, der mit großer Konkretheit beschreibt, was an Maßnahmen und Gesetzen gebraucht wird, um diesen Kraftakt möglich zu machen.

Ich kenne diese Organisation von innen und treffe dort auf fähige, besonnene, optimistische und tatkräftige Leute, die wissen, was sie tun und denen ich zutraue, Großes zu erreichen. Deutschland hat keinen Plan? Nehmt unseren. Wir haben ihn vorgestern veröffentlicht. Das ist ein gigantischer erster Schritt und ein gutes Argument für die Glaubwürdigkeit und Schlagkraft dieser Kampagne. Ihr könnt hier in das Dokument reinschauen.

Was weiter mit diesem Plan passiert und wie er am Ende in ein im neuen Bundestag verabschiedetes Gesetzespaket münden soll, das unseren Beitrag zum Erreichen der 1,5° festschreibt und umsetzt, könnt ihr ebenfalls dort nachlesen, oder ihr lasst es euch direkt von Gründer Heinrich Strößenreuther erklären, der macht das mit großer Ruhe, Souveränität und Eindringlichkeit zum Beispiel hier.

Größenwahnsinnig, ja. Aber dieser Größenwahn unterliegt der zwingenden Logik desjenigen, der eine reelle letzte Chance sieht, die Zukunft lebenswert zu machen, anstatt sie noch innerhalb der Lebenszeit unserer Kinder den Bach runtergehen zu lassen.

Damit das was werden kann, muss GermanZero nicht nur Reichweite entwickeln, bekannter werden, und viele viele weitere ehrenamtliche Unterstützende finden. Es braucht auch Geld. Die erste Phase der Kampagne, die mit der Veröffentlichung des Klimaplans ihren Abschluss findet, ist zu einem überwältigenden Anteil durch hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit möglich geworden. Um aber über die lange Strecke diesen Druck aufrecht zu erhalten, braucht es ein Kernteam angemessen bezahlter, richtig guter Fachleute (Interessiert? Stellenausschreibungen hier) – das kostet keine kleine Summe, aber über die gesamte Laufzeit der Kampagne immer noch deutlich weniger, als zum Beispiel SPD oder gar CDU/CSU für ihren Bundestagswahlkampf auszugeben pflegen.

Also, Weihnachtszeit, Spendenzeit:
GermanZero braucht von unserem Geld.
So plusminus 20 Cent von jedem Bundesbürger würden schon reichen, und was wäre das für eine Botschaft demokratischer Legitimierung, aber ein persönlicher Tipp von mir für den Fall, dass nicht alle mitmachen: Schenkt ein zwei weniger wichtigen Leuten nix und reicht das Eingesparte an GermanZero weiter. Von der Rettung des Klimas profitieren am Ende auch die weniger wichtigen Leute. Könnt ihr denen sagen, dass ich das gesagt habe.

Überzeugt?
Falls nicht, stehe ich für weitere Überzeugungsarbeit bereit. Fragt gern kritisch nach.

Und damit verbleiben wir mit herzlichen Weihnachtsgrüßen.
Macht euch ein sehr schönes Fest und ein paar ruhige Tage!

Hier findet ihr nochmal das komplette Dokument des 1,5-Grad-Klimaplans.

Hier kommt ihr zur Website von GermanZero.

Klimastreik am 29. November #NeustartKlima

29. November 2019, Global Day of Climate Action, Streikende bei Klimadenmonstration auf der Straße

© Fridays for Future

Fridays for Future rief am 29. November zum 4. Globalem Klimastreik auf unter dem Motto:

#NeustartKlima – laut, wütend und unbequem – Klimagerechtigkeit jetzt

Viele bunte Schilder zierten mit Aufschriften wie „climate justice“, „Klima retten“ oder „Die Uhr tickt“ begleitend den globalen Klimastreik. Alleine in Hamburg demonstrierten 55.000 Menschen aller Generationen, bundesweit waren es 630.000, um zu verdeutlichen, dass das 1,5 Grad Ziel eingehalten werden muss und die aktuellen Standpunkte der Politik nicht ausreichen und deshalb nicht toleriert werden.

Der Aufruf zum 4. Globalen Klimastreik:

Die Bundesregierung hat dem 1,5°-Ziel eine Absage erteilt. Das akzeptieren wir nicht!

Während Millionen Menschen auf der Straße gestreikt haben, hat sie am 20. September ein lächerliches Klimapaket vorgelegt, das uns noch tiefer in die Klimakrise führt. Mit business as usual und viel Pillepalle sind diese Maßnahmen nur eine weitere Folge in der Reihe des klimapolitischen Versagens der GroKo. Das auch noch als Erfolg zu deklarieren ist ein Skandal und nicht nur ein Schlag ins Gesicht der jungen Generation, die seit fast einem Jahr klimastreiken, sondern vor allem auch aller Menschen im globalen Süden, die jetzt schon die drastischen Folgen der Klimakrise erleben. Klimakrise, das heißt: das größte Artensterben in der Geschichte der Menschheit, immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse, die Zerstörung der Lebensgrundlagen weltweit. Klimakrise, das heißt auch: steigende Meeresspiegel, neue Epidemien, zunehmende Waldbrände. Und das heißt: Nahrungsmittelengpässe, Fluchtbewegungen, Dürren und Überflutungen, in einem Ausmaß, das bislang unvorstellbar scheint.

Anfang Dezember treffen sich Politiker*innen aller UN-Staaten auf der Weltklimakonferenz, um die Einhaltung der internationalen Klimaziele zu überprüfen. Und Deutschland steht mit leeren Händen da. Ein Steuergesetz aus dem Finanzministerium soll die Antwort der GroKo auf die größte Krise unserer Zeit sein – in der Schule hieße das: “Thema verfehlt! Setzen, Sechs.”

Das ist nicht die besonders harsche Beurteilung durch naive, übereifrige Klimaaktivist*innen, sondern der der führenden Wissenschaftler*innen dieses Landes. Die Bundesregierung scheitert nicht nur an ihren internationalen Verpflichtungen zur Einhaltung des 1,5°-Ziels, sondern sogar an ihren eigenen – deutlich darunter liegenden – Klimazielen für die Jahre 2020 und 2030. In einer Zeit, in der die Wissenschaft so deutlich wie wohl nie zuvor die Notbremse fordert und die größten Teile der Gesellschaft ebenfalls bereit wären umzusteuern, ist das eine Katastrophe.

Was wir jetzt brauchen, ist ein #NeustartKlima: Es muss endlich Schluss sein mit Pillepalle und business as usual. Wir fordern Klimagerechtigkeit – und zwar jetzt! Doch dafür braucht es ein komplettes Umsteuern und Maßnahmen, die uns wirklich auf den Weg der Klimaneutralität bis 2035 bringen. Einen Ausstieg aus der Kohle, der nicht noch 19 Jahre auf sich warten lässt, eine Neuauflage der Energiewende so schnell wie nötig und das Ende von Subventionen für Kohle, Öl und Gas. Kurz gesagt: eine Bundesregierung, die ihrer Verantwortlichkeit nachkommt und sich nicht weiter hinter Ausreden und Mutlosigkeit versteckt.

Am 29. November, dem Freitag vor dem Beginn der Klimakonferenz, ziehen wir die Grenze. Dieses Jahr hat gezeigt, dass es scheinbar nicht ausreicht, Politiker*innen auf die Klimakrise und ihre Verantwortung aufmerksam zu machen. Es reicht weder aus, wenn unzählige junge Menschen jeden Freitag an Klimastreiks teilnehmen, noch, wenn ihnen an einem Vormittag 1,4 Millionen im ganzen Land folgen. Unsere Gesellschaft ist längst weiter als unsere Regierung.

Am 29. November gehen wir deshalb einen Schritt weiter. Ja, wir werden wieder die Straßen fluten – aber nein, wir werden nicht nur streiken. Wir gehen in Klassenzimmer und Parteibüros, in Einkaufszentren und auf öffentlichen Plätzen, zu Infrastrukturprojekten und auf Straßenkreuzungen, vor Kraftwerke und in die Fußgängerzonen. Am 29. November werden wir überall laut, wütend und unbequem sein – wir stehen zu unserer Forderung: Klimagerechtigkeit jetzt!

Diesen Aufruf findet ihr bei Fridays for Future

Italien führt das Schulfach „Klimawandel“ ein

Eine Fotografie aus einer Schulklasse. Ein Mädchen meldet sich mit erhobenem Finger. Im Hintergrund sieht man etwas unfokusiert eine Kreidetafel, vor der ein Lehrer steht. Vor der Tafel sitzen noch weitere Kinder an ihren Tischen

© Stuttgarter Zeitung | dpa

Klimawandel und nachhaltige Entwicklung – so soll das neue Schulfach heißen, das ab dem nächsten Schuljahr in Italien unterrichtet wird. 33 Stunden im Jahr, also eine in der Woche, werden die Themen rund um Erderwärmung und Nachhaltigkeit den Schüler*innen nähergebracht. Somit ist Italien das erste Land weltweit, das diesen Schritt gehen wird. Dies beschloss der Bildungsminister Lorenzo Fioramonti. Bereits im September hatte Fioramonti die italienischen Schüler dazu ermutigt, auf die Klimademonstrationen anstatt in den Unterricht zu gehen, wofür ihn die Opposition stark kritisierte.
Das Fach soll in jeder Klassenstufe von Grundschule bis Abitur unterrichtet werden, wobei natürlich der Schwierigkeitsgrad und die Komplexität dieses Themas an die jeweiligen Stufen angepasst werden. So schrieb der „Spiegel“ letzten Mittwoch:

Kinder im Alter von sechs bis elf könnten sich künftig zum Beispiel mit verschiedenen Kulturen in Bezug auf ihre Umwelt auseinandersetzen, sagte Fioramonti der „New York Times“. Gymnasiasten würden sich hingegen eher mit der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung befassen, also unter anderem damit, wie man nachhaltig lebt oder die Ozeane vor Verschmutzung schützt.

Doch nicht allein im neuen Schulfach, sondern auch in den bestehenden Fächern wie Geographie, Physik und Mathematik wird das Thema Klimawandel zukünftig wohl stärker eingebracht.
„Das gesamte Bildungsministerium wird verändert, um Nachhaltigkeit und Klima zentral in unserem Bildungssystem zu verankern“, so Fioramonti.

Verankerung in Bildung und Gesellschaft

Mit dem neuen Schulfach  wird Nachhaltigkeit und Klima jedoch nicht nur in der Bildung verankert, sondern auch in der Gesellschaft. Den Themen wird mehr Raum zur Diskussion gegeben, wodurch sich hoffentlich auch etwas in Politik und Industrie verändern wird. Darum sprechen wir uns für das Fach „Klimawandel und nachhaltige Entwicklung“ auch in Deutschland und in anderen Ländern aus. Anstatt zu diskutieren, wie die Schüler:innen wegen ihres „Schulschwänzens“  am Freitag am besten abgemahnt werden könnten, sollte das Thema Globale Erwärmung in den Curricula ernstgenommen und der faktischen Komplexität angemeseen ausführlich unterrichtet werden. Nur wenn sich die Gesellschaft wirklich mit diesem Thema auseinandersetzt, kann auch gehandelt werden.

Quelle: Spiegel online

Green Kayaks

Zwei Personen auf einem grünen Kayak in Hamburg, ein Eimer für Müll steht zwischen ihnen

© Zeit | Elbvertiefung

Mit einem Kajak bei schönem Wetter durch die Kanäle Hamburgs zu paddeln, dabei noch etwas Gutes zu tun und das umsonst, hört sich gut an oder?

Bereits 6 Standorte der dänischen NGO Green Kayak sind in Hamburg zu finden. Bei Green Kayak kann man sich in den Sommermonaten kostenfrei ein Kajak leihen und innerhalb der befahrbaren Kanäle Müll aufsammeln und währenddessen die Sonne sowie die frische Luft genießen.

Das zunehmende Müllproblem in Städten und vor allem in deren Gewässer und Kanälen war der auslösende Anreiz für Tobias Weber-Andersen zur Gründung von Green Kayak. Mittlerweile sind Green Kayaks in 5 Ländern aktiv und im Rahmen des Müllsammelns wurden seit 2017 bereits über 24 Tonnen Müll aus den städtischen Gewässern entfernt. Auch in Hamburg kommen pro Kajakfahrt im Durchschnitt 3,4 kg Müll zusammen.

Ab den Frühlingsmonaten darf wieder zum Paddel gegriffen werden und fleißig Müll aus der Alster gefischt werden.

Wo die Green Kayaks liegen und wie ihr euch ein Kajak mieten könnt, erfahrt ihr bei GreenKayak .

Für unsere eigene Müllsammelaktion auf den Hamburger Kanälen, waren wir anlässlich des International Coastal Cleanup Days gemeinsam mit Globetrotter unterwegs.

 

 

 

Refill: Leitungswasser ist Trinkwasser!

Ein Stabel von "Refill Sation" Aufkleber auf einem Holzhintergrund. In der Mitte des runden, blauen Aufklebers befindet sich ein großer Wassertropfen. Unter ihm befindet sich der Text: Kostenfrei Trinkwasser/Free Tap Water

© Refill Deutschland

Leitungswasser ist Trinkwasser! Leider werden auch in Deutschland noch immer Tonnen von Wasserplastikflaschen verkauft und das obwohl das deutsche Leitungswasser gesund und trinkbar ist. Außerdem hat es eine wesentlich bessere CO2-Bilanz und ist auch preiswerter als gekauftes Wasser.
Darum sind schon viele Menschen auf Mehrweg-Trinkflaschen für unterwegs umgestiegen. Trotzdem kommt es dabei vor, dass die Flasche nach einem langen Tag in der Stadt leer wird und man keine Möglichkeit hat, diese wieder aufzufüllen. Zwar könnte man sicher in einem Geschäft oder Café nachfragen, ob man nicht schnell die Flasche am Wasserhahn auffüllen könnte, doch die meisten von uns trauen sich genau das nicht. Also hat die ehrenamtliche und nicht kommerzielle Organisation Refill die perfekte Lösung entwickelt. In Hamburg gegründet und nun in ganz Deutschland.

Es funktioniert ganz einfach: Geschäfte, Cafés, Restaurants, Kirchen, Gemeindezentren und öffentliche Orte jeder Art können Teil der Refill-Bewegung werden. Alles was das Geschäft tun muss, ist einen Refill-Aufkleber deutlich anzubringen. Somit wissen Passant:innen, dass sie hier ihre Flasche gerne mit Leitungswasser auffüllen können. Auch gibt es eine Karte, auf der sich Refill-Stationen eintragen können. So könnt ihr auch leicht einsehen, wo ihr in eurer Stadt leicht an frisches Wasser kommt. Bisher gibt es schon über 4700 Stationen deutschlandweit.

Somit ist Refill eine super Initiative gegen die Ressourcenverschwendung, die Plastikverschmutzung und für den Meeresschutz. Zwar lässt sie allein die Einwegflaschen nicht verschwinden, jedoch ist sie ein erster Schritt in diese Richtung. Stephanie Wiermann, die Gründerin von „Refill Deutschland“, sagt:

„Wenn wir es schaffen, dass keine Plastikflaschen mehr gekauft werden und Leitungswasser selbstverständlich ist, sind wir zufrieden und die Refill Bewegung hat sich überflüssig gemacht.“

 

 

 

//