Good News

Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

Katja Matthes übernimmt die Leitung des GEOMAR

Ein Foto von vorne von Katja Matthes

© picture alliance/dpa/Axel Heimken

Pressemittelung, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, 02.10.2020

Unserer Welt ist der Ozean

Professorin Katja Matthes übernimmt die Leitung des GEOMAR

02.10.2020/Kiel. Die Klimaforscherin Professorin Dr. Katja Matthes hat am 1. Oktober die Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel übernommen. Bei der offiziellen Amtsübergabe, die heute an der Forschungseinrichtung stattfand, skizzierte Professorin Matthes die Ansätze für eine neue Forschungsstrategie, die die Beziehung zwischen Mensch und Meer ins Zentrum stellt.

In ihrer Antrittsrede schaute Professorin Dr. Katja Matthes nach vorne: „Ich freue mich auf die Herausforderung, auch zukünftig am GEOMAR eine exzellente Forschungsumgebung auf internationalem Spitzenniveau zu ermöglichen, um mit unserer Ozeanforschung zu nachhaltigen Lösungen für die drängenden Zukunftsfragen beizutragen.“ Sie skizzierte eine neue Forschungsstrategie, die in den vergangenen Monaten gemeinsam auf einer breiten wissenschaftlichen Basis erarbeitet worden sei. Die Finalisierung und Umsetzung werde eine ihrer ersten zentralen Aufgaben sein, sagte die neue Direktorin.

„Im Kern unserer Forschung steht der Ozean und seine vielschichtige Wechselbeziehung zu uns Menschen“, sagte Professorin Matthes. „Deshalb haben wir auch den zentralen Slogan für das GEOMAR angepasst: Unsere Welt ist der Ozean. Darunter werden wir künftig unsere Forschung und ihre Ergebnisse einordnen.“ Sie übernimmt die Führung des GEOMAR von Professor Dr. Peter Herzig, der nach mehr als 16 Jahren in den Ruhestand geht. Im Rahmen einer Festveranstaltung wurde die Leitung des GEOMAR offiziell übergeben.

In einer Reihe von Grußworten würdigten Sprecherinnen und Sprecher von Bund, Land, Stadt Kiel und der Helmholtz-Gemeinschaft die Leistungen von Professor Herzig und überbrachten der neuen Direktorin ihre besten Wünsche. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther unterstrich in seiner Videobotschaft: „Das GEOMAR ist unter der Leitung von Peter Herzig zu einem echten Leuchtturm der Meeresforschung gewachsen, der weit über die Landesgrenzen Schleswig-Holsteins strahlt. Ich freue mich, dass mit Professorin Matthes eine so kompetente und engagierte Nachfolgerin gefunden wurde, die am GEOMAR neue Impulse setzen wird.“

Der Kuratoriumsvorsitzende des GEOMAR Ministerialdirektor Volker Rieke vom Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Ich danke Herrn Professor Herzig im Namen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sehr für sein beeindruckendes Engagement, mit dem er das GEOMAR in den vergangenen Jahren von einem Leibniz-Institut in ein international erfolgreiches und sichtbares Helmholtz-Zentrum weiterentwickelt hat. Ich bin mir sicher, dass wir mit Frau Professorin Matthes eine würdige Nachfolgerin gefunden haben, die ebenso mit großem Einsatz und viel Begeisterung die Ozeanforschung zu nachhaltigen Lösungen für die drängenden Zukunftsfragen zum Schutz der Küsten und Meere vorantreiben wird.“

Glückwünsche kamen auch von Wissenschaftsministerin Karin Prien. „Schleswig-Holstein konnte mit Prof. Katja Matthes eine renommierte Wissenschaftlerin als neue Direktorin am GEOMAR gewinnen. Ihre Idee, sich mit GEOMAR aktiv einzumischen und den Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik mitzugestalten, unterstütze ich unbedingt. Denn dieses vernetzte Arbeiten auch mit den Bildungsinstitutionen und der Wirtschaft ist die einzige Lösung, um globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Welternährungssituation zu begegnen. Ich freue mich auf diesen Dialog und auf ein neues Kapitel für die Kieler Meereswissenschaften.“

Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer sagte, dass er sehr froh sei, mit dem GEOMAR ein so bedeutendes und international anerkanntes Meeresforschungsinstitut in Kiel zu haben. „Ich danke Herrn Professor Herzig ganz herzlich für seine herausragende Arbeit in den vergangenen Jahren. Und ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Frau Professorin Matthes“, sagte Kämpfer. „Ich weiß, dass die Themen Meeres- und Klimaschutz Frau Professorin Matthes besonders bewegen – und ich bin mir sicher, dass sie uns mit ihrer Expertise sehr helfen wird, die nächsten Schritte in Richtung konsequenten Klimaschutz zu gehen.“

„Ich danke Peter Herzig von ganzem Herzen für seinen beeindruckenden Einsatz, mit dem er das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel in den vergangenen 16 Jahren maßgeblich geprägt hat. In seiner Amtszeit hat sich das GEOMAR zu einem der weltweit führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung entwickelt“, sagte der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Otmar D. Wiestler. „Ich bin überzeugt, dass wir mit Katja Matthes eine ideale Nachfolgerin gefunden haben. Sie ist eine herausragende Wissenschaftlerin und wird mit Engagement und Dynamik die exzellente Forschungsumgebung auf internationalem Spitzenniveau am GEOMAR weiterentwickeln. Ich wünsche ihr für ihre neue Aufgabe viel Erfolg und freue mich sehr auf unsere künftige Zusammenarbeit.“

Zur Person Prof. Dr. Katja Matthes

Die gebürtige Berlinerin studierte an der Freien Universität Berlin Meteorologie und war im Anschluss an ihre Promotion mehrere Jahre am renommierten National Center for Atmospheric Research in Boulder/Colorado, USA, tätig. Im nächsten Schritt leitete sie eine Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe am Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches Geoforschungszentrum. 2011 wurde Dr. Katja Matthes auf eine W2-Professur für „Atmosphären-Hydrosphären Systeme“ an der Freien Universität Berlin berufen. 2012 folgte sie dann dem Ruf auf eine W3-Professur für Meteorologie am GEOMAR und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Seit 2018 leitet sie den Forschungsbereich Ozeanzirkulation und Klimadynamik am GEOMAR. Professorin Matthes ist Expertin auf dem Gebiet von Klimavariabilität und Klimaveränderungen, insbesondere dem Einfluss der Sonne auf das Klima. Sie ist Autorin bzw. Ko-Autorin von über 75 begutachteten Aufsätzen in wissenschaftlichen Fachjournalen, Mit-Autorin des aktuellen 6. IPCC-Berichtes und Mitglied in diversen nationalen und internationalen Gremien. Ihre Forschungsarbeiten tragen zur genaueren Bestimmung des anthropogenen Klimaeinflusses und der Verbesserung von kurzfristigen Klimavorhersagen bei.

Diese Pressemitteilung findet ihr beim GEOMAR.

Ein Videobeitrag mit einem Interview von Professorin Dr. Katja Matthes und ihrem Vorgänger Professor Herzig findet ihr im Schleswig-Holstein Magazin vom NDR.

Informationen zu der aktuellen IceAGE3- Expedition und einer Studie zum Thema: „Meeresschutzgebiete nicht sicher“ vom GEOMAR findet ihr in unserem Forschungsblog.

Poseidon – Ehemaliges Forschungsschiff wird zur Sea-Watch 4

 

Das ehemalige Forschungschiff Poseidon, dass nun unter dem Namen Sea-Watch 4 Flüchtlinge in Seenot im Mittelmeer rettet ist auf hoher See zu sehen. Das Foto wurde aus einem Schlauchboot aufgenommen. Ein zweites Schlauchboot mit Einsatzkräften in Arbeit ist zu sehen

© Chris Grodotzki | sea-watch.org

Ein sehr persönlicher Bericht über das Forschungsschiff Poseidon, das Ende Januar 2020 von Sea-Watch gemeinsam mit dem Bündnis United4Rescue erstanden werden konnte, im Februar diesen Jahres auf den Namen Sea-Watch 4 getauft wurde und nun im Mittelmeer im Einsatz ist. Dass dieser Einsatz nötig ist, ist bittere Realität. Unfassbar aber wahr: Das Sterben im Mittelmeer wird von der EU und unserer Regierung nicht verhindert, sondern täglich in Kauf genommen. Das Retten von Menschenleben wird privaten Organisationen wie der Sea-Watch und ihren mutigen Seeleuten überlassen, ohne sie wäre das Leid noch verheerender. Wer nicht will, dass diese menschenverachtende Praxis in seinem Namen verübt wird, kann einiges tun: zum Beispiel davon sprechen. Jeden Tag aufs Neue. Und Organisationen wie Sea-Watch.org unterstützen.

Im Jahr 2008 nahm ich als Fotografin und Filmemacherin an einer Forschungsexpedition der Universität Hamburg in Kooperation mit dem WWF an Bord der Poseidon teil. 12 Jahre später wird das ehemalige deutsche Forschungsschiff zum neuen Rettungsschiff der Hamburger Organisation Sea-Watch, die seit fünf Jahren schiffbrüchige Flüchtlinge im Mittelmeer rettet. Die europäischen Staaten schauen seit Jahrzehnten dem Sterben im Mittelmeer mehr oder weniger untätig zu. Umso erfreulicher, dass die Evangelische Kirche endlich ein Zeichen gesetzt hat und maßgeblich daran beteiligt war, dass die Poseidon nun als Sea-Watch 4 zum humanitären Einsatz kommt.

2008 hatte ich das Thema Flüchtlinge noch nicht auf dem Radar. Als diplomierte Foto/Film-Designerin widmete ich mich fotografisch und filmisch dem Thema Meer und landete so auf einer Expeditionsfahrt der Poseidon, bei der ich für die Universität Hamburg und den WWF die Forschungsarbeiten an Bord dokumentieren sollte.

Das Forschungsschiff Poseidon am Hafen

© Jonathan Weinspach | sea-watch.org

Forschungsthema waren die Seamounts, die Tiefseeberge vor Madeira. Drei Wochen an Bord, von Madeira bis Bremerhaven, einziger Landgang in Lissabon. Ich erlebte hautnah den Alltag von Wissenschaftler:innen und Seeleuten und erhielt so Einblicke in die Meeresforschung und das Leben an Bord, eine Welt für sich. Highlights waren meine morgendlichen Apfelpfannkuchen mit Zimt von unserem Smutje, die mit kleinem Aufzug aus der Kombüse hoch in den Speisesaal gefahren kamen, und die Delfine, die in der Biscaya neben dem Schiff in den Wellen auftauchten und uns eine Weile begleiteten. Und dann ein neues Erleben von Zeit: an Bord vergeht sie manchmal sehr langsam, Smartphones gab es noch nicht und Internet nur für den Notfall. Schließlich vertrieb ich mir die Zeit, indem ich dem 2. Kapitän dabei half, Seekarten zu korrigieren. In den riesigen detaillierten Karten mit dem Bleistift neue See- oder Landmarken einzuzeichnen, gab mir einen weiteren neuen Blickwinkel auf das Meer. Als ich in Lissabon nach 14 Tagen das erste Mal wieder festen Boden unter den Füßen hatte, wurde ich prompt landkrank.

2009 verließ ich dann meinen damaligen Liegeplatz Hamburg und zog auf die winzige sizilianische Insel Salina. Vier Jahre blieb ich und in der Zeit erfuhr ich erstmals von dem Schicksal der afrikanischen Flüchtlinge, die zu Hunderten und Tausenden mit winzigen Booten über das Mittelmeer Kurs auf Europa nehmen und oft auf Lampedusa landen, einer Insel, die südwestlich von Sizilien liegt. „Meine“ Insel Salina liegt im Nordosten Siziliens, so dass dort keine Flüchtlingsboote ankommen. Trotzdem verspürte ich das Bedürfnis zu helfen. Als 2011 der Notstand ausgerufen wurde, weil die Insel Lampedusa den Ansturm an Geflüchteten nicht mehr managen konnte, kamen viele Freiwillige auf die Insel, um zu helfen. Vom Roten Kreuz erfuhr ich, dass vor allem Ärzte und Krankenschwestern gesucht wurden und meine Hilfe nicht wirklich benötigt wurde. Als 2015 Sea-Watch gegründet und die ersten Expeditionen von Lampedusa aus organisiert wurden, bewarb ich mich als Koordinatorin an Land, schließlich sprach ich inzwischen fließend Italienisch, doch auch dieses Mal wurde meine Hilfe nicht gebraucht. Inzwischen denke ich, dass es für mich besser ist, diese Erfahrungen nicht gemacht zu haben. Das Flüchtlingsleid hautnah zu erleben, hätte mir wahrscheinlich stark zugesetzt und mich verbittert. Ich habe großen Respekt vor allen Freiwilligen, die sich auf den verschiedenen Rettungsschiffen in den letzten Jahren engagiert haben und die unzählige Menschen gerettet haben, aber auch das Sterben auf dem Meer hautnah miterleben mussten.

So versuche ich nun im Kleinen Sea-Watch zu unterstützen. Und wenn ich selber als Guide mit Gästen meiner Reiseagentur LaMar an Bord von Whale Watching Booten in See steche, trage ich oft das „University of Empathy“ Shirt von Sea-Watch, wodurch sich schon viele Gespräche zur Flüchtlingskrise ergeben haben.

Die Sea-Watch 4 fährt auf offener See zu einer Flüchtlingsrettungsmission

© Ruben Neugebauer | sea-watch.org

Was für eine Freude zu erfahren, dass „meine“ alte Poseidon nun in den Dienst der „Empathy“ gestellt wurde. Und was für ein Zeichen, dass die Evangelische Kirche maßgeblich am Kauf der Poseidon für die Sea-Watch-Mission beteiligt war. Die Kirche hat viel zu lange zu dem Drama auf dem Mittelmeer geschwiegen. Möge diese Mission der Auftakt sein für ein Umdenken in ganz Europa, in Religion und Politik, damit es irgendwann keine traurigen Nachrichten von untergegangenen Flüchtlingsbooten und brennenden Flüchtlingslagern oder -heimen mehr geben wird!

Barbara Focke für DEEPWAVE

Wasser kann man pflanzen

Blick von oben auf ein Maisfeld, welches geerntet wird.

© no one cares / Unsplash

Die traditionellen Anbaumethoden, die die Auswirkungen der Kimabedingten Dürreperioden begünstigen, sind nicht alternativlos. Weil uns das dritte Dürrejahr in Folge droht und der Boden durch langanhaltende Trockenheit nur schlecht Wasser aufnehmen kann, müssen Bäuer:innen kreativ werden. Renke de Vries geht mit seiner neuen Strategie voran. Um dem kommenden Dürrejahr standzuhalten, hat der Agroforstplaner besondere Maßnahmen für sein Gut entwickelt. Durch mehrschichtiges Anpflanzen von Kräutern, Sträuchern und Bäumen können die Pflanzen Tauwasser sammeln und der Boden trocknet nicht so extrem aus. Damit kann einer übermäßigen zusätzlichen Bewässerung und langfristig der Versteppung von Ackerböden entgegengewirkt werden. Längere Trockenperioden, die den Boden erodieren lassen, und Starkregenereignisse haben auch Auswirkungen auf die Meere, weil sie vermehrt Sedimente und Chemikalien in die Meere einbringen.

Unter dem Motto „Wasser kann man pflanzen“ kann sich die Landwirtschaft grundlegend, langfristig und nachhaltig ändern.

Perspective Daily, 12.05.2020, Autor: Benjamin Fuchs

Aus der nackten, knochenharten Erde schieben sich kleine Pflanzentriebe. Auf einem Maisacker am Elbsee bei Düsseldorf konnte ich am Wochenende praktisch vor der Haustür sehen, was die Landwirtschaft derzeit besorgt: Das Frühjahr war trocken, der April sogar einer der sonnigsten und trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Von dem örtlichen Regen am Maianfang ist auf dem Acker schon jetzt nichts mehr zu spüren.

So sieht es derzeit in vielen Regionen Deutschlands aus – und Klimaforscher:innen befürchten nach den beiden sehr trockenen vergangenen Jahren ein drittes Dürrejahr. Dass die Böden trotz gelegentlicher Regenfälle trocken bleiben, liegt auch daran, dass die letzten beiden Jahre so extrem trocken waren. Das Wasser kommt deshalb nur langsam in tiefere Bodenschichten, erklärt Klimaforscher Andreas Marx vom »Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung« (UFZ) in einem Pressegespräch anschaulich:

„Es gibt ein sehr schönes Beispiel: Beim Backen, wenn Sie eine Schüssel mit trockenem Mehl haben und Sie kippen da Milch drauf, dann haben Sie eine Linse [aus Milch] auf dem Mehl schwimmen“ (Andreas Marx, Klimaforscher)

Beim Boden sei es ähnlich: Ist er trocken, nimmt er den Regen schlecht auf. Auch die Wochen mit viel Niederschlag im Februar reichten nicht aus, um das Wasser tief genug in den Boden sickern zu lassen. Weil die harte Erde Wasser schlecht aufnimmt, wird zudem der nährstoffreiche Humus von den Ackerflächen gespült, Bodenerosion ist die Folge.

Ein Problem, das sich in den kommenden Jahren wohl noch verschärfen wird, denn der langfristige Trend, bedingt durch den Klimawandel, weist in Richtung längere Trockenperioden, die von Starkregenereignissen unterbrochen werden.

[…]

Wasser kann man pflanzen!

Das Gut experimentiert deshalb mit unterschiedlichen Landnutzungskonzepten, darunter auch eine Form von Agroforstwirtschaft, die sich »syntropische Landwirtschaft« nennt. Dafür hat der Hof im vergangenen Jahr den Schweizer Ernst Götsch eingeladen, der das Prinzip unter anderem in Brasilien entwickelt hat. Die Idee dahinter: Eine Landwirtschaft ohne Bewässerung, die den Boden verbessert, während sie höhere Erträge liefert als konventioneller Ackerbau. »Wasser kann man pflanzen« ist ein zentraler Satz von Ernst Götsch.

[…]

Den vollständigen Artikel findet ihr bei Perspective Daily.

„Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde spielt in einem Zukunftsszenario, in dem Dürren und Hitzewellen Alltag geworden sind.

Mit Fake News richtig umgehen – ein Essay

Zwei Personen vor einem Ölgemälde einer zeigt auf das Bild und sagt Ist schön da draußen oder Der andere stutzt und fragt Draußen

© Oliver Wünsch

Fake News – auch zum Thema Klimawandel und Meerespolitik – verbreiten sich rasant. Laut der in Science veröffentlichten Studie „The spread of true and false news online“ sogar schneller als nicht gefälschte. Vor allem in Zeiten der Coronakrise stellen gezielte Falschinformationen eine reale Bedrohung dar, vermehrt auch für Bürger:innen Deutschlands. Somit wird eine Auseinandersetzung mit dem Thema immer dringlicher. Aber wie können wir lernen, uns qualifiziert und richtig mit Fake News auseinanderzusetzen, um uns selbst zu schützen und eine weite Verbreitung zu verhindern?

Heye Groß, unser 1. Vorsitzender, bietet auf seinem von DEEPWAVE unabhängigen Blog einen Überblick zum Thema Fake News und wie man mit ihnen umgeht. Sein Beitrag wird allen Fragen gerecht, die man sich bei einer ersten Auseinandersetzung mit Falschinformationen stellen sollte und verknüpft Fachwissen mit Praxisanleitungen für einen sichereren Umgang mit Informationen im Internet.

Genauer behandelt er diese Fragen:

  1. Wodurch entstehen Fake News? Also, warum haben wir dieses Problem überhaupt?
  2. Welche Prinzipien folgen daraus für den Umgang mit Informationen im Internet? Was sollte man beachten?
  3. Wie können wir unsere jetzigen Gewohnheiten ändern? Wie sähe ein Leitfaden, ein Regelwerk für sichere Internetnutzung aus?

Expeditionskrimi MOSAiC: Besatzungswechsel nun auf dem Seeweg

Ein Forscher steht mit rotem Anzug mitten im Eis vor dem großen Schiff Polarstern

© Alfred-Wegener-Institut / Torsten Sachs (CC-BY 4.0)

Bereits Ende März war für die Forscher:innen der Expedition MOSAiC auf der Polarstern klar: durch Corona sitzen sie fest. Mit einer Pandemie hatte niemand gerechnet, die Crew konnte nicht wie geplant per Flugzeug über Spitzbergen ausgetauscht werden. Die ganze Expedition stand auf dem Spiel. Jetzt, in der dritten Maiwoche, gibt es Licht am Horizont: nach wochenlangen internationalen Verhandlungen ist eine Lösung für den Besatzungswechsel und die Rettung der Jahrhundertexpedition gefunden worden. Auf dem Seeweg bringen die deutschen Forschungsschiffe FS Maria S. Merian and FS Sonne nun 56 Wissenschaftler:innen und 37 Besatzungsmitglieder, die vorher 17 Tage in strengster Quarantäne verbracht haben, plus 14 Tonnen Nachschub nach Svalbard, wo ihnen die Polarstern an der Eiskante entgegenkommt.

Die genauen Details rund um diesen Austausch und die Folgen für das gesamte Forschungsprojekt erläutert der Expeditionsleiter Markus Rex im Podcast „IQ-Wissenschaft und Forschung“ des Bayerischen Rundfunks.

Und wer wissen will, was die Eisbären in der Zwischenzeit mit den auf der Scholle zurückgelassenen Messinstrumenten angestellt haben werden, wird nach der Rückkehr zur Scholle hier dazu etwas finden: Im Tagebuch der MOSAiC könnt ihr verfolgen, was an Bord der Polarstern und rundum im Eis geschieht und im Moment auch parallel wie sich die neue Besatzung auf den beiden anderen Forschungsschiffen auf den Wechsel vorbereitet.

Markus Rex wurde bereits vor Expeditionsbeginn für den Forschungspodcast Resonator interviewt und berichtet in einer 50-minütigen Folge ausführlich über das bevorstehende Forschungsabenteuer.

Mehr über MOSAiC erfahrt ihr auf den Seiten des AWI.

Deutschland tritt „Global Ocean Alliance“ für Meeresnaturschutz bei

Pressemitteilung, 13.05.2020, BMU

Deutschland ist Anfang Mai der Meeres-Vorreiter-Allianz „Global Ocean Alliance“ beigetreten. Diese internationale Initiative unterstützt ambitionierte Schutzmaßnahmen für Meere und Ozeane. Zentrale Forderung ist der Schutz von mindestens 30 Prozent der weltweiten Meere und Ozeane bis zum Jahr 2030.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Ozeane brauchen unseren Schutz. Das kann besser gelingen, wenn wir mindestens 30 Prozent der globalen Ozeane unter Naturschutz stellen. Denn so lassen sich die negativen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten verringern, die Fischbestände besser erhalten und die Widerstandsfähigkeit der Meere gegen den Klimawandel erhöhen. Klar ist aber auch: Wir brauchen neben Schutzgebieten eine nachhaltige Nutzung auf allen Meeren. Dafür setzt sich Deutschland jetzt an der Seite seiner Partner in der „Global Ocean Alliance“ ein.“

Die „Global Ocean Alliance“ tritt für eine Kombination aus Schutz und nachhaltiger Bewirtschaftung der Meere und Ozeane ein, damit sowohl die Meeresumwelt als auch die nachhaltige Meereswirtschaft gedeihen können. Deutschland gehört damit zu den Ländern, die das Ziel einer globalen Unterschutzstellung von 30 Prozent der Meeresfläche bis 2030 aktiv vorantreiben. Neben dem Gründungsmitglied Großbritannien sind Finnland und Belgien, Belize, Costa Rica, Kenia, Gabun, Nigeria, Palau, Portugal, die Seychellen, Schweden und Vanuatu bereits Mitglieder der Allianz.

Die „Global Ocean Alliance“ bringt ihre Anliegen auch in die Verhandlungen über einen neuen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt mit Zielen für die Zeit nach 2020 unter dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) ein. Die Allianz hat sich auch zum Ziel gesetzt, die Meeresgebiete der hohen See in das globale 30-Prozent-Meeresziel einzubeziehen, also nicht nur die Küstengewässer. Deshalb drängt die Allianz auf den zügigen Beschluss eines neuen UN-Vertrags, der den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt der hohen See regeln soll (englisch „Biodiversity Beyond National Jurisdiction„, BBNJ). Er bietet die historisch einmalige Chance, das erste Umweltabkommen zum Schutz der Biodiversität in den Weltmeeren zu erreichen. Als Umwelt- und Naturraum ist die hohe See bisher kaum geschützt.

Weitere Informationen zu Biodiversity Beyond National Jurisdiction (BBNJ)

Seit 2018 gibt es Verhandlungen für ein international rechtsverbindliches Instrument zum Schutz der Biodiversität auf der Hohen See, kurz BBNJ (Biodiversity Beyond National Jurisdiction), unter Federführung des Auswärtigen Amtes. Das Bundesumweltministerium ist intensiv beteiligt und setzt sich für ein wirksames Schutzabkommen für die Hohe See ein. Die Verhandlungen zu diesem Abkommen sollen unter anderem Regelungen für die Ausweisung von Meeresschutzgebieten auf der Hohen See schaffen. Das Abkommen wird unter dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) angesiedelt sein. Bisher ist der Schutz der Biodiversität auf Hoher See noch kaum geregelt.

Die dritte Verhandlungsrunde fand vom 19. bis 30. August 2019 in New York statt, wo voraussichtlich entweder in diesem oder im nächsten Jahr auch die vierte Runde stattfinden wird. Zu den wichtigen Aspekten im Rahmen der BBNJ-Verhandlungen zählen vor allem:

  1. die Berücksichtigung wichtiger Umweltschutzprinzipen, wie zum Beispiel das Vorsorgeprinzip,
  2. wirksame Vorgaben zu Ausweisung, Schutz, Management und Monitoring von Schutzgebieten auf der Hohen See,
  3. ein hohes Niveau für Umweltstandards im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen auf der Hohen See.

Diese Pressemitteilung findet ihr beim BMU.

Wer die neuen Klimawächter sind, die die Bundesregierung bei klimapolitischen Entscheidungen beraten, könnt ihr in unserem Politik- und Klimablog nachlesen.

Seegras – Das neue Dämm- und Füllmaterial

Seegras wird mit einem Bagger aus dem Meer geholt

© seegrashandel.de

An den Küsten angespültes Seegras, das den Weg zum Meer versperrt: für die meisten Strandbesucher:innen ein Ärgernis, das sie beseitigt wissen wollen. Dabei verweist es auf etwas, das eine entscheidende Rolle im Klimageschehen spielt: intakte Seegraswiesen bilden einen hervorragenden CO2-Speicher.

Um die Strände sauber zu halten, wurde das angespülte Seegras bisher aufwendig entsorgt, doch dass es eigentlich eine wertvolle Ressource darstellt, die effektiv und ökologisch nachhaltig genutzt werden kann, rückt jetzt durch Initiativen wie den „Seegrashandel“ und die „Strand-Manufaktur“ an der Ostsee immer mehr ins Bewusstsein.

„Ökologisch dämmen mit Seegras aus der Ostsee“ – so lautet der Slogan des Unternehmens Seegrashandel von Jörn Hartje und Swantje Streich aus Lübeck. Die innovative Idee, die sich dahinter verbirgt, beruht auf dem Konzept, angespültes Seegras als Dämm- und Füllmaterial einzusetzen. Getrocknetes Seegras kann aufgrund der Schimmel- und Ungezieferresistenz sowie der Feuerfestigkeit als optimales Material zum Füllen – z. B. von Kissen, Polstern und Matratzen – und zum Dämmen von Gebäuden genutzt werden. Und es hat im Vergleich zu konventionellen Dämmstoffen eine kaum zu übertreffende Ökobilanz.

Konventionelle Produkte wie Glas-, Steinwolle, Polyurethan und Styropor haben eine sehr schlechte Ökobilanz. Sie benötigen zur Herstellung viel Energie und Ressourcen und sind stark abhängig vom knapper werdenden Erdöl. Außerdem sind sie bei der Verarbeitung teilweise gesundheitsschädlich, entwickeln bei Feuer giftige Gase, und es können neue Probleme wie Schimmelbildung entstehen, wenn man es mit einem Material zu tun hat, das nicht atmungsaktiv ist.  Seegrashandel, 2012

Auch Kristian Dittmann von der Strand-Manufaktur hat die Vorteile und Chancen erkannt, die Seegras bereithält. Während eines Strandspaziergangs vor nun mehr als sieben Jahren stellte er sich die Frage, inwiefern Seegras brauchbar gemacht werden kann. Schließlich wurde es schon damals in überwältigenden Mengen angespült. Kein Jahr später wusste er die Antwort darauf: nachdem er das Seegras geerntet und mittels mobiler Waschanlage gereinigt hatte, konnte er Kissenbezüge aus Baumwolle und Leinen damit füllen und verkaufen. Da Seegras das Dreifache seines Trockengewichts an Wasser aufnehmen und auch schnell wieder abgeben kann, werden die Kopfkissen weniger nass vom Schweiß. Außerdem schimmeln sie nicht und Allergikern kann Abhilfe geschaffen werden, weil Seegras von Milben gemieden wird. Er empfiehlt, das Seegras selber zu sammeln, zu trocknen und nicht nur als Dämmmaterial und Stopfwolle, sondern auch als Gartenerde und Mulch, für das Anlegen von Wällen und Knicks und sogar zur Hautreinigung und Wundheilung zu nutzen.

Indem wir Seegras verwenden, wird uns bewusst, dass etwas, was wir bisher als eine Art natürlichen Müll betrachtet haben, eine kostbare Ressource darstellt. Und besonders da konventionelles Bauen mit einem beträchtlichen Anteil zur Erderhitzung beiträgt, wird Seegras in Zukunft eine wichtige Rolle als Dämmmaterial spielen.

Getrocknetes Seegras wird als Dämmmaterial der Decke benutzt.

© seegrashandel.de

Eine Dokumentation zum Thema gibt es beim NDR.
Wer sehen möchte, wie lebendig und voller Leben Seegraswiesen unter Wasser aussehen, kann dies in der virtuellen Realität OstseeLIFE des Nabu.

[Und falls jemand auf die Idee kommt, dass wir hier Werbung machen, ja, aber unbezahlte, wir finden den Einsatz und die Ideen einfach klasse.]

La Gomera und Teneriffa zu „Hope-Spot“ erklärt

Eine Meeresschildkröte taucht von der Wasseroberfläche nach unten

© Jakob Owens / Unsplash

Die Gewässer vor den kanarischen Inseln La Gomera und Teneriffa sind von außergewöhnlicher Artenvielfalt geprägt und das Zuhause von vielen Meeressäugern wie Grindwalen, Pottwalen aber auch Meeresschildkröten und Blauhaien. Im Dezember wurden nun auch die beiden Inseln im Rahmen der Weltklimakonferenz in Madrid von MISSION BLUE zum sogenannten „Hope Spot“ deklariert. Die ursprünglich von Dr. Sylvia Earle und MISSION BLUE eingeführten „Hope Spots“ stellen bedrohte Meeresgebiete mit hoher Bedeutung dar, die aufgrund ihrer Besonderheit Hoffnung bieten und gerade deshalb mehr Schutz und Aufmerksamkeit benötigen. Ziel ist hierbei auch die Gebiete in den Fokus der Regierungen zu stellen, damit diese den nötigen Schutz gewährleisten können.

Auch die kanarischen Inseln sind von Küstenbau, Müll- und Plastikverschmutzung, Schiffsverkehr, Überfischung sowie der steigenden Wassertemperatur bedroht. MISSION BLUE will mit den zuständigen Behörden dafür sorgen, dass Teneriffa und La Gomera Orte werden, die Naturschutz, nachhaltigen Tourismus und Bildung vereinen, um die dortige Biodiversität zu schützen und zu stärken. Wenn die Gewässer unter Naturschutz gestellt werden, würde Spanien eine wichtige Rolle im Meeresschutz einnehmen und als gutes Vorbild für andere Nationen vorangehen.  Denn Ziel ist es, dass 2030 30% des Ozeans unter Schutz stehen.

Mehr zum Thema „Hope Spots“ und den gesamten Artikel zum neu erklärten „Hope Spot“ bei den kanarischen Inseln findet ihr bei MISSION BLUE.

Mehr interessante Infos zur Insel La Gomera findet ihr auf dem LaMar Newsletter.

Klimastreik am 29. November #NeustartKlima

29. November 2019, Global Day of Climate Action, Streikende bei Klimadenmonstration auf der Straße

© Fridays for Future

Fridays for Future rief am 29. November zum 4. Globalem Klimastreik auf unter dem Motto:

#NeustartKlima – laut, wütend und unbequem – Klimagerechtigkeit jetzt

Viele bunte Schilder zierten mit Aufschriften wie „climate justice“, „Klima retten“ oder „Die Uhr tickt“ begleitend den globalen Klimastreik. Alleine in Hamburg demonstrierten 55.000 Menschen aller Generationen, bundesweit waren es 630.000, um zu verdeutlichen, dass das 1,5 Grad Ziel eingehalten werden muss und die aktuellen Standpunkte der Politik nicht ausreichen und deshalb nicht toleriert werden.

Der Aufruf zum 4. Globalen Klimastreik:

Die Bundesregierung hat dem 1,5°-Ziel eine Absage erteilt. Das akzeptieren wir nicht!

Während Millionen Menschen auf der Straße gestreikt haben, hat sie am 20. September ein lächerliches Klimapaket vorgelegt, das uns noch tiefer in die Klimakrise führt. Mit business as usual und viel Pillepalle sind diese Maßnahmen nur eine weitere Folge in der Reihe des klimapolitischen Versagens der GroKo. Das auch noch als Erfolg zu deklarieren ist ein Skandal und nicht nur ein Schlag ins Gesicht der jungen Generation, die seit fast einem Jahr klimastreiken, sondern vor allem auch aller Menschen im globalen Süden, die jetzt schon die drastischen Folgen der Klimakrise erleben. Klimakrise, das heißt: das größte Artensterben in der Geschichte der Menschheit, immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse, die Zerstörung der Lebensgrundlagen weltweit. Klimakrise, das heißt auch: steigende Meeresspiegel, neue Epidemien, zunehmende Waldbrände. Und das heißt: Nahrungsmittelengpässe, Fluchtbewegungen, Dürren und Überflutungen, in einem Ausmaß, das bislang unvorstellbar scheint.

Anfang Dezember treffen sich Politiker*innen aller UN-Staaten auf der Weltklimakonferenz, um die Einhaltung der internationalen Klimaziele zu überprüfen. Und Deutschland steht mit leeren Händen da. Ein Steuergesetz aus dem Finanzministerium soll die Antwort der GroKo auf die größte Krise unserer Zeit sein – in der Schule hieße das: “Thema verfehlt! Setzen, Sechs.”

Das ist nicht die besonders harsche Beurteilung durch naive, übereifrige Klimaaktivist*innen, sondern der der führenden Wissenschaftler*innen dieses Landes. Die Bundesregierung scheitert nicht nur an ihren internationalen Verpflichtungen zur Einhaltung des 1,5°-Ziels, sondern sogar an ihren eigenen – deutlich darunter liegenden – Klimazielen für die Jahre 2020 und 2030. In einer Zeit, in der die Wissenschaft so deutlich wie wohl nie zuvor die Notbremse fordert und die größten Teile der Gesellschaft ebenfalls bereit wären umzusteuern, ist das eine Katastrophe.

Was wir jetzt brauchen, ist ein #NeustartKlima: Es muss endlich Schluss sein mit Pillepalle und business as usual. Wir fordern Klimagerechtigkeit – und zwar jetzt! Doch dafür braucht es ein komplettes Umsteuern und Maßnahmen, die uns wirklich auf den Weg der Klimaneutralität bis 2035 bringen. Einen Ausstieg aus der Kohle, der nicht noch 19 Jahre auf sich warten lässt, eine Neuauflage der Energiewende so schnell wie nötig und das Ende von Subventionen für Kohle, Öl und Gas. Kurz gesagt: eine Bundesregierung, die ihrer Verantwortlichkeit nachkommt und sich nicht weiter hinter Ausreden und Mutlosigkeit versteckt.

Am 29. November, dem Freitag vor dem Beginn der Klimakonferenz, ziehen wir die Grenze. Dieses Jahr hat gezeigt, dass es scheinbar nicht ausreicht, Politiker*innen auf die Klimakrise und ihre Verantwortung aufmerksam zu machen. Es reicht weder aus, wenn unzählige junge Menschen jeden Freitag an Klimastreiks teilnehmen, noch, wenn ihnen an einem Vormittag 1,4 Millionen im ganzen Land folgen. Unsere Gesellschaft ist längst weiter als unsere Regierung.

Am 29. November gehen wir deshalb einen Schritt weiter. Ja, wir werden wieder die Straßen fluten – aber nein, wir werden nicht nur streiken. Wir gehen in Klassenzimmer und Parteibüros, in Einkaufszentren und auf öffentlichen Plätzen, zu Infrastrukturprojekten und auf Straßenkreuzungen, vor Kraftwerke und in die Fußgängerzonen. Am 29. November werden wir überall laut, wütend und unbequem sein – wir stehen zu unserer Forderung: Klimagerechtigkeit jetzt!

Diesen Aufruf findet ihr bei Fridays for Future

Green Kayaks

Eine Frau fährt mit auf einem Kajak über einen Fluss mit viel Bäumen an den Rändern

© Filip Mroz / Unsplash

Mit einem Kajak bei schönem Wetter durch die Kanäle Hamburgs zu paddeln, dabei noch etwas Gutes zu tun und das umsonst, hört sich gut an oder?

Bereits 6 Standorte der dänischen NGO Green Kayak sind in Hamburg zu finden. Bei Green Kayak kann man sich in den Sommermonaten kostenfrei ein Kajak leihen und innerhalb der befahrbaren Kanäle Müll aufsammeln und währenddessen die Sonne sowie die frische Luft genießen.

Das zunehmende Müllproblem in Städten und vor allem in deren Gewässer und Kanälen war der auslösende Anreiz für Tobias Weber-Andersen zur Gründung von Green Kayak. Mittlerweile sind Green Kayaks in 5 Ländern aktiv und im Rahmen des Müllsammelns wurden seit 2017 bereits über 24 Tonnen Müll aus den städtischen Gewässern entfernt. Auch in Hamburg kommen pro Kajakfahrt im Durchschnitt 3,4 kg Müll zusammen.

Ab den Frühlingsmonaten darf wieder zum Paddel gegriffen werden und fleißig Müll aus der Alster gefischt werden.

Wo die Green Kayaks liegen und wie ihr euch ein Kajak mieten könnt, erfahrt ihr bei GreenKayak .

Für unsere eigene Müllsammelaktion auf den Hamburger Kanälen, waren wir anlässlich des International Coastal Cleanup Days gemeinsam mit Globetrotter unterwegs.

 

 

 

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