Good News

Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

Italien führt das Schulfach „Klimawandel“ ein

Eine Fotografie aus einer Schulklasse. Ein Mädchen meldet sich mit erhobenem Finger. Im Hintergrund sieht man etwas unfokusiert eine Kreidetafel, vor der ein Lehrer steht. Vor der Tafel sitzen noch weitere Kinder an ihren Tischen

© Stuttgarter Zeitung | dpa

Klimawandel und nachhaltige Entwicklung – so soll das neue Schulfach heißen, das ab dem nächsten Schuljahr in Italien unterrichtet wird. 33 Stunden im Jahr, also eine in der Woche, werden die Themen rund um Erderwärmung und Nachhaltigkeit den Schüler*innen nähergebracht. Somit ist Italien das erste Land weltweit, das diesen Schritt gehen wird. Dies beschloss der Bildungsminister Lorenzo Fioramonti. Bereits im September hatte Fioramonti die italienischen Schüler dazu ermutigt, auf die Klimademonstrationen anstatt in den Unterricht zu gehen, wofür ihn die Opposition stark kritisierte.
Das Fach soll in jeder Klassenstufe von Grundschule bis Abitur unterrichtet werden, wobei natürlich der Schwierigkeitsgrad und die Komplexität dieses Themas an die jeweiligen Stufen angepasst werden. So schrieb der „Spiegel“ letzten Mittwoch:

Kinder im Alter von sechs bis elf könnten sich künftig zum Beispiel mit verschiedenen Kulturen in Bezug auf ihre Umwelt auseinandersetzen, sagte Fioramonti der „New York Times“. Gymnasiasten würden sich hingegen eher mit der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung befassen, also unter anderem damit, wie man nachhaltig lebt oder die Ozeane vor Verschmutzung schützt.

Doch nicht allein im neuen Schulfach, sondern auch in den bestehenden Fächern wie Geographie, Physik und Mathematik wird das Thema Klimawandel zukünftig wohl stärker eingebracht.
„Das gesamte Bildungsministerium wird verändert, um Nachhaltigkeit und Klima zentral in unserem Bildungssystem zu verankern“, so Fioramonti.

Verankerung in Bildung und Gesellschaft

Mit dem neuen Schulfach  wird Nachhaltigkeit und Klima jedoch nicht nur in der Bildung verankert, sondern auch in der Gesellschaft. Den Themen wird mehr Raum zur Diskussion gegeben, wodurch sich hoffentlich auch etwas in Politik und Industrie verändern wird. Darum sprechen wir uns für das Fach „Klimawandel und nachhaltige Entwicklung“ auch in Deutschland und in anderen Ländern aus. Anstatt zu diskutieren, wie die Schüler:innen wegen ihres „Schulschwänzens“  am Freitag am besten abgemahnt werden könnten, sollte das Thema Globale Erwärmung in den Curricula ernstgenommen und der faktischen Komplexität angemeseen ausführlich unterrichtet werden. Nur wenn sich die Gesellschaft wirklich mit diesem Thema auseinandersetzt, kann auch gehandelt werden.

Quelle: Spiegel online

Refill: Leitungswasser ist Trinkwasser!

Ein Stabel von "Refill Sation" Aufkleber auf einem Holzhintergrund. In der Mitte des runden, blauen Aufklebers befindet sich ein großer Wassertropfen. Unter ihm befindet sich der Text: Kostenfrei Trinkwasser/Free Tap Water

© Refill Deutschland

Leitungswasser ist Trinkwasser! Leider werden auch in Deutschland noch immer Tonnen von Wasserplastikflaschen verkauft und das obwohl das deutsche Leitungswasser gesund und trinkbar ist. Außerdem hat es eine wesentlich bessere CO2-Bilanz und ist auch preiswerter als gekauftes Wasser.
Darum sind schon viele Menschen auf Mehrweg-Trinkflaschen für unterwegs umgestiegen. Trotzdem kommt es dabei vor, dass die Flasche nach einem langen Tag in der Stadt leer wird und man keine Möglichkeit hat, diese wieder aufzufüllen. Zwar könnte man sicher in einem Geschäft oder Café nachfragen, ob man nicht schnell die Flasche am Wasserhahn auffüllen könnte, doch die meisten von uns trauen sich genau das nicht. Also hat die ehrenamtliche und nicht kommerzielle Organisation Refill die perfekte Lösung entwickelt. In Hamburg gegründet und nun in ganz Deutschland.

Es funktioniert ganz einfach: Geschäfte, Cafés, Restaurants, Kirchen, Gemeindezentren und öffentliche Orte jeder Art können Teil der Refill-Bewegung werden. Alles was das Geschäft tun muss, ist einen Refill-Aufkleber deutlich anzubringen. Somit wissen Passant:innen, dass sie hier ihre Flasche gerne mit Leitungswasser auffüllen können. Auch gibt es eine Karte, auf der sich Refill-Stationen eintragen können. So könnt ihr auch leicht einsehen, wo ihr in eurer Stadt leicht an frisches Wasser kommt. Bisher gibt es schon über 4700 Stationen deutschlandweit.

Somit ist Refill eine super Initiative gegen die Ressourcenverschwendung, die Plastikverschmutzung und für den Meeresschutz. Zwar lässt sie allein die Einwegflaschen nicht verschwinden, jedoch ist sie ein erster Schritt in diese Richtung. Stephanie Wiermann, die Gründerin von „Refill Deutschland“, sagt:

„Wenn wir es schaffen, dass keine Plastikflaschen mehr gekauft werden und Leitungswasser selbstverständlich ist, sind wir zufrieden und die Refill Bewegung hat sich überflüssig gemacht.“

 

 

 

Great-Barrier-Reef-Behörde stellt sich gegen Regierung

Unterwasseraufnahme eines Riffs. Zwischen verschiedenen bunte Korallenarten schwimmen kleine orangene Fische umher.

© Matt Curnock/ James Cook University / AFP

Laut des im Mai diesen Jahres veröffentlichten Artenschutzberichtes des Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen (IPBES) sind 1/3 der Korallen weitweit bedroht. Jetzt hat sich die Verwaltung des UNESCO Weltnaturerbes „Great Barrier Reef“ in Australien gegen den Kurs der australischen Regierung positioniert und schlägt Alarm: Werden keine drastischen Maßnahmen gegen den Klimawandel getroffen, gibt es keine Rettung für dieses einzigartige Ökosystem.

Süddeutsche Zeitung, 19.07.2019, Autor: Christoph von Eichhorn

Great-Barrier-Reef-Behörde stellt sich gegen Regierung

Die australische Behörde, die das Great Barrier Reef verwaltet, stellt sich mit einem Appell zur Rettung des Korallenriffs gegen die eigene Regierung. „Nur die stärksten und schnellsten möglichen Maßnahmen“ zur Verringerung der globalen Treibhausgas-Emissionen könnten die Auswirkungen der Erderwärmung auf das Riff begrenzen, heißt es in einem Papier der „Great Barrier Reef Marine Park Authority“, die das Weltnaturerbe verwaltet.

Ein weiterer Verlust von Korallen sei „unvermeidlich“, könne aber durch wirksamen Klimaschutz minimiert werden, schreibt die Behörde. Dazu sei eine „internationale und nationale“ Antwort nötig – ein deutliches Signal an die australische Regierung. Unter dem kürzlich wiedergewählten konservativen Ministerpräsidenten Scott Morrison und seinem Vorgänger Malcolm Turnbull sind die Emissionen Australiens in den vergangenen vier Jahren stets gestiegen. Der Konservative Morrison gilt als Unterstützer der Kohleindustrie. Die im Rahmen des Pariser Abkommens zugesagten Ziele zur Emissionsminderung hat die Regierung bislang nicht gesetzlich verankert, daher dürfte Australien seine eigenen Klimaziele deutlich verfehlen.

Korallenbleichen setzen Riffen heute fünf Mal häufiger zu als noch vor einigen Jahrzehnten

Die Erderwärmung setzt dem 2300 Kilometer langen Riff an der Nordostküste Australiens bereits heute stark zu. 2016 und 2017 kam es zwei Jahre in Folge zu schweren Korallenbleichen. Dabei werden Algen abgestoßen, mit denen die Korallen symbiotisch zusammenleben, die Korallen verblassen und sterben anschließend häufig ab. 2016 gingen so etwa 30 Prozent aller Korallen im flachen Wasser des Riffs verloren. Die Bleiche von 2017 hat die Korallen weiter dezimiert. Laut einer Studie im Fachmagazin Science treten Korallenbleichen heute rund fünf Mal häufiger auf als noch vor einigen Jahrzehnten. In 25 Jahren könnten sie laut einer Prognose jährlich wiederkehren.

Hinzu kommt die zunehmende Versauerung der Meere. Rund ein Drittel des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids nehmen die Meere auf, wodurch sie allmählich saurer werden. Das setzt den kalkhaltigen Skeletten der Korallen zu. Steigende Wassertemperaturen erschweren es den Organismen zusätzlich, sich an diese Veränderungen anzupassen. Wie stark die Temperaturen noch steigen werden, beeinflusse die Überlebenschancen des Great Barrier Reefs massiv, betont das Positionspapier der australischen Parkverwaltung.

Gelingt es, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, könnte wohl zumindest ein Drittel der Korallen gerettet werden. Bei einer Erwärmung um zwei Grad würden vermutlich praktisch alle Korallen vernichtet. Das wäre kaum im Interesse der Australier: Das Riff lockt jedes Jahr mehr als zwei Millionen Touristen an.

Den Artikel findet ihr in der Süddeutsche Zeitung

Deutschland beteiligt sich an geordneter Schiffsverschrottung

Das havarierte Schiff "Modern Express" wird im Ozean versenkt.

© Loic Bemardin/AFP

Bisher wurden Schiffe in Südostasien ohne jegliche Umweltauflagen verschrottet. Jetzt soll das Abwracken durch ein internationales Abkommen umweltgerechter und sicherer durchgeführt werden. Jedoch müssen noch weitere Staaten dem Abkommen beitreten, damit es in Kraft tritt.

Deutschland ist einem internationalen Abkommen über eine umweltgerechtere und sicherere Abwrackung von alten Schiffen offiziell beigetreten. Wie das Verkehrsministerium am Dienstag mitteilte, übergab die Bundesrepublik eine Beitrittsurkunde zum Internationalen Übereinkommen von Hongkong an den Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation.

„Jedes Jahr werden mehr als tausend Seeschiffe abgewrackt“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann. „Damit sind zum Teil erhebliche Beeinträchtigungen für die Gesundheit der in den Abwrackeinrichtungen tätigen Arbeiter und der Umwelt verbunden.“ Er hoffe, dass Deutschland mit dem Beitritt weitere Staaten motiviere, das Übereinkommen von Hongkong zu ratifizieren, damit es baldmöglichst in Kraft treten könne.

Der Bundestag hatte das Abkommen im vergangenen Herbst ratifiziert. Es soll die bisherige Praxis eindämmen, dass viele Schiffe ohne Umweltauflagen in Südostasien verschrottet werden.

Mit dem Beitritt Deutschlands zum Übereinkommen von Hongkong haben nach Darstellung des Verkehrsministeriums insgesamt 13 Staaten mit 29,42 Prozent der Welthandelstonnage das Übereinkommen ratifiziert. Zum Inkrafttreten fehlten noch mindestens 2 Staaten mit 10,58 Prozent Welthandelstonnage.

Den Artikel findet ihr hier.

SPIEGEL ONLINE

Weitere Informationen zum Abwracken von Schiffen:

Schiffsabwrackplatz in Mauretanien ist Quelle für krebserregende Gifte

Künstliche Riffe

 

Mystische Kraken

Während eines Nachttauchgangs vor der Küste Romblons, Philippinen, trifft eine Gruppe von Taucher*innen auf mystische Kraken. Tief im dunklen Wasser begegnen ihnen zwei selten zu sehende weibliche Deckenkraken, die mit ihren Regenbogenfarben den Ozean erleuchten.  Werden die weiblichen Deckenkraken bedroht, entfalten sie an den Tentakeln eine rockähnliche Membran und schwenken diese wie eine Art Decke durch das Wasser, um potentielle Angreifer abzuschrecken. Die Männchen sind nur etwa 1 Zentimeter groß und im Vergleich zu den bis zu zwei Meter großen Weibchen, deutlich kleiner und leichter.

COLOSSAL, 27.06.2019, Autorin: Kate Sierzputowski

While navigating the waters near Romblon Island in the Philippines, diver Joseph Elayani came across a magnificent sight. Elayani and fellow divers encountered two female Blanket Octopuses shimmering in the dark water, their rainbow figures illuminated against the dark and speckled sea. The animals get their name from the billowing net-like membranes that stretch between a few of their arms. When threatened, this web is stretched to create a ghostly silhouette to frighten away potential enemies. The mysterious creatures’ mating habits are just as confounding as their blanket-like attribute. Males grow to be about an inch long, while females can grow up to six-feet-long and weight up to 40,000 times the size of their partner. You can view more of Elayani’s dive on his Youtube channel. (via Laughing Squid)

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?time_continue=52&v=hYTzI8STZZU

Quelle: https://www.youtube.com/watch?time_continue=52&v=hYTzI8STZZU

Weitere Bilder und Informationen findet ihr hier.

COLOSSAL

DEEPWAVE-Krake (Tremoctopus violaceus)

 

 

Erste Virtuelle Realität von der Ostsee-Unterwasserwelt

Ein neugieriger Seehund spielt im Seegras in der Ostsee

© Kubikfoto

Jetzt können wir zusammen mit OstseeLIFE in die faszinierende Unterwasserwelt der Ostsee abtauchen – auch ohne Taucherbrille und Flossen. Es gibt viel zu entdecken. Die Ostsee hat neben schönen Stränden und Badespaß auch eine spannende Unterwasserwelt zu bieten. Seegraswiesen, Sandbänke und artenreiche Steinriffe sind das Zuhause von Seenadeln, Robben und der Schweinswale, die einzige heimische Walart Deutschlands.

Möglich macht dies der NABU mit OstseeLIFE, der deutschlandweit ersten virtuellen Unterwasser-Realität (VR) eines heimischen Meeres. Täuschend echt wird das Erlebnis mit einer VR-Brille: Über die innovative Technik „Authentic VR“ steuern Nutzer den „Tauchgang“ durch die Ostsee mit ihren eigenen Augen! Eine einfache VR-Brille bietet der NABU über seinen Shop an. Alternativ kann die Ostsee auch auf dem Computer, Tablet oder Smartphone über faszinierende 360-Grad-Aufnahmen erkundet werden!

Hintergründe des Projekts

Die Ostsee ist Deutschlands Urlaubsziel Nr. 1. Rund 6,5 Millionen Urlauber besuchten im vergangenen Jahr die Ostsee, vielleicht auch du. Doch die Ostsee hat viel mehr zu bieten als Strand und Badevergnügen: Sie besitzt eine wunderschöne und artenreiche Unterwasserwelt.

Nur wenige Menschen wissen: Die Ostsee ist stark bedroht. Denn Verschmutzung und industrielle Nutzung nehmen jedes Jahr zu. Jede dritte Art ist gefährdet und steht auf der deutschen Roten Liste. Lass uns gemeinsam ein neues Bewusstsein schaffen für den Erhalt und Schutz der Ostsee – als Lebensraum und Urlaubsziel! Für uns und für spätere Generationen.

OstseeLIFE vom NABU hilft dir dabei. Erlebe selbst, was die Ostsee so besonders macht und verstehe, wie wir sie schützen können. Tauche ein in eine faszinierende Unterwasserwelt, teile deine Eindrücke mit deinen besten Freunden – gemeinsam können wir viel bewegen! […]

Weitere Informationen über OstseeLIFE vom NABU findet ihr hier.

JETZT ABTAUCHEN!

 

 

 

 

Meeresbiologin mit Mission

© ETH Zürich / Peter Rüegg

Die junge Wissenschaftlerin, Ulrike Pfreundt, will die „Regenwälder der Meere“ restaurieren. Viele der bisherigen Versuche Babykorallen auf künstliche Riffe anzusiedeln sind gescheitert. Das hat auch damit zu tun, dass die künstlichen Riffe bisher strukturell nicht der Komplexität natürlicher Riffe entsprechen. Häufig bieten sie nicht genügend Schutzräume für junge Korallen und  können nicht ausreichend mit der Strömung interagieren, um sich zu vermehren. Jetzt ist das Ziel mit Hilfe eines 3D-Drucks ökologisch sinnvolle Riffmodule zu entwickeln, die eine geeignete Struktur haben und klimaresistenteren Korallen einen neuen Lebensraum bieten.

„Da Riffe die Brutstätte für mindestens ein Viertel aller Fischarten im Ozean sind, wirkt sich ihr Verlust verheerend auf die Stabilität mariner Ökosysteme aus“, Ulrike Pfreundt.

ETH Zürich, 09.05.2019, Autor: Michael Keller

Ulrike Pfreundt denkt gerne gross und weiss, was sie will. «Erwärmen sich die Weltmeere ungebremst weiter, drohen bis 2050 über 90 Prozent aller Korallenriffe abzusterben – dagegen möchte ich etwas tun», sagt die 34-jährige deutsche Forscherin.

Dass die bunt leuchtenden Lebensgemeinschaften zusehends erblassen, betrübt die Biologin sichtlich. Korallen verdanken ihre prächtigen Farben symbiotischen Algen, die in ihrem Gewebe leben und sie mit Nahrung versorgen. Wird das Wasser zu warm, stossen die Korallen die Algen ab, bleichen aus und verhungern mit der Zeit.

«Da Riffe die Brutstätte für mindestens ein Viertel aller Fischarten im Ozean sind, wirkt sich ihr Verlust verheerend auf die Stabilität mariner Ökosysteme aus», weiss Pfreundt. Das gefährdet nicht nur die globale Fischerei: Weltweit sind Millionen Menschen direkt von intakten Riffen abhängig, die ihnen Nahrung, Einkommen und Schutz vor Überschwemmungen und Küstenerosion gewähren. Pfreundt hat sich daher zum Ziel gesetzt, abgestorbene Korallenriffe wieder mit Leben zu besiedeln.

Die Regenwälder der Meere restaurieren

Pfreundt hat in Freiburg im Breisgau Molekularbiologie und Genetik studiert. «Weil ich das Leben auf seiner tiefsten Ebene verstehen wollte», erzählt sie. Schon als Kind war sie von der Vielfalt des Regenwalds fasziniert. Mit 20 Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Lebenswelt der Meere. Seither taucht sie regelmässig und engagiert sich für marine Naturreservate. Im Nebenfach hat sie Meeresbiologie studiert und später in ihrer Doktorarbeit Genetik und Meeresbiologie kombiniert. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

ETH Zürich

Weitere Informationen über künstliche Riffe und Küstenschutz findet ihr hier. 

 

Bundesregierung will internationales Exportverbot für unsortierten Plastikmüll

© Rafiq Maqbool/dpa

Allein im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung zugelassen, dass 100 000 Tonnen Plastikmüll nach Malaysia verschifft wurden. Die Umweltministerin, Svenja Schulze, strebt ein Exportverbot für Plastikmüll an, der zu verschmutzt ist, um ihn zu recyceln. Unsere Abfälle sind verantwortlich für schwerwiegende Gesundheits- und Umweltschäden in einigen südostasiatischen Ländern wie zum Beispiel Indonesien, Malaysia und Vietnam.

Süddeutsche Zeitung, 29.04.2019, Autorin: Vivien Timmler

Es hat ein bisschen gedauert, aber nun schließt sich auch die Bundesregierung dem Vorstoß Norwegens an: Deutschland fordert ein internationales Verbot für den Export stark verschmutzter Plastikabfälle. Grund dafür sind Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zufolge die anhaltenden Berichte über die Umweltverschmutzung durch Plastikabfälle in vielen Ländern Südostasiens.

Recherchen verschiedener Umweltorganisationen, aber auch der Süddeutschen Zeitung, haben gezeigt, was mit dem exportierten Plastikmüll aus den USA, Japan oder Deutschland in Ländern wie Malaysia, Vietnam oder Thailand geschieht. Nicht immer wird er von legalen Importeuren ins Land gebracht, teils gelangt er auf illegalen Wegen in die Dörfer – und was von den Firmen vor Ort nicht recycelt werden kann, bleibt einfach in der Gegend liegen. In Malaysia beispielsweise brannten über Monate immer wieder Berge von Plastikmüll unter freiem Himmel, der Gestank von verkohltem Kunststoff lag in der Luft, und neben den Menschen litt auch die Natur unter den verdreckten Böden und Gewässern.

Die Bundesregierung will das künftig verhindern. Europa sei in der Verantwortung, seinen Plastikmüll selbst zu sortieren und möglichst auch selbst zu recyceln, so Schulze. „Dass Plastikabfälle aus Deutschland in Staaten wie Malaysia die Umwelt verschmutzen, ist zwar sicher nicht die Regel, aber wenn es doch passiert, ein unerträglicher Zustand“, sagte Schulze. Was sie jedoch verkennt: Allein nach Malaysia hat Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Tonnen Plastikmüll verschifft, hinzu kommen tonnenweise Exporte nach Indonesien, Thailand und Vietnam. Das mag für Deutschland nur etwa ein Zehntel des gesamten Plastikmüllaufkommens sein, für die Zielländer bedeutet diese Menge jedoch eine gewaltige Belastung. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Süddeutsche Zeitung

Weitere Informationen über Plastikmüllexporte und Müllverschmutzung:

https://www.deepwave.org/das-unternimmt-die-eu-gegen-plastikmuell/

https://www.deepwave.org/nabu-fordert-mehr-anstrengungen-gegen-verpackungsmuell/

https://www.deepwave.org/nabu-fordert-regulierung-von-plastikmuellexporten/

 

 

Britisches Parlament will „Klima-Notstand“ ausrufen lassen

© Dean Moriarty/ pixabay

Großbritannien gibt den Forderungen der Extinction Rebellion nach und ruft den „Klimanotstand“ aus. Die Regierungsberater*innen vom Commitee on Climate Change (CCC) legen der britischen Regierung einen Plan vor, indem sich Großbritannien verpflichten soll bis 2050 klimaneutral zu werden. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Regierung an die Empfehlungen des CCCs gehalten, jedoch ist sie nicht verpflichtet die Vorschläge in die Tat umzusetzen. Selbst wenn Großbritannien dieses Ziel bis 2050 erfüllt, bleibt die Frage offen, ob das wirklich ausreicht, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen…

Klimareporter°, 02.05.2019, Autorin: Susanne Schwarz

Es bewegt sich etwas in Großbritannien: Das britische Unterhaus hat am Mittwochabend einer Vorlage der sozialdemokratischen Labour Party zugestimmt, der zufolge die Regierung den „Klima-Notstand“ ausrufen soll. Zudem wird darin eine „grüne industrielle Revolution“ gefordert, die sich über alle Sektoren erstreckt.

Labour-Chef Jeremy Corbyn eröffnete die Debatte mit der Warnung, dass die Klimaneutralität nach aktuellen Trends erst zum Ende des Jahrhunderts erreicht wäre, „wenn unsere Kinder längst um das Überleben auf einem sterbenden Planeten kämpfen“.

Corbyn griff damit die Rhetorik der Extinction-Rebellion-Bewegung auf, die in den vergangenen zwei Wochen zentrale Verkehrsknotenpunkte in London blockiert hatte, um vor einem Massenaussterben durch den Klimawandel zu warnen. Die Polizei verhaftete mehr als tausend der Aktivisten, schaffte es aber nicht, die Proteste aufzulösen.

Thunberg: „Historisch und hoffnungsstiftend“

Viele bei „Extinction Rebellion“ verbuchen den Beschluss denn auch als Erfolg. „Das wäre ohne unsere Bewegung schlicht nicht passiert“, twitterte etwa die Ortsgruppe Cambridge. „Die Helden, die verhaftet wurden, haben das auf der politischen Agenda nach oben geschoben.“

Die mediale Aufmerksamkeit für den Klimawandel war in den vergangenen Wochen auf jeden Fall außergewöhnlich groß, wie die Denkfabrik Carbon Tracker ermittelt hat. So oft wie in diesem April haben britische Medien den Klimawandel demnach fast noch nie erwähnt. Im vergangenen Jahrzehnt gab es nur einen Monat, in dem das häufiger der Fall war. Das war der Dezember 2009, in dem das geplante Klimaabkommen von Kopenhagen scheiterte. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Klimareporter°

 

„Wir brauchen ein Ministerium zur Rettung der Welt“

© Janine Escher

Die Grünen haben bei der Europawahl die besten Ergebnisse ihrer Geschichte erlangt. Jetzt ist nur fraglich, ob sie wirklich Maßnahmen  ergreifen, um die notwendigen Klimaschutzziele zu erreichen. Ist es zwar wichtig, dass viele Wähler*innen erkannt haben, wie ernst der Notstand des weltweiten Klimas ist, aber jetzt müssen wir und die verantwortlichen Politiker*innen auch handeln. Insgesamt haben sich schon 27 000 Wissenschaftler*innen fachübergreifend zusammengeschlossen für die „Scientists 4 Future“. Die Wissenschaft identifiziert die Probleme des Klimawandels klar und hat konkrete Lösungsvorschläge, was wir und die Politik machen müssen, um die Erde vor der nächsten Heißzeit zu bewahren. Das Greenpeace Magazin veröffentlichte ein Interview mit Volker Quaschning nach der Europawahl, einem der Mitinitiatoren von „Scientists 4 Future“.

Greenpeace Magazin, 28.05.2019, Interviewpartnerin: Svenja Beller

Die Grünen sind die großen Wahlsieger, sie werden im Juli als viertstärkste Kraft ins Europaparlament einziehen. Wird jetzt alles gut?
Nein. Es wird vielleicht ein bisschen besser, weil wir jetzt bei der Klimafrage mehr Druck ausüben können. Aber wir liegen bei den Ausbauzielen der erneuerbaren Energien dramatisch daneben. Nehmen wir mal Deutschland: Die Ziele der Bundesregierung aus dem Koalitionsvertrag sind nicht mal ansatzweise ausreichend, um das Pariser Klimaschutzabkommen einhalten zu können. Und nicht einmal diese Mindestziele hält die Regierung ein. Das heißt, Deutschland versagt doppelt. Da erwarte ich jetzt nicht viel, das hat man ja schon an den Reaktionen der Volksparteien auf die Wahl gesehen. Sie sehen ihr schlechtes Abschneiden als Kommunikationsproblem, und nicht als ein Problem ihrer Politik.

So hat Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident von der CDU, den tiefen Fall seiner Partei bewertet.
Genau. Aber auch bei den Grünen muss man jetzt genau hinschauen. Die sind zwar Gewinner, aber jetzt haben sie auch mehr Verantwortung, es besser zu machen.

„Das Monopol der Macht ist gebrochen“, sagte Margrethe Vestager von den Liberalen angesichts der schlechten Ergebnisse der großen Volksparteien. Können die erstarkten Grünen das Machtvakuum füllen?
Die Grünen haben ja nicht fünfzig Prozent erreicht, sondern in Deutschland nur gut zwanzig und im Europaparlament neun Prozent. Das ist ja keine Mehrheit. Für eine ambitionierte Klimaschutzpolitik müssen sie sich Mehrheiten suchen. Das Machtmonopol ist insofern gebrochen, als dass die Christ- und Sozialdemokraten zum ersten Mal keine absolute Mehrheit mehr haben. Es wird wahrscheinlich nicht ohne die Grünen gehen. Aber auch wenn sie sich beim Klimaschutz beispielsweise mit den Christdemokraten und Liberalen zusammentun, sozusagen in einer Jamaika-Koalition, kann ich mir nicht vorstellen, dass die nötigen Maßnahmen zum Erreichen der Klimaziele auch nur ansatzweise in Angriff genommen werden.

Die EU hat sich vorgenommen ihre CO2-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Ausstoß von 1990 zu senken. Wird das nun realistischer?
Erstmal muss man ja sagen, dass dieses Ziel mit dem Pariser Klimaschutzabkommen nicht kompatibel ist. Wenn die EU sicher unter 1,5 Grad Erderwärmung bleiben will, müssen die Emissionen bereits deutlich vor dem Jahr 2050 bei null liegen. Wenn sie bis 2050 „nur“ um 80 bis 95 Prozent CO2 sinken sollen, müsste man CO2 dann wieder aus der Atmosphäre rausholen. Das heißt, die EU müsste sich über sehr teure und höchst umstrittene Verfahren zur CO2-Abtrennung Gedanken machen. Ob wir diese Konsequenz unseres langsamen Klimaschutztempos wirklich tragen wollen, darüber wird noch gar nicht diskutiert. Wir liegen in der Klimapolitik derzeit so dermaßen daneben, dass wir ganz andere Maßnahmen brauchen. Ein paar wenige Wind- und Solaranlagen aufzustellen, reicht ganz einfach nicht mehr. Die Bereitschaft für viel mehr sehe ich in Deutschland und auch in Europa aber noch nicht. […]

Das gesamte Interview findet ihr hier.

Greenpeace Magazin

Scientists 4 Future

 

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