Good News

Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

Vancouver will be the 1st Canadian city to ban plastic straws, foam cups and foam containers

Vancouver ist die erste Stadt in Kanada, die Plastikhalme, Styroporbecher und To-Go Behälter verbietet. Das ist ein großer Schritt für die Stadt in Richtung ihrer „Zero-Waste“ Strategie, die sie bis 2040 erreichen möchten.

© City of Vancouver- Zero Waste 2040

Kelowna Now, 17.05.2018, Autor: Josh Duncan

Vancouver City Council reached a monumental decision on Wednesday. Council voted to
adopt a policy that prohibits the use of plastic straws, as well as foam cups and take-out
containers. It’s all part of Vancouver’s plan to have zero waste by the year 2040, which is
being called the Zero Waste 2040 strategy.
“Every week in Vancouver, 2.6 million plastic-lined cups and 2 million plastic bags are
thrown in the garbage,” read a tweet from Vancouver’s Mayor’s Office. “Cups and take-out
containers make up 50% of all items in public waste bins.” That pales in comparison to the
7 million straws that end up in Vancouver’s garbages each week.

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Den vollständigen Bericht zur „Complete Zero Waste 2040“ Strategie: https://council.vancouver.ca/20180516/documents/pspc2a.pdf

Kelowna Now: https://www.kelownanow.com/

 

 

 

 

Plastikmüll auf Haiti – Wie „The Plastic Bank“ die Meere sauber hält

zu sehen ist ein Marktstand in Haiti. Eine Frau hat mehrere Beutel Plastikmüll vor sich stehen. Links im Bild ist viel Obst auf einem Tisch aufbereitet. Rechts sind verschiedene Getränke und Kosmetikprodukte für den Alltag. Im Hintergund hängt ein großes Schild, welches zeigt, dass man Plastikflaschen gegen Geld oder verschiedene Gegenstäde eintauschen kann

© The Plastic Bank

Das 2013 gegründete Sozialunternehmen „The Plastic Bank“ löst in Haiti zwei Probleme auf einen Streich: die Armut der Bevölkerung und die Müllverschmutzung vor den Küsten des Landes. Die Recyclingfirma kauft den Menschen ihren Plastikmüll ab. Dadurch wird der Kunststoff zu wertvoll, um ihn einfach achtlos wegzuwerfen. Das gesammelte Plastik wird in Recyclinganlagen verwertet und als „Social Plastic“ weiterverkauft. So verwenden beispielsweise die Kosmetikfirmen Lush und Henkel das „Social Plastic“ für manche ihrer Verpackungen. Allerdings subventionieren Firmen, die das soziale Plastik kaufen, den höheren Betrag im Vergleich zu herkömmlichem Plastik, weshalb es für „The Plastic Bank“ schwer ist, neue Kunden für den recycelten Kunststoff zu finden. Trotzdem konnte die Firma seit 2015 in Haiti mehr als 600 000 Dollar generieren und 3 000 Tonnen Plastik recyclen. Für seine großartige Idee zur Plastikverminderung hat der Gründer David Katz bereits mehrere Preise gewonnen, darunter den RCBC „Innovation Award“.

Ein Schritt gegen Armut und Plastikverschmutzung

Die Plastiksammler:innen erhalten von der Plastik-Bank Bargeld, verschiedene Dienstleistungen oder Güter. So bekommen die Haitianer:innen 30 Cent pro Kilo Plastik. Dies bedeutet einen großen Schritt gegen die Armut des Landes. Außerdem hat „The Plastic Bank“ Partnerschaften mit zwei haitischen Schulen. Dadurch können Eltern Plastik gegen einen Schulgebührenkredit für ihre Kinder eintauschen.

“Jetzt kann ich die Miete bezahlen, meine Kinder können in die Schule gehen und ich kann ihnen regelmäßig zu Essen geben,“  sagt Pascal Cange, 21, Haitianer (bei Good Impact)
Zuvor musste Cange in mehreren Gelegenheitsjobs arbeiten, nun hat er durch das Plastiksammeln ein sicheres Einkommen.

Dieses Video bringt die Beweggründe und die Funktionsweise von „The Plastic Bank“ näher:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=SdLQLaZO10U

Quelle: Plastic Bank auf YouTube

Weitere Quellen: Plastik Bank, Good Impact.org

 

 

Allianz für Ozeanforschung: Eine Nasa für die Meere


©Maike Nicolai, GEOMAR(CC BY 4.0)

Die Union und SPD wollen, laut Koalitionsvertrag, eine Allianz der Ozeanforschung errichten. Ziel ist es, die Forscher*Innen und Kapazitäten der verschiedenen Küsten- und Meeresforschungsinstitute in Deutschland für bestimmte Forschungsgebiete langfristig zusammenzubringen. Ein gemeinnütziger Verein soll die Zusammenarbeit der Einrichtungen koordinieren.

shz, 14.02.2018, Autor: Matthias Kirsch

Kiel/Berlin | Gut anderthalb Jahre ist es her, da kritisierte der Präsident der großen staatlichen Helmholtz-Forschungsgemeinschaft den Mangel an Kooperation zwischen deutschen Meereskundlern. Die Institute würden „etwas zersplittert und isoliert“ nebeneinander her arbeiten, bemängelte Otmar Wiestler und plädierte dafür, „die ganze Klasse, die wir im Norden Deutschlands haben, zu einem Konsortium zusammenzubringen, das viel intensiver zusammenarbeitet“.

Was Wiestler damals forderte, will die angehende große Koalition in Berlin nun wahrmachen: „Wir wollen gemeinsam mit den Ländern eine Deutsche Allianz für Meeresforschung gründen“, versprechen Union und SPD im Koalitionsvertrag. Noch plakativer formuliert der Direktor des Kieler Ozeanforschungszentrums Geomar die Hoffnung, die er mit den Plänen der GroKo verbindet: „Wir wollen eine Nasa für die Meere aufbauen“, sagt Peter Herzig in Anspielung auf die berühmte amerikanische Raumfahrtagentur.

Zwar geht es nicht um eine formelle Zusammenlegung der rund ein Dutzend deutschen Ozean- und Küstenforschungsinstitute, von der Herzig früher mal geträumt hatte. Vielmehr behalten alle Institute ihre Selbständigkeit. […]
Den gesamten Artikel findet ihr hier.

 

DEEPWAVE geht weiter!

DEEPWAVE geht weiter!

Am Dienstag, dem 27. Juni, fand die jährliche Mitgliederversammlung statt, auf der der neue Vorstand gewählt wurde:

1. Vorsitzender: Heye Groß

2. Vorsitzende: Barbara Focke

Schatzmeisterin: Ariane Tessloff

Schriftführerin: Christiane Stange

Beisitzerin: Anna Groß

Über die inhaltliche Form, in der wir Onnos Arbeit weiterführen werden, informieren wir Sie in Kürze.

Wir danken allen, die uns in dieser Zeit mit Rat, Zuspruch und Spenden zur Seite stehen.

President Obama declares First Marine National Monument in the Atlantic Ocean

THE WHITE HOUSE,  Office of the Press Secretary

FACT SHEET: President Obama to Continue Global Leadership in Combatting Climate Change and Protecting Our Ocean by Creating the First Marine National Monument in the Atlantic Ocean

Today, President Obama will designate the first marine national monument in the Atlantic Ocean, protecting fragile deep-sea ecosystems off the coast of New England as the Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument. The new national monument – which encompasses pristine underwater mountains and canyons – will provide critical protections for important ecological resources and marine species, including deep-sea coral and endangered whales and sea turtles. mehr lesen…

Global Fishing Watch: online-Tool über kommerziellen Fischfang gestartet

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Oceana, SkyTruth und Google haben heute die öffentliche Betaversion von Global Fishing Watch freigeschaltet: ein neues Technikforum, mit dem jeder überall auf der Welt kostenlosen Zugang zur Überwachung und Verfolgung der Aktivitäten der weltweit größten Fischereischiffe hat, und zwar fast in Echtzeit. Mit der ersten kostenlosen weltweiten Darstellung kommerzieller Fischfang­aktivitäten* bietet Global Fishing Watch ein leistungsstarkes und neuartiges Tool an, das zur Erholung von Fischbeständen und zum Schutz unserer Meere beitragen kann, die von weltweiter Überfischung, illegalem Fischfang und der Zerstörung von Lebensräumen bedroht sind. Der offizielle Start von Global Fishing Watch wurde auf der Konferenz „Our Ocean“ in Washington D.C. verkündet, zu der der amerikanische Außenminister John Kerry internationale Führungskräfte, die sich mit marinen Fragen beschäftigen, einlädt. mehr lesen…

EU zieht ersten Schlussstrich unter Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee

Ausführliche Infografik zur Ausbeutung der Tiefsee durch Fischerei im Nordostatlantik mit Verbildlichung des historischen Kontextes, fragilen Arten, europäischem Managment, dem Anteil an der Gesamtfischerei, Ergebnisse von schlechtem Managment, Auswirkung auf Ökosysteme, neue vorgschlagene Regulation und weiteren Vorschlägen

© Oceana

Zur vollständigen Infografik

BRÜSSEL— Umweltschutzorganisationen begrüßen die am 30. Juni vom Europäischen Parlament, dem Ministerrat und der Europäischen Kommission erzielte Einigung über zentrale Bestandteile einer neuen EU-Verordnung zur Tiefseefischerei. Diese sieht unter anderem ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei in einer Tiefe von mehr als 800 Metern und eine Schließung von Gebieten, in denen empfindliche Meeresökosysteme vermutet werden, vor.

Erzielt wurde die Einigung vier Jahre nachdem die Kommission einen Vorschlag für eine neue Verordnung zur Tiefseefischerei im Nordostatlantik vorgelegt hat, und zweieinhalb Jahre nachdem das EU-Parlament sich für eine Annahme des Vorschlags ausgesprochen hat. Im November hatte Luxemburg, das im zweiten Halbjahr 2015 die EU-Ratspräsidentschaft innehatte, vom Rat der 28 EU-Fischereiminister den Auftrag erhalten, hierüber mit dem Parlament und der Kommission in Verhandlungen zu treten. Unter Leitung der Niederlande, die die Präsidentschaft im Januar übernahmen, wurden diese Gespräche nun zum Abschluss gebracht.

„Mit dieser Vereinbarung ist die EU dem Ziel, ihre gegenüber der UN-Generalversammlung gemachten Zusagen einzulösen und den Schutz der Tiefseeökosysteme in den Gewässern der EU voranzubringen, ein gutes Stück nähergekommen“, so Matthew Gianni von der Deep Sea Conservation Coalition. „Wir fordern nun, dass unmittelbar im Anschluss an die offizielle Verabschiedung der Verordnung mit ihrer konsequenten Umsetzung begonnen wird und appellieren an die EU, auch in Zukunft mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um den Schutz der Tiefseeökosysteme in internationalen Gewässern zu verbessern und Fänge und Beifänge der Tiefseefischerei im Nordostatlantik auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen zu beschränken.“

„Hunderte Wissenschaftler und Hunderttausende EU-Bürger haben darauf gedrungen, die destruktive Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee zu begrenzen“, erläutert Uta Bellion, Direktorin des Europäischen Meeresprogramms von The Pew Charitable Trusts. „Wir begrüßen die Entscheidung des Rates und des Parlaments, diesem Aufruf zu folgen, wir danken der Kommission für ihre Bemühungen um den Schutz der Tiefsee, und wir gratulieren sowohl der luxemburgischen als auch der niederländischen Ratspräsidentschaft zum Abschluss der vorliegenden Vereinbarung.“

Es wird erwartet, dass die vereinbarte Verordnung im weiteren Verlauf des Jahres vom Europäischen Parlament und dem Rat offiziell verabschiedet wird.

EU Decision-Makers Draw a Line Under Deep-Sea Bottom Trawling

30 June 2016

BRUSSELS—Conservation organisations are welcoming the agreement reached on 30 June by the European Parliament, Council of Ministers, and European Commission on key provisions for a new European Union (EU) regulation on deep-sea fishing that includes a ban on bottom trawling below 800 metres and would close areas where vulnerable marine ecosystems are known or likely to occur.

The agreement comes four years after the Commission published a proposal for a new regulation on deep-sea fishing in the north-east Atlantic Ocean and two and a half years since the Parliament agreed to its position. Luxembourg, which held the rotating EU presidency for the second half of 2015, received a mandate from the Council of the EU’s 28 fisheries ministers in November to commence negotiations with the Parliament and Commission. Those discussions were concluded under The Netherlands, which assumed the presidency in January.

“This agreement goes a good way towards meeting the commitments made by the EU at the U.N. General Assembly and applying them to protect deep-sea ecosystems in EU waters,” said Matthew Gianni of the Deep Sea Conservation Coalition. “We urge vigorous implementation of the regulation once it is formally adopted and encourage the EU to continue working with other countries to enhance the protection of deep-sea ecosystems in international waters and to set science-based catch and bycatch limits for deep-sea fisheries in the north-east Atlantic.”

“Hundreds of scientists and hundreds of thousands of EU citizens called for limits to destructive deep-sea bottom trawling,” said Uta Bellion, director of The Pew Charitable Trusts’ European marine programme. “We welcome the decision by the Council and Parliament to heed this call, thank the Commission for its focus on deep-sea conservation, and congratulate the Luxembourg and Netherlands presidencies for securing this agreement.”

The European Parliament and Council are expected to adopt the final regulation later this year.

 

Endlich Schutz für deutsche Meeresschutzgebiete gefordert

Umweltverbände fordern Schutz für deutsche Meeresschutzgebiete

Stellungnahme für strengere Fischereiregeln in Schutzgebieten eingereicht

Hamburg/Berlin, 16. 3. 2016 – Wirksameren Meeresschutz fordern deutsche Umweltverbände von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Für die deutschen Natura-2000-Schutzgebiete in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) müssen künftig deutlich strengere Regeln für die Fischerei gelten, so die Forderung der Verbände in einer gemeinsamen Stellungnahme. Noch bis zum 22. März läuft das offizielle Beteiligungsverfahren zu den von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium vorgeschlagenen Fischereimaßnahmen. „Die Vorschläge im aktuellen Maßnahmenkatalog reichen nicht aus, um etwa die einzige deutsche Walart, den Schweinswal, oder die seltenen Steinriffe und Sandbänke zu schützen. In mindestens der Hälfte der Schutzgebiete müssen menschliche Eingriffe verboten werden. Zerstörerische Fischerei hat in Schutzgebieten gar nichts zu suchen“, sind sich die Umweltverbände BUND, Deepwave, DNR, DUH, Greenpeace, NABU, Schutzstation Wattenmeer, Whale & Dolphin Conservation und WWF einig.

Besonders kritisieren die Verbände in ihrer Stellungnahme das komplette Fehlen von Maßnahmen für die Ostsee-Schutzgebiete und die vorgeschlagenen Maßnahmen für das Sylter Außenriff mit der Amrumbank – der Kinderstube des Schweinswals. Die Verbände fordern striktere Fischereimaßnahmen in Schutzgebieten, wie etwa das Verbot von Meeresboden schädigenden Grundschleppnetzen oder Stellnetzen, in denen Seevögel und Schweinswale als ungewollter Beifang verenden. „Nur mit der Einrichtung von fischereifreien Zonen können die Schutzgebiete ihrer Funktion als Refugien für bedrohte Arten und als natürliche Lebensräume gerecht werden“, so die Verbandsvertreter.

Nein zu umweltschädlichen Fangmethoden im Schutzgebiet

Ebenfalls im Fokus der Kritik: Die Vorschläge der Bundesministerien, das östliche Sylter Außenriff für die Krabbenfischerei geöffnet zu lassen, obwohl diese mit zerstörerischen Fanggeräten arbeitet. „Diese Ausnahme für die Krabbenfischerei konterkariert das Wort Schutzgebiet. Die eingesetzten Grundschleppnetze schädigen den Meeresboden“, argumentieren die Umweltschützer. Dabei hätte eine Schließung des Gebiets für die heimischen Krabbenfischer kaum Fangeinbußen zur Folge – mit unter drei Prozent ist ihr Jahresfanganteil dort verschwindend gering.

Der von der deutschen Regierung erarbeitete Katalog der Fischereimaßnahmen wird an die EU-Kommission und jene EU-Mitgliedsländer verschickt, die in der deutschen Nordsee fischen. Dazu gehören Dänemark, die Niederlande, Großbritannien, Belgien und Frankreich. Auch diese Länder müssen den Vorschlägen zustimmen. Erst dann können die Maßnahmen in Deutschland umgesetzt werden. Die Umweltverbände befürchten ein weiteres Aufweichen der Maßnahmen in dem bevorstehenden europäischen Prozess. „Zu oft haben sich auf EU-Ebene die Fischereiinteressen gegen geltendes Naturschutzrecht durchgesetzt – diesmal darf die Bundesregierung in den Verhandlungen keinem politischen Minimalkonsens zustimmen“, fordern die Sprecher der Verbände.

Die vollständige Stellungnahme der Umweltverbände finden Sie unter https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/meere/meere_wrrl_meeresschutz_stellungnahme.pdf ; Bildmaterial auf Anfrage unter 040 30618-376.

Für Rückfragen erreichbar:
BUND-Meeresschutzreferentin Nadja Ziebarth (0174-3191424);
Deepwave 1. Vorsitzender Dr. Onno Groß (0179-5986969), DNR-Generalsekretär Florian Schöne (030-678177599);
DUH-Leiter Naturschutz Ulrich Stöcker (0160-8950556);
Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack (0171- 8780841); NABU-Meeresschutzexperte Dr. Kim Detloff (0152-09202205); Schutzstation Wattenmeer: Katharina Weinberg (04841-668544);
Whale & Dolphin Conservation-Pressesprecherin Michaela Harfst (089-61002395);

WWF-Meeresschutzexperte Stephan Lutter (0151-18854925)

Reisebranche kritisieren geplante Ölsuche im Mittelmeer

Reisebranche kritisieren geplante Ölsuche im Mittelmeer

Der Schweizer und der österreichische Reiseverband zeigen sich besorgt über das Vorhaben des britischen Ölkonzerns Cairn Energy. Dieser will im Mittelmeer vor Ibiza nach Öl und Gas suchen. Über 125 000 Bürger Spaniens erheben Einspruch gegen diese Pläne. Und mehr als 210 000 Menschen aus dem deutschsprachigen Raum haben den Protest von OceanCare unterzeichnet, um die für Meerestiere tödliche Gefahr des Unterwasserlärms und das Risiko einer Ölkatastrophe abzuwenden.

Zürich/Wien, 2.10.2014. Sowohl der Schweizer als auch der österreichische Reiseverband kritisieren die Pläne, vor den Balearen nach Öl- und Gasvorkommen zu suchen. OceanCare, Alianza Mar Blava und Natural Resources Defense Council NRDC begrüssen diese am 2. Oktober veröffentlichte Kritik: „Es ist ein starkes und gleichzeitig notwendiges Signal jenes Wirtschaftszweiges, der für die Balearen die grösste Bedeutung hat“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. Ausserdem wurde in den vergangenen Tagen bekannt gegeben, dass mehr als 125 000 spanische Bürger offiziell Einspruch gegen das Projekt erhoben haben. 117 000 davon sind sesshaft auf den Balearen – das ist ein Zehntel der gesamten Bevölkerung der beliebten Ferieninseln Formentera, Ibiza, Mallorca und Menorca. „Die Ablehnung der Pläne der Ölindustrie ist dermassen überwältigend, dass man sich fragt, warum die gewählten Entscheidungsträger nicht längst dem Projekt die vom Volk gewünschte Absage erteilt haben“, fährt Lüber fort. Druck kommt auch von besorgten Bürgern aus dem deutschsprachigen Raum: Über 210 000 Menschen haben den Protest „Notruf aus Ibiza – tödliche Ölsuche verhindern“ unterschrieben und fordern die spanische Regierung zum Handeln auf. Hinter dem Protest steht OceanCare: Die Meeresschutzorganisation mit Sitz in der Schweiz hat die Koalition Silent Oceans gegründet und setzt sich gemeinsam mit Partnerorganisationen weltweit für den Schutz der Meerestiere ein – so auch vor den spanischen Ferieninseln.

Seismischen Explorationen 2013 unbewilligt durchgeführt
Vor wenigen Wochen wurde öffentlich, dass bereits im vergangenen Jahr nicht genehmigte seismische Aktivitäten stattgefunden haben. „Wissenschaftler wurden aufgrund des untypischen Verhaltens von Pottwalen in der Region auf die Schallexplosionen aufmerksam. Behörden und Ölindustrie hüllen sich jedoch in Schweigen“, kritisiert Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare und NRDC. Schon die Suche nach Öl- und Gasvorkommen setzt das Leben im Meer um die Balearen einer grossen Gefahr aus. Die unvorstellbar lauten Schallkanonen der Rohstoffsuche können Wale, Delphine und andere Meerestiere, darunter auch kommerziell genutzte Fische, vertreiben, verletzen oder direkt töten.

Risiko einer Ölkatastrophe im Mittelmeer
Bohrungen, vor allem in der Tiefsee, stellen ein weiteres Risiko dar: Im Falle eines Unfalls verursachen sie irreparable Schäden für Ökologie und Ökonomie der Inselregion. „Auch die Ölindustrie und die spanische Regierung müssen Grenzen akzeptieren und davon Abstand nehmen, in ökologisch und ökonomisch besonders wertvollen Gebieten wie dem westlichen Mittelmeer nach Öl und Gas zu suchen“, fordert Carlos Bravo, Koordinator der lokalen Koalition Alianza Mar Blava.

Entscheid der spanischen Regierung
Der Entscheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts der Rohstoffsuche vor der spanischen Inselgruppe ist ausstehend. Die spanische Regierung lässt sich damit Zeit. Im Frühjahr 2015 finden auf den Balearen die Wahlen zur Regionalregierung statt, im Herbst folgen nationale Wahlen in Spanien. Der Zwist um die geplante Ölerschliessung wird sukzessive zu einem Kernthema. Nicht zuletzt wird die Entscheidung auch ein Signal über die Ausrichtung der künftigen spanischen Energiepolitik sein.

Medienkontakte:
Sigrid Lüber, Präsidentin OceanCare, Telefon +41 44 780 66 88, Mobil +41 79 475 26 87, slueber@oceancare.org
Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare und NRDC, Tel. + 43 660 211 9963, n.entrup@shiftingvalues.com
Carlos Bravo, Alianza Mar Blava, Tel. +34 626 99 82 41, carlos.bravo@salviateam.eu

OceanCare
OceanCare ist Initiantin der Koalition Silent Oceans und setzt sich seit 1989 weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie intensivem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Seit Juli 2011 ist OceanCare von den Vereinten Nationen als Sonderberaterin für den Meeresschutz anerkannt, sowie seit einigen Jahren offizieller Partner des Abkommens der Mittelmeer-Anrainerstaaten zum Schutz der Wale und Delphine. www.oceancare.org, www.silentoceans.org

Alianza Mar Blava
Die Alianza Mar Blava ist eine sektorübergreifende Allianz mit mehr als 75 Mitgliedern, die das gesamte Spektrum der Akteure von Ibiza und Formentera abdecken. Dazu zählen öffentliche Verwaltungen, Wirtschaftssektoren wie Fischerei, Tourismus und Schifffahrt, sowie soziale Organisationen wie Umweltschützer und Gewerkschaften. Diese vielfältige Struktur verleiht Alianza Mar Blava ein besonders hohes Mass an Repräsentativität und verdeutlicht den grossen Widerstand, den die Ölprojekte ausgelöst haben. www.alianzamarblava.org

Natural Resources Defense Council
NRDC ist eine im Jahr 1970 in den USA gegründete Nicht-Regierungsorganisation, die insbesondere von Anwälten, Wissenschaftlern und Umweltexperten geführt wird und sich dem Ziel des Schutzes der öffentlichen Gesundheit und der Umwelt widmet. Aktuell hat NRDC ca. 1,3 Millionen aktive Unterstützer, inkl. Online-Aktivisten. Energiewirtschaft, Schutz von Wildtieren, Erhaltung der Ozeane zählen zu den Kernkompetenzen von NRDC. www.nrdc.org

Walschützer ziehen überwiegend positive Bilanz der Walfangtagung in Portoroz

Walschützer ziehen überwiegend positive Bilanz der Walfangtagung in Portoroz

Alle Versuche Japans, das kommerzielle Walfangverbot zu umgehen, sind auf der internationalen Walfangtagung gescheitert. Der angeblich wissenschaftliche Walfang Japans wird künftig von der Internationalen Walfangkommission (IWC) kontrolliert. Die Organisationen OceanCare und Pro Wildlife sehen dies als das wichtigste und beste Ergebnis der am Donnerstag zu Ende gegangenen Walfangkonferenz. Anträge, Küstenwalfang zu betreiben wurden ebenso abgelehnt wie die Initiative, Walfleisch als Beitrag zur Nahrungssicherung zu etablieren.

Negativ bewerten OceanCare und Pro Wildlife die Entscheidung der Kommission, Grönland eine Fangquote für Wale zu erteilen, die nach Ansicht der Walschützer den tatsächlichen Eigenbedarf der Inuit weit übersteigt. Kritik übten die beiden Organisationen am mangelnden Einsatz der EU. Die deutsche und Schweizer Delegation lobten sie für einen konstruktiven Dialog und ihr Engagement für den Walschutz.

Die wichtigsten Ergebnisse
Künftig muss die IWC neue Forschungsprojekte offiziell genehmigen. Dieser Beschluss setzt das IGH-Urteil vom März um, das Japans angeblich wissenschaftliches Walfangprogramm in der Antarktis wegen mangelnder Wissenschaftlichkeit verboten hatte. Neuseeland hatte die Resolution bei der IWC-Jahrestagung eingebracht. Bisher hatte Japan dem Wissenschaftsausschuss der IWC seine angeblichen Forschungsprogramme zwar zur Diskussion vorgelegt, doch weder das Fachgremium noch die Vollversammlung der IWC konnten die Walfänger aufhalten. „Mit diesem Schritt stopft die IWC zwar nicht komplett das Schlupfloch des Wissenschaftswalfangs, aber es wird deutlich kleiner“, sagt Sandra Altherr, die für Pro Wildlife die Walfangtagung beobachtet. Japan reagierte auf den Beschluss mit der Ankündigung, sein Wissenschaftsprogramm so zu modifizieren, dass es den Anforderungen des IGH-Urteils entspreche. „Wir fordern Japan auf, diese Entscheidung der Vollversammlung zu akzeptieren und nicht nach anderen Schlupflöchern zu suchen“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin der Schweizer Organisation OceanCare.

Den grönländischen Inuit gestatteten die Delegierten jährlich 178 Zwergwale, 19 Finnwale, 10 Buckelwalen und zwei Grönlandwale zu jagen, allerdings nur zur Selbstversorgung. OceanCare und Pro Wildlife kritisieren diese Fangquote als unverhältnismässig hoch. „Neue wissenschaftliche Studien bestätigen, dass der tatsächliche Verbrauch der Inuit deutlich geringer ist als die Fangquoten“, sagt Altherr.

Ghana zog in letzter Minute eine Resolution zurück, die auf Initiative Japans Walfang als Beitrag zur Welternährungssicherung etablieren sollte.

Ein Antrag Japans auf Küstenwalfang scheiterte mit 19 Ja- zu 39 Nein-Stimmen – eine Dreiviertelmehrheit wäre hierfür notwendig gewesen.

Ein Walschutzgebiet im Südatlantik lehnten die Delegierten in der Vollversammlung mit 40 Ja zu 18 Stimmen ab. Da im Südatlantik keine Wale gefangen werden, werten die Walschützer diese Entscheidung als wenig gravierend.

Eine Resolution Monacos verstärkt die Kooperation zu stark wandernden Wal- und Delfinarten mit anderen internationalen Foren. „Wir erhoffen uns, dass Wale und Delfine durch die verstärkte Zusammenarbeit besser geschützt werden, doch das ist noch ein langer Weg“, so Lüber, die für OceanCare als Sonderberaterin für Meeresschutz an der UNO teilnimmt.

Auf Antrag Chiles wurden die Rechte der Verbände gestärkt.

Ausserdem wurde Bruno Mainini, Delegationsleiter der Schweiz am Donnerstag neu als Vorsitzender der Internationalen Walfangkommission gewählt. Er wird die nächsten zwei Jahre den Vorsitz der IWC innehaben. An seine Seite wird Joji Morishita, Delegationsleiter Japan als Vizepräsident gestellt.

Kommerzieller Walfang ist seit 1986 verboten. Doch Länder wie Japan, Island, Grönland und Norwegen nutzen Schlupflöcher, um dieses Verbot zu umgehen. Auf der Internationalen Walfangtagung treffen Vertreter der Walfanglobby auf Umweltschützer und verhandeln über Fangquoten, Tötungsmethoden und Schutzgebiete.

Weiterführende Links und Informationen

www.oceancare.org/walschutz
www.prowildlife.de/IWC_Tagebuch

Medienkontakte
Sigrid Lüber nahm für OceanCare als Beobachterin an der IWC-Konferenz teil. Auf OceanCares Blog berichtet sie über die Konferenz.

Sigrid Lüber, Präsidentin OceanCare: Tel: (+41) 79 475 26 87, Skype: sigrid_lueber, slueber@oceancare.org (in Slowenien vom 10.-18. September 2014).

Über OceanCare
Seit 1989 setzt sich OceanCare weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie dem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Im Juli 2011 erhielt die Organisation von den Vereinten Nationen den UN-Sonderberaterstatus zugesprochen. www.oceancare.org

Bisheriges Engagement von OceanCare an der IWC
OceanCare setzt sich seit 1992 als einzige Schweizer Nichtregierungsorganisation an den Tagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) für den Schutz der Wale ein. Als langjährige Beobachterin ist sie mit den Akteuren und Regeln des Gremiums bestens vertraut. In Slowenien setzt sich OceanCare auch dieses Jahr dafür ein, dass die Wale maximalen Schutz erhalten. Bereits 2001 trug die Organisation mit einem Völkerrechtsgutachten zum Stimmenkauf zu einer historische Resolution für politische Transparenz bei, die 2011 zu einem Verbot von sogenannten Motivationsgeschenken führte. Ein von OceanCare eingebrachtes Rechtsgutachten zur Partizipation der Zivilbevölkerung führte dazu, dass seit 2008 neu auch Nichtregierungsorganisationen angehört werden. OceanCare war massgeblich daran beteiligt, dass IWC Mitgliedstaaten sich für eine Zusammenarbeit mit der WHO entschlossen und die Walfangländer neu Konsumenten über Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Walfleisch informieren müssen. www.oceancare.org/walschutz

Über Pro Wildlife
Pro Wildlife ist eine gemeinnützige Organisation, die sich global für den Schutz von Wildtieren und ihrer Lebensräume einsetzt. Weltweit unterstützt Pro Wildlife Artenschutzprojekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um Wildtierhandel und Wilderei einzudämmen. Pro Wildlife nimmt an Konferenzen wie der Internationalen Walfangkommission (IWC) und dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl. CITES), um den Schutzstatus von Wildtieren weltweit zu verbessern.

OceanCare, Oberdorfstrasse 16, CH-8820 Wädenswil, Tel +41-44-780 66 88. info@oceancare.org. www.oceancare.org

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