Good News

Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

ReplacePlastic- Eine App gegen Plastikverpackungen


© Küste gegen Plastik e.V.

Die Meere werden überflutet von Plastikmüll. Ein großer Teil gelangt vom Land her über die Flüsse in die Meere. Plastikverpackungen spielen dabei eine große Rolle. Es ist schwierig in Supermärkten auf Plastikverpackung für Produkte des täglichen Bedarfs zu verzichten, obwohl viele Verbraucher*Innen das möchten. Aus diesem Grund hat die Küsten gegen Plastik e.V. die „ReplacePlastic“-App gewickelt. Mit dieser App können wir die Barcodes von Produkten scannen, von denen wir uns wünschen, dass die Verpackungen nicht aus Plastik bestehen. Das Feedback wird dann an die Anbieter*Innen der Produkte weitergeleitet. Es gibt bereits mehrere Unternehmen, die auf das Feedback der Nutzer*Innen von „ReplacePlastic“ reagiert und ihre Plastikverpackungen umgestellt oder, weggelassen haben.

Weitere Informationen über die „ReplacePlastic“-App findet ihr hier.

„ReplacePlastic“-App Downloadlink für Apple: https://itunes.apple.com/de/app/replaceplastic/id1257771601

„ReplacePlastic“-App Downloadlink für Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.kuestegegenplastik.replaceplastic

Küsten gegen Plastik e.V.: https://www.kueste-gegen-plastik.de/

 

Wissenschaftler*innen haben das erste mesophotische Korallenriff Italiens entdeckt

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© Nature / Scientific Reports

Ze.tt, 12.3.2019, Autorin: Seyda Kurt

Korallenriffe gibt es im Mittelmeer so gut wie nicht mehr. Wissenschaftler*innen haben nun das erste Riff vor der italienischen Küste entdeckt.

Das erste Korallenriff Italiens erstreckt sich über mindestens zweieinhalb Kilometer entlang der Adriaküste nahe der Stadt Monopoli. Das berichten italienische Wissenschaftler*innen in einem Artikel, der Anfang März im Magazin Nature veröffentlicht wurde.

Im Gegensatz zu den australischen oder maledivischen Riffen, die bis an die Wasseroberfläche reichen, sei dieses in der italienischen Region Apulien in 30 bis 50 Metern Tiefe zu finden, so die Wissenschaftler*innen. Somit sei die Entdeckung ebenso das erste mesophotische Korallenriff überhaupt im Mittelmeer. Als mesophotisch wird in einem Gewässer die untere Zone der durchlichteten Schicht bezeichnet. Bis dahin dringt also lediglich Restlicht durchs Wasser vor, Umwandlung sowie Abbau pflanzlicher Substanz kann noch stattfinden.

Diese Ökosysteme sind sehr selten, weil sie auch in extremen Tiefen ohne Licht überleben und wachsen können. In der Vergangenheit waren im mediterranen Raum Korallenriffe weit verbreitet, verschwanden jedoch im Laufe der Zeit. Die letzten Reste sind noch in Form eines kleinen Riffs bei der kroatischen Insel Mljet zu sehen.

Weil es in solch tiefen Gewässern wächst, unterscheidet sich das italienische Korallenriff auch in seiner Farbgebung von den Riffen im Pazifik: Es ist nicht so bunt und grell wie die vielfarbigen Arten im Pazifik. Dennoch betrachten die Wissenschaftler*innen die Entdeckung als eine Sensation. Korallenriffe sind höchst komplexe Strukturen, die größten von Lebewesen geschaffenen auf der Erde. Sie werden von Korallen über viele Jahrhunderte aus ihren Kalkskeletten aufgebaut.

Quelle: https://ze.tt/wissenschaftlerinnen-haben-das-erste-korallenriff-italiens-entdeckt/?utm_campaign=ref&amp%3Butm_content=zett_zon_teaser_teaser_x&amp%3Butm_medium=fix&amp%3Butm_source=zon_zettaudev_int&amp%3Bwt_zmc=fix.int.zettaudev.zon.ref.zett.zon_teaser.teaser.x

Ze.tt: https://ze.tt/

Den Artikel vom Nature Magazin findet ihr hier. 

 

 

Wie Treibhausgase wieder aus der Luft verschwinden

Technische Anlage der Schweizer Firma Climeworks ist gegen den Himmel zu sehen.  (Climeworks)
© Climeworks

Die Schweizer Firma „Climeworks AG“ bietet Getränkefirmen aus der Luft gefiltertes CO2 an. Durch die speziellen Anlagen von Climeworks soll das Treibhausgas aus der Luft eingefangen und dann in einem separaten Behälter gespeichert werden. Negative Emissionen, also die Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre, stehen schon seit einigen Jahren im Fokus der Klimawissenschaftler*Innen. Welche Möglichkeiten gibt es noch Treibhausgase zu speichern?

Deutschlandfunk, 13.12.2018, Autor: Georg Ehring

Sie sehen aus wie große Ventilatoren – im halben Dutzend nebeneinander aufgestellt und bei Bedarf auch stapelbar: Die Schweizer Firma Climeworks AG baut Anlagen, die das Treibhausgas CO2 aus der Luft entfernen – es landet in hoher Reinheit in einem separaten Behälter. Christoph Beuttler ist Manager bei Climeworks und er findet die Technik recht einfach:

„Man kann sich das so vorstellen: CO2 ist eine Säure und wir haben eine spezielle Base gebaut, die das CO2 anzieht und das ganze in eine Maschine verpackt, die dieses CO2 dann aus der Luft holt.“

CO2 aus der Atmosphäre in Softdrinks

Trotzdem ist der Betrieb nicht gerade billig, pro Tonne CO2 liegen die Kosten derzeit bei etwa 500 Euro. Doch es gibt bereits Kunden, die diese Preise bezahlen – allerdings nicht nur dem Klima zu Liebe. Erste Anlagen produzieren „für die Getränkeindustrie, also dass die Blasen in den Fizzy Drinks eben aus der Atmosphäre kommen und nicht aus fossilem CO2.“

Was die Hersteller dann auch als Argument für ihre Werbung nutzen können. Climeworks will in einigen Jahren auf weniger als 100 Euro pro Tonne kommen, zum Vergleich: Im Europäischen Emissionshandel kostet das Recht, eine Tonne Treibhausgas in die Atmosphäre zu blasen, derzeit um die 20 Euro – Tendenz deutlich steigend.

Die Hersteller solcher Anlagen können sich auf großes Interesse an ihren Produkten freuen. In der Wissenschaft sind negative Emissionen, also die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre, schon seit einigen Jahren ein Thema. Vor allem, wenn die Erderwärmung unter 1,5 Grad gehalten werden soll,  kommt kein realistisches Klimamodell mehr ohne die Annahme aus, dass so etwas funktioniert. Jetzt interessiert sich auch die Politik dafür, sagt Artur Runge-Metzger von der EU-Generaldirektion Umwelt.

„Wenn man langfristig das Klima retten will, wird einem nichts anderes übrig bleiben und dann innerhalb der 1,5 Grad zu bleiben, wird einem nichts übrig bleiben als negative Emissionen zu haben und negative Emissionen bedeutet, dass man CO2 aus der Atmosphäre auffangen muss und das dann verbringen muss in geologische Schichten oder eben Aufnahme über Vegetation und Holz.“ […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/

 

 

Tag des Artenschutzes: Tiefseefisch – Orange Roughy

A crew member of the Greenpeace ship MV Esperanza holds an orange roughy that has been caught and killed by an EU bottom trawler © Greenpeace/Davison

Alljährlich findet am 3. März der Tag des Artenschutzes statt, der aus dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) von 1973 hervorgeht.

Zum diesjährigen Tag des Artenschutzes stellen wir euch den Granatbarsch – oder auch Orange Roughy – vor. Ein Sinnbild für das Leben in der Tiefsee. Die Tiefsee – tiefer, dunkler und  langsamer. Der größte Lebensraum unseres Planeten, der früher durch seine besonderen Lebensbedingungen als lebensfeindlich galt. Orange Roughy hat sich jedoch, so wie viele andere Lebewesen, perfekt an die Kälte, den hohen Druck und die ewige Dunkelheit der Tiefsee angepasst.

In bis zu 1800 Metern Tiefe gleitet er langsam durch den lichtlosen Ozean, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Er hat einen extrem langsamen Stoffwechsel, der dazu führt, dass er erst sehr spät geschlechtsreif wird und sich somit auch nur langsam reproduzieren kann.  Bis zu 150 Jahre kann der orange-rote Fisch die Tiefen unseres Planeten durchqueren. Die ZEIT hat Orange Roughy nicht ohne Grund den „Entdecker der Langsamkeit“ getauft.

Der Knochenfisch, der älter wird als unsere Großeltern, landet in Ländern wie USA, Australien, China, aber auch in Deutschland auf den Speisekarten. Er fällt der steigenden Nachfrage nach Fisch zum Opfer. Er stirbt und endet im Magen von Menschen, die diesen besonderen Fisch gerne verspeisen oder er wird als Beifang der industriellen Fischerei unabsichtlich gefangen, wenn er nicht dem erhofften Fang entspricht aufgrund seiner Spezies, Größe oder Qualität, sterbend wieder ins Meer geworfen.

Seit 2016 tragen drei neuseeländische Fischereien das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) für nachhaltige Fischerei, die insgesamt für mehr als die Hälfte des örtlichen Fangs von Granatbarschen verantwortlich sind. Wie ist das möglich?  Tiefseelebewesen wie Orange Roughy werden mit Grundschleppnetzen gefangen, die gleichzeitig die Jahrhunderte alten empfindlichen Kaltwasser-Korallenriffe der Tiefsee zerstören.  Kann er überhaupt „nachhaltig“ gefangen werden, wenn durch die angewandten Tiefseefangmethoden gleichzeitig sein Lebensraum zerstört wird? Was ist, wenn sich die Granatbarsche und ihr Lebensraum trotz der Auflagen des MSCs nie wieder erholen?

Können wir als Gäste des Planeten Erde unser Bedürfnis diesen Fisch zu essen über das Leben eines Lebewesens stellen, das mehr als doppelt so alt wird wie wir? Wir sind in den Ländern, in denen Orange Roughy gegessen wird, nicht auf Fische als Proteinquelle angewiesen. Auf wie viel verzichten wir wirklich, wenn wir nicht mehr uralte Lebewesen aus den unbekannten Tiefen des Ozeans rauben, um unsere Vorliebe für besonderes Fischfilet zu befriedigen?

Orange Roughy steht für die Tiefsee. Eine geheimnisvolle und artenreiche Welt, die wir in ihrer Komplexität noch nicht erfasst haben. Müssen wir das, bevor wir anfangen sie zu schützen? Nein, wir müssen nicht alle Vorgänge und Mechanismen in der Tiefsee verstehen, um sie sinnvoll schützen zu können. Klar ist, wenn wir so weitermachen, werden wir nicht mehr alle Wunder der Tiefsee entdecken…

3.März – Ein Tag, an dem wir unsere täglichen Entscheidungen überdenken müssen, die das Leben vieler Lebewesen gefährden, sowohl in den Tiefen des Ozeans, als auch auf dem ganzen Planeten Erde.

Johan Busse von Colbe für DEEPWAVE

 

 

Nordamerika treibt CO₂-Steuer voran

©Susanne Götze

Nachdem Kanada bereits Steuern auf den Ausstoß von Treibhausgasen eingeführt hat, sollen die Vereinigten Staaten nun folgen. Immer mehr Politiker*Innen, Wissenschaftler*Innen und Ökonom*Innen unterstützen den Gesetzesentwurf „Energy Innovation and Carbon Dividend Act“, der vorsieht, dass die Einnahmen durch die CO2-Steuer an die Bürger*Innen zurückgegeben werden.

Klimareporter°, 27.02.2019, Autor: Benjamin von Brackel

Seit vielen Jahren fordern Ökonomen und Klimaschützer, den Ausstoß von Treibhausgasen zu besteuern. Nun scheint zumindest in Nordamerika die Zeit für dieses Instrument gekommen zu sein.
In Kanada hat die Regierung zwei CO2-Steuern eingeführt. Zum einen müssen Produzenten und Händler fossiler Energien eine Brennstoffsteuer auf Kohle, Öl oder Gas entrichten.
Die Steuer bezieht sich dabei auf den Treibhausgasausstoß, der durch das Verfeuern der fossilen Energieträger entsteht. Von diesem Jahr an müssen die Energiefirmen umgerechnet 13 Euro pro Tonne CO2 bezahlen. Jedes Jahr nimmt die Steuer um über sechs Euro zu, bis sie 2022 den oberen Deckel von gut 33 Euro erreicht.
Die gestiegenen Preise dürften die fossilen Energieunternehmen an ihre Kunden weitergeben. In anderen Ländern hat das in der Vergangenheit zu starken Protesten geführt. Diese „Falle“ will die kanadische Regierung vermeiden, indem sie vorsieht, dass die kanadischen Provinzen 90 Prozent der Einnahmen an die Privathaushalte weitergeben. Unterm Strich sollen die meisten Bürger damit mehr Geld in der Tasche haben.
Alle anderen Unternehmen hat die kanadische Regierung mit einer weiteren Steuer belegt: Übersteigt der CO2-Ausstoß eines Unternehmens den für den Sektor vorgesehenen Grenzwert, muss es für die zusätzlichen Emissionen die Steuer begleichen. Sie liegt auf der Höhe der Brennstoffsteuer. Andersherum bekommen Unternehmen einen finanziellen Zuschlag, wenn sie unter der Grenze liegen. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Klimareporter°: https://www.klimareporter.de/

 

 

 

Gute Vorsätze für 2019 in amerikanischen Gemeinden

Die Spitzen von Plastikgabeln und -messern sind durcheinander zu sehen. Hinten ist ein grüner Hintergrund

© ZDF | dpa

In Kalifornien haben einige Gemeinden weitere verschiedene Resolutionen und Gesetze auf den Weg gebracht, um dem Plastikproblem Herr zu werden. In Städten um Monterey Bay wurden neue Verfügungen erlassen, die Einwegplastik in Restaurants weitestgehend durch kompostierbares oder recyclebares Material ersetzen sollen. Plastikstrohalme werden nach dem neuen Gesetz in Restaurants, Cafés und Bars generell nicht mehr erlaubt sein, außer natürlich, wenn der Gebrauch zum Beispiel aus medizinischen Gründen erforderlich ist. Auch in Hotels sollen kleine Einwegfläschchen mit Shampoo und Duschgel durch größere Flaschen für den Mehrfachgebrauch bis 2020 ersetzt werden. Den gesamten Artikel aus dem Newsletter des Monterey Bay Aquarium findet ihr hier.

Dies mag wie ein Tropfen auf den heißen Stein erscheinen, aber jede dieser Aktionen, ob von kleinen Gruppen, wie Schulen oder KiTas, oder in einem größeren Umfang auf lokaler oder regionaler Ebene, hat eine Wirkung. Zum einen vermindern sie den Eintrag von Plastik in unsere Ozeane, zum anderen stärken sie das allgemeine Umweltbewusstsein. Auf längere Sicht, und das ist eine nicht zu unterschätzende Auswirkung der Gesamtheit der Plastik-frei-Initiativen, erhöhen sie das Bewusstsein für diese Problematik in Industrie und Politik, und machen so Druck, endlich auch auf nationaler und globaler Ebene Lösungen für die immer weiter wachsende Plastikflut in unseren Ozeanen zu finden.

Den gesamten Artikel findet ihr im Newsletter des Monterey Bay Aquariums.

EU-Parlament stimmt für Verbot von Wegwerf-Plastikprodukten

Die neuste Pressemitteilung der EU zum Thema Verbot von Einwegplastikverpackungen ist gerade veröffentlich worden. Darin ist zu lesen, dass das EU Parlament nun den von der Kommission eingereichten Vorschlag zur Reduzierung von Einwegplastik angenommen hat. Dies ist tatsächlich ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um weitere Verschmutzung der Meere zu verhindern. Aber ein Grund in Jubelschreie auszubrechen, ist es mit Sicherheit nicht. Zum einen beinhaltet die Entscheidung des EU Parlaments noch keine praktischen Konsequenzen. Erst müssen sich noch die EU-Staaten im Ministerrat auf eine gemeinsame Linie zu dem Gesetzesvorschlag einigen. Laut Pressemitteilung würden die neuen Regeln zwei Jahre nach Verabschiedung durch Rat und Parlament in Kraft treten, also voraussichtlich frühestens 2021. Es ist also noch ein langer Weg bis dorthin.

Zum anderen kann man sich fragen, wie effektiv neue Verordnungen sein werden, wenn die Pressemitteilung auch Sätze wie den folgenden bereithält: „Wenn günstige Alternativen zur Verfügung stehen, sollen demnach die zehn Einwegkunststoffprodukte vom Markt genommen werden, die am häufigsten in den Ozeanen landen.“ Und wenn keine geeigneten „günstige Alternativen“ zu beispielsweise Plastiktrinkhalmen zur Verfügung stehen? Darf man dann einfach weiterhin Einweg-Plastiktrinkhalme verwenden, weil die möglichen Alternativen nicht so günstig und praktisch handhabbar sind? Berichterstatterin und Mitglied des Europäischen Parlaments Frédérique Ries äußerte sich zu diesem Thema: „(…) the member states have many options to choose from. It is up to them to choose wisely and up to us to keep pushing for more. “

Dennoch freuen wir uns sehr, dass der Vorschlag der Kommission nun tatsächlich in ein Gesetz münden wird und dass das Thema Meeresschutz inzwischen auch eine Bedeutung auf EU Ebene gewonnen hat. Und auch wir werden auf keinen Fall jetzt die Hände in den Schoß legen, denn durch die Entscheidung des EU Parlaments ist das Plastik-Problem keinesfalls gelöst! Siehe auch unsere BLUE STRAW Kampagne: https://www.deepwave.org/bluestraw-kampagne/

Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung.

Pressemitteilungen der EU und weitere Infos findet ihr hier: http://www.europarl.europa.eu/news/en/press-room/20181009IPR15501/plastic-oceans-meps-back-eu-ban-on-polluting-throwaway-plastics-by-2021

https://ec.europa.eu/germany/news/20181025-eu-parlament-plastikprodukte-verbot_de

Neue Kooperation in Hamburg mit FCKSTRAWS

Für die Hamburger Clubszene machen die „clubkinder“ und die „greenmusic initiative“ den Anfang: Sie wollen das Hamburger Nachtleben nachhaltiger gestalten mit ihrer Initiative „FCKSTRAWS“ und fangen mit den Plastikstrohhalmen an. DEEPWAVE als Kooperationspartner sorgt für das nötige Wissen.

Hier findet ihr weitere Informationen über die Kampagne:

http://fckplastic.org/#

Deutsche wollen besseren Meeresschutz und keine Genpflanzen

Naturbewusstseinsstudie 2017 von BMU und BfN veröffentlicht

© pixabay.com

Umfrage belegt: Plastikmüll wird als Bedrohung gesehen, große Unterstützung für Meeresschutzgebiete

Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Vermüllung der Meere durch Plastik als Gefahr für den Naturschutz und unterstützt die Einrichtung von Meeresschutzgebieten. Die große Mehrheit der mehr als 2.000 Befragten der aktuellen Naturbewusstseinsstudie wünscht sich auch strengere Regeln und Gesetze, damit die Fischerei mehr für den Schutz der Meeresumwelt tut. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich zudem darauf verlassen können, dass der Handel keine Produkte von bedrohten Fischarten anbietet. Ein Großteil der Bevölkerung spricht sich außerdem für eine Kennzeichnungspflicht von tierischen Produkten aus, die mit gentechnisch manipulierter Nahrung gefüttert wurden. Das sind einige Ergebnisse der alle zwei Jahre erscheinenden Naturbewusstseinsstudie, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, heute in Berlin vorgestellt haben.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Im Kampf gegen den Plastikmüll in unseren Meeren unterstützt uns fast die gesamte Bevölkerung. Die Vermüllung gefährdet Ökosysteme auf dem ganzen Planeten. Wir müssen daher weltweit überflüssiges Plastik vermeiden und den Rest im Kreislauf halten und recyceln. Eine große Mehrheit der Befragten unterstützt zudem Meeresschutzgebiete und strengere Regelungen für die Fischerei zum Schutz der Natur. Auch die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger gegenüber der Gentechnik nehme ich sehr ernst. Wir brauchen endlich bundesweit einheitliche Regelungen, um den Anbau von Genpflanzen zu verbieten.“

BfN-Präsidentin Beate Jessel: „Die Bevölkerung in Deutschland gibt uns starke Signale, dass wir uns für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere einsetzen sollen: Neun von zehn Befragten befürworten die Einrichtung von Naturschutzgebieten in Nord- und Ostsee. Wir brauchen derart geschützte Gebiete, in denen Tiere und Pflanzen möglichst ungestört leben können. Die Menschen wissen auch um die Gefährdung dieser Lebensräume durch Abfälle und Schadstoffeinträge. Die Schädigung von Arten und Lebensräumen in den Meeren durch die Fischerei ist ebenfalls sehr stark in ihrem Bewusstsein verankert. Damit besteht in der Bevölkerung Deutschlands ein großer Rückhalt für stringentere Regelungen hin zu einer nachhaltigen Fischerei.“

Zum ersten Mal wurde in der Naturbewusstseinsstudie auch die Einstellung der Deutschen zum Meeresnaturschutz detailliert abgefragt. Die Auswertung zeigt, dass der Bevölkerung der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere ein großes Anliegen ist. So befürwortet eine überwältigende Mehrheit von 94 Prozent der Befragten Naturschutzgebiete in Nord- und Ostsee, 53 Prozent halten solche Gebiete sogar für „sehr wichtig“. Zudem sprechen sich 83 Prozent der Befragten für strengere Regeln und Gesetze aus, damit die Fischerei mehr für den Naturschutz tut, selbst wenn dadurch die Fischpreise steigen. 92 Prozent der Befragten möchten sich darauf verlassen können, dass der Handel keine Fischprodukte von bedrohten Arten anbietet, 90 Prozent befürworten die Kennzeichnung von Fischprodukten aus naturschonender Fischerei. Unter den wahrgenommenen Gefährdungsursachen steht Plastikmüll an erster Stelle, 78 Prozent sehen darin ein „sehr großes Problem“. Erdölverschmutzung (71 Prozent) und radioaktive Abfälle (66 Prozent) folgen dicht darauf.

Gegenüber dem Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft vertritt eine große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland eine skeptische Position: So sprechen sich 79 Prozent der Befragten für ein Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft aus. 93 Prozent sind der Meinung, dass mögliche Auswirkungen auf die Natur immer untersucht werden sollten, wenn Pflanzen gezielt gentechnisch verändert werden. Ebenso sprechen sich 93 Prozent der Befragten dafür aus, Lebensmittel von Tieren, die mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert werden, im Handel zu kennzeichnen.

Der aktuellen, mittlerweile fünften Naturbewusstseinsstudie liegt eine bundesweite Befragung zugrunde, die zum Jahresende 2017 durchgeführt wurde. Insgesamt 2.065 zufällig ausgewählte Personen aus der deutschsprachigen Wohnbevölkerung im Alter ab 18 Jahren nahmen an der Studie teil. Die Naturbewusstseinsstudie erfasst die gesellschaftlichen Einstellungen zur Natur und biologischen Vielfalt in Deutschland. Sie stellt aktuelle und empirisch abgesicherte Daten bereit, die für die Naturschutzpolitik, den öffentlichen Diskurs und die Bildungsarbeit wertvolle Grundlagen sind. Die Naturbewusstseinsstudien werden im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz seit 2009 alle zwei Jahre veröffentlicht.

Die Naturbewusstseinsstudie 2017 sowie ein Informationspapier mit wesentlichen Aussagen der Studie stehen zum Download bereit.

06.07.2018 | Pressemitteilung Nr. 143/18 | Naturschutz/Biologische Vielfalt
Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz

Bürgermeister von Lampedusa verbietet Plastik-Einweggeschirr

Auf den sizilianischen Inseln Lampedusa und Linosa sollen zukünftig Plastik-Einweggeschirr und Plastiktüten verboten werden, gab Salvatore Martello, Bürgermeister der Inseln im Rahmen einer Fischerei-Konferenz am 03.Juli 2018 in Palermo bekannt. Dadurch sollen die Menge von Plastikabfällen reduziert und die Mülltrennung auf der Insel vereinfacht werden und vor allem weniger Abfälle im Meer landen, die sich negativ auf die Meeresfauna und dadurch auch auf die Fischerei auswirken. Bis 31. August 2018 soll diese Verordnung durchgesetzt werden. Ihm sei klar, dass dies für die Einwohner, Touristen und Geschäftsleute eine „kleine Revolution“ sei, aber man müsse neue Verhaltensweisen im Einklang mit der Natur und für eine Verbesserung der Lebensqualität erlernen, so Martello. Außerdem sollen Fischer in Kooperation mit den Gemeinden auf See Plastikmüll sammeln und an Land abgeben können.

Kurzzusammenfassung aus dem Italienischen.
Den Originalartikel könnt ihr hier nachlesen:

http://palermo.repubblica.it/cronaca/2018/07/03/news/lampedusa_il_sindaco_vieta_la_vendita_di_piatti_e_posate_di_plastica-200752438/?ref=fbpr&refresh_ce

 

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