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Forscher finden gigantischen Hohlraum in Antarktis-Gletscher

Thwaites Glacier ©NASA/OIB/Jeremy Harbeck

Thwaites Glacier ©NASA/OIB/Jeremy Harbeck

Spiegel online Jan 31, 2019

Das Tauen des Thwaites-Gletschers in der Antarktis ist bereits jetzt für etwa vier Prozent des globalen Meeresspiegelanstiegs verantwortlich. Was hat es mit dem gewaltigen Hohlraum auf sich, den Forscher unterm Eis entdeckten?

Das Loch nimmt zwei Drittel der Fläche von Manhattan ein und ist fast 300 Meter hoch: Im Thwaites-Gletscher in der Westantarktis haben Forscher der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa einen gewaltigen Hohlraum gefunden. Die Region um den Gletscher ist dafür bekannt, dass sie viel Eis verliert. Zu Beginn der Untersuchung gingen die Forscher daher bereits davon aus, dass sie am Gletscherende einige Lücken zwischen Eis und Untergrund finden würden, berichtet die Nasa in einer Mitteilung. Die Größe und das extrem schnelle Wachstum des Hohlraums überraschten sie dann aber doch. Das entstandene Loch fasste einst 14 Milliarden Tonnen Eis – der Großteil davon sei innerhalb der vergangenen drei Jahre abgeschmolzen, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science Advances“ nach der Auswertung verschiedener Radaraufnahmen.

Der Endbereich des Gletschers, wo sich der Hohlraum gebildet hat, ist besonders empfindlich, weil dort wärmeres Meerwasser zum Eis vordringen und es von unten abschmelzen kann. Entsteht dabei ein großes Loch, beeinflusst das auch die Zukunft des Gletschers. „Da mehr Wärme und Wasser unter den Gletscher gelangen, schmilzt er schneller“, sagt Pietro Milillo vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa in Pasadena.

Für vier Prozent des Meeresspiegelanstiegs verantwortlich

Der Thwaites-Gletscher ist ungefähr so groß wie der US-Bundesstaat Florida und derzeit für etwa vier Prozent des globalen Meeresspiegelanstiegs verantwortlich. Würde er komplett abschmelzen, wäre ein Meeresspiegelanstieg von 65 Zentimetern die Folge. Außerdem stabilisiert der Thwaites weitere Gletscher, deren vollständiges Abschmelzen den Meeresspiegel laut Nasa um 2,4 Meter anheben würde.

Forscher wollen die abgelegene Region in den kommenden Jahren weiter untersuchen, um die Vorgänge am Gletscher besser zu verstehen und exakte Prognosen für deren Entwicklung treffen zu können. Der Gletscher entwickelt sich an verschiedenen Seiten unterschiedlich. An der Westseite, wo sich auch der große Hohlraum befindet, schwankt die Grundlinie mit Ebbe und Flut derzeit zwischen drei und fünf Kilometern. Die Grundlinie ist der Punkt, an dem der Gletscher beginnt, auf Meerwasser zu schwimmen.

Furche verändert Grundlinie

Durch eine Furche im Gestein löst sich der Gletscher immer weiter von der Landmasse – die Grundlinie zieht sich seit 1992 jedes Jahr 0,6 bis 0,8 Kilometer zurück. Gleichzeitig schmilzt das Eis in dem Bereich extrem schnell. An der Ostseite des Gletschers sieht es etwas anders aus. „Der Rückzug der Grundlinie erfolgt dort über viele kleine Wasserkanäle“, erklärt Milillo. Man könne sie sich vorstellen wie Finger, die unter den Gletscher reichen, um ihn von unten abzuschmelzen. In dieser Region hat sich die Geschwindigkeit, mit der sich die Gletscherlinie zurückzieht, verdoppelt – von 0,6 Kilometern pro Jahr im Zeitraum 1992 bis 2011 auf 1,2 Kilometer pro Jahr von 2011 bis 2017. Trotzdem schmilzt der Gletscher hier langsamer als an der Westseite. Zuletzt gab es wiederholt Berichte über die Eisschmelze in der Antarktis. Mitte Januar warnten Forscher etwa, dass der bisher für recht stabil gehaltene Osten des Kontinents deutlich mehr Eis verliert als bislang angenommen.

Quelle und weitere Informationen: http://m.spiegel.de/wissenschaft/natur/antarktis-forscher-finden-gigantischen-hohlraum-in-gletscher-a-1250989.html

Antje Boetius erhält den Deutschen Umweltpreis

Ihr Einsatz für unsere Umwelt wurde belohnt:

Antje Boetius erhält den Deutschen Umweltpreis


© Kerstin Rolfes/Alfred-Wegener-Institut/dpa

Bereits zum 26. Mal wurde der Deutsche Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vergeben, die Meeresbiologin Prof. Dr. Antje Boetius ist eine der Gewinnerinnen. Der mit 500.000 Euro dotierte Preis ist der größte unabhängige Umweltpreis Europas. Durch die Vergabe betont die DBU die große Bedeutung der Weltmeere für Klima, Lebensvielfalt und Nahrungsversorgung und warnt gleichzeitig vor dem Klimawandel, der Umweltverschmutzung und Überfischung.

Ein Leben für die Ozeane

Mit unterschiedlichen Schwerpunkten erforscht Antje Boetius die Biodiversität der Tiefsee, betreibt Wissenschaftskommunikation und setzt Projekte zwischen Wissenschaft, Kunst und Kultur um – die Ozeane und ihre Vielfalt sind die Themen der wohl bekanntesten Meeresforscherin Deutschlands. Ihren Anspruch an das Meer sieht sie dabei sogar durchaus romantisch: „Es geht darum, ein Paradies zu erhalten.“

Ende der 1980er begann Antje Boetius‘ Reise in die unbekannten Weiten der Tiefsee. Sie studierte Biologie an der Universität Hamburg und setzte Anfang der 90er mit einem Studium der Biologischen Ozeanographie an der Scripps Institution of Oceanography in den USA nach. Der Startschuss für eine beeindruckende Laufbahn war gefallen. Für ihre Diplomarbeit über Tiefseebakterien verbrachte Boetius einige Monate auf diversen Forschungsschiffen im Pazifik und Atlantik. Ihre Dissertation schrieb die heute 51-Jährige an der Universität Bremen dann im Jahr 1996 über „mikrobielle Stoffumsätze in der Tiefsee der Arktis“, bevor sie 2001 zunächst Assistenz-Professorin an der Jacobs University Bremen und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Alfred-Wegener-Institut im Fachbereich Geologie wurde. Seit 2009 ist sie Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen.

Die international hoch geschätzte Wissenschaftlerin, die seit November 2017 außerdem Direktorin am Alfred-Wegener-Institut (AWI) ist, dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, wurde mit verschiedensten Preisen ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie für ihre Arbeit den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis sowie den Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den Advanced Grand des Europäischen Forschungsrates und nun vor wenigen Tagen den Deutschen Umweltpreis.

Mit Begeisterung und ganzheitlicher Sicht gegen die Bedrohungen des Meeres

Plastikmüll, Klimawandel, Tiefseebergbau oder Überfischung – die Liste der Bedrohungen für das Meer ist lang. Während in der Bevölkerung insbesondere das Thema Plastikmüll aktuell große Beachtung findet, sieht Boetius die Themen für gleichermaßen bedeutsam und gefährlich an. Langfristig gedacht ist jedoch immer noch der Klimawandel die größte Bedrohung, denn schon jetzt gibt es laut Boetius keine Region mehr in den Ozeanen, die nicht von ihm betroffen ist. Algen und Mikroorganismen machen die oberen Zonen des Meeres produktiv, verändern sich allerdings durch den Klimawandel und haben somit eine direkte Wirkung auf die fernsten Tiefseetiere. Das Konzept „unberührte Natur“ wird es dadurch für zukünftige Generationen gar nicht mehr geben, so die Wissenschaftlerin.

Zum Verständnis der komplexen klimatischen Zusammenhänge hat Boetius mit dem Kerngebiet ihrer Forschung schon viel beitragen können. Beispielsweise wurde die Symbiose von Archaeen (Urbakterien) und Bakterien, die vom starken Treibhausgas Methan leben, erstmals von ihr entdeckt – eine wichtige Funktion in unserem Kohlenstoffkreislauf. Alle paar Jahre widmet sich die Forscherin allerdings wieder neuen Themen der Meeresbiologie, um das große Ganze zu sehen. Kein Wunder, denn auf ihren bald 50 mehrmonatigen Meeresexpeditionen weltweit kommt sie immer wieder mit neuen Phänomenen in Berührung – eine für sie unendliche Inspirationsquelle für Projekte und Forschung. Woher ihr unersättlicher Forschungswille stammt? Aus Neugierde auf das Unbekannte und der Faszination darüber, wie vieles wir noch immer nicht über unsere Welt wissen. Und natürlich daraus, wirklich etwas zu bewirken zu wollen.

»Mir ist wichtig, dass wir verstehen, dass das Wissen, Forschen und Entdecken ein Teil der Frage ist: Wer sind wir Menschen, wo wollen wir hin, wie wollen wir in Zukunft mit der Erde und den Meeren leben.«

Wissen und Kommunikation als Brücke

Schon kleinste Veränderungen in unserer Lebensweise haben Konsequenzen für die Ozeane – der Bedarf an Wissen darüber ist groß, ebenso wie der Bedarf daran, mehr über die Rolle der Ozeane in globalen Zusammenhängen zu erfahren. Es geht immer wieder darum, andere Arten des Umgangs mit der Natur herauszufinden, dafür ist Wissen ein bedeutender Schritt. Und genau dieses Wissen will die Meeresbiologin an möglichst viele Menschen weitergeben.

Es geht um Information, aber auch um Überzeugungen und das Bewirken von Veränderungen. Die Kommunikation mit den unterschiedlichsten Gruppen – ob Politiker, Medienschaffende oder Kinder – ist ein Schlüssel hierfür. Dafür geht Boetius gerne auch unkonventionelle Wege in Richtungen, in denen Wissenschaft sonst eher selten vorkommt. Beispielsweise in Kindersendungen und Unterhaltungsshows, in Lesungen mit Autoren oder Kulturveranstaltungen mit Musikern und Künstlern. Wer sich traut, neue Wege zu gehen, schafft es, unterschiedlichste Menschen zu erreichen und bisher unbeantwortete Fragen zu thematisieren – und genau das gelingt Boetius ausgezeichnet.

Luisa Münch für DEEPWAVE

Mehr über das Leben und Arbeiten von Antje Boetius gibt es hier.

Deutsche wollen besseren Meeresschutz und keine Genpflanzen

Naturbewusstseinsstudie 2017 von BMU und BfN veröffentlicht

© pixabay.com

Umfrage belegt: Plastikmüll wird als Bedrohung gesehen, große Unterstützung für Meeresschutzgebiete

Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Vermüllung der Meere durch Plastik als Gefahr für den Naturschutz und unterstützt die Einrichtung von Meeresschutzgebieten. Die große Mehrheit der mehr als 2.000 Befragten der aktuellen Naturbewusstseinsstudie wünscht sich auch strengere Regeln und Gesetze, damit die Fischerei mehr für den Schutz der Meeresumwelt tut. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich zudem darauf verlassen können, dass der Handel keine Produkte von bedrohten Fischarten anbietet. Ein Großteil der Bevölkerung spricht sich außerdem für eine Kennzeichnungspflicht von tierischen Produkten aus, die mit gentechnisch manipulierter Nahrung gefüttert wurden. Das sind einige Ergebnisse der alle zwei Jahre erscheinenden Naturbewusstseinsstudie, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, heute in Berlin vorgestellt haben.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Im Kampf gegen den Plastikmüll in unseren Meeren unterstützt uns fast die gesamte Bevölkerung. Die Vermüllung gefährdet Ökosysteme auf dem ganzen Planeten. Wir müssen daher weltweit überflüssiges Plastik vermeiden und den Rest im Kreislauf halten und recyceln. Eine große Mehrheit der Befragten unterstützt zudem Meeresschutzgebiete und strengere Regelungen für die Fischerei zum Schutz der Natur. Auch die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger gegenüber der Gentechnik nehme ich sehr ernst. Wir brauchen endlich bundesweit einheitliche Regelungen, um den Anbau von Genpflanzen zu verbieten.“

BfN-Präsidentin Beate Jessel: „Die Bevölkerung in Deutschland gibt uns starke Signale, dass wir uns für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere einsetzen sollen: Neun von zehn Befragten befürworten die Einrichtung von Naturschutzgebieten in Nord- und Ostsee. Wir brauchen derart geschützte Gebiete, in denen Tiere und Pflanzen möglichst ungestört leben können. Die Menschen wissen auch um die Gefährdung dieser Lebensräume durch Abfälle und Schadstoffeinträge. Die Schädigung von Arten und Lebensräumen in den Meeren durch die Fischerei ist ebenfalls sehr stark in ihrem Bewusstsein verankert. Damit besteht in der Bevölkerung Deutschlands ein großer Rückhalt für stringentere Regelungen hin zu einer nachhaltigen Fischerei.“

Zum ersten Mal wurde in der Naturbewusstseinsstudie auch die Einstellung der Deutschen zum Meeresnaturschutz detailliert abgefragt. Die Auswertung zeigt, dass der Bevölkerung der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere ein großes Anliegen ist. So befürwortet eine überwältigende Mehrheit von 94 Prozent der Befragten Naturschutzgebiete in Nord- und Ostsee, 53 Prozent halten solche Gebiete sogar für „sehr wichtig“. Zudem sprechen sich 83 Prozent der Befragten für strengere Regeln und Gesetze aus, damit die Fischerei mehr für den Naturschutz tut, selbst wenn dadurch die Fischpreise steigen. 92 Prozent der Befragten möchten sich darauf verlassen können, dass der Handel keine Fischprodukte von bedrohten Arten anbietet, 90 Prozent befürworten die Kennzeichnung von Fischprodukten aus naturschonender Fischerei. Unter den wahrgenommenen Gefährdungsursachen steht Plastikmüll an erster Stelle, 78 Prozent sehen darin ein „sehr großes Problem“. Erdölverschmutzung (71 Prozent) und radioaktive Abfälle (66 Prozent) folgen dicht darauf.

Gegenüber dem Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft vertritt eine große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland eine skeptische Position: So sprechen sich 79 Prozent der Befragten für ein Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft aus. 93 Prozent sind der Meinung, dass mögliche Auswirkungen auf die Natur immer untersucht werden sollten, wenn Pflanzen gezielt gentechnisch verändert werden. Ebenso sprechen sich 93 Prozent der Befragten dafür aus, Lebensmittel von Tieren, die mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert werden, im Handel zu kennzeichnen.

Der aktuellen, mittlerweile fünften Naturbewusstseinsstudie liegt eine bundesweite Befragung zugrunde, die zum Jahresende 2017 durchgeführt wurde. Insgesamt 2.065 zufällig ausgewählte Personen aus der deutschsprachigen Wohnbevölkerung im Alter ab 18 Jahren nahmen an der Studie teil. Die Naturbewusstseinsstudie erfasst die gesellschaftlichen Einstellungen zur Natur und biologischen Vielfalt in Deutschland. Sie stellt aktuelle und empirisch abgesicherte Daten bereit, die für die Naturschutzpolitik, den öffentlichen Diskurs und die Bildungsarbeit wertvolle Grundlagen sind. Die Naturbewusstseinsstudien werden im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz seit 2009 alle zwei Jahre veröffentlicht.

Die Naturbewusstseinsstudie 2017 sowie ein Informationspapier mit wesentlichen Aussagen der Studie stehen zum Download bereit.

06.07.2018 | Pressemitteilung Nr. 143/18 | Naturschutz/Biologische Vielfalt
Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz

Antarktisches Eis schwindet weiter


© Anna Mandel

Ein Artikel auf Zeit Online fasst die aktuellen Erkenntnisse zum schwindenden Eis in der Antarktis zusammen. Die Eismassen in der Antarktis scheinen schneller zu schwinden als bisher angenommen.

Zeit Online, Juni 2018

Sie schmilzt

 

Alina Schadwinkel

 

Drei Billionen Tonnen antarktisches Eis haben sich seit 1992 verflüssigt. Seit fünf Jahren schwindet das Eis besonders schnell, was die Meere gefährlich ansteigen lässt.

Die größte Eismasse der Erde schwindet. Und die dortigen Entwicklungen werden mit darüber entscheiden, wie der Klimawandel sich künftig auswirkt. Eine nun in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Analyse zeigt, dass die Antarktis gegenwärtig bereits zu einem höheren Anstieg des Meeresspiegels beiträgt als je zuvor in den vergangenen 25 Jahren (IMBIE, 2018). Würde all das gefrorene Wasser in der Antarktis schmelzen, stiege der Meeresspiegel um rund 60 Meter an (Cryosphere: Fretwell et al., 2013). Schon ein Meter würde reichen, um große Teile der deutschen und niederländischen Küste unter Wasser zu setzen. 60 Meter wiederum ließen den Kölner Dom im Meer stehen. Keine sonderlich angenehme Vorstellung […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-06/antarktis-klimawandel-eis-schmelze-gletscher-meeresspiegel?wt_zmc=nl.int.zonaudev.zeitverlag_wissen_zeit_wissen_kw25.nl_ref.zeitde.bildtext.link.20180619&utm_medium=nl&utm_campaign=nl_ref&utm_content=zeitde_bildtext_link_20180619&utm_source=zeitverlag_wissen_zeit_wissen_kw25_zonaudev_int

 

Wie gut können Pinguine eigentlich hören?

© Umweltbundesamt

Ein neues Forschungsprojekt „Hearing in Penguins“ startet am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund:

Stralsund, April 2018

Neues Forschungsprojekt am Deutschen Meeresmuseum Stralsund – Wie gut können Pinguine hören?

Neues Forschungsprojekt untersucht Hörfähigkeit von Pinguinen. Wie gut können Pinguine hören? Mit dieser Frage beschäftigt sich das neue Forschungsprojekt „Hearing in Penguins“ am Deutschen Meeresmuseum.
Pinguine sind Grenzgänger zwischen Land und Meer. Damit sind sie Geräuschen sowohl über als auch unter Wasser ausgesetzt. Erstaunlicherweise ist bisher nur wenig über das Hörvermögen von Pinguinen bekannt.

„Das Problem Lärm hat für die Tiere in den Meeren einen ähnlich hohen Stellenwert wie das Problem Müll, ist aber bei weitem noch nicht so in der Öffentlichkeit bekannt“, sagt Dr. Harald Benke, Direktor des Deutschen Meeresmuseums.

Für die nun gestartete Studie forschen internationale Experten der Universität Süddänemark, der Universität Rostock und des Deutschen Meeresmuseums gemeinsam und trainieren Pinguine. Die Tiere werden mit Fischen belohnt, wenn sie anzeigen, ob sie ein akustisches Signal wahrnehmen. Aus den aufgezeichneten Daten lassen sich Audiogramme erstellen, die ähnlich wie ein Hörtest bei Menschen Aufschluss über das Hörvermögen von Pinguinen geben.

Die Ergebnisse des Gemeinschaftsprojekts werden anschließend unter Federführung des Museums für Naturkunde in Berlin an eine breite Öffentlichkeit kommuniziert. Dabei stehen die Auswirkungen von Unterwasserlärm in der Antarktis im Vordergrund.
Im Südpolarmeer sind Pinguine, genauso wie Wale und Robben, durch den Antarktis-Vertrag vor Störungen durch Unterwasserschall zu schützen. „Hearing in Penguins“ wird vom Umweltbundesamt mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

https://www.deutsches-meeresmuseum.de/leseversion-newsletter/

 

 

Rekordwärme im September hinterlässt Spuren in der Nordsee

Die Meerestemperatur der Deutschen Bucht war mit 19,1° C im September erheblich wärmer als im August (18,4° C) oder Juli (17,4° C). Sie lag um 3,4° C über dem Klimanormalwert. Ursache für die außergewöhnlich hohe Temperatur des Septembers war eine stabile, sonnenscheinreiche Hochdruckwetterlage, welche die durchwachsenen, unbeständigen Wetterbedingungen des Hochsommers ab Mitte August abgelöst hat. mehr lesen…

Fleischfressender Schwamm auf Tiefseekorallen entdeckt

Senckenberg-Wissenschaftler haben vor der Küste Mauretaniens eine neue Art aus der Schwammfamilie Cladorhizidae entdeckt. Der Schwamm lebt auf Kaltwasserkorallen und ernährt sich von Fleisch. Eine so enge Assoziation mit Korallen wurde für diese Schwammgruppe bisher nicht beschrieben. Das Wissenschaftlerteam geht davon aus, dass die höhere Position über den Meeresboden den Schwämmen Vorteile bei der Beutejagd verschafft. Die Studie ist kürzlich im Fachjournal „Zootaxa“ erschienen. mehr lesen…

Korallenriffe verlieren durch Ozeanversauerung ihr Zooplankton

Ein von Ozeanversauerung betroffenes tropisches Korallenriff; Milne Bay Provinz, Papua Neu-Guinea.
A tropical reef, which is affected by ocean acidification. Photo was taken in the Milne Bay Province, Papua Neu-Guinea.

Tropische Korallenriffe verlieren durch Ozeanversauerung bis zu zwei Drittel ihres Zooplanktons. Zu diesem Ergebnis kommt ein deutsch-australisches Forscherteam, welches die Riffe um Kohlendioxid-Austrittsstellen vor der Küste Papua Neuguineas untersucht hat. An diesen vulkanischen Quellen entweicht so viel Kohlendioxid aus dem Meeresboden, dass das Wasser jenen Säuregrad besitzt, den Wissenschaftler für die Zukunft der Weltmeere vorhersagen. Den Rückgang des Zooplanktons erklären die Forscher mit dem Verlust geeigneter Versteckplätze. mehr lesen…

Der Meeresboden im Roten Meer ist älter als angenommen

Virtueller Anblick eines der größten Unterwasservulkane im Roten Meer. Hatiba Mons durchmisst mehr als 13 km, erhebt sich vom umliegenden Meeresboden fast 1000 m und liegt genau auf der Spreizungsachse. Solche Riesen verstecken sich viele an den Mittelozeanischen Rücken und Hatiba Mons ist sogar noch einer der kleineren. Grafik: N. Augustin, GEOMAR

Das Rote Meer ist für Geowissenschaftler ein faszinierendes Untersuchungsobjekt, weil sie dort einen Ozean in einem frühen Entwicklungsstadium beobachten können. Doch aufgrund der immer wieder schwierigen Arbeitssituation in der Region sind noch viele Fragen offen. Neueste Untersuchungen von Forschenden des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigen jetzt, dass viele bisherige Lehrmeinungen über das Rote Meer verändert werden müssen. Dazu gehört auch das Alter der Ozeanbodenspreizung, wie eine neue Studie in der internationalen Fachzeitschrift Geomorphology zeigt.

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