Forschung

Was die Forschung untersucht und herausfindet, wird durch  Wissenstransfer greifbar und verständlich.
Und ermöglicht so sinnvolles und effektives Handeln für die Meere .

Alpengletscher könnten bis 2100 fast verschwinden

© Marco Bertorello/AFP/Getty Images

Forscher*innen aus der Schweiz schreiben im Fachblatt „The Cryosphere“, dass Ende des Jahrhunderts die Gletscher in den europäischen Alpen verschwunden sein könnten, bei weiterer Erwärmung des Weltklimas. In der Studie wurde zum ersten Mal die Bewegung des Gletschereises explizit modelliert. Das Abschmelzen der Gletscher in den Alpen ist einer der klarsten Indikatoren für den Klimawandel.

ZEIT ONLINE, 09.04.2019

Durch die Klimaerwärmung könnten die Gletscher in den Alpen bis zum Jahr 2100 weitgehend geschmolzen sein. Das schreiben Schweizer Forscher im Fachblatt The Cryosphere. Sie stützen sich auf ein Computermodell, das Eisfluss und Schmelzprozesse berücksichtigt sowie auf Daten aus der Beobachtung der Gletscher.

Die Forscher haben zwei Szenarien entworfen: Sollte die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad verglichen zur vorindustriellen Zeit bleiben, gingen zwischen 2017 und 2100 etwa zwei Drittel der Gletscher in den Alpen verloren. Sollte sich das Klima stärker erwärmen, könnten am Ende des Jahrhunderts mehr als 90 Prozent der Eismasse verschwunden sein. Nur einzelne Flecken verblieben, wird Matthias Huss von der der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich in einer Mitteilung zitiert.

Weitgehend unabhängig davon, wie sich der Klimagasausstoß weiterentwickelt, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Gletscher in den Alpen zwischen 2017 und 2050 etwa 50 Prozent ihrer Masse einbüßen werden. In den Jahren darauf komme es darauf an, wie sich das Klima weiterentwickele. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Die Pressemitteilung der European Geoscience Union zur Studie, die im „The Cryosphere“ veröffentlicht wurde, findet ihr hier.

ZEIT ONLINE: https://www.zeit.de/index

 

 

Studie des GEOMAR: Wirkungsloser Schutz für die Meere

© dpa

Die Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung mit dem Titel „Meeresschutzgebiete nicht sicher“ zeigt wie wirkungslos der Schutz für die Nord- und Ostsee ist. In den ausgewiesenen Schongebieten für Fische, sind die Meeresbewohner gefährdeter als in Gebieten, in denen regulär der Ozean ausgebeutet werden darf. Die Studie besagt auch, dass die Intensität der Schleppnetzfischerei um 40% höher ist als in den Schutzgebieten. Die Politikerin der Grünen, Steffi Lemke, äußert ihre Kritik an der Meeresschutz-Strategie der Bundesregierung im Bericht der Tagesschau von Bettina Nutz.

Tagesschau, 14.02.2019, Autorin: Bettina Nutz

Die Grünen-Politikerin Steffi Lemke traute ihren Augen kaum, als sie vor Wochen die Studie von Wissenschaftlern aus Kiel in den Händen hatte. Überschrift: „Meeresschutzgebiete nicht sicher“.

„Das sind ganz gravierende Ergebnisse, die Ende des vergangenen Jahres von GEOMAR erhoben worden sind, das heißt von einer absolut renommierten deutschen Forschungseinrichtung. Diese besagen, dass in diesen Schutzgebieten sogar eine um 40 Prozent höhere Intensität an Schleppnetzfischerei stattfindet als außerhalb der Schutzgebiete“, kritisiert die Fachfrau der Grünen für Naturschutz.

In Schutzzonen gefährdeter als außerhalb

Eine absurde Situation, in der Fische in ausgewiesenen Schongebieten offenbar gefährdeter sind als dort, wo regulär gefangen werden darf. Und ausgerechnet durch Fischfang mit Schleppnetzen, die als besonders umwelt- und artenschädigend gelten. Darum warnt Lemke:

„Die Schleppnetzfischerei bedeutet im Prinzip, dass über den Meeresboden hinweggepflügt wird. Das heißt, dass dort wirklich auf- und herumgewirbelt wird, sodass man sich vorstellen kann, dass das für laichende Fischbestände aber auch für andere Meereslebewesen eine massive Störung bedeutet.“

Genug Gründe also für die Grünen, die Bundesregierung nach der Absurdität von Schutzzonen zu fragen. Und nach ihrer Strategie für eigentlich mehr Meeresschutz, Erhalt und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt im Meer, wie es offiziell hieß, als der Bund im September 2017 und nach jahrelangem Hick-Hack Schongebiete für Nord- und Ostsee auswies. Hier sollten Riffe und Sandbänke geschützt werden, ebenso wie Schweinswale, Haie, Rochen oder auch Wanderfische wie Aal und Lachs. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Tagesschau: https://www.tagesschau.de/

Die Studie „Meeresschutzgebiete nicht sicher“ vom GEOMAR findet ihr hier.

GEOMAR: https://www.geomar.de/

 

 

 

Kaum noch neue Korallen im Great Barrier Reef


© James Cook University/AAP/dpa

Einer neuen Studie zufolge gibt es im weltgrößten Korallenriff kaum noch Korallennachwuchs. Durch die Klimaerwärmung steigt auch die Wassertemperatur, was dazu führt, dass die Korallen ausbleichen und absterben. Die ökologische Vielfalt in den Meeren ist stark bedroht durch das Massensterben der Korallen. Am 24.05.2019 zeigen wir auf unserem DEEPWAVE Filmfestival neue Dokumentarfilme über die Gefährdung des Ökosystems der Korallen.

HAZ, 04.04.2019

[…] Ungewiss ob sich das Riff erholen kann

Das mehr als 2300 Kilometer lange Riff war 2016 und 2017 von einem Massensterben erwachsener Korallen betroffen, dem sogenannten Korallenbleichen betroffen. Ursache waren überhöhte Temperaturen infolge des Klimawandels. Nach früheren Angaben der australischen Regierung ist etwa ein Drittel des Great Barrier Reefs davon betroffen. Ob sich das Riff davon wird erholen können, ist ungewiss. Korallen sind sogenannte Nesseltiere, einfach gebaute, vor allem in den Meeren vorkommende Lebewesen, zu denen etwa auch die Schirmquallen und die Seeanemonen zählen.

In der Studie ist von einem „noch nie da gewesenen Verlust an ausgewachsenen Korallen“ infolge der Bleichen die Rede, was sich massiv auf den Nachwuchs auswirke. „Tote Korallen bekommen keine Kinder“, sagte der Hauptautor der Studie, Terry Hughes, von der James Cook University im australischen Bundesstaat Queensland. Wegen des Klimawandels seien die Korallen nicht mehr so widerstandsfähig wie früher.

Artenvielfalt im Ozean könnte sich stark verringern

Korallenriffe bieten Schutz, Nahrung und Jagdgründe für zahlreiche Meereslebewesen. Der Tod von Korallen gilt deshalb vielen Wissenschaftlern als Warnsignal, dass sich die Artenvielfalt im Ozean künftig stark verringern könnte. Bei einer Bleiche sterben winzige Algen ab, die mit den Korallen in einer Lebens- und Nahrungsgemeinschaft (Symbiose) leben. Die Koralle erhält von ihnen gewöhnlich Nährstoffe, dafür bietet sie Halt und Schutz. Sterben die Korallenbewohner ab, wird das helle Korallenskelett sichtbar.

Quelle: http://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Klimawandel-Kaum-noch-neue-Korallen-im-Great-Barrier-Reef

Den vollständigen Bericht vom „Nature“ Magazin finder ihr hier.

DEEPWAVE Filmfestival: https://www.deepwave.org/projekte/deepwave-filmfestival/

 

Immer weniger Meereis erreicht die Arktis


© dpa/AWI

Forscher*innen vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung finden heraus, dass immer weniger Meereseis aus russischen Gewässern in der zentralen Arktis ankommt. Durch das vorzeitige Abschmelzen des Meereseises kommen die in dem Eis gespeicherte Schwebestoffe und Mineralien nicht mehr in der Arktis an. Wir kommen einem meereseisfreien Sommer in der Arktis einen gefährlichen Schritt näher…

FAZ, 02.04.2019

Immer mehr vor Russland gebildetes Eis schmilzt auf seinem Weg in die zentrale Arktis. Das habe Auswirkungen auf das Ökosystem, schreiben deutsche Forscher vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven in der Zeitschrift „Scientific Reports“. Denn wenn das Eis aus Gründen des Klimawandels frühzeitig schmelze, werden eingeschlossene Nährstoffe nicht im Nordpolarmeer verteilt.

Langfristig sei zu erwarten, dass sich dadurch die Arktis nicht nur physikalisch, sondern auch biologisch und chemisch verändere, sagte Awi-Forscherin Eva-Maria Nöthig: „Das Ausmaß kennen wir noch nicht.“ In den sogenannten russischen Randmeeren des Arktischen Ozeans entsteht dem AWI zufolge im Winter fortwährend Meereis, auch weil dort die Lufttemperaturen extrem niedrig sind – bis zu minus 40 Grad.

Kommt der Sommer ohne Meereis?

Ein starker, ablandiger Wind schiebt dann das im Flachwasser gebildete junge Eis auf das Meer hinaus. Ein Teil dieses Eises wandert durch die Transpolardrift wie auf einem Förderband innerhalb von zwei bis drei Jahren einmal quer durch die zentrale Arktis bis in die Framstraße. In diesem Seegebiet zwischen Grönland und Spitzbergen schmilzt es schließlich. Vor rund 20 Jahren erreichte noch etwa die Hälfte des in den Randmeeren gebildeten Eises die zentrale Arktis. Mittlerweile seien es nur noch 20 Prozent, schreiben die Forscher. Der Großteil schmelze vorzeitig. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Den vollständigen Forschungsbericht von den Forscher*innen vom AWI im „Scientific Reports“  findet ihr hier.

FAZ: https://www.faz.net/aktuell/

 

Mangroven und ihre Bedeutung für den Klimaschutz


© Martin Zimmer, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung

Pressemitteilung, 26.03.2019 vom idw- Informationsdienst Wissenschaft

Dr. Susanne Eickhoff Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Viele Studien legen nahe, dass Mangroven gigantische Kohlenstoffreservoire und ein bedeutender Faktor für den Klimaschutz sind. Doch bisher fehlten genaue Berechnungen, wieviel Kohlenstoff ein Mangrovenwald in einem bestimmten Zeitabschnitt speichert. Für Klimaschutzprogramme und Emissionshandel sind solche Zahlen aber überaus relevant. Ein Forscherteam vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) liefert nun Speicherraten für indonesische Mangroven.

Hohe Konzentrationen von CO2 in der Atmosphäre und die damit verbundene Klimaerwärmung führen uns immer deutlicher zu Bewusstsein: es ist zwingend notwendig, die Kohlenstoff-Senken unserer Erde zu erhalten. Damit sind solche Ökosysteme gemeint, die besonders viel Kohlenstoff speichern, wie die Ozeane oder an Land die Torfsümpfe.

Auch Mangroven helfen beim Klimaschutz: sie sind hocheffiziente Kohlenstoffspeicher. Als Wälder am Übergang zwischen Land und Meer sind sie den Tiden ausgesetzt und werden regelmäßig überschwemmt. Das Dickicht ihrer Stelz- und Luftwurzeln hält jedoch das Sediment im Waldboden zurück und verhindert, dass es ausgewaschen wird. Im Schlick sammeln sich enorme Mengen an organischem Material an: abgefallene Blätter, abgestorbenes Holz und Wurzeln, Ausscheidungen von Fischen und Krabben sowie angeschwemmtes Material von Flüssen und Tiden. Die Schlammschichten können viele Meter tief sein.

Um die Effizienz von Mangroven als Kohlenstoffspeicher zu beurteilen, wurde bisher auf den Kohlenstoffbestand im Boden zurückgegriffen. Amerikanische Wissenschaftler beispielsweise bestimmten in 2011 die Menge, die im Sediment vorhanden ist: im Durchschnitt über 1000 Tonnen pro Hektar, viermal so viel wie in tropischen Regenwäldern. Insgesamt schätzten die Forscher, dass zwischen vier und 20 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in den Gezeitenwäldern gespeichert sind. […]

Die vollständige Pressemitteilung findet ihr hier.

idw- Informationsdienst Wissenschaft: https://idw-online.de/de/

LEIBNIZ-ZENTRUM für Marine Tropenforschung: https://www.leibniz-zmt.de/de/

 

 

 

Heatwaves sweeping oceans ‘like wildfires’, scientists reveal

© Thomas Schmitt/Getty Images

The Guardian, 04.03.2019, Autor: Damian Carrington

The number of heatwaves affecting the planet’s oceans has increased sharply, scientists have revealed, killing swathes of sea-life like “wildfires that take out huge areas of forest”.

The damage caused in these hotspots is also harmful for humanity, which relies on the oceans for oxygen, food, storm protection and the removal of climate-warming carbon dioxide the atmosphere, they say.

Global warming is gradually increasing the average temperature of the oceans, but the new research is the first systematic global analysis of ocean heatwaves, when temperatures reach extremes for five days or more.

The research found heatwaves are becoming more frequent, prolonged and severe, with the number of heatwave days tripling in the last couple of years studied. In the longer term, the number of heatwave days jumped by more than 50% in the 30 years to 2016, compared with the period of 1925 to 1954.

As heatwaves have increased, kelp forests, seagrass meadows and coral reefs have been lost. These foundation species are critical to life in the ocean. They provide shelter and food to many others, but have been hit on coasts from California to Australia to Spain.

“You have heatwave-induced wildfires that take out huge areas of forest, but this is happening underwater as well,” said Dan Smale at the Marine Biological Association in Plymouth, UK, who led the research published in Nature Climate Change. “You see the kelp and seagrasses dying in front of you. Within weeks or months they are just gone, along hundreds of kilometres of coastline.” […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

The Guardian: https://www.theguardian.com/international

Marine Senke für menschgemachtes CO2 bestimmt

Ozean
© andrej67 / iStock

Die ETH Zürich hat ein internationales Forschungsprojekt geleitet, das über 13 Jahre die Menge der menschengemachten CO2-Emmession, die die Meere aus der Atmosphäre aufgenommen haben, gemessen hat. Die Forschungsergebnisse zeigen, je höher die CO2-Konzentration in der Luft ist, desto mehr CO2 absorbieren auch die Meere. Zwar leistet die ozeanische Kohlenstoffsenke für das Klima einen wichtigen Dienst, aber gleichzeitig versauern die Ozeane durch die steigende CO2-Aufnahme, sodass lebensnotwendige Meeresökosysteme zerstört werden.

ETH Zürich, 14.3.2019, Autor: Michael Keller

Nicht alles Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrennen von fossilen Energieträgern in die Luft gelangt, verbleibt in der Atmosphäre und trägt zur Erderwärmung bei. Die Weltmeere sowie die Ökosysteme auf dem Land nehmen nämlich beachtliche Mengen der menschgemachten CO₂-Emissionen aus der Atmosphäre auf.
Meere nehmen CO2 in zwei Schritten auf: Zuerst löst sich das CO2 im Oberflächenwasser. Dann wird es von marinen Umwälzpumpen verteilt. Meeresströmungen und Mischungsprozesse verfrachten das gelöste CO2 von der Oberfläche bis tief in die Ozeanbecken, wo es sich über die Zeit anreichert.

Kohlenstoffspeicher im Ozean

Die marinen Umwälzpumpen sind die treibende Kraft hinter der sogenannten Kohlenstoffsenke im Ozean. Diese Senke ist wiederum für den atmosphärischen CO2-Haushalt bedeutend: Ohne sie wäre die CO2-Konzentration in der Atmosphäre deutlich höher und der menschgemachte Klimawandel entsprechend stärker.
Die Frage, wieviel des menschgemachten CO2 der Ozean genau aufnimmt, ist für die Klimaforschung zentral. Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter Leitung von Nicolas Gruber, Professor für Umweltphysik der ETH Zürich, ist es nun gelungen, die Senkenleistung des Ozeans in einem Zeitraum von dreizehn Jahren präzise zu bestimmen. Wie die Forschenden in der aktuellen Ausgabe von Science berichten, nahmen die Weltmeere zwischen 1994 und 2007 insgesamt etwa 34 Giga-Tonnen (Milliarden Tonnen) menschgemachten Kohlenstoff aus der Atmosphäre auf. Das entspricht rund 31 Prozent der gesamten menschgemachten CO2-Emissionen in diesem Zeitraum. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

ETH Zürich: https://www.ethz.ch/de.html

Wissenschaftler*innen haben das erste mesophotische Korallenriff Italiens entdeckt

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© Nature / Scientific Reports

Ze.tt, 12.3.2019, Autorin: Seyda Kurt

Korallenriffe gibt es im Mittelmeer so gut wie nicht mehr. Wissenschaftler*innen haben nun das erste Riff vor der italienischen Küste entdeckt.

Das erste Korallenriff Italiens erstreckt sich über mindestens zweieinhalb Kilometer entlang der Adriaküste nahe der Stadt Monopoli. Das berichten italienische Wissenschaftler*innen in einem Artikel, der Anfang März im Magazin Nature veröffentlicht wurde.

Im Gegensatz zu den australischen oder maledivischen Riffen, die bis an die Wasseroberfläche reichen, sei dieses in der italienischen Region Apulien in 30 bis 50 Metern Tiefe zu finden, so die Wissenschaftler*innen. Somit sei die Entdeckung ebenso das erste mesophotische Korallenriff überhaupt im Mittelmeer. Als mesophotisch wird in einem Gewässer die untere Zone der durchlichteten Schicht bezeichnet. Bis dahin dringt also lediglich Restlicht durchs Wasser vor, Umwandlung sowie Abbau pflanzlicher Substanz kann noch stattfinden.

Diese Ökosysteme sind sehr selten, weil sie auch in extremen Tiefen ohne Licht überleben und wachsen können. In der Vergangenheit waren im mediterranen Raum Korallenriffe weit verbreitet, verschwanden jedoch im Laufe der Zeit. Die letzten Reste sind noch in Form eines kleinen Riffs bei der kroatischen Insel Mljet zu sehen.

Weil es in solch tiefen Gewässern wächst, unterscheidet sich das italienische Korallenriff auch in seiner Farbgebung von den Riffen im Pazifik: Es ist nicht so bunt und grell wie die vielfarbigen Arten im Pazifik. Dennoch betrachten die Wissenschaftler*innen die Entdeckung als eine Sensation. Korallenriffe sind höchst komplexe Strukturen, die größten von Lebewesen geschaffenen auf der Erde. Sie werden von Korallen über viele Jahrhunderte aus ihren Kalkskeletten aufgebaut.

Quelle: https://ze.tt/wissenschaftlerinnen-haben-das-erste-korallenriff-italiens-entdeckt/?utm_campaign=ref&amp%3Butm_content=zett_zon_teaser_teaser_x&amp%3Butm_medium=fix&amp%3Butm_source=zon_zettaudev_int&amp%3Bwt_zmc=fix.int.zettaudev.zon.ref.zett.zon_teaser.teaser.x

Ze.tt: https://ze.tt/

Den Artikel vom Nature Magazin findet ihr hier. 

 

 

Wie Treibhausgase wieder aus der Luft verschwinden

Technische Anlage der Schweizer Firma Climeworks ist gegen den Himmel zu sehen.  (Climeworks)
© Climeworks

Die Schweizer Firma „Climeworks AG“ bietet Getränkefirmen aus der Luft gefiltertes CO2 an. Durch die speziellen Anlagen von Climeworks soll das Treibhausgas aus der Luft eingefangen und dann in einem separaten Behälter gespeichert werden. Negative Emissionen, also die Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre, stehen schon seit einigen Jahren im Fokus der Klimawissenschaftler*Innen. Welche Möglichkeiten gibt es noch Treibhausgase zu speichern?

Deutschlandfunk, 13.12.2018, Autor: Georg Ehring

Sie sehen aus wie große Ventilatoren – im halben Dutzend nebeneinander aufgestellt und bei Bedarf auch stapelbar: Die Schweizer Firma Climeworks AG baut Anlagen, die das Treibhausgas CO2 aus der Luft entfernen – es landet in hoher Reinheit in einem separaten Behälter. Christoph Beuttler ist Manager bei Climeworks und er findet die Technik recht einfach:

„Man kann sich das so vorstellen: CO2 ist eine Säure und wir haben eine spezielle Base gebaut, die das CO2 anzieht und das ganze in eine Maschine verpackt, die dieses CO2 dann aus der Luft holt.“

CO2 aus der Atmosphäre in Softdrinks

Trotzdem ist der Betrieb nicht gerade billig, pro Tonne CO2 liegen die Kosten derzeit bei etwa 500 Euro. Doch es gibt bereits Kunden, die diese Preise bezahlen – allerdings nicht nur dem Klima zu Liebe. Erste Anlagen produzieren „für die Getränkeindustrie, also dass die Blasen in den Fizzy Drinks eben aus der Atmosphäre kommen und nicht aus fossilem CO2.“

Was die Hersteller dann auch als Argument für ihre Werbung nutzen können. Climeworks will in einigen Jahren auf weniger als 100 Euro pro Tonne kommen, zum Vergleich: Im Europäischen Emissionshandel kostet das Recht, eine Tonne Treibhausgas in die Atmosphäre zu blasen, derzeit um die 20 Euro – Tendenz deutlich steigend.

Die Hersteller solcher Anlagen können sich auf großes Interesse an ihren Produkten freuen. In der Wissenschaft sind negative Emissionen, also die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre, schon seit einigen Jahren ein Thema. Vor allem, wenn die Erderwärmung unter 1,5 Grad gehalten werden soll,  kommt kein realistisches Klimamodell mehr ohne die Annahme aus, dass so etwas funktioniert. Jetzt interessiert sich auch die Politik dafür, sagt Artur Runge-Metzger von der EU-Generaldirektion Umwelt.

„Wenn man langfristig das Klima retten will, wird einem nichts anderes übrig bleiben und dann innerhalb der 1,5 Grad zu bleiben, wird einem nichts übrig bleiben als negative Emissionen zu haben und negative Emissionen bedeutet, dass man CO2 aus der Atmosphäre auffangen muss und das dann verbringen muss in geologische Schichten oder eben Aufnahme über Vegetation und Holz.“ […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/

 

 

Meeresspiegel steigt schneller an als prognostiziert

Klimareporter°, 10.2.2019, Autorin: Verena Kern

©Arifur Rahman Tushar/​Pixabay

Vor uns die Sintflut

Der Klimawandel könnte den Meeresspiegel deutlich höher ansteigen lassen als bislang angenommen, zeigt ein geleakter Entwurf des Sonderberichts, den der Weltklimarat IPCC im September vorlegen will.

Mitte September wird der Weltklimarat IPCC einen weiteren Sonderbericht vorlegen, diesmal zu den Folgen des Klimawandels für die Ozeane. Ein wichtiges Thema wird dabei die Frage sein, wie stark der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts voraussichtlich ansteigen und damit das Leben von Millionen in den Küstenregionen lebenden Menschen gefährden wird.

Nun ist ein Entwurf des Berichts von der japanischen Tageszeitung The Mainichi geleakt worden. Demnach könnte die fortschreitende Erderhitzung zu einem Anstieg des Meeresspiegels um gut 1,3 Meter bis 2100 führen.

Diese Prognose geht weit über das hinaus, was der Weltklimarat bislang angenommen hat. In seinem Fünften Sachstandsbericht von 2014 hatte der IPCC einen Anstieg von maximal 98 Zentimetern bis zum Ende des Jahrhunderts vorhergesagt – allerdings als Worst-Case-Szenario.

Damals waren die Wissenschaftler noch von der Stabilität des antarktischen Eises ausgegangen. Neuere Studien, die nun auch in den Sonderbericht einfließen, zeigen jedoch ein anderes Bild. Demnach hat sich der Eisverlust in der Antarktis in den vergangenen 40 Jahren versechsfacht. Auch die Ostantarktis, die bislang als relativ stabil galt, ist betroffen.

Ebenso beschleunigt sich die Eisschmelze in Grönland. Die jüngsten Schmelzraten sind höher als in den vergangenen 300 Jahren und damit auf Rekordhöhe.

Eine Studie der University of Melbourne kam Ende 2017 zu dem Ergebnis, dass der Meeresspiegel bis 2100 um 1,32 Meter steigen könnte – falls es nicht gelingt, bis 2050 weltweit aus der Kohlenutzung auszusteigen.

Eine ganz ähnliche Zahl – nämlich 1,33 Meter Anstieg verglichen mit dem Durchschnitt des Zeitraums von 1986 bis 2005 – dürfte laut dem geleakten Entwurf auch in dem IPCC-Sonderbericht auftauchen. Das wäre ein „signifikant höherer“ Wert als in früheren Berichten, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf.

Mehr Hitzewellen in den Ozeanen

Zudem werden laut Berichtsentwurf Hitzewellen in den Ozeanen häufiger auftreten und die maritimen Ökosysteme „an die Grenzen ihrer Widerstandsfähigkeit“ bringen. Eine Nature-Studie aus dem vergangenen Jahr hatte beispielsweise ergeben, dass Hitzeereignisse im Meer heute schon doppelt so wahrscheinlich sind wie vor 35 Jahren.

Höhere Temperaturen in den Ozeanen und an der Meeresoberfläche können zudem dazu beitragen, dass es mehr regnet, mehr stürmt und die Wellen höher werden. Kürzlich erst hatte ein australischer Regierungsbericht gezeigt, dass die Wellenenergie proportional zur Oberflächentemperatur zunimmt. Die Folge ist eine zunehmende Küstenerosion.

Laut IPCC-Entwurf nimmt die Versauerung der Meere durch die steigende Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre weiter zu. Auch die sogenannten Todeszonen weiten sich aus, also Regionen, in denen der Sauerstoffgehalt des Wassers so niedrig ist, dass dort kein Leben mehr möglich ist.

Der endgültige Entwurf des Sonderberichts wird für Anfang Juni erwartet.

Quelle: https://www.klimareporter.de/erdsystem/vor-uns-die-sintflut

Der vollständigen Bericht des Weltklimarats IPCC findet ihr hier.

Klimareporter°: https://www.klimareporter.de/

 

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