Forschung

Was die Forschung untersucht und herausfindet, wird durch  Wissenstransfer greifbar und verständlich.
Und ermöglicht so sinnvolles und effektives Handeln für die Meere .

Artensterben – Beispiele bedrohter Tierarten


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Die weltweite Vielfalt der Tierarten sinkt weiter. Egal, ob an Land oder im Wasser – immer mehr Tiere sind vom Aussterben bedroht. Seepferdchen sind davon auch betroffen, deswegen können sie nur noch sehr selten in der Nordsee beobachtet werden. Der Mensch zerstört ihren Lebensraum und jagt sie, um sie getrocknet als Heilmittel zu verkaufen. Auch für den südostasiatischen Mekong-Irawadi-Delfin ist der Mensch die größte Gefahr. Der WWF geht davon aus, dass nur noch 85 Tiere am Leben sind. Sie fallen immer noch der Fischerei zum Opfer und werden mit Stellnetzen gejagt. Der Klimawandel, die Zerstörung der Lebensräume und die Wilderei geben den Tieren keine Chance.

Hier findet ihr weitere Beispiele von Tierenarten, die kurz davor sind von der Erde zu verschwinden.

Weitere Informationen über das Artensterben:

https://www.deepwave.org/nachruf-auf-einen-wal/

DWfacts_Thunfisch_2016

https://www.deepwave.org/tag-des-artenschutzes-tiefseefisch-orange-roughy/

 

 

NABU-Studie: Beim Recycling durchgefallen

Pressemitteilung, 28.05.2019 vom NABU

Berlin – Mehr als eine Million Tonnen Elektroaltgeräte wie kaputte Bügeleisen und Smartphones werden in Deutschland im Durchschnitt jährlich nicht getrennt erfasst – das ist das Gewicht von 100 Eiffeltürmen. Diese Menge geht somit dem nachgelagerten Recycling verloren. Und auch das Recycling schafft nicht die tatsächliche Ausbeute, die berichtete Recyclingquoten von durchschnittlich 80 Prozent versprechen. Die Quoten werden nach Gewicht der Materialien bemessen, die in die Recyclinganlage reinkommen. Was tatsächlich beim Recycling rauskommt, liegt Hochrechnungen zufolge nur bei 60 Prozent der zugeführten Gerätemasse. Statt ökologisch relevante, wie seltene Erden, werden hauptsächlich die schweren Rohstoffe, wie Kupfer und Aluminium, wiedergewonnen. Dies zeigt eine NABU-Studie, die vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) und dem Institut für Ökologie und Politik GmbH (Ökopol) durchgeführt wurde.

In der Studie wurden die aktuelle Erfassungs- und Recyclingpraxis von Elektrokleingeräten analysiert und bewertet sowie bestehende Defizite identifiziert und entsprechende Verbesserungspotenziale aufgezeigt. „Damit Verwerter mehr Elektroaltgeräte recyceln, muss die Erfassungsquote der Geräte verbessert werden. Deutschland muss daher ein Pfandsystem für besonders ressourcenrelevante Gerätekategorien im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) festlegen. Dafür sollten das Bundesumweltministerium und Verbände Forschungsvorhaben fördern, welche offene Fragen wie beispielsweise die Pfandhöhe, wer das System trägt, wohin der Pfandschlupf geht oder auf wen die Kosten verteilt werden, beantworten“, fordert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

„Wir konzentrieren uns beim Recycling nur auf die einfachsten Materialien, lassen aber strategische Rohstoffe wie seltene Erden außer Acht. Auch die heutige Vielfalt an Kunststoffen und Zusatzstoffen stellt ein hochwertiges Recycling vor kaum lösbare Aufgaben“, so Volker Handke vom IZT.

„Konkrete Anforderungen an ein derartiges hochwertiges Recycling, welches neben der reine Masse auch die Qualität in den Fokus nimmt fehlen bislang in den gesetzlichen Regelungen sowohl auf der EU und auf nationaler Ebene. Hier muss dringend nachgesteuert werden, wenn wirklich ein Kreislauf für die in Elektrogeräten eingesetzten Materialien erreicht werden soll“, sagt Dirk Jepsen, Ökopol-Geschäftsführer. […]

Die vollständige Pressemitteilung findet ihr hier.

NABU

Weitere Informationen über Recycling:

https://www.deepwave.org/nabu-fordert-regulierung-von-plastikmuellexporten/

https://www.deepwave.org/verpackt-vertrackt-ver-hoben/

https://www.deepwave.org/eu-parlament-stimmt-fuer-verbot-von-wegwerf-plastikprodukten/

Treibhausgase unter die Nordsee?

© Peter Linke/ GEOMAR

Die Bundesregierung hat viele Ideen, um bis zum Jahr 2050 eine Klimaneutralität zu erlangen. Eine umstrittene davon ist die unterirdische CO2-Speicherung. Forscher*innen des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel (Geomar) haben eine Studie durchgeführt, die die Folgen von untermeerischer CO2-Speicherung auf marine Ökosysteme untersucht.

Wohin bloß mit dem ganzen Kohlendioxid? Bis 2050 will Deutschland nun – wie andere Länder Europas – klimaneutral werden. Das Ziel bedeutet nicht Nullemissionen, sondern ein Nullsummenspiel: Das Land kann so viel CO2 ausstoßen, wie es durch sogenannte Senken wieder der Atmosphäre entzieht. Auch der Weltklimarat hat darauf hingewiesen, dass derartige „negative Emissionen“ nötig werden könnten, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Es gibt natürliche Senken wie Wälder, die man, um CO2 zu binden, in großem Maßstab aufforsten kann. Möglich ist auch die Wiedervernässung trockengelegter Moore.

Größere Hoffnungen verbinden sich aber mit technischen Lösungen wie „Carbon Capture and Storage“ (CCS), also der unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid in porösen Gesteinsschichten oder ausgebeuteten Gaslagern.

Die Debatte über die unterirdische CO2-Speicherung nimmt wieder Fahrt auf. Dafür sorgte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in dieser Woche höchstpersönlich. Es werde auch 2050 noch CO2-Emissionen geben, deshalb wolle man „alternative Mechanismen finden, wie man das CO2 speichern oder kompensieren kann“, sagte Merkel beim Petersberger Klimadialog in Berlin – und weil Aufforsten in den Industrieländern nur begrenzt möglich sei, müsse das neu gebildete Klimakabinett über CO2-Speicher reden.

Größtes CCS-Potenzial in Europa unter dem Meer

An Land sehen sich derartige Speicher dem breiten Widerstand der Bevölkerung ausgesetzt. Wie es aber um die Chancen und Risiken steht, wenn CO2 unter dem Meeresboden gespeichert wird, haben jetzt Forscher des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel (Geomar) untersucht. Die Studie ist Teil des europäischen Projekts „ECO2, das die Folgen von untermeerischer CO2-Speicherung auf marine Ökosysteme untersucht.

In Europa gebe es das größte Speicherpotenzial für CO2 vermutlich in tiefen salzhaltigen Grundwasserleitern vor der gesamten Nordseeküste sowie in weit unter dem Meeresboden gelegenen geologischen Formationen, schreiben die Wissenschaftler.

Ein Problem dabei: Weil es in der Region auch über 10.000 Bohrungen nach Gas und Öl gab, sind die Formationen teilweise zerlöchert. Aus vielen dieser Löcher tritt bereits heute Methangas aus, weil die umliegenden Sedimente gestört sind. Deshalb könnte auch das CO2, das dort eigentlich „dauerhaft“ festgehalten werden soll, früher oder später wieder austreten.

Versauerung bleibt lokal begrenzt

Um herauszufinden, was passiert, wenn das Kohlendioxid wieder aus dem Meeresboden austritt, und welche Folgen das für die Ökosysteme hat, setzten die Wissenschaftler im norwegischen Teil der Nordsee in 82 Metern Wassertiefe CO2 mit einer Rate von 31 Tonnen im Jahr frei. Verfolgt wurde der Weg des Gases durch Messungen von einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug und einem Forschungsschiff aus.

Die Daten zeigen, dass sich die CO2-Gasblasen in Meeresbodennähe vollständig auflösen, sagt Studienautorin Lisa Vielstädte vom Geomar. Dadurch sank der pH-Wert des Wassers in der Umgebung der Stelle, wo das CO2 freigesetzt wurde, von acht auf sieben.

„Diese Versauerung wirkt sich nachteilig auf die am Meeresboden lebenden Organismen aus“, erklärt Projektleiter Klaus Wallmann. Allerdings werde das CO2 so schnell verteilt, dass die Fläche, auf der Schäden auftreten könnten, gering sei. Um mehr als 0,2 Einheiten sei der pH-Wert nur auf einer Fläche von 50 Quadratmetern zurückgegangen.

Die Wissenschaftler ziehen daraus den vorläufigen Schluss, dass es „möglich ist, CO2 sicher in Formationen unter dem Meeresboden zu speichern, wenn sich der Speicherort in einem Gebiet mit wenigen undichten Bohrlöchern befindet“. Ein einziges Loch, aus dem CO2 austritt, beeinträchtige die marine Umwelt noch nicht, bilanzieren die Forscher. Nur ein lang andauerndes Austreten an mehreren Bohrlöchern würde lokale Meeresökosysteme beeinträchtigen.

Die unterseeischen Risiken müsste man in dem Maße übrigens nicht eingehen. So entweichen allein aus entwässerten deutschen Mooren jährlich rund 45 Millionen Tonnen CO2. Das sind rund fünf Prozent der jährlichen Gesamtemissionen. Wären diese Moore wieder intakt, fielen nicht nur diese CO2-Mengen weg, sondern die Moore würden auch zusätzliches CO2 binden – eine natürliche Senke, die es lohnen würde, dass sich Merkels Klimakabinett damit befasst.

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Klimareporter: https://www.klimareporter.de

Dramatischer Weltbericht: Menschheit tilgt die Natur von der Erde

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Der UN-Weltbiodiversitätsrat IPBES veröffentlicht bedrückende Fakten zum Zustand der Artenvielfalt. Das Artensterben hat ein noch nie dagewesenes Ausmaß in der Geschichte der Menschheit angenommen. Jede*r muss jetzt handeln!

greenpeace magazin., 06.05.2019, dpa

Das Artensterben ist schlimm – aber mich selbst betrifft das nicht. Mit dieser Vorstellung räumen die Wissenschaftler des UN-Weltbiodiversitätsrats IPBES nun gründlich auf. In ihrem aktuellen Bericht liefern sie bedrückende Zahlen. Und machen deutlich, wie sich das Steuer noch herumreißen ließe.

Die Menschheit lässt die Natur einem umfassenden Weltbericht zufolge in rasendem Tempo von der Erde verschwinden. Dafür gebe es inzwischen überwältigende Beweise, die ein unheilvolles Bild zeichneten, warnte der Vorsitzende des Weltbiodiversitätsrates (IPBES), Robert Watson, am Montag in Paris. „Wir erodieren global die eigentliche Basis unserer Volkswirtschaften, Lebensgrundlagen, Nahrungsmittelsicherheit und Lebensqualität“, sagte er. Die Weltgemeinschaft müsse sich dringend abwenden von wirtschaftlichem Wachstum als zentralem Ziel, hin zu nachhaltigeren Systemen, hieß es.

In ihrem ersten globalen Bericht zum Zustand der Artenvielfalt reiht die Einrichtung der Vereinten Nationen beängstigende Fakten aneinander: Von den geschätzt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit sei rund eine Million vom Aussterben bedroht. Das Ausmaß des Artensterbens war in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute – und die Aussterberate nimmt weiter zu. Drei Viertel der Naturräume auf den Kontinenten wurden vom Menschen bereits erheblich verändert, in den Meeren zwei Drittel.

Immer wieder verdeutlichen die Autoren, dass der Verlust an Biodiversität kein reines Umweltthema ist, sondern auch Entwicklung, Wirtschaft, politische Stabilität und soziale Aspekte wie Flüchtlingsströme beeinflusst. Gravierende Folgen für Menschen weltweit seien inzwischen wahrscheinlich, warnen sie. Noch sei es nicht zu spät für Gegenmaßnahmen, erklärte Watson, „aber nur, wenn wir sofort auf allen lokalen bis globalen Ebenen damit beginnen“. Es bedürfe fundamentaler Veränderungen bei Technologien, Wirtschaft und Gesellschaft, Paradigmen, Ziele und Werte eingeschlossen.

„Die Biodiversität und die Naturgaben für den Menschen sind unser gemeinsames Erbe und das wichtigste Sicherheitsnetz für das Überleben der Menschheit“, erklärte die Argentinierin Sandra Díaz. Dieses Netz sei jedoch inzwischen bis fast zum Zerreißen belastet. Díaz, Ökologin an der Nationalen Universität Córdoba, ist neben Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle und dem brasilianischen Anthropologen Eduardo Brondízio Hauptautorin des IPBES-Berichts. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Greenpeace Magazin: https://www.greenpeace-magazin.de

 

Klimakrise in der Arktis – Wie der Lärm unter Wasser die Wale bedroht

© imago

Das Eis in der Arktis schmilzt. Nicht nur der weltweite Meeresspiegel steigt an, sondern auch die Lärmbelastung für Meereslebewesen. Der Klimawandel führt dazu, dass im Nordpolarmeer ein Zugang zu noch ungenutzten Ressourcen wie Öl, Gas und anderen Bodenschätze entsteht und das neue Schiffrouten eröffnet werden. Sowohl die Motoren der Erkundungsschiffe, als auch die sogenannten Airguns, die nach Rohstoffreserven in den Meeren suchen, fügen durch den entstehenden Unterwasserlärm den dort lebenden Walen erheblichen Schaden zu. Der Schall der Airguns ist 100 000 Mal so laut wie ein Düsenflugzeug und wird, laut einer Studie des Umweltbundesamts (UBA), auch noch in 2000 Kilometer Entfernung von Walen wahrgenommen.

ZDF, 01.05.2019, Autorin: Christine Elsner

Während das Eis im Nordpolarmeer dramatisch schnell schmilzt, steigt gleichzeitig die wirtschaftliche Bedeutung der Arktis. Denn der Zugang zu wertvollen Rohstoffen, die bislang unter dem Eis schlummerten, wird frei. Laut einer Studie der US-Fachbehörde Geological Survey lagern allein im arktischen Eismeer rund 90 Milliarden Barrel Öl – das entspricht 13 Prozent der unentdeckten globalen Ölreserven. Hinzu kommen noch mehrere Billionen Kubikmeter Gas sowie tausende Tonnen Bodenschätze.

Längst ist ein Konflikt zwischen Artenschutz und Wirtschaftsinteressen entstanden. Dabei sehen Experten der „Whale and Dolphin Conservation“ (WDC) den Artenschutz als Verlierer des Konflikts: „Das sich durch den Klimawandel zurückziehende Eis ermöglicht mittlerweile die verstärkte Ausbeutung von Öl- und Gaslagerstätten und der Meeresbewohner. Darauf haben es einige Nationen abgesehen. Leider ist die Suche nach Ressourcen und deren letztendliche Ausbeutung mit erheblichem Lärm verbunden“, so Fabian Ritter von WDC.

Mit den Auswirkungen der wirtschaftlichen Nutzung und dem damit einhergehenden Unterwasserlärm wird sich in den kommenden Tagen auch der Arktische Rat beschäftigen. Er tagt Anfang Mai in Finnland. Die Vertreter der Arktisanrainerstatten sowie internationale Wissenschaftler aus Forschung und Technik werden sich mit den Themen „Zugang zu Rohstoffen“ sowie „Schnellere Transportwege“ beschäftigen. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

ZDF: https://www.zdf.de/

Weitere Informationen zum Treffen und zu der Abschlusserklärung des Arktischen Rats:

https://www.deepwave.org/abschlusserklaerung-scheitert-an-den-usa/

 

 

 

Zeit der Ausreden ist vorbei

Wir zerstören unsere eigene Lebensgrundlage. Die Regenwälder verschwinden, 2/3 der Meere sind vermüllt und verschmutzt und die Todeszonen breiten sich weiter aus – jede achte Art ist vom Aussterben bedroht. Gescheiterte Strategien der Politik, profitorientiertes Wirtschaften und steigender Konsum führen dazu, dass zunächst die Lebensgrundlage der Menschen verschwindet, die sowieso schon unter Nahrungsmangel leiden, sehr arm sind oder sich ihre Lebensmittel nicht dazu kaufen. Jedoch wird es früher oder später auch die Industrieländer treffen.

Ein grundsätzliches Umdenken ist nötig.

Tagesschau, 06.05.2019, Autor: Axel Weiß (SWR)

Der Artenschutzbericht offenbart Zahlen des Grauens. Da alle bisherige Strategien scheiterten, ist ein Umdenken nötig. Sowohl die Agrarpolitik der EU muss zur Debatte stehen – als auch das tägliche Stück Fleisch.

Jetzt wurde es mal wieder ganz deutlich gesagt: Die Menschen ruinieren ihre Lebensgrundlagen – weltweit und mit ungeheurer Geschwindigkeit. Und nahezu alle Lebensräume sind inzwischen betroffen. Jede achte Art ist vom Aussterben bedroht, eine Million Arten etwa. Die Meere sind zu zwei Drittel verschmutzt, überfischt, die Todeszonen ohne jedes Leben breiten sich aus und haben jetzt schon die Fläche Großbritanniens erreicht.

Während die Regenwälder schrumpfen, hat sich die Stadtfläche – global gesehen – in nur 25 Jahren verdoppelt. Und so weiter und so weiter: Seitenlang enthält der heute veröffentlichte Bericht Zahlen des Grauens, der Vernichtung von Leben, der Verschlechterung von Lebensverhältnissen. 132 Staaten haben den Bericht des Weltrats für biologische Vielfalt abgezeichnet. Soll also keiner kommen und sagen: Oh, das wussten wir nicht. Und nun? Wie geht’s weiter?

Von gescheiterten Strategien

Der Bericht zeigt ja, dass alle bisherigen Versuche gescheitert sind, den Verlust an Vielfalt zu stoppen. Es gab ja schon einige. Das gilt für die nationale deutsche Strategie zur biologischen Vielfalt wie die EU-Strategie wie die weltweiten Versuche, das Artensterben zu bremsen. Es gibt ja bereits eine UN-Konvention zur biologischen Vielfalt und zwar so lange, wie es auch eine gegen den Klimawandel gibt, seit mehr als 25 Jahren also. Nur war die bisher kaum ein gesprächswertiges Thema. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Tagesschau: https://www.tagesschau.de/

Fos­si­les Zoo­plank­ton zeigt, dass ma­ri­ne Öko­sys­te­me im An­thro­po­zän an­ge­kom­men sind

© MARUM – Zen­trum für Ma­ri­ne Um­welt­wis­sen­schaf­ten, Uni­ver­si­tät Bre­men; M. Ku­ce­ra

Pressemitteilung, 22.05.2019 vom MARUM (Zentrum für Marine Umweltwissenschaften)

For­scher ver­öf­fent­li­chen neue glo­ba­le Ver­gleichs­stu­die in Na­tu­re

Der von Men­schen ver­ur­sach­te Kli­ma­wan­del wirkt sich auf die Ar­ten­viel­falt und Öko­sys­te­me aus, und ma­ri­ne Öko­sys­te­me sind kei­ne Aus­nah­me. Um zu be­wer­ten, wie ge­nau der Kli­ma­wan­del Öko­sys­te­me be­ein­flusst, muss der ak­tu­el­le Zu­stand mit vor­in­dus­tri­el­len Zeit­räu­men ver­gli­chen wer­den. Jetzt ha­ben For­scher des MARUM – Zen­trum für Ma­ri­ne Um­welt­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Bre­men so­wie des In­sti­tuts für Che­mie und Bio­lo­gie des Mee­res der Uni­ver­si­tät Ol­den­burg nach­ge­wie­sen, dass sich Ge­mein­schaf­ten ma­ri­nen Plank­tons aus heu­ti­ger und vor­in­dus­tri­el­ler Zeit nach­weis­bar un­ter­schei­den. Das ma­ri­ne Plank­ton hat so­zu­sa­gen das An­thro­po­zän er­reicht. Dazu ha­ben die For­scher die Zu­sam­men­set­zung fos­si­len Plank­tons (Fo­ra­mi­ni­fe­ren) in Se­di­men­ten aus der vor­in­dus­tri­el­len Ära mit der aus neue­rer Zeit ver­gli­chen. Ihre Er­geb­nis­se hat das Team in der Fach­zeit­schrift Na­tu­re ver­öf­fent­licht.

Plank­to­ni­sche Fo­ra­mi­ni­fe­ren sind Kleinst­le­be­we­sen, die an der Ober­flä­che der Ozea­ne le­ben. Ster­ben sie, la­gern sich ihre Kalk­ge­häu­se in Mee­res­bo­den­s­edi­men­ten ab. Sol­che fos­si­len Fo­ra­mi­ni­fe­ren do­ku­men­tie­ren den Zu­stand der Ozea­ne, be­vor der Mensch be­gon­nen hat, das Kli­ma zu be­ein­flus­sen. Der heu­ti­ge Zu­stand ist wie­der­um in Pro­ben aus Sink­stoff­fal­len der ver­gan­ge­nen 50 Jah­re ab­ge­bil­det. Durch den Ver­gleich von fos­si­len und mo­der­nen Le­bens­ge­mein­schaf­ten der Fo­ra­mi­ni­fe­ren kön­nen For­schen­de ab­schät­zen, wie sehr sich das Plank­ton seit der In­dus­tria­li­sie­rung ver­än­dert hat.

Für ihre Stu­die ha­ben Dr. Lu­kas Jon­kers und Prof. Mi­chal Ku­ce­ra vom MARUM an der Uni­ver­si­tät Bre­men so­wie Prof. Hel­mut Hil­le­brand vom In­sti­tut für Che­mie und Bio­lo­gie des Mee­res (ICBM) der Uni­ver­si­tät Ol­den­burg über 3.700 Da­ten­sät­ze aus Se­di­men­ten aus vor­in­dus­tri­el­ler Zeit mit Pro­ben aus Sink­stoff­fal­len ver­gli­chen, die den Zu­stand des Plank­tons von 1978 bis 2013 zei­gen. So kom­men die For­scher zu dem Schluss, dass sich die heu­ti­ge Zu­sam­men­set­zung der Ar­ten von der in der vor­in­dus­tri­el­len Zeit sys­te­ma­tisch un­ter­schei­det. „Das er­staun­li­che war, dass die­ser Un­ter­schied nicht zu­fäl­lig ist, son­dern ein Si­gnal der Erd­er­wär­mung zeigt: Heu­ti­ge Le­bens­ge­mein­schaf­ten in sich er­wär­men­den Re­gio­nen stim­men mit vor­in­dus­tri­el­len Le­bens­ge­mein­schaf­ten aus wär­me­ren Re­gio­nen über­ein“, er­klärt Lu­kas Jon­kers. Das be­deu­tet auch: Die mo­der­nen Ar­ten­ge­mein­schaf­ten am sel­ben Stand­ort sind an­de­re als zu vor­in­dus­tri­el­ler Zeit. […]

Die vollständige Pressemitteilung findet ihr hier.

MARUM (Zentrum für Marine Umweltwissenschaften): https://www.marum.de/index.html

 

Mikroplastik fliegt 100 Kilometer weit


© Oregon State University/dpa

Es ist schon bekannt, dass Mikroplastikteilchen über die Gewässer in die entlegensten Orte der Welt transportiert werden. Nun haben Umweltforscher*innen vom Ecolab über fünf Monate Niederschlagsproben aus den französischen Pyrenäen gesammelt. Das Ergebnis ist besorgniserregend. Die Auswertung ergab, dass sich dort täglich etwa 365 Plastikteilchen pro Quadratmeter ablagern. Durch Computersimulationen konnte festgestellt werden, dass die Kunststoffpartikel in der Luft schon fast 100 Kilometer unterwegs waren. Wo genau das Mikroplastik herkommt, ist noch ungeklärt…

Süddeutsche Zeitung, 16.04.2019, Autorin: Tina Baier

Mikroplastik ist überall: Im Eis der Pole, im Kot von Meeresschildkröten und sogar auf dem Grund des Marianengrabens, der mit etwa 11 000 Metern tiefsten Stelle des Weltmeers. Wie gelangen die winzigen Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser von weniger als fünf Millimeter an die entlegensten Orte der Welt? Dass sie weite Strecken über Flüsse zurücklegen, ist schon länger bekannt. Umweltforscher um Deonie Allen vom Ecolab im französischen Castanet-Tolosan haben jetzt herausgefunden, dass große Mengen dieser Teilchen auch über die Luft transportiert werden können (Nature Geoscience).

Die Menge der Plastikteilchen, die auf diesem Weg in eine scheinbar unberührte Bergregion gelangte und sich dort ablagerte, war dabei ähnlich groß, wie die in den Großstädten Paris und Dongguan in China.

Fünf Monate lang sammelten und analysierten die französischen Umweltforscher in einem Gebiet mitten in den französischen Pyrenäen Niederschlagsproben. Die Auswertung ergab, dass sich dort täglich etwa 365 Plastikteilchen pro Quadratmeter ablagern.

„Es ist nur schwer herauszufinden, woher das vorgefundene Mikroplastik stammt“, sagt Volker Matthias vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht. „Dass in der vorliegenden Studie eine ähnlich hohe Anzahl von Mikroplastikpartikeln wie in früheren Studien in Städten gefunden wurde, legt allerdings nahe, dass es sich in dieser dünn besiedelten Gegend nicht vorwiegend um lokale Quellen handelt.“ […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/

Weitere Informationen zur Verschmutzung der Meere:

https://www.deepwave.org/die-ozeane/verschmutzung/

 

 

 

„Wir dachten, der Stint wäre unerschöpflich“

Hamburger Stint-Fischer am nachdenken

© Axel Heimken/dpa

Die Nachfrage nach Stint ist hoch, gerade in den Hamburger Restaurants. Seit 50 Jahren fischt Walter Zeeck in der Elbe. Er berichtet, dass immer weniger Stint im Netz landet. Viele Fischereibetriebe müssen nun um ihre Existenz fürchten, wenn der Fischbestand weiter sinkt…

ZEIT ONLINE, 14.03.2019, Autor: Folko Damm

Der Stintbestand in der Elbe geht zurück, viele Fischer bangen um ihre Existenz – auch Walter Zeeck. Der 70-Jährige ist Elbfischer im Ruhestand, er arbeitet noch immer im Familienbetrieb seiner Söhne Claus und Harald im niedersächsischen Geversdorf mit. Er blickt auf über ein halbes Jahrhundert Stintfischerei zwischen Cuxhaven und Hamburg zurück und sagt: „So schlecht wie heute war es noch nie“ – trotzdem würde er jungen Menschen nicht vom Beruf abraten. 

„Ich bin als 15-Jähriger an Bord gekommen, das war 1964. Ich habe bei meinem Vater gelernt, mit 18 meinen Gesellenbrief gemacht und mit 20 mein Kapitänspatent. Mit 23 oder 24 wurde ich dann Kapitän auf dem Kutter meines Vaters, mit einem Matrosen an Bord. So habe ich angefangen, selbstständig zu fischen. Damals hat die Elbfischerei im Winter von den Stinten gelebt. Am Altonaer Fischmarkt wurden früher bis zu 1.000 Tonnen Stint in der Saison angelandet. Meistens haben wir den Fisch zur Auktion nach Cuxhaven gebracht.

Die Technik war aber nicht so weit fortgeschritten, dass wir immer hinkamen, wo wir hinwollten, weil wir kein Radar hatten. Wenn Nebel und Eis waren, konnten wir nicht raus, bei Sturm sowieso nicht. Dann kam es schon mal vor, dass man nicht jeden Tag Stint reinbringen konnte. Das war aber kein großes Problem, weil dafür andere Tage ertragreich waren. Wir konnten so viel Stint fangen, dass wir uns sogar selber beschränkt haben. Wenn der Preis runterging, haben wir eben nur 20 oder 30 Zentner abgeliefert, nicht mehr, damit wir den Preis hochhalten. […]

Das gesamte Interview mit Walter Zeek findet ihr auf ZEIT ONLINE.

 

 

 

 

Alpengletscher könnten bis 2100 fast verschwinden

© Marco Bertorello/AFP/Getty Images

Forscher*innen aus der Schweiz schreiben im Fachblatt „The Cryosphere“, dass Ende des Jahrhunderts die Gletscher in den europäischen Alpen verschwunden sein könnten, bei weiterer Erwärmung des Weltklimas. In der Studie wurde zum ersten Mal die Bewegung des Gletschereises explizit modelliert. Das Abschmelzen der Gletscher in den Alpen ist einer der klarsten Indikatoren für den Klimawandel.

ZEIT ONLINE, 09.04.2019

Durch die Klimaerwärmung könnten die Gletscher in den Alpen bis zum Jahr 2100 weitgehend geschmolzen sein. Das schreiben Schweizer Forscher im Fachblatt The Cryosphere. Sie stützen sich auf ein Computermodell, das Eisfluss und Schmelzprozesse berücksichtigt sowie auf Daten aus der Beobachtung der Gletscher.

Die Forscher haben zwei Szenarien entworfen: Sollte die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad verglichen zur vorindustriellen Zeit bleiben, gingen zwischen 2017 und 2100 etwa zwei Drittel der Gletscher in den Alpen verloren. Sollte sich das Klima stärker erwärmen, könnten am Ende des Jahrhunderts mehr als 90 Prozent der Eismasse verschwunden sein. Nur einzelne Flecken verblieben, wird Matthias Huss von der der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich in einer Mitteilung zitiert.

Weitgehend unabhängig davon, wie sich der Klimagasausstoß weiterentwickelt, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Gletscher in den Alpen zwischen 2017 und 2050 etwa 50 Prozent ihrer Masse einbüßen werden. In den Jahren darauf komme es darauf an, wie sich das Klima weiterentwickele. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Die Pressemitteilung der European Geoscience Union zur Studie, die im „The Cryosphere“ veröffentlicht wurde, findet ihr hier.

ZEIT ONLINE: https://www.zeit.de/index

 

 

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