Forschung

Was die Forschung untersucht und herausfindet, wird durch  Wissenstransfer greifbar und verständlich.
Und ermöglicht so sinnvolles und effektives Handeln für die Meere .

„In welchen Müll kommt das?“ – Quiz zur Mülltrennung

Drei Mülltonnen in grün, rot und gelb für eine richtige Mülltrennung.

© Nareeta Martin / Unsplash

Mülltrennung. Ein Thema das von vielen unterschätzt wird und zur Folge hat, dass viele Verbraucher:innen ihren Müll falsch entsorgen. Oft wird angenommen, dass Papier gleich Papier ist und so wird z.B. der nicht nur für Wasserorganismen giftige Kassenbon im Altpapier entsorgt. Voraussetzung dafür, dass Müll richtig verwertet werden kann oder in Recyclingstationen aufgewertet wird, ist, dass der Müll ursprünglich in der richtigen Tonne landet. Als weitreichende Folge hat die falsche Mülltrennung, dass Materialien wie Plastik als Kunststoffpartikel im Ozean landen. Doch abgesehen von dem fehlenden „Know-How“ zur Mülltrennung herrscht in Deutschland grundlegend ein Wegwerfproblem:

Zeit Online, 13.08.2018

Etwa 1,5 Kilogramm Kleidung, 85 Kilogramm Nahrungsmittel und allein rund 25 Kilogramm an Plastikverpackungen wirft jede Deutsche und jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr in den Müll.

Auch wenn es gedanklich richtig erscheint, die Papiertüte der Plastiktüte im Supermarkt vorzuziehen, ist sie nicht Ressourcen schonender wie gedacht, sondern hat einen sehr intensiven umweltschädlichen Herstellungsprozess. Dass Papier oder Glas prinzipiell besser ist als Plastik, ist nur eine der vielen „Müll-Mythen“, wobei die aufgedeckten Fakten an uns als Verbraucher appellieren, endlich umzudenken. Denn lediglich der gezielte Verzicht ist wirklich nachhaltig und schonend für unsere Umwelt. Doch solange bestimmte Verpackungsartikel sich nur schwer vermeiden lassen, ist daher das richtige Wissen bezüglich der korrekten Müllentsorgung essenziell. Bei der Zeit Online findet ihr ein Müllentsorgung Quiz, wo ihr euer Wissen über Müll auf die Probe stellen könnt. Momentan liegt die Fehlerquote der Quiz-Teilnehmer bei 34%.

Bei Zeit Online findet ihr den Artikel zu den „Müll-Mythen“.

Mehr Infos zur Verschmutzung der Ozeane auf unserem PLASTIC POLLUTION BLOG sowie hilfreiche Tipps zur Müllentsorgung und Recycling in unserer Recycling Broschüre.

A 450-Year Record of North Sea Herring, Pried from Clams

Eine schwarz-weiß Fotographie von einer Muschel

© Matt Artz / Unsplash

Eine unscheinbare aber langlebige Muschelart, die Islandmuschel, konnte Wissenschaftlern Aufschluss geben über die Populationsentwicklung und die Bestände der Heringe während der letzten 450 Jahre. Möglich ist das durch chemische Untersuchungen der Muschelschalen, welche eine Art von Jahresringen bilden. Wie lassen sich aus der Beschaffenheit dieser Ringe Rückschlüsse auf das Klima oder gar die Veränderung von Fischpopulationen ziehen? Forschungsergebnisse dieser Art sind beispielhaft für die Komplexität unserer Ökosysteme. Sie zeigen, wie eng der Lebensraum Ozean und die Arten, die er beheimatet, und das Klima zusammenhängen.

Die Autorin Rachel Fritts hat 2019 einen fesselnden Artikel im Hakaimagazin veröffentlicht, in dem sie über die Heringsbestände der Nordsee in der Vergangenheit berichtet. Während die Geschichten von fischreichen Ozeanen, in denen die Fischer nur ihre Netze auswerfen mussten, um mehr Fisch zu fangen, als sie verkaufen konnten, heute leider nur noch Geschichten der Vergangenheit sind. Die von Juan Estrella-Martínez, einem Doktoranden der Paläo-Ozeanographie an der Bangor University in Wales, geleitete Forschungsarbeit fand Veränderungen in den Sauerstoff- und Kohlenstoff-Isotopenverhältnissen in den Muscheln, die sie in Schottland beprobt hatten, und im Wasser, das sich über die Jahre von 1551 bis 2005 veränderte. Diese Verschiebungen erlauben einen Einblick in die vergangene Meerwassertemperatur und andere Faktoren und ermöglichen sogar eine jährliche Darstellung des Klimas, mit Hinweisen auf Ereignisse wie die Nordatlantische Oszillation und die Atlantische Multidekadische Oszillation.

Den zugehörigen Artikel von Rachel Fritts vom 26.06.2019 findet ihr im Hakai Magazine.

Die Liedermacher der Meere

Vier Buckelwale tauchen mit dem Gesicht aus dem Wasser auf

© Vivek Kumar / Unsplash

Der Mensch ist nicht das einzige Lebewesen, das komplexe Kommunikationsstrukturen aufweist. Fast alle Meeresbewohner machen irgendeine Art von Geräusch – deshalb ist es unter der Meeresoberfläche auch alles andere als still. Besonders Wale nutzen verschiedene Geräusche und Gesänge, um miteinander zu kommunizieren. Diese sind, wie die menschliche Sprache, regional unterschiedlich und entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter und verändern sich. So ändert sich jedes Jahr das Lied, dass die Männchen einer Buckelwalpopulation „blubbern“, um den Weibchen zu imponieren. Durch eine kompliziertere Abfolge von Tönen kann das Männchen signalisieren, dass es wirklich fit ist. Wie die Kommunikation zwischen den Tieren aber genau funktioniert, und was für eine Bedeutung die einzelnen Gesänge haben, ist immer noch ein Geheimnis des Ozeans.

Den zugehörigen Artikel von Tina Baier vom 06.02.2019 findet ihr beim Tagesanzeiger.

Weitere Informationen über die Kommunikation von Meereslebewesen:

https://www.deepwave.org/laerm-meer-unterschaetzte-stoerfaktor-18407342/

https://www.deepwave.org/auszeichnung-forschung-kommunikation-robben-walen-ewigen-eis-11233091/

 

So umweltschädlich sind abbaubare Plastiktüten

Eine abbaubare Plastiktüte steht auf dem Boden, gefüllt mit Müll.

© Saindur Enviro / Unsplash

Forscher:innen von der Universität Plymoth in Großbritannien schreiben im Fachmagazin „Environmental Science & Technology“ über die Ergebnisse ihrer Forschung zu biologisch abbaubaren und kompostierbaren Tüten. Sie untersuchten, ob „Bio-Tüten“ wirklich umweltfreundlicher als Plastiktüten sind, und welche Materialien in der Erde und im Meer beim Wegwerfen zurückbleiben. Die Ergebnisse sind nicht so erfreulich, wie erhofft: selbst nach drei Jahren im Boden oder im Meerwasser können die „Bio-Tüten“ noch sehr stabil sein und selbst wenn sie dann zerfallen, würde, je nach verwendetem Material, Mikroplastik entstehen, welches nicht mehr weiter abgebaut werden kann. Die Wissenschaftler:innen sehen eine große Notwendigkeit von Normen für abbaubare Materialien, die beste „Lösung“ sei aber nach wie vor eindeutig eine langlebige, wieder verwendbare Variante.

Den zugehörigen Artikel vom 29.04.2019 findet ihr bei der WELT.

Weitere Informationen über Plastik, Verpackungen, „Plastic Pollution“ und „Alternativen zu Einwegplastik“ findet ihr unter unserer BLUE STRAW Kampagne.

Artensterben – Beispiele bedrohter Tierarten

Drei kleine Seepferdchen schwimmen hintereinander.

© David Clode / Unsplash

Die weltweite Vielfalt der Tierarten sinkt weiter. Egal, ob an Land oder im Wasser – immer mehr Tiere sind vom Aussterben bedroht. Seepferdchen sind davon auch betroffen, deswegen können sie nur noch sehr selten in der Nordsee beobachtet werden. Der Mensch zerstört ihren Lebensraum und jagt sie, um sie getrocknet als Heilmittel zu verkaufen. Auch für den südostasiatischen Mekong-Irawadi-Delfin ist der Mensch die größte Gefahr. Der WWF geht davon aus, dass nur noch 85 Tiere am Leben sind. Sie fallen immer noch der Fischerei zum Opfer und werden mit Stellnetzen gejagt. Der Klimawandel, die Zerstörung der Lebensräume und die Wilderei geben den Tieren keine Chance.

Hier findet ihr weitere Beispiele von Tierarten, die kurz davor sind, von der Erde zu verschwinden.

Weitere Informationen über das Artensterben:

https://www.deepwave.org/nachruf-auf-einen-wal/

DWfacts_Thunfisch_2016

https://www.deepwave.org/tag-des-artenschutzes-tiefseefisch-orange-roughy/

 

 

NABU-Studie: Beim Recycling durchgefallen

Pressemitteilung, 28.05.2019 vom NABU

Berlin – Mehr als eine Million Tonnen Elektroaltgeräte wie kaputte Bügeleisen und Smartphones werden in Deutschland im Durchschnitt jährlich nicht getrennt erfasst – das ist das Gewicht von 100 Eiffeltürmen. Diese Menge geht somit dem nachgelagerten Recycling verloren. Und auch das Recycling schafft nicht die tatsächliche Ausbeute, die berichtete Recyclingquoten von durchschnittlich 80 Prozent versprechen. Die Quoten werden nach Gewicht der Materialien bemessen, die in die Recyclinganlage reinkommen. Was tatsächlich beim Recycling rauskommt, liegt Hochrechnungen zufolge nur bei 60 Prozent der zugeführten Gerätemasse. Statt ökologisch relevante, wie seltene Erden, werden hauptsächlich die schweren Rohstoffe, wie Kupfer und Aluminium, wiedergewonnen. Dies zeigt eine NABU-Studie, die vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) und dem Institut für Ökologie und Politik GmbH (Ökopol) durchgeführt wurde.

In der Studie wurden die aktuelle Erfassungs- und Recyclingpraxis von Elektrokleingeräten analysiert und bewertet sowie bestehende Defizite identifiziert und entsprechende Verbesserungspotenziale aufgezeigt. „Damit Verwerter mehr Elektroaltgeräte recyceln, muss die Erfassungsquote der Geräte verbessert werden. Deutschland muss daher ein Pfandsystem für besonders ressourcenrelevante Gerätekategorien im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) festlegen. Dafür sollten das Bundesumweltministerium und Verbände Forschungsvorhaben fördern, welche offene Fragen wie beispielsweise die Pfandhöhe, wer das System trägt, wohin der Pfandschlupf geht oder auf wen die Kosten verteilt werden, beantworten“, fordert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

„Wir konzentrieren uns beim Recycling nur auf die einfachsten Materialien, lassen aber strategische Rohstoffe wie seltene Erden außer Acht. Auch die heutige Vielfalt an Kunststoffen und Zusatzstoffen stellt ein hochwertiges Recycling vor kaum lösbare Aufgaben“, so Volker Handke vom IZT.

„Konkrete Anforderungen an ein derartiges hochwertiges Recycling, welches neben der reine Masse auch die Qualität in den Fokus nimmt fehlen bislang in den gesetzlichen Regelungen sowohl auf der EU und auf nationaler Ebene. Hier muss dringend nachgesteuert werden, wenn wirklich ein Kreislauf für die in Elektrogeräten eingesetzten Materialien erreicht werden soll“, sagt Dirk Jepsen, Ökopol-Geschäftsführer. […]

Die vollständige Pressemitteilung findet ihr hier.

NABU

Weitere Informationen über Recycling:

https://www.deepwave.org/nabu-fordert-regulierung-von-plastikmuellexporten/

https://www.deepwave.org/verpackt-vertrackt-ver-hoben/

https://www.deepwave.org/eu-parlament-stimmt-fuer-verbot-von-wegwerf-plastikprodukten/

Fos­si­les Zooplankton zeigt, dass ma­ri­ne Öko­sys­te­me im An­thro­po­zän an­ge­kom­men sind

Ganz viel fossiles Zooplankton: beige Muscheln und Krebsschalen

© Eran Menashri / Unsplash

Pressemitteilung, 22.05.2019, MARUM (Zentrum für Marine Umweltwissenschaften)

For­scher ver­öf­fent­li­chen neue glo­ba­le Ver­gleichs­stu­die in Na­tu­re

Der von Men­schen ver­ur­sach­te Kli­ma­wan­del wirkt sich auf die Ar­ten­viel­falt und Öko­sys­te­me aus, und ma­ri­ne Öko­sys­te­me sind kei­ne Aus­nah­me. Um zu be­wer­ten, wie ge­nau der Kli­ma­wan­del Öko­sys­te­me be­ein­flusst, muss der ak­tu­el­le Zu­stand mit vor­in­dus­tri­el­len Zeit­räu­men ver­gli­chen wer­den. Jetzt ha­ben For­scher des MARUM – Zen­trum für Ma­ri­ne Um­welt­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Bre­men so­wie des In­sti­tuts für Che­mie und Bio­lo­gie des Mee­res der Uni­ver­si­tät Ol­den­burg nach­ge­wie­sen, dass sich Ge­mein­schaf­ten ma­ri­nen Plank­tons aus heu­ti­ger und vor­in­dus­tri­el­ler Zeit nach­weis­bar un­ter­schei­den. Das ma­ri­ne Plank­ton hat so­zu­sa­gen das An­thro­po­zän er­reicht. Dazu ha­ben die For­scher die Zu­sam­men­set­zung fos­si­len Plank­tons (Fo­ra­mi­ni­fe­ren) in Se­di­men­ten aus der vor­in­dus­tri­el­len Ära mit der aus neue­rer Zeit ver­gli­chen. Ihre Er­geb­nis­se hat das Team in der Fach­zeit­schrift Na­tu­re ver­öf­fent­licht.

Plank­to­ni­sche Fo­ra­mi­ni­fe­ren sind Kleinst­le­be­we­sen, die an der Ober­flä­che der Ozea­ne le­ben. Ster­ben sie, la­gern sich ihre Kalk­ge­häu­se in Mee­res­bo­den­s­edi­men­ten ab. Sol­che fos­si­len Fo­ra­mi­ni­fe­ren do­ku­men­tie­ren den Zu­stand der Ozea­ne, be­vor der Mensch be­gon­nen hat, das Kli­ma zu be­ein­flus­sen. Der heu­ti­ge Zu­stand ist wie­der­um in Pro­ben aus Sink­stoff­fal­len der ver­gan­ge­nen 50 Jah­re ab­ge­bil­det. Durch den Ver­gleich von fos­si­len und mo­der­nen Le­bens­ge­mein­schaf­ten der Fo­ra­mi­ni­fe­ren kön­nen For­schen­de ab­schät­zen, wie sehr sich das Plank­ton seit der In­dus­tria­li­sie­rung ver­än­dert hat.

Für ihre Stu­die ha­ben Dr. Lu­kas Jon­kers und Prof. Mi­chal Ku­ce­ra vom MARUM an der Uni­ver­si­tät Bre­men so­wie Prof. Hel­mut Hil­le­brand vom In­sti­tut für Che­mie und Bio­lo­gie des Mee­res (ICBM) der Uni­ver­si­tät Ol­den­burg über 3.700 Da­ten­sät­ze aus Se­di­men­ten aus vor­in­dus­tri­el­ler Zeit mit Pro­ben aus Sink­stoff­fal­len ver­gli­chen, die den Zu­stand des Plank­tons von 1978 bis 2013 zei­gen. So kom­men die For­scher zu dem Schluss, dass sich die heu­ti­ge Zu­sam­men­set­zung der Ar­ten von der in der vor­in­dus­tri­el­len Zeit sys­te­ma­tisch un­ter­schei­det. „Das er­staun­li­che war, dass die­ser Un­ter­schied nicht zu­fäl­lig ist, son­dern ein Si­gnal der Erd­er­wär­mung zeigt: Heu­ti­ge Le­bens­ge­mein­schaf­ten in sich er­wär­men­den Re­gio­nen stim­men mit vor­in­dus­tri­el­len Le­bens­ge­mein­schaf­ten aus wär­me­ren Re­gio­nen über­ein“, er­klärt Lu­kas Jon­kers. Das be­deu­tet auch: Die mo­der­nen Ar­ten­ge­mein­schaf­ten am sel­ben Stand­ort sind an­de­re als zu vor­in­dus­tri­el­ler Zeit.

„Wir wis­sen schon lan­ge, dass sich Ar­ten­ge­sell­schaf­ten ver­än­dern, aber für vie­le Le­bens­ge­mein­schaf­ten gibt es we­gen zu kur­zer Be­ob­ach­tun­gen kei­ne be­last­ba­ren und vor al­lem glo­ba­len Ver­gleichs­grö­ßen“, sagt Jon­kers. Das habe sich nun mit den ana­ly­sier­ten Da­ten ge­än­dert. „Der Da­ten­satz ist groß und da­mit auch glo­bal re­prä­sen­ta­tiv.“ Das Be­un­ru­hi­gen­de an der Be­ob­ach­tung sei, dass in vie­len Re­gio­nen des Oze­ans die Plank­ton­ge­mein­schaf­ten of­fen­sicht­lich „in frem­de Ge­wäs­ser“ ab­ge­wan­dert sind. Dort müs­sen sie sich an neue Be­din­gun­gen an­pas­sen und un­ter Um­stän­den ihre Nah­rungs­net­ze neu bil­den. „Die Fra­ge ist, ob sie dies zü­gig tun kön­nen, oder ob der Kli­ma­wan­del zu schnell vor­an­schrei­tet, als dass die Ge­mein­schaf­ten sich an­pas­sen könn­ten“, sagt Mi­chal Ku­ce­ra.

„Un­se­re Ko­ope­ra­ti­on zeigt, wie wich­tig es ist, dass Pa­läo­öko­lo­gie und mo­der­ne Bio­di­ver­si­täts­for­schung zu­sam­men­ar­bei­ten“, fügt Hel­mut Hil­le­brand hin­zu. Er lei­tet die Ar­beits­grup­pe Plank­to­lo­gie des ICBM und das Helm­holtz-In­sti­tut für Funk­tio­nel­le Ma­ri­ne Bio­di­ver­si­tät an der Uni­ver­si­tät Ol­den­burg. „Un­se­re Stu­die hilft zu ver­ste­hen, wie der Kli­ma­wan­del die Bio­di­ver­si­tät be­ein­flusst. Das ist eine der Haupt­fra­gen des jüngst ver­öf­fent­lich­ten glo­ba­len Be­richts des Welt­bio­di­ver­si­täts­ra­tes.“

Die Re­ak­tio­nen ma­ri­ner Öko­sys­te­me auf Kli­ma­wan­del wer­den von den For­schen­den in Ol­den­burg und Bre­men im Ex­zel­lenz­clus­ter „Der Oze­an­bo­den – un­er­forsch­te Schnitt­stel­le der Erde“ künf­tig wei­ter un­ter­sucht.

Diese Pressemitteilung findet ihr beim MARUM.

 

 

„Wir dachten, der Stint wäre unerschöpflich“

Nahaufnahme eines Fischernetzes. Vielleicht kann bald kein Stint mehr darin gefangen werden

© Reuben Hustler / Unsplash

Die Nachfrage nach Stint ist hoch, gerade in den Hamburger Restaurants. Seit über 50 Jahren fischt Walter Zeeck in der Elbe. Er berichtet, dass immer weniger Stint im Netz landet. Viele Fischereibetriebe müssen nun um ihre Existenz fürchten, wenn der Fischbestand weiter sinkt. Die Überfischung führt somit nicht nur zur Eindämmung der maritimen Biodiversität und der darauf folgenden Umweltauswirkungen, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Einbruch des Fischereiwesens. Walter Zeeck erzählt im Interview mit ZEIT ONLINE seine Geschichte und wie er in einem halben Jahrhundert als Fischer den Rückgang der norddeutschen Stint-Bestände miterlebt hat. Der Artikel zeigt, dass nachhaltige Innovationen und Alternativen existentiell für ein weiteres Bestehen des maritimen Lebens in den Gewässern der Erde sind, nicht nur für das Bestehen des Stints.

Das Walter Zeeks Interview „Wir dachten, der Stint wäre unerschöpflich“ mit Folko Damm vom 14. März 2019 findet ihr bei ZEIT ONLINE.

 

 

 

 

Tauch­ro­bo­ter MARUM-QUEST erst­mals in ant­ark­ti­schen Ge­wäs­sern

© vdl

Pressemitteilung, 11.04.2019 vom MARUM

 

Wo Erd­plat­ten auf­ein­an­der­tref­fen, ist die Erde in Be­we­gung. Eine Ex­pe­di­ti­on mit dem For­schungs­schiff PO­LAR­STERN will die­se Ak­ti­vi­tä­ten im Süd­po­lar­meer nä­her un­ter­su­chen. Im Fo­kus der MARUM-Fahrt ste­hen da­bei vor al­lem kal­te und hei­ße Quel­len. Zum ers­ten Mal wird der Tauch­ro­bo­ter MARUM-QUEST im Süd­po­lar­meer ein­ge­setzt. Der Ex­pe­di­ti­ons­be­ginn ist für den 13. April 2019 ge­plant.

Es ist nicht die ers­te Ex­pe­di­ti­on von Fahrt­lei­ter Ger­hard Bohr­mann und sei­nem Team ins Süd­po­lar­meer. Be­reits seit 2012 be­schäf­ti­gen sich die For­schen­den mit der Fra­ge, wie Flui­de und Gase an hei­ßen und kal­ten Quel­len ent­lang der Sand­wich Plat­te zir­ku­lie­ren. Die Sand­wich Plat­te ist mit 350 Ki­lo­me­tern West-Ost- und cir­ca 550 Ki­lo­me­tern Nord-Süd-Er­stre­ckung zwar eine re­la­ti­ve klei­ne Plat­te, aber sie ist zwi­schen der Süd­ame­ri­ka­ni­schen und der Ant­ark­ti­schen Groß­plat­te der ak­tivs­te Erd­krus­ten­be­reich. Die Sand­wich Plat­te ent­steht durch Sprei­zung und Vul­ka­nis­mus am Ost-Sco­tia Rü­cken. Sie wan­dert nach Os­ten, wo sie mit der Süd­ame­ri­ka­ni­schen Plat­te kol­li­diert. Ein Tief­see­gra­ben von acht Ki­lo­me­tern Was­ser­tie­fe und eine Ket­te von ak­ti­ven, teil­wei­se In­sel-bil­den­den Vul­ka­nen sind die Fol­ge.

In die­sem Ge­biet lie­gen ein­zig­ar­ti­ge che­mo­syn­the­tisch-le­ben­de Öko­sys­te­me an den hei­ßen Quel­len so­wohl am Rü­cken als auch an Un­ter­was­ser­vul­ka­nen des Süd-Sand­wich In­sel­bo­gens. Zu­dem ver­mu­ten die For­schen­den hier kal­te Quel­len. So­wohl an hei­ßen wie an kal­ten Quel­len tre­ten Flui­de und Gase aus – Ziel der Fahrt ist es, bei­de Sys­te­me ge­nau­er zu un­ter­su­chen und mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Da­für wird jetzt zum ers­ten Mal in der Süd­po­lar­re­gi­on der fern­ge­steu­er­te Tauch­ro­bo­ter MARUM-QUEST ein­ge­setzt.

Or­ga­nis­men der hei­ßen und kal­ten Quel­len be­kom­men ihre En­er­gie aus che­mi­schen Ver­bin­dun­gen der Flui­de an den Aus­tritts­stel­len. Ge­ra­de die geo­gra­fi­sche Nähe ei­nes Sprei­zungs­rü­ckens zu ei­ner Sub­duk­ti­ons­zo­ne macht das Ziel­ge­biet be­son­ders in­ter­es­sant für das Ex­pe­di­ti­ons­team. Da­bei wird ein mul­ti­dis­zi­pli­nä­rer An­satz ver­folgt, be­tei­ligt sind Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten aus Geo­lo­gie, Geo­che­mie, Bio­lo­gie, Mi­kro­bio­lo­gie und ma­ri­ner Bio­geo­gra­phie. Wäh­rend der Rei­se wer­den au­ßer­dem zum ers­ten Mal Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler mit ein­ge­bun­den, die statt an Bord am MARUM – Zen­trum für Ma­ri­ne Um­welt­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Bre­men die Tauch­gän­ge ver­fol­gen und so ihre Ex­per­ti­se mit ein­brin­gen.

Die Ex­pe­di­ti­on PS119 wird in den kom­men­den Jah­ren auch in Aus­stel­lun­gen the­ma­ti­siert, dazu lau­fen Ko­ope­ra­tio­nen mit dem In­ter­na­tio­na­len Ma­ri­ti­men Mu­se­um Ham­burg, dem Hum­boldt La­bor im Hum­boldt Fo­rum und dem Lok­schup­pen Ro­sen­heim.

Diese Pressemitteilung findet ihr beim MARUM.

Flucht in der Karibik – Die ersten Inseln versinken im Meer

Eine Leiter führt vom Strand runter zum türkisenen Wasser in der Karibik

© Raoul Croes / Unsplash

Die karibische Insel Gardi Sugdub, vor der Küste Panamas, steht vor dem Untergang im Meer. Die Bewohner:innen dieser Insel sind Menschen, die jetzt schon vor dem steigenden Meeresspiegel aufgrund der Erderwärmung fliehen müssen. In den kommenden 30 Jahren werden bis zu 200 Millionen Menschen vor den Auswirkungen der Klimakrise auf der Flucht sein und müssen ihre Heimat zu verlassen. Es wird größtenteils die Menschen treffen, die am wenigsten für diese Umweltveränderungen verantwortlich sind: „Der Klimawandel trifft die Armen viel stärker als die Reichen“, so Loitza Brown, Bewohnerin der Insel Gardin Sugdub.

Den zugehörigen Artikel vom 11.04.2019 findet ihr beim Tagesspiegel.

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