Forschung

Was die Forschung untersucht und herausfindet, wird durch  Wissenstransfer greifbar und verständlich.
Und ermöglicht so sinnvolles und effektives Handeln für die Meere .

Meere & Ozeane: Das Wissenschaftsjahr 2016/2017

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Meere & Ozeane: Das Wissenschaftsjahr 2016/2017

Neues Wissenschaftsjahr des BMBF widmet sich der Meeresforschung / „Den größten Lebensraum des Planeten kennen und schützen lernen“

Meere und Ozeane heißt das neue Wissenschaftsjahr des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das Mitte 2016 beginnt und bis Ende 2017 gehen wird. Ozeane bedecken zu rund 70 Prozent unseren Planeten. Jeder dritte Mensch auf der Erde nutzt die Meere als Nahrungsquelle. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in küstennahen Regionen. Die meisten Waren erreichen uns über das Meer und am Meeresboden liegen große Rohstoffvorkommen. Die Ozeane nehmen einen großen Teil des vom Menschen produzierten Kohlendioxids auf.

„Meere und Ozeane sind für unser Leben von immenser Bedeutung. Den Großteil der Meere kennen wir noch gar nicht. Trotzdem werden sie vielfach rücksichtslos ausgebeutet und verschmutzt. Plastikteilchen finden sich inzwischen in Fischen, in kleinen Meerestieren und im Arktiseis. Die Meere sind für uns Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum und Klimamaschine. Dieses große Thema wollen wir den Menschen nahe bringen“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Dafür haben wir diesmal mehr Zeit eingeplant. Das bedeutet für die Bürgerinnen und Bürger den größten Lebensraum des Planeten besser kennen und zu schützen lernen.“

Anlässlich des Parlamentarischen Abends des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) zur „Deutschen Arktisforschung und Arktispolitik“ stellte Wanka gestern Abend in Berlin das kommende Wissenschaftsjahr vor. „Entdecken, Nutzen, Schützen“ ist das Motto für die Meere und Ozeane im Wissenschaftsjahr.

Darüber hinaus wurde an diesem Abend über die deutsche Arktispolitik und die zukünftigen Herausforderungen in der Arktisforschung diskutiert. Aktuelle Untersuchungen zeigen die zunehmende Verschmutzung des arktischen Eises durch Mikroplastik und die Versauerung der arktischen Meere. Infolge des schwindenden Meereises durch die Erderwärmung werden neue Rohstoffquellen zugänglich, eine zusätzliche Belastung für die Arktis. Der nachhaltige Umgang mit dem sensiblen Ökosystem ist daher wichtiger Teil der Polarforschung, ebenso wie die Auswirkungen des Klimawandels.

„Klimaveränderungen sind in der Arktis nicht nur zuerst spürbar, sondern sie wirken sich dort auch weit schwerwiegender aus als in anderen Regionen der Erde. Ist in dem labilen Klimasystem erst einmal ein „Punkt ohne Wiederkehr“ erreicht, sind die Folgen gravierend“, sagte Prof. Dr. Karin Lochte, Direktorin des AWI.

Die Meeresforschung ist das zentrale Thema des Wissenschaftsjahres 2016/2017. Die Themen reichen vom Lebensraum Meer über Nahrungsquellen und Wirtschaftsraum, die Bedeutung der Ozeane für Wetter und Klima bis hin zur gesellschaftlichen Bedeutung der Meere und Küstenregionen als Kulturräume, Sehnsuchtsorte und Reiseziele. Bundesweit werden mehrere hundert Veranstaltungen, Gesprächsrunden, Ausstellungen und Wettbewerbe stattfinden. Das Wissenschaftsjahr ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und von Wissenschaft im Dialog (WiD). Zudem engagieren sich zahlreiche Partner für das Wissenschaftsjahr.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.fona.de/de/20690

http://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wissenschaftsjahre/

 

Stroh statt Plastik – Die Kampagne

Plastiktüten, Plastikflaschen, Plastikverpackungen, Plastikstrohhalme – unsere Strände und Meere sind voll von diesem Müll. Laut einer Studie der UNEP (Umweltprogramm der UN) befinden sich heute geschätzte 18.000 Plastikteile auf einem Quadratkilometer Meeresfläche. Und dieser Unrat birgt Verletzungsgefahren für Mensch und Tier, er bedroht letztlich die Ökosysteme der Meere. Es kommt dabei auf jedes einzelne Plastikteil an, das nicht in den Meeren landet.

Aktuell ist das Verbot von Plastiktüten in aller Munde. Es geht darum, ein umweltschädliches Produkt zu vermeiden, das nach wenigen Minuten seinen Zweck erfüllt hat und entsorgt werden muss. Neben Plastiktüten gibt es allerdings auch noch viele weitere Einwegplastikprodukte, deren Gebrauch vollkommen vermeidbar ist. Hierzu zählt der Trinkhalm aus Plastik.

Heute werden jährlich alleine in Deutschland ca. 40 Milliarden Plastiktrinkhalme verbraucht, die pro Jahr über 25.000 Tonnen Plastikmüll verursachen. An Stränden wurden in den letzten Jahren mehr als 6 Millionen Plastikhalme gefunden und auch wir finden am Elbstrand bei unseren Müllsammelaktionen immer viele Plastikstrohhalme.

Bevor der Strohhalm aus Plastik ca. 1950 erfunden wurde, war diese beliebte Trinkhilfe aus nachhaltigem Stroh! Mit der Kampagne „Stroh statt Plastik“ will DEEPWAVE daher auf dieses Problem aufmerksam machen und Alternativen aufzeigen. So möchten wir biologische Halme aus Stroh als Anreiz in Hamburgs Gaststätten (und später in anderen Städten) ausgeben, um so Werbung für „plastikfreies“ Trinken zu machen.

Zur Zielgruppe des Projekts „Stroh gegen Plastik“ gehört jeder, der sein Getränk gerne mal aus einem Trinkhalm trinkt. Spezieller spricht es natürlich vor allem Menschen an, die sich umweltbewusst und nachhaltig verhalten möchten und daran interessiert sind unsere Meere vor Plastik zu schützen. Da das Projekt selbst keine Einnahmen generieren wird, sondern nur den Fokus der Öffentlichkeit schärfen soll und auf das Problem „Plastikmüll in den Meeren“ aufmerksam macht, kommt es eigentlich allen zu Gute.

Natürlich profitiert auch DEEPWAVE e.V. mit seinen Meeresschutzaktionen davon, da der Bekanntheitsgrad steigen wird und somit auch der Einfluss. Das Image der Hersteller von Strohhalmen aus Stroh und andere Partner werden ebenfalls bei dieser Nachhaltigkeitskampagne gewinnen.

Das Projekt „Stroh gegen Plastik“ ist eine ideale Basis für die Zusammenarbeit von verschiedenen Bereichen und Organisationen, die sich für den Erhalt und Schutz der Erde einsetzen.

 

 

Stellungnahme Gorm Öl- und Gasförderung im dänischen Sektor der Nordsee

Stellungnahme deutscher Umweltschutzverbände zu den Plänen Dänemarks / Fa. MAERSK zur Prospektion und Förderung von Öl und Gas im dänischen Sektor der Nordsee

Das Dokument:

NGO Stellungnahme GORM_FINAL

Zum Hintergrund hier:

„Erdgasförderung in der Nordsee : Dänische Öl-Pläne – Angst um Küste in SH“

http://www.shz.de/nachrichten/deutschland-welt/politik/daenische-oel-plaene-angst-um-kueste-in-sh-id12262066.html

Stakeholder Dialogue on «FishEthoBase»

Stakeholder Dialogue on «FishEthoBase»

After having recieved a lot of feedbacks from persons being in their summer leave until mid August, we decided to prolong the dialogue period until 31 August.
Feedback to the FishEthoBase of course will be always welcome, also after the deadline. However we invite you to give us your input before end of August because in September we would like to analyze the results of this first stakeholder round and decide on corrective actions. We will keep you posted on this process.

Please have a look at
http://fishethobase.fair-fish.ch/en/

and give attention to the fact that each species profile consists of 3 parts: the summary (the page displayed first), the findings and the recommendations.

Please do not hesitate to tell us right away what you think of FishEthoBase. You can do so of course by simply replying to this e-mail. But to give us a more precise feedback, we kindly invite you to first register and thus be able to comment to the particular paragraphs you would like us to change or to improve.

When registering, please take a minute or two to give us an idea about your background and your expertise with species or in topics. This will help us to improve our expert database for networking on specific problems and issues.

If any problem or question occurs, please feel free to contact us directly.

On behalf of our research group, we thank you for taking interest in our initiative to help organise the scientific base for fish welfare.

Kind regards

Billo Heinzpeter Studer               Dr. Jenny Volstorf
President, Project Director          Scientific Coordinator

fair-fish.net international association ><(((°>
– respecting fish, nature and fisher(wo)men
– respectant le poisson, la nature, le pêcheur et sa femme
– Rücksicht auf Fische, Natur und Fischer/frauen
– Nel rispetto di pesci, natura, pescatori e pescatrici

Registered office: Zentralstrasse 156 · CH-8003 Zürich
Phone: 0041 44 586 97 45 · Skype: billohps

Bank account: IBAN: CH68 0900 0000 8503 8259 6 · BIC: POFICHBEXXX

German office: Am Bahnhofsplatz 8 · D-76327 Pfinztal
Austrian office: Luigi-Kasimir-Gasse 30 · A-8045 Graz
Italian office: Via delle Giarrette 109 · I-34074 Monfalcone
www.fair-fish.net · www.facebook.com/fair.fish

 

Meeresmüll ist eine tödliche Gefahr

Meeresmüll tötet.

Meeresmüll tötet.

Unsere Ozeane sind vermüllt, das ist kein Geheimnis. Vom städtischen Abfall bis zur verlassenen Fischereiausrüstung: Der Müll auf und in den Meeren ist eines der dringendsten Probleme der Welt. Jedes Jahr kosten die entsorgten Überbleibsel Tausenden von Organismen das Leben, indem sie daran ersticken oder darin verwickelt werden. Der Müll beeinträchtigt auch wichtige marine Lebensräume als Ganzes, wie die Korallenriffe und Seegrasbänke.  Hier weiterlesen.

Kaltwasserkorallen – Juwelen der Tiefsee

Korallen, foto uli kunz, greenpeace

Korallen, foto uli kunz, greenpeace

Kaltwasserkorallen – Juwelen der Tiefsee

Juwelen der Tiefsee

Die Kaltwasserkoralle: Greenpeace und das Ozeaneum stellen die gefährdete Tiefsee-Schönheit vor – beim Expertentalk am 18. März in der Hamburger Greenpeace-Zentrale.

Exotische Fische, seichte tropische Gewässer – und dazwischen leuchtende Korallen in fantastischen Formationen. So ist das Bild, das wohl die meisten Menschen von den tierischen Stars der Riffe haben. Doch die farbenfrohen Nesseltiere leben auch in den kalten Tiefen der Weltmeere.

Licht in diese Dunkelheit bringen beim Expertentalk am 18. März 2015 Greenpeace-Meeresbiologin Sandra Schöttner  und Henning May, Taucheinsatzleiter des Ozeaneums Stralsund.

Mit faszinierenden Unterwasserfotos und anschaulichen Exponaten wird Henning May die Zuschauer mitnehmen auf eine Tauchreise in den Lebensraum der Kaltwasserkorallen Dabei demonstriert er die Herausforderungen ihrer behutsamen Bergung, damit sie ins Ozeaneum in Stralsund verbracht werden können. Dort sind sie nicht nur Aquariumsbewohner in der Tiefseeausstellung, sie dienen zusätzlich auch der Forschung.

Mit Sandra Schöttner wird May über die Bedeutung von Kaltwasserkorallen als Riff-Baumeister und ihre Bedrohung sprechen – und darüber, was jeder einzelne für den Schutz der „Juwelen der Tiefsee“ tun kann. Denn die artenreichen Ökosysteme sind nicht nur durch die Fischerei gefährdet, sondern auch durch Klimawandel und Meeresverschmutzung.

Das Ozeaneum Stralsund und Greenpeace verbindet eine langjährige Kooperation zum Schutz der Meere. Mit der Ausstellung „1:1 – Riesen der Meere“ und Aktionstagen  ist Greenpeace ständiger Gast im Ozeaneum. Mit dem Expertentalk findet nun eine gemeinsame Veranstaltung in der Greenpeace-Zentrale in Hamburg statt.

Dipl. Geogr. Henning May, Taucheinsatzleiter Ozeaneum Stralsund
Dr. Sandra Schöttner, Meeresbiologin, Greenpeace
Moderation: Dr. Onno Groß, Tiefseebiologe und Journalist, Deepwave Hamburg

18. März 2015, 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr

Veranstaltungsort: Greenpeace e.V., Hongkongstr.10, 20457 Hamburg

Dauer der Veranstaltung circa 2 Stunden, Eintritt frei

Anmeldung

Bitte senden Sie Ihre verbindliche Anmeldung (Name, Personenanzahl) bis zum 13. März 2015 an ausstellung@greenpeace.de. Die Zahl der Plätze ist begrenzt; die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Sie erhalten eine Bestätigung.

http://www.greenpeace.de/themen/ueber-uns/ausstellung-veranstaltungen/juwelen-der-tiefsee

Willkommen!

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Man Bites Shark – Sharks High on the Agenda at CMS COP11

Man Bites Shark – Sharks High on the Agenda at CMS COP11

In the run up to the eleventh meeting of the Conference of the Parties to the Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals (CMS COP11), the CMS Secretariat published an editorial highlighting the urgent need for global protection of sharks, noting that the shark-diving industry can be worth more than the shark-fishing industry.

The piece also recounts the number of efforts undertaken thus far to protect sharks, such as the Wild Aid campaign to reduce demand for shark fin across Asia and the development of new marine protected areas. The submission emphasizes that successful shark protection requires effective coordinated international action, and references the development of a Memorandum of Understanding under the auspices of the Convention. It also underscores that the CMS COP11 representatives will discuss extending the list of shark listed species to include the great and scalloped hammerheads, the silky shark, thresher sharks, sawfish, and mobula rays.

read more: http://biodiversity-l.iisd.org/news/sharks-high-on-the-agenda-at-cms-cop11/

BONN – Sharks have long been portrayed as man-eaters, a menace to any swimmer brave (or foolish) enough to share the water with them. But this perception could not be further from reality. In fact, sharks are extremely vulnerable, and their dwindling populations – largely owing to human behaviour – urgently need global protection.

To be sure, there have been many laudable shark-protection efforts in the last few years. A campaign spearheaded by the United States-based organization Wild Aid has contributed to a major decline in demand for shark fin across Asia. China, for example, has banned shark-fin soup, a traditional delicacy, at official government dinners and functions – a move that contributed to a 30% drop in shark-fin sales from last December to April. In the southern city of Guangzhou, the center of China’s shark-fin trade, vendors have reported an 82% decline in sales over the last two years.

It should not be difficult to spur countries to take action to protect their shark populations, given that a shark’s economic value plummets when it is killed. A study by the Australian Marine Institute found that Palau’s shark-diving industry is worth far more than its shark-fishing industry. A single reef shark that frequents major dive sites in Palau is worth roughly $179,000 annually, or $1.9 million over its lifetime; the same shark would be worth about $108 dead.

Similarly, the shark-diving industry has brought in an estimated $110 million annually to Thailand, $22 million to the Canary Islands, and a massive $800 million to the Bahamas over the last 20 years. It is not difficult to see why allowing fisherman to decimate these countries’ shark populations would be counter-productive.

Developing protected areas and corridors for shark migration is also important. Last month, US President Barack Obama extended the maritime boundary of the Pacific Remote Islands Marine National Monument from 50 miles to the 200-mile limit, effectively merging the region’s national parks into one massive protected area, in which commercial fishing is prohibited.

Similar protected areas have been created over the last couple of years in Palau, Micronesia, Indonesia, and the Maldives. But the new sanctuary in the Pacific – with an area equivalent in size to Texas, California, Montana, and Arizona combined – could be the largest such zone in the world.

Though these measures are certainly positive steps, no country acting alone can ensure adequate protection of shark populations. After all, sharks are global wanderers; they have no regard for the boundaries of economic exclusion zones, protected areas, or countries’ territorial waters. Shark-protection efforts cannot truly be effective without coordinated international action.

Such action must not only aim to protect shark populations directly; it must also address major threats to sharks, such as illegal trade, bycatch, and overfishing.

Consider climate change. A recent study by the University of Lisbon’s Center for Oceanography reports that acidification from CO2 emissions could cause the global shark population to decline by as much as 40% by 2100. Add to that the more than 73 million individual sharks that are already lost annually, and the situation is clearly unsustainable.

As it stands, there is no global treaty to protect sharks. But frameworks are in place for the development of international conservation measures. The Convention on Migratory Species, for example, has a track record of working with countries – as well as international organizations, NGOs, media, and the private sector – to spur coordinated action that meets international standards.

The Convention’s memorandum of understanding on shark conservation, which lists seven endangered species, has attracted 35 signatories so far. Representatives from these countries will meet in Quito, Ecuador, to discuss extending the list to include the great and scalloped hammerheads, the silky shark, thresher sharks, sawfish, and mobula rays. Given how many shark species have been proposed, some have begun referring to the Convention’s Conference of the Parties as the “shark COP.”

But proposals must give way to action. The threats facing sharks are well documented. It is time to launch concerted global efforts to protect some of the oldest, most vulnerable – and most valuable – species in our seas.
http://www.cms.int/en/news/man-bites-shark

Lophelia-Korallen der Tiefsee bilden Geschwisterriffe

 

Riff-Baumeister mit Sinn für Harmonie

Kaltwasserkorallen verbinden sich über Verwandtschaftsgrenzen hinweg

Kaltwasserkorallen der Spezies Lophelia pertusa sind in der Lage, Skelett-Verbindungen mit genetisch fremden Artgenossen einzugehen. Auf Fahrten mit dem am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel stationierten Tauchboot JAGO entdeckten Wissenschaftler aus Schottland und Deutschland vor der Norwegischen Küste erstmals verschiedenfarbige Korallenzweige, die nahtlos zusammengewachsen waren. In ihrer Veröffentlichung in den „Scientific Reports“ erklären die Forscher, wie die Fähigkeit zur Verschmelzung die Stabilität der Korallenriffe unterstützt und somit zum Erfolg der Korallen als Riff-Baumeister der Tiefsee beiträgt.

Sie leben in den kalten, dunklen Tiefen der Meere, sind häufig starken Strömungen ausgesetzt und liefern eine stabile Basis für artenreiche und farbenfrohe Ökosysteme: Steinkorallen der Art Lophelia pertusa gelten als hervorragende Riff-Baumeister. Nach den neuesten Erkenntnissen von Forschern der Heriot-Watt Universität Edinburgh, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Universität Glasgow und des United States Geological Survey verbinden sogar genetisch unterschiedliche Individuen ihre Skelette miteinander. Erste Beobachtungen hierzu machten die Wissenschaftler auf einer Expedition mit dem Tauchboot JAGO und dem Forschungsschiff POSEIDON vor der Küste Mittelnorwegens im September 2011. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in den „Scientific Reports“.

„Auf unseren Tauchgängen mit JAGO fanden wir Riffe, in denen der orangefarbene und der weiße Typ der Koralle miteinander verschmolzen zu sein schienen“, berichtet Dr. Sebastian Hennige von der Heriot-Watt Universität Edinburgh. „Dieser Anblick fiel mir sofort auf, und wir haben direkt einige Proben für genetische Tests und Skelett-Analysen genommen. Damit konnten wir später beweisen, dass sich tatsächlich Individuen einer Art verbunden hatten, die keine Geschwister sind.“ Aufgrund seiner Erkenntnisse geht Hennige davon aus, dass Lophelia pertusa Vertreter ihrer Art über Verwandtschaftsgrenzen hinweg erkennt.

Bis jetzt wurde angenommen, dass die ausgedehnten Riffe von Geschwistern gebildet wurden. Sie sind jedoch ein Ergebnis der Fusion von genetisch unterschiedlichen Individuen – als ob zwei Menschen, die nah beieinander sitzen, ihre Skelette miteinander verbinden. Diese Fähigkeit unterscheidet Lophelia pertusa stark von tropischen Korallen. Tropische Riffe werden von Kalkalgen zusammengehalten, die die Kruste abgestorbener Zweige bevölkern. Diese Algen sind auf Tageslicht angewiesen. „Kaltwasserkorallen, die ihre Riffe ausschließlich im Dunkeln errichten, können nicht auf eine solche Unterstützung bauen. Sie scheinen aber einen anderen Weg gefunden zu haben, um Stabilität herzustellen,“ erläutert Dr. Armin Form, Meeresbiologe am GEOMAR und Co-Autor der Veröffentlichung. „Entweder die Korallen verschmelzen tatsächlich zu einem gemeinsamen Stock, oder ein Zweig überwächst den anderen, ohne dass der Partner dabei Schaden nimmt.“ Tropische Steinkorallen verhalten sich gegenüber ihren Nachbarn meistens deutlich aggressiver: Sie setzen chemische Stoffe frei, um Kontakt zu anderen Korallen zu verhindern. „Dieses Abwehrverhalten kostet allerdings viel Energie, die dann nicht mehr für andere Funktionen zur Verfügung steht“, so Dr. Form.

„Unsere Entdeckung zeigt nicht nur, wie viel wir noch über die Ökosysteme der Tiefsee zu lernen haben. Sie belegt auch, wie wichtig der technologische Fortschritt ist“, betont Murray Roberts, Professor an der Heriot-Watt Universität Edinburgh. „Die Chance, die Riffe selbst mit dem Tauchboot JAGO zu erkunden, hat uns ganz neue Einblicke beschert und geholfen, die kostbaren Proben direkt mit aufs Schiff und weiter in unsere Labore zu bringen.“

Lophelia pertusa hat im Laufe der Evolution Eigenschaften herausgebildet, mit deren Hilfe sich Energie sparen und die Stabilität im Riff stärken lässt. „Angesichts dieser Flexibilität hoffen wir, dass sie auch mit zukünftigen klimatischen Veränderungen zurechtkommt. Allerdings läuft der globale Wandel derartig schnell ab, dass es fraglich bleibt, ob die Korallen Schritt halten können“, sagt Dr. Armin Form.

Originalveröffentlichung:
Hennige, S.J., Morrison, C. L., Form, A. U., Büscher, J., Kamenos, N. A. and Roberts, J.M., 2014: Self-recognition in corals facilitates deep-sea habitat engineering. Sci. Rep. 4, 6782, doi:10.1038/srep06782.

http://www.geomar.de/index.php?id=4&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=2141&tx_ttnews[backPid]=185

Nord- und Ostsee-Monitoring zeigt hohen Artenreichtum

Nord- und Ostsee ist wichtiges Aufenthalts- und Durchzugsgebiet für bedrohte Meeressäugetiere und gefährdete Seevogelarten

BfN veröffentlicht aktuelle Monitoring-Ergebnisse
Weißschnauzen- und Weißseitendelfine, Papagei- und Atlantiksturmtaucher gesichtet

Die Nord- und Ostsee sind sehr wichtige Aufenthalts- und Durchzugsgebiete für bedrohte Meeressäugetiere und gefährdete Seevogelarten. So das Ergebnis des diesjährigen Monitoring in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee, das das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen von internationale Abkommen und Richtlinien koordiniert. Mit der langfristigen und systematischen Erfassung und Beobachtung erhält das BfN regelmäßig Informationen über Vorkommen und Verbreitung von Meeressäugetieren und Seevögeln.

Im diesjährigen Erfassungszeitraum wurden wieder bedrohte große Walarten und Delphine, z.B. Weißschnauzen- und Weißseitendelfine, in deutschen Gewässern gesichtet. Neben den typischen Vögeln werden beim Seevogel-Monitoring auch wieder seltene Arten erfasst. So wurden z.B. während eines Schiffssurveys in der Nordsee im Juli 2014 Papageitaucher, Skua und Atlantiksturmtaucher in der Deutschen Bucht und auf der Doggerbank gesichtet. „Das regelmäßige Monitoring der Wirbeltiere liefert uns seit nunmehr sechs Jahren umfangreiche Daten zum Erhaltungszustand der Populationen, zu Verbreitung und Vorkommen sowie Trends und Gefährdungen. Das BfN kann hieraus wichtige Schlussfolgerungen für die Bewertung der zahlreichen Eingriffe in die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee ziehen, “ sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

Beim Monitoring der Meeressäugetiere stehen vor allem Schweinswale im Fokus der Wissenschaft. Deutliche positive Bestandtrends konnten aktuell noch nicht verzeichnet werden, jedoch ist die Dichte der Schweinswale in der Nordsee noch auf einem beständigen Niveau. Das Schutzgebiet Sylter Außenriff und seine Umgebung sind nach wie vor nordseeweit für die Schweinswale von besonderer Bedeutung für die Paarung und die Aufzucht ihrer Kälber.

Die Ostsee-Schweinswale bleiben allerdings „Sorgenkinder“, wie erhöhte Totfunde und niedrige Bestandszahlen belegen. Ihr Vorkommen in der westlichen Ostsee ist zwar noch vergleichsweise stabil. Rund um Fehmarn werden auch regelmäßig Kälber erfasst. Doch die sehr kleine eigenständige Population der östlichen Schweinswale, östlich vom Darß, ist sehr stark bedroht. Die Tiere sind in dieser Region so selten geworden, dass ihre Erfassung nur mit Hilfe von Unterwassermikrofonen, die die Orientierungslaute der Tiere aufzeichnen, gelingt.

Während der Erfassungssurveys werden auch immer wieder bedrohte große Walarten und Delphine in deutschen Gewässern gesichtet. Zwergwale, aber auch Weißschnauzen- und Weißseitendelfine werden vereinzelt, aber regelmäßig im Rahmen der regulären Säugetiersurveys in den küstenfernen Bereichen der deutschen AWZ geortet. Gerade Zwergwale treten dabei gehäuft im äußersten Bereich des „Entenschnabels“ nordöstlich der Doggerbank auf. Möglicherweise stellen die Doggerbank und ihre Umgebung ein wichtiges Durchzugs- und Nahrungsgebiet für diese bis zu 10m langen Bartenwale dar. Selbst Buckelwale oder Riesenhaie werden gelegentlich in der deutschen Nordsee gesichtet.

Die Ergebnisse des Seevogel-Monitorings zeigen, dass es sehr erhebliche artspezifische Unterschiede im Vorkommen gibt. Viele Arten überwintern in deutschen Meeresgebieten in international bedeutenden Konzentrationen, andere nutzen das offene Meer als Nahrungsgebiet in der Nachbrutzeit. Neben den typischen Vögeln werden auch immer wieder seltene Arten erfasst. So wurden z.B. während eines Schiffssurveys in der Nordsee im Juli 2014 Papageitaucher, Skua und Atlantiksturmtaucher in der Deutschen Bucht und auf der Doggerbank gesichtet.

Hinweis:
Aktuelle Berichte vom Bundesamt für Naturschutz zum Monitoring von Meeressäugetieren (Schweinswale) und Seevögeln in den deutschen Meeren können unter www.bfn.de/0314_monitoringberichte.html heruntergeladen werden.

Quelle: https://www.bfn.de/presse/pressearchiv/2014/detailseite.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5261&cHash=c19871f71f83c71d7442711b0e9f6f2b

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