Das Bild zeigt sieben Wissenschaftler auf der zugefrorenen Ostsee. Alle tragen Schneeanzüge und entnehmen Eis aus dem Untergrund.

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Im September diesen Jahres startete eine der spektakulärsten Expeditionen: unter der Leitung des Alfred-Wegner Instituts brechen Wissenschaftler:innen in die Arktis auf, um sich auf dem Forschungsschiff „Polarstern“ einfrieren zu lassen. Ziel der sogenannten MOSAiC (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate) Expedition ist es, den Einfluss der Arktis auf das globale Klima zu untersuchen. Insgesamt sind etwa 900 Menschen an dem Projekt beteiligt, von denen 600 mit vor Ort sein werden.

05.03.2019, NDR, Autor: Friedrich Leist

Das Eis auf der Ostsee ist fast einen Meter dick, die Temperatur auf minus 17 Grad gefallen – ideale Bedingungen, um vor der finnischen Halbinsel Hailuoto die Eisdicke zu bestimmen.

Die Wissenschaftler schleppen ihre Geräte mit Schlitten auf das Eis. Bohrer, Stative, Messbänder, Sensoren, alles wird ausprobiert. Knapp 30 Polarforscher sind diesmal bei dem Vorbereitungskurs dabei. Jeder Teilnehmer der Polarexpedition muss später alle grundlegenden Messungen beherrschen, sagt Julia Regnery, die das Training leitet: „Falls jemand ausfällt, müssen die anderen einspringen können.“

Im September wollen die Wissenschaftler mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ an einer Eisscholle in der Arktis festmachen. Das Schiff wird dann im Packeis einfrieren. Allein durch die Bewegung des Eises soll die Polarstern bis fast an den Nordpol heran kommen – Transpolardrift, so nennen die Forscher das. Etwa sieben Kilometer pro Tag legt die Polarstern auf diese Weise zurück.

Die Arktis soll genau vermessen werden

Das Schiff dient als Basis, im Umkreis wird ein riesiges Netz von Messstationen aufgebaut, Wetterballons, Tauchroboter und Eisradare.

Die Arktis soll auf der Expedition ganz genau vermessen werden, sagt Natascha Oppelt, Professorin an der Uni Kiel: „Die Arktis ist ein Bereich, der vom Klimawandel ganz besonders betroffen ist.“ Wenn das Eis der Arktis schmelze, werde weniger Sonnenlicht von der Erde wegreflektiert – das wiederum führe dazu, dass die Arktis noch schneller taue.

Bei der Vorbereitung in Finnland haben die Forscher inzwischen Löcher ins Eis gebohrt, mit einem handelsüblichen Akkuschrauber und einem ein Meter langen Bohrer. Statt hochentwickeltem Spezialgerät kommt beim Training in Finnland ein Maßband mit Gewicht zum Einsatz.

So haben die Polarforscher schon vor hundert Jahren die Dicke des Eises bestimmt. Diese Art der Messung sei oft am zuverlässigsten, sagt Oppelt: „Oft greift man dann doch eben auf diese etwas altertümliche Technik zurück, denn ein Zentimetermaß funktioniert immer, weil es keine Batterie braucht.“

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Den vollständigen Artikel findet ihr bei der Tagesschau.
Mehr Informationen gibt es auf der AWI Website.

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