Neue Ergebnisse einer Studie der britischen Beratungsfirma University Maritime Advisory Services (UMAS) zeigen, dass sich der CO 2-Austoß der Schiffe, die Liquefied Natural Gas (LNG) verwenden, kaum verringert und sich der Methanausstoß sogar erhöht. Die Hamburg Port Authority arbeitet weiterhin am Aufbau einer LNG-Infrastruktur für den Hamburger Hafen.

Elbvertiefung, 28.06.2018

Vor wenigen Wochen erst hat sich die internationale Schifffahrtsbranche zu klar
festgelegten Klimaschutzzielen verpflichtet: Bis 2050 soll die weltweite Flotte
ihren CO2-Ausstoß um die Hälfte verringern. Und Flüssiggas,
sogenanntes Liquefied Natural Gas (LNG) spielt bei diesen Überlegungen eine
zentrale Rolle: Im Gegensatz zu Schweröl und Diesel gilt es als umweltfreundlicher
Kraftstoff, sein Einsatz wird europaweit mit etwa 20 Milliarden Euro gefördert. In
Hamburg arbeitet die Hamburg Port Authority an einer LNG-Infrastruktur im Hafen,
weil sie davon ausgeht, dass immer mehr Schiffe entsprechend umgerüstet werden.
Nun aber kommt eine Studie der britischen Beratungsfirma »University Maritime
Advisory Services« zu dem Schluss, dass sich der CO 2 -Ausstoß der mit LNG
betriebenen Schiffe – anders als bisher gedacht –kaum verringert, der
Methanausstoß wäre demnach sogar noch höher als bei herkömmlichem
Treibstoff. Die Forscher warnen vor weiteren Investitionen in die Technologie. Doch
was heißt das für Hamburg? Der hohe CO 2 -Ausstoß ist schließlich nur ein
Problem der Schifffahrtsindustrie, ein anderes die Luftverschmutzung – gerade
in einer Hafenstadt tragen die Schiffe erheblich dazu bei. »LNG ist nach dem
heutigen technischen Stand die erste Wahl, wenn es darum geht, etwas gegen
Schwefel, Stickoxide und Partikel zu tun«, sagte uns Christian Füldner, Sprecher
der Verkehrsbehörde. Zwar sei es richtig, dass Methan entweiche, doch trotz
dieses sogenannten »Methanschlupfs«, der je nach Motor und Betriebsart variiere,
würde immer noch zehn bis 20 Prozent weniger CO 2 ausgestoßen. »Die
Klimabilanz in Sachen Luftreinhaltung ist positiv für uns«, so Füldner, noch besser
wären allerdings synthetische Treibstoffe, dafür fehle aber noch die Technologie.
»Zwar ist LNG derzeit eine Übergangslösung, aber aus heutiger Sicht der
richtige Weg.«

Quelle: https://www.zeit.de/hamburg/2018-06/elbvertiefung-28-06-2018

Die vollständige Studie der University Maritime Advisory Services (UMAS) findet ihr hier.

Elbevertiefung: https://www.zeit.de/serie/elbvertiefung

 

 

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