Politik

Um die systematische Zerstörung der Ozeane zu verhindern, müssen wir uns gemeinsam dafür entscheiden.
Jeder für sich und alle zusammen als Teil von Politik und Wirtschaft.

Zeit der Ausreden ist vorbei

Wir zerstören unsere eigene Lebensgrundlage. Die Regenwälder verschwinden, 2/3 der Meere sind vermüllt und verschmutzt und die Todeszonen breiten sich weiter aus – jede achte Art ist vom Aussterben bedroht. Gescheiterte Strategien der Politik, profitorientiertes Wirtschaften und steigender Konsum führen dazu, dass zunächst die Lebensgrundlage der Menschen verschwindet, die sowieso schon unter Nahrungsmangel leiden, sehr arm sind oder sich ihre Lebensmittel nicht dazu kaufen. Jedoch wird es früher oder später auch die Industrieländer treffen.

Ein grundsätzliches Umdenken ist nötig.

Tagesschau, 06.05.2019, Autor: Axel Weiß (SWR)

Der Artenschutzbericht offenbart Zahlen des Grauens. Da alle bisherige Strategien scheiterten, ist ein Umdenken nötig. Sowohl die Agrarpolitik der EU muss zur Debatte stehen – als auch das tägliche Stück Fleisch.

Jetzt wurde es mal wieder ganz deutlich gesagt: Die Menschen ruinieren ihre Lebensgrundlagen – weltweit und mit ungeheurer Geschwindigkeit. Und nahezu alle Lebensräume sind inzwischen betroffen. Jede achte Art ist vom Aussterben bedroht, eine Million Arten etwa. Die Meere sind zu zwei Drittel verschmutzt, überfischt, die Todeszonen ohne jedes Leben breiten sich aus und haben jetzt schon die Fläche Großbritanniens erreicht.

Während die Regenwälder schrumpfen, hat sich die Stadtfläche – global gesehen – in nur 25 Jahren verdoppelt. Und so weiter und so weiter: Seitenlang enthält der heute veröffentlichte Bericht Zahlen des Grauens, der Vernichtung von Leben, der Verschlechterung von Lebensverhältnissen. 132 Staaten haben den Bericht des Weltrats für biologische Vielfalt abgezeichnet. Soll also keiner kommen und sagen: Oh, das wussten wir nicht. Und nun? Wie geht’s weiter?

Von gescheiterten Strategien

Der Bericht zeigt ja, dass alle bisherigen Versuche gescheitert sind, den Verlust an Vielfalt zu stoppen. Es gab ja schon einige. Das gilt für die nationale deutsche Strategie zur biologischen Vielfalt wie die EU-Strategie wie die weltweiten Versuche, das Artensterben zu bremsen. Es gibt ja bereits eine UN-Konvention zur biologischen Vielfalt und zwar so lange, wie es auch eine gegen den Klimawandel gibt, seit mehr als 25 Jahren also. Nur war die bisher kaum ein gesprächswertiges Thema. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Tagesschau: https://www.tagesschau.de/

Dorschbestand in der östlichen Ostsee kollabiert – Umweltverbände fordern sofortigen Fangstopp


© Vlada Z / Fotolia

Pressemitteilung, 11.04.2019 von der Deutschen Umwelthilfe (DUH)

Internationale Fischereiwissenschaftler berichten über alarmierenden Zustand des östlichen Dorschbestands in der Ostsee – Umweltorganisationen fordern Fischereiminister aller EU-Ostseestaaten zu sofortigem Fangstopp auf

Berlin, 11.4.2019: Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) befindet sich der östliche Dorschbestand in der Ostsee in einem so kritischen Zustand, dass er selbst nach einem sofortigen Fangstopp noch immer im roten Bereich bliebe.

Bereits seit Jahren warnen Wissenschaftler davor, dass der östliche Dorschbestand in Gefahr ist. Besonders besorgniserregend sind die geringe Bestandsgröße und das unzureichende Nahrungsangebot. Im Januar dieses Jahres präsentierten Wissenschaftler Daten von Forschungsfahrten in der östlichen Ostsee aus 2018. Das alarmierende Ergebnis: Oft blieben die Fangnetze weitestgehend leer.

Angesichts der aktuellen Bestandslage fordern die fünf Umweltverbände Coalition Clean Baltic, Deutsche Umwelthilfe, Oceana, Our Fish und WWF:

„Der neue ICES-Bericht sowie die Daten der Forschungsfahrten in der Ostsee von 2018 liefern schockierende Beweise für die verheerend geringe Populationsgröße, auf die der östliche Dorschbestand geschrumpft ist. Die Fischereiminister der Ostseestaaten und die Europäische Kommission müssen unverzüglich Sofortmaßnahmen ergreifen und den Fischfang stoppen. Andernfalls tragen sie Verantwortung für das kommerzielle Aussterben des Dorsches in der östlichen Ostsee.“ […]

Die vollständige Pressemitteilung findet ihr hier.

Deutsche Umwelthilfe: https://www.duh.de/

 

 

NABU fordert Regulierung von Plastikmüllexporten

Pressemitteilung, 23.03.2019 vom NABU

Berlin – Anlässlich der Tagung der Vertragsparteien des Basler Übereinkommens in Genf (ab 29. April) fordert der NABU eine strengere Regulierung von Plastikmüllexporten aus Deutschland.

Jährlich werden gut eine Million Tonnen Plastikabfälle von Deutschland ins Ausland exportiert. Dies entspricht etwa einem Sechstel des insgesamt in Deutschland erzeugten Plastikabfalls. In Folge der chinesischen Importrestriktionen wird der Abfall seit vergangenem Jahr verstärkt in südost- und südasiatische Länder wie Malaysia, Indien oder Indonesien verschifft. Allein diese drei Länder nahmen 2018 mehr als ein Viertel der deutschen Exporte auf. Durch Medienberichte und NGO-Arbeit wurde nachgewiesen, dass nur ein Teil dieser Exporte in den Zielländern recycelt wird. Der Rest wird unter niedrigen Umweltstandards verbrannt oder deponiert.

„Die Folge sind schädliche Emissionen durch die Verbrennung sowie Einträge von Plastik in die Natur, Gewässer und letztlich ins Meer“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Nicht nur die Umwelt, auch die lokale Bevölkerung leide unter den Belastungen, wenn Luft, Böden und Gewässer vor Ort verschmutzt werden. „Länder wie Malaysia werden als Müllkippe für Plastikabfälle aus der sogenannten entwickelten Welt missbraucht“, so Miller.

Das internationale Basler Übereinkommen regelt die grenzüberschreitende Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung. Der NABU fordert, dass das Übereinkommen dahin gehend angepasst wird, dass Plastikabfall niedriger Qualität nicht mehr in Länder mit geringen Entsorgungs- und Recyclingstandards exportiert werden kann. Der NABU unterstützt den Vorschlag Norwegens, gemischte oder verunreinigte Plastikabfälle, die nicht oder nur schwer recycelbar sind, zur Gruppe von Abfällen, die besonderer Prüfung bedürfen, zuzurechnen. In der EU würde diese Klassifizierung aufgrund der geltenden EU-Abfallverbringungsverordnung einem Verbot von Exporten jener Plastikabfälle in Nicht-OECD-Länder gleichkommen. […]

Die vollständige Pressemitteilung findet ihr hier.

NABU: https://www.nabu.de/

 

 

 

 

Lärmschutz für Wale

© Getty Images

Die US-Regierung will mit Luftkanonen unter Wasser nach Öl und Gas suchen – und streitet ab, dass Tausende Wale und Delfine darunter leiden würden. Die Schallwellen halten die Meeresbewohner nicht nur von der Nahrungssuche ab, sondern verursachen schwere Gehörschäden und innere Verletzungen, die zu Taubheit oder gar zu Gehirnblutungen und zum Tod führen. Umweltschützer*innen hilft jetzt womöglich nur noch die Taktik, die ein demokratischer Abgeordneter bereits im Parlament angewendet hat.

Süddeutsche Zeitung, 01.04.2019, Autorin: Michaela Haas

Das Problem: Um Öl- und Gasvorkommen aufzuspüren, genehmigt die Trump-Regierung an den Küsten Unterwassersprengungen, die Wale und Delfine gefährden.

Die Lösung? Die Umstellung auf erneuerbare Energien. Und bis dahin alle zehn Sekunden ein Donnerhall vor dem Weißen Haus.

Der März war kein guter Monat für Wale: Auf den Philippinen wurde ein toter Wal angeschwemmt, der an unglaublichen 40 Kilo Plastik im Magen erstickt war, in Mexiko zählen die Forscher nur noch weniger als zwei Dutzend Exemplare der kleinen Vaquita-Wale, die damit praktisch keine Überlebenschance mehr haben. Und fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Trump-Regierung beschlossen, nun auch den Walen vor der amerikanischen Ostküste das Leben schwer zu machen. Denn das Moratorium ist abgelaufen, das bis 2017 Ölbohrungen vor der Atlantikküste verhinderte.

Bei all den vielen Skandalen der Trump-Regierung geht im Twitter-Gewitter unter, dass Trump und die amerikanische Öl- und Kohlelobby ständig Umweltschutzprogramme außer Kraft setzen.

Während sich überall auf der Welt Menschen um den Schutz der Wale bemühen, geht die Trump-Regierung den umgekehrten Weg: Sie will an der Ostküste der USA wieder seismische Tests zulassen, auch Unterwassersprengungen genannt. An der Atlantikküste von Delaware bis Florida sollen Schiffe nun sogenannte »Air Canons« hinter sich herziehen, also Luftkanonen, die Druckluft in den Meeresboden schießen. Das heißt: Alle 10 Sekunden werden Unterwasserkanonen feuern, um mit dem Echo Öl- und Gasvorkommen auf dem Meeresboden aufzuspüren – zum Schaden der Wale und Delfine. Denn die verlassen sich bekanntlich auf ihr Gehör, um sich zu orientieren, zu kommunizieren und Nahrung zu finden.

Der Lärm ist bis zu 100.000 Mal lauter als ein Düsenflugzeug. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/

Nothing To Say – Extinction Rebellion

Die zivile Widerstandsbewegung „Extinction Rebellion“ setzt sich für dafür ein, dass die Regierung den ökologischen Notstand erklärt und den nötigen gesetzlichen Rahmen schafft, um ihre Forderungen umzusetzen.

„Wer liebt, kann nicht mehr anders als kämpfen. Alles, was ich liebe, ist bedroht. Alles, was ich liebe, ist in Gefahr zu verschwinden, nicht lautlos, sondern unter Leid und Schmerzen. Die Natur ebenso wie die menschliche Kultur. Das Leben selbst ist gefährdet.“
– Wolf Slatner von Extinction Rebellion

Extinction Rebellion, 08.04.2019, Autor: Wolf Slatner

Mit viel Schwung hatte ich den ersten Blog hier geschrieben. Doch dann kam nichts mehr. Tausend Ideen, Notizen, Anregungen … ich hatte mir einen festen Rhythmus vorgenommen. Doch stattdessen bin ich erst einmal verstummt.

Es ist die Flut der Nachrichten, von der ich nicht mehr wusste, wie ich sie bewältigen sollte. Der Zustand der Regenwälder in Brasilien oder Indonesien, die plastikvermüllten Ozeane, die weiter steigenden CO2-Emissionen, die schmelzenden Pole, der ansteigende Meeresspiegel … wozu das noch kommentieren? Es sind Fakten, und Tausende Wissenschaftler mahnen täglich, dass es in unserer Hand liegt… noch in unserer Hand liegt, das Schlimmste abzuwenden. Was gibt es dem hinzuzufügen? Was soll uns denn mehr aus der Apathie aufrütteln als das? Fast dreiviertel der deutschen Bevölkerung fürchtet am meisten die Klimakrise. Muss man da noch aufklären? Zigtausende Schüler gehen auf die Straße und klagen ihre Zukunft ein. Was dazu schreiben? Es spricht für sich.

Und doch geht noch alles so weiter wie bisher. Der Hambacher Forst wird wieder geräumt. Der Personenflugverkehr nimmt ständig zu. Der ADAC fordert breitere Parkplätze für SUVs. Der Kohleausstieg ist verschoben auf die Zeit, wo der Gewinn vorbei ist, mit dem Hintertürchen, dass man die Bagger noch mal ranlassen kann, sollte man ein Profitchen übersehen haben. Die Regierenden verharren – bestenfalls – in krimineller Untätigkeit. Eher noch schaffen sie die idealen Bedingungen, schnell noch abzugreifen, was geht. So stelle ich mir die Passagiere im Casino der Titanic vor. Der Dampfer ist kollidiert, aber sie hören nicht auf zu zocken. Das Geld zirkuliert, noch ist ja Zeit. Zwei Stunden waren es dort, zehn Jahre sind es heute.

Was ich nicht begreife: Warum denken die Mächtigen, dass sie nicht von der Katastrophe betroffen sein werden? Glauben sie allen Ernstes, sie könnten sich wie seit jeher freikaufen? Irgendwohin in Sicherheit bringen? Was wird ihren Kindern die Ausbildungsversicherung nützen, wenn die Insekten verschwunden sind? […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Extinction Rebellion: https://extinctionrebellion.de/

Werde ein Teil der Extinction Rebellion: https://extinctionrebellion.de/aktiv-werden/

 

 

Klimaaktivisten legen Forderungen an deutsche Politik vor

Die „Fridays for Future“-Bewegung kämpft weiter. Zum ersten Mal stellen die Klimaaktivist*innen in Deutschland konkrete Forderungen an die Politik. Die Regierungen werden auf Kommunal-, Landes-, und Bundesebene aufgefordert die Klimakriese als solche auch zu benennen. Zu den Forderungen gehören auch der Kohleausstieg bis 2030, 100% erneuerbare Energieversorgung  und ein Nettonull in der Treibhausgasbilanz bis 2035. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Wissenschaftler*innen haben sie ein Grundsatzpapier mit ihren Forderungen ausgearbeitet, damit die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten und die globale Erwärmung auf unter 1,5 °C zu begrenzen ist.

ZEIT ONLINE, 08.04.2019

Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future in Deutschland haben erstmals konkrete Forderungen für mehr Klimaschutz vorgestellt. In der Bundesrepublik müssten die Treibhausgasemissionen bis 2035 auf netto null sinken, teilten die Aktivistinnen und Aktivisten mit. Zudem müsse der Kohleausstieg bis 2030 erfolgt sein. Bis 2035 solle gänzlich auf eine erneuerbare Energieversorgung umgestellt werden.

Die Schülerinnen und Schüler riefen die Bundesregierung dazu auf, ihre Forderungen umzusetzen, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten und die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. „Die Klimakrise stellt für die Stabilität der Ökosysteme unseres Planeten und für Millionen von Menschen eine existenzielle Bedrohung dar“, teilten die Aktivistinnen und Aktivisten mit. Eine ungebremste Erderwärmung sei eine „enorme Gefahr“ für Frieden und Wohlstand weltweit.

Deshalb sei es notwendig, Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Deutschland müsse schon 2019 die Subventionen für fossile Energieträger beenden, fordert die Bewegung. Zudem sollte noch in diesem Jahr ein Viertel der Kohlkraftwerke abgeschaltet und der Ausstoß aller Treibhausgase durch eine hohe Besteuerung stark verteuert werden. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

ZEIT ONLINE: https://www.zeit.de/index

Forderungen von „Fridays for Future“: https://fridaysforfuture.de/forderungen/

Weitere Informationen über „Fridays for Future“:

https://www.deepwave.org/schuelerstreik-organisatorin-luisa-neubauer-im-interview/

https://www.deepwave.org/klimastreikende-fangen-bei-sich-an/

https://fridaysforfuture.de/

 

 

 

Bis zu fünf Grad mehr in der Arktis

© Ulf Mauder/dpa

Im Bericht „Global Linkages“, den das UN-Umweltprogramm Unep herausgegeben hat, wird deutlich, dass sich jetzt schon durch die steigende Wärme am Nordpol globale Konsequenzen abzeichnen.

taz, 27.03.2019, Berhard Pötter

Die Arktis steht nach einem neuen Bericht der UNO vor einer drastischen Erwärmung und tiefgreifenden Veränderungen. „Selbst wenn die jetzigen Versprechen der Länder zum Klimaschutz eingehalten werden, werden sich die Temperaturen über dem arktischen Ozean bis Mitte des Jahrhunderts um 3 bis 5 Grad Celsius erhöhen“, heißt es dem Bericht „Global Linkages“, den das UN-Umweltprogramm Unep veröffentlicht hat. Weil der Permafrostboden auftaue und weitere Treibhausgase freisetze, sei das Ziel des Pariser Klimaabkommens gefährdet. „Die Veränderungen in der Arktis nehmen deutlich an Geschwindigkeit zu, und das hat globale Auswirkungen auf uns alle“, erklärte die geschäftsführende Generalsekretärin der Unep, Joyce Msyuya im Vorwort des Berichts.

Die Erwärmung in den nördlichen Polargebieten geht deutlich schneller als im weltweiten Durchschnitt. Während sich die globale Atmosphäre seit 1880 bisher um 0,8 Grad Celsius erwärmt hat, steigen die Temperaturen in der Arktis doppelt so schnell an. Schon bis 2050, so „Global Linkages“, werden sie im Winter um 3 bis 5 Grad steigen – selbst dann, wenn sofort mit drastischen Reduzierungen bei den Emissionen begonnen werde. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

taz: http://www.taz.de/

Den vollständigen Bericht „Global Linkages“ des UN-Umweltprogramms Unep findet ihr hier.

 

Das unternimmt die EU gegen Plastikmüll

© Jorge Silva/REUTERS

„In der EU entstehen jedes Jahr rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Und in keinem Mitgliedsstaat fällt mehr Verpackungsmüll an als in Deutschland.“ Ab 2021 dürfen in der EU bestimmte Einwegprodukte aus Plastik nicht mehr verkauft werden. Ein erster Schritt, aber werden die Ozeane jetzt spürbar sauberer?

SPIEGEL ONLINE, 27.03.2019, Autor: Claus Hecking

War es das Video des Tauchers, der vor Bali durch eine Müllsuppe schwamm? Oder das von dem Grindwal, der an der thailändischen Küste an mehr als 80 Plastiktüten im Magen verendete? Waren es die Bilder des abgemagerten Wals, der an einem philippinischen Strand mit mehr als 40 Kilogramm Müll im Bauch starb? Oder waren es die Berichte über winzige Plastikteilchen, die Forscher im menschlichen Stuhl entdeckt haben?

Wie auch immer: So einig wie beim Thema Einweg ist das EU-Parlament selten gewesen. Mit 560gegen 35 Stimmen bei 28 Enthaltungen haben die Abgeordneten an diesem Mittwoch die Einweg-Plastikrichtlinie abgesegnet. Das Normenwerk, das die Mitgliedsstaaten nun in nationale Gesetze gießen müssen, soll die Vermüllung der Umwelt und der Meere bekämpfen.

Aber ist es dafür überhaupt weitreichend genug? Der Überblick:

Was wurde entschieden?

Das Europaparlament hat beschlossen, dass bestimmte Einwegartikel aus Kunststoff von 2021 an EU-weit nicht mehr verkauft werden dürfen. Dazu gehören unter anderem Einwegteller, -besteck, Trinkhalme, Kaffeebecher aus geschäumtem Polystyrol, Watte- oder Rührstäbchen. Nicht verboten werden Plastikflaschen. Von 2025 an sollen die Flaschen zu mindestens 25 Prozent aus Recyclingmaterial bestehen, bis 2029 sollen 90 Prozent der Flaschen getrennt gesammelt werden. […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

SPIEGEL ONLINE: http://www.spiegel.de/

Weitere Informationen über den EU-Beschluss zum Verbot von  Einwegprodukten aus Plastik:

https://www.deepwave.org/eu-parlament-stimmt-fuer-verbot-von-wegwerf-plastikprodukten/

Verbot in den Niederlanden- Tödliche Luftballons

Ein Basstölpel-Jungtier, das sich in Plastikfäden verheddert hat. | Bildquelle: picture alliance / Maria Berentz
© picture alliance / Maria Berentz

Ballonschnüre sind eine tödliche Gefahr für Tiere. Im Plastikverbot der EU aus dem vergangenen Jahr für Strohhalme, Einmalgeschirr, Wattestäbchen und andere Wegwerfartikel, wurden Luftballons letztendlich nicht mit einbezogen. Niederländischen Gemeinden verbieten nun den Gebrauch von Luftballons im Freien. Wir hoffen, dass weitere Gemeinden und Regierungen diesem Beispiel folgen, um für den Schutz für Land- und Meeresbewohner zu sorgen.

Tagesschau, 13.03.2019, Autor: Ludger Kazmierczak

Eine ausgestopfte Ente in der Glasvitrine des Naturkundemuseums Ecomare auf Texel. Um den Hals des grauweißen Vogels schlingen sich Schnüre, Geschenkbänder und Plastikschnipsel. „Wir sehen hier eine Ente, die das Opfer von Ballonschnüren geworden ist. Sie verstricken sich darin, wenn sie fischen und tauchen. Manche Sorten halten die Ballons sogar für Nahrung“, sagt Arthur Oosterbaan, Biologe und Museumskonservator.

Nicht nur Vögel erstickten an den Ballonresten oder verhedderten sich in Schnüren, erklärt der Experte. Auch Fische und andere Tiere seien betroffen. Oosterbaan begrüßt es daher, dass auf der westfriesischen Insel seit dem vergangenen Herbst keine Luftballons mehr im Freien losgelassen werden dürfen.

„Und wir hoffen einfach, dass auf der ganzen Welt irgendwann keine Ballons mehr in der Natur losgelassen werden. Die Folgen sind nämlich katastrophal“, sagt Oosterbaan.

Überzogenen Debatte?

Die erste Stadt, die es untersagte bei Kinderfesten oder Hochzeiten Luftballons aufsteigen zu lassen, war 2015 Amsterdam. Dem Beispiel der Hauptstadt folgen mittlerweile rund 60 niederländische Kommunen. Vor einem Jahr waren es gerade mal 18.

Auch Maastricht diskutiert gerade über ein Luftballonverbot – und zwar durchaus kontrovers. Roger Rikers, der in seinem Shop für Partybedarf auch mit Helium befüllte Luftballons verkauft, hält die Debatte für reichlich überzogen. „Dieser Ballon hier ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Die Schnur ist aus Baumwolle, also auch abbaubar“, betont er. „Absolut gut für die Natur.“

Dem hält die Maastrichter Grünen-Politikerin Saskia Hermens entgegen, dass es mehr als zwei Jahre dauere, bis die Schnüre völlig abgebaut seien: „Und bis dahin sind sie meistens schon in einem Magen gelandet und das Tier ist daran gestorben.“ […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Tagesschau: https://www.tagesschau.de/

Weitere Informationen über den Beschluss zum Verbot von Wegwerf-Plastikprodukten in der EU:

https://www.deepwave.org/eu-parlament-stimmt-fuer-verbot-von-wegwerf-plastikprodukten/

 

 

 

 

NABU reicht EU-Beschwerde gegen Offshore-Windpark Butendiek ein

Pressemitteilung, 20.03.2019 vom NABU

Bundesbehörden müssen sofortige Schutzmaßnahmen für Seevögel einleiten

Berlin – Der NABU hat formell Beschwerde bei der Europäischen Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland eingelegt. Grund dafür ist der massive Umweltschaden durch den Offshore-Windpark „Butendiek“ und durch weitere Windparks am europäischen Vogelschutzgebiet „Östliche Deutsche Bucht“ in der Nordsee. „Seit fast zwei Jahren zeigen die Daten, dass seltene und streng geschützte Seetaucher aus dem für sie ausgewiesenen Schutzgebiet vertrieben werden. Die verantwortlichen Behörden müssen jetzt handeln. Sonst verstößt Deutschland weiter jeden Tag gegen geltendes EU-Naturschutzrecht,“ sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sich die Offshore-Windparks in der Nordsee erheblich stärker auf die Vogelwelt auswirken als prognostiziert. Besonders betroffen sind die störungsempfindlichen Seetaucher, die Windräder in großem Abstand meiden. Bis zu einer Entfernung von 16 Kilometern um die errichteten Windparks werden deutlich weniger Seetaucher gezählt. Fast zwei Drittel des EU-Vogelschutzgebietes sind beeinträchtigt.  Die Vögel werden so aus ihrem angestammten Rast- und Nahrungsgebiet, dem für sie ausgewiesenen Schutzgebiet, verdrängt. „Allein ‚Butendiek‘ führt zu einem Totalverlust von rund 265 Quadratkilometern, das sind 8,5 Prozent des Vogelschutzgebiets. […]

Die vollständige Pressemitteilung vom NABU findet ihr hier.

Weitere Informationen über die EU-Beschwerde des NABUs und den Fall „Butendiek“: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/offshore-windparks/butendiek/index.html

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