Das erste Tiefseebergbauprojekt „Solwara 1“ soll  in diesem Jahr am Boden der Bismarcksee vor Papua-Neuguinea starten. Auf der Suche nach Manganknollen, kobaltreiche Eisen- und Mangankrusten, Massivsulfide und Erzschlämme – ein unsicheres Investment. Das geplante Ausbeutungsgebiet beträgt etwa 140 000 Quadratmeter und ist Teil eines ökologisch sehr sensiblen Lebensraums, der auch ein wichtiges Fanggebiet für viele Kleinfischer*innen ist. Der Rohstoffverbauch muss in Deutschland und in Europa auf ein nachhaltiges Maß reduziert werden, stattdessen unterstützt die Bundesregierung Industrie- und Forschungsvorhaben, die den Tiefseebergbau massiv vorantreiben, um auch die unerforschtesten Lebensräume unseres Planeten wirtschaftlich zu nutzen. Der wirtschaftliche Ertrag ist jedoch beim Tiefseebergbau immer noch sehr fraglich…

„Tiefseebergbau ist in diesem Sinne eine Risikotechnologie und steht für den Wunsch nach unbegrenztem Wachstum, nicht für eine vorsorgende Politik“ – Kai Kaschinski (fair-oceans).

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN), 13.06.2018, Autor: Hans-Christoph Neidlein

Die Nutzungskonflikte um die marinen Ressourcen und den Schutz der Ozeane nehmen an Bedeutung zu, wie geplante Tiefseeberg-bauvorhaben zeigen. Umso wichtiger ist eine verantwortungsvolle internationale Zusammenarbeit für eine nachhaltige Entwicklung und Nutzung der Meere entsprechend der UN-Agenda 2030. Die Möglichkeiten des UN-Seerechtsübereinkommens sollten hierfür genutzt werden.

Zwei Drittel der Weltbevölkerung lebt an Küsten und für Milliarden von Menschen sind die Weltmeere Lebensgrundlage. 70 Prozent der Erde sind von Ozeanen bedeckt, sie produzieren Sauerstoff, sie sind Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere und spiritueller Mittelpunkt, vor allem für viele Inselbewohner. Doch die Bedrohung ist vielfach. Wenn sich nichts ändert, könnte bis im Jahr 2050 ebenso viel Plastikmüll wie Fisch in den Weltmeeren schwimmen. 90 Prozent der kommerziellen Fischbestände sind überfischt und schätzungsweise jeder fünfte Fisch wird illegal gefangen. Weil die Ozeane als Lungen der Erde CO2 absorbieren sind sie zu 30 Prozent saurer als in vorindustriellen Zeiten. Dies bedroht alle kalkskelettbildenden Lebewesen wie Korallenriffe. Und Mangrovenwälder, die Küsten schützen, sind in vielen Ländern zerstört worden. Und der Nutzungsdruck auf die marinen Ressourcen steigt weiter.

Umstrittenes Tiefseebergbauprojekt vor Papua-Neuguinea

Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der geplante unterirdische Abbau von mineralischen Rohstoffen in der bisher weitgehend ungenutzten Tiefsee. Die wichtigsten Rohstofftypen im Tiefseebergbau sind die Manganknollen (polymetallische Knollen), kobaltreiche Eisen- und Mangankrusten sowie Massivsulfide und Erzschlämme. Die Manganknollen sind vor allem wegen ihrer vergleichsweise hohen Gehalte an Kupfer, Nickel und Kobalt wirtschaftlich interessant. Bei den Massivsulfiden spielen neben den Buntmetallen (Kupfer, Zink und Blei) besonders die Edelmetalle Gold und Silber sowie Spurenmetalle wie Indium, Tellur, Germanium, Wismut, Kobalt und Selen eine Rolle. Mittlerweile gibt es zahlreiche Explorations- und Forschungsprojekte für Bergbau in der Tiefsee. Weltweit wurden schon für über 1,5 Millionen Quadratmeter Schürfrechte vergeben. […]

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Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN)

 

 

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