Tiefsee

Das unerforschteste und unereichbarste Ökosystem der Erde birgt Wunder und Überraschungen.
Doch sind wir dabei, es irreversibel zu zerstören.

Schützt die Tiefsee – Rettet Casper

Der kleine „Geister-Oktopus“ Casper wurde von amerikanischen Wissenschaftlern vor der Küste Hawaiis in einer Tiefe von 4.000 Metern entdeckt. Er ist ein bisher noch unbekanntes Wesen für die Meeresforscher.

Dies zeigt, wie wenig wir Menschen eigentlich über die Tiefsee wissen. Wir sollten daran denken, dass es auch jenseits der uns sichtbaren Unterwasserwelt vielfältiges Leben gibt und bei jeder Berührung mit dem Ökosystem „Meer“ darauf achten, all seine Bewohner, auch die der Tiefsee, in Frieden leben zu lassen und sie so gut es geht vor Eingriffen zu schützen.

Hier unsere Factsheets zum Thema „Tiefsee“:

Da sein Äußeres an das des Gespenstes Casper aus dem gleichnamigen Film von 1995 erinnert, wurde der Oktopus nach ihm benannt.

https://en.wikipedia.org/wiki/Casper_the_Friendly_Ghost_in_film

https://en.wikipedia.org/wiki/Casper_the_Friendly_Ghost_in_film

 

Und so sieht der Casper der Tiefsee aus:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=6rWHuwWJv3c

 

Wenn ihr mehr über Casper erfahren wollt, helfen euch die folgenden Links sicher weiter:

http://www.geo.de/GEO/natur/tierwelt/hawaii-forscher-entdecken-raetselhaften-geister-oktopus-82766.html

http://oceanexplorer.noaa.gov/okeanos/explorations/ex1603/logs/mar2/mar2.html

Lophelia-Korallen der Tiefsee bilden Geschwisterriffe

 

Riff-Baumeister mit Sinn für Harmonie

Kaltwasserkorallen verbinden sich über Verwandtschaftsgrenzen hinweg

Kaltwasserkorallen der Spezies Lophelia pertusa sind in der Lage, Skelett-Verbindungen mit genetisch fremden Artgenossen einzugehen. Auf Fahrten mit dem am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel stationierten Tauchboot JAGO entdeckten Wissenschaftler aus Schottland und Deutschland vor der Norwegischen Küste erstmals verschiedenfarbige Korallenzweige, die nahtlos zusammengewachsen waren. In ihrer Veröffentlichung in den „Scientific Reports“ erklären die Forscher, wie die Fähigkeit zur Verschmelzung die Stabilität der Korallenriffe unterstützt und somit zum Erfolg der Korallen als Riff-Baumeister der Tiefsee beiträgt.

Sie leben in den kalten, dunklen Tiefen der Meere, sind häufig starken Strömungen ausgesetzt und liefern eine stabile Basis für artenreiche und farbenfrohe Ökosysteme: Steinkorallen der Art Lophelia pertusa gelten als hervorragende Riff-Baumeister. Nach den neuesten Erkenntnissen von Forschern der Heriot-Watt Universität Edinburgh, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Universität Glasgow und des United States Geological Survey verbinden sogar genetisch unterschiedliche Individuen ihre Skelette miteinander. Erste Beobachtungen hierzu machten die Wissenschaftler auf einer Expedition mit dem Tauchboot JAGO und dem Forschungsschiff POSEIDON vor der Küste Mittelnorwegens im September 2011. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in den „Scientific Reports“.

„Auf unseren Tauchgängen mit JAGO fanden wir Riffe, in denen der orangefarbene und der weiße Typ der Koralle miteinander verschmolzen zu sein schienen“, berichtet Dr. Sebastian Hennige von der Heriot-Watt Universität Edinburgh. „Dieser Anblick fiel mir sofort auf, und wir haben direkt einige Proben für genetische Tests und Skelett-Analysen genommen. Damit konnten wir später beweisen, dass sich tatsächlich Individuen einer Art verbunden hatten, die keine Geschwister sind.“ Aufgrund seiner Erkenntnisse geht Hennige davon aus, dass Lophelia pertusa Vertreter ihrer Art über Verwandtschaftsgrenzen hinweg erkennt.

Bis jetzt wurde angenommen, dass die ausgedehnten Riffe von Geschwistern gebildet wurden. Sie sind jedoch ein Ergebnis der Fusion von genetisch unterschiedlichen Individuen – als ob zwei Menschen, die nah beieinander sitzen, ihre Skelette miteinander verbinden. Diese Fähigkeit unterscheidet Lophelia pertusa stark von tropischen Korallen. Tropische Riffe werden von Kalkalgen zusammengehalten, die die Kruste abgestorbener Zweige bevölkern. Diese Algen sind auf Tageslicht angewiesen. „Kaltwasserkorallen, die ihre Riffe ausschließlich im Dunkeln errichten, können nicht auf eine solche Unterstützung bauen. Sie scheinen aber einen anderen Weg gefunden zu haben, um Stabilität herzustellen,“ erläutert Dr. Armin Form, Meeresbiologe am GEOMAR und Co-Autor der Veröffentlichung. „Entweder die Korallen verschmelzen tatsächlich zu einem gemeinsamen Stock, oder ein Zweig überwächst den anderen, ohne dass der Partner dabei Schaden nimmt.“ Tropische Steinkorallen verhalten sich gegenüber ihren Nachbarn meistens deutlich aggressiver: Sie setzen chemische Stoffe frei, um Kontakt zu anderen Korallen zu verhindern. „Dieses Abwehrverhalten kostet allerdings viel Energie, die dann nicht mehr für andere Funktionen zur Verfügung steht“, so Dr. Form.

„Unsere Entdeckung zeigt nicht nur, wie viel wir noch über die Ökosysteme der Tiefsee zu lernen haben. Sie belegt auch, wie wichtig der technologische Fortschritt ist“, betont Murray Roberts, Professor an der Heriot-Watt Universität Edinburgh. „Die Chance, die Riffe selbst mit dem Tauchboot JAGO zu erkunden, hat uns ganz neue Einblicke beschert und geholfen, die kostbaren Proben direkt mit aufs Schiff und weiter in unsere Labore zu bringen.“

Lophelia pertusa hat im Laufe der Evolution Eigenschaften herausgebildet, mit deren Hilfe sich Energie sparen und die Stabilität im Riff stärken lässt. „Angesichts dieser Flexibilität hoffen wir, dass sie auch mit zukünftigen klimatischen Veränderungen zurechtkommt. Allerdings läuft der globale Wandel derartig schnell ab, dass es fraglich bleibt, ob die Korallen Schritt halten können“, sagt Dr. Armin Form.

Originalveröffentlichung:
Hennige, S.J., Morrison, C. L., Form, A. U., Büscher, J., Kamenos, N. A. and Roberts, J.M., 2014: Self-recognition in corals facilitates deep-sea habitat engineering. Sci. Rep. 4, 6782, doi:10.1038/srep06782.

http://www.geomar.de/index.php?id=4&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=2141&tx_ttnews[backPid]=185

SCINEXX-Dossier: Bergbau in der Tiefsee

Bergbau in der Tiefsee
Welche Folgen hat die Jagd nach Rohstoffen in der Meerestiefe?

Gold, Kupfer, Seltene Erden und andere wertvolle Rohstoffe – sie alle lagern in großen Mengen am Grund der Meere. Doch der Abbau dieser begehrten Schätze der Tiefsee ist technisch schwierig – und ökologisch riskant. Bevor der große Run auf die Rohstoffe losgeht, versuchen Forscher daher so viel wie möglich über die möglichen Folgen und Risiken herauszufinden.
….

Link zum Dossier mit Stand 10.10.2014: http://www.scinexx.de/newsletter-dossier-695-1.html

EU Study on deep sea mining

Seamounts, guyots, and oceanic plateaus important for the formation of polymetallic crust (based on morphological features identified by GRID Arendal; Harris et al., 2014)

Study on deep sea mining

This report gives an overview on the current and latest state of knowledge of deep-sea mining, with a focus on the potential from a geological perspective, the relevant technologies, the economic viability, environmental implications, the legal regime under which seabed mining operates, and an inventory of ongoing exploration and exploitation projects.

The report is based on an extensive desk-based research, literature review, interviews with stakeholders and expert workshops. We would like to express our sincere thanks to all who have contributed to this study. The study is not aimed to produce new knowledge or innovations but rather to bring together all available information and data currently present on the matter.

The main report presents the overall findings in a coherent storyline. Detailed information on the various aspects of deep-sea mining as well as more detailed description of underlying data and figures is presented in of the annexes attached.

It should be noted that this study has been carried out by an independent team of consultants and researchers and that the report represents the views of the consultant, which do not necessarily coincide with those of the Commission.

To read the Report:
https://webgate.ec.europa.eu/maritimeforum/en/community/articles/3617

PROTECT THE OCEAN’S DEPTHS

DIE TIEFSEE MUSS GESCHÜTZT WERDEN

2013/2014 ist ein ausschlaggebendes Jahr für den Schutz der Tiefsee: die Europäische Kommission hat den Antrag gestellt, Schleppnetz-Fischen in der Tiefsee zu unterbinden. Es handelt sich um eine Fangmethode, die von Wissenschaftlern als « die zerstörerischste Methode in der Fischereigeschichte » bezeichnet wurde: riesige, mit Gewichten beschwerte Grundschleppnetze werden in Tiefen bis zu 1800 Metern über den Meeresgrund gezogen und richten dabei jahrtausendealte Ökosysteme zugrunde und töten gefährdete Arten, von denen ein Teil vom Aussterben bedroht ist.

Weniger als zehn Schiffe werden in Frankreich für die Schleppnetz-Fischerei in der Tiefsee eingesetzt. Sechs von diesen gehören der Flotte des Einzelhandelskonzern Intermarché an. Trotz staatlicher Unterstützung in Millionenhöhe bringen diese Fabrikschiffe chronisch Verluste ein. Die Grundschleppnetz-Fischerei ist ein finanzielles Fass ohne Boden, das ohne unsere Steuergelder nicht existieren würde.

Die Lobbys der Fischerei-Industrie üben Druck auf die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus, um ein Verbot dieser Fangmethode zu verhindern, dessen der Vergangenheit angehörendes Businessmodel nur Verluste einbringt und abhängig von öffentlichen Fördergeldern ist.Die Lobbys üben insbesondere Druck auf Frankreich aus, um die Verordnung der EU zum Scheitern zu bringen.

Die Mobilisierung der Bevölkerung kann sich dem Druck der Lobbys entgegensetzen: Helfen Sie uns diese zerstörerische Fangmethode zu unterbinden und dafür zu sorgen, dass die von uns gewählten Abgeordneten und Diplomaten der Würde ihres Amtes gerecht werden, wenn sie die klaren und ambitionierten Anweisungen von Seiten des Präsidenten der Französischen Republik empfangen.

Unterschreiben Sie, um diesen wirtschaftlichen und ökologischen Unsinn zu beenden.

http://petition.bloomassociation.org/die-zukunft-der-tiefsee-ist-in-unseren-handen-lassen-sie-uns-handeln/

Neues Tiefsee-Bohrgerät vor erstem Einsatz

Neues Tiefsee-Bohrgerät vor erstem Einsatz

MARUM-MeBo200 der Öffentlichkeit vorgestellt

Nach vierjähriger Entwicklungs- und Bauphase wurde das neue Meeresboden-Bohrgerät MARUM-MeBo200 des Bremer Zentrums für Marine Umweltwissenschaften heute im Rahmen einer Feier mit den Projektpartnern der Öffentlichkeit vorgestellt. Wissenschaftlich und technisch erprobt wird das Hightech-Instrument in der zweiten Oktoberhälfte dieses Jahres auf einer Fahrt mit dem neuen Forschungsschiff SONNE. Das gut acht Millionen Euro teure System wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Mit dem rund zehn Tonnen schweren MARUM-MeBo200 steht jetzt ein ferngesteuertes Bohrgerät zur Verfügung, das sich von größeren Forschungsschiffen einsetzen lässt. Das weltweit einzigartige mobile Bohrgerät ist für den Einsatz in Wassertiefen von bis zu 2.700 Meter ausgelegt. Vier große, tellerartige Füße verleihen dem sechs Meter hohen Bohrturm die nötige Standfestigkeit am Meeresgrund, wo er bis zu 200 Meter lange Kerne von Lockersedimenten und Festgesteinen erbohren kann.

„Wir hatten bereits ab 2005 ein Vorgängermodell entwickelt, das 70 Meter tief bohren kann“, sagt der frühere Direktor des MARUM, Prof. Gerold Wefer. Im Vergleich zu MeBo70 bietet das neue System allerdings vielfältige Vorteile:

Da das Gerät tiefere Sedimentschichten erbohren kann, lassen sich so länger zurück liegende Abschnitte der Klima- und Umweltgeschichte entschlüsseln.

Bis in die jüngste Vergangenheit haben untermeerische Hangrutschungen Tsunamis ausgelöst; MARUM-MeBo200 versetzt Geowissenschaftler in die Lage, dickere Rutschungspakete zu durchbohren, um die Physik und die Dynamik solcher Ereignisse besser zu verstehen.

MARUM-MeBo200 lässt sich zudem mit einem speziellen Lot ausrüsten, um Methanhydrate im Meeresboden beproben. Die eisartige Substanz gilt als potentielle Rohstoffquelle der Zukunft, ist aufgrund ihrer Treibhauswirkung aber auch als Klimarisiko im Gespräch. Wenn Hydrate mit traditionellen Loten an Deck gebracht werden, zerfallen sie sehr schnell. Das Speziallot bietet dagegen weit bessere Untersuchungsmöglichkeiten, denn seine druckfeste Kammer garantiert, dass die Hydrate stabil bleiben.

MARUM-MeBo200 kann in Meerestiefen von bis zu 2.700 Meter eingesetzt werden, also gut ein Drittel tiefer als das Vorgängergerät. Damit können jetzt tiefere Regionen etwa der mittelozeanischen Rücken erforscht werden. Dort interessieren sich die Wissenschaftler vor allem für die geologisch-chemisch geprägten Prozesse an schwarzen und weißen Rauchern, die über die chemische Zusammensetzung des Meerwassers und damit auf lange Sicht auch über das Klimageschehen mitbestimmen.

„Mit dem neuen Bohrsystem bauen wir die weltweite Spitzenstellung Bremens, aber auch Deutschlands in der Tiefseetechnologie weiter aus“, betont Prof. Michael Schulz. Der Direktor des MARUM verweist darauf, dass auf internationaler Ebene, etwa im Rahmen des weltweiten International Ocean Discovery Program IODP, bereits intensiv über Einsätze des Bremer Bohrgeräts diskutiert wird. Zwar müssen Bohrgerät und Gestänge, Winde, Steuerungs- und Aussetzeinheit, Hydraulik und Stromversorgung in sieben Containern zu den Ausgangshäfen der Expeditionen verschickt werden. „Dennoch bietet MARUM-MeBo200 die Möglichkeit, deutlich kostengünstiger als mit Bohrschiffen wertvolle Proben aus der Tiefsee zu gewinnen“, sagt Michael Schulz.

http://www.marum.de/MARUM-MeBo200_der_Oeffentlichkeit_vorgestellt.html

Neue Kalkschwamm-Arten in antarktischen Tiefen entdeckt


Der winzige Schwamm Leucetta weddelliana wurde aus etwa 600 Meter Tiefe geborgen.
© Senckenberg

Neue Mitglieder im Tiefsee-Club – Zwei neue Kalkschwamm-Arten in antarktischen Tiefen entdeckt

Die Wissenschaftlerin Dr. Dorte Janussen vom Senckenberg Forschungsinstitut hat gemeinsam mit einem skandinavischen Forscherteam zwei neue Kalkschwamm-Arten aus dem antarktischen Weddell-Meer beschrieben. Bisher wurden rund um die Antarktis insgesamt 50 Arten dieser alten Tiergruppe mit Kalkskeletten beschrieben. 44 der Kalkschwammarten gibt es ausschließlich in den antarktischen Gewässern. Die zugehörige Studie ist kürzlich im Fachjournal „Zootaxa“ erschienen.

Kalkschwämme sind meist nur wenige Zentimeter groß, haben ein fragiles Skelett und werden häufig als reine Flachwasserbewohner beschrieben. „Es gibt sie aber durchaus auch in tieferen Gewässern“, erklärt PD Dr. Dorte Janussen, Meeresbiologin am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt. „Die geringe Größe und die Zerbrechlichkeit der kalkigen Skelett-Elemente dieser Schwämme ist wohl ein Grund dafür, dass bisher nicht viele der im Tiefwasser lebenden Organismen entdeckt wurden.“

Janussen und ihr Doktorand Christian Göcke haben nun – gemeinsam mit dänischen und norwegischen Kollegen – zwei neue Arten antarktischer Kalkschwämme beschrieben. „Wir haben die Schwämme bei einer Expedition im Jahr 2008 aus einer Tiefe von etwa 600 Metern aus dem antarktischen Weddellmeer geborgen“, erzählt die Frankfurter Meeresbiologin und ergänzt: „Die Schwammfauna im antarktischen Ozean ist einzigartig. Nur sechs der 50 dort lebenden Kalkschwammarten wurden auch in anderen Gebieten gefunden“.

Janussen hatte vor rund zehn Jahren die ersten in der antarktischen Tiefsee gefundenen Kalkschwämme beschrieben: Die Schwämme Dermatreton scotti und Guancha sp. wurden aus einer Tiefe von 1120 Metern, der Schwamm Pericharax sogar aus 4065 Metern Tiefe an Deck des Forschungsschiffes Polarstern geholt. „Das Vorkommen von kalkigen Organismen unterhalb von 4000 Metern und damit unterhalb der Karbonat-Kompensations-Tiefe ist wirklich erstaunlich“, betont Janussen und fügt hinzu: „Aufgrund des hohen Kohlendioxid-Partialdrucks löst sich Kalk normalerweise unterhalb dieser Grenze auf. Die Skelette der von uns gefundenen Schwämme zeigen aber keinerlei Zeichen der Auflösung.“
Die Wissenschaftlerin vermutet, dass eine im Mikroskop beobachtete organische Lamelle oder Membran das kalkige Skelett der Schwämme vor dem umgebenden Meerwasser schützt.

„Bisher wurden aus Tiefen unter 2000 Metern nur vereinzelt Kalkschwammarten beschrieben“, erzählt Janussen. „Dies liegt sicherlich auch daran, dass die Sammelmethoden in der Tiefsee – besonders für kleine, zerbrechliche Meeresbewohner – nicht immer geeignet sind, um alle dort lebenden Tiere zu erfassen.“

Die neusten Entdeckungen in der Antarktis zeigen aber, dass Kalkschwämme keineswegs „Exoten“ unter den Tiefwasserbewohnern sind und deren Artenvielfalt wahrscheinlich viel höher ist, als bisher angenommen.

Publikation
RAPP, HANS TORE et al.
Two new species of calcareous sponges (Porifera: Calcarea) from the deep Antarctic Eckström Shelf and a revised list of species found in Antarctic waters. Zootaxa, [S.l.], v. 3692, n. 1, p. 149–159, jul. 2013. ISSN 1175-5334. doi:http://dx.doi.org/10.11646/zootaxa.3692.1.9.

http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=5206&kid=2&id=3235

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de.

Neues Tiefseeforschungsschiff FS SONNE

 

Neues Tiefseeforschungsschiff FS SONNE

BAW maßgeblich an der Erneuerung der deutschen Forschungsflotte beteiligt

Das Tiefseeforschungsschiff SONNE, das heute von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde getauft wurde, ist das zweite Schiff im Rahmen der schrittweisen Erneuerung der deutschen Forschungsflotte. Konzeption und Ausschreibungsplanung des auf der Meyer Werft in Papenburg gebauten Schiffes stammen von der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), die auch während der gesamten Bauzeit den Baufortschritt federführend überwacht hat.

Die SONNE ist 116 Meter lang, 20,6 Meter breit, hat einen maximalen Tiefgang von 6,60 Meter und kann neben der 35-köpfigen Besatzung bis zu 40 Wissenschaftler beherbergen. „Die technische Herausforderung im Planungsprozess bestand für uns vor allem darin, die vielfältigen Anforderungen der Wissenschaftler an den späteren Betrieb des Schiffes zu erfüllen“, sagte der Leiter des Referats Schiffstechnik der BAW, Benno Lenkeit.

Ein bereits auf dem Forschungsschiff MERIAN erfolgreich umgesetztes Konzept für die wissenschaftliche Ausrüstung, bestehend aus zentralem Windenraum, großem L-förmigen Arbeitsdeck mit Heckgalgen und Arbeitskränen, anschließendem Hangar sowie einer Reihe spezieller Labore an Bord erlaubt die Durchführung unterschiedlichster meereskundlicher Untersuchungen und Experimente. Darüber hinaus ermöglichen moderne und leistungsfähige Lotanlagen den Wissenschaftlern neue und aufschlussreiche Blicke in die Tiefsee.

Neueste Umwelt- und Abgasstandards, wie z. B. ein umweltfreundliches Schiffsdesign zur Erlangung des Umweltzeichen „Blauer Engel“ sowie Einhaltung der erst ab 2016 geltenden IMO/Marpol-Vorschriften in Bezug auf Abgasgrenzwerte wurden bei der Planung berücksichtigt. „Durch den Einsatz von SCR-Katalysatoren werden die Stickoxid-Emissionen der Antriebsanlage deutlich reduziert, und die aus den Abgasen entzogene Wärme wird über Absorptionskälteanlagen den Kühlregistern der Klimaanlagen zugeführt. Auch auf die Geräuschabstrahlung ins Wasser haben wir besonderes Augenmerk gelegt. So wird die SONNE die Anforderungen der ICES 209 erfüllen“, sagte Lenkeit.

Haupteinsatzgebiete des neuen Tiefseeforschungsschiffes, das den inzwischen 45 Jahre alten Vorgänger ablöst, sind der Indische und Pazifische Ozean. Die SONNE wird dazu beitragen, wissenschaftlich und gesellschaftlich besonders relevante Forschungsfragen zu beantworten, insbesondere hinsichtlich des Klimawandels, der Versorgung mit marinen Rohstoffen und der Folgen des menschlichen Eingreifens in die Ökosysteme.
„Dass wir bei der Erneuerung der deutschen Forschungsflotte an entscheidender Stelle mitwirken können, freut uns sehr. Dies stärkt die Position der BAW als Kompetenzzentrum für den zivilen Spezialschiffbau des Bundes“, sagte der Leiter der Bundesanstalt für Wasserbau, Prof. Dr.-Ing. Christoph Heinzelmann. „Mit den Planungen für den Ersatzneubau der POLARSTERN haben wir bereits begonnen.“

Weitere Informationen:
http://www.baw.de/de/wasserbau/schiffbau/index.html

Schützt die Tiefsee! Protect the Deep-Sea!

Schützt die Tiefsee!
Edward B. Barbier und Kollegen fordern, die Tiefsee effektiv zu schützen und geschädigte Ökosystemen wiederherzustellen. Und sie schlagen eine geeignete Finanzierung vor.

Das berichtet Spektrum der Wissenschaft und beruft sich auf die Forderung von Wissenschaftlern im Magazin Nature:

„Wir fordern ein verbindliches Regelwerk mit entsprechender Finanzierung, das bis 2020 stehen soll, um damit ein Netzwerk von Tiefseereservaten zu schaffen. Es soll die Biodiversität und Funktionalität dieses riesigen und wichtigen Ökosystems bewahren und wo nötig wiederherstellen. „

Zu lesen hier:
http://www.spektrum.de/alias/meere/schuetzt-die-tiefsee/1221310?etcc_cmp=SDW&etcc_med=Newsletter&fb=Heute&etcc_tar=Brand&utm_medium=newsletter&utm_source=sdw-nl&utm_campaign=sdw-nl-daily&utm_content=heute

Ebenfalls von den Autoren ist im Magazin Marine Policy ein open access Artikel dazu erschienen, anbei der Abstract:

Ecological restoration in the deep sea: Desiderata

An era of expanding deep-ocean industrialization is before us, with policy makers establishing governance frameworks for sustainable management of deep-sea resources while scientists learn more about the ecological structure and functioning of the largest biome on the planet. Missing from discussion of the stewardship of the deep ocean is ecological restoration. If existing activities in the deep sea continue or are expanded and new deep-ocean industries are developed, there is need to consider what is required to minimize or repair resulting damages to the deep-sea environment. In addition, thought should be given as to how any past damage can be rectified. This paper develops the discourse on deep-sea restoration and offers guidance on planning and implementing ecological restoration projects for deep-sea ecosystems that are already, or are at threat of becoming, degraded, damaged or destroyed. Two deep-sea restoration case studies or scenarios are described (deep-sea stony corals on the Darwin Mounds off the west coast of Scotland, deep-sea hydrothermal vents in Manus Basin, Papua New Guinea) and are contrasted with on-going saltmarsh restoration in San Francisco Bay. For these case studies, a set of socio-economic, ecological, and technological decision parameters that might favor (or not) their restoration are examined. Costs for hypothetical restoration scenarios in the deep sea are estimated and first indications suggest they may be two to three orders of magnitude greater per hectare than costs for restoration efforts in shallow-water marine systems.

Keywords

Deep-sea resource use;
Restoration science;
Marine policy;
Hydrothermal vents;
Cold-water corals

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0308597X13001486

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