Tiefsee

Das unerforschteste und unereichbarste Ökosystem der Erde birgt Wunder und Überraschungen.
Doch sind wir dabei, es irreversibel zu zerstören.

Antje Boetius, Tiefseeforscherin, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

Meeresbiologin, Antje Boetius, gibt in dem Interview mit ARD-Alpha einen spannenden Einblick in ihre Arbeit als Tiefseefoscherin. Sie spricht über ihre Faszination zur Tiefsee und den heutigen Problemen, mit dem dieser einzigartige Lebensraum zu kämpfen hat.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=N64G5wPAtWA

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=N64G5wPAtWA

Environmental groups call for a U-turn on deep sea mining

Brussels, Tuesday 3 July 2018

As the International Seabed Authority (ISA) gathers in Jamaica, environmental organisations are calling on governments to wake up to the irreversible harm that deep sea mining will inflict, not only to marine ecosystems but also to global efforts to transition to a sustainable economy.
In a joint statement to the ISA, 45 organisations, including Greenpeace and Seas At Risk, warn of significant loss of biodiversity if the world’s seabeds are opened up to mining.
“Humanity depends on healthy oceans. Sending huge machines to the bottom of the sea to rip up the ocean floor will have devastating effects. Deep sea mining could wipe out species and ecosystems before we even know them.” said David Santillo, a scientist at Greenpeace International.
The letter states that deep sea mining is contradictory to the UN sustainable development commitments, particularly goals on healthy oceans and sustainable consumption and production. The groups also question industry claims that deep sea mining is needed:
“We risk squandering one of our most precious ecosystems, which has a vital role to play in the health of our planet, for an obsolete dream of boundless growth,” states the letter.
“It is time we learn to use minerals in a responsible and efficient way, instead of digging up the deep sea to fuel a throwaway economy which turns metals into waste on a large scale,” said Ann Dom, deputy director of Seas at Risk.
The civil society organisations argue the ISA should focus its mission on protecting the deep sea, defined by the United Nations as ‘common heritage of mankind’.
The NGOs are calling on the ISA to end the granting of contracts for deep-sea mining exploration and to not issue contracts for exploitation.
The groups are also concerned about the lack of transparency and shortage of environmental expertise in the ISA and demand a full and public process to assess the potential impact of deep sea mining.

https://seas-at-risk.org/images/pdf/publications/ISAstrategy-consultation-2July.pdf
https://seas-at-risk.org/images/pdf/publications/DeepSeaMiningStopAndThinkLeaflet.pdf

Positionspapier: Nein zum Raubbau an der Tiefsee!

©NOAA flickr

Positionspapier zivilgesellschaftlicher Akteure zum Tiefseebergbau veröffentlicht
Über 90 Millionen Tonnen Metalle werden laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe jährlich zur Produktion von Maschinen, elektrischer Ausrüstung oder Automobilen importiert. Hinzu kommen die vielen Rohstoffe aus verarbeiteten und aus Vorprodukten. Dabei übersteigen diese Konsum- und Produktionsmuster die planetaren Grenzen und laufen konträr zu globaler Ressourcengerechtigkeit. Denn der Abbau von Rohstoffen ist global mit großen sozialen und ökologischen Kosten verbunden, die sich nicht in den Rohstoff- und Produktpreisen wiederfinden und vor allem in Ländern des globalen Südens anfallen. Auch geht er häufig mit Menschenrechteverletzungen einher.

Mit den weltweit weiterhin hohen Begehrlichkeiten nach neuen Rohstoffquellen und den geringen Erträgen aus terrestrischen Lagerstätten rücken die marinen mineralischen Rohstoffe der Ozeane und Meere zunehmend in den Fokus. Mittlerweile gibt es zahlreiche Explorations- und Forschungsprojekte für Bergbau in der Tiefsee.
Die Bundesregierung unterstützt politisch und finanziell eine Reihe von Industrie- und Forschungsinitiativen, die den Tiefseebergbau massiv voran-treiben. Die in der AG Tiefseebergbau zusammengeschlossenen Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen fordern dagegen ein rasches Umdenken und Umlenken der Politik. Der absolute Rohstoffverbrauch in Deutschland und Europa muss massiv reduziert werden. Die Tiefsee muss als gemeinsames Erbe der Menschheit geschützt werden. Das schließt den Tiefseebergbau aus, da dieser in jedem Fall mit gravierenden Störungen der marinen Ökosysteme, mit Artensterben und unkalkulierbaren Folgewirkungen für die Meereswelt wie auch für die Menschen an ihren Küsten einhergeht und einer nachhaltigen Ressourcenpolitik entgegensteht.
Die unterzeichnenden Organisationen fordern deswegen von der Bundesregierung ein entschiedenes politisches Umsteuern weg vom Raubbau an der Tiefsee!

Das vollständige Positionspapier findet ihr hier:

 

President Obama declares First Marine National Monument in the Atlantic Ocean

THE WHITE HOUSE,  Office of the Press Secretary

FACT SHEET: President Obama to Continue Global Leadership in Combatting Climate Change and Protecting Our Ocean by Creating the First Marine National Monument in the Atlantic Ocean

Today, President Obama will designate the first marine national monument in the Atlantic Ocean, protecting fragile deep-sea ecosystems off the coast of New England as the Northeast Canyons and Seamounts Marine National Monument. The new national monument – which encompasses pristine underwater mountains and canyons – will provide critical protections for important ecological resources and marine species, including deep-sea coral and endangered whales and sea turtles. mehr lesen…

Reichhaltiges Leben an natürlichen Ölquellen

Asphaltstrukturen am Mictlan Knoll in 3100 Meter Tiefe, aufgenommen mit dem Tiefseeroboter MARUM-QUEST. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften

Facettenreich und vielfältig sind die Lebensräume, die sich um natürliche Öl-Austrittsstellen am Meeresboden herum etabliert haben. Dicht nebeneinander haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf einer vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen organisierten Expedition sprudelnde Gasblasenaustritte, massive Gashydrate, ölgetränkte Sedimente und Ablagerungen von schwerem Öl in etwa drei Kilometern Wassertiefe vorgefunden. Die verschiedenen Bestandteile Gas, leichteres Öl und zu Asphalt erstarrtes, schwereres Öl beheimaten jeweils charakteristische Gruppen von Organismen. Erste Ergebnisse haben die Forschenden zusammen mit Aufnahmen des Tauchroboters MARUM-QUEST jetzt in der Zeitschrift Biogeosciences veröffentlicht. mehr lesen…

Suche nach Phantom-Lebensräume in der Tiefsee

 

Tiefseemuscheln an einem Schwarzen Raucher im Bereich des Mittelatlantischen Rückens zwischen 5° S und 11°S, aufgenommen während der Expedition M78-2. Foto: ROV Kiel 600, GEOMAR

 Internationales Forscherteam zeigt Verbindungen zwischen Ökosystemen an „Schwarzen Rauchern“ – Doch wo sind die Trittsteine?

An heißen Quellen in der Tiefsee, sogenannten Hydrothermalsystemen, bilden sich hochspezialisierte Lebensgemeinschaften. Diese Systeme liegen aber oft hunderte oder tausende Kilometern voneinander entfernt. Daher rätseln Meeresbiologen schon lange, wie Larven der betreffenden Tierarten von einem Standort zum nächsten gelangen. In einer neuen Studie zeigt eine Gruppe von Forschern aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Kanada und den USA unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel mithilfe von ozeanographischer Modellierung und genetischen Analysen an Muscheln der Gattung Bathymodiolus, dass es viele, bisher nicht entdeckte Hydrothermalquellen als Zwischenstationen geben muss. Die Studie erscheint heute in der internationalen Fachzeitschrift Current Biology. mehr lesen…

Schutz für die Hohe See

Zeitungsausschnitt Artikel Schutz für die Hohe See mit Bild eines Korallenriffs und der Unterschrift Das Ökosystem Meer ist höchst empfindlich

© Forum Umwelt und Entwicklung / Blaue Flosse auf flickr.de

Der Artikel „Schutz für die Hohe See. Ein Abkommen für die letzte Allmende Ozeane“ von Dr. Onno Groß, Vorsitzender der Meeresschutzorganisation DEEPWAVE, erschien zuvor  im RUNDBRIEF Forum Umwelt & Entwicklung 2/ 2016.

Zwei Drittel der Erde ist mit Meeren bedeckt. Sie liefern der Menschheit den zum Leben wichtigen Sauerstoff, sind Nahrungsquelle für Milliarden Menschen und funktionieren im Klimawandel als Wärmespeicher und Senke für CO2. Trotz ihrer Größe bedrohen wirtschaftliche Aktivitäten jedoch zunehmend die biologische Vielfalt und Funktionalität der Ozeane. Vor allem außerhalb nationaler Hoheitsgebiete sind die Lebensräume nicht geschützt. Daher feilt der internationale Meeresschutz an einem neuen Instrument, einem Schutzabkommen für die Hohe See. Nach dem ersten Treffen bleiben viele Fragen politisch offen.

Unser blauer Planet ist ein Planet des Wassers. 97 Prozent davon beherbergen die Meere mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Kubikkilometern. Diese unvorstellbare Größe schmilzt jedoch angesichts einer mit 7 Milliarden Menschen bevölkerten Erde: Dann bleibt rechnerisch auf jeden Menschen nur ein Fünftel Kubikmeter Weltmeer übrig. Und dieser Teil soll jeden Einzelnen mit dem überlebenswichtigen Sauerstoff, mit Nahrung, Rohstoffen und Klimaleistungen versorgen. Für das 21. Jahrhundert gilt es daher, diese letzte Allmende – die Meere als Kollektivgut der Menschheit – dringend zu bewahren.

Die Hohe See, die Region außerhalb nationaler Hoheitsgewässer, hat wie der Mond oder die Antarktis keinen Besitzer. So zumindest sieht es das Internationale Seerechtsübereinkommen, die „Verfassung der Meere“, seit dem Inkrafttreten 1994 vor. Allerdings konnte dieses damals in 9 Jahren erarbeitete Völkerrecht nicht die Verantwortung für alle Ressourcen und den Schutz der Meere definieren. Einzig für die mineralischen Ressourcen wurde mit der Einrichtung der Meeresbodenbergbaubehörde ein Instrument geschaffen. Und für die Abgrenzung der Staatsgebiete soll eine umstrittene wissenschaftliche Festlandsockelgrenzkommission sorgen.

Aber sogar wenn Küstenstaaten im Kolonialstil ihre Grenzen unter Wasser weit in die Meere verlagern, bleiben noch etwa 45 Prozent der Fläche Niemandsland. Dieser Teil des Weltmeers gehört allen und muss von allen Staaten gemeinsam verwaltet werden. Doch völkerrechtlich gesehen fehlt dazu eine Vorgabe. Erst nach der Rio+10-Konferenz 2002 gründete sich eine Arbeitsgruppe, um Instrumente für den Schutz der biologischen Vielfalt auf der Hohen See voranzubringen. Nach zehnjähriger Beratung und weiterem öffentlichen Druck beschloss die Vollversammlung der Vereinten Nationen 2015 den Startschuss für die Erarbeitung eines Durchführungsübereinkommens zur „Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Meeresvielfalt in Gebieten außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit“. Im April 2016 trafen sich 83 Staaten in New York und diskutierten in einem Vorbereitungstreffen (PrepCom1) die ersten Schritte.

Erster Abgleich von Grundsatzfragen

Die PrepCom1 war naturgemäß geprägt von allgemeinen, nationalen Statements und bemühte sich, die vorher verhandelten Grundsätze nicht anzufechten. Allerdings zeigte sich erneut, wie viele komplexe Fragestellungen solch ein internationales Regelwerk beantworten muss. Das fängt bei der Diskussion um Begriffe an und geht über die Einbeziehung der Fischerei, die Einbindung von bisher existierenden Rechtsinstrumenten oder die gerechte Einbeziehung der Entwicklungsländer weiter. Der Zugang zu marin-genetischen Ressourcen beispielsweise bedarf grundlegender Kompromisse, damit die verschiedenen Positionen zwischen den Ländern des Globalen Nordens und Südens auch einbezogen werden.

Der Markt von biotechnologischen Produkten wie Pharmazeutika, Kosmetik, Genpatenten usw. aus den Weltmeeren soll im Jahr 2018 auf bis zu 5 Milliarden Dollar wachsen und muss daher gerecht auf alle Länder aufgeteilt werden. Die Industrienationen, vor allem die USA oder Japan, betonen aber, dass die grundlegende Idee der Freiheit der Hohen See gilt und sie das Recht haben, diese Ressourcen zu „ernten“. Andere Staaten, vor allem die G77 (Gruppe der 77), wollen den Gedanken des Welterbes im Vordergrund sehen. Eine Lösung wäre die Übernahme von Regeln anderer Konventionen wie aus dem Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Landwirtschaft und Ernährung oder aus dem Nagoya-Protokoll der Biodiversitätskonvention (CBD).

Erhalt durch Schutzgebiete

Derzeit sind noch weniger als 2 Prozent der Weltmeere geschützt und weniger als 1 Prozent der Ozeane für den Fischfang geschlossen. Andererseits findet überall die Industrialisierung des Meeresraums statt. Und ob der Meeresbergbau nach Phosphat, Diamanten oder Sand und Kies, die Öl- und Gasförderung oder die Schifffahrt, bei allen gilt: Alle Nutzungen dringen weiter in die internationalen Gewässer vor und hinterlassen kumulative Schadeffekte für die Meeresbewohner. Ein neues internationales Abkommen muss daher Verfahren zur Identifizierung, Verwaltung und Überwachung der empfindlichen Ökosysteme in der Tiefsee schaffen. Sogenannte gebietsbezogene Managementmaßnahmen „Area Based Management Tools“ für den Erhalt wichtiger Schutzziele, Meeresschutzgebiete und eine Meeresraumplanung, so das Mandat der Tagung, müssen die Lösung gegen die Zerstörung heißen.

Doch auch hier ergeben sich wieder zahlreiche Detailfragen: Was ist, wenn ein Schutzgebiet in einem erst später durch die Festlandsockelkommission zugewiesenem Staatsgebiet liegen wird? Was sind die notwendigen Instrumente für die Überwachung der Meeresparks und wer soll zuständig sein? Ganz zu schweigen von den Fischereistaaten wie Russland oder Korea, die eine Nullnutzung der Fischressourcen gar nicht erst enthalten haben möchten. Auch hier hält das Umweltrecht in den letzten Jahrzehnten Instrumente bereit, die auf die Meere übertragen werden können, z. B. die Diskussionen über die ökologisch oder biologisch bedeutsamen Meeresgebiete (Ecological or Biological Significant Areas – EBSAs), der Konvention zur biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD), die VMEs (Vulnerable Marine Ecosystems – empfindliche marine Ökosysteme), der Richtlinie zur Tiefseefischerei der Welternährungsorganisation (FAO) oder die „Nullnutzungszonen“ beim Meeresbergbau.

Schutzgebiete sind wirksam. Daneben gilt es, die maritimen Aktivitäten im Vorfeld durch Umweltverträglichkeitsprüfungen auf ihre Auswirkungen hin abzuklopfen. Jeder menschliche Eingriff muss vorher kalkuliert werden, ein wissenschaftliches Monitoring erfolgen und hohe Standards gesetzt werden. Eine strategische Folgeabschätzung ist generell wichtig, da in Zukunft noch weitere unbekannte Nutzungen wie das Geo-Engineering, also technische Maßnahmen beim Klimaschutz, oder die Aquakultur auf die offenen Ozeane zukommen könnten. Auch hier gilt es, die Querverbindungen zur CBD und die Menge an Vorarbeiten weiter zu sortieren.

Abgesehen von einigen Saaten, die vor zu viel Bürokratie warnen, folgen die meisten Staaten diesem Vorgehen. Hier hat die Wissenschaft einen großen Einfluss und für die G77-Gruppe könnte eine eigene Behörde zur Bündelung der Daten in Frage kommen.

Partizipation und Ausgleich

Der Meeresboden und die mineralischen Ressourcen sind das gemeinsame Erbe der Menschheit. Im Annex XI des Seerechtsübereinkommens SRÜ wurde mit der Meeresbergbaubehörde ein Instrument zur fairen Verteilung der Vorteile für die mineralischen Güter geschaffen. Im Falle der Exploration und eines Abbaus soll es zum Austausch an Wissen kommen und die Saaten sind verpflichtet, Daten zu teilen und WissenschaftlerInnen bei ihren Explorationsfahrten zu den Rohstoffgebieten mitzunehmen. Dies könnte ein Modell sein für das Kapitel der Beteiligung der Entwicklungsländer und wurde in New York dementsprechend gewürdigt. Auch hier gilt es den Anteil der Mitbeteiligung zukünftig zu sichern und den Technologietransfer ausgewogen zu vertreten. Gerade der letzte Punkt war für die Entwicklungsländer wichtig, um auf die Dringlichkeit gerechter Verteilung hinzuweisen. Denn solange das ökonomische Ungleichgewicht vorhanden bleibt, so die Befürchtung, spiegelt sich das auch in der zukünftigen Ausformulierung des Abkommens wieder.

Die Prepcom1 wurde im Fazit für seine Sachlichkeit hochgelobt. Der Stein sei endlich ins Rollen gekommen. Der Vorsitzende des Vorbereitungskomitees und UN-Gesandte (UN – United Nations – Vereinte Nationen) des karibischen Inselstaates Trinidad und Tobago, Eden Charles, versicherte, das neue Abkommen werde die existierenden Regelwerke zu Fischerei und Bergbau nicht unterminieren, sondern erweitern. Auch die hart erkämpfte Beteiligung der Nichtregierungsorganisationen wurde positiv erlebt. Nun bleibt es abzuwarten, wie viel Mut sich im Fortschrittsbericht bis zum Ende 2017 und welche Ideen in der Ministerkonferenz wiederfinden lassen.

Deutschland ist seit Langem eng an der Ausgestaltung interessiert und hat auch durch die G7–Erklärungen (G7 – Gruppe der 7) die Meeresschutzpolitik gestärkt. Mit der winzig kleinen Meeresbodenbehörde existiert zwar bereits eine Art Institution, aber nur für alle „festen, flüssigen oder gasförmigen mineralische Ressourcen in situ“. Die Rechtslücken zum Schutz hinsichtlich der Millionen biologischer Arten und Ökosysteme gilt es besser zu schließen. Angesichts der Bedeutung der Meere für das Überleben der Menschheit kann nur eine große UN-Ozeanbehörde die angemessene Antwort sein.

 

Literatur & Links:

Agreement on Conservation and Sustainable Use of Marine Biological Diversity of Areas Beyond National Jurisdiction „In its resolution 69/292 of 19 June 2015, the General Assembly decided to develop an international legally binding instrument under the United Nations Convention on the Law of the Sea (UNCLOS) on the conservation and sustainable use of marine biological diversity of areas beyond national jurisdiction.

Prepcom1-Kongressbericht vom ISSD

Welt im Wandel: Menschheitserbe Meer. Hauptgutachten 2013. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU, Berlin.

Marine Genetic Resources and Bioprospecting in the Western Indian Ocean. 2015. In: Regional State of the Coast Report. Western Indian Ocean.  Marine Genetic Resources and Bioprospecting in the Western Indian Ocean Rachel Wynberg

 

Tiefseebergbau: Forscher fordern mehr Schutzgebiete

Photo of Keratoisis flexibilis, at 2,444 feet, by Brooke et al, NOAA 2005

Wissenschaftler aus Kiel und Bremen informieren Internationale Meeresbodenbehörde

In den vergangenen zwei Wochen diskutierten Vertragspartner der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) in Kingston (Jamaika) Regeln für einen möglichen Bergbau in der Tiefsee. Wissenschaftler des am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordinierten Projekts „JPIO MiningImpact“ stellten dabei Forschungsergebnisse von mehreren Expeditionen zu den Manganknollenfeldern im Pazifik vor. Basierend auf ihren Erkenntnissen empfehlen sie mehr Schutzgebiete und eine gute Überwachung möglicher industrieller Aktivitäten am Meeresboden. mehr lesen…

Ein Jahr allein in der arktischen Tiefsee

Der AWI-Tiefseeroboter Tramper nimmt während seines ersten Arbeitseinsatzes im Meer ein Foto von der Messstelle auf.

 

Erster Langzeiteinsatz des AWI-Unterwasserroboters Tramper vom Forschungsschiff Polarstern gestartet

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EU zieht ersten Schlussstrich unter Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee

Ausführliche Infografik zur Ausbeutung der Tiefsee durch Fischerei im Nordostatlantik mit Verbildlichung des historischen Kontextes, fragilen Arten, europäischem Managment, dem Anteil an der Gesamtfischerei, Ergebnisse von schlechtem Managment, Auswirkung auf Ökosysteme, neue vorgschlagene Regulation und weiteren Vorschlägen

© Oceana

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BRÜSSEL— Umweltschutzorganisationen begrüßen die am 30. Juni vom Europäischen Parlament, dem Ministerrat und der Europäischen Kommission erzielte Einigung über zentrale Bestandteile einer neuen EU-Verordnung zur Tiefseefischerei. Diese sieht unter anderem ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei in einer Tiefe von mehr als 800 Metern und eine Schließung von Gebieten, in denen empfindliche Meeresökosysteme vermutet werden, vor.

Erzielt wurde die Einigung vier Jahre nachdem die Kommission einen Vorschlag für eine neue Verordnung zur Tiefseefischerei im Nordostatlantik vorgelegt hat, und zweieinhalb Jahre nachdem das EU-Parlament sich für eine Annahme des Vorschlags ausgesprochen hat. Im November hatte Luxemburg, das im zweiten Halbjahr 2015 die EU-Ratspräsidentschaft innehatte, vom Rat der 28 EU-Fischereiminister den Auftrag erhalten, hierüber mit dem Parlament und der Kommission in Verhandlungen zu treten. Unter Leitung der Niederlande, die die Präsidentschaft im Januar übernahmen, wurden diese Gespräche nun zum Abschluss gebracht.

„Mit dieser Vereinbarung ist die EU dem Ziel, ihre gegenüber der UN-Generalversammlung gemachten Zusagen einzulösen und den Schutz der Tiefseeökosysteme in den Gewässern der EU voranzubringen, ein gutes Stück nähergekommen“, so Matthew Gianni von der Deep Sea Conservation Coalition. „Wir fordern nun, dass unmittelbar im Anschluss an die offizielle Verabschiedung der Verordnung mit ihrer konsequenten Umsetzung begonnen wird und appellieren an die EU, auch in Zukunft mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um den Schutz der Tiefseeökosysteme in internationalen Gewässern zu verbessern und Fänge und Beifänge der Tiefseefischerei im Nordostatlantik auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen zu beschränken.“

„Hunderte Wissenschaftler und Hunderttausende EU-Bürger haben darauf gedrungen, die destruktive Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee zu begrenzen“, erläutert Uta Bellion, Direktorin des Europäischen Meeresprogramms von The Pew Charitable Trusts. „Wir begrüßen die Entscheidung des Rates und des Parlaments, diesem Aufruf zu folgen, wir danken der Kommission für ihre Bemühungen um den Schutz der Tiefsee, und wir gratulieren sowohl der luxemburgischen als auch der niederländischen Ratspräsidentschaft zum Abschluss der vorliegenden Vereinbarung.“

Es wird erwartet, dass die vereinbarte Verordnung im weiteren Verlauf des Jahres vom Europäischen Parlament und dem Rat offiziell verabschiedet wird.

EU Decision-Makers Draw a Line Under Deep-Sea Bottom Trawling

30 June 2016

BRUSSELS—Conservation organisations are welcoming the agreement reached on 30 June by the European Parliament, Council of Ministers, and European Commission on key provisions for a new European Union (EU) regulation on deep-sea fishing that includes a ban on bottom trawling below 800 metres and would close areas where vulnerable marine ecosystems are known or likely to occur.

The agreement comes four years after the Commission published a proposal for a new regulation on deep-sea fishing in the north-east Atlantic Ocean and two and a half years since the Parliament agreed to its position. Luxembourg, which held the rotating EU presidency for the second half of 2015, received a mandate from the Council of the EU’s 28 fisheries ministers in November to commence negotiations with the Parliament and Commission. Those discussions were concluded under The Netherlands, which assumed the presidency in January.

“This agreement goes a good way towards meeting the commitments made by the EU at the U.N. General Assembly and applying them to protect deep-sea ecosystems in EU waters,” said Matthew Gianni of the Deep Sea Conservation Coalition. “We urge vigorous implementation of the regulation once it is formally adopted and encourage the EU to continue working with other countries to enhance the protection of deep-sea ecosystems in international waters and to set science-based catch and bycatch limits for deep-sea fisheries in the north-east Atlantic.”

“Hundreds of scientists and hundreds of thousands of EU citizens called for limits to destructive deep-sea bottom trawling,” said Uta Bellion, director of The Pew Charitable Trusts’ European marine programme. “We welcome the decision by the Council and Parliament to heed this call, thank the Commission for its focus on deep-sea conservation, and congratulate the Luxembourg and Netherlands presidencies for securing this agreement.”

The European Parliament and Council are expected to adopt the final regulation later this year.

 

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