Tiefsee

Das unerforschteste und unereichbarste Ökosystem der Erde birgt Wunder und Überraschungen.
Doch sind wir dabei, es irreversibel zu zerstören.

Erstes UN-Treffen zum Abkommen für die letzte Allmende Ozeane

Our Blue Planet

Our Blue Planet

MEHR SCHUTZ FÜR DIE HOHE SEE

Erste UN-Diskussionen um ein Abkommen für die letzte Allmende Ozeane

Dr. Onno Groß, Vorsitzender der Meeresschutzorganisation Deepwave

(Der Artikel erschien zuvor  im RUNDBRIEF Forum Umwelt & Entwicklung 2/ 2016)

Zwei Drittel der Erde ist mit Meeren bedeckt. Sie liefern der Menschheit den zum Leben wichtigen Sauerstoff, sind Nahrungsquelle für Milliarden Menschen und funktionieren im Klimawandel als Wärmespeicher und Senke für CO2. Trotz ihrer Größe bedrohen wirtschaftliche Aktivitäten jedoch zunehmend die biologische Vielfalt und Funktionalität der Ozeane. Vor allem außerhalb nationaler Hoheitsgebiete sind die Lebensräume nicht geschützt. Daher feilt der internationale Meeresschutz an einem neuen Instrument, einem Schutzabkommen für die Hohe See. Nach dem ersten Treffen bleiben viele Fragen politisch offen. mehr lesen…

Tiefseebergbau: Forscher fordern mehr Schutzgebiete

Photo of Keratoisis flexibilis, at 2,444 feet, by Brooke et al, NOAA 2005

Wissenschaftler aus Kiel und Bremen informieren Internationale Meeresbodenbehörde

In den vergangenen zwei Wochen diskutierten Vertragspartner der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) in Kingston (Jamaika) Regeln für einen möglichen Bergbau in der Tiefsee. Wissenschaftler des am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordinierten Projekts „JPIO MiningImpact“ stellten dabei Forschungsergebnisse von mehreren Expeditionen zu den Manganknollenfeldern im Pazifik vor. Basierend auf ihren Erkenntnissen empfehlen sie mehr Schutzgebiete und eine gute Überwachung möglicher industrieller Aktivitäten am Meeresboden. mehr lesen…

Ein Jahr allein in der arktischen Tiefsee

Der AWI-Tiefseeroboter Tramper nimmt während seines ersten Arbeitseinsatzes im Meer ein Foto von der Messstelle auf.

 

Erster Langzeiteinsatz des AWI-Unterwasserroboters Tramper vom Forschungsschiff Polarstern gestartet

mehr lesen…

EU zieht ersten Schlussstrich unter Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee

Infographic_deep_sea_fisher

BRÜSSEL— Umweltschutzorganisationen begrüßen die am 30. Juni vom Europäischen Parlament, dem Ministerrat und der Europäischen Kommission erzielte Einigung über zentrale Bestandteile einer neuen EU-Verordnung zur Tiefseefischerei. Diese sieht unter anderem ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei in einer Tiefe von mehr als 800 Metern und eine Schließung von Gebieten, in denen empfindliche Meeresökosysteme vermutet werden, vor. mehr lesen…

Schützt die Tiefsee – Rettet Casper

Der kleine „Geister-Oktopus“ Casper wurde von amerikanischen Wissenschaftlern vor der Küste Hawaiis in einer Tiefe von 4.000 Metern entdeckt. Er ist ein bisher noch unbekanntes Wesen für die Meeresforscher.

Dies zeigt, wie wenig wir Menschen eigentlich über die Tiefsee wissen. Wir sollten daran denken, dass es auch jenseits der uns sichtbaren Unterwasserwelt vielfältiges Leben gibt und bei jeder Berührung mit dem Ökosystem „Meer“ darauf achten, all seine Bewohner, auch die der Tiefsee, in Frieden leben zu lassen und sie so gut es geht vor Eingriffen zu schützen.

Hier unsere Factsheets zum Thema „Tiefsee“:

Da sein Äußeres an das des Gespenstes Casper aus dem gleichnamigen Film von 1995 erinnert, wurde der Oktopus nach ihm benannt.

https://en.wikipedia.org/wiki/Casper_the_Friendly_Ghost_in_film

https://en.wikipedia.org/wiki/Casper_the_Friendly_Ghost_in_film

 

Und so sieht der Casper der Tiefsee aus:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=6rWHuwWJv3c

 

Wenn ihr mehr über Casper erfahren wollt, helfen euch die folgenden Links sicher weiter:

http://www.geo.de/GEO/natur/tierwelt/hawaii-forscher-entdecken-raetselhaften-geister-oktopus-82766.html

http://oceanexplorer.noaa.gov/okeanos/explorations/ex1603/logs/mar2/mar2.html

Lophelia-Korallen der Tiefsee bilden Geschwisterriffe

 

Riff-Baumeister mit Sinn für Harmonie

Kaltwasserkorallen verbinden sich über Verwandtschaftsgrenzen hinweg

Kaltwasserkorallen der Spezies Lophelia pertusa sind in der Lage, Skelett-Verbindungen mit genetisch fremden Artgenossen einzugehen. Auf Fahrten mit dem am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel stationierten Tauchboot JAGO entdeckten Wissenschaftler aus Schottland und Deutschland vor der Norwegischen Küste erstmals verschiedenfarbige Korallenzweige, die nahtlos zusammengewachsen waren. In ihrer Veröffentlichung in den „Scientific Reports“ erklären die Forscher, wie die Fähigkeit zur Verschmelzung die Stabilität der Korallenriffe unterstützt und somit zum Erfolg der Korallen als Riff-Baumeister der Tiefsee beiträgt.

Sie leben in den kalten, dunklen Tiefen der Meere, sind häufig starken Strömungen ausgesetzt und liefern eine stabile Basis für artenreiche und farbenfrohe Ökosysteme: Steinkorallen der Art Lophelia pertusa gelten als hervorragende Riff-Baumeister. Nach den neuesten Erkenntnissen von Forschern der Heriot-Watt Universität Edinburgh, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Universität Glasgow und des United States Geological Survey verbinden sogar genetisch unterschiedliche Individuen ihre Skelette miteinander. Erste Beobachtungen hierzu machten die Wissenschaftler auf einer Expedition mit dem Tauchboot JAGO und dem Forschungsschiff POSEIDON vor der Küste Mittelnorwegens im September 2011. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in den „Scientific Reports“.

„Auf unseren Tauchgängen mit JAGO fanden wir Riffe, in denen der orangefarbene und der weiße Typ der Koralle miteinander verschmolzen zu sein schienen“, berichtet Dr. Sebastian Hennige von der Heriot-Watt Universität Edinburgh. „Dieser Anblick fiel mir sofort auf, und wir haben direkt einige Proben für genetische Tests und Skelett-Analysen genommen. Damit konnten wir später beweisen, dass sich tatsächlich Individuen einer Art verbunden hatten, die keine Geschwister sind.“ Aufgrund seiner Erkenntnisse geht Hennige davon aus, dass Lophelia pertusa Vertreter ihrer Art über Verwandtschaftsgrenzen hinweg erkennt.

Bis jetzt wurde angenommen, dass die ausgedehnten Riffe von Geschwistern gebildet wurden. Sie sind jedoch ein Ergebnis der Fusion von genetisch unterschiedlichen Individuen – als ob zwei Menschen, die nah beieinander sitzen, ihre Skelette miteinander verbinden. Diese Fähigkeit unterscheidet Lophelia pertusa stark von tropischen Korallen. Tropische Riffe werden von Kalkalgen zusammengehalten, die die Kruste abgestorbener Zweige bevölkern. Diese Algen sind auf Tageslicht angewiesen. „Kaltwasserkorallen, die ihre Riffe ausschließlich im Dunkeln errichten, können nicht auf eine solche Unterstützung bauen. Sie scheinen aber einen anderen Weg gefunden zu haben, um Stabilität herzustellen,“ erläutert Dr. Armin Form, Meeresbiologe am GEOMAR und Co-Autor der Veröffentlichung. „Entweder die Korallen verschmelzen tatsächlich zu einem gemeinsamen Stock, oder ein Zweig überwächst den anderen, ohne dass der Partner dabei Schaden nimmt.“ Tropische Steinkorallen verhalten sich gegenüber ihren Nachbarn meistens deutlich aggressiver: Sie setzen chemische Stoffe frei, um Kontakt zu anderen Korallen zu verhindern. „Dieses Abwehrverhalten kostet allerdings viel Energie, die dann nicht mehr für andere Funktionen zur Verfügung steht“, so Dr. Form.

„Unsere Entdeckung zeigt nicht nur, wie viel wir noch über die Ökosysteme der Tiefsee zu lernen haben. Sie belegt auch, wie wichtig der technologische Fortschritt ist“, betont Murray Roberts, Professor an der Heriot-Watt Universität Edinburgh. „Die Chance, die Riffe selbst mit dem Tauchboot JAGO zu erkunden, hat uns ganz neue Einblicke beschert und geholfen, die kostbaren Proben direkt mit aufs Schiff und weiter in unsere Labore zu bringen.“

Lophelia pertusa hat im Laufe der Evolution Eigenschaften herausgebildet, mit deren Hilfe sich Energie sparen und die Stabilität im Riff stärken lässt. „Angesichts dieser Flexibilität hoffen wir, dass sie auch mit zukünftigen klimatischen Veränderungen zurechtkommt. Allerdings läuft der globale Wandel derartig schnell ab, dass es fraglich bleibt, ob die Korallen Schritt halten können“, sagt Dr. Armin Form.

Originalveröffentlichung:
Hennige, S.J., Morrison, C. L., Form, A. U., Büscher, J., Kamenos, N. A. and Roberts, J.M., 2014: Self-recognition in corals facilitates deep-sea habitat engineering. Sci. Rep. 4, 6782, doi:10.1038/srep06782.

http://www.geomar.de/index.php?id=4&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=2141&tx_ttnews[backPid]=185

SCINEXX-Dossier: Bergbau in der Tiefsee

Bergbau in der Tiefsee
Welche Folgen hat die Jagd nach Rohstoffen in der Meerestiefe?

Gold, Kupfer, Seltene Erden und andere wertvolle Rohstoffe – sie alle lagern in großen Mengen am Grund der Meere. Doch der Abbau dieser begehrten Schätze der Tiefsee ist technisch schwierig – und ökologisch riskant. Bevor der große Run auf die Rohstoffe losgeht, versuchen Forscher daher so viel wie möglich über die möglichen Folgen und Risiken herauszufinden.
….

Link zum Dossier mit Stand 10.10.2014: http://www.scinexx.de/newsletter-dossier-695-1.html

EU Study on deep sea mining

Seamounts, guyots, and oceanic plateaus important for the formation of polymetallic crust (based on morphological features identified by GRID Arendal; Harris et al., 2014)

Study on deep sea mining

This report gives an overview on the current and latest state of knowledge of deep-sea mining, with a focus on the potential from a geological perspective, the relevant technologies, the economic viability, environmental implications, the legal regime under which seabed mining operates, and an inventory of ongoing exploration and exploitation projects.

The report is based on an extensive desk-based research, literature review, interviews with stakeholders and expert workshops. We would like to express our sincere thanks to all who have contributed to this study. The study is not aimed to produce new knowledge or innovations but rather to bring together all available information and data currently present on the matter.

The main report presents the overall findings in a coherent storyline. Detailed information on the various aspects of deep-sea mining as well as more detailed description of underlying data and figures is presented in of the annexes attached.

It should be noted that this study has been carried out by an independent team of consultants and researchers and that the report represents the views of the consultant, which do not necessarily coincide with those of the Commission.

To read the Report:
https://webgate.ec.europa.eu/maritimeforum/en/community/articles/3617

PROTECT THE OCEAN’S DEPTHS

DIE TIEFSEE MUSS GESCHÜTZT WERDEN

2013/2014 ist ein ausschlaggebendes Jahr für den Schutz der Tiefsee: die Europäische Kommission hat den Antrag gestellt, Schleppnetz-Fischen in der Tiefsee zu unterbinden. Es handelt sich um eine Fangmethode, die von Wissenschaftlern als « die zerstörerischste Methode in der Fischereigeschichte » bezeichnet wurde: riesige, mit Gewichten beschwerte Grundschleppnetze werden in Tiefen bis zu 1800 Metern über den Meeresgrund gezogen und richten dabei jahrtausendealte Ökosysteme zugrunde und töten gefährdete Arten, von denen ein Teil vom Aussterben bedroht ist.

Weniger als zehn Schiffe werden in Frankreich für die Schleppnetz-Fischerei in der Tiefsee eingesetzt. Sechs von diesen gehören der Flotte des Einzelhandelskonzern Intermarché an. Trotz staatlicher Unterstützung in Millionenhöhe bringen diese Fabrikschiffe chronisch Verluste ein. Die Grundschleppnetz-Fischerei ist ein finanzielles Fass ohne Boden, das ohne unsere Steuergelder nicht existieren würde.

Die Lobbys der Fischerei-Industrie üben Druck auf die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und die Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus, um ein Verbot dieser Fangmethode zu verhindern, dessen der Vergangenheit angehörendes Businessmodel nur Verluste einbringt und abhängig von öffentlichen Fördergeldern ist.Die Lobbys üben insbesondere Druck auf Frankreich aus, um die Verordnung der EU zum Scheitern zu bringen.

Die Mobilisierung der Bevölkerung kann sich dem Druck der Lobbys entgegensetzen: Helfen Sie uns diese zerstörerische Fangmethode zu unterbinden und dafür zu sorgen, dass die von uns gewählten Abgeordneten und Diplomaten der Würde ihres Amtes gerecht werden, wenn sie die klaren und ambitionierten Anweisungen von Seiten des Präsidenten der Französischen Republik empfangen.

Unterschreiben Sie, um diesen wirtschaftlichen und ökologischen Unsinn zu beenden.

http://petition.bloomassociation.org/die-zukunft-der-tiefsee-ist-in-unseren-handen-lassen-sie-uns-handeln/

//