Forschung

Was die Forschung untersucht und herausfindet, wird durch  Wissenstransfer greifbar und verständlich.
Und ermöglicht so sinnvolles und effektives Handeln für die Meere .

Flucht in der Karibik – Die ersten Inseln versinken im Meer

Eine Leiter führt vom Strand runter zum türkisenen Wasser in der Karibik

© Raoul Croes / Unsplash

Die karibische Insel Gardi Sugdub, vor der Küste Panamas, steht vor dem Untergang im Meer. Die Bewohner:innen dieser Insel sind Menschen, die jetzt schon vor dem steigenden Meeresspiegel aufgrund der Erderwärmung fliehen müssen. In den kommenden 30 Jahren werden bis zu 200 Millionen Menschen vor den Auswirkungen der Klimakrise auf der Flucht sein und müssen ihre Heimat zu verlassen. Es wird größtenteils die Menschen treffen, die am wenigsten für diese Umweltveränderungen verantwortlich sind: „Der Klimawandel trifft die Armen viel stärker als die Reichen“, so Loitza Brown, Bewohnerin der Insel Gardin Sugdub.

Den zugehörigen Artikel vom 11.04.2019 findet ihr beim Tagesspiegel.

Kaum noch neue Korallen im Great Barrier Reef

Ein Korallenriff mit vielen kleinen bunten Fischen

© visa vietnam / Pixabay

Einer neuen Studie zufolge gibt es im weltgrößten Korallenriff, dem Great Barrier Reef, kaum noch Korallennachwuchs. Durch die Erderwärmung steigt auch die Wassertemperatur, was dazu führt, dass die Korallen ausbleichen und absterben. Die ökologische Vielfalt in den Meeren ist stark bedroht durch das Massensterben der Korallen. Am 24.05.2019 zeigen wir auf unserem DEEPWAVE Filmfestival neue Dokumentarfilme über die Gefährdung des Ökosystems der Korallen.

Den zugehörigen Artikel „Kaum noch neue Korallen im Great Barrier Reef“ vom 04.04.2019 findet ihr bei der HAZ.

Den vollständigen Bericht vom „Nature“ Magazin findet ihr hier.

DEEPWAVE Filmfestival: https://www.deepwave.org/projekte/deepwave-filmfestival/

 

Verstümmelte Delfine in Rekordzahl an der französischen Küste angespült

Zwei Delfine schwimmen nebeneinander an der Wasseroberfläche

© Tammi Baliszewski / Unsplash

An der französischen Atlantikküste wurden in diesem Jahr so viele tote Delfine angespült, wie noch nie. Nach Schätzungen von Aktivist:innen sind es mindestens 1100 Tiere, die Dunkelziffer wird aber 10 Mal höher geschätzt, denn viele tote Körper sinken noch im offenen Meer ab. Viele der Tiere waren schwer verletzt und verstümmelt. Auch wenn die genauen Todesursachen nicht klar sind, scheinen die Delfine in Kontakt mit großen Fischtrawlern und Netzen gekommen zu sein. Da die genutzten Netze nicht selektiv Fischen, verenden die Delfine oft als Beifang und ertrinken, wenn sie sich unter Wasser im Netz verheddern oder sterben, wenn das Netz mit dem Fang hochgezogen wird. Die Zahl der Delfine, die auf diese Weise getötet werden, ist in den letzten drei Jahren stark angestiegen und bringt die ohnehin schon gefährdeten europäischen Populationen weiter an den Rand des Aussterbens. Der französische Agrarkulturminister hat einen „Aktionsplan“ angekündigt der auch spezielle Netze mit akustischen Signalen einschließt, die die Delfine auf das Netz aufmerksam machen sollen. Sea Shepherd kritisiert diesen Plan, denn viele Fischer hätten Angst, durch die akustischen Signale auch Fische zu vertreiben, und wie die Umsetzung kontrolliert werden soll, ist auch unklar.

Den zugehörigen Artikel „Mutilated dolphins wash up on French coast in record numbers“ von Kim Willsher vom 31.03.2019 findet ihr bei The Guardien.

 

 

 

Immer weniger Meereis erreicht die Arktis

Vier Forscher:innen vom AWI in roten Anzügen knien im Eis und untersuchen es

© Alfred-Wegener-Institut / Folke Mehrtens (CC-BY 4.0)

Forscher:innen vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung fanden heraus, dass immer weniger Meereis aus russischen Gewässern in der zentralen Arktis ankommt. Da das Eis schon vorzeitig schmilzt, kommen die, im Eis gespeicherte Schwebestoffe und Mineralien nicht mehr in der Arktis an und können dort nicht verteilt werden. Das hat nicht nur physikalische, sondern auch biologische und chemische Auswirkungen auf das Ökosystem. Durch die Erderwärmung kommen mittlerweile nur noch 20 Prozent des, in den Randmeeren gebildeten Meereises, in der zentralen Arktis an. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Arktis im Sommer komplett meereisfrei sein wird.

Den zugehörigen Artikel „Immer weniger Meereis erreicht die Arktis“ vom 02.04.2019 findet ihr bei der FAZ.

Den vollständigen Forschungsbericht von den Forscher:innen vom AWI im „Scientific Reports“  findet ihr hier.

Ein neuer Bericht des UN-Umweltprogramms Unep beschreibt die voraussichtlich künftigen Temperaturveränderungen am Nordpol. Erfahrt mehr dazu in unserem Forschungs– und Klimablog.

 

 

Schwangerer Wal war voller Plastik

Ein Wal wirft sich mit dem Rücken nach vorne ins Wasser, der Himmel ist dunkel und bewölkt

© Three-shots / Pixabay

Die zunehmende Plastikverschmutzung macht auch vor den größten Meeressäugern nicht halt: ein schwangerer Wal wurde mit 22 Kilogramm Plastikmüll im Magen an einer Küste in Sardinien angespült. Neben Müllsäcken, Fischernetzen und Leinen, wurde auch ein Behältnis mit Flüssigwaschmittel gefunden, dessen Marke und Barcode noch komplett lesbar waren. Histologische und toxikologische Untersuchungen sollen nun die genaue Todesursache erklären, und ob der Tod des Kalbs in Zusammenhang mit dem geschluckten Plastik steht. Vor nicht allzu langer Zeit wurde bereits an einer Küste der Philippinen ein Wal mit ca. 40 Kilogramm Plastikmüll im Magen angespült.

Den zugehörigen Artikel „Schwangerer Wal war voller Plastik“ vom 01.04.2019 findet ihr bei n-tv.

Bei unserer BLUE STRAW Kampagne erfahrt ihr mehr über die Auswirkungen von (Plastik)Müll und welche Alternativen es gibt.

Stefan Rahmstorf erhält ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit 2019

Am 28. März 2019 bekommt Stefan Rahmstorf in der Kategorie Wissen den ZEIT WISSEN-Preis Mut zu Nachhaltigkeit 2019 verliehen.

Eine Portraitansicht von Stefan Rahmstorf

© Stefan Rahmstorf

Wir freuen uns sehr, dass Stefan Rahmstorf, DEEPWAVE Vereinsmitglied, für sein Engagement im Wissenstransfer in der Klimaforschung den ZEIT WISSEN-Preis erhält.

Dieser Preis wird jedes Jahr an Personen, Initiativen und Unternehmen verliehen, die einen besonderen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Stefan Rahmstorf ist Klimatologe, Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam und Abteilungsleiter beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

„Als Wissenschaftler fühle ich mich in der Verantwortung mein Wissen zu teilen“.

Rahmstorf ist im Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) tätig. Der WBGU bietet den politischen Entscheidungsträgern eine Orientierung, indem komplexe Zusammenhänge vermittelt, Risiken eingeschätzt und ökologische und sozioökonomische Grenzen, die nicht überschritten werden sollten, vorgeschlagen werden. Rahmstorf vermittelt sein Wissen der Klimaforschung einem breiten Publikum über verschiedene Kanäle. Bei vielen Menschen besteht ein großer Bedarf, einen Zugang zu vertrauensvollem Wissen über die Klimaerwärmung und zukünftige Entwicklungen der Erde zu bekommen, da in den Medien oftmals seriöse wissenschaftliche Erkenntnisse und Propaganda, die beispielsweise durch Interessen der fossilen Brennstoff-Industrie verbreitet werden, nicht klar genug getrennt werden.

In seinen Veröffentlichungen, sozialen Medien und den sehr informativen wissenschaftlichen Blogs „RealClimate“ und „KlimaLounge“ bietet Rahmstorf die Möglichkeit, sich über die aktuellen Erkenntnisse der Klimaforschung zu informieren und sich mit anderen darüber auszutauschen.

Johan Busse von Colbe für DEEPWAVE

Weitere Informationen über die Arbeit von Stefan Rahmstorf:

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/author/rahmstorf/

http://www.pik-potsdam.de/~stefan/

https://twitter.com/rahmstorf

   

 

 

Mangroven und ihre Bedeutung für den Klimaschutz

Links und rechts des Flusses stehen viele Mangroven

© kmarius / Pixabay

Pressemitteilung, 26.03.2019 vom idw- Informationsdienst Wissenschaft

Dr. Susanne Eickhoff Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Viele Studien legen nahe, dass Mangroven gigantische Kohlenstoffreservoire und ein bedeutender Faktor für den Klimaschutz sind. Doch bisher fehlten genaue Berechnungen, wieviel Kohlenstoff ein Mangrovenwald in einem bestimmten Zeitabschnitt speichert. Für Klimaschutzprogramme und Emissionshandel sind solche Zahlen aber überaus relevant. Ein Forscherteam vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) liefert nun Speicherraten für indonesische Mangroven.

Hohe Konzentrationen von CO2 in der Atmosphäre und die damit verbundene Klimaerwärmung führen uns immer deutlicher zu Bewusstsein: es ist zwingend notwendig, die Kohlenstoff-Senken unserer Erde zu erhalten. Damit sind solche Ökosysteme gemeint, die besonders viel Kohlenstoff speichern, wie die Ozeane oder an Land die Torfsümpfe.

Auch Mangroven helfen beim Klimaschutz: sie sind hocheffiziente Kohlenstoffspeicher. Als Wälder am Übergang zwischen Land und Meer sind sie den Tiden ausgesetzt und werden regelmäßig überschwemmt. Das Dickicht ihrer Stelz- und Luftwurzeln hält jedoch das Sediment im Waldboden zurück und verhindert, dass es ausgewaschen wird. Im Schlick sammeln sich enorme Mengen an organischem Material an: abgefallene Blätter, abgestorbenes Holz und Wurzeln, Ausscheidungen von Fischen und Krabben sowie angeschwemmtes Material von Flüssen und Tiden. Die Schlammschichten können viele Meter tief sein.

Um die Effizienz von Mangroven als Kohlenstoffspeicher zu beurteilen, wurde bisher auf den Kohlenstoffbestand im Boden zurückgegriffen. Amerikanische Wissenschaftler beispielsweise bestimmten in 2011 die Menge, die im Sediment vorhanden ist: im Durchschnitt über 1000 Tonnen pro Hektar, viermal so viel wie in tropischen Regenwäldern. Insgesamt schätzten die Forscher, dass zwischen vier und 20 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in den Gezeitenwäldern gespeichert sind. […]

Die vollständige Pressemitteilung findet ihr beim idw- Informationsdienst Wissenschaft.

LEIBNIZ-ZENTRUM für Marine Tropenforschung: https://www.leibniz-zmt.de/de/

 

 

 

Nachruf auf einen Wal

kalifornischer schweinswal schwimmend im Wasser

© CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

Der kalifornische Schweinswal, auch Vaquita (kleine Kuh) genannt, ist der am stärksten gefährdete Meeressäuger der Welt und steht kurz vor dem Aussterben. Schätzungsweise gibt es nur noch zehn bis 22 Exemplare. Die Vaquitas verheddern sich und ersticken in den illegal ausgelegten Kiemennetzen, die sich auf dem Meeresgrund befinden. Die Fischer haben es eigentlich nicht auf die Schweinswale abgesehen, sondern auf die Schwimmblase des Totoabas, welche als Wundermittel gilt. Der hohe Preis auf dem Schwarzmarkt für dieses Organ führt dazu, dass jedes Jahr die illegale Fischerei das Fangverbot ignoriert, das nicht nur für den Vaquita sondern auch für den Totoaba gilt.

Während viele Tierarten ohne unsere Kenntnis aussterben, ist die Entwicklung der Population der Vaquitas bekannt. Jedoch wird nicht viel getan, um das Aussterben zu verhindern. Arten- und Meeresschützer:innen wie Sea Shepherd versuchen, die Kiemennetze zu finden und einzusammeln. Allerdings kommen sie häufig zu spät und finden schon verendete Vaquitas in den Netzen. 2017 wurde ein Versuch unternommen, die verbliebenen Vaquitas einzufangen, die Population dadurch geschützt zu vergrößern und anschließend wieder auszuwildern. Dieser Versuch scheiterte jedoch, da die Vaquitas sehr scheu sind und vor Stress gestorben wären.

Den Artikel Nachruf auf einen Wal von Tina Baier vom 21.03.2019 findet ihr bei der Süddeutschen Zeitung.

Weitere Informationen über die Bedrohung der Vaquitas erhaltet ihr in unserem Blogbeitrag Save the Vaquita! Rettet den kalifornischen Schweinswal!.

Nicht nur Vaquitas sterben durch die Fischerei, ohne auf dem Teller zu landen. Sogenannte „Nichtzielarten“ wie zum Beispiel der Ostsee-Schweinswale verenden ebenfalls als Beifang.

Hitzewellen vernichten Unterwasserwelt

Glühende Erde im Wasser vor brennendem Hintergrund

© Geralt / Pixabay

Hitzewellen auf der ganzen Welt vernichten Tier- und Pflanzenbestände – auch unter Wasser. Innerhalb kurzer Zeit sterben über mehrere Kilometer hinweg massenhaft Meerespflanzen und -tiere, weshalb Wissenschaftler:innen den Vergleich zu Waldbränden herbeiziehen. Diese Hitzewellen werden immer häufiger, halten immer länger an und und richten dadurch immer mehr Schaden an. Und die ohnehin steigende Meerestemperatur verstärkt sie noch.

Während einer Hitzewelle werden Seegras und Seetang vernichtet und Korallenriffe nachhaltig geschädigt, die essentiell für den Erhalt des Ökosystems sind. Sie bieten Fischen Nahrung und Schutz, die als Teil ihrer Nahrungskette auch Seevögel beeinflussen. Da sich die Hitzewellen über sehr große Flächen erstrecken, können betroffene Tiere nicht in kühlere Bereiche des Meeres fliehen, sodass ihr Toleranzbereich überschritten wird. Modelle berechnen, dass Blau-, Buckel-, und Finnwalpopulationen einen besorgniserregenden Rückgang erleiden könnten.

Die Auswirkungen der Unterwasser-Hitzewellen sind auch deshalb so katastrophal, weil die Ökosysteme im Meer bereits unter anderen Stressfaktoren wie Überfischung, Lärm und Verschmutzung leiden.

Den Artikel Heatwaves sweeping oceans ‘like wildfires’, scientists reveal von Damian Carrington vom 04.03.2019 findet ihr bei The Guardian.

UPDATE: In unserem Blog findet ihr eine Pressemitteilung des NABU vom 5.12.2019, die einen Report aufgreift, der verdeutlicht, wie die Klimakrise den Lebensraum Ozean bedroht.

FCKSTRAWS-Initiative bietet Know-how an

Die FCKSTRAWS-Initiative ruft dazu auf, keine Strohhalme mehr aus Plastik zu verwenden. Sie hat die Hamburger Clubszene bereits mit unserem Wissen über Alternativen, Stickern und Flyern ausgestattet. Jetzt bieten die Kampaigner:innen von FCKSTRAWS allen Interessierten bundesweit an, ihre Erfahrungen und Know-how weiterzugeben. Wir freuen uns sehr, dass die Initiative auch außerhalb Hamburgs ihre Wirkung zeigt.

Weitere Informationen über FCKSTRAWS findet ihr hier.

Kontakt aufnehmen zu FCKSTRAWS: https://fckplastic.org/kontakt/

 

 

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