Was tun

Um selbst tätig werden zu können, muss man wissen wo und wie.
Hier eine Übersicht über mögliche Wege, sich für die Meere einzusetzen.

Chinas Boom-Regionen wachsen auf aufgeschütteten Flächen im Meer

Foto von Landgewinnung mit Kränen und Matsch

© CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

China will durch Aufschüttung Land für Großkonzerne gewinnen und schüttet Buchten, Mündungen und Seen zu, während Inseln durch Landgewinnung vergrößert werden. Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben seit den fünfziger Jahren 1,2 Millionen Hektar Landfläche durch Landgewinnung gewonnen, weshalb China weltweit am schnellsten Land dazugewinnt.

Gleichzeitig leidet die Umwelt bereits massiv unter den negativen Folgen. Durch Monokulturen und die Industrialisierung führen die Flüsse große Mengen Abwässer und Schlamm, der für das Zuschütten von Mündungsgebieten verwendet wird. 80 Prozent der Korallenriffe und die Hälfte der Mangroven sind stark beschädigt und die Fisch- und Planktonbestände verringern sich rapide.

Den Artikel Chinas Boom-Regionen wachsen auf aufgeschütteten Flächen im Meer von Johnny Erling vom  27.05.2005 findet ihr bei der WELT.

IDW: Deutsch-britische Messkampagnen zur Untersuchung der Stärke des „Golfstroms“

Forschungsschiff Charles Darwin wird beladen

© Vanyablue / Wikimedia

Pressemitteilung, 26. Mai 2005, Informationsdienst Wissenschaft

Max-Planck-Institut für Meteorologie

Prof. Dr. Jochem Marotzke, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg, kehrte gerade von einer Messkampagne auf einem britischen Forschungsschiff („Charles Darwin“) zurück, die der Untersuchung der thermohalinen Zirkulation im Nordatlantik galt.

Prof. Marotzke, der im Jahre 2003 vom Southampton Oceanography Centre (jetzt National Oceanography Centre Southampton) an das MPI-M kam, hat enge Kontakte zur britischen Forschung. Das Forschungsprojekt RAPID MOC hat er selbst noch in Großbritannien initiiert.
In dem Forschungsprojekt wird anhand von verschiedenen ausgebrachten Verankerungen die meridionale nordatlantische Zirkulation, die sowohl die nordwärts gerichtete warme Strömung als auch das in die Tiefe absinkende südwärts strömende Wasser umfasst, untersucht. Dieses Strömungssystem ist verantwortlich für das milde Klima in Nordwesteuropa. Plötzliche Änderungen in der atlantischen Zirkulation können zu Abkühlungen in unseren Breiten um 3-5°C führen. Dies haben Szenarienrechnungen einiger Klimamodelle sowie paleoklimatische Daten gezeigt. Das Projekt RAPID MOC will in erster Linie ein Prototyp-System entwickeln, mit dem man die Stärke und Struktur der MOC (Meridional Overturning Circulation) beobachten kann.
Dazu wurden im April 2004 19 Verankerungen entlang von 26.5°N quer durch den Atlantik ausgebracht, um die Gesamtzirkulation zwischen den Bahamas und der afrikanischen Küste zu vermessen. An diesen Verankerungen können von der Wasseroberfläche bis zum Boden Dichteprofile gemessen werden. Bis 2008 werden die Verankerungen jährlich aufgenommen und wieder ausgebracht. Das Projekt ist ein Gemeinschaftprojekt, an dem das National Oceanography Centre Southampton, die Universität Miami, das Atlantic Oceanographic and Meteorological Laboratory, das Spanish Institute of Oceanography und das Max-Planck-Institut für Meteorologie teilnehmen.
Prof. Marotzke hat bisher an beiden Messkampagnen im April 2004 und 2005 teilgenommen. Im April 2005 wurden 12 von 13 Verankerungen aufgenommen und 14 Verankerungen sowie 4 Bodendruckmesser ausgebracht. Die verloren gegangene Verankerung wurde offenbar von Fischereischiffen abgerissen.
Mit ersten Ergebnissen wird Ende 2005 gerechnet.

Diese Pressemitteilung findet ihr beim Informationsdienst Wissenschaft (idw).

UPDATE: Eine Pressemitteilung aus 2007 enthält neue Informationen.

EuroNatur: Meeresschildkröten werden auf Zakynthos an Eiablage gehindert

gerade geschlüpfte unechte karettschildkröte auf dem Sand

© 12019 / Pixabay

Pressemitteilung, 25. Mai 2005, EuroNatur

Trotz europaweiter Proteste: Meeresschildkröten werden auf Zakynthos an Eiablage gehindert

Radolfzell. Weil Sonnenschirme und Liegestühle auf der griechischen Insel Zakynthos den Zugang zu den über Jahrtausende angestammten Eiablageplätzen der Unechten Karettschildkröte versperren, sind die Tiere noch stärker bedroht. Wie die internationale Umweltstiftung EuroNatur mitteilte, musste der 1999 eingerichtete Meeresnationalpark Zakynthos im März 2004 seine Pforten schließen. Die Umweltstiftung EuroNatur berichtet von unhaltbaren Zuständen. So ist der bisherige Präsident des Parks seines Amtes enthoben worden, Mitarbeiter der Parkverwaltung bekommen kein Gehalt, der griechische Staat kommt den EU Naturschutzverpflichtungen nicht nach.

Im Rahmen einer Unterschriftenaktion konnten EuroNatur und die Schildkrötenschutzorganisation Medasset 17.000 Unterschriften zum Schutz der Unechten Karettschildkröte sammeln. Vertreter beider Organisationen übergaben diese im März 2005 an den griechischen Premierminister Kostas Karamanlis. Doch geändert hat sich nichts. „Griechenland tritt den Naturschutz und das eigene Naturerbe mit Füßen“, sagte Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur. Der Meeresnationalpark kämpft um das Überleben und ist – trotz Ernennung eines neuen Präsidenten vor rund 4 Wochen – nicht funktionsfähig, teilte EuroNatur mit. Die gesamte Infrastruktur des Parks liegt nach rund einjähriger Pause völlig brach. Viele der Hinweis- und Verbotstafeln wurden in der letzten Saison demontiert, um freien Zugang zu den Stränden zu gewährleisten. Die Türme, von denen aus Wächter die Einhaltung von Betretungsverboten überwachen sollen, sind in desolatem Zustand, und es steht kein geschultes Personal zur Verfügung, um die Türme zu besetzen.

„Die Eiablagestrände der Insel, die zu den wichtigsten im gesamten Mittelmeerraum zählen, blieben bereits in der letzten Saison unbewacht. Es ist nicht vertretbar, dass die Gelege der Unechten Karettschildkröte wieder von unwissenden Touristen zerstört werden. Für die stark bedrohte Art ist ein umfassender Schutz der Strände überlebensnotwendig“, betonte Schwaderer.

Kernproblem ist nach wie vor die mangelnde finanzielle Unterstützung des Meeresnationalparks durch den griechischen Staat. Seit Gründung des Parks hat dieser mit 170.000 Euro im Jahr nur rund die Hälfte der ursprünglich zugesagten und ohnedies knapp bemessenen Summe zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2003 wurden die Zahlungen sogar völlig eingestellt und die Parkverwaltung konnte Abgaben für Sozialversicherung und Steuer ihrer Mitarbeiter nicht zahlen. Dies führte dazu, dass auch die EU Fördermittel einbehielt.

Der Staat Griechenland kommt seinen Verpflichtungen, Maßnahmen zum Erhalt EU-weit geschützter Arten durchzuführen, immer noch nicht nach, beklagen die Umweltschützer. Grund genug für EuroNatur und Medasset, ihre Unterschriftenkampagne fortzusetzen (www.euronatur.org). „So lange keine grundlegende Verbesserung der Situation für den Naturschutz in Griechenland eintritt, bleiben unsere zentralen Forderungen bestehen“, erklärte Gabriel Schwaderer. Dazu zählt, dass eine langfristige Finanzierung der Verwaltungen von Schutzgebieten gewährleistet und durch eine übergeordnete Stelle innerhalb des Umweltministeriums unterstützt werden muss. Des Weiteren fordern Euronatur und Medasset die griechische Regierung auf, den rechtlichen Rahmen zur Durchsetzung der Naturschutzgesetze in Griechenland zu schaffen.

Nur, wenn es zu einer Stärkung des Natur- und Umweltsektors innerhalb des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und öffentliche Arbeiten kommt, wird sich die Situation für die Unechte Karettschildkröte im Meeresnationalpark Zakynthos wie auch für die vielen anderen bedrohten Tier- und Pflanzenarten in den anderen 26 Naturparken verbessern.

Diese Pressemitteilung findet ihr bei EuroNatur.

Haifischsteaks: 150.000 tote Haie im Lidl Regal

in Styroporschale verpacktes Haifischsteak mit japanischer Schrift

© CC0 1.0 / Wikimedia Commons

Lidl wirbt mit dem Verkauf exotischer Fischware: Ab nächster Woche werden bei Lidl Haifischsteaks für nur 4,49 Euro verkauft. Aufgrund dieser Aktion mussten bereits geschätzte 150.000 Blauhaie und andere Haiarten (ganz zu schweigen von den Delfinen, Meeresschildkröten und Seevögeln) an den Langleinen der Hochseetrawler sterben. Dabei sind durch den Haifischflossenhandel und andere Industriezweige weltweit alle Haiarten vom Aussterben bedroht.

Den Artikel Lidl verkauft Hai-Steaks vom 23.05.2005 findet ihr bei Wikinews.

Nachtrag 25.5.2005:

Zwei Tage nach Beginn der Aktion nahm Lidl aufgrund starker Kritik vonseiten des Sharkprojekts und anderer Meeresschutzorganisationen die Haisteaks aus dem Sortiment. Dazu veröffentlichte der NABU folgende Pressemitteilung:

 

NABU begrüßt Lidl-Stopp beim Verkauf von Haifisch-Steaks

Pressemitteilung, 24. Mai 2005, NABU

Der Naturschutzbund NABU hat die Entscheidung der Supermarktkette Lidl begrüßt, den Verkauf von Haifisch-Steaks zu stoppen und diese künftig auch nicht mehr im Sortiment anzubieten. Das hatte Lidl am Dienstag mitgeteilt. „Das Fleisch vom Aussterben bedrohter Haifische gehört nicht in großen Mengen in die Regale von Supermarktketten“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Haie – und zwar alle Arten – seien weltweit in ihren Beständen bedroht und müssten geschützt werden. Mit dem Stopp des Verkaufs von Hai-Steaks reagierte Lidl auf den Protest der Tier- und Naturschutzorganisationen NABU, Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW), Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) sowie des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) vom Montag. Sie hatten in einer gemeinsamen Pressemitteilung die verantwortungslose Geschäftspraxis der Discount-Kette kritisiert und Verbraucher aufgefordert, keine Hai-Steaks zu kaufen.

Der NABU hatte ferner in einem Schreiben die Lidl-Geschäftsleitung aufgefordert, zukünftig auf den Verkauf von Haifleisch in jeglicher Form zu verzichten. Wie Lidl weiter mitteilte, soll die eventuell noch in den Filialen befindliche Ware zu einem reduzierten Preis abverkauft werden. „Das Fleisch soll jetzt nicht verramscht werden“, kritisierte Tschimpke. Sinnvoller sei es, den Erlös der Verkaufsaktion nach Abverkauf der Ware für den Haischutz zu spenden.

Nach offiziellen Zahlen werden bereits jetzt jährlich über 100 Millionen Haie gefangen, die auf den Tischen der oft ahnungslosen Verbraucher als Schillerlocke, Seeaal oder Seestör landen.

Diese Pressemitteilung vom NABU findet ihr beim Presseportal.

Auch der Artikel Lidl verbannt Haifischsteaks vom 25.05.2005 bei Spiegel Online behandelt dieses Thema.

UPDATE: Nachdem Lidl Haifischsteaks aus seinem Sortiment genommen hat, wirbt der Discounter nun mit besonders guter ökologischer Qualität bei den Shrimps, Rotbarschen und Alaska-Seelachsen. Dies beleuchtet die Pressemitteilung des WWF.

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