Bodenprobe im Labor© ZDF/Michael Nieberg

Die Kunststoffindustrie feiert dieses Jahr wieder Absatzrekorde. Nun haben Wissenschaftler*innen festgestellt, dass es auch im Boden ein sehr großes Problem mit der Mikroplastikbelastung gibt. Plastik befindet sich in unseren Gärten und auf den Feldern. Hauptquelle ist der Abrieb von Autoreifen, Kunststoff im Biomüll und Verluste bei der Abfallentsorgung. Mikroplastik landet nicht nur durch den Verzehr von Meerestieren in uns, sondern auch durch die systematische Vermüllung der Landwirtschaft.

ZDF, 24.03.2019, Autor: Michael Nieberg

Während in der EU Trinkhalme aus Plastik verboten werden und viele Städte über ein Verbot von Plastiktüten nachdenken, feiert die Kunststoffindustrie Absatzrekorde: Allein 2018 betrug der Umsatz in Deutschland mehr als 64 Milliarden Euro. Und von einer Trendwende ist wenig zu spüren. In einer Befragung des Gesamtverbandes der kunststoffverarbeitenden Industrie gaben 37 Prozent der Betriebe an, dass ihr Geschäft von der aktuellen Mikroplastik-Debatte überhaupt nicht beeinflusst werde.

Plastik im Garten und im Acker

Dabei wird immer deutlicher: Die Müllberge, die durch den immer noch steigenden Verbrauch von Kunststoffen entstehen, sind ohne Umweltschäden kaum noch zu bewältigen. Vor allem der Boden ist belastet. „Egal, ob ich in Ihrem Garten nach Mikroplastik suche oder auf der Wiese vor der Universität oder auf irgendwelchen Äckern – wir werden Mikroplastik finden“, sagt Prof. Christian Laforsch von der Universität Bayreuth. Die Hauptquellen sind: Abrieb von Autoreifen, Verluste bei der Abfallentsorgung und Kunststoff im Biomüll – aber auch Granulate von Kunstrasenplätzen, die in die Landschaft verwehen.
Die Bayreuther Forscher haben jede Menge Plastikmüll auf Ackerflächen in der Landwirtschaft nachgewiesen. Daneben Mikroplastik im Kompost: Bis zu 900 Kunststoffpartikel fanden sie in einem Kilogramm. Pro Hektar Ackerfläche errechneten sie Belastungen von 150.000 Mikroplastikteilchen. Der in der Landwirtschaft verwendete Kompost wird einmal aus dem Biomüll der Haushalte gewonnen, er kommt aber auch aus Biogasanlagen, die Lebensmittelabfälle aus Supermärkten verarbeiten. […]

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