Ein Protestschild, auf dem Trumps Gesicht zu sehen ist, über dem ein rotes Warnschild mit der Schrift "Klimaleugner" gedruckt ist."

© Markus Spiske / Unsplash

Den positiven Schritt für mehr Umweltschutz, den Barack Obama in seiner Amtszeit gegangen ist, geht Präsident Trump rücksichtslos zurück. Neben der Abschaffung von diversen Umwelt- und Klimaauflagen will er jetzt das einzige Meeresschutzgebiet im nordwestlichen Atlantik, das Northeast Canyons and Seamounts National Monument, auflösen. Obama konnte das empfindliche Ökosystem mit seiner großen Artenvielfalt erfolgreich von der kommerziellen Fischerei ausschließen. Es war nur noch für Tourismus, Forschung und Freizeitfischerei zugänglich. Trump zufolge hätten viele der dort lebenden Fischarten keine wissenschaftliche Relevanz, deshalb sei kein Schutzgebiet nötig.

Richard Lazarus, Harvard-Professor und Experte für Umweltrecht, vergleicht Trumps „unbedingten Willen, die Umweltgesetze von Barack Obama zu zerstören“ mit Käpt’n Ahabs manischer Jagd auf Moby Dick.

Spiegel Online, 06.06.2020, Autorin: Susanne Götze

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Es war eine seiner letzten Amtshandlungen: Im September 2016 schaffte US-Präsident Obama das erste und bisher einzige Meeresschutzgebiet im nordwestlichen Atlantik. Das Northeast Canyons and Seamounts National Monument liegt etwa 200 Kilometer südöstlich von Cape Cod vor der US-Ostküste und ist gut 12.700 Quadratkilometer groß.

US-Präsident Donald Trump will das Schutzgebiet nun vier Jahre später wieder für die kommerzielle Fischerei öffnen. In Anwesenheit von Fischern unterzeichnete Trump am Freitag (Ortszeit) bei einem Besuch in Bangor im Bundesstaat Maine einen entsprechenden Erlass, der eine Anordnung seines Vorgängers Barack Obama wieder rückgängig machen soll.

In dem Schutzgebiet befinden sich drei Unterwassercanyons mit einer Fläche von fast 2500 Quadratkilometern, etwa so groß wie das Saarland. In der Seamounts Unit liegen die vier Seamounts, sogenannte Tiefseeberge. Die Unterwasserlandschaft ist bekannt für ihre einzigartige Artenvielfalt, darunter Tiefseekorallen sowie seltene Fische und Meerestiere wie Wale, Delfine, Schildkröten sowie Thun- und Schwertfische und Haie.

Damals begründete Obama den Erlass mit dem Stress der biologischen Vielfalt durch den Klimawandel. So erwärme sich dieser Teil des Atlantiks schneller als andere Meeresregionen. Forscher hatten gemahnt, dass die wärmeren Wassertemperaturen sich dramatisch auf den Fischbestand und die biologische Vielfalt auswirken könnten. Die kommerzielle Fischerei sei ein zusätzlicher Stressfaktor.

Seit dem Obama-Erlass ist das Gebiet nur für Touristen, Forscher und Freizeitfischer nutzbar. Eine Übergangsregelung gilt für bestimmte Krebs- und Hummerarten. Die kommerzielle Fischerei wurde aber wenige Monate danach komplett untersagt.

Trump erklärte, er revidiere diese „Ungerechtigkeit“ seines Vorgängers. Das Gebiet werde wieder für kommerzielle Fischerei geöffnet. Die Region als Schutzgebiet einzustufen, sei besonders für Hummerfänger ungerecht gewesen. Einige der im Obama-Erlass genannten Fischarten hätten nicht die wissenschaftliche Bedeutung, dass sie einen zusätzlichen Schutz verdienten, heißt es in dem Dekret des Weißen Hauses. Außerdem sei auch die kommerzielle Fischerei verpflichtet, auf ökologische Standards Rücksicht zu nehmen.

Allerdings ist noch nicht ausgemacht, dass Trump damit durchkommt. Die Abschaffung des Schutzgebietsstatus wird sehr wahrscheinlich vor Gericht landen.

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Den vollständigen Artikel findet ihr bei Spiegel Online.

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