Der 6. Runde Tisch Meeresmüll

Der Runde Tisch Meeresmüll (https://muell-im-meer.de/) bringt Vertreter von Umweltschutzorganisationen, Instituten, Industrie und Wirtschaft an einen Tisch und wird vom Niedesächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und dem Umweltbundesamt ausgerichtet.

Die zweitägige Konferenz fand dieses Jahr vom 29. bis 30. August in Hannover statt, wobei see- und landbasierte Einträge behandelt wurden. In diesem Rahmen wurden aktuelle Projekte, Maßnahmen und Vorschläge vorgestellt, diskutiert und bearbeitet. Dabei wurden beispielsweise der Legislativvorschlag der EU Kommision zur Kunststoffstrategie, der Verzicht von Dolly-Ropes oder die Vermeidung des Einsatzes von primären Mikroplastikpartikeln besprochen.

DEEPWAVE hat die Gelegenheit genutzt und zum Thema Substitution von Alltagsgegenständen die BLUE STRAW Kampagne vorgestellt, sowie sich einen Überblick über die politische Situation verschafft.

 

 

Das Dorsch-Drama: Westlicher Dorschbestand vor dem Zusammenbruch

Ostseefischer, Deepwave
Ostseefischer, Deepwave

WWF: Auch Angel-Sektor muss sich am Bestandsaufbau beteiligen

Er ist der große Raubfisch in der Ostsee und der Brotfisch der deutschen Küstenfischer: der Dorsch.  Jetzt steht der westliche Dorsch-Bestand vor dem Zusammenbruch. Die Folgen für die Fischerei sind gravierend. Wissenschaftler (ICES) empfehlen, die Fangmenge um 87 Prozent zu kürzen. „Das Dorsch-Drama: Westlicher Dorschbestand vor dem Zusammenbruch“ weiterlesen

Deutschlands Meeresschutz am Ende?

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Deutschlands Meeresschutz am Ende?

Meeresschutzgebiete: Umweltverbände kritisieren Bundesregierung scharf

Berlin/Hamburg – Im Vorfeld der am morgigen Dienstag stattfindenden öffentlichen Anhörung zu den Schutzgebietsverordnungsvorschlägen für sechs Nord- und Ostseenaturschutzgebiete äußern die deutschen Umweltverbände scharfe Kritik. Mit den Verordnungen sollen die Natura-2000-Gebiete in der deutschen „Ausschließlichen Wirtschaftszone“ (AWZ) endlich den rechtlichen Status von Naturschutzgebieten erhalten. „Die Entwürfe sind ungenügend, sie lassen die massive Übernutzung der Meere weiterhin zu und ignorieren die naturschutzfachlichen Notwendigkeiten. Vor allem aber werden sie den EU-Verpflichtungen nicht gerecht“, so das Fazit der Umweltverbände NABU, BUND, Deepwave, DNR, DUH, Greenpeace, Schutzstation Wattenmeer, WWF und Whale & Dolphin Conservation in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Es dauerte elf Jahre, bis die Bundesregierung nach Ausweisung der Schutzgebiete im Jahr 2004 die Verordnungsentwürfe in das öffentliche Beteiligungsverfahren gab. Seit Jahren blockieren Streitigkeiten der beteiligten deutschen Ministerien aus den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft, Forschung und Wirtschaft mit dem federführenden Bundesumweltministerium jegliches Vorankommen. Der effektive Schutz von bedrohten Arten und Lebensräumen verbleibt dabei im toten Winkel der Ressortstreitigkeiten. „Bis heute wird in den Schutzgebieten, den wertvollsten Ökosystemen vor unseren Küsten, flächendeckend gefischt, es fahren tausende Schiffe und es finden Rohstoffabbau und militärische Manöver statt. Die deutschen Meeresschutzgebiete gibt es nur auf dem Papier. Und die Ministerien, die die Nutzergruppen vertreten, sorgen dafür, dass es auch so bleibt“, kritisieren die Umweltverbände. Leidtragende sind Meeressäuger, Seevögel oder auch seltene Weichkorallen. Dabei steht es schlecht um die Lebensgemeinschaften in Nord- und Ostsee. Laut nationaler Roter Liste sind fast ein Drittel der untersuchten Arten gefährdet. Grund dafür sind nach eigener Aussage der Bundesregierung die Fischerei, der Kies- und Sandabbau und der Eintrag von Nähr- und Schadstoffen.

Für den Meeresschutz in der AWZ, dem Seegebiet zwischen zwölf und 200 Seemeilen vor der Küste, ist das Bundesumweltministerium zuständig. Dessen Kompetenz soll durch die neuen Verordnungen stark beschnitten werden, indem sich die Nutzerressorts faktisch ein Vetorecht gegen effektive Schutzmaßnahmen sichern. Die Verantwortung Deutschlands für den Schutz seiner einzigartigen Natura-2000-Gebiete, wie sie die Bundesregierung auch im Koalitionsvertrag verankert hat, scheint vergessen. „Nahezu jedes Ressort fordert Ausnahmen und kaum eine Meeresnutzung soll verboten werden. Erhielt die Bunderegierung jüngst noch viel Zuspruch beim sogenannten EU-Fitnesscheck für ihre aktive Rolle bei der Verteidigung der EU-Umweltrichtlinien, so scheint dies vergessen, wenn es um wirtschaftliche Interessen vor der Haustür geht. Die jetzigen Verordnungsentwürfe kommen einer Aushöhlung des Bundesnaturschutzgesetzes gleich. Die Verordnungen müssen grundsätzlich überarbeitet werden“, so das Fazit der Umweltverbände. So müssten in diesen u.a. auch die völkerrechtlichen Verpflichtungen regionaler Meeresschutzübereinkommen berücksichtigt und für die Meeresnatur gefährliche lärmintensive seismische Untersuchungen oder die Kohlendioxidverpressung verboten werden.

Formal sind 47 Prozent der deutschen Nord- und Ostsee durch das Natura-2000-Netzwerk geschützt. Über 70 Prozent davon befinden sich in Küstengewässern, etwa 30 Prozent in der AWZ. Darunter sind die Schutzgebiete nach EU-Vogelschutzrichtlinie und FFH-Richtlinie zusammengefasst.

Die vollständige Stellungnahme der Umweltverbände finden Sie hier: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/meeresschutz/16-02-22-nabu-stellungnahme_umweltverb__nde-natura2000.pdf

 Für Rückfragen:

NABU: Dr. Kim Detloff, Meeresschutzexperte, Mobil: 0152 09202205, Kim.Detloff@NABU.de

BUND: Dr. Bettina Taylor, BUND-Meeresschutzbüro, Mobil: 0151 56363735, bettina.taylor@bund.net

Deepwave: Dr. Onno Groß, 1. Vorsitzender, Tel. 040 46856262, onnogross@aol.com

DNR: Florian Schöne, Generalsekretär, Tel. 030 678177599, florian.schoene@dnr.de

DUH: Sascha-Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer, Tel. 030 2488867-0, mueller-kraenner@duh.de

Greenpeace Deutschland e.V.: Thilo Maack, Meeresexperte, Mobil: +49 171 8780 841, thilo.maack@greenpeace.de, Michelle Bayona, Pressesprecherin, Mobil: +49 171 8780 830, michelle.bayona@greenpeace.de

Schutzstation Wattenmeer: Katharina Weinberg, Tel. 04841 668544, k.weinberg@schutzstation-wattenmeer.de

WWF: Stephan Lutter, Meeresschutzexperte, Mobil: 0151 1885 4925, stephan.lutter@wwf.de

Whale & Dolphin Conservation: Michaela Harfst, Presse & Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 89 6100 2395, michaela.harfst@whales.org

Ausstellung “Die Meeresfibel” im Meeresmuseum Stralsund

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Ausstellungseröffnung “Die Meeresfibel” im Meeresmuseum Stralsund

Eröffnung 4. Dezember um 11:00 Uhr in der Sonderausstellung

„Unser Blauer Planet: gestern – heute – morgen“
die Meeresfibel der Meeresschutzorganisation DEEPWAVE e.V. mit Original-Illustrationen von Anna Mandel.

Dauer 4. Dezember 2015 bis 17. April  2016

Unsere Erde, „der Blaue Planet“, wird zu etwa 70 Prozent vom Wasser der Meere bedeckt. Doch es ist viel zu wenigen Menschen bewusst, wie viel wir dem Meer zu verdanken haben. Wir wissen nicht, wie reichhaltig die Ozeane gestern waren, wie bedroht sie heute sind und wie sie morgen wieder sein könnten. Die Meeresfibel „Unser Blauer Planet“ von DEEPWAVE e.V., gefördert mit Mitteln des Umweltbundesamtes und Bundesumweltministeriums, zeigt zum einen die Faszination der Meere und vermittelt zum anderen wirksame Projekte als Antwort auf die derzeitigen Bedrohungen. Die 36 Seiten starke Broschüre lebt besonders von den detaillierten und wissenschaftlich fundierten Illustrationen der Hamburger Künstlerin Anna Mandel.

„Als Illustratorin der Meeresfibel für Schüler bin ich mir bei jeder Zeichnung der Verantwortung bewusst gewesen, diese Probleme und wirksame Wege zu ihrer Behebung anschaulich und einfühlsam darzustellen. Mir geht es hier vor allem um die Message: den Blick auf die Meere zu ändern, unseren Planeten als Blauen Planeten zu begreifen und aus neu erworbenem Wissen heraus handeln zu können, denn noch können wir es“, sagt die Illustratorin Anna Mandel.

Am Beispiel einiger Ökosysteme (der Nordsee, Hochsee, Tiefsee, Tropenmeere und Eismeere) wird jeweils die Lebenswelt gestern, heute und morgen akribisch dargestellt. So lebten vor den Dünenküsten der Nordsee früher vor 150 Jahren noch reiche Fischschwärme und zahlreiche Schweinswale, während heute die zunehmende Nutzung (Kiesabbau, Schifffahrt, Tourismus, Fischerei) den Artenreichtum stark gefährdet. Eine Lösung wären daher morgen mehr Schutzgebiete für den Fischnachwuchs und die seltenen Tiere. In Tropenmeeren, die noch vielfältiger von Verschmutzungen bedroht sind, steht dagegen der Schutz der Mangroven und Korallen im Vordergrund. Für die Tiefsee mit ihren faszinierenden Lebewesen gilt es zukünftig weltweite Regeln und große Schutzgebiete zu etablieren.

Die verständlich geschriebenen Texte der buchartigen Broschüre sollen vor allem Kindern die vielfältige Welt des Lebensraumes Meer näher bringen und ein Umdenken für die folgenden Generationen bewirken.

In der Ausstellung werden die 13 großformatigen, in langer Handarbeit entstandenen Original-Zeichnungen und die Meeresfibel-Texte zu sehen sein.

„Es war eine spannende Zusammenarbeit eines Biologen mit einer Illustratorin“, erläutert der Hamburger Meeresbiologe Onno Groß, der Vorsitzende des vor zwölf Jahren gegründeten Vereins Deepwave, der auf die zunehmende Umweltverschmutzung von Meeren und selbst der Tiefsee aufmerksam macht. “Es liegt heute in unseren Händen die Zukunft der Meere zu sichern und dafür wollen wir gerade die Jugendlichen sensibilisieren”.

Die Meeresfibel für Schüler „Unser Blauer Planet: gestern – heute – morgen“ ist über den Verein DEEPWAVE e.V. gegen eine Spende für Portokosten zu beziehen.

Weiteres Pressematerial (Poster, Postkarten) und hochauflösende Bilder schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu : info@deepwave.org oder Dr. Onno Groß, 1. Vorsitzender Tel 0179 598 69 69

Hintergrundmaterial:

Künstlerin Anna Mandel

http://www.io-home.org/portfolios/m/bilder?k_User=1690

DEEPWAVE e. V.

Der gemeinnützige Verein DEEPWAVE setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für die Belange der Ozeane und ihre gefährdeten Lebewesen ein. www.deepwave.org

Meersfibel-Blog:
http://meeresfibelblog.wordpress.com

Pressestimme:

Artikel Ostsee-Zeitung

http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Stralsund/Die-Ozeane-brauchen-eine-Chance

Nord- und Ostsee-Monitoring zeigt hohen Artenreichtum

Nord- und Ostsee ist wichtiges Aufenthalts- und Durchzugsgebiet für bedrohte Meeressäugetiere und gefährdete Seevogelarten

BfN veröffentlicht aktuelle Monitoring-Ergebnisse
Weißschnauzen- und Weißseitendelfine, Papagei- und Atlantiksturmtaucher gesichtet

Die Nord- und Ostsee sind sehr wichtige Aufenthalts- und Durchzugsgebiete für bedrohte Meeressäugetiere und gefährdete Seevogelarten. So das Ergebnis des diesjährigen Monitoring in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee, das das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen von internationale Abkommen und Richtlinien koordiniert. Mit der langfristigen und systematischen Erfassung und Beobachtung erhält das BfN regelmäßig Informationen über Vorkommen und Verbreitung von Meeressäugetieren und Seevögeln.

Im diesjährigen Erfassungszeitraum wurden wieder bedrohte große Walarten und Delphine, z.B. Weißschnauzen- und Weißseitendelfine, in deutschen Gewässern gesichtet. Neben den typischen Vögeln werden beim Seevogel-Monitoring auch wieder seltene Arten erfasst. So wurden z.B. während eines Schiffssurveys in der Nordsee im Juli 2014 Papageitaucher, Skua und Atlantiksturmtaucher in der Deutschen Bucht und auf der Doggerbank gesichtet. „Das regelmäßige Monitoring der Wirbeltiere liefert uns seit nunmehr sechs Jahren umfangreiche Daten zum Erhaltungszustand der Populationen, zu Verbreitung und Vorkommen sowie Trends und Gefährdungen. Das BfN kann hieraus wichtige Schlussfolgerungen für die Bewertung der zahlreichen Eingriffe in die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee ziehen, “ sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

Beim Monitoring der Meeressäugetiere stehen vor allem Schweinswale im Fokus der Wissenschaft. Deutliche positive Bestandtrends konnten aktuell noch nicht verzeichnet werden, jedoch ist die Dichte der Schweinswale in der Nordsee noch auf einem beständigen Niveau. Das Schutzgebiet Sylter Außenriff und seine Umgebung sind nach wie vor nordseeweit für die Schweinswale von besonderer Bedeutung für die Paarung und die Aufzucht ihrer Kälber.

Die Ostsee-Schweinswale bleiben allerdings „Sorgenkinder“, wie erhöhte Totfunde und niedrige Bestandszahlen belegen. Ihr Vorkommen in der westlichen Ostsee ist zwar noch vergleichsweise stabil. Rund um Fehmarn werden auch regelmäßig Kälber erfasst. Doch die sehr kleine eigenständige Population der östlichen Schweinswale, östlich vom Darß, ist sehr stark bedroht. Die Tiere sind in dieser Region so selten geworden, dass ihre Erfassung nur mit Hilfe von Unterwassermikrofonen, die die Orientierungslaute der Tiere aufzeichnen, gelingt.

Während der Erfassungssurveys werden auch immer wieder bedrohte große Walarten und Delphine in deutschen Gewässern gesichtet. Zwergwale, aber auch Weißschnauzen- und Weißseitendelfine werden vereinzelt, aber regelmäßig im Rahmen der regulären Säugetiersurveys in den küstenfernen Bereichen der deutschen AWZ geortet. Gerade Zwergwale treten dabei gehäuft im äußersten Bereich des „Entenschnabels“ nordöstlich der Doggerbank auf. Möglicherweise stellen die Doggerbank und ihre Umgebung ein wichtiges Durchzugs- und Nahrungsgebiet für diese bis zu 10m langen Bartenwale dar. Selbst Buckelwale oder Riesenhaie werden gelegentlich in der deutschen Nordsee gesichtet.

Die Ergebnisse des Seevogel-Monitorings zeigen, dass es sehr erhebliche artspezifische Unterschiede im Vorkommen gibt. Viele Arten überwintern in deutschen Meeresgebieten in international bedeutenden Konzentrationen, andere nutzen das offene Meer als Nahrungsgebiet in der Nachbrutzeit. Neben den typischen Vögeln werden auch immer wieder seltene Arten erfasst. So wurden z.B. während eines Schiffssurveys in der Nordsee im Juli 2014 Papageitaucher, Skua und Atlantiksturmtaucher in der Deutschen Bucht und auf der Doggerbank gesichtet.

Hinweis:
Aktuelle Berichte vom Bundesamt für Naturschutz zum Monitoring von Meeressäugetieren (Schweinswale) und Seevögeln in den deutschen Meeren können unter www.bfn.de/0314_monitoringberichte.html heruntergeladen werden.

Quelle: https://www.bfn.de/presse/pressearchiv/2014/detailseite.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5261&cHash=c19871f71f83c71d7442711b0e9f6f2b