Bürgermeister von Lampedusa verbietet Plastik-Einweggeschirr

Auf den sizilianischen Inseln Lampedusa und Linosa sollen zukünftig Plastik-Einweggeschirr und Plastiktüten verboten werden, gab Salvatore Martello, Bürgermeister der Inseln im Rahmen einer Fischerei-Konferenz am 03.Juli 2018 in Palermo bekannt. Dadurch sollen die Menge von Plastikabfällen reduziert und die Mülltrennung auf der Insel vereinfacht werden und vor allem weniger Abfälle im Meer landen, die sich negativ auf die Meeresfauna und dadurch auch auf die Fischerei auswirken. Bis 31. August 2018 soll diese Verordnung durchgesetzt werden. Ihm sei klar, dass dies für die Einwohner, Touristen und Geschäftsleute eine „kleine Revolution“ sei, aber man müsse neue Verhaltensweisen im Einklang mit der Natur und für eine Verbesserung der Lebensqualität erlernen, so Martello. Außerdem sollen Fischer in Kooperation mit den Gemeinden auf See Plastikmüll sammeln und an Land abgeben können.

Kurzzusammenfassung aus dem Italienischen.
Den Originalartikel könnt ihr hier nachlesen:

http://palermo.repubblica.it/cronaca/2018/07/03/news/lampedusa_il_sindaco_vieta_la_vendita_di_piatti_e_posate_di_plastica-200752438/?ref=fbpr&refresh_ce

 

Foraminiferen erobern Mittelmeerstrände

Nahaufnahme durch das Mikroskop der Foraminiferen-Art Pararotalia calcariformata auf ihrem Algensubstrat. Die Mikroalgen färben die Foraminifere hellbraun, wenn sie durch die Kalzitschale schimmern. Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; C. Schmidt
Nahaufnahme durch das Mikroskop der Foraminiferen-Art Pararotalia calcariformata auf ihrem Algensubstrat. Die Mikroalgen färben die Foraminifere hellbraun, wenn sie durch die Kalzitschale schimmern.
Foto: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; C. Schmidt

 

Studie zeigt: Kalkschaler passen sich wärmeren Gewässern an

Für den Erhalt der Artenvielfalt in Zeiten des Klimawandels ist es wichtig, dass sich einzelne Arten an die veränderten Umweltbedingungen, vor allem an wärmere Temperaturen, anpassen. Entscheidend ist, wie schnell das geschieht. Besonders empfindlich reagiert der Lebensraum Korallenriff. Viele seiner Bewohner leben in Gemeinschaft mit Algen. Steigt die Temperatur, verlieren Korallen ihre Algen, sie bleichen aus. „Foraminiferen erobern Mittelmeerstrände“ weiterlesen

Reisebranche kritisieren geplante Ölsuche im Mittelmeer

Reisebranche kritisieren geplante Ölsuche im Mittelmeer

Der Schweizer und der österreichische Reiseverband zeigen sich besorgt über das Vorhaben des britischen Ölkonzerns Cairn Energy. Dieser will im Mittelmeer vor Ibiza nach Öl und Gas suchen. Über 125 000 Bürger Spaniens erheben Einspruch gegen diese Pläne. Und mehr als 210 000 Menschen aus dem deutschsprachigen Raum haben den Protest von OceanCare unterzeichnet, um die für Meerestiere tödliche Gefahr des Unterwasserlärms und das Risiko einer Ölkatastrophe abzuwenden.

Zürich/Wien, 2.10.2014. Sowohl der Schweizer als auch der österreichische Reiseverband kritisieren die Pläne, vor den Balearen nach Öl- und Gasvorkommen zu suchen. OceanCare, Alianza Mar Blava und Natural Resources Defense Council NRDC begrüssen diese am 2. Oktober veröffentlichte Kritik: „Es ist ein starkes und gleichzeitig notwendiges Signal jenes Wirtschaftszweiges, der für die Balearen die grösste Bedeutung hat“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. Ausserdem wurde in den vergangenen Tagen bekannt gegeben, dass mehr als 125 000 spanische Bürger offiziell Einspruch gegen das Projekt erhoben haben. 117 000 davon sind sesshaft auf den Balearen – das ist ein Zehntel der gesamten Bevölkerung der beliebten Ferieninseln Formentera, Ibiza, Mallorca und Menorca. „Die Ablehnung der Pläne der Ölindustrie ist dermassen überwältigend, dass man sich fragt, warum die gewählten Entscheidungsträger nicht längst dem Projekt die vom Volk gewünschte Absage erteilt haben“, fährt Lüber fort. Druck kommt auch von besorgten Bürgern aus dem deutschsprachigen Raum: Über 210 000 Menschen haben den Protest „Notruf aus Ibiza – tödliche Ölsuche verhindern“ unterschrieben und fordern die spanische Regierung zum Handeln auf. Hinter dem Protest steht OceanCare: Die Meeresschutzorganisation mit Sitz in der Schweiz hat die Koalition Silent Oceans gegründet und setzt sich gemeinsam mit Partnerorganisationen weltweit für den Schutz der Meerestiere ein – so auch vor den spanischen Ferieninseln.

Seismischen Explorationen 2013 unbewilligt durchgeführt
Vor wenigen Wochen wurde öffentlich, dass bereits im vergangenen Jahr nicht genehmigte seismische Aktivitäten stattgefunden haben. „Wissenschaftler wurden aufgrund des untypischen Verhaltens von Pottwalen in der Region auf die Schallexplosionen aufmerksam. Behörden und Ölindustrie hüllen sich jedoch in Schweigen“, kritisiert Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare und NRDC. Schon die Suche nach Öl- und Gasvorkommen setzt das Leben im Meer um die Balearen einer grossen Gefahr aus. Die unvorstellbar lauten Schallkanonen der Rohstoffsuche können Wale, Delphine und andere Meerestiere, darunter auch kommerziell genutzte Fische, vertreiben, verletzen oder direkt töten.

Risiko einer Ölkatastrophe im Mittelmeer
Bohrungen, vor allem in der Tiefsee, stellen ein weiteres Risiko dar: Im Falle eines Unfalls verursachen sie irreparable Schäden für Ökologie und Ökonomie der Inselregion. „Auch die Ölindustrie und die spanische Regierung müssen Grenzen akzeptieren und davon Abstand nehmen, in ökologisch und ökonomisch besonders wertvollen Gebieten wie dem westlichen Mittelmeer nach Öl und Gas zu suchen“, fordert Carlos Bravo, Koordinator der lokalen Koalition Alianza Mar Blava.

Entscheid der spanischen Regierung
Der Entscheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts der Rohstoffsuche vor der spanischen Inselgruppe ist ausstehend. Die spanische Regierung lässt sich damit Zeit. Im Frühjahr 2015 finden auf den Balearen die Wahlen zur Regionalregierung statt, im Herbst folgen nationale Wahlen in Spanien. Der Zwist um die geplante Ölerschliessung wird sukzessive zu einem Kernthema. Nicht zuletzt wird die Entscheidung auch ein Signal über die Ausrichtung der künftigen spanischen Energiepolitik sein.

Medienkontakte:
Sigrid Lüber, Präsidentin OceanCare, Telefon +41 44 780 66 88, Mobil +41 79 475 26 87, slueber@oceancare.org
Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare und NRDC, Tel. + 43 660 211 9963, n.entrup@shiftingvalues.com
Carlos Bravo, Alianza Mar Blava, Tel. +34 626 99 82 41, carlos.bravo@salviateam.eu

OceanCare
OceanCare ist Initiantin der Koalition Silent Oceans und setzt sich seit 1989 weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie intensivem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Seit Juli 2011 ist OceanCare von den Vereinten Nationen als Sonderberaterin für den Meeresschutz anerkannt, sowie seit einigen Jahren offizieller Partner des Abkommens der Mittelmeer-Anrainerstaaten zum Schutz der Wale und Delphine. www.oceancare.org, www.silentoceans.org

Alianza Mar Blava
Die Alianza Mar Blava ist eine sektorübergreifende Allianz mit mehr als 75 Mitgliedern, die das gesamte Spektrum der Akteure von Ibiza und Formentera abdecken. Dazu zählen öffentliche Verwaltungen, Wirtschaftssektoren wie Fischerei, Tourismus und Schifffahrt, sowie soziale Organisationen wie Umweltschützer und Gewerkschaften. Diese vielfältige Struktur verleiht Alianza Mar Blava ein besonders hohes Mass an Repräsentativität und verdeutlicht den grossen Widerstand, den die Ölprojekte ausgelöst haben. www.alianzamarblava.org

Natural Resources Defense Council
NRDC ist eine im Jahr 1970 in den USA gegründete Nicht-Regierungsorganisation, die insbesondere von Anwälten, Wissenschaftlern und Umweltexperten geführt wird und sich dem Ziel des Schutzes der öffentlichen Gesundheit und der Umwelt widmet. Aktuell hat NRDC ca. 1,3 Millionen aktive Unterstützer, inkl. Online-Aktivisten. Energiewirtschaft, Schutz von Wildtieren, Erhaltung der Ozeane zählen zu den Kernkompetenzen von NRDC. www.nrdc.org

Öl-Rausch bedroht die Adria

Öl-Rausch bedroht die Adria

Ab heute führt das norwegische Unternehmen Spectrum in der Adria ausgedehnte seismische Tests durch. Die Aktivitäten in Kroatiens Ausschliesslicher Wirtschaftszone – rund 35‘000 km2 Meeresfläche – markieren den Beginn des Runs auf die Öl- und Erdgasvorkommen in der Adria. Sie stossen bei internationalen Umweltorganisationen auf heftigen Widerstand. OceanCare, NRDC und die Partner der Kampagne «Silent Oceans» melden Bedenken hinsichtlich der Konsequenzen des extremen Unterwasserlärms an. Es ist davon auszugehen, dass die Meeresbewohner dadurch vertrieben, verletzt oder getötet werden können. Die Organisationen stellen zudem die verfahrenstechnischen Schritte im Vorfeld der Tests in Frage.

Wädenswil, 5. September 2013: Die seismischen Tests, die gemäss Medienberichten auf rund 12‘000 Kilometern Forschungsfahrt erhoben werden, sollen Daten zu Öl- und Erdgasvorkommen liefern. So genannte Airguns oder Druckluftkanonen sollen über mehrere Wochen hinweg ununterbrochen etwa alle 10 Sekunden Schallwellen von bis zu 240 Dezibel in Richtung Meeresgrund abfeuern. Das bedroht Wale und Delphine, aber auch Fischbestände und andere Meeresbewohner akut. Sie werden aus angestammten Lebensräumen vertrieben und riskieren Verletzungen, die zum Tod führen können.

„Extreme Sorge bereiten uns Arten, die in tieferen Gewässern leben. Dazu gehören die äusserst lärmempfindlichen Schnabelwale, Rundkopfdelphine, Streifendelphine und Pottwale. Nicht weniger bedroht werden durch den Lärm der seismischen Untersuchungen jedoch auch die küstennah lebenden Grossen Tümmler. Wir stellen in Frage, ob die Öffentlichkeit hinsichtlich der gefährlichen Vorhaben angemessen angehört worden ist und ob vor diesen überstürzten Aktivitäten wissenschaftlich korrekte Studien zur Umweltverträglichkeit gemacht worden sind“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Die Vorkommnisse sind umso irritierender, als die kroatische Regierung in verschiedenen internationalen Gremien für die Einführung von Massnahmen gestimmt hat, um die Meerestiere vor intensivem Unterwasserlärm zu schützen. Jetzt, da Eigeninteressen im Spiel sind, scheint sich niemand mehr an diese Forderungen zu erinnern.“

Die Umweltschützer prangern an, dass weder die verträglichsten Methoden noch die hinsichtlich der Lärmemissionen besten verfügbaren Technologien in Kroatien berücksichtigt werden.

Fortschritte erzielt – aber nicht in Europa

„Eben kam es in den USA zu einer gerichtlichen Einigung hinsichtlich geplanter seismischer Aktivitäten im Golf von Mexiko. Es wurden regionale und temporäre Sperrgebiete festgelegt und die Ölindustrie ist aufgefordert, weniger lärmintensive Technologien zu entwickeln und einzusetzen“, sagt Michael Jasny, Leiter der Projekte zum Schutz der Meeressäuger bei der amerikanischen Organisation NRDC (Natural Resources Defense Council).

OceanCare appelliert gemeinsam mit NRDC und den Kampagnenpartnern von «Silent Oceans» an die kroatische Regierung, die seismischen Aktivitäten umgehend zu stoppen, die Öffentlichkeit anzuhören, eine Folgenabschätzung durchzuführen und strikte Massnahmen zur Lärmverminderung anzuordnen.

Ein kurzsichtiger Run auf die Öl- und Erdgasvorkommen in der Adria wird die Meeresbewohner in arge Mitleidenschaft ziehen und er verhindert die Entwicklung einer nachhaltigen Strategie, die dem Arten- und Umweltschutz sowie dem Tourismus und der lokalen Fischerei entlang der kroatischen Küste Priorität einräumt.

Karte des zu untersuchenden Gebiets:
http://www.spectrumasa.com/wp-content/uploads/Spectrums-Offshore-Croatia-Seismic-Map.pdf

Kurzvideo & Informationen zum Unterwasserlärm:
http://www.oceancare.org/de/silentoceans/ursachen/

Jetzt Protestieren!
Vor Kroatiens Küste setzen Ölfirmen Druckluftkanonen ein, um Erdöl und Erdgas zu suchen. Der extreme Lärm bringt Wale und Delphine in Lebensgefahr.
Protest-Mails an die kroatische Regierung können geschickt werden unter www.silentoceans.org