Ein kleiner Laternenfisch schwimmt durch die schwarze Tiefsee

© Noé Sardet / Unsplash

Auf den ersten Blick ähneln sich Paradiesvögel und Tiefseefische gar nicht. Doch die schwarze Färbung der Vogelfedern und der schwarze Körper der Fische haben etwas gemeinsam: bei ihrer Farbe handelt es sich um das schwärzeste Schwarz im Tierreich. Das hat ein Forscherteam bei der Untersuchung von 18 Tiefseefischen herausgefunden. Sie konnten feststellen, dass ihr Schwarz nur 0,05 Prozent des auftreffenden Lichts reflektiert – genau wie bei Federn des Paradiesvogels. Die dunkle Farbe bietet ihnen sowohl Schutz vor Prädatoren als auch Tarnung, wenn sie sich selbst ihrer Beute nähern.

Ntv.de, 17.07.2020, Autor: Walter Willems, dpa

Die dunkle Farbe von Paradiesvögeln galt bisher als tiefstes Schwarz im Tierreich. Die Haut mancher Tiefseefische schluckt jedoch genauso viel Licht. In der Finsternis des Meeres kann das sehr nützlich sein.

Manche Tiefseefische schlucken fast alles Licht, das auf ihre Haut fällt. Im Fachblatt „Current Biology“ stellen US-Zoologen 16 ultra-schwarze Fischarten vor. Die Dunkelste davon reflektiert nur 0,05 Prozent des Lichts – und hat damit zusammen mit Paradiesvögeln den tiefsten Schwarzton im Tierreich, wie das Team um Alexander Davis von der Duke University in Durham (US-Staat North Carolina) schreibt. In der stockfinsteren Tiefsee diene dieses Phänomen der Tarnung – entweder um sich vor Fressfeinden zu schützen oder um umgekehrt als Räuber fast unsichtbar auf Beute zu lauern.

Die Forscher fingen in der Bucht von Monterey (Kalifornien) und im Golf von Mexiko 39 Fische aus einer Tiefe bis etwa 1600 Meter. 16 der insgesamt 18 Arten reflektierten weniger als 0,5 Prozent des Lichts – und sind damit wesentlich dunkler als etwa schwarze Alltagsobjekte. Rekordhalter war ein Tiefsee-Anglerfisch (Oneirodes), dessen Haut nur 0,05 Prozent des Lichts reflektierte. Dieses Schwarz ist demnach so dunkel wie Federn mancher Paradiesvögel auf Neuguinea (0,05 bis 0,31 Prozent). Zum Vergleich: Das schwärzeste synthetische Material reflektiert den Forschern zufolge 0,045 Prozent des auftreffenden Lichts.

Meist vollständig schwarz

Während das tiefe Schwarz bei Paradiesvögeln mit leuchtenden Farben kontrastiert, waren die meisten untersuchten Tiefseefische – darunter Schwarze Drachenfische (Idiacanthus antrostomus) und Fangzahnfische (Anoplogaster) – vollständig schwarz. Insgesamt gehörten die 16 ultra-schwarzen Arten zu sieben allenfalls entfernt verwandten Gruppen. „Ultra-schwarz entstand im Stammbaum der Fische öfter als einmal“, folgert Erstautor Davis in einer Mitteilung seiner Universität.

Verantwortlich für die Färbung ist demnach das Farbpigment Melanin, das auch beim Menschen vorkommt. Die Hautzellen der Tiere enthalten kleine Melaninpakete, sogenannte Melanosome. Analysen per Elektronenmikroskop ergaben, dass diese Pakete den Körper in der obersten Hautschicht lückenlos umschließen und extrem eng angeordnet sind, so dass möglichst wenig Licht reflektiert wird. Beim besonders dunklen Tiefsee-Anglerfisch waren die Melanosome mit gut 14 Mikrometern zudem besonders dick. Das macht es auch schwierig, die Tiere zu fotografieren.

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Den vollständigen Artikel findet ihr bei n-tv.

Nicht schwarz gefärbt aber mindestens genauso spezialisiert und gefährdet ist der Tiefseefisch Orange Roughy. Erfahrt mehr über ihn und seinen Lebensraum in unserem ausführlichen Text zur Tiefsee und in unserem Tiefseeblog.

Von der Suche nach dem schwärzesten Schwarz erzählt der Dokumentarfilm Das perfekte Schwarz von Tom Fröhlich.

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