Schwarzer Raucher vor schwarzem Hintergrund

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Forscher:innen haben die Biodiversität an Methanquellen in der afrikanischen Tiefsee. An sogenannten kalten Quellen existieren nur sehr angepasste Lebewesen. Sie müssen ohne Licht und mit enorm hohem Druck auskommen und sich an die giftigen Verbindungen, die die Quellen mit sich bringen angepasst haben. Und trotzdem ist die Biodiversität an kalten Quellen besonders hoch: In einem Gramm Meeressediment können sich mehrere Milliarden Zellen von Bakterien und Archaeen befinden. Demnach würde der Meeresboden ein Drittel der weltweiten Biomasse enthalten. Denn abgesehen von den genannten lebensfeindlichen Bedingungen liefern die kalten Quellen Methan und andere Kohlenwasserstoffe. Diese sind sehr wichtig für anaerob lebende Bakterien. Gleichzeitig stellen die Bakterien durch ihre Aktivität auch eine gleichbleibende Konzentration der Kohlenwasserstoffe im Sediment sicher.

Den Artikel Forscher gehen auf Tauchstation von Christina Beck von 27.02.2009 findet ihr bei SCINEXX. Dort ist auch der von den beteiligten Wissenschaftler:innen geführte Blog über die Expedition zu finden.

UPDATE: 2013 beweist eine internationale Gruppe, dass in der unter dem Sediment liegenden ozeanischen Erdkruste Leben existiert. Diese Erkenntnis stellen wir in dem Blogbeitrag Forscher:innen finden Leben in der ozeanischen Kruste vom 15.03.2013 dar.

Da die Bakterien in dem Tiefseeboden sehr unzureichend erforscht wurden und gleichzeitig so einen großen Teil der Biomasse ausmachen, scheint es unverantwortlich, wirtschaftlichen Interessen wie den Tiefseebergbau oder den Fischfang in der Tiefsee nachzugehen. Wahrscheinlich würden wir Gleichgewichte zerstören, von denen wir nicht einmal ahnen, dass es sie gibt.

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