Das Bild zeigt einen ausgeblichenen Korallebstock. Im bläulich schimmernden Hintergrund sind weitere Korallen, Geröll sowie einige kleine Fische zu erkennen.

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Die Wetterextreme in den vergangenen Jahren hinterlassen deutliche Spuren: die Ökosysteme leiden unter den Hitzewellen, Zyklonen, Starkregen und Dürreperioden. Sensible Lebensräume wie Seegraswiesen, Mangrovenwälder und Korallenriffe haben sich infolge dessen stark verändert. Einige dieser Prozesse sind vor allem aufgrund ihres irreversiblen Charakters folgenschwer, wie beispielsweise die Korallenbleiche. Dabei stoßen die Korallen Algen ab, die als ihre Symbionten ihr Überleben sichern. Wie weitreichend das Ausmaß dieses Phänomens ist, wurde kürzlich in einer Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro offen gelegt.

ntv, 28.07.2019

Extreme Wetterphänomene haben die Ökosysteme an Australiens Küsten in den vergangenen Jahren schwer geschädigt. Hitzewellen im Meer, schwere Regenfälle durch tropische Stürme sowie Zyklone und Dürren hätten Korallen-, Seetang-, Mangroven- und Seegrasbestände grundlegend verändert, heißt es in einer Studie der staatlichen australischen Wissenschaftsbehörde Csiro. Einige dieser Veränderungen seien potenziell unumkehrbar, andere könnten bestenfalls im Laufe mehrerer Jahrzehnte rückgängig gemacht werden.

So seien 2011, 2013, 2016 und 2017 durch marine Hitzewellen Korallenbleichen in zum Teil überlappenden Regionen vor West- und Nordaustralien ausgelöst worden. Bei einer Bleiche stoßen die Korallen winzige Algen ab, die ansonsten mit ihnen in einer Lebensgemeinschaft (Symbiose) leben. Zurück bleibt das helle Korallenskelett.

„Die Länge der Küste, die im vergangenen Jahrzehnt von extremen Klimaereignissen betroffen war, beträgt mehr als 8000 Kilometer“, sagte der Hauptautor der Studie, Russ Babcock. Dies sei ein Vierfaches der Küstenlänge, die von der 2010 durch die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko ausgelösten Ölpest betroffen gewesen sei.

Nach Angaben der Forscher verschärft der vom Menschen verursachte Klimawandel extreme Phänomene wie Zyklone und Hitzewellen, die immer häufiger auftreten und intensiver werden. Die meisten Meeresorganismen und -lebensräume könnten sich nicht an die sich schnell verändernden Bedingungen anpassen. Die Forscher haben schon Methoden entwickelt, um Korallenlaich zu fangen, ihn in Aquakultur aufzuziehen und dann in zerstörten Riffe zu verteilen. Das könne kurzzeitig helfen. Aber langfristig müsse der Treibhausgasausstoß reduziert werden, fordern sie. Ihre Studie wurde im Journal „Frontiers in Marine Science“ veröffentlicht.

Den ganzen Artikel könnt ihr bei ntv nachlesen.

Mehr zur Auswirkung der Wetterextreme auf die Meere könnt ihr in unserem Foschungs Blog nachlesen.

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