Der 6. Runde Tisch Meeresmüll

Der Runde Tisch Meeresmüll (https://muell-im-meer.de/) bringt Vertreter von Umweltschutzorganisationen, Instituten, Industrie und Wirtschaft an einen Tisch und wird vom Niedesächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und dem Umweltbundesamt ausgerichtet.

Die zweitägige Konferenz fand dieses Jahr vom 29. bis 30. August in Hannover statt, wobei see- und landbasierte Einträge behandelt wurden. In diesem Rahmen wurden aktuelle Projekte, Maßnahmen und Vorschläge vorgestellt, diskutiert und bearbeitet. Dabei wurden beispielsweise der Legislativvorschlag der EU Kommision zur Kunststoffstrategie, der Verzicht von Dolly-Ropes oder die Vermeidung des Einsatzes von primären Mikroplastikpartikeln besprochen.

DEEPWAVE hat die Gelegenheit genutzt und zum Thema Substitution von Alltagsgegenständen die BLUE STRAW Kampagne vorgestellt, sowie sich einen Überblick über die politische Situation verschafft.

 

 

Bürgermeister von Lampedusa verbietet Plastik-Einweggeschirr

Auf den sizilianischen Inseln Lampedusa und Linosa sollen zukünftig Plastik-Einweggeschirr und Plastiktüten verboten werden, gab Salvatore Martello, Bürgermeister der Inseln im Rahmen einer Fischerei-Konferenz am 03.Juli 2018 in Palermo bekannt. Dadurch sollen die Menge von Plastikabfällen reduziert und die Mülltrennung auf der Insel vereinfacht werden und vor allem weniger Abfälle im Meer landen, die sich negativ auf die Meeresfauna und dadurch auch auf die Fischerei auswirken. Bis 31. August 2018 soll diese Verordnung durchgesetzt werden. Ihm sei klar, dass dies für die Einwohner, Touristen und Geschäftsleute eine „kleine Revolution“ sei, aber man müsse neue Verhaltensweisen im Einklang mit der Natur und für eine Verbesserung der Lebensqualität erlernen, so Martello. Außerdem sollen Fischer in Kooperation mit den Gemeinden auf See Plastikmüll sammeln und an Land abgeben können.

Kurzzusammenfassung aus dem Italienischen.
Den Originalartikel könnt ihr hier nachlesen:

http://palermo.repubblica.it/cronaca/2018/07/03/news/lampedusa_il_sindaco_vieta_la_vendita_di_piatti_e_posate_di_plastica-200752438/?ref=fbpr&refresh_ce

 

Parliament fordert schärfere Regeln zur Rettung des Europäischen Aals

Parliament fordert schärfere Regeln zur Rettung des Europäischen Aals

Die Abgeordneten verlangen neue Vorschriften zur dringenden Rettung des Europäischen Aalbestands, der in den letzten 30 Jahren um 95% zurückgegangen ist. So steht es in einer Resolution, die das Parlament am Mittwoch verabschiedet hat. Die Abgeordneten drängen die Europäische Kommission, einen Gesetzentwurf bis spätestens Ende März 2014 vorzulegen und verlangen Sanktionen gegen Mitgliedstaaten, die die nötigen Daten zur Bewertung des Bestands zu langsam bereitstellen.

„Der Aal ist äußerst gefährdet und die Mitgliedstaaten tun zu wenig, um ihn zu retten. Deshalb fordert das Europäische Parlament die Kommission auf, einen neues Gesetz vorzuschlagen, das zur Erholung der Art führt. Die neuen Vorschriften müssen die bestehenden Gesetzeslücken schließen, die zur anhaltenden Überfischung und zum unnachhaltigen Handel mit Aal geführt haben“, sagte die Berichterstatterin Isabella Lövin (Grüne/EFA, Schweden).

Das Parlament fordert die Kommission dazu auf, die aktuellen Wiederauffüllungsmaßnahmen bis zum 31. Dezember 2013 zu untersuchen und dabei darauf zu achten, inwiefern sie wirklich zur Erholung des Aalbestands beitragen. Diese Aufstockungsmaßnahmen sind ein Kernelement der nationalen Aalbewirtschaftungspläne und bedeuten, dass Aale aus anderen Quellen existierenden Populationen hinzugefügt werden. Das Ergebnis dieser Untersuchung soll im neuen Gesetz berücksichtigt werden, das darauf abzielen muss, mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ eine Erholung des Bestands des Europäischen Aals zu erreichen, so der verabschiedete Resolutionstext.

Weiterhin hat das Parlament dafür gestimmt, EU-Mitgliedstaaten zu verpflichten, öfter über die Situation des Aalbestands zu berichten, nämlich alle zwei anstatt wie bisher alle sechs Jahre. EU-Länder, die sich nicht an die Regeln zur Berichterstattung halten, müssten den Fischereiaufwand für Aal um 50 % reduzieren.

Der Rückgang des Europäischen Aalbestands hat verschiedene Gründe. Dazu gehören Überfischung, Umweltverschmutzung, Wanderungshindernisse an den Flüssen oder sogar Änderungen der Meeresströmungen. Aale wandern vom Meer die Flüsse hinauf und zum Laichen wieder zurück ins Meer. Alle Versuche, Aale kommerziell zu züchten, sind bisher fehlgeschlagen.

Der Bericht wurde mit 427 Stimmen angenommen, bei 249 Gegenstimmen und 25 Enthaltungen.

http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20130906IPR18862/html/Parliament-fordert-sch%C3%A4rfere-Regeln-zur-Rettung-des-Europ%C3%A4ischen-Aals

Ghost Nets – A film about the deadly lost fishing gear

//www.youtube-nocookie.com/embed/mmAR3a4x6zs

This is a documentary about how lost fishing gear continues to fish over decades. It is a waste of resources and a level of cruelty to animals which has not been acknowledged in this way before.

Fischbestände in europäischen Gewässern erholen sich laut BMELV

Fischbestände in europäischen Gewässern erholen sich

Bundesministerin Aigner informiert sich in Warnemünde über
neue Forschungsergebnisse und Überwachungsmaßnahmen

Die Situation der europäischen Fischbestände entwickelt sich weiter positiv, insbesondere in Nord- und Ostsee. Das zeigt die aktuelle Mitteilung der Europäischen Kommission über die Fangmöglichkeiten im kommenden Jahr (2014): Im Nordostatlantik beträgt der Anteil überfischter Bestände 2014 nur noch 39 Prozent, während er 2007 noch bei 94 Prozent lag. Ein Hauptgrund für die deutliche Erholung der Bestände ist die konsequente Umsetzung von langfristigen Wiederauffüllungs- und Bewirtschaftungsplänen und die Anwendung des Prinzips des maximalen Dauerertrages. Dieser Ertrag gibt die höchstmögliche theoretische Fischmenge an, die einem Bestand auf Dauer durchschnittlich entnommen werden kann, ohne dass der Fortpflanzungs-Prozess erheblich beeinträchtigt wird.

Ein gutes Beispiel für die positiven Effekte langfristiger Bewirtschaftungspläne ist der Ostsee-Dorsch. Mittlerweile hat sich der östliche Bestand, der jahrelang als völlig überfischt galt, mehr als verdreifacht. Auch der westliche Dorschbestand wächst. Allerdings ist hier der Fischereidruck nach wie vor sehr hoch. Deshalb haben die Fischereiminister im letzten Jahr sogar eine stärkere Kürzung der Fangmenge beschlossen als von der Kommission ursprünglich vorgeschlagen. Der insgesamt positive Trend zeigt sich jetzt erfreulicherweise auch beim Nordseekabeljau. Der Bestand wächst seit 2006 langsam, aber kontinuierlich an und liegt seit Anfang dieses Jahres mit 72.000 Tonnen das erste Mal seit 1996 wieder oberhalb der Grenze, ab der eine rasche Erholung möglich ist. Auf einem Rekordniveau befindet sich die Scholle: Der Fisch wird in der Nordsee in einer gemischten Fischerei zusammen mit Seezunge gefangen. Der Schollenbestand der Nordsee hat Anfang 2013 mit 663.000 Tonnen den höchsten Wert seit Beginn der Bestands-Berechnungen vor über 50 Jahren erreicht.

Im Rahmen einer Erkundungsfahrt auf der Ostsee sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner: „Die Entwicklung bei vielen Fischbeständen ist sehr erfreulich. Die langfristigen Bewirtschaftungspläne zeigen Wirkung. Deswegen bleiben sie auch nach der Reform der Europäischen Fischereipolitik das zentrale Instrument, um eine nachhaltige Fischerei sicher zu stellen. Hinzu kommen die schrittweise Einführung von Rückwurfverboten, die Durchsetzung des Prinzips des maximalen Dauerertrags und eine effektivere Fischereikontrolle. Wir sind beim Meeresschutz einen Riesenschritt vorangekommen. Die Wende in der europäischen Fischereipolitik ist gelungen. Wir haben der Ausbeutung unserer Meere ein Ende gesetzt und den Erhalt der unverzichtbaren Fischbestände gesichert. Ich rechne fest damit, dass sich in den nächsten Jahren eine ganze Reihe weiterer Bestände spürbar erholen wird und der Anteil der Fischbestände, die nachhaltig befischt wird, weiter deutlich steigt.“

Sorge bereitet derzeit noch die Bestandsentwicklung bei Seelachs, der erkennbar unter Umwelteinflüssen leidet. Deshalb empfehlen die Wissenschaftler, die Fangmenge 2014 um 15 Prozent zu senken. Ähnliches gilt für den Hering in der westlichen Ostsee, der seit 2004 nur sehr wenig Nachwuchs produziert hat. Hier wurden die Fangmengen drastisch reduziert von rund 50.000 Tonnen (2007) auf 16.000 Tonnen (2011). Seit dem vergangenen Jahr nimmt der Bestand wieder zu.

Fischereiwissenschaftler gehen in beiden Fällen davon aus, dass der Bestandsrückgang nicht durch Überfischung, sondern durch ungünstigere Umweltbedingungen verursacht ist. Aigner betonte: „Die Bestände in Nord- und Ostsee haben sich zum Teil sehr gut erholt oder sind auf einem guten Weg. Der beim Meeresschutz eingeschlagene Weg muss in den nächsten Jahren konsequent fortgesetzt werden. Nur so können wir die Nahrungsressourcen in unseren Meeren auch für künftige Generationen erhalten – und damit langfristig auch Perspektiven für die Fischer.“

Weitere Informationen im Internet unter www.bmelv.de