Erstes UN-Treffen zum Abkommen für die letzte Allmende Ozeane

Our Blue Planet
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MEHR SCHUTZ FÜR DIE HOHE SEE

Erste UN-Diskussionen um ein Abkommen für die letzte Allmende Ozeane

Dr. Onno Groß, Vorsitzender der Meeresschutzorganisation Deepwave

(Der Artikel erschien zuvor  im RUNDBRIEF Forum Umwelt & Entwicklung 2/ 2016)

Zwei Drittel der Erde ist mit Meeren bedeckt. Sie liefern der Menschheit den zum Leben wichtigen Sauerstoff, sind Nahrungsquelle für Milliarden Menschen und funktionieren im Klimawandel als Wärmespeicher und Senke für CO2. Trotz ihrer Größe bedrohen wirtschaftliche Aktivitäten jedoch zunehmend die biologische Vielfalt und Funktionalität der Ozeane. Vor allem außerhalb nationaler Hoheitsgebiete sind die Lebensräume nicht geschützt. Daher feilt der internationale Meeresschutz an einem neuen Instrument, einem Schutzabkommen für die Hohe See. Nach dem ersten Treffen bleiben viele Fragen politisch offen.

Unser blauer Planet ist ein Planet des Wassers. 97 Prozent davon beherbergen die Meere mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Kubikkilometern. Diese unvorstellbare Größe schmilzt jedoch angesichts einer mit 7 Milliarden Menschen bevölkerten Erde: Dann bleibt rechnerisch auf jeden Menschen nur ein Fünftel Kubikmeter Weltmeer übrig. Und dieser Teil soll jeden Einzelnen mit dem überlebenswichtigen Sauerstoff, mit Nahrung, Rohstoffen und Klimaleistungen versorgen. Für das 21. Jahrhundert gilt es daher, diese letzte Allmende – die Meere als Kollektivgut der Menschheit – dringend zu bewahren.

Die Hohe See, die Region außerhalb nationaler Hoheitsgewässer, hat wie der Mond oder die Antarktis keinen Besitzer. So zumindest sieht es das Internationale Seerechtsübereinkommen, die „Verfassung der Meere“, seit dem Inkrafttreten 1994 vor. Allerdings konnte dieses damals in 9 Jahren erarbeitete Völkerrecht nicht die Verantwortung für alle Ressourcen und den Schutz der Meere definieren. Einzig für die mineralischen Ressourcen wurde mit der Einrichtung der Meeresbodenbergbaubehörde ein Instrument geschaffen. Und für die Abgrenzung der Staatsgebiete soll eine umstrittene wissenschaftliche Festlandsockelgrenzkommission sorgen.

Aber sogar wenn Küstenstaaten im Kolonialstil ihre Grenzen unter Wasser weit in die Meere verlagern, bleiben noch etwa 45 Prozent der Fläche Niemandsland. Dieser Teil des Weltmeers gehört allen und muss von allen Staaten gemeinsam verwaltet werden. Doch völkerrechtlich gesehen fehlt dazu eine Vorgabe. Erst nach der Rio+10-Konferenz 2002 gründete sich eine Arbeitsgruppe, um Instrumente für den Schutz der biologischen Vielfalt auf der Hohen See voranzubringen. Nach zehnjähriger Beratung und weiterem öffentlichen Druck beschloss die Vollversammlung der Vereinten Nationen 2015 den Startschuss für die Erarbeitung eines Durchführungsübereinkommens zur „Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Meeresvielfalt in Gebieten außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit“. Im April 2016 trafen sich 83 Staaten in New York und diskutierten in einem Vorbereitungstreffen (PrepCom1) die ersten Schritte.

Erster Abgleich von Grundsatzfragen

Die PrepCom1 war naturgemäß geprägt von allgemeinen, nationalen Statements und bemühte sich, die vorher verhandelten Grundsätze nicht anzufechten. Allerdings zeigte sich erneut, wie viele komplexe Fragestellungen solch ein internationales Regelwerk beantworten muss. Das fängt bei der Diskussion um Begriffe an und geht über die Einbeziehung der Fischerei, die Einbindung von bisher existierenden Rechtsinstrumenten oder die gerechte Einbeziehung der Entwicklungsländer weiter. Der Zugang zu marin-genetischen Ressourcen beispielsweise bedarf grundlegender Kompromisse, damit die verschiedenen Positionen zwischen den Ländern des Globalen Nordens und Südens auch einbezogen werden.

Der Markt von biotechnologischen Produkten wie Pharmazeutika, Kosmetik, Genpatenten usw. aus den Weltmeeren soll im Jahr 2018 auf bis zu 5 Milliarden Dollar wachsen und muss daher gerecht auf alle Länder aufgeteilt werden. Die Industrienationen, vor allem die USA oder Japan, betonen aber, dass die grundlegende Idee der Freiheit der Hohen See gilt und sie das Recht haben, diese Ressourcen zu „ernten“. Andere Staaten, vor allem die G77 (Gruppe der 77), wollen den Gedanken des Welterbes im Vordergrund sehen. Eine Lösung wäre die Übernahme von Regeln anderer Konventionen wie aus dem Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Landwirtschaft und Ernährung oder aus dem Nagoya-Protokoll der Biodiversitätskonvention (CBD).

Erhalt durch Schutzgebiete

Derzeit sind noch weniger als 2 Prozent der Weltmeere geschützt und weniger als 1 Prozent der Ozeane für den Fischfang geschlossen. Andererseits findet überall die Industrialisierung des Meeresraums statt. Und ob der Meeresbergbau nach Phosphat, Diamanten oder Sand und Kies, die Öl- und Gasförderung oder die Schifffahrt, bei allen gilt: Alle Nutzungen dringen weiter in die internationalen Gewässer vor und hinterlassen kumulative Schadeffekte für die Meeresbewohner. Ein neues internationales Abkommen muss daher Verfahren zur Identifizierung, Verwaltung und Überwachung der empfindlichen Ökosysteme in der Tiefsee schaffen. Sogenannte gebietsbezogene Managementmaßnahmen „Area Based Management Tools“ für den Erhalt wichtiger Schutzziele, Meeresschutzgebiete und eine Meeresraumplanung, so das Mandat der Tagung, müssen die Lösung gegen die Zerstörung heißen.

Doch auch hier ergeben sich wieder zahlreiche Detailfragen: Was ist, wenn ein Schutzgebiet in einem erst später durch die Festlandsockelkommission zugewiesenem Staatsgebiet liegen wird? Was sind die notwendigen Instrumente für die Überwachung der Meeresparks und wer soll zuständig sein? Ganz zu schweigen von den Fischereistaaten wie Russland oder Korea, die eine Nullnutzung der Fischressourcen gar nicht erst enthalten haben möchten. Auch hier hält das Umweltrecht in den letzten Jahrzehnten Instrumente bereit, die auf die Meere übertragen werden können, z. B. die Diskussionen über die ökologisch oder biologisch bedeutsamen Meeresgebiete (Ecological or Biological Significant Areas – EBSAs), der Konvention zur biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD), die VMEs (Vulnerable Marine Ecosystems – empfindliche marine Ökosysteme), der Richtlinie zur Tiefseefischerei der Welternährungsorganisation (FAO) oder die „Nullnutzungszonen“ beim Meeresbergbau.

Schutzgebiete sind wirksam.

Daneben gilt es, die maritimen Aktivitäten im Vorfeld durch Umweltverträglichkeitsprüfungen auf ihre Auswirkungen hin abzuklopfen. Jeder menschliche Eingriff muss vorher kalkuliert werden, ein wissenschaftliches Monitoring erfolgen und hohe Standards gesetzt werden. Eine strategische Folgeabschätzung ist generell wichtig, da in Zukunft noch weitere unbekannte Nutzungen wie das Geo-Engineering, also technische Maßnahmen beim Klimaschutz, oder die Aquakultur auf die offenen Ozeane zukommen könnten. Auch hier gilt es, die Querverbindungen zur CBD und die Menge an Vorarbeiten weiter zu sortieren.

Abgesehen von einigen Saaten, die vor zu viel Bürokratie warnen, folgen die meisten Staaten diesem Vorgehen. Hier hat die Wissenschaft einen großen Einfluss und für die G77-Gruppe könnte eine eigene Behörde zur Bündelung der Daten in Frage kommen. Partizipation und Ausgleich Der Meeresboden und die mineralischen Ressourcen sind das gemeinsame Erbe der Menschheit. Im Annex XI des Seerechtsübereinkommens SRÜ wurde mit der Meeresbergbaubehörde ein Instrument zur fairen Verteilung der Vorteile für die mineralischen Güter geschaffen. Im Falle der Exploration und eines Abbaus soll es zum Austausch an Wissen kommen und die Saaten sind verpflichtet, Daten zu teilen und WissenschaftlerInnen bei ihren Explorationsfahrten zu den Rohstoffgebieten mitzunehmen. Dies könnte ein Modell sein für das Kapitel der Beteiligung der Entwicklungsländer und wurde in New York dementsprechend gewürdigt. Auch hier gilt es den Anteil der Mitbeteiligung zukünftig zu sichern und den Technologietransfer ausgewogen zu vertreten. Gerade der letzte Punkt war für die Entwicklungsländer wichtig, um auf die Dringlichkeit gerechter Verteilung hinzuweisen. Denn solange das ökonomische Ungleichgewicht vorhanden bleibt, so die Befürchtung, spiegelt sich das auch in der zukünftigen Ausformulierung des Abkommens wieder.

Die Prepcom1 wurde im Fazit für seine Sachlichkeit hochgelobt. Der Stein sei endlich ins Rollen gekommen. Der Vorsitzende des Vorbereitungskomitees und UN-Gesandte (UN – United Nations – Vereinte Nationen) des karibischen Inselstaates Trinidad und Tobago, Eden Charles, versicherte, das neue Abkommen werde die existierenden Regelwerke zu Fischerei und Bergbau nicht unterminieren, sondern erweitern. Auch die hart erkämpfte Beteiligung der Nichtregierungsorganisationen wurde positiv erlebt. Nun bleibt es abzuwarten, wie viel Mut sich im Fortschrittsbericht bis zum Ende 2017 und welche Ideen in der Ministerkonferenz wiederfinden lassen.

Deutschland ist seit Langem eng an der Ausgestaltung interessiert und hat auch durch die G7–Erklärungen (G7 – Gruppe der 7) die Meeresschutzpolitik gestärkt. Mit der winzig kleinen Meeresbodenbehörde existiert zwar bereits eine Art Institution, aber nur für alle „festen, flüssigen oder gasförmigen mineralische Ressourcen in situ“. Die Rechtslücken zum Schutz hinsichtlich der Millionen biologischer Arten und Ökosysteme gilt es besser zu schließen. Angesichts der Bedeutung der Meere für das Überleben der Menschheit kann nur eine große UN-Ozeanbehörde die angemessene Antwort sein.

Dr. Onno Groß. Der Autor ist, geb. 1964, ist Meeresbiologe und Vorsitzender der Meeresschutzorganisation Deepwave. Er schreibt regelmäßig zu Umweltthemen und ist als Berater im Naturschutz tätig.

Kontakt Dr. Onno Groß DEEPWAVE e.V., Lindenallee 72, D–20259 Hamburg Fon (0)40/46 85 62 62 E-Mail info@deepwave.org

 

Literatur & Links:

Agreement on Conservation and Sustainable Use of Marine Biological Diversity of Areas Beyond National Jurisdiction „In its resolution 69/292 of 19 June 2015, the General Assembly decided to develop an international legally binding instrument under the United Nations Convention on the Law of the Sea (UNCLOS) on the conservation and sustainable use of marine biological diversity of areas beyond national jurisdiction.

Prepcom1-Kongressbericht vom ISSD

Welt im Wandel: Menschheitserbe Meer. Hauptgutachten 2013. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU, Berlin.

Marine Genetic Resources and Bioprospecting in the Western Indian Ocean. 2015. In: Regional State of the Coast Report. Western Indian Ocean.  Marine Genetic Resources and Bioprospecting in the Western Indian Ocean Rachel Wynberg

 

SDG 14 – Mehr Meeresschutz durch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie?

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Wird im Jahr 2030 kein Mensch mehr arm sein? Wird niemand mehr hungern müssen? Können alle Kinder wenigstens eine Grundschule besuchen? Konnten wir den Klimawandel abmildern, Städte nachhaltig umgestalten und die Ozeane schützen?  Die 2030-Agenda der Vereinten Nationen und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung versprechen die Transformation unserer Welt. Sie gelten für jedes Land, für die Länder des globalen Südens und des globalen Nordens, und damit auch für Deutschland. Angesprochen ist die ganze Bandbreite der Politik: Wirtschaft, Soziales, Umwelt, Finanzen, Agrar- und Verbraucherpolitik, Verkehr, Städtebau, Bildung und Gesundheit.

Wie das gehen kann, dafür zeigt der Schattenbericht „Noch lange
nicht nachhaltig“ vom Forums Umwelt und Entwicklung und anderen einige Ansatzpunkte.  40 Expertinnen und Experten ziehen kritisch Bilanz über Deutschlands Beiträge zur Erreichung der SDGs sowohl zu Hause als auch global. Sie erkennen Schwächen und Anknüpfungspunkte für Reformen und fordern wirksame Schritte von Entscheidungsträgerinnen und -trägern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Das gilt auch für den SDG 14 . Er lautet:

„Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen“

Kai Kaischinski, Projektleiter bei Fair Oceans und Koordinator der AG Meere im Forum Umwelt und Entwicklung geht auf Kritikpunkte in der deutschen Nachhaltigkeitsstratgie ein.

Sein Fazit:

„Das Potential einer ökonomischen Entwicklung, die sich auf die Ozeane und Meere konzentriert, lässt sich, wie bisher im Indikator für Zielvorgabe 14.7 vorgesehen, nicht allein an der Fischerei festmachen. …

Die bisherige Beschränkung in deren Entwurf auf lediglich zwei Indikatoren führen tatsächlich aber ein wesentliches Element der 2030-Agenda ad absurdum: Mit den in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie verankerten Indikatoren lassen sich die Bemühungen der deutschen Meerespolitik nur punktuell mit der Praxis anderer Staaten auf Grundlage der SDGs vergleichen. “

Der ganze Text ist hier zu lesen:

Besser spät als nie – Transparenz, Partizipation und Kohärenz als Schlüsselaspekte einer internationalen Meerespolitik

 

 

Quellen: Deutscher Bericht der Bundesregierung zum High-Level Political Forum on Sustainable Development 2016

Dokumente bei den Vereinten Nationen:

Executive Summary of the Report of the German Government to the High-Level Political Forum in July 2016

 

EU zieht ersten Schlussstrich unter Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee

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BRÜSSEL— Umweltschutzorganisationen begrüßen die am 30. Juni vom Europäischen Parlament, dem Ministerrat und der Europäischen Kommission erzielte Einigung über zentrale Bestandteile einer neuen EU-Verordnung zur Tiefseefischerei. Diese sieht unter anderem ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei in einer Tiefe von mehr als 800 Metern und eine Schließung von Gebieten, in denen empfindliche Meeresökosysteme vermutet werden, vor.

Erzielt wurde die Einigung vier Jahre nachdem die Kommission einen Vorschlag für eine neue Verordnung zur Tiefseefischerei im Nordostatlantik vorgelegt hat, und zweieinhalb Jahre nachdem das EU-Parlament sich für eine Annahme des Vorschlags ausgesprochen hat. Im November hatte Luxemburg, das im zweiten Halbjahr 2015 die EU-Ratspräsidentschaft innehatte, vom Rat der 28 EU-Fischereiminister den Auftrag erhalten, hierüber mit dem Parlament und der Kommission in Verhandlungen zu treten. Unter Leitung der Niederlande, die die Präsidentschaft im Januar übernahmen, wurden diese Gespräche nun zum Abschluss gebracht.

„Mit dieser Vereinbarung ist die EU dem Ziel, ihre gegenüber der UN-Generalversammlung gemachten Zusagen einzulösen und den Schutz der Tiefsee-Ökosysteme in den Gewässern der EU voranzubringen, ein gutes Stück nähergekommen“, so Matthew Gianni von der Deep Sea Conservation Coalition. „Wir fordern nun, dass unmittelbar im Anschluss an die offizielle Verabschiedung der Verordnung mit ihrer konsequenten Umsetzung begonnen wird und appellieren an die EU, auch in Zukunft mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um den Schutz der Tiefseeökosysteme in internationalen Gewässern zu verbessern und Fänge und Beifänge der Tiefseefischerei im Nordostatlantik auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen zu beschränken.“

„Hunderte Wissenschaftler und Hunderttausende EU-Bürger haben darauf gedrungen, die destruktive Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee zu begrenzen“, erläutert Uta Bellion, Direktorin des Europäischen Meeresprogramms von The Pew Charitable Trusts. „Wir begrüßen die Entscheidung des Rates und des Parlaments, diesem Aufruf zu folgen, wir danken der Kommission für ihre Bemühungen um den Schutz der Tiefsee, und wir gratulieren sowohl der luxemburgischen als auch der niederländischen Ratspräsidentschaft zum Abschluss der vorliegenden Vereinbarung.“

Es wird erwartet, dass die vereinbarte Verordnung im weiteren Verlauf des Jahres vom Europäischen Parlament und dem Rat offiziell verabschiedet wird.

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EU Decision-Makers Draw a Line Under Deep-Sea Bottom Trawling

30 June 2016

BRUSSELS—Conservation organisations are welcoming the agreement reached on 30 June by the European Parliament, Council of Ministers, and European Commission on key provisions for a new European Union (EU) regulation on deep-sea fishing that includes a ban on bottom trawling below 800 metres and would close areas where vulnerable marine ecosystems are known or likely to occur.

The agreement comes four years after the Commission published a proposal for a new regulation on deep-sea fishing in the north-east Atlantic Ocean and two and a half years since the Parliament agreed to its position. Luxembourg, which held the rotating EU presidency for the second half of 2015, received a mandate from the Council of the EU’s 28 fisheries ministers in November to commence negotiations with the Parliament and Commission. Those discussions were concluded under The Netherlands, which assumed the presidency in January.

“This agreement goes a good way towards meeting the commitments made by the EU at the U.N. General Assembly and applying them to protect deep-sea ecosystems in EU waters,” said Matthew Gianni of the Deep Sea Conservation Coalition. “We urge vigorous implementation of the regulation once it is formally adopted and encourage the EU to continue working with other countries to enhance the protection of deep-sea ecosystems in international waters and to set science-based catch and bycatch limits for deep-sea fisheries in the north-east Atlantic.”

“Hundreds of scientists and hundreds of thousands of EU citizens called for limits to destructive deep-sea bottom trawling,” said Uta Bellion, director of The Pew Charitable Trusts’ European marine programme. “We welcome the decision by the Council and Parliament to heed this call, thank the Commission for its focus on deep-sea conservation, and congratulate the Luxembourg and Netherlands presidencies for securing this agreement.”

The European Parliament and Council are expected to adopt the final regulation later this year.

http://www.savethehighseas.org/news/view.cfm?ID=675

 

Trailerfilm zum Meeresschutz

you sea - ein trailerfilm deepwave
you sea – ein trailerfilm für deepwave…

Zum Wissenschaftsjahr „Meere und Ozeane“ 2016/17 möchte DEEPWAVE den dringend notwendigen Meeresschutz besser erklären. Dazu planen wir einen Film herzustellen und durch wissenschaftlich basierte und informative Beiträge über Meeres- und Meeresschutzthemen mehr Menschen zu erreichen.

Unsere Öffentlichkeitsarbeit beinhaltet bisher eine ganze Menge an klassischen Aktivitäten wie u. a. Vorträge, Kurzfilmfestivals, Podiumsdiskussionen, Expertenmoderation, Straßenstände oder Strandsammeltage usw. Daneben werden auch die Medien mit Pressemitteilungen, Pressekonferenzen, Radio- und Fernsehshows genutzt.

Eines der Hauptmedien der heutigen Zeit liegt jedoch derzeit brach: Die Nutzung von Wissensfilmen wie z.B. auf der Plattform YouTube. Gerade informative Kurzfilme sind heute eine der häufigsten Medien, die besonders von Jugendlichen (aber zunehmend von allen Altersklassen) genutzt werden, wie die ständig wachsenden Zugriffszahlen belegen. Wer heute also die medienaffine Zielgruppe für Wissenschafts- und Umweltschutzthemen begeistern will, kann dies nur mit spannenden Filmbeiträgen erreichen.

Und natürlich brauchen wir dazu Mitstreiter, Experten aus dem Medienbereich und auch einen finanziellen Background.

Hier bei Betterplace können Sie für das Projekt spenden.

Plakat poster you-sea

BTW-Filmfest: Über Dori den Doktorfisch und die tropische Muschelmafia

Beneath the Wave Festival DEEPWAVE in Hamburg 2016
Beneath the Wave Festival DEEPWAVE in Hamburg 2016

Nachhaltigkeit und blaues Wachstum –geht das zusammen? Dies war das Hauptthema unseres Kurzfilmfestival Beneath the Wave“ im Hamburger Lichtmeß-Kino. Es war ein voller Erfolg mit vollem Haus (>150 Personen), interessanten Rednern und guter Rezeption in den Medien und relevanten Communities. Ziel des Abends war die Sensibilisierung der Bevölkerung für den Ozeanschutz und der Hinweis zu unserem Konsumentenverhalten und dem Bezug zum Globalen Süden.

Fotostream vom BTW:2016

Dies wurde besonders erreicht durch die Premiere des Films „Sale of the Sea – der Muschelhandel“, durch Kurzfilme mit Fokussierung auf weltweite Nutzungsaktivitäten im Meer und die Vertiefung des Themas durch die Referenten vor Ort , u.a. den Filmemacherinnen, einem langjährigem Umweltpolitiker, dem Leiter des Hagenbeck Aquariums und einem Experten für den Aquariumhandel.

BTW2016 Hauptfilm "Ausverkauf der Meere- Das Millionengeschäft mit Muscheln" von H. Keuthen & B. Klumpp
2016 Hauptfilm „Ausverkauf der Meere- Das Millionengeschäft mit Muscheln“ von H. Keuthen & B. Klumpp

Was für ein Wahnsinn die Globalisierung treibt, zeigte der erste Film „Ausverkauf der Meere – Das Millionengeschäft mit Muscheln“. Aus den einst kleinen Familienbetrieben mit Korallenmuscheln auf den philippinischen Inseln ist ein internationales Exportgeschäft geworden. Mehrere Container werden dabei monatlich verschifft, mit Zwischenhändlern die in mafiösen Strukturen Billigpreise für die Einkäufer weltweit erreichen. Allein auf der Insel Cebu setzt die philippinische Muschel-Industrie jährlich fast 60 Millionen Dollar um. 30 Tonnen am Tag werden von dort aus in alle Welt exportiert. Mehr Menschen und immer weniger Muscheln lautet das Fazit dieser nicht nachhaltigen Industrie.

Wer also Schnecken und Muscheln hier in Deutschland kauft, fügt dem Korallenmeer einen weiteren großen Schaden zu und hilft in den seltensten Fällen der lokalen Bevölkerung!

In der Podiumsdiskussion mit den Filmemacherinnen Heike Keuthen und Birgit Klumpp und Eckart Kuhlwein vom SPD-Umweltforum wurde der Ruf nach mehr Forschung laut, ein striktere Überwachung vor Ort und auch eine Aufklärung der Konsumenten. Wir hoffen der Film findet weitere Beachtung, denn das Thema ist für die Zukunft unsere Meere immens wichtig: Wie erschaffen wir eine nachhaltige Wirtschaft und schaffen gleichzeitig genug Meeresschutz?

Handel mit Tropenmuscheln. Filmfest Deepwave /c: H. Keuthen
Handel mit Tropenmuscheln. Filmfest Deepwave /c: H. Keuthen

Im zweiten Filmblock reichten die Filmbeiträge von Haien bis zur Korallenwelt, von der Überfischung im Golf von Mexiko bis zur Wallace-Line Unterwasserwelt in Asien. Als Gäste konnten wir Frank Schmidt (SAIA e.V.) und Guido Westhoff (Leiter Hagenbeck Tropen-Aquarium) begrüßen, die über den weltweiten Handel mit Aquarienfischen berichteten. Demnächst steht der Film „Findet Dori“ statt und schon heute wird mit Tropenfischen zu besonders günstigen Preisen geworben. Aber so SAIA: Es gibt keine Nachzucht dieser Aquarienfische.

Mehr Informationen zur Kampagne „Schützt DORI“ finden sich hier und hier und es gibt ein Radio-Interview „Augen auf beim Dory-Kauf“

Zum Abschluss des Abends folgten weiter spannende Unterwasserfilme von der Erforschung der Sandfauna bis hin zur Antartkis-Expedition – siehe Programm weiter unten.

DEEPWAVE dankt allen Gästen und den Unterstützern für diese tolle Veranstaltung.

PS Wer nächstes Jahr mitmachen will, kann sich gerne melden unter info@deepwave.org

 


Die Filmliste z.T. mit Internetlinks:

Ausverkauf der Meere – Das Millionengeschäft mit Muscheln

In Souvenir- und Dekorationsgeschäften findet man sie bei uns zuhauf: Tropische Muscheln und Schnecken. Verkauft für ein paar Euro den Beutel. Doch wo kommen die Tiere in diesen Massen her? Und warum sind sie so billig? Die Filmemacherinnen Birgit Klumpp und Heike Keuthen wurden fündig auf den Philippinen. Allein auf der Insel Cebu setzt die philippinische Muschel-Industrie jährlich fast 60 Millionen Dollar um. 30 Tonnen am Tag werden von dort aus in alle Welt exportiert. Ein legales Geschäft mit verheerenden Auswirkungen auf die marine Unterwasservielfalt. Heike: Keuthen / Birgit Klumpp L: 35 min

The Edge: “The Edge” is a short film about the power of passion to push our experiences to the limit. This film is crafted in darker, subtle hues that provides a personal mood-scape for us to explore one man’s fascination with sharks, but also reflect on what passions drive us. Carlos Toro L: 4.50 min https://vimeo.com/147893094

Ripple: “Ripple” is a film about the shift change of life between night and day on the coral reef ecosystem of the British Virgin Islands. The film, featuring stunning imagery of marine life off the coast of Guana Island, examines the relationship between the life found there and the parasite life that orchestrates their behavior. Jennifer Berglund (Co-producer Paul Sikkel) L: 10.00 min https://vimeo.com/139351650

Illusions of Plenty: Spawning aggregations are massive gatherings of fish for breeding, a behavior shared by many species. Such aggregations support some of the most productive fisheries, from multi-billion dollar industries to subsistence cultures. In the upper Gulf of California in Mexico, a large marine fish known as Gulf Corvina offers an insight into the importance of this behavior. Brad Erisman L: 9.52min https://www.youtube.com/watch?v=bpLMCyx9cic

Beneath Wallace’s Line: One of the areas of the world with the widest range of biodiversity is located in the coral traingle, known as Wallacea. 150 years ago, the British naturalist Alfred Russel Wallace developed here the theory of natural selection and evolution. But these areas is increasingly under threat of destruction. A few individuals want to protect these fragile ecosystems. Nick & Cheryl Dean L: 10.13 min https://vimeo.com/147893094

A Fuzzy Fairytale: “A Fuzzy Fairytale” is a parody of “Dumb Ways to Die” introducing exponential growth and its impacts on humans and the environment. Edith A. Widder L: 3.44min https://www.youtube.com/watch?v=SBrwLI0kIdA

Bali Close Up:, Bali is home to some of the best diving in the world. But not just any diving: muck diving. What is muck diving, you ask? It’s a dive experience that defines the mud and mire that lay at the bottom of many dive sites. The short film reveals the allure of these hidden treasures, unimaginable numbers of creatures that flourish in the island’s underwater slopes. Evan Sherman L: 5.11 min https://vimeo.com/seasickproductions/bali-close-up

The Amazing Life Cycle of the European Eel: “The Romans kept European eels as pets and adorned them with jewelry. The oldest known European eel lived to be over 100 years old in a well in Sweden. And nowadays, they continue to travel over 12,000 km back and forth from the Sargasso Sea to complete their life cycles. Learn more about the European eel’s amazing life cycle and some of the unusual theories behind it – first up, Aristotle. Sofia Castello y Tickell & Chris Doble L: 9.08 min https://www.youtube.com/watch?v=WBRnNk_uo9Y

The Sound of the Seafloor: “The Sound of the Seafloor” is a film about burrowing organisms. The activities of these animals are critical for the function of benthic systems but difficult to study. The film presents new technologies that have become available to study these activities and their effects on geochemical dynamics in marine sediments. Nils Volkenborn L: 3.13 min

One Voice: This is the story of a sentient beings epic battle to prove to the world that is has every right to call this pale blue dot their home. The North Pacific Humpback Whale was hunted to the brink of extinction. The early 70’s brought us close to no return, only about 500 left in the entire North Pacific. 40 years later and were looking at a population over 25,000. Protests have successfully brought back one of this planets oldest living forms of consciousness. Chris Cilfone L: 6.18 min https://vimeo.com/139563640

Antarctic Sea Science Expedition: Peek into the world of deep sea exploration, ocean science, and Antarctic adventure with this documentary style short film. Along the way, team members are building an image of the seafloor that has never been seen before! Allison Randolph L: 7.50 min https://vimeo.com/132273385