Politik

Um die systematische Zerstörung der Ozeane zu verhindern, müssen wir uns gemeinsam dafür entscheiden.
Jeder für sich und alle zusammen als Teil von Politik und Wirtschaft.

Nordseefischer sollen weniger fangen

taz: Nordseefischer sollen weniger fangen

Nordsee- und Atlantikfischer müssen im nächsten Jahr mit einer Kürzung der Fangmengen rechnen. Die EU-Kommission legte ihre Quotenvorschläge für einige Bestände in diesen Gebieten vor: Gemessen am Gewicht soll die Fangmenge 2012 im Vergleich zum laufenden Jahr um 11 Prozent sinken. Für deutsche Fischer hat der Brüsseler Vorschlag allerdings erst einmal keine entscheidenden Konsequenzen.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&dig=2011%2F09%2F28%2Fa0078&cHash=1230936e97

Europäische Kommission – Pressemitteilung

Fischerei: Kommission unterbreitet Vorschläge für EU-Fangmöglichkeiten 2012 im Atlantik und in der Nordsee

Brüssel, 27. September 2011 – Die Europäische Kommission hat heute ihren ersten Vorschlag für die Fangmöglichkeiten 2012 für bestimmte Bestände im Atlantik und in der Nordsee vorgelegt. Es geht um die zulässigen Gesamtfangmengen (TAC) und die Fischereiaufwandsbeschränkungen für Bestände, die die EU autonom bewirtschaftet, und nicht um gemeinsam mit Drittländern bewirtschaftete Bestände. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen schlägt die Kommission für neun Bestände (Kabeljau, Seeteufel, Hering, Schellfisch, Seehecht, Butt und Kaisergranat in bestimmten Gebieten) eine Anhebung der TAC und für 53 Bestände TAC-Kürzungen vor. Angesichts der schlechten Bestandslage empfiehlt die Kommission 2012 für Kabeljau westlich von Schottland, in der Irischen See und im Kattegat einen Fangstopp. Die vorgeschlagenen Änderungen würden eine Gesamtverringerung der TAC (nach Gewicht) gegenüber 2011 um 11% ausmachen. Anliegen der Kommission ist es, die TAC auf wissenschaftlicher Basis so festzulegen, dass sich die Bestände erholen können und langfristig nachhaltige Fischerei betrieben wird.

Maria Damanaki, EU-Kommissarin für Maritime Angelegenheiten und Fischerei, erklärte: „Unser Vorschlag beruht – wie für die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik vorgeschlagen – ganz entscheidend auf einer langfristigen Bewirtschaftung der Bestände und auf der Verfügbarkeit zuverlässiger wissenschaftlicher Daten, auf die wir unsere Entscheidungen stützen können. Die Reform stellt die Weichen für eine zukunftsfähige Fischereipolitik, die regelmäßig nachwachsende Bestände gewährleistet und Fischern ein anständiges Einkommen garantiert.“

Die vorgeschlagenen Fangbeschränkungen beruhen auf den wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) und des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für Fischerei (STECF). Außerdem konnten sich alle beteiligten Kreise auf der Grundlage des Konsultationspapiers der Kommission vom Mai zu Wort melden (IP/11/638).

Endgültiges Ziel der Kommission ist es, bis 2015 eine Befischung aller Bestände auf nachhaltigem Niveau durchzusetzen, dem so genannten höchstmöglichen Dauerertrag (Maximum Sustainable Yield – MSY), ein Ziel, zu dem sie sich international verpflichtet hat und das eine der Säulen der vorgeschlagenen GFP-Reform ist.

Damit bis 2015 auf MSY-Befischung umgestellt werden kann, hat der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) seine wissenschaftlichen Empfehlungen, soweit möglich, bereits auf dieses Ziel hin formuliert. Außerdem werden für alle wichtigen kommerziellen Bestände mehrjährige Bewirtschaftungspläne erstellt. Derart bewirtschaftete Bestände sind in der Regel in einem besseren Zustand als solche, für die kurzfristige Entscheidungen getroffen werden.

Hintergrund

Der vorliegende Vorschlag betrifft nur die 83 Bestände, für die die EU autonome TAC beschließt, und soll den Fischereiministern auf der Novembertagung des Rates zur Erörterung vorgelegt werden.

Ein zweiter Vorschlag, der im Herbst auf den Tisch kommt, wird sich mit den 66 Beständen befassen, für die die Fangmöglichkeiten im Rahmen regionaler Fischereiorganisationen oder in Konsultationen mit Drittländern ausgehandelt werden müssen. Dank dieser Aufteilung in zwei Vorschläge erfahren die Fischer schon früher als bisher, welche Mengen ihnen 2012 zur Verfügung stehen, und können entsprechend besser planen.

Im Falle einiger Bestände hat sich der langfristige Ansatz bereits bezahlt gemacht. Für die Seeteufelbestände nördlich und nordwestlich Spaniens etwa dürfte trotz hoher Fangmengen (vorgeschlagene TAC-Anhebung 110 %) bereits 2012 eine nachhaltige Befischung (MSY-Niveau) erreicht werden, und die TAC für Kabeljau in der Keltischen See und im Golf von Biskaya können gefahrlos um 141 % angehoben werden.

Bei zahlreichen Beständen hingegen bleibt die Situation besorgniserregend. So schlägt die Kommission aufgrund der schlechten Bestandslage einen Fangstopp für Kabeljau westlich Schottlands, in der Irischen See und im Kattegat vor. Das Fehlen zuverlässiger Daten erschwert die Bewirtschaftung und trotz regelmäßiger Kürzungen der TAC in den letzten Jahren erholen sich die Bestände nicht.

Bei Beständen, deren Größe sich aufgrund fehlender Daten nicht zuverlässig einschätzen lässt, wendet die Kommission den so genannten Vorsorgeansatz an, d. h. sie kürzt die TAC um 15 % bis 25 %, bis solidere Daten vorliegen.

Die wissenschaftlichen Gutachten für zwölf Bestände werden erst im Herbst erwartet, so dass der Vorschlag für sie noch keine konkreten Zahlen enthält.

Die Fangmöglichkeiten 2012 für die Ostsee hatte die Kommission bereits am 15. September vorgeschlagen (IP/11/1033). Über diese Vorschläge werden die Fischereiminister auf der Oktobertagung des Rates beratschlagen.

Weitere Informationen:

Siehe beigefügte Tabellen für Einzelheiten der heutigen Vorschläge für den Atlantik und die Nordsee

TAC und Quoten: http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/tacs/index_de.htm

Wissenschaftliche Beratung:

http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/scientific_advice/index_de.htm

Mehrjahrespläne:

http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/multi_annual_plans/index_de.htm

Bundestag: Kleine Anfrage zur Vorbeugung von Ölhavarien im Meer

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Valerie Wilms, Dorothea Steiner, Cornelia Behm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Vorbeugung von Ölhavarien im Meer“ (BT-Drucksache 17/6979)

Siehe dazu auch:
Bundesregierung hat Meeresschutz aufgegeben“ (Pressemitteilung von MdB Valerie Wilms/BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN).

Kommentar: MdB Wilms schreibt: „Die Bundesregierung hat im Meeresschutz offensichtlich resigniert“. Resignation setzt voraus, dass mal in der Regierung ernsthaft ein Wille zum Meeresschutz vorhanden war. Diesen Eindruck hatte ich die letzten Jahre nicht. Und wenn es um Öl und Erdgas geht, hören ohnehin die letzten vielleicht noch irgendwo vorhandenen guten Absichten bzgl. mehr Umweltschutz im Meer endgültig auf.

Bedrohte Dornhaie bekommen MSC Siegel

Bedrohte Dornhaie bekommen MSC Siegel

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Wie auch immer Fischerexperten den Bestand einschätzen mögen, ist diese Zertifizierung des Dornhais ein falsches Signal, denn der Verbaucher möchte keine seltenen Haie mehr im Regal sehen. Darum verzichten Sie bitte weiterhin auf Schillerlocke und Seeaal.

Weltweit erste Dornhai-Fischerei erhält MSC-Siegel für nachhaltigen Fischfang

Die kanadische Dornhai-Fischerei der Provinz Britisch-Kolumbien erhält heute als weltweit erste Fischerei auf Dornhai das MSC-Zertifikat für nachhaltigen Fischfang. Die Auszeichnung folgt einer unabhängigen wissenschaftsbasierten Bewertung, die über drei Jahre dauerte und zeigte, dass die Fischerei den MSC-Standard erfüllt. Der MSC-Standard bewertet eine Fischerei anhand von international anerkannten Maßstäben, welche die Nachhaltigkeit der Fischbestände, anderer betroffener Arten und des weiträumigeren Ökosystems sicherstellen.

Die heute zertifizierten Fischer dürfen fortan ihren Fang mit dem blauen MSC-Siegel auszeichnen, das international bekannt und anerkannt ist.
Konservative Fangmengen und stabile Bestände seit über 20 Jahren
Die Fischerei wird von der kanadischen Managementbehörde ‚Department of Fisheries and Oceans Canada‘ nach dem Vorsorgeprinzip geführt. Die Behörde setzt die erlaubten Fangmengen jährlich auf Basis der langfristigen durchschnittlichen Erträge der Fischerei fest. Die Fänge der letzten 20 Jahre waren mit etwa 3.000 Tonnen jährlich gering und die Fischer haben die erlaubte Fangmenge nie komplett ausgefischt. Überprüfungen auf Basis der Fangdaten zeigten, dass die Bestände des Dornhais in den Gewässern um Britisch-Kolumbien stabil sind und dass die derzeitigen Fangmengen nicht zu schädlichen Bestandsabnahmen führen werden.

Im Jahr 2011 senkte die Managementbehörde die erlaubten Fangmengen, um dem Vorsorgeprinzip noch stärker Rechnung zu tragen.
Niedriger Beifang und minimierte Auswirkungen auf den Lebensraum
Das Bewertungsteam stellte fest, dass die Art und Weise wie die Fischer ihre Bodenlangleinen einsetzen zu einer selektiven Fischerei führen, bei der über 90 Prozent des Fangs aus Dornhai besteht. Obwohl im Gebiet der Fischerei viele verschiedene Arten vorkommen – darunter auch mehrere bedrohte Spezies – ist die Zahl der unbeabsichtigt gefangenen Tiere sehr niedrig und ihre Überlebensraten beim Zurücksetzen in das Wasser hoch. Die Fänge der Fischer werden von elektronischen Kameras an Bord aller Schiffe aufgezeichnet, zusätzlich handschriftlich von den Schiffsführern dokumentiert und zur weiteren Absicherung durch unabhängige Prüfer kontrolliert.

Die Bewertung zeigte weiterhin, dass die Bodenlangleinen der Fischerei relativ niedrige Auswirkungen auf den Meeresboden haben und dass die Fischerei die küstennahen Lebensräume wenig beeinträchtigt.
Weitere Maßnahmen werden wissenschaftliche Datenlage verbessern
Das Bewertungsteam identifizierte auch Bereiche, die noch verbessert werden können. Je drei Maßnahmen müssen in den kommenden fünf Jahren – der Gültigkeitsdauer des MSC-Zertifikates – für die beiden Gebiete vorgenommen werden, in denen die Fischerei erfolgt. Die Fischerei muss eine wissenschaftliche modellbasierte Bestandsbewertung entwickeln und durchführen, um bestehende Unsicherheiten zu den Bestandsgrößen zu reduzieren. Weiterhin muss sie Maßnahmen zum Schutz des bedrohten Sechskiemerhais einführen, der in sehr geringen Mengen unbeabsichtigt gefangen, jedoch lebend wieder freigelassen wird. Zusätzliche wissenschaftliche Arbeiten, welche die Informationsbasis der Managementbehörde weiter verbessern werden, sind ebenfalls verpflichtend.

Umweltorganisationen und wissenschaftliche Einrichtungen Britisch-Kolumbiens haben sich umfassend in die Bewertung eingebracht und die Ergebnisse derselben gestärkt. Die Beteiligung externer Interessensgruppen ist ein wichtiges Element des MSC-Prozesses, da sie dafür sorgt, dass alle relevanten Informationen zu einer Fischerei im Rahmen der unabhängigen Bewertung berücksichtigt werden und zu besseren und glaubwürdigeren Ergebnissen beiträgt.

Mike Renwick, Geschäftsführer des Verbandes der Dornhaiindustrie Britisch-Kolumbiens, resümiert, dass die Fischer und die verarbeitenden Betriebe der Region sehr stolz sind, die strenge Bewertung nach dem MSC-Standard bestanden zu haben. Renwick bedankt sich besonders bei den „vielen Stakeholdern, die gemeinsam mit der Industrie an einer robusten und transparenten Bewertung gearbeitet haben“. Er wünscht sich, dass die MSC-Zertifizierung dazu beitragen wird, die ökonomische Situation dieser relativ kleinen Fischerei zu verbessern.

Kerry Coughlin, Leiterin des MSC-Programms in Amerika, sagt: „Die Dornhai-Fischerei Britisch-Kolumbiens ist die erste Fischerei ihrer Art, die über eine Bewertung nach dem rigorosen und wissenschaftsbasierten MSC-Standard demonstriert, dass sie nachhaltig gemanagt wird. Wir hoffen darauf, dass dies andere Dornhai-Fischereien dazu anspornt, ebenfalls die anspruchsvollen Anforderungen des MSC zu erfüllen.“

MSC-Zertifikat gilt nur für Dornhai aus Britisch-Kolumbien, per Langleine gefangen Das MSC-Zertifikat gilt nur für jene 24 Schiffe, die Mitglied im Verband der Dornhaiindustrie Britisch-Kolumbiens sind und Dornhai mit Bodenlangleinen fangen. Die heute zertifizierte Fischerei fängt den ‚gefleckten‘ Dornhai, auf lateinisch Squalus suckleyi, der in mindestens zwei Beständen im nordöstlichen Pazifik vorkommt und eng verwandt ist mit dem weltweit verbreiteten ‚gemeinen‘ Dornhai (Squalus acanthias).

Die Fanggründe der Fischerei befinden sich entlang der Küste der kanadischen Provinz Britisch-Kolumbien. Im Jahr 2009/2010 landeten die Fischer insgesamt 3.147 Tonnen Dornhai an, was 92 Prozent der Gesamtanlandungen an Dornhai in Britisch-Kolumbien betrug. Die verbleibenden acht Prozent entfielen auf Schleppnetzfischer, die nicht nach dem MSC-Standard bewertet wurden und somit auch nicht zertifiziert sind.

Die zertifizierten Fischer landen den Dornhai im Ganzen mit Flossen an. Der Fisch wird zu frischen und gefrorenen Produkten verarbeitet und nach Europa und Asien exportiert. Die Bewertung nach MSC-Standard bezieht sich auf die Bestandssituation, die Auswirkungen der Fischerei auf das marine Ökosystem und das Management der Fischerei. Sie umfasst keine Kriterien zur Qualität des Fisches oder zur gesundheitlichen Verträglichkeit, wie etwa den Gehalt von Umweltkontaminanten.

Pressekontakt:
Marnie Bammert, MSC Deutschland, Tel. +49 (0)30 609 8552-30, Email:
marnie.bammert@msc.org

Gashydrat-Forschungsprojekt SUGAR tritt in die zweite Phase

Wissenschaftler nutzen geophysikalische Messverfahren, wie Hydroakustik, Seismik und Elektromagnetik, um Gashydratvorkommen zu lokalisieren und zu vermessen; mit autonomen Unterwasserlaboren (Lander) und Autoklav-Bohrgeraeten koennen die Methanhydrate und austretenden Gase dann fuer weitergehende geologische und geochemische Untersuchungen direkt beprobt werden. Diese Verfahren konnten in der ersten Projektphase von SUGAR entscheidend weiterentwickelt werden. Grafik: M. Haeckel, IFM-GEOMAR

Vom Modell zur Anwendung
– Gashydrat-Forschungsprojekt SUGAR tritt in die zweite Phase –

Weltweit stehen Unternehmen und staatliche Energiebehörden in den Startlöchern, um eine neue Energiequelle zu erschließen: Erdgas, das als eisähnliches Hydrat in den Meeresböden der Tiefsee eingeschlossen ist. In Deutschland erforschen mehr als 20 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft unter Leitung des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), wie aus Gashydraten umweltfreundlich Erdgas gewonnen werden kann, indem gleichzeitig Kohlendioxid sicher in den Hydraten gebunden wird. Das SUGAR-Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie vom Bundesforschungsministerium (BMBF) gefördert. Heute startet es offiziell in die zweite Phase.

Erdgas setzt bei der Verbrennung deutlich weniger Kohlendioxid frei als zum Beispiel Erdöl oder Kohle. Außerdem eignen sich Gaskraftwerke aufgrund kurzer Reaktionszeiten gut als Ergänzung zu Wind- oder Solarkraftwerken. Deshalb gelten sie als umweltfreundliche und sichere Brückentechnologie auf dem Weg zu den erneuerbaren Energien. Die Versorgungssicherheit könnten in Zukunft riesige Erdgasvorräte in den Meeresböden der Tiefsee garantieren. „Dort haben hoher Druck und niedrige Temperaturen Methan- und Wassermoleküle zu einem festen, eisähnlichen Stoff, dem Methanhydrat, verbunden“, erklärt Professor Klaus Wallmann vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Er koordiniert das deutsche Verbundvorhaben SUGAR (Submarine Gashydrat-Lagerstätten: Erkundung, Abbau und Transport), bei dem mehr als 20 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam erforschen, wie man das Methan sicher aus den Hydraten lösen kann. Kohlendioxid, das sonst in der Atmosphäre den Klimawandel vorantreiben würde, soll das Methan in den Hydraten ersetzen und sie so langfristig stabilisieren. Nach drei Jahren intensiver Forschungsarbeit endet jetzt die erste Phase des SUGAR-Projekts. Für die zweite Phase, die bis 2014 dauern wird, haben das BMWi und das BMBF sowie mehrere Partner aus der Wirtschaft insgesamt 13 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Gute Politik sichert Handlungsoptionen für die Zukunft. Mit SUGAR verbinden wir die umweltschonende Förderung des Energieträgers Methan mit der sicheren und dauerhaften Einlagerung des Klimagases Kohlendioxid“, hob heute (26. August 2011) der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Otto, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, beim offiziellen Start der zweiten Projektphase in Kiel hervor.

Dr. Cordelia Andreßen, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, betonte darüber hinaus die Bedeutung von SUGAR für die maritime Wirtschaft. „Zahlreiche Firmen aus den norddeutschen Küstenländern engagieren sich hier gemeinsam mit Wissenschaftlern bei der Entwicklung zukunftsweisender Technologien“. Das Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein hatte 2006 die Konzeptentwicklung von SUGAR mit 30.000 Euro gefördert. „Angesichts der mittlerweile vom Bund eingeworbenen Forschungsmittel sehen wir dank der Leistungen des Projektkonsortiums eine außerordentlich hohe Rendite in der Forschungsfinanzierung“, betonte Dr. Andreßen.

In der in diesem Sommer abgeschlossenen ersten Projektphase wurden unter anderem Techniken entwickelt, mit denen Gashydratvorkommen gefunden und präzise vermessen werden können. Erfolgreiche Tests wurden im Schwarzen Meer und vor Neuseeland durchgeführt. „Wir verfügen jetzt beispielsweise über ein Verfahren, das automatisch die enormen akustischen Datenmengen verarbeitet, die bei der Suche nach Gasblasen in der Wassersäule entstehen. Bisher mussten die Messergebnisse aufwendig einzeln nachbearbeitet werden“, erklärt Professor Klaus Wallmann. Diese Entwicklung ist nicht nur wichtig, um Gashydratlagerstätten zu finden. „Das Verfahren hilft uns auch den späteren Förderprozess zu überwachen“.

In Laborversuchen konnten Wissenschaftler bereits zeigen, dass der Austausch von Methan gegen Kohlendioxid in den Hydraten funktioniert und wie er beschleunigt werden kann. Zudem haben Projektpartner aus der Industrie ein Konzept zum Transport von Methan in Form von festen Hydratpellets in Tankerschiffen entwickelt.

Während der nun beginnenden zweiten Phase sind mehrere Schiffsexpeditionen geplant, bei denen die entwickelten Such- und Messmethoden praktisch angewendet werden. Gleichzeitig werden Techniken zum Abbau von Gashydraten unter Berücksichtigung von Umwelt- und Sicherheitsaspekten weiterentwickelt. „Da die deutschen Hoheitsgewässer nicht tief genug für Methanhydrate sind, kooperieren wir eng mit den energiehungrigen BRIC-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China – die über große Gashydratvorkommen verfügen. Am Ende wollen wir erreichen, dass die dortigen Gashydrate mit Hilfe deutscher Technologie abgebaut werden. SUGAR kann so dazu beitragen, den Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen zu vermindern und Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen. Die Reaktionen zeigen, dass international großes Interesse an unserem Projekt besteht“, betonte Professor Wallmann heute in Kiel. Erste praktische Feldversuche zur Methanförderung nach dem SUGAR-Prinzip sind für Phase 3 ab 2014 geplant.

Links:
www.sugar-projekt.de Das Verbundvorhaben SUGAR

REACH: Umweltbundesamt rät zur Regulierung von Octylphenol

REACH: Umweltbundesamt rät zur Regulierung von Octylphenol

Amt empfiehlt ersten hormonell wirksamen Stoff für Bewertung nach EU-Chemikalienrecht

Als erster EU-Mitgliedstaat hat Deutschland mit Octylphenol einen hormonell wirkenden Stoff als besonders besorgniserregend identifiziert und seine Bewertung offiziell bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) eingereicht. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Octylphenol das Hormonsystem in Fischen beeinträchtigt und dadurch die Entwicklung und Fortpflanzung schädigt. Bereits minimale Konzentrationen von wenigen millionstel Gramm reichen aus. Stimmen die anderen Mitgliedsstaaten im Dezember dem deutschen Vorschlag zu, gilt Octylphenol als „besonders besorgniserregender Stoff“ und wird in die REACH-Kandidatenliste aufgenommen. Das ist der erste Schritt zu einer EU-weiten Zulassungspflicht oder Beschränkung. Octylphenol wird etwa bei der Herstellung von Farben, Beschichtungen, Klebstoffen oder Reifen eingesetzt.

Das UBA hält es generell für erforderlich, hormonell wirkende Stoffe strenger zu regulieren. Die EU Chemikalienverordnung REACH macht dies möglich: Im Einzelfall können hormonell wirkende Stoffe als besonders besorgniserregend identifiziert werden. Damit werden sie genauso bewertet wie Stoffe, die Krebs erregen oder die Fortpflanzung schädigen. Doch bisher wurde dieses REACH Instrument noch nicht genutzt. “Wir dürfen nicht nur über die Bewertung hormonell wirkendender Stoffe diskutieren, sondern müssen handeln“, so UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Das UBA geht mit der Identifizierung von Octylphenol hier einen ersten Schritt.

Octylphenol (chemisch korrekt: 4-tert-Octylphenol) gehört zu den Alkylphenolen. Die bekannteste Chemikalie der Gruppe ist das ebenfalls hormonell wirkende Nonylphenol, dessen Ethoxylate jüngst in einer Greenpeace Studie in Textilien nachgewiesen wurden. Nonylphenol und seine Ethoxylate sind in der Europäischen Union in zahlreichen Verwendungen verboten. Octylphenol dagegen bisher nicht. Neben den oben genannten Verwendungen kommt eine Abwandlung der Chemikalie (Octylphenol-Ethoxylat) auch bei der Erdgasgewinnung durch Fracking zum Einsatz und wird zusammen mit Wasser unter hohem Druck in Gestein gepresst, um Erdgas freizusetzen.

45 Tage lang können Unternehmen, Umwelt- und Verbraucherverbände, Behörden aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger nun den UBA-Vorschlag öffentlich kommentieren. Denn REACH ist ein Verfahren mit breiten Beteiligungsmöglichkeiten. Danach entscheidet der Ausschuss der Mitgliedstaaten der ECHA. Ist ein Stoff in die Kandidatenliste aufgenommen, können Bürgerinnen und Bürger beim Handel kostenfrei erfragen, ob der Stoff in einem Produkt enthalten ist.

Der UBA-Vorschlag für 4-tert-Octylphenol kann in Englisch kommentiert werden unter http://echa.europa.eu/consultations/authorisation/svhc/svhc_cons_en.asp

Weitere Informationen zur Auskunftspflicht und die Musteranfrage zu besonders besorgniserregenden Stoffen in Produkten finden Sie unter www.reach-info.de

Aktivisten bilden riesiges Menschenbanner in der Ostsee

Aktivisten bilden riesiges Menschenbanner in der Ostsee / Bundesministerin Aigner soll Meere schützen

Im Meeresschutzgebiet Fehmarnbelt demonstrieren heute 50 Greenpeace-Schwimmer für den Schutz von Schweinswalen und für eine Erneuerung der europäischen Fischereipolitik. Im Wasser formen die Aktivisten das internationale Seenotkürzel „SOS“, auf einem Schwimmbanner ist zu lesen „Rettet die Meere“. Die Aktion richtet sich an die für Fischerei verantwortliche Bundesministerin Ilse Aigner (CSU). Das Landwirtschaftministerium will in Natura 2000-Schutzregionen weiterhin Stellnetz- und Grundschleppnetzfischerei erlauben. Die Schutzgebiete wurden im Jahr 2004 ausgewiesen, um gefährdete Lebensräume und Tierarten zu schützen.

„Frau Aigner hat die nötigen Mittel, um zur Lösung des europäischen Fischereiproblems beizutragen, sie muss sie nur einsetzen“, sagt Greenpeace Meeresbiologe Thilo Maack. „Die Fischerei muss raus aus dem Fehmarnbelt und allen anderen deutschen Schutzgebieten. Das hilft den Schweinswalen, den Fischen und letztendlich auch der Fischerei, denn in den Schutzgebieten können sich die Fischbestände erholen.“

Stellnetzfischerei in NATURA 2000-Meeresschutzgebieten illegal

Obwohl die Natura 2000-Gebiete als Schutzzonen ausgewiesen sind, ist der Fischfang dort erlaubt. Besonders in Stellnetzen kommen immer wieder Schweinswale um – die einzige heimische Walart. Wenn sich die Tiere in den Maschen verheddern, können sie nicht mehr zum Atmen an die Oberfläche schwimmen und ertrinken. Der Schweinswal ist in der östlichen Ostsee inzwischen vom Aussterben bedroht. Durch die zerstörerische Grundschleppnetzfischerei auf Scholle, Seezunge und Krabben gehen auch viele junge Fische und andere Meerestiere in die Netze. Diese werden später schwer verletzt oder tot als Beifang über Bord geworfen. In der Nordseefischerei macht dieser Beifang bis zu einer Million Tonnen Meerestiere jährlich aus.

Laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Rechtsexpertise verstößt die Fischerei in den Natura 2000-Gebieten gegen geltendes europäisches und nationales Gebiets- und Artenschutzrecht. Eine Arbeitsgruppe des Bundesumwelt- und Landwirtschaftsministeriums hatte im Juli Vorschläge für die Beschränkung der Fischerei in den deutschen Meeresschutzgebieten veröffentlicht. Greenpeace bewertet diese als unzureichend. Die Umweltschutzorganisation hält auch die Ausrüstung der Netze mit so genannten Pingern für falsch, die mit akustischen Signalen Schweinswale von den Netzen abhalten sollen. Dadurch würden die Tiere aus dem für sie eingerichteten Schutzgebiet vertrieben.

Die Gemeinsame Europäische Fischereipolitik (GFP) soll bis Ende 2012 reformiert werden. Greenpeace fordert den Abbau der Überkapazitäten in der Fischfangflotte, wissenschaftsbasierte Fangquoten und die Ausweisung großflächiger Meeresschutzgebiete, in denen keine Fischerei stattfindet. Nur so ist zu garantieren, dass sich die überfischten Bestände erholen und der Fischereisektor langfristig überleben kann.

Das Greenpeace Webzine zu Fischerei und Schutzgebieten finden Sie unter http://gpurl.de/V2M7d . Internet: www.greenpeace.de

GFP: Debatte über Fischereipolitik im EU-Ministerrat

Ist zwar schon fast vier Wochen alt, aber …..
„GFP: Debatte über Fischereipolitik im Ministerrat

Mittwoch, 20. Juli 2011

Die EU-FischereiministerInnen haben in ihrer gestrigen Sitzung über den Reformvorschlag der EU-Kommission zur Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) diskutiert. Während der öffentlichen Debatte wurde deutlich, dass einige Mitgliedstaaten sich mehr Zeit für den Übergang zu neuen Regeln wünschen. Auch wollen sie eher die Fischer als die Fische schützen.

Alle Mitgliedstaaten befürworteten das übergeordnete Ziel, die Fischbestände durch einen ökosystemaren Ansatz nachhaltig zu sichern und überfischten Arten wieder zu alter Größe zu verhelfen. Denn 82 Prozent der Mittelmeerbestände sowie 36 Prozent der atlantischen Fischbestände sind überfischt. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, statt der bisher üblichen jährlich vereinbarten Fangquoten für einzelne Fischarten, Mehrjahrespläne zu beschließen, die auf zuverlässigen wissenschaftlichen Nachhaltigskeisdaten basierend mögliche Höchstfangmengen festlegen sollen, die den „maximal möglichen Dauerertrag“ sichern sollen. Einige Staaten fanden es „unrealistisch“, dieses System bereits 2015 einzuführen und plädierten für eine Verschiebung.

Das für 2016 vorgeschlagene Verbot für den Rückwurf unerwünschten „Beifangs“ – also alle Meerestiere, die sich nicht vermarkten lassen und im Netz gelandet sind – fand ebenfalls Unterstützung. Einige Staaten forderten auch hier eine Fristverlängerung, andere hingegen plädierten für eine Vorverlegung des Verbots. Laut Kommissionsvorschlag soll das Rückwurfverbot dazu führen, dass häufiger schonendere Fischereimethoden wie selektive Fanggeräte genutzt werden. Die Mitgliedstaaten müssten dies allerdings auch kontrollieren.

Strittig ist auch das vorgeschlagene System des Handels mit Fischereirechten. Einige Staaten befürchten eine zu große Konzentration auf einige wenige Großunternehmen, wenn nicht noch Zugeständnisse und Garantien für kleinere Betriebe vereinbart werden. Zum Beispiel sollte das Ganze wirklich nur in nationalen Grenzen erfolgen und die Konzessionen sollten ausschließlich Fischern vorbehalten sein.

„Enthusiastisch“ wurden dagegen die Vorschläge zu Aquakulturen aufgenommen. von diesem Sektor versprechen sich die Mitgliedstaaten sowohl in Küstennähe als auch im Inland, bei Süß- und Meerwasserzuchten, große Gewinne. Außerdem mache die Eigenpsorduktion die EU unabhängiger von Importen, die zurzeit zwei Drittel des Fischkonsums ausmachen.

Die sogenannten Partnerschaftsabkommen mit Drittstaaten sollten nach Meinung der Mitgliedstaaten an gute Regierungsführung und ein gesundes Management der Meeresressourcen gebunden sein.

Sollte die Reform so durchgeführt werden wie vorgeschlagen, so schätzt die EU-Kommission, könnten innerhalb von zehn Jahren die Fischbestände um 70 Prozent, die Fischfangmengen um 17 Prozent und die dadurch erzielten Gewinne damit um das Dreifache wachsen.

Der Ministerrat und das EU-Parlament müssen sich nun mit den einzelnen Punkten des Reformpaketes befassen und sich bis Ende 2012 auf Kompromisse einigen.“

Quelle: DNR EU-Koordination

Fischerei verhindert Meeresschutz

Fischerei knebelt Meeresschutz

WWF fordert fischereifreie Zonen in deutschen Meeresschutzgebieten und erwägt EU-Beschwerde

Der WWF widerspricht der Aussage der Konferenz der norddeutschen Landesfischereiminister, Fischereibeschränkungen in den zehn deutschen Meeresschutzgebieten von Nord- und Ostsee seien nicht begründet. „Der negative Einfluss der Fischerei, zum Beispiel von Grundschleppnetzen und Kurren auf die Sandböden und Riffe, und von Stellnetzen auf Kleinwale und Seevögel in den zehn deutschen Natura 2000-Gebieten auf See ist längst wissenschaftlich belegt“, verdeutlicht Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF und verweist auf wissenschaftliche Gutachten von 2009.

Die Vertreter aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hatten erklärt, Fangbeschränkungen in den so genannten Natura-2000-Gebieten seien nur dann vertretbar, wenn entsprechend den EU-Vorgaben „ein negativer Einfluss der Fischerei“ nachgewiesen ist. Nicht wissenschaftlich belegbare Annahmen und Vermutungen reichten nicht aus.

Auf der Basis eines umfassenden Projekts und Gutachtens hatte der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) den deutschen Behörden bereits Ende 2009 fischereiliche Einschränkungen in den Natura 2000-Gebieten in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (von 12 – max. 200 Seemeilen vor der Küste) empfohlen. Auf dieser Grundlage legten das zuständige Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das von-Thünen-Institut (vTI) im April 2011 konkrete Vorschläge für Fischereimaßnahmen in folgenden Gebieten vor: Borkumriffgrund, Doggerbank, Sylter Außenriff, Östliche Deutsche Bucht – Fehmarnbelt, Kadetrinne, Westliche Rönnebank, Adlergrund, Pommersche Bucht, Oderbank.

„An der wissenschaftlichen Fakten- und Beweislage kommen auch die Landesfischereiminister nicht vorbei.“ meint Lutter. Der gute Erhaltungszustand der Meeresnatur in den Natura 2000-Gebieten könne nur erreicht werden, wenn die Bodenlebensgemeinschaften vor zerstörerischen Schleppnetzen geschützt würden, Schweinswale wie Seevögel dort nicht mehr in Stellnetzen ertränken und ihre Nahrungsgrundlagen erhalten blieben. Hierfür müssten Flächen für derartige Fischereimethoden und auch die Industriefischerei geschlossen werden. Der WWF fordert, dass 50 Prozent der Schutzgebietsfläche fischereifrei bleiben, damit sich das Ökosystem erholen kann.

Der WWF weist außerdem darauf hin, dass Deutschland ab 2013 ein Vertragsverletzungsverfahren aus Brüssel riskiert, wenn für die 2007 anerkannten Natura-Gebiete keine verbindlichen Schutzmaßnahmen eingeführt und so genannte Managementpläne, einschließlich der Fischerei, aufgelegt würden. „Wir sind darauf vorbereitet, Beschwerde bei der EU-Kommission zu führen“, so Lutter weiter. „Würde die Politik ein geschütztes Moor oder eine Feuchtwiese vor unseren Augen für den Bulldozer freigeben, der Aufschrei wäre groß. Auch die Meeresnatur braucht effektiven Schutz vor Eingriffen.“

Kontakt: Britta König, Pressestelle, Tel. 040-530200-318
Stephan Lutter, WWF-Meeresschutzexperte, Tel. 040 530200-322
Detaillierte WWF-Studie zu deutschen Meeresschutzgebieten unter:

http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/WWF_Fischereireport_Web.pdf

Angela und Ihre Fischer aus Lobbe

Es gibt sie noch die überraschenden Aktionen!

ANGELA UND IHRE FISCHER AUS LOBBE

1990 und 2009 traf Angela Merkel auf Fischer in ihrem Wahlkreis in Lobbe auf Rügen. Sie bekundete, dass auch sie sich Sorgen um die Zukunft unserer Meere mache.

Heute werden die meisten Fischbestände überfischt, und wenn es nicht mehr genügend Fische gibt, dann gibt es auch keine Zukunft für deutsche Fischer.

Bundeskanzlerin Merkel kann das jetzt ändern! Tritt „Angelas Fischerhütte“ bei und fordere Angela Merkel auf, den Fischen und den Fischern zu helfen!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
die europäischen Meere steuern auf eine Katastrophe zu.

Die Mehrheit der Fischbestände ist überfischt. Wir subventionieren die fischvernichtenden industriellen Fischereiboote und einfache traditionelle Fischer können ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen. Wenn sich nicht bald etwas ändert, werden unsere Kinder den Fisch nur noch aus Geschichtsbüchern kennen.

In der Europäischen Kommission hat die Fischereikommissarin Frau Damanaki vorgeschlagen, die verschwenderische gemeinsame Fischereipolitik umgehend zu reformieren.

Ich fordere sowohl Sie auf, Frau Bundeskanzlerin, als auch die EU-Abgeordneten unserer Regierung, die Fischer von Lobbe nicht zu vergessen!

Erheben Sie jetzt Ihre Stimme, um die von Frau Damanaki vorgeschlagenen Maßnahmen für eine nachhaltige zukunftsorientierte Fischerei zu unterstützen.

Frau Bundeskanzlerin, im Dezember haben Sie nun die Möglichkeit, die positive Zukunft unserer Meere maßgeblich zu beeinflussen! Bitte setzen Sie sich im Europäischen Rat dafür ein, dass die von den Wissenschaftlern empfohlenen Höchstfangmengen von allen europäischen Mitgliedsstaaten anerkannt werden.

Helfen Sie mit, die Fische und Fischer zu retten!

http://www.angelas-fischerhuette.de/

Fischerei in Schutzgebieten ist illegal

Greenpeace legt unabhängige Rechtsexpertise vor

Hamburg, 9. 8. 2011 – (ots) – Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgeschlagenen Fischereimaßnahmen in den Meeresschutzgebieten der Nord- und Ostsee verstoßen gegen europäisches und deutsches Naturschutzrecht. Zu diesem Schluss kommt eine heute von Greenpeace vorgelegte Rechtsexpertise. Die vom Bundesministerium geplanten Maßnahmen würden die Stellnetze in den NATURA 2000-Schutzgebieten weiterhin erlauben. In den Netzen verheddern sich in großer Zahl Schweinswale, die dann qualvoll ertrinken. Akustische Scheuchvorrichtungen, die sogenannten Pinger, sollen sie von den Netzen fernhalten. Das Signal verjagt die Tiere jedoch aus den eigens für sie eingerichteten Schutzgebieten. Greenpeace fordert von Ministerin Ilse Aigner (CSU) den Ausschluss der Fischerei aus den NATURA 2000-Schutzgebieten.

„Der Vorschlag ist absurd“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. „Erst richtet man Schweinswalschutzgebiete ein, um die Tiere zu schützen und dann will man sie von dort vertreiben. Schutz sieht anders aus.“ Auch Grundschleppnetzfischerei soll weiter in den Schutzgebieten erlaubt bleiben. Sie zerstört seltene Steinriffe und Sandbänke, die neben Schweinswalen Hauptgrund für die Einrichtung der Schutzgebiete sind.

NATURA 2000-Meeresschutzgebiete besser schonen

Mit Natur-Felsbrocken hatten Greenpeace-Aktivisten vergangene Woche erneut einen Teil des Meeresschutzgebiets „Sylter Außenriff“ vor zerstörerischer Fischerei geschützt. Bereits 2008 hatten Aktivisten 320 Felsen im Meer versenkt. Taucher der unabhängigen Umweltschutzorganisation haben die Meeresumwelt um die versenkten Naturfelsen regelmäßig untersucht. Diese sind mittlerweile mit zahlreichen Meeresorganismen bewachsen und in das natürliche Riff integriert. Das Gebiet gilt als die deutsche Schweinswalkinderstube. Es ist eines von zehn NATURA 2000-Meeresschutzgebieten, die Deutschland an die Europäische Union gemeldet hat.

Obwohl das 5300 Quadratkilometer große „Sylter Außenriff“ schon im Jahr 2004 als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, bringen Fischer dort ihre Stell- und Schleppnetze aus. In den Stellnetzen ertrinken die Schweinswale. Beim Fang von Schollen, Seezungen und Krabben landen auch junge Fische und andere Meerestiere in den Maschen, die als toter Beifang über Bord geworfen werden. Laut der Rechtsexpertise verstößt die Stellnetzfischerei und der Einsatz von Pingern in den Schutzgebieten gegen die europäischen und nationalen Regelungen zum Gebiets- und Artenschutzrecht, denn ökologisch wertvolle und besonders geschützte Gebiete sind strikt zu schützen.

Die Gemeinsame Europäische Fischereipolitik (GFP) soll bis Ende 2012 reformiert werden. Greenpeace fordert den Abbau der Überkapazitäten in der Fischfangflotte, wissenschaftsbasierte Fangquoten und die Ausweisung großflächiger Meeresschutzgebiete, in denen keine Fischerei stattfindet. Nur das könnte eine Erholung für die überfischten Bestände und ein langfristiges Überleben des Fischereisektors sichern.

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