Politik

Um die systematische Zerstörung der Ozeane zu verhindern, müssen wir uns gemeinsam dafür entscheiden.
Jeder für sich und alle zusammen als Teil von Politik und Wirtschaft.

GFP: Debatte über Fischereipolitik im EU-Ministerrat

Ist zwar schon fast vier Wochen alt, aber …..
„GFP: Debatte über Fischereipolitik im Ministerrat

Mittwoch, 20. Juli 2011

Die EU-FischereiministerInnen haben in ihrer gestrigen Sitzung über den Reformvorschlag der EU-Kommission zur Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) diskutiert. Während der öffentlichen Debatte wurde deutlich, dass einige Mitgliedstaaten sich mehr Zeit für den Übergang zu neuen Regeln wünschen. Auch wollen sie eher die Fischer als die Fische schützen.

Alle Mitgliedstaaten befürworteten das übergeordnete Ziel, die Fischbestände durch einen ökosystemaren Ansatz nachhaltig zu sichern und überfischten Arten wieder zu alter Größe zu verhelfen. Denn 82 Prozent der Mittelmeerbestände sowie 36 Prozent der atlantischen Fischbestände sind überfischt. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, statt der bisher üblichen jährlich vereinbarten Fangquoten für einzelne Fischarten, Mehrjahrespläne zu beschließen, die auf zuverlässigen wissenschaftlichen Nachhaltigskeisdaten basierend mögliche Höchstfangmengen festlegen sollen, die den „maximal möglichen Dauerertrag“ sichern sollen. Einige Staaten fanden es „unrealistisch“, dieses System bereits 2015 einzuführen und plädierten für eine Verschiebung.

Das für 2016 vorgeschlagene Verbot für den Rückwurf unerwünschten „Beifangs“ – also alle Meerestiere, die sich nicht vermarkten lassen und im Netz gelandet sind – fand ebenfalls Unterstützung. Einige Staaten forderten auch hier eine Fristverlängerung, andere hingegen plädierten für eine Vorverlegung des Verbots. Laut Kommissionsvorschlag soll das Rückwurfverbot dazu führen, dass häufiger schonendere Fischereimethoden wie selektive Fanggeräte genutzt werden. Die Mitgliedstaaten müssten dies allerdings auch kontrollieren.

Strittig ist auch das vorgeschlagene System des Handels mit Fischereirechten. Einige Staaten befürchten eine zu große Konzentration auf einige wenige Großunternehmen, wenn nicht noch Zugeständnisse und Garantien für kleinere Betriebe vereinbart werden. Zum Beispiel sollte das Ganze wirklich nur in nationalen Grenzen erfolgen und die Konzessionen sollten ausschließlich Fischern vorbehalten sein.

„Enthusiastisch“ wurden dagegen die Vorschläge zu Aquakulturen aufgenommen. von diesem Sektor versprechen sich die Mitgliedstaaten sowohl in Küstennähe als auch im Inland, bei Süß- und Meerwasserzuchten, große Gewinne. Außerdem mache die Eigenpsorduktion die EU unabhängiger von Importen, die zurzeit zwei Drittel des Fischkonsums ausmachen.

Die sogenannten Partnerschaftsabkommen mit Drittstaaten sollten nach Meinung der Mitgliedstaaten an gute Regierungsführung und ein gesundes Management der Meeresressourcen gebunden sein.

Sollte die Reform so durchgeführt werden wie vorgeschlagen, so schätzt die EU-Kommission, könnten innerhalb von zehn Jahren die Fischbestände um 70 Prozent, die Fischfangmengen um 17 Prozent und die dadurch erzielten Gewinne damit um das Dreifache wachsen.

Der Ministerrat und das EU-Parlament müssen sich nun mit den einzelnen Punkten des Reformpaketes befassen und sich bis Ende 2012 auf Kompromisse einigen.“

Quelle: DNR EU-Koordination

Fischerei verhindert Meeresschutz

Fischerei knebelt Meeresschutz

WWF fordert fischereifreie Zonen in deutschen Meeresschutzgebieten und erwägt EU-Beschwerde

Der WWF widerspricht der Aussage der Konferenz der norddeutschen Landesfischereiminister, Fischereibeschränkungen in den zehn deutschen Meeresschutzgebieten von Nord- und Ostsee seien nicht begründet. „Der negative Einfluss der Fischerei, zum Beispiel von Grundschleppnetzen und Kurren auf die Sandböden und Riffe, und von Stellnetzen auf Kleinwale und Seevögel in den zehn deutschen Natura 2000-Gebieten auf See ist längst wissenschaftlich belegt“, verdeutlicht Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF und verweist auf wissenschaftliche Gutachten von 2009.

Die Vertreter aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hatten erklärt, Fangbeschränkungen in den so genannten Natura-2000-Gebieten seien nur dann vertretbar, wenn entsprechend den EU-Vorgaben „ein negativer Einfluss der Fischerei“ nachgewiesen ist. Nicht wissenschaftlich belegbare Annahmen und Vermutungen reichten nicht aus.

Auf der Basis eines umfassenden Projekts und Gutachtens hatte der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) den deutschen Behörden bereits Ende 2009 fischereiliche Einschränkungen in den Natura 2000-Gebieten in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (von 12 – max. 200 Seemeilen vor der Küste) empfohlen. Auf dieser Grundlage legten das zuständige Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das von-Thünen-Institut (vTI) im April 2011 konkrete Vorschläge für Fischereimaßnahmen in folgenden Gebieten vor: Borkumriffgrund, Doggerbank, Sylter Außenriff, Östliche Deutsche Bucht – Fehmarnbelt, Kadetrinne, Westliche Rönnebank, Adlergrund, Pommersche Bucht, Oderbank.

„An der wissenschaftlichen Fakten- und Beweislage kommen auch die Landesfischereiminister nicht vorbei.“ meint Lutter. Der gute Erhaltungszustand der Meeresnatur in den Natura 2000-Gebieten könne nur erreicht werden, wenn die Bodenlebensgemeinschaften vor zerstörerischen Schleppnetzen geschützt würden, Schweinswale wie Seevögel dort nicht mehr in Stellnetzen ertränken und ihre Nahrungsgrundlagen erhalten blieben. Hierfür müssten Flächen für derartige Fischereimethoden und auch die Industriefischerei geschlossen werden. Der WWF fordert, dass 50 Prozent der Schutzgebietsfläche fischereifrei bleiben, damit sich das Ökosystem erholen kann.

Der WWF weist außerdem darauf hin, dass Deutschland ab 2013 ein Vertragsverletzungsverfahren aus Brüssel riskiert, wenn für die 2007 anerkannten Natura-Gebiete keine verbindlichen Schutzmaßnahmen eingeführt und so genannte Managementpläne, einschließlich der Fischerei, aufgelegt würden. „Wir sind darauf vorbereitet, Beschwerde bei der EU-Kommission zu führen“, so Lutter weiter. „Würde die Politik ein geschütztes Moor oder eine Feuchtwiese vor unseren Augen für den Bulldozer freigeben, der Aufschrei wäre groß. Auch die Meeresnatur braucht effektiven Schutz vor Eingriffen.“

Kontakt: Britta König, Pressestelle, Tel. 040-530200-318
Stephan Lutter, WWF-Meeresschutzexperte, Tel. 040 530200-322
Detaillierte WWF-Studie zu deutschen Meeresschutzgebieten unter:

http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/WWF_Fischereireport_Web.pdf

Angela und Ihre Fischer aus Lobbe

Es gibt sie noch die überraschenden Aktionen!

ANGELA UND IHRE FISCHER AUS LOBBE

1990 und 2009 traf Angela Merkel auf Fischer in ihrem Wahlkreis in Lobbe auf Rügen. Sie bekundete, dass auch sie sich Sorgen um die Zukunft unserer Meere mache.

Heute werden die meisten Fischbestände überfischt, und wenn es nicht mehr genügend Fische gibt, dann gibt es auch keine Zukunft für deutsche Fischer.

Bundeskanzlerin Merkel kann das jetzt ändern! Tritt „Angelas Fischerhütte“ bei und fordere Angela Merkel auf, den Fischen und den Fischern zu helfen!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
die europäischen Meere steuern auf eine Katastrophe zu.

Die Mehrheit der Fischbestände ist überfischt. Wir subventionieren die fischvernichtenden industriellen Fischereiboote und einfache traditionelle Fischer können ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen. Wenn sich nicht bald etwas ändert, werden unsere Kinder den Fisch nur noch aus Geschichtsbüchern kennen.

In der Europäischen Kommission hat die Fischereikommissarin Frau Damanaki vorgeschlagen, die verschwenderische gemeinsame Fischereipolitik umgehend zu reformieren.

Ich fordere sowohl Sie auf, Frau Bundeskanzlerin, als auch die EU-Abgeordneten unserer Regierung, die Fischer von Lobbe nicht zu vergessen!

Erheben Sie jetzt Ihre Stimme, um die von Frau Damanaki vorgeschlagenen Maßnahmen für eine nachhaltige zukunftsorientierte Fischerei zu unterstützen.

Frau Bundeskanzlerin, im Dezember haben Sie nun die Möglichkeit, die positive Zukunft unserer Meere maßgeblich zu beeinflussen! Bitte setzen Sie sich im Europäischen Rat dafür ein, dass die von den Wissenschaftlern empfohlenen Höchstfangmengen von allen europäischen Mitgliedsstaaten anerkannt werden.

Helfen Sie mit, die Fische und Fischer zu retten!

http://www.angelas-fischerhuette.de/

Fischerei in Schutzgebieten ist illegal

Greenpeace legt unabhängige Rechtsexpertise vor

Hamburg, 9. 8. 2011 – (ots) – Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgeschlagenen Fischereimaßnahmen in den Meeresschutzgebieten der Nord- und Ostsee verstoßen gegen europäisches und deutsches Naturschutzrecht. Zu diesem Schluss kommt eine heute von Greenpeace vorgelegte Rechtsexpertise. Die vom Bundesministerium geplanten Maßnahmen würden die Stellnetze in den NATURA 2000-Schutzgebieten weiterhin erlauben. In den Netzen verheddern sich in großer Zahl Schweinswale, die dann qualvoll ertrinken. Akustische Scheuchvorrichtungen, die sogenannten Pinger, sollen sie von den Netzen fernhalten. Das Signal verjagt die Tiere jedoch aus den eigens für sie eingerichteten Schutzgebieten. Greenpeace fordert von Ministerin Ilse Aigner (CSU) den Ausschluss der Fischerei aus den NATURA 2000-Schutzgebieten.

„Der Vorschlag ist absurd“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. „Erst richtet man Schweinswalschutzgebiete ein, um die Tiere zu schützen und dann will man sie von dort vertreiben. Schutz sieht anders aus.“ Auch Grundschleppnetzfischerei soll weiter in den Schutzgebieten erlaubt bleiben. Sie zerstört seltene Steinriffe und Sandbänke, die neben Schweinswalen Hauptgrund für die Einrichtung der Schutzgebiete sind.

NATURA 2000-Meeresschutzgebiete besser schonen

Mit Natur-Felsbrocken hatten Greenpeace-Aktivisten vergangene Woche erneut einen Teil des Meeresschutzgebiets „Sylter Außenriff“ vor zerstörerischer Fischerei geschützt. Bereits 2008 hatten Aktivisten 320 Felsen im Meer versenkt. Taucher der unabhängigen Umweltschutzorganisation haben die Meeresumwelt um die versenkten Naturfelsen regelmäßig untersucht. Diese sind mittlerweile mit zahlreichen Meeresorganismen bewachsen und in das natürliche Riff integriert. Das Gebiet gilt als die deutsche Schweinswalkinderstube. Es ist eines von zehn NATURA 2000-Meeresschutzgebieten, die Deutschland an die Europäische Union gemeldet hat.

Obwohl das 5300 Quadratkilometer große „Sylter Außenriff“ schon im Jahr 2004 als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, bringen Fischer dort ihre Stell- und Schleppnetze aus. In den Stellnetzen ertrinken die Schweinswale. Beim Fang von Schollen, Seezungen und Krabben landen auch junge Fische und andere Meerestiere in den Maschen, die als toter Beifang über Bord geworfen werden. Laut der Rechtsexpertise verstößt die Stellnetzfischerei und der Einsatz von Pingern in den Schutzgebieten gegen die europäischen und nationalen Regelungen zum Gebiets- und Artenschutzrecht, denn ökologisch wertvolle und besonders geschützte Gebiete sind strikt zu schützen.

Die Gemeinsame Europäische Fischereipolitik (GFP) soll bis Ende 2012 reformiert werden. Greenpeace fordert den Abbau der Überkapazitäten in der Fischfangflotte, wissenschaftsbasierte Fangquoten und die Ausweisung großflächiger Meeresschutzgebiete, in denen keine Fischerei stattfindet. Nur das könnte eine Erholung für die überfischten Bestände und ein langfristiges Überleben des Fischereisektors sichern.

Machen Sie Druck: Für den Schutz der Haie! Petition jetzt online

Machen Sie Druck: Für den Schutz der Haie! Petition jetzt online!!

Hier Unterschreiben:
http://sharkalliancepetition.org/index_de.cfm

Jedes Jahr im Oktober organisieren die Mitglieder der Shark Alliance (darunter DEEPWAVE e.V.) in Europa eine Veranstaltungswoche: die EU-Haischutzwoche. Sie bietet Hai-Begeisterten die Gelegenheit sich mehr über Haie zu informieren und die Möglichkeit sich an die politischen Entscheidungsträger zu wenden, damit mehr für den gesunden Fortbestand der Haie in Meeren getan wird.

Im vergangenen Jahr haben wir Veranstaltungen in 13 EU-Ländern abgehalten und über 34.000 Postkarten und Petitionsunterschriften von Mitgliedsgruppen, Aquarien, Tauchclubs und Schulen gesammelt, die anschließend, mit tausenden weiterer E-Mails und Briefen, an die Mitglieder des Europäischen Parlaments übersandt wurden. Die Mehrzahl der Abgeordneten unterzeichnete daraufhin die „Schriftliche Erklärung zur Forderung eines verschärften EU-Finning-Verbots“, das die ausnahmslose “Ganzkörperanlandung” von Haien grundsätzlich vorschreibt.

In diesem Jahr wollen wir den Schwerpunkt auf die Fischereiminister in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten und auf nicht eingehaltene Zusagen im Rahmen des Hai-Aktionsplans der Europäischen Gemeinschaft legen, insbesondere im Hinblick auf eine Verschärfung des Finning-Verbots.

Nach anhaltendem Druck von Seiten der Shark Alliance stimmten die EU-Fischereiminister vor zwei Jahren einem fundierten Aktionsplan zum Schutz der Haie zu, doch wurden einige der darin enthaltenen Versprechen bis heute nicht eingelöst: Das EU-Finning-Verbot weist nach wie vor riesige Schlupflöcher auf, viele gefährdete Haiarten sind weiterhin gänzlich ohne Schutz und für die wichtigsten von der EU-Flotte gezielt befischten Haiarten fehlt es an Fanggrenzen. In den kommenden Monaten bieten sich nun entscheidende Gelegenheiten, die im Hai-Aktionsplan gemachten Zusagen doch noch einzulösen.

Mitgliedsgruppen der Shark Alliance, Aquarien und andere Unterstützer sind aufgerufen, bei der Sammlung von Unterschriften (handschriftlich und online) von landesweiten Petitionen mitzuhelfen und Veranstaltungen durchzuführen. Gesammelte Zeichnungen und Bilder werden wir zur Untermauerung unserer Forderung an die Fischereiminister nutzen, Haie vor Finning und Überfischung zu schützen und endlich das zu verwirklichen, was 2009 zugesagt wurde.

Merken Sie sich den Zeitraum vom 15. bis 23. Oktober in Ihrem Kalender vor. Falls Sie schon heute mehr wissen oder – besser noch – Ihre Unterstützung anbieten möchten, wenden Sie sich an Heike Zidowitz, haiwoche@elasmo.de

Wir danken der „Save our Seas“- Foundation für ihre erneute Unterstützung der European Shark Week.

DEEPWAVE e.V. wird im Oktober wieder in Hamburg und deutschlandweit vielfältig aktiv sein, so u.a. mit einer 2-tägigen Informationsveranstaltung am 22. und 23. Oktober im Tropen-Aquarium Hagenbek Tierpark!

Weiter Termine finden sich hier:

http://www.deepwave-blog.de/2011/10/10/haie-gejagten-jaeger-deepwave-vortragsreihe-11995522/

Kontakt: info@deepwave.org

PS
Hier Unterschreiben!
http://sharkalliancepetition.org/index_de.cfm

Giftiges Schweröl für Schiffe in der Antarktis verboten

Verbot von giftigem Schweröl als Schiffs-Treibstoff in der Antarktis
NABU: „Umweltzonen auf See“ müssen ausgeweitet werden

Der NABU begrüßt die heute in Kraft getretenen neuen Regelungen der internationalen maritimen Organisation (IMO). Unter dem MARPOL Abkommen zur Verhinderung von Luftverschmutzung durch Schiffe (Annex VI) ist heute das nordamerikanische Emissionskontrollgebiet (ECA) offiziell in Kraft getreten. ECAs schreiben strengere Vorgaben für den Ausstoß von Schiffsabgasen vor als die globalen IMO Richtlinien.
So wurde fast die gesamte nordamerikanische Küste (USA und Kanada) zu einer „Umweltzone auf See“ erklärt. Auf der Welt ist sie bisher einzigartig, da neben Schwefel- und Stickoxid auch die Partikelemissionen begrenzt werden. Damit unterscheidet sich das Emissionskontrollgebiet auch von denen seit einigen Jahren in der Nord- und Ostsee sowie im Ärmelkanal existierenden ECAs, die nur strengere Auflagen für Schwefel- und Stickoxidemissionen vorschreiben.

„Die Einrichtung des ECA ist ein Meilenstein in der Eindämmung schädlicher Schiffsemissionen und zum Schutz der Gesundheit der Küstenanwohner“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die ECAs der Nord- und Ostsee müssen nun dem nordamerikanischen Beispiel folgen und möglichst umfassend alle giftigen Luftschadstoffe, also auch Rußpartikel, einschließen“, so Miller.

Zudem müsse die EU dringend auch die restlichen europäischen Küstengebiete, insbesondere das Mittelmeer, als Emissionskontrollgebiete ausweisen, fordert der NABU. „Nur durch ein ECA für alle europäischen Küstengewässer wird einerseits ein umfassender Schutz vor giftigen Schiffsemissionen gewährleistet und andererseits werden Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU vermieden“, erklärt Miller.

Seit heute hat die IMO nicht nur die Verbrennung von giftigem Schweröl in der Antarktis verboten, sondern auch das Mitführen des giftigsten aller Treibstoffe. Insbesondere Kreuzfahrtschiffe, die immer mehr Passagiere in antarktische Gewässer bringen, müssen von nun an auf vergleichsweise sauberen Kraftstoff umsteigen. Der NABU fordert eine ähnliche Regelung auch für die Arktis: „Um die schlimmsten Auswirkungen der Schiffsemissionen zu reduzieren, bestehen wir auf ein schnellstmögliches Verbot der Nutzung von Schweröl nördlich des 40. Breitengrades. Solange Schiffe dort weiter den giftigen Kraftstoff verbrennen dürfen, sind die Auswirkungen auf Umwelt und Klima katastrophal“, mahnte Dietmar Oeliger, Verkehrsexperte des NABU.
Das ist auch klimapolitisch dringend geboten, denn die schwarzen Rußpartikel der Schiffsabgase lagern sich auf dem weißen Eis ab, werden durch die Sonneneinstrahlung erwärmt und führen somit zu einer beschleunigten Eisschmelze. Führende Wissenschaftler fordern schon lange, dass die extrem gesundheitsschädlichen und klimaverändernden Rußpartikel deutlich reduziert werden müssen. Die Schifffahrt gehört mittlerweile zu den größten Verursachern dieser Schadstoffe.

Weitere Informationen auf der Kampagnen-Webseite www.nabu.de/kreuzfahrtschiffe

Felsbrocken erneut zum Schutz der Nordsee versenkt

Greenpeace-Aktivisten schützen Sylter Außenriff

Umweltschützer versenken erneut Felsbrocken in NATURA 2000-Gebiet

Mit schweren Felsbrocken schützen Greenpeace-Aktivisten heute erneut das Meeresschutzgebiet „Sylter Außenriff“ vor zerstörerischer Fischerei. Die Umweltschützer setzen von Bord ihres Schiffes Beluga 2 eine Aktion fort, die sie im Jahr 2008 westlich vor Sylt begonnen hatten. Seitdem sind 320 Felsen im Meer versenkt worden. Der Grund für die Aktion damals wie heute: Das Gebiet ist ein ausgewiesenes Schutzgebiet, in dem jedoch noch immer zerstörerische Aktivitäten wie Fischerei mit Grundschleppnetzen oder Sand- und Kiesabbau erlaubt sind. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, diese Aktivitäten in den Schutzgebieten zu beenden.

„Unsere Natursteine schützen das Gebiet wirksam vor Schleppnetzfischerei, Sand- und Kiesabbau“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. „Die aktuell vorliegenden Pläne der Bundesregierung sehen für diese Abschnitte des Sylter Außenriffes hingegen überhaupt keine Schutzmaßnahmen vor.“

Das Sylter Außenriff ist eines von zehn NATURA 2000-Meeresschutzgebieten, die Deutschland an die Europäische Union gemeldet hat. Für keines dieser Gebiete liegen bisher ausreichende Schutzmaßnahmen vor, wie etwa eine Regelung zur Fischerei. Die Bundesregierung hat vor drei Wochen in Bonn einen Vorschlag für das Fischerei-Management in den NATURA 2000-Gebieten vorgestellt. Dieser sieht vor, das „Sylter Außenriff“ nur zum Teil vor Grundschleppnetzen zu bewahren.

Felsbrocken sind Teil des natürlichen Riffs geworden

Obwohl das 5300 Quadratkilometer große Steinriff vor Sylt und Amrum schon im Jahr 2004 als Schutzgebiet ausgewiesen wurde, werfen Fischer dort ihre Schleppnetze aus und pflügen den Meeresboden um. Beim Fang von Schollen, Seezungen und Krabben landen auch junge Fische und andere Meerestiere in den Maschen, die als toter Beifang über Bord geworfen werden.

Die Gemeinsame Europäische Fischereipolitik (GFP) soll bis Ende 2012 reformiert werden. Greenpeace fordert den Abbau der Überkapazitäten in der Fischfangflotte, wissenschaftsbasierte Fangquoten und die Ausweisung großflächiger Meeresschutzgebiete, in denen keine Fischerei stattfindet. Nur so können sich die überfischten Bestände erholen und ein Überleben des Fischereisektors kann langfristig gewährleistet werden.

Die im Sommer 2008 von Greenpeace-Aktivisten versenkten 320 Naturfelsen sind heute mit zahlreichen Meeresorganismen bewachsen und in das natürliche Riff vor Sylt integriert. Taucher der unabhängigen Umweltschutzorganisation Greenpeace untersuchen regelmäßig die Flora und Fauna auf den versenkten Felsbrocken und die umliegende Bodenfauna.

Das Greenpeace Webzine zu Fischerei und Schutzgebieten finden Sie unter http://sos-oceans.greenpeace.de/magazin/145#page-0

Internet: www.greenpeace.de

Hai Petition: Keine verFLOSSEnen Versprechen

Liebe Freude der Meere,

schon vor der diesjährigen Haischutzwoche im Oktober 2011 bitten wir um Unterchriften, damit wir den Haischutz in Europa und den Druck auf die Fischereipolitik erhöhen.

Die pdf für die Unterschriften findet sich hier.

Eine Kurzfassung ist hier.

Haischutz – Keine verFLOSSEnen Versprechen

Helfen Sie uns, die Zusagen zum Haischutz Wirklichkeit werden zu lassen.

Die Kernpunkte

Seit fünf Jahren diskutieren die Shark Alliance, Vertreter der Fischerei- und Naturschutzbehörden der Europäischen Union (EU) und Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEPs) über die Notwendigkeit eines verbesserten Schutzes der Haie. Doch während Maßnahmen zur Verhinderung der Überfischung von Haien in dieser Zeit stufenweise weiterentwickelt wurden, lässt eine Überarbeitung der bislang lückenhaften EU-Verordnung zum Verbot der verschwenderischen Methode des “Finning” (bei der die Flossen des Hais abgeschnitten und der Körper zurück ins Meer geworfen wird) bislang auf sich warten.

Zurzeit befinden wir uns endlich in der Schlussphase der überaus wichtigen Finning-Debatte, doch mehr denn je gilt: Ihre Stimme zählt, um sicherzustellen, dass die Entscheidungsträger dem Druck der Industrie widerstehen und sich ein für alle Mal dem Schutz der Haie verschreiben.

Hintergrund
Seit 2006 hat sich der Haischutz der EU wesentlich verbessert, doch wirken einige wichtige Zusagen eher wie schnell “verFLOSSEne” Versprechen. So fehlt es bis heute, mehr als zwei Jahre nach Annahme des fundierten Hai-Aktionsplans durch die EU-Fischereiminister, an Fanggrenzen für gezielte Haifischereien, an ausreichendem Schutz für viele gefährdete Hai- und Rochenarten und an einer Schließung der riesigen Schlupflöcher im EU-Finning-Verbot, die Hai-Finning zu oft noch unentdeckt und ungeahndet bleiben lassen.

Insbesondere die in der EU-Finning-Verordnung verankerte Ausnahmeregelung, die es EU-Fischern gestattet, die Flossen eines Hais auf See abzutrennen und getrennt vom Haikörper anzulanden, führt zu gravierenden Problemen bei der Durchsetzung des Finning-Verbots. Angesichts des Erfolgs in anderen Teilen der Welt und der Empfehlungen von Wissenschaftlern, Vertretern der Durchführungsbehörden und Naturschützern empfiehlt die Weltnaturschutzunion (IUCN) Regierungen, das Entfernen von Haiflossen auf See vollständig zu untersagen. Die entsprechenden Richtlinien zur “Ganzkörperanlandung” sorgen neben der maximalen Durchsetzbarkeit von Finning-Verboten auch für die leichtere Erfassung der für die Bemessung und das Management der Bestände dringend benötigten artenspezifischen Haifangdaten.

Der Hai-Aktionsplan der EU beinhaltet darüber hinaus Zusagen hinsichtlich der Sicherstellung einer nachhaltigen Befischung von Haien und Rochen und eines verbesserten Schutzes gefährdeter Hai- und Rochenarten. Tatsächlich aber gibt es bis heute keine Fanggrenzen für die wichtigsten von der EU-Fischerei gezielt befischten Hai-Arten (Blauhai und Makohai) und in den meisten europäischen Staaten fehlt es an spezifischen nationalen Schutzbestimmungen für gefährdete Arten (wie z.B. Hammerhaie und Teufelsrochen).

Als oberster Räuber erfüllt der Hai eine Reihe wesentlicher Funktionen. Die EU-Fischereipolitik hat Auswirkungen auf die Haibestände weltweit.
Wir benötigen dringend Ihre Stimme, um kurzfristigen Interessen entgegenzuwirken und sicherzustellen, dass der Hai-Aktionsplan der EU zum Besten der Haie, der Meeresökosysteme und des Allgemeinwohls der EU-Bürger in die Tat umgesetzt wird. Besonders wichtig ist, dass die Debatte um das Hai-Finning – nach so langer Zeit – nicht zu einer Verlängerung problematischer Ausnahmeregelungen für einige der weltweit größten Haifangflotten führt, sondern nun endlich in einer zweckdienlichen und durchsetzbaren Verordnung gipfelt.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition, mit der die EU-Fischereiminister dringend aufgefordert werden, Haie jetzt vor Raubbau an ihren Beständen und Finning zu schützen.

Mehr Informationen:
European Shark Week 15.-23. Oktober 2011

EU Volksbefragung zur Nachhaltigkeit der Fischerei

Liebe Meeresfreunde,

folgende Bitte erreichte uns und wir leiten Sie gerne weiter:

EU Volksbefragung zur Nachhaltigkeit der Fischerei

Bis zum 20.07.2011 befragt die EU Kommission die Bürger zu seiner Meinung zur Neu-Regulierung des Fischereiaufwands und der Fangquoten unter
http://ec.europa.eu/fisheries/partners/consultations/fishing_opportunities/index_en.htm

Sendet eine E-mail mit Euren Wünschen, Kommentaren, Anregungen zur einer besseren Fischereipolitik an:

MARE-fishing-opportunities2012@ec.europa.eu

Bitte verbreiten Sie diese Information falls möglich auch an andere Zweigstellen der EU und weitere Organisationen, wir müssen alle schleunigst handeln.

Echte Demokratie jetzt – nutze sie und rette unsere Meere!

Was haltet Ihr von der Regulierung des Fischereiaufwands und der Fangquoten in Hinblick auf die vielen Warnungen der Wissenschaftler die mehr Nachhaltigkeit einfordern?

Die Wissenschaftler warnen: Unsere Meere stehen kurz vor dem Kollaps. Die Erde ist ein blauer Planet: sterben die Ozeane, sterben auch wir.
Heute bereits sind die Mehrzahl der Populationen von Speisefisch weltweit bereits überfischt. Schlüsselarten der Ökosysteme wie der Blauflossenthun stehen kurz vor der Ausrottung, und werden von industriellen Fangflotten unter der Herrschaft multinationaler Konzerne wie Mitsubishi sogar gezielt überfischt, um die Preise in die Höhe zu treiben.

Dieselben Fangflotten fischen die Fanggründe der Entwicklungsländer leer, die lokale Bevölkerung hungert oder emmigriert. An die 40 Prozent der Fänge landen nicht eimal direkt auf dem Teller- sondern werden als Fischmehl für Fischzuchten und Tierzuchten verfüttert. Doch je mehr Fisch mit den falschen Methoden gefangen wird, desto weniger Fisch kann das Meer produzieren. Und dabei werden unzählige Meeresbewohner, darunter Delfine, Meeresvögel und Schildkröten als nutzloser Beifang über Bord geworfen und Lebensräume durch grobe Gerätschaften wie die der Grundschleppnetztrawler unwiderbringlich zerstört.

Heute ist der Fischfang längst unwirtschaftlich und wird nur durch Subventionen der Regierungen in Milliardenhöhe in Gang gehalten. Stimmen der Wissenschaftler werden ignoriert, die Fangquoten teils doppelt so hoch gesetzt wie als nachhaltig empfohlen, und da jegliche Kontrolle fehlt, nochmal doppelt soviel illegal gefangen. Mit den Fangquoten wird dann ein dubioses Geschäft betrieben, korrupte Regierungen verkaufen die Fangrechte an die Großindustriellen, den lokalen, traditionellen Fischern bleibt nichts mehr.

Unseren Regierungen stehen längst alle diese Informationen zur Verfügung: sie müssen nur endlich angemessen handeln!

Fordern wir daher sofortige Maßnahmen wie:

• Fang- und Handelsverbot der bedrohten Fischarten wie Thunfische und Marlin
• Reduzierung der Fangquoten nach Anraten der Wissenschaft und strenge Kontrolle zur Einhaltung
• Verbot zerstörerischer Methoden wie die Grundschleppnetzfischerei und industriellen Langleinenfischerei
• Verbot der Verarbeitung von Fisch zu Tierfutter
• Verbot des Handels mit Fangquoten
• Stopp der globalen Subventionen von jährlich ca. 15-30 Mrd. Euro in die Fischfangindustrie und stattdessen

• Investition dieser Steuergelder in die Schaffung von Meereschutzreservaten, in denen jegliche Fangaktivität verboten ist.

Deine Meinung ist gefragt.

Damit unsere Meere wieder eine Chance haben, sich zu erholen – ihre letzte Chance.

Teile Deine Meinung der Europäischen Komission bis zum 20.07.2011 mit unter:
http://ec.europa.eu/fisheries/partners/consultations/fishing_opportunities/index_en.htm

Leite diesen Aufruf weiter an Jede und Jeden, dem die Zukunft unseres Planeten am Herzen liegt, von dem ihr denkt, dass er mündig ist, seine Meinung zu vertreten; also an ALLE, und an alle Umweltorganisationen, Politiker, Universitäten, die ihr kennt- zusammen können und müssen wir etwas bewegen!

Und vergesst nicht- wir konsumieren, was sie uns vorsetzen und geben ihnen damit ihre Rechtfertigungen- esst verantwortlich, das heißt nachhaltig erworbenen Fisch, fragt nach, bevor ihr kauft – und wenn ihr Euch nicht 100% sicher sein könnt, dann verzichtet, und boykottiert die verantwortlichen Großkonzerne.

Für die Ozeane!
eine mündige Bürgerin.

PS Sendet eine E-mail mit Euren Wünschen, Kommentaren, Anregungen zur einer besseren Fischereipolitik an:

MARE-fishing-opportunities2012@ec.europa.eu

Interview mit der europäischen Fischereikommissarin: 136 europäische Fischarten gefährdet

Nachhaltige Fischerei, das verspricht die Europäische Kommission mit einer Reform, die am Mittwoch den 13. Juli vorgelegt werden soll. Fangquoten sollen von nun an wissenschaftlich festgelegt werden, je nach Gefährdung bestimmter Arten. Ab 2013 zum Beispiel, sollen die Fischer ihren Beifang nicht mehr ins Meer zurückwerfen dürfen. Viele Fischer sind nicht damit einverstanden. Antworten der europäischen Fischereikommissarin Maria Damanaki.

euronews:

Frau Damanaki, diese Reform ist ihr Projekt. Sie wollen unter anderem, dass Fangquoten zukünftig verkauft werden können. Manche Fischer und auch Nichtregierungsorganisationen sagen, dass bedeutet allgemein zugängliche Ressourcen zu Handelswaren zu machen. Was antworten Sie?

Maria Damanaki:

“Das ist absolut nicht, was wir im Sinn haben. Ich würde genau das Gegenteil sagen: Es geht darum, diese Ressourcen zu schützen. Wir wollen den Besitzern der Fangboote erlauben, diese Ressourcen für eine bestimmte Zeit zu nutzen.”

euronews:

“Fischer sagen auch, dass dies zu mehr industrialisiertem Fischen führen wird, weil kleine Fischer ihre Quoten den Größeren verkaufen werden.”

Damanaki:

“Dazu möchte ich gleich sagen, dass die Regierungen ihre kleinständigen Fischer von diesem System ausnehmen können. Wir möchten auch die Küstenregionen schützen, und zwar mit speziellen Zuschüssen für kleinere Fischer. Wir werden versuchen, die Überkapazitäten der großen Schiffe, der riesigen Trawler, zu reduzieren. Wenn wir nichts tun, dann wären von heute 136 Fischarten in zehn Jahren nur noch acht in guter Verfassung. Das wäre auch das Ende für die meisten Fischer.”

euronews:

“Fisch über Bord zu werfen, soll verboten werden. Was sollen die Fischer denn dann mit ihrem Beifang tun, den sie doch nicht verkaufen dürfen?”

Damanaki:

“Da haben wir tatsächlich ein Problem zu lösen. Ich muss zugeben, dass wir noch daran arbeiten. Darum ist unser Vorschlag auch, das Wegwerfen des Beifangs nicht ab sofort zu verbieten – wir brauchen eine Übergangsfrist. Wenn ich einem Fischer sage, von dieser Fischart können Sie höchstens so und soviel fangen – dann wirft er den Beifang natürlich weg.

Darum sagen wir den Fischern: Ihr müsst alles, was ihr fangt, an Land bringen, und dann schauen wir gemeinsam, wie wir das Problem lösen können. Da wird guter Fisch drunter sein, den man durchaus verkaufen kann. Und da wird natürlich auch Fisch drunter sein, der zwar ‘gut’ ist, aber keinen Gewinn einbringt. Den kann man vielleicht einfrieren, weiterverarbeiten oder den Armen geben – aber der soll nicht mehr zurück ins Meer geworfen werden!”

Das Gespräch führte Audrey Tilve.

Copyright © 2011 euronews

//