Forschung

Was die Forschung untersucht und herausfindet, wird durch  Wissenstransfer greifbar und verständlich.
Und ermöglicht so sinnvolles und effektives Handeln für die Meere .

Grönlandwale können riechen

Der Wal- und Delfinexperte Professor Hans Thewissen vom Northeastern Ohio Universities College of Medicine und Kollegen aus Alaska und Japan haben beim Analysieren der Hirne von Grönlandwalen (engl. Bowhead whales, wiss. Balaena mysticetus) endeckt, dass diese Art mit großer Wahrscheinlichkeit über die Fähigkeit zum Riechen verfügt. Bisher wurde davon ausgegangen, dass Wale und Delfine nicht riechen können. Professor Hans Thewissen vermutet, dass diese Fähigkeit den Walen bei der Suche nach ihrer Nahrung Krill hilft:

„We speculate that they are actually able to smell krill and may use this to locate their prey. Krill smells like boiled cabbage“

Quelle und mehr Informationen: BBC, „Whale ’sense of smell‘ revealed

Tierverhalten verrät Todeszonen

Meer: Tierverhalten verrät Todeszonen
Verhaltenskatalog ermöglicht frühzeitige Erkennung sich anbahnender Sauerstoffkrisen am Meeresgrund

Am Verhalten von Meeresgrund-Bewohnern lässt sich das Entstehen von sauerstoffarmen Todeszonen im Meer vorhersagen. Das haben Wissenschaftler herausgefunden, indem sie Todeszonen am Grund der Adria künstlich erzeugten und das Verhalten der Bewohner beobachteten. Der daraus resultierende Verhaltenskatalog kann nun die Früherkennung sich anbahnender Todeszonen in den Meeren deutlich erleichtern.

Todeszonen in europäischen Meeren
© NASA/ Earth Observatory
Gefährliche Sauerstoffarmut sorgt in unseren Ozeanen immer öfter für Massensterben am Meeresgrund. Tatsächlich bilden sich in letzter Zeit gehäuft so genannte „Todeszonen“, also Zonen, in denen zu wenig Sauerstoff im Wasser vorhanden ist. Ihr Entstehen ist unter anderem auf verschmutzte Flüsse und globale Erwärmung zurückzuführen. Weltweit gibt es bereits 400 Todeszonen und ihre Fläche beträgt insgesamt mehr als 250.000 Quadratkilometer – so groß wie Deutschland. Was sich im Detail in einer solchen Zone abspielt, war bislang nahezu unerforscht.

Jetzt hat ein Forschungsteam der Universität Wien unter Leitung von Michael Stachowitsch vom Department für Meeresbiologie dies genauer untersucht. Untersuchungsgebiet war der adriatische Meeresgrund in 24 Metern Tiefe, zwei Kilometer vor Piran, Slowenien. „Wir erforschen, was sich im Detail am Meeresgrund der Adria abspielt, wenn der Sauerstoff zur Neige geht und zwar davor, währenddessen und danach“, so der Forscher. „Dabei beobachten wir, wie die Tierarten auf den Sauerstoffmangel genau reagieren.“

Weiterlesen unter ScienceXX…
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-12011-2010-07-27.html

Die letzten Delfine in der Nordsee in Gefahr

Die letzten Delfine in der Nordsee in Gefahr

Während die USA damit beginnen, die Kosten der Umweltbelastung der derzeitigen Ölkatastrophe zu errechnen, hat die Regierung Großbritanniens beschlossen, zwei Firmen zu erlauben, seismische Untersuchungen in Vorbereitung auf eine Öl- und Gasgewinnung im Moray Firth, einem Meeresschutzgebiet in Schottland, durchzuführen.

Die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS und andere Organisationen verurteilen diese Entscheidung auf’s Schärfste.Das Schutzgebiet wurde eigens für die letzte Population von Großen Tümmlern in der Nordsee ausgerufen. Die vorgelegten Gutachten sind inhaltlich lückenhaft und werden in vielen Aspekten dem europäischen Umweltrecht nicht gerecht.

Die derzeitige Genehmigung erlaubt den Firmen, umfangreiche Bodenuntersuchungen (seismische Explorationen) durchzuführen. Dabei werden vier Wochen lang alle 6 bis 8 Sekunden koordinierte Explosionen mit so genannten Airguns durchgeführt. Die dabei verwendeten Schallimpulse sind so laut, dass sie in unmittelbarer Nähe zu schweren permanenten Gehörschädigungen führen und noch in vielen Kilometern Entfernung Tiere vertreiben.

Nach einem erfolgreichen Aufschub der Exploration 2009 ist die WDCS verärgert über diese Entscheidung. „Es ist ein schlechtes Zeichen für den Naturschutz in einem Schutzgebiet und ein schwarzer Tag für unsere streng geschützten Delfine“, sagt Sarah Dolman, Leiterin der WDCS-Kampagne in Schottland.

Die WDCS bereitet derzeit gemeinsam mit anerkannten Experten eine detaillierte Stellungnahme vor. Für den WDCS Meeresbiologen Dr. Karsten Brensing steht die Glaubwürdigkeit der Umweltpolitik allgemein auf dem Spiel: „Wie kann es sein, dass eine Firma wie BP im Golf vom Mexiko für die vermutlich größte Ölkatastrophe verantwortlich ist und zeitgleich mit der gleichen Technologie im Mittelmeer vor Libyen in noch tieferem Wasser bohren darf? Wir werden unseren Umweltminister Herrn Dr. Röttgen, der sich vor wenigen Tagen für ein Moratorium für Ölbohrungen eingesetzt hat, fragen, was er gegen die Aktivitäten von BP und anderen Unternehmen tun will.“

Whale and Dolphin Conservation Society 27.07.2010

Ostsee: Blaualgen – Behörden geben Entwarnung

Ostsee

Blaualgen – Behörden geben Entwarnung

Die Satellitenaufnahme vom Sonntag (11.07.10) zeigt einen blau-grünen Algenteppich auf der Ostsee.

 

© ddp Fotograf: ESA

 

Ein riesiger Blaualgen-Teppich auf der Ostsee, zwischen Finnland und der Pommerschen Bucht, diese Meldung hat diese Woche für Beunruhigung gesorgt. Spezialisten der Landesbehörden hatten daraufhin am Donnerstag die Lage von einem Schiff aus beobachtet und nordwestlich von Rügen Wasserproben entnommen. Das Ergebnis: Die Blaualgengefahr für Ostseeurlauber ist geringer als befürchtet. Die aktuellen Messungen des Landesamtes für Umwelt, Natur und Geologie (LUNG) in den küstennahen Ostseegewässern haben keine auffälligen Befunde erbracht. Karin Stein, Leiterin der Abteilung Umweltanalytik, sagte im Gespräch mit NDR 1 Radio MV, das Beobachtungsschiff habe keinen Algenteppich gesichtet. Das Schiff hatte Proben rund ein bis drei Seemeilen vor der Küste Hiddensees und Rügens genommen.
Rekord-Algenteppich in der Ostsee

Die Messungen waren veranlasst worden, nachdem die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) einen riesigen Teppich aus Blaualgen mit einer Länge von mehr als 1.600 Kilometer und einer Breite von 190 Kilometer gemeldet hatte. Mit einer Gesamtgröße von 377.000 Quadratkilometern sei er der größte, der seit 2005 auf dem Binnenmeer gesichtet wurde, erkärte der WWF-Ostsee-Experte Jochen Lamp. Der Ostsee-Experte sprach von Algenschlieren, die sich von Finnland bis hin in die Pommersche Bucht ziehen. Betroffen seien vor allem das Achterwasser vor Usedom sowie der Strelasund zwischen Stralsund und Rügen….

Quelle und vollständiger Artikel: NDR

TV-Hinweis: 27.07.2010 22:35 Uhr, NDR, Die Killeralgen

Die Killeralgen
Weltweit gibt es über 115.000 bekannte Algenarten, 200 davon sind hochgiftig! Während der so genannten Algenblüte werden durch sie quadratkilometergroße Meeresbereiche mit hoch toxischen Nervengiften verseucht.
Die Folge: Millionen Fische sterben und werden tot an die Strände gespült. Auch Muscheln werden von den Giften angereichert und können so in die Nahrungskette der Menschen gelangen. Nach dem Verzehr von kontaminierten Muscheln kommt es je nach Art und Menge des Nervengiftes zu einer starken Lebensmittelvergiftung, permanentem Gedächtnisverlust oder sogar zum Tod durch Atemstillstand.
1995 wurden in Amsterdam acht Gäste eines Restaurants nach einem Muschelessen ins Krankenhaus eingeliefert – alle hatten Muscheln gegessen, die von einem kleinen Zuchtbetrieb im westirischen Killary Fjord stammten. Trotz intensiver Laboruntersuchungen dauerte es mehr als zehn Jahre, bis Wissenschaftler die Ursache dieser Vergiftungsvorfälle klären konnten. Die Forscher entdeckten eine neue toxische Algenart, die sich rasant auszubreiten scheint. Auf einer Schiffsexpedition suchen deutsche und irische Wissenschaftler gemeinsam nach dem neuen Verursacher.
„45 Min“ begibt sich auf die Spur der giftigen Einzeller. Sie sind überall auf der Welt zu finden. In Florida färbt die Red Tide das Wasser blutrot, in der Ostsee ziehen Massenblüten von Cyanobakterien braun-grüne Schlieren und auf den Philippinen zerstören die Algengifte die Lebensgrundlage von Fischern und Muschelzüchtern. Wissenschaftler weltweit versuchen, die hochgiftigen Einzeller aufzuspüren, zu erforschen und ein revolutionäres Frühwarnsystem zu entwickeln.

Quelle: ARD-Programmrecherche

siehe auch:
http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/start252_sid-802272.html
http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/hintergrund/killeralgen112.html
http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/hintergrund/killeralgen106.html

Meeresspiegelanstieg bedroht New York City

Meeresspiegelanstieg bedroht New York City
Überdurchschnittlicher Anstieg entlang der Nordostküste der USA prognostiziert

Der durch den Klimawandel verursachte Meeresspiegelanstieg gefährdet die Millionenstadt New York City: Neue Daten zeigen, dass das Meer entlang der Nordostküste der USA zukünftig doppelt so schnell ansteigen wird wie bisher. Die dicht besiedelten Küstengebiete sind damit spätestens 2100 stark durch Überschwemmungen gefährdet, wie Forscher jetzt in der Fachzeitschrift „“Nature Geoscience““ berichten. […]

Mehr im Artikel bei SCINEXX

WWF: Gefahr von Ölschiffsunfällen ist groß

WWF: Gefahr von Ölschiffsunfällen ist groß

 

Frankfurt – 20 Jahre nach der Havarie der Exxon Valdez in Alaska – einer der größten Umweltkatastrophen aller Zeiten – ist die Gefahr einer Wiederholung groß. Das ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten WWF-Studie „Lessons not Learned“. Demnach gibt es noch immer keine Techniken, um im Falle einer Ölpest deren Folgen wirksam verringern zu können. Zugleich breitet sich die Ölindustrie in der Arktis immer weiter aus, und durch das Schmelzen des Eises auf den arktischen Meeren wird die Schifffahrt in bislang unzugänglichen Gebieten möglich. Der WWF verlangt deshalb „No-Go-Areas“ wenigstens für die empfindlichsten Meeresgebiete in der Arktis. So müssten etwa die Bristol Bay in Alaska, aber auch andere Regionen der Welt wie die Umgebung der Lofoten in Norwegen für die Durchfahrt von Tankern und für die Förderung von Öl gesperrt werden.

 

„In den letzten 20 Jahren hat sich nur wenig getan, was den Schutz der Arktis vor einer Ölpest verbessert hat“, so WWF Meeresexperte Hans-Ulrich Rösner. „Gleichzeitig ist das Risiko einer neuen Katastrophe gestiegen. Die Ölindustrie versucht an immer mehr Stellen der Arktis Öl und Gas auszubeuten. Und ausgerechnet der ebenfalls vom Menschen verursachte Klimawandel sorgt durch den Rückgang des Eises auch noch dafür, dass immer mehr arktische Meeresgebiete für die Industrie zugänglich werden, dort neue und riskante Schifffahrtsrouten entstehen können.“

 

Die Folgen des Unfalls der Exxon Valdez vor 20 Jahren sind nach den Ergebnissen der Studie noch heute dramatisch. Trotz eines riesigen Aufwandes bei der Bekämpfung dieser wohl teuersten Ölpest aller Zeiten sind erhebliche Mengen des Öls noch in der Umwelt vorhanden und leicht unter Steinen oder im Boden zu finden. Dies hängt auch mit der arktischen Umwelt zusammen, da Öl bei niedrigen Temperaturen langsam abgebaut wird.

 

„Viele wild lebende Arten und Fischgründe haben sich bis heute nicht erholt, die Lebensgrundlagen der Fischer wurden zerstört, und die Wirtschaft in Alaska hat Milliarden von Dollar verloren. Wir müssen weitere Unfälle dieser Art unbedingt verhindern“, so Rösner.

 

Der 300 Meter lange Großtanker Exxon Valdez war am 24. März 1989 im Prince William Sound in Alaska trotz guten Wetters auf Grund gelaufen. Danach liefen 40.000 Kubikmeter Rohöl aus und verpesteten das Ökosystem – mit riesigen Folgen für die Natur sowie für das Leben und die Kultur der Bewohner der Region. 2100 Kilometer Küste wurden verschmutzt, 250.000 Seevögel, 4000 Seeotter und 300 Robben starben. Auch die Wirtschaft Alaskas wurde schwer getroffen. Allein die Verluste für die regionale Fischerei betrugen mindesten 286 Millionen Dollar. Die Schäden für Natur und Wirtschaft halten bis heute an, denn noch immer befinden sich Gifte der Exxon Valdez in der Nahrungskette.

Quelle: https://www.wwf.de/24-maerz-1989-havarie-der-exxon-valdez-vor-alaska/

Hüpft wie ein Frosch – Ungewöhnlicher Tiefseefisch entdeckt

© David Hall/seaphotos.com

„Psychedelica“ scheint ein passender Name für eine jetzt in Indonesien neu entdeckte Fischart. Denn sie ähnelt eher einem bunten, mit Fransen versehenen Ball, der durch das Wasser hüpft und taumelt anstatt geradeaus zu schwimmen. DNA-Tests belegen, dass der seltsame Tiefseefisch zu den Anglerfischen gehört, aber eine neue Art darstellt. […]

Mehr im Artikel bei SCINEXX

Forscher gehen auf Tauchstation

Forscher gehen auf Tauchstation
Auf Expedition zu den kalten Quellen der Tiefsee

 

Dunkel, giftig und unter enormem Druck – für die meisten Lebewesen sind die kalten Quellen der Tiefsee nicht gerade einladend. Trotzdem existieren hier einzigartige – und bisher kaum erforschte – Ökosysteme. Auf einer Expedition haben Wissenschaftler diese Lebenswelt erkundet und berichten in einem Blog von ihren Erfahrungen.

 

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie haben die Methanquellen der afrikanischen Tiefsee untersucht. Sie zeichnen sich durch enorme Biodiversität und Biomasse aus. Allein in einem einzigen Gramm Meeressediment können sich mehrere Milliarden Zellen von Bakterien und Archaeen aufhalten, und nach groben Schätzungen beherbergt der Meeresboden damit ein Drittel der gesamten Biomasse der Erde. […]

Der vollständige Artikel auf: SCINEXX

Walfang ist keine Lösung

Walfang ist keine Lösung

 

Studie einer Freiburger Wissenschaftlerin widerlegt die Hypothese, dass Großwale in tropischen Gewässern der Fischerei die Fische wegfressen

 

In den vergangenen Jahren haben Japan und andere Walfangnationen vermehrt behauptet, dass Wale in Hinblick auf Nahrungsressourcen in direkter Konkurrenz zur Fischerei stünden und Schuld seien am Rückgang und teilweisem Zusammenbruch von Fischbeständen. Aus diesem Grund, so argumentieren Walfangsbefürworter häufig, sei die Dezimierung von Walbeständen ein geeignetes Mittel, um Fischfangmengen zu erhöhen.

 

Die Meeresbiologin Dr. Kristin Kaschner, Gastwissenschaftlerin am Institut für Biologie I der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, ging der Aussage nach, dass Wale der Fischerei in den Gewässern Nordafrikas und der Karibik die Fische wegfressen. In Zusammenarbeit mit amerikanischen und kanadischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelte sie auf der Basis bereits vorhandener Daten Ökosystemmodelle der Meeresgebiete. Die Forscher simulierten, was passieren würde, wenn man die Walbestände in diesen Ökosystemen verringern würde. Die Ergebnisse dieser Studie sind jüngst als Artikel im Policy Forum von Science (Bd. 323, Issue 5916, S. 880-881, 2009) erschienen. Sie zeigen, dass, selbst unter Berücksichtigung der unsicheren Datenlage, eine komplette Ausrottung aller Großwale in den Forschungsgebieten nur zu einem sehr geringfügigen Anstieg der kommerziell genutzten Fischbestände führen würde. Anderseits konnte nachgewiesen werden, dass schon kleine Veränderungen im Fischereimanagement eine deutliche Vergrößerung der Fischbestände zur Folge hätten.

 

Japan als vehementer Befürworter des Walfangs wird in dieser Diskussion innerhalb der Internationalen Walfangskommission vor allem von Politikern aus neueren Mitgliedsstaaten in Nordwestafrika und der Karibik unterstützt. Es handelt es sich meist um Küstenländer, die an die subtropischen und tropischen Paarungsgebiete der Bartenwale angrenzen – Gewässer, in denen Bartenwale sich nur während der Paarung und zur Aufzucht ihrer Kälber aufhalten und in denen sie gewöhnlich fast nichts fressen.

 

Trotzdem wird das Thema der Nahrungskonkurrenz zwischen Walen und Fischerei auf den jährlich stattfindenden Treffen der Internationalen Walfangskommission stets neu diskutiert. Es würden wertvolle Zeit und Energie verschwendet, die dafür verwendet werden könnten, um konstruktive Lösungsstrategien zu entwickeln für den schwelenden Dauerkonflikt zwischen Walfängern und Walfangsgegnern, so Kaschner.

 

Die Wissenschaftler schlussfolgern aus ihrer Arbeit, dass Walfang keinesfalls eine Lösung für die massiven Fischereiprobleme von Entwicklungsländern ist. Stattdessen sollten diese Probleme im größeren Kontext einer globalen Fischereikrise gesehen werden, bei der Faktoren wie lokales Missmanagement, Ausbeutung von tropischen marinen Ressourcen durch Industrienationen sowie auch die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt werden müssten.

Die Pressemitteilung findet ihr hier: http://idw-online.de/pages/de/news300813

Stoppt den kommerziellen Walfang

Tierschützer fordern zum 8. Juni, dem „Tag der Meere“: Stoppt den kommerziellen Walfang

Japanische Walfänger im Südpolarmeer. Quelle: dpa

Bonn (ots) – Während die Menschen heute am 8. Juni 2005 weltweit und friedlich den „Tag der Meere“ feiern, sind Walfänger aus Norwegen und Japan unterwegs, um Hunderte von Walen mit Sprengharpunen zu jagen und zu töten. Whalewatch, eine Koalition aus mehr als 140 Tier- und Naturschutzorganisationen in über 55 Ländern, fordert die Beendigung des kommerziellen sowie des so genannten „wissenschaftlichen“ Walfangs.

Martin Riebe, Sprecher der Koalition in Deutschland kommentiert:
„Es ist zynisch, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem Menschen rund um den Globus den Tag der Weltmeere begehen, Walfangflotten aus Japan und Norwegen nur in der Absicht auf hoher See unterwegs sind, Hunderte von Walen zu töten. Es gibt einfach keinen vernünftigen Grund für das grenzenlose Leiden der Wale, das mit dem Walfang verbunden ist.“

Fast zeitgleich findet übernächste Woche das alljährliche Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) statt. Bei der Tagung in Ulsan, Südkorea, besteht erstmals seit Bestehen des Walfangverbotes im Jahre 1986 die Gefahr, dass die Walfangnationen bei den Abstimmungen eine Mehrheit haben könnten. Whalewatch wird seine Lobbyarbeit deshalb noch einmal intensivieren. Ziel: Aufrechterhaltung des internationalen Walfangverbots und die Verhinderung von Kompromissen, die zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs führen könnten.

Bereits letztes Jahr veröffentlichte Whalewatch einen aufschlussreichen, wissenschaftlichen Bericht, der sich mit Tierschutz im Zusammenhang mit modernem Walfang beschäftigt: ‚Troubled Waters‘ (troubledwaters). Aus diesem Bericht geht ganz klar hervor, was man schon seit langem geahnt hat; dass Wale bei der Jagd und beim Töten extreme Schmerzen und Qualen erleiden müssen und in einigen Fällen nach dem Harpunieren noch über eine Stunde lang mit dem Tod ringen.

WSPA Welttierschutzgesellschaft e.V.

https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/artenschutz/walfang/

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