Plastic Pollution - wie wir die Meere mit Plastik vermüllen und wie nicht

NABU-Projekt „Meere ohne Plastik“

Eine aus meiner Sicht gute Nachricht. Der NABU als einer der großen deutschen Umweltschutz- und Naturschutzverbände hat in einem umfassenden Ansatz das Thema „Plastikmüll im Meer“ aufgegriffen. Das Projekt heißt „Meere ohne Plastik“.

Auszug aus der Webseite:

Projektinhalte sind die Erarbeitung zielgruppenspezifischer Informationsmaterialien und Maßnahmen zur Umweltbildung. Der NABU beteiligt sich an lokalen Reinigungsaktionen an Stränden und Ufern und unterstützt das Umweltmonitoring an der Nord- und Ostseeküste. Er setzt sich in Politik und Wirtschaft aktiv für eine bessere Abfallentsorgung in den Häfen ein und arbeitet dabei eng mit Umweltbehörden, Verbänden und Unternehmen der Abfallwirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt der NABU-Initiative steht ein Pilotprojekt zum „Fishing for Litter“ in Deutschland, Dabei können Fischer helfen, Abfälle aus dem Meer zu entfernen und in den Häfen umweltgerecht zu entsorgen. Vergleichbare Projekte werden seit Jahren erfolgreich in Großbritannien und den Niederlanden durchgeführt.

In seinem anschaulichen Informations-Faltblatt „Müllkippe Meer“ beschreibt der NABU das Müllproblem in den Ozeanen, stellt Initiativen und Organisationen vor und gibt einen Überblick über die geplanten NABU-Aktivitäten: Faltblatt „Müllkippe Meer“ (PDF)

Das Projekt verfolgt inhaltlich einen ähnlichen Ansatz wie DEEPWAVE e.V. (siehe Blogbeitrag „Plastikmeer – Meeresplastik“ und Broschüre „Meeresplastik„. Mit den zahlreichen Mitgliedern des NABU, regionalen und lokalen Arbeitsgruppen und den politischen Einflussmöglichkeiten dieser großen Organisation sehe ich ich gute Chancen, gemeinsam das Thema national und im EU-Rahmen politisch sowie lokal an vielen Orten praktisch anzugehen. Da DEEPWAVE e.V. nicht so flächendeckend wie der NABU in Deutschland vertreten ist, bieten sich jetzt für viele Interessierte neue Möglichkeiten, an dem Thema mitzuarbeiten. Letztlich läuft es auf eine einfache Logik hinaus. Jedes Stück Plastik, das nicht in der Natur landet oder am Flussufer, am Strand oder aus dem Meer entfernt wird, verbessert die Situation ein wenig.

Zum Abschluss einige Fotos, die ich vor wenigen Tagen am deutschen Ostseestrand gemacht habe. Ich hatte es mir angewöhnt, bei jedem Strandspaziergang mehrere Müllbeutel mitzunehmen und Plastik, Glasreste und Folien am Spülsaum aufzusammeln. Es war erstaunlich , wieviel eindeutig touristisch erzeugter Müll wie Bonbonpapier, Bonbontüten, Eisverpackung, Flaschen, Tüten, Plastikbecher und Metallfolie trotz sehr guter Ausstattung mit Mülleimern am Strand nach einem Tag Abstand immer wieder zu finden war. Für mich erschreckend war auch, wieviele Zigarettenkippen generell am Strand zu finden waren. Dieser Eindruck bestätigte die entsprechende Aussage im UNEP-Bericht 2009. Offensichtlich halten viele Leute den Strand für einen großen Aschenbecher. Da Zigarettenkippen giftig für Meerestiere sind, ist das noch ein besonderes Problem.

Plastikmüll ist schlimmster Meeresverschmutzer

:: Plastikmüll ist schlimmster Meeresverschmutzer

+ 25.08.2010 + Das größte Problem beim Plastikmüll ist seine relativ lange Haltbarkeit und die langsame Abbaurate. Die synthetische Polymerstruktur bleibt demnach Jahre bis Jahrzehnte erhalten.

Plastikabfall ist der schlimmste Meeresverschmutzer überhaupt. Zu diesem Schluss kommt ein US-Forscherteam im Fachmagazin Science. Die Wissenschaftler haben die Menge von Plastikabfall im Atlantik über einen Zeitraum von 22 Jahren hindurch untersucht. Ihrer Meinung nach hat die Abfallmenge in den vergangenen Jahren zwar ihren Höhepunkt erreicht, dennoch schwimmt in den Meeren immer noch zuviel Plastikabfall.

Was die Forscher allerdings am meisten interessiert hat, waren die im Meer schwebenden Plastikteilchen, die Hinweise auf die Meeresströmungen an der Oberfläche geben. „Die meisten Plastikteilchen, die wir gefunden haben, ind nicht mehr als ein paar Millimeter groß“, berichten die Wissenschaftler. Das traf auf mehr als 60 Prozent der insgesamt 6.136 Teilchen zu, die mit feinmaschigen Oberflächennetzen gesammelt wurden. Beteiligt an der Untersuchung waren neben der US-basierten Sea Education Association auch das Woods Hole Oceanographic Institution und die Unversity of Hawaii.

Genaue Mengenangaben fehlen bisher

„Meeresverschmutzung durch Plastikabfälle ist ein ernstzunehmendes Umweltproblem. Dennoch fehlen bisher jegliche Zahlen über die tatsächlichen Mengen“, so die Forscher. Das größte Problem beim Plastikmüll ist seine relativ lange Haltbarkeit und die langsame Abbaurate. Die synthetische Polymerstruktur bleibt demnach Jahre bis Jahrzehnte erhalten. Während im Pazifik zumindest in einem Teil die Plastikmüllproblematik bekannt ist, wurde das Problem im Atlantik bisher weitgehend ignoriert.

Das Forscherteam hat zwischen 1986 und 2008 insgesamt 6.000 Netze ausgelegt und mehr als 64.000 Plastikteile geborgen. Die größte Menge fiel im Jahr 1997 an. Damals konnten in einer 30-minütigen Aktion mit dem Oberflächenschleppnetz 1.069 Teilchen geborgen werden. Das entspricht einer Menge von 580.000 Plastikstückchen pro Quadratkilometer. Die anfallende Menge stand in direktem Zusammenhang mit einer Konvergenz der Oberflächenströmungen und der vorherrschenden Winde.

Wege genau verfolgbar

Mit Hilfe von Schwimmbojen konnten die Wissenschaftler den Weg des Plastikabfalls ziemlich genau verfolgen. Demnach dauert es weniger als 60 Tage bis der Müll von den Küstengewässern an der Ostküste der USA bis zu den Gebieten östlich der Bermudas wandert. Der größte Teil des Abfalls kommt mit großer Sicherheit vom Land. Zwischen 1976 und 2008 hat sich die Menge von weltweit erzeugtem Plastik verfünffacht.

„Wenn man an Deck eines Schiffes steht, sieht man relativ wenig vom Ausmaß dieses Müllstrudels, außer ein paar größere treibende Teile“, so der Filmemacher Werner Boote. Boote hat für seinem Kino-Dokumentarfilm „Plastic Planet“ den Pazifischen Müllstrudel, den Great Pacific Garbage Patch, besucht. „Doch unter der Wasseroberfläche treiben Plastikstückchen unterschiedlichster Größe und Herkunft wie bunte Konfetti. 80 Prozent des Kunststoffmülls – die UNO spricht von insgesamt weltweit jährlich rund sechs Mrd. Tonnen – gelangen über Flüsse in die Ozeane“, erklärt Boote.

Quelle: sonnenseite.com 25.08.10

Siehe auch:

Plastic Particles Permeate the Atlantic“ in Oceanus (Magazin der Woods Hole Oceanographic Institution) 20.08.10

How Bad Is the Plastic Pollution in the Atlantic?“ in Populat Mechanics vom 10.08.10

Study measures Atlantic plastic accumulation“ in BBC News 20.08.10

Kanada macht Bisphenol A zur Giftsubstanz

viellecht hilft dies den Plastikverbrauch zu senken….

Canada First Nation to Declare BPA a Toxic Substance

Canada is taking an historic step by becoming the first nation to add the chemical bisphenol A (BPA) to its official register of toxic substances.

BPA is the primary component in hard, clear polycarbonate plastics that are used in thousands of everyday consumer products such as baby bottles, CDs and DVDs, and the linings of food and beverage cans. Numerous studies have shown that BPA can cause or contribute to health problems ranging from heart disease and diabetes in adults to impaired brain and hormone development in children.

BPA is so pervasive, and present in so many products people use every day, that the chemical leaches into our food and water, and even permeates our skin. A report last week by Statistics Canada showed that 91 percent of people tested had BPA in their urine, with the highest concentrations found in children. Those results are consistent with previous studies conducted in the United States.

environment.about.com/b/2010/08/26/canada-declares-bpa-a-toxic-substance.htm?nl=1

DEEPWAVE e.V: Elbstrandreinigungstag 18.September 2010


+++ DEEPWAVE e.V. Elbstrandreinigungstag am 18.September 2010
“Coastal Clean Up Day Hamburg“
+++

Pressemitteilung

Am Samstag, dem 18.09.2010, findet erneut der traditionelle „ELBSTRANDREINIGUNGSTAG“ der Meeresschutzorganisation DEEPWAVE e.V. statt. Dieser ist Bestandteil des weltweiten Aktionstage Clean up the World und dem „International Coastal Clean Up Day 2010“, der dieses Jahr zum 25. Mal begangen wird und an dem sich rund 1 Million Menschen beteiligen. Alle interessierten Hamburger sind herzlich eingeladen, sich an der Säuberungsaktion zu beteiligen. Die Umweltschützer wollen mit Ihrer Aktion auf die zunehmende Vermüllung des Elbstrandes und der Weltmeere aufmerksam machen.

Zum Hintergrund: Der Müll auf und in den Meeren ist eines der dringendsten Probleme der Welt. Weltweit sind die Plastikmüllmengen inzwischen so groß, dass sie zum Beispiel vom All aus im Pazifik registriert werden können. Jedes Jahr kostet menschlicher Abfall Tausenden von Organismen das Leben, indem sie daran ersticken oder darin verwickelt werden. Der Müll beeinträchtigt auch wichtige marine Lebensräume als Ganzes, wie die Korallenriffe und Seegrasbänke.

Ein wesentlicher Grund für die Müllmengen ist Unachtsamkeit – Menschen lassen den Müll einfach fallen. Doch der Abfall findet seinen Weg in die Ozeane. Plastikflaschen gelangen in den offenen Atlantik und der schwimmende Müll über die Ozeanströme bis in die Arktis und Antarktis. Beim Coastal-Clean-Up 2009 sammelten Umweltschützer an einem einzigen Tag an den Stränden der Welt rund 4000 Tonnen Unrat, rund 10,000,000 einzelne Abfallteile und auch wieder zahlreiche Tiere, die sich im Müll verstrickt hatten. Schätzungsweise eine Million Seevögel, 100.000 Meeressäuger und unzählige Fische sterben jährlich weltweit an dieser Verschmutzung.

Dabei gibt es inzwischen sinnvolle Alternativen. Schon heute besteht die Möglichkeit, sich nicht zersetzendes Plastik in unserem Alltag durch Bio-Plastik aus nachwachsenden Polymeren (Mais, Kartoffeln) zu ersetzen. Dieses würde nach dem kurzfristigen Gebrauch binnen weniger Wochen zu Kompost verrotten. Reagiert haben inzwischen einige Fastfoodketten, die ihre Einwegverpackungen aus Bioplastik herstellen.

Pressekonferenz und Bildmöglichkeit: Restaurant Strandperle 14:00

Treffpunkt Sammeln: Museumshafen Övelgönne, 15.00 Uhr
Unseren Flyer hierzu finden sie hier zum Download

Als persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Dr. Onno Groß
Tel. 0179-5986969


Müllsammeln kann Spaß machen – Das Team im Jahr 2007

Mehr Fotos unter http://www.flickr.com/photos/64068253@N00/

Unterstützen Sie bitte die Arbeit der Organisation DEEPWAVE e.V.
So können Sie etwas für unsere Meere und Gewässer tun!

Spendenkonto:
Deepwave e.V.
Konto: 1208 116 713
Hamburger Sparkasse, BLZ: 20050550

Als gemeinnütziger Verein sind Spenden an DEEPWAVE e.V. voll steuerlich abzugsfähig und Sie erhalten von uns eine Spendenbescheinigung.
Die gemeinnützige Meeresschutzorganisation DEEPWAVE e.V.

Mehr Schutz für die Meere: Wir tun etwas dafür – helfen Sie uns dabei!
Die gemeinnützige Meeresschutzorganisation DEEPWAVE e.V. setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für die Belange der Ozeane und ihre gefährdeten Lebewesen ein. Mehr Informationen finden Sie unter www.deepwave.org.

Dr. Onno Groß
1. Vorsitzender
DEEPWAVE e.V.
Bei den Mühren 69 A
20457 Hamburg Telefon: 040/ 46 85 62 62
Fax: 040/ 46 85 62 63
E-Mail: info@deepwave.org
Homepage: www.deepwave.org

Plastikabfall: Müll-Mysterium auf hoher See

Quelle und Originaltext
Spiegel Online, 20. August 2010
Von Kurt F. de Swaaf

Die Weltmeere sind eine riesige Müllkippe – aberwitzige Mengen Plastikabfall schwimmen mittlerweile darin. Doch obwohl die Menschheit immer mehr Kunststoffe produziert, nimmt die Müllbelastung der Ozeane seit einiger Zeit nicht mehr zu. Forscher stehen vor einem Rätsel.

Wie groß das Problem ist, wissen die Experten der „Sea Education Association“ (SEA) ziemlich genau. Mit Planktonnetzen haben die Meeresforscher aus Woods Hole (US-Bundesstaat Massachusetts) mehr als 6100 Wasserproben im Westatlantik und der Karibik genommen. Seit 1986 tun sie das schon. Und das Ergebnis ist beängstigend: Durchschnittlich 20.000 Plastikpartikel pro Quadratkilometer Meeresoberfläche haben die Forscher eingesammelt. Die meisten davon sind weniger als zehn Millimeter groß.

An den Stränden ist vom globalen Müllaufkommen im Meer nur wenig zu sehen. Besonders hohe Konzentrationen solcher Teilchen fänden sich weitab der Küsten im Gebiet um den 30. Breitengrad, erklärt SEA-Ozeanografin Kara Law im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Computersimulationen zeigten, dass Meeresströmungen das Material dort hinbefördern.

Versuche, die Müllflut mittels Regulierungen einzudämmen, sind bislang kläglich gescheitert. Allein im Nordpazifik treibt mittlerweile Plastikabfall auf einer Fläche, die größer ist als Mitteleuropa. Allerdings nimmt die Müllmenge in den Meeren offenbar nicht zu, wie eine neue Studie von Law und ihren Kollegen im Wissenschaftsmagazin „Science“ belegt. Das überraschende Ergebnis: In den Hochseegebieten, in denen sich der schwimmende Abfall sammelt, schwanken die durchschnittlichen Partikelkonzentrationen von Jahr zu Jahr stark – doch eine dauerhafte Zunahme konnten die Wissenschaftler nicht feststellen.

Die Mengen variieren zwischen 5000 und 26.000 Teilchen pro Quadratkilometer. Frühere Einzelmessungen aus den siebziger Jahren hatten zum Teil sogar noch dramatisch höhere Werte ergeben – mit bis zu 167.000 Partikeln pro Quadratkilometer.

Die Forscher wundern sich darüber……. zum Artikel

Tag 5 Marine Litter Watch Expedition

Tag 5 Marine Litter Watch Expedition

Unser letzter Tag an Bord der Fleur de Passion beginnt ungewohnt entspannt, da das Schiff heute im Borkumer Hafen bleiben wird.
Erst am Samstag geht die Reise für die Crew nach Amsterdam zur „Sail Amsterdam“, einer Schiffsparade, die alle fünf Jahre stattfindet, weiter.
Das Team von DEEPWAVE e.V. wird die Expedition zum Thema Plastikmüll aber schon heute beenden. Bevor es zurück nach Hamburg geht, nehmen wir noch einmal Planktonproben in der Ausfahrt des Hafens. Am Mittag schließen wir unsere Forschungsarbeit mit dem Sammeln von Makroplastik am Nordstrand von Borkum ab. Auf einer Strecke von nur 100 Metern füllen wir zwei große Müllsäcke mit Plastik und Geisternetzen. Einigen Objekten sieht man an, dass sie schon eine längere Zeit im Meer verbracht haben, da sie vom Sonnenlicht ausgeblichen und durch die Einwirkung von Wind und Wasser nur noch in Teilen auffindbar sind. Hier am Strand ist der Plastikmüll besonders für die Seevögel, die das Material für Nahrung halten, gefährlich.
Wir stellen fest, dass es auch hier an mehr Initiative der Inselbewohner bedarf, um den Strand sauber zu halten.
Zurück im Büro beginnt der eigentliche Teil unserer Untersuchungen. Die gesammelten Proben müssen nun mikroskopiert und bewertet werden.
Alles in Allem war unsere Expedition sehr erkenntnisreich. Auch wenn die Sand- und Planktonproben noch nicht ausgewertet sind ist sicher, dass Plastikmüll in den Meeren allgegenwärtig ist. Keine unserer Stationen war müllfrei, eine Erkenntnis, die zum Nachdenken anregt.
Sollten jährlich weiterhin über sechs Millionen Tonnen Plastik in die Meere gelangen, so wird der Mensch die Last der Schuld für das Aussterben vieler bedrohter Arten tragen müssen.

Isabel Lissner(Geographiestudentin Universität Hamburg)

Tag 4 Marine Litter Watch Expedition

Tag 4 Marine Litter Watch Expedition

Helgoland liegt ab 5 Uhr hinter uns und der Tag beginnt nach dem Sonnenaufgang gleich mit der Probennahme. Das Ziel ist es auf dem Transekt nach Borkum die Belastung durch den Schiffsverkehr zu dokumentieren. Das klingt in Tobias´Tagebuch (unsererm Bordfotografen) dann kurz und knapp so:

Donnerstag 2010-08-12
4:45 das Motorgeräusch weckt uns…..
5:00 pünktlich legen wir ab und nehmen Kurs auf Borkum
8:00 wir erreichen den Schifffahrtshighway, Zeit für die erste Messstation des Tages,
Station 9 54°00.661 N 7°23.517 E wir nehmen Planktonproben mit dem 250my Netz, 5 bei 3 knoten Fahrt.
10:01 Station 10 53°52.993 N 7°04.680 E 5 Proben mit 250 my Netz
10:25 Station 11 53°52.577 N 7°03.290 E 25 min mit der Bordpumpe in 500my Netz gespült (4250 Liter)
11:58 Station 12 53°47.142 N 6°50.564 E 5 Proben mit 250 my Netz
13:52 Station 13 53°41.169 N 6°.34.900 E 5 Proben mit 250 my Netz
15:00 Daniel startet sein tägliches Müllmonitoring…. 20 min je Stunde den Müll im Bereich 0-3m auf einer Seite neben dem Boot… Daniel ist seit Mai Crewmitglied der Fleur de Passion. Beruflich Logistikmanager in einem Großbetrieb, widmet er seit vielen Jahren seine freie Zeit ökologischen Projekten…..
16:00 Einfahrt ins Borkumer Hafenwasser, Seehund gesehen
16:30 Wir machen fest
17:00 Auf zur Strandprobe nördlich vom Yachthafen, dort Beachmonitoring auf 100 Meter und 1000 Meter. Wieder mal alles voll: vom Kinderwagen bis zur WC-Enten-Plastikflasche. Wo kommen all die Netze her?
19:00 Rückkehr vom Wattengang zur Niedrigwasserlinie. Olivier´s Geburstag, unser „Captain Sparrow“, wird zünftig mit einer Piratentorte gefeiert. Ich mus vorher noch die Proben bearbeiten…

Wie jeden Tag zuvor, war der Tag voll mit buntem Plastik… und mit vielem Zuspruch auch per Email oder durch die Medien, die das Thema und die Mission dieser Expedition als wichtig empfinden – und wir danken allen Mitstreitern an Land, ebenso wir der Antinea Foundation, die das Boot zur Verfügung stellt. Mit etwas mehr Budget hätten wir auch die Broschüre verteilen können, daher hier der Aufruf: Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit.

Wir werden ausführlicher noch auf die Ergebnisse der Expedition eingehen. Doch gerade erreicht uns die Nachricht, dass wir die Route noch einmal ändern müssen und wir es nicht nach Emden schaffen können: die Strömungen lassen ein Segeln nicht zu. So bleiben wir erst einmal im Borkumer Hafen. Das gibt uns aber die Gelegenheit morgen früh die Westseite des Nordstrandes von Borkum zu beproben. Und die Insel-Zeitung und das Nationalparkamt warten auch schon auf einen Termin. Ein langer und spannender Tag geht damit zu Ende.
OG

Tag 3 Marine Litter Watch Expedition

Tag 3 Marine Litter Watch Expedition

Tag drei unserer spannenden Reise. Als ich um kurz nach acht aus meiner Koje hüpfe, ist es noch ungewöhnlich ruhig auf dem Schiff, obwohl am Vorabend das Frühstück auf 7.30 Uhr gelegt wurde. Nur ein Bruchteil der Schiffscrew sitzt schon am Frühstückstisch und beklagt sich über das Regenwetter, das draußen wütet. Doch ich muss nicht lange warten, bis Onno Groß mit einem Planktonnetz in der Tür steht und mich zum Probensammeln mitnimmt. Auf dem kleinen Schlauchboot (dem „Zodiac“ oder dem „Dingie“) düsen wir in den Vorhafen Helgolands, um die ersten Planktonproben des Tages zu entnehmen. Dies stellt sich als eine große Herausforderung heraus, da die Strömung des abfließenden Hochwassers mit unserem kleinen roten Flitzer kämpft.

Nachdem die Probe sorgfältig in einen Eimer gefüllt wurde, machen wir noch einen kleinen Abstecher zu dem kleinen Strandabschnitt hinter der Westmole, um nach größeren Müllteilen zu suchen. Schon bei unserer Ankunft sehen wir neben dem dunkelbraunen Seetang und den grau- glänzenden Steinen auch grüne Fischernetze und quietsch-bunte Verpackungen in allen Farben. Auch mit Plastikgeschirr hätte man sich an diesem Strand ausreichend eindecken können – wenn man es denn wollte! Nachdem wir als Beweismaterial eine Glühbirne, einen Plastikdeckel, einen Schwimmwesten-Sicherheitsgurt, sowie acht Sandproben im Hochwasser- und Niedrigwasserbereich gesammelt haben, gehen wir zurück an Bord, wo das ZDF-Filmteam schon auf uns wartet.

Ab nun ist es vorbei mit der Gemächlichkeit auf dem Schiff. Alle laufen hektisch hin und her, suchen dies und jenes, und räumen Boxen und Eimer von hier nach dort. Das Filmteam hat genaue Vorstellungen von dem Dreh, doch das schlechte Wetter macht ihnen vorerst einen Strich durch die Rechnung. Um kurz nach elf, als wir gerade beim Einholen des Planktonnetzes sind, wird das lange Warten doch noch mit herrlichem Sonnenschein und einer wunderbaren Aussicht auf das rote Kliff von Helgoland belohnt.
Bei der zweiten Probenentnahme mit dem Filmteam nehmen wir den Wasserschlauch zur Hilfe, um Meerwasser durch ein Planktonnetz durchfließen zu lassen. Der Vorteil davon ist, dass mehr Oberflächenwasser gefiltert wird (300 l/min) und erfasst werden kann. Hier in der Helgoländer Reede zwischen Insel und Düne befinden wir uns an der ältesten Planktonsammelstelle der Welt, denn seit mehr als 100 Jahren werden hier täglich Proben genommen. Und tatsächlich finden wir auch hier Plastikteilchen in unserem Netz. Nachdem die Probe in dem mit Meerwasser gefüllten Glasschälchen für die Kamera fachgemäß hin und her geschwenkt wurde, wird alles sicher verstaut, damit wir zurück in den Hafen zum Auftanken fahren können. Während des Stopps genieße ich das original französische Ratatouille an Deck und beobachte die Touristen, die neugierig vor unserem Segler stehen und die Crew beim Tanken bestaunen. Sabina, ein Mitglied der Crew, geht kurzerhand in einen der vielen Duty-Free Shops, um sich für die weitere Reise mit Süßigkeiten einzudecken. Zeit hat sie genug, denn 2000 Liter Diesel tanken dauert eine Weile. Auch das Filmteam geht kurz an Land, um der gesamten Mannschaft Eis zu spendieren. Ein guter Lohn für den Drehtag denk ich mir und Löffel schnell mein Eis, um danach mit Tobias, unserem DEEPWAVE-Fotografen, die Nachbarinsel Düne zu besichtigen.

Auf der Überfahrt entdecken wir die Fleur de Passion, die für eine weitere Probenfahrt hinausfährt. Auf der Düne, die einst mit Helgoland verbunden war, aber nun ca. einen Kilometer entfernt liegt, machen wir einen kleinen Spaziergang am Strand, um nach Robben Ausschau zu halten. Wir müssen nicht lange warten, da schnauft es nicht weit von uns im Meer und wir entdecken viele Schnauzen aus dem Wasser ragen. Dass sie den Strand mit unzähligen Touristen teilen müssen, scheint sie nicht zu stören. Ihr Anblick macht mich jedoch auch ein bisschen wehmütig, wenn ich daran denke, dass auch sie von der Vermüllung unserer Meere betroffen sind und jämmerlich an unserem Abfall ersticken könnten.

Neben Robben tummeln sich auch viele kleine Strandläufer, Austernfischer und Möwen am Strand. Denn die Insel Düne ist bekannt für ihr gut besiedeltes Naturschutzgebiet. Deshalb ist der Strand im Vergleich zu unserem Abschnitt am Morgen auch wesentlich sauberer, wie wir feststellen können. Am frühen Abend sind wir zurück an Deck. Onno Groß erzählt uns von der Auswertung der Proben am Mikroskop. Wieder befanden sich Plastikfasern und undefinierbare blaue Objekte (vermutlich abgeplatzte Schiffsfarbe) in der Planktonprobe. Für das Filmteam des ZDF gutes Material für ihre Reportage für das Magazin „Abenteuer Wissen“ im Oktober. Für uns wieder einmal eine bittere Erkenntnis, dass die Nordsee längst nicht rein ist.

Am Abend schlendere ich mit Anna noch zum berühmten Brandungspfeiler „Lange Anna“. Auf einer kleinen Bank im Hafen machen wir eine Pause und unterhalten uns über die Expedition. Ein Mann auf einer Bank vor uns lauscht unserem Gespräch und bindet sich ein. Er verstehe nicht, warum Müll ein so großes Problem in der Nordsee sei, die Strände wären ja viel sauberer als damals, wirft er ein. Zudem wisse er nicht, wo der vermeintlich viele Müll herkomme. Wir erklären ihm, dass der Großteil des Mülles gar nicht direkt ins Meer gelangt, sondern durch Flüsse in dieses getragen wird. Als wir dann noch erzählen, dass viele der Plastikteile gar nicht direkt von den Küsten stammt, sondern aus hunderten von Kilometern Entfernung angeschwemmt werden, ist er sehr überrascht. Nach diesem langen und erlebnisreichen Tag freuen wir uns auf unser Hähnchencurry, ein Glas Rotwein und der geselligen Atmosphäre in unser immer noch viel zu kleinen Bordsküche. Morgen werden wir ab 5:00 nach Borkum übersetzen und schon um 7:00 ist die nächste Station inmitten der Schiffsautobahn. Ich bin gespannt, was wir dann finden werden.
Isabel Lissner (Geographiestudentin Universität Hamburg)

Tag 2 Marine Litter Watch Expedition

Tag 2 Marine Litter Watch Expedition

8:00 in der Küche rührt sich was….Nils, Sabina, Cecilia und Sylvain haben bereits für 9:00 einen Interviewtermin in der Stadt mit der Leiterin des Meeresschutzparks. Als sie weg sind kehrt nochmal Ruhe ein
11:00 inzwischen sind alle wach…..Sebastien startet die Maschine langsam fahren wir durch die offene Drehbrücke in die Schleuse….perfektes Timing, kein warten vor der Brücke, die Schleuse empfängt uns mit offenem Tor…..die Schleusung geht viel schneller als gestern beim Einlaufen….
11:30 verlassen wir die Schleuse wir sind jetzt auf dem Weg nach Helgoland…
12:15 beginnt die Crew mit dem Segelsetzen, nacheinander setzen wir 2 Vorsegel, danach auch das achterliche Segel. Noch läuft die Maschine zusätzlich auf kleiner Kraft.,
13:15 querab Wangersiel machen wir den Motor aus. Die Ruhe wird kurz darauf von der Essensglocke „gestört“….sehr leckeres Risotto mit Pilzen bei ruhiger See
13:55 nach dem Essen kurz nachdem Mellum an Steuerbord an uns vorbeizieht setzen wir auch das Großsegel…6-6,5 Knoten unter Segeln, besser geht’s, kaum
Langsam wird es ruhig auf dem Boot…Mittagsschlafzeit…..
14:45 mit 5,5 bis 6,0 Knoten passieren wir das Minsener Oog
16:30 Daniel startet sein tägliches Meeresmüllmonitoring…. „20 minuten pro Stunde beobachtet er auf einer Breite von 3 Metern neben dem Schiff bei 5-6 Knoten wie viel Müll vorbeischwimmt, seine exakten Aufzeichnungen leitet er weiter an IFREMER in Toulon, hunderte Menschen weltweit senden Ihre Daten ein, hieraus entsteht eine Karte der weltweiten Müllbelastung der Meere welche ständig aktualisiert und erweitert wird.
18:00 der Wind schläft ein die Segel werden eingeholt
18:30 wir passieren ca. 13 Meilen vor Helgoland eine echte Müllzone Fischernetze Plastikkisten Flaschen, Getränkedosen, Styropor in allen Größen….ca. 30 Minuten entdecken wir ständig neues in Sichtweite, ein teil passiert auch die „3Meterzone“ und nur das findet Eingang in Daniels Protokoll
20:05 schnell noch Spagetti zum Abendessen bevor wir anlegen….
20:40 wir haben festgemacht….die hohe Kaimauer kann man nur über eine kleine Stegleiter erklimmen
Tobias Hechthausen

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