Mund-Nasen-Maske als angespülter Müll im Sand

©Robin Benzrihem auf Unsplash

Abholzung, Plastikverschmutzung, Zerstörung von Ökosystemen – Probleme, für die bereits vor der Corona-Pandemie dringend Lösungen gefunden werden mussten, rücken aktuell in den Hintergrund. Unternehmen nutzen das Virus als Vorwand, um ihre Umweltschutzpolitik zu lockern. Auch Regierungen nehmen gravierende Verschlechterungen für die Umwelt in Kauf, um Industrie und Wirtschaft zu unterstützen. Die Folge: CO2-Ziele werden gelockert oder ganz verschoben, die Abholzung des Amazonas steigt auf den höchsten Wert seit Beginn der Erfassungen, und (aquatische) Ökosysteme werden wegen der günstigeren Produktion von Kunststoff zunehmend bedroht.

Greenpeace, 07. Mai 2020, Autorin: Julia Lauter

Die gute Nachricht zuerst: Seit dem Beginn der Corona-Pandemie verbessert sich die Luftqualität an vielen Orten und praktisch überall sinken die CO2-Emissionen. Die schlechte Nachricht: Viele Regierungen stellen in der Krise den Umweltschutz hintenan – und diese Leerstelle wissen Industrie und Wirtschaft für sich zu nutzen. Polen etwa fordert, den Emissionshandel in der EU auszusetzen, die Tschechische Republik will das Ziel der Staatengemeinschaft aufgeben, bis 2050 klimaneutral zu werden, die Fluggesellschaften drängen darauf, die Maßnahmen zur Emissionssenkung zu verschieben. Der ehemalige EU-Kommissar Günther Oettinger sprach bereits Anfang April über die Notwendigkeit, die CO2-Ziele unter den neuen wirtschaftlichen Bedingungen zu lockern. Und im Rest der Welt sieht es nicht anders aus: China verlängert die Fristen für Unternehmen, Umweltstandards zu erfüllen, und hat den Bau mehrerer riesiger Solarparks verschoben. Auch die USA bestrafen Unternehmen derzeit nicht, wenn sie Umweltauflagen wegen der Pandemie nicht einhalten. Außerdem kündigte die amerikanische Umweltschutzbehörde an, die Vorschriften für Fahrzeugemissionen zurückzunehmen – ein zentraler Bestandteil der US-Bemühungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Unstrittig ist, dass in Zeiten einer globalen Pandemie vieles wichtiger ist, als Umweltvorschriften. Doch was passiert, wenn die Behörden nicht eingreifen und der Umweltschutz an politischem Rückhalt verliert, lässt sich schon jetzt beobachten:

Kahlschlag im Amazonasbecken
Die Abholzung des Regenwalds hat in diesem Jahr einen traurigen Rekordwert erreicht. Bereits in den ersten drei Monaten wurden 796,08 Quadratkilometer entwaldet, eine Fläche fast zweimal so groß wie Bremen. Im Schatten der Covid-19-Pandemie ist damit die Abholzung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 50 Prozent gestiegen – auf den höchsten Wert seit Beginn der Erfassungen durch die brasilianische Raumfahrtbehörde per Satellit vor fünf Jahren.

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Den kompletten Artikel zum Thema Umweltzerstörung im Schatten des Virus findet ihr bei Greenpeace.

Gleichzeitig wurden schon inmitten der Krise Forderungen von Politikern, NGOs und selbst von der Industrie laut, alle Maßnahmen des Wiederaufbaus in Einklang mit Umwelt- und Klimaschutz zu bringen. Wir hoffen die Green Recovery Alliance hat Erfolg.

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