Fünf Einweg-Plastikflaschen liegen nebeneinander an einem Kiesstrand

© Peter G. Ryan | Süddeutsche

Auf der entlegenen, unbewohnten Insel Inaccessible Island zwischen Argentinien und Südafrika sammelten der Vogelkundler Peter Ryan und seine Kollegen fünf Tonnen Plastikmüll, wie die Süddeutsche berichtete. Auffällig daran war, dass 75% des Mülls von PET-Flaschen chinesischen Ursprungs stammt. Während Forscher im Jahr 2009 lediglich 3515 Plastikgegenstände fanden, waren es auf Ryans zweimonatiger Expedition mehr als das Doppelte, nämlich 8084.
Aufgrund der Strömungsstärke sind sich die Forscher einig, dass der Plastikmüll nicht vom Festland angespült wurde, daher wird angenommen, dass dieser stattdessen illegal von Schiffen über Bord geworfen wurde. Die Prägung der Flaschen zeigt, dass die meisten lediglich drei Jahre alt sind, ein Zeitraum, in dem eine Verdriftung von Asien bis in den Südatlantik unmöglich ist.

Peter J. Ryan, PNAS, 30. September 2019

Many oceanic islands suffer high levels of stranded debris, particularly those near subtropical gyres where floating debris accumulates. During the last 3 decades, plastic drink bottles have shown the fastest growth rate of all debris types on remote Inaccessible Island. During the 1980s, most bottles drifted to the island from South America, carried 3,000 km by the west wind drift. Currently, 75% of bottles are from Asia, with most from China. The recent manufacture dates indicate that few bottles could have drifted from Asia, and presumably are dumped from ships, in contravention of International Convention for the Prevention of Pollution from Ships regulations. Our results question the widely held assumption that most plastic debris at sea comes from land-based sources.

Die kompletten Ergebnisse findet ihr innerhalb des PNAS-Fachjournal.

Verstoß gegen MARPOL:

Eine illegale Entsorgung der Plastikflaschen würde einen Verstoß gegen das Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL-Übereinkommen)  bedeuten. Denn nach Anlage 5 des MARPOL-Übereinkommens ist die Entsorgung auf offener See von Schiffsmüll wie Plastik, Glas, Metall, Steingut, Papier sowie Asche und Speiseöl untersagt.
Unter anderem hebt die Studie hervor, dass die Meeresverschmutzung durch Plastikmüll drastisch zugenommen hat und politische Maßnahmen für eine Plastikreduzierung von großen Nöten sind.

Den gesamten Artikel zum Plastikskandal findet ihr hier bei der Süddeutschen Zeitung.

Mehr Informationen zum Thema Plastikmüll in den Meeren gibt es in unserem PLASTIC POLLUTION Blog oder bei unserer BLUE STRAW Kampagne.

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