Liebe Delfinfreunde,

es ist wirklich keine Finte und es ist auch wirklich nicht leicht, sie zu sehen: ein graues Etwas im grauen Weserwasser. Und wenn die bis zu eineinhalb Meter langen Tiere
auftauchen, denkt man erst, das sei ein Delfin. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch klar, dass man einen Schweinswal vor sich hat: „Ihr Blas ist ein lautes Prusten, sie haben eine stumpfe Schnauze und eine dreieckige Rückenfinne“, sagt die Biologin Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD).

Seit fünf Jahren werden die gefährdeten Meeressäuger zwischen März und Mai in der Weser, aber auch in Ems und Elbe, gesichtet, nachdem sie dort jahrzehntelang verschwunden waren. Wir vermuten, dass die kleinen Wale wandernden Fischschwärmen folgen: Hering steht auf ihrer Speisekarte, aber auch wenig bekannte Fischarten wie Stint oder Finte.

Erst gestern meldete ein Angler, dass er gegenüber der Strohauser Plate bei Sandstedt-Rechtenfled vier Schweinswale gesehen hat, zwei Muttertiere mit zwei Kälbern! Die Kleinen waren sicher nicht größer als 50 cm, tauchten auch nicht richtig unter.

Die GRD und die Naturschutzbehörde Landkreis Wesermarsch bitten auch dieses Jahr wieder um Meldungen von Schweinswalsichtungen. Vor allem im Blexer Bogen zwischen Bremerhaven und Nordenham und bei Brake wurden die Meeressäuger häufig gemeldet. Manche der kleinen Wale mit stumpfer Schnauze und dreieckiger Rückenfinne schwimmen aber auch bis nach Bremen.

Gute Beobachtungschancen bestehen von Ende März bis Ende Mai, danach verschwinden die Schweinswale wieder aus der Weser. Zum Eintragen der Sichtungsdaten und für nähere Informationen zur Erkennung kann ein Meldebogen von www.weserwale.de heruntergeladen werden.

Lesen Sie weiter:
www.delphinschutz.org/presse/wale_in_der_weser.html

Weitere Informationen über unser Schweinswalschutzprojekt Weser finden Sie auf:
www.weserwale.de

Quelle: GRD-Newsletter vom 07.04.11

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