HPA zerstört einen der letzten wertvollen Lebensräume im Hamburger Hafen

BUND reicht Klage gegen Ausbau des Blumensandhafens ein

Der BUND Hamburg reicht heute Klage beim Verwaltungsgericht Hamburg gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Blumensandhafens an der Hohen Schaar ein. Der Blumensandhafen soll als Tankschiffhafen ausgebaut werden, dies würde einen der letzten wertvollen tidebeeinflussten Lebensräume im Hamburger Hafen zerstören.

Das Hafenbecken weist im unbefestigten Bereich noch elbetypische Tide-Röhricht-Bestände und Reste eines Tide-Weiden-Auwaldes auf. Solche Standorte sind als „hochgradig wertvoll“ eingestuft und im Süßwasserbereich der Tideelbe nur noch selten anzutreffen. Das Gebiet besitzt sechs verschiedene Biotoptypen, die nach dem Hamburger Naturschutzgesetz besonders geschützt sind. Außerdem gehört der Blumensandhafen zu den letzten wichtigen Brutgebieten für Vögel im Hamburger Hafengebiet. Hier brüten 20 verschiedene Vogelarten, etwa auch der seltene Gelbspötter, der auf der Roten Liste der bedrohten Vogelarten Hamburgs steht.

„Die HPA opfert erneut ein Kleinod der Artenvielfalt im Hamburger Hafen für das Interesse eines einzelnen Unternehmens“, stellt Manfred Braasch, Landesgeschäfts¬führer des BUND Hamburg, fest.

Neben dem grundsätzlichen Vorbehalt gegen die Baumaßnahme kritisiert der BUND auch die dafür festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen. Diese sind südlich von Entenwerder, im so genannten Haken, einem eingemauerten Hafenbecken, vorgesehen. Da nach Ansicht des BUND bei der Bilanzierung der Eingriff als zu niedrig und der geplante Ausgleich zu hoch bewertet wurden, sieht der Verband ein deutliches Ausgleichsdefizit. Zudem werden im offiziellen Landschaftspflegerischen Begleitplan Zweifel an der geplanten Ausgleichsmaßnahme angeführt. So heißt es dort, dass nach Anlage der neuen Röhrichtflächen eventuell bereits im Folgejahr „eine Ausbesserung bzw. zusätzliche Sicherung der Fläche erforderlich“ sei.

„Die HPA und die Wirtschaftsbehörde durften Jahrzehnte lang auf Grundlage der bundesrechtswidrigen Hafenprivilegierung Natur im Hamburger Hafen zerstören. Die Rechtslage hat sich nun weitgehend geändert und gleich bei erster Gelegenheit stellt HPA unter Beweis, dass sie die gesetzliche Ausgleichsverpflichtung nicht mit der notwendigen Sorgfalt abarbeitet“, so Manfred Braasch.

Für Rückfragen: Paul Schmid, BUND-Pressesprecher, Tel. 040/ 600 387 12

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