NABU Welttag der Ozeane: Den Weltmeeren und vielen Fischarten geht es immer schlechter – NABU: Politische Ignoranz fördert Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel

„Verschmutzung, Überfischung und Klimawandel – die Weltmeere sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Dagegen muss die Politik endlich einen gesetzlichen Rahmen zum Schutz der Meeresökosysteme festlegen“, fordert NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Zum „Welttag der Ozeane“ am Mittwoch ruft der Verband dazu auf, die Meere weltweit besser zu schützen und ihnen gesellschaftlich und politisch eine höhere Priorität einzuräumen. In den letzten 28 Jahren mussten bereits mehr als 300 Meeresgebiete für tot erklärt werden, die Hälfte aller Korallenriffe ist bereits verloren oder im Verfall.

Besonders besorgniserregend sind die Folgen der Überfischung. Pro Jahr verbrauchen wir weltweit 90 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte. Das hat bereits zum Kollaps zahlreicher kommerziell genutzter Fischbestände wie Hai, Schwertfisch und Thunfisch geführt. Doch die Nachfrage steigt immer weiter, auf schätzungsweise 127 Tonnen bis zum Jahr 2030. Eine weitere Bedrohung ist die zunehmende Vermüllung der Meere. Nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) landen jedes Jahr mehr als 6,4 Millionen Tonnen Abfälle im Meer. Vor allem Plastikmüll hat direkte Auswirkungen auf mehr als 260 marine Arten. Häufig verfangen sich Delfine, Meeresschildkröten und Fische in alten Netzen und Langleinen und verenden qualvoll.

„Wir wissen, dass die Ressourcen der Meere nicht unerschöpflich sind. Dennoch wird Industrie und Wirtschaft oft der Vorrang vor dem Meeresschutz gegeben, selbst auf Kosten zahlreicher Tierarten“, kritisiert Tschimpke. Doch die Menschheit braucht die Meere dringend: Die Ozeane bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche, sie beinhalten über 96 Prozent unseres Wassers und produzieren mehr als 70 Prozent des Sauerstoffs.

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