Ein paar Mal falsch abgebogen – und schon landet man vor Italien, obwohl man eigentlich nahe Australien zu Hause ist. Genanalysen haben verraten, dass die Weißen Haie im Mittelmeer einen Migrationshintergrund haben. Genau dieser wird nun aber zu ihrer Bedrohung.

Der Weiße Hai ist der größte Raubfisch der Erde und in allen Ozeanen verbreitet. Einzelne Exemplare erreichen fast acht Meter Länge und legen oft enorme Strecken zurück. Am häufigsten wird die Art in küstennahen Gewässern des westlichen Nordatlantiks, vor den Südküsten Afrikas und Australiens sowie im östlichen Nordpazifik gesichtet. Auch im Mittelmeer ist der Weißhai zu Hause. Dort ist er in allen Teilen anzutreffen – wenn auch selten.

Bei den Weißen Haien im Mittelmeer handelt es sich um eine abgeschlossene Population, die nicht durch Zuwanderung aus dem Atlantik gestärkt wird, so die Forscher. Deshalb sei der große Raubfisch im Mittelmeer auch besonders bedroht: Bei einem Verlust der Kinderstuben würde die Art aus dieser Region verschwinden – und das könnte verheerende Konsequenzen für das gesamte Ökosystem haben.

Der Weiße Hai gilt ohnehin als bedroht. Als Beifang der industriellen Fischerei verlieren Tiere ebenso ihr Leben wie nach gezielter Jagd. Die Internationale Naturschutzunion IUCN hat die Tiere als gefährdet eingestuft.

Quelle und vollständiger Artikel: Artikel in SPIEGEL ONLINE WISSENSCHAFT am 17.11.10

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