Ein Basstölpel-Jungtier, das sich in Plastikfäden verheddert hat. | Bildquelle: picture alliance / Maria Berentz
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Ballonschnüre sind eine tödliche Gefahr für Tiere. Im Plastikverbot der EU aus dem vergangenen Jahr für Strohhalme, Einmalgeschirr, Wattestäbchen und andere Wegwerfartikel, wurden Luftballons letztendlich nicht mit einbezogen. Niederländischen Gemeinden verbieten nun den Gebrauch von Luftballons im Freien. Wir hoffen, dass weitere Gemeinden und Regierungen diesem Beispiel folgen, um für den Schutz für Land- und Meeresbewohner zu sorgen.

Tagesschau, 13.03.2019, Autor: Ludger Kazmierczak

Eine ausgestopfte Ente in der Glasvitrine des Naturkundemuseums Ecomare auf Texel. Um den Hals des grauweißen Vogels schlingen sich Schnüre, Geschenkbänder und Plastikschnipsel. „Wir sehen hier eine Ente, die das Opfer von Ballonschnüren geworden ist. Sie verstricken sich darin, wenn sie fischen und tauchen. Manche Sorten halten die Ballons sogar für Nahrung“, sagt Arthur Oosterbaan, Biologe und Museumskonservator.

Nicht nur Vögel erstickten an den Ballonresten oder verhedderten sich in Schnüren, erklärt der Experte. Auch Fische und andere Tiere seien betroffen. Oosterbaan begrüßt es daher, dass auf der westfriesischen Insel seit dem vergangenen Herbst keine Luftballons mehr im Freien losgelassen werden dürfen.

„Und wir hoffen einfach, dass auf der ganzen Welt irgendwann keine Ballons mehr in der Natur losgelassen werden. Die Folgen sind nämlich katastrophal“, sagt Oosterbaan.

Überzogenen Debatte?

Die erste Stadt, die es untersagte bei Kinderfesten oder Hochzeiten Luftballons aufsteigen zu lassen, war 2015 Amsterdam. Dem Beispiel der Hauptstadt folgen mittlerweile rund 60 niederländische Kommunen. Vor einem Jahr waren es gerade mal 18.

Auch Maastricht diskutiert gerade über ein Luftballonverbot – und zwar durchaus kontrovers. Roger Rikers, der in seinem Shop für Partybedarf auch mit Helium befüllte Luftballons verkauft, hält die Debatte für reichlich überzogen. „Dieser Ballon hier ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Die Schnur ist aus Baumwolle, also auch abbaubar“, betont er. „Absolut gut für die Natur.“

Dem hält die Maastrichter Grünen-Politikerin Saskia Hermens entgegen, dass es mehr als zwei Jahre dauere, bis die Schnüre völlig abgebaut seien: „Und bis dahin sind sie meistens schon in einem Magen gelandet und das Tier ist daran gestorben.“ […]

Den gesamten Artikel findet ihr hier.

Tagesschau: https://www.tagesschau.de/

Weitere Informationen über den Beschluss zum Verbot von Wegwerf-Plastikprodukten in der EU:

https://www.deepwave.org/eu-parlament-stimmt-fuer-verbot-von-wegwerf-plastikprodukten/

 

 

 

 

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