Nach Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko
USA heben Verbot von Tiefseebohrungen auf

Fast sechs Monate nach Ausbruch der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko haben die USA das Verbot von Öl-Tiefseebohrungen vorzeitig aufgehoben. Es war nach dem Untergang der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ verhängt worden und sollte bis zum 30. November gelten. Es seien neue Regelungen erlassen worden, die das Risiko solcher Bohrungen vermindern, begründete Innenminister Ken Salazar die Aufhebung des Moratoriums.

Öl- und Gasindustrie müssen mehr zahlen

Es gebe „entscheidende Fortschritte, die mit Tiefseebohrungen verbundenen Gefahren zu reduzieren“, sagte Salazar. „Die Öl- und Gasindustrie wird unter strengeren Regeln und unter strengerer Aufsicht arbeiten“, sagte er weiter. Die Firmen müssen unter anderem nachweisen, dass sie auf ein eventuelles Unglück vorbereitet sind und alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben. Dazu müssen unabhängige Experten die Sicherheitsventile der Quellen überprüfen. Die neuen Regeln für Bohrungen im Golf von Mexiko werden die Öl- und Gasindustrie nach Schätzungen des Innenministeriums etwa 183 Millionen Dollar pro Jahr zusätzlich kosten. Der Betrieb einer Tiefsee-Bohrplattform werde dadurch knapp zwei Prozent teurer als bisher.
Erste Bohrungen wahrscheinlich Ende 2010

Wegen dieser neuen Regeln gehen die Behörden nicht davon aus, dass bereits in Kürze neue Tiefseebohrungen gestartet werden. Die Industrie brauche Zeit, sich auf diese neuen Regeln einzustellen. „Das wird sicherlich nicht morgen oder nächste Woche sein“, meinte Michael Bromwich, Chef des Bureau of Ocean Energy Management. Er rechne damit, dass zum Jahresende erste Bohrerlaubnisse vergeben werden. …

Quelle und vollständige Meldung: tagesschau.de

//