Grundschleppnetzfischerei-Moratorium: Nahaufnahme eines gelben Fischernetzes. Seile und Stahletten liegen darüber

© David Clode | Unsplash

Vom 17. – bis 22. November 2006 findet in der 61. UN-Generalversammlung die zweite und abschließende Verhandlungsrunde über eine Resolution über nachhaltige Fischerei und über ein Grundschleppnetzfischerei-Moratorium für die Hochsees statt. Obwohl viele Staaten ein solches Moratorium unterstützen (u.a. auch der nicht gerade für Umwelt- und Naturschutz bekannte US-Präsident Bush), gibt es einige wenige Staaten, die massiv gegen ein Moratorium sind oder deren Unterstützung zumindest sehr schwach ist und damit den in der Generalversammlung üblichen Konsens verhindern. Zu nennen sind hier vor allem Spanien, Kanada, Russland und die EU.
Die „weiche“ Position der Europäische Union ist unverändert ein erhebliches Hindernis, obwohl viele Mitgliedssaaaten der EU einen zeitweiligen Schutz (Moratorium) unterstützen wie Deutschland , Frankreich, Belgien, Österreich, Großbritannien und Schweden. „“Spanien hat die EU als Geisel genommen aus althergebrachten Interessen an einer kleinen Fischereiflotte, die im Südwestatlantik fischt“,“ sagte Matthew Giovanni (Berater für Politik und Grundsatzfragen bei der Deep Sea Conservation Coalition DSCC). „Die Opposition weicht zurück angesichts wissenschaftlicher Beweise, öffentlicher Besorgnis und gesundem Menschenverstand. Der Rest der Welt darf nicht gestatten, sich eine Meinung aufpressen zu lassen und das globale Erbe durch ein paar Staaten plündern zu lassen, die kurzfristige wirtschaftliche Interessen schützen zu Lasten der weltweiten Allgemeinheit.““

Die USA, Australien, Neuseeland, Südafrika, die Staaten der Pazifischen Inseln, Norwegen, Indien und viele andere unterstützen Maßnahmen, um einen zeitweiligen Schutz gegen Grundschleppnetzfischerei auf Hoher See einzurichten.
Aktuelle Informationen findet man in Englisch auf der Website der Deep Sea Conservation Coalition und bei Greenpeace International.

Moratoriumsgegner behaupten, dass es keinerlei Beweis gebe, dass die Grundschleppnetzfischerei den Meeresgrund irgendwie schädige. Greenpeace verweist auf zahlreiche Beweise, dass Grundschleppnetzfischerei eine extrem schädliche Form der Fischerei ist und auf die entsprechende Erklärung von 1,452 Wissenschaftler aus 69 Ländern.

„“Tiefseekorallen und Tiefseeschwämme sind extrem wichtige Lebensräume für Lebewesen am Meeresgrund. Zuzulassen, dass Schleppnetze durch „Korallenwälder“ gezogen werden, ist das Schlimmste, was wir heute dem Ozean antun.“

Dr. Daniel Pauly, der University of British Columbia, in Vancouver, Canada, gegenüber BBC News, (BBC, 16 February 2004)

Der kanadische Fischereiminister argumentiert damit, dass ein Moratorium nicht komplett umsetzsetzbar sei. Gegenargument: Diese Argument folgt der seltsamen Logik, dass man zukünftig keine Gesetze mehr macht, weil irgendwer dagegen verstoßen wird.

Worum geht es?
Einige Grundschleppnetzfischereiunterstützer wollen uns einreden, dass keine empfindlichen Ökosysteme bedroht seien. „Da gibt es nur Sandfläche, über die Netze gezogen werden”.
Wir wissen aber aus den wenigen Informationen, die wir heute haben, dass am Meeresgrund in der Tiefsee nicht nur Sand ist. Und 90% sind noch garnicht erforscht.

Greenpeace ruft daher zu Aktionen auf:! Machen Sie mit!

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2010: Update zur Tiefseegrundschleppnetzfischerei

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