Bis zu sechs Monate könnte es dauern, das Gasleck an der Bohrinsel „Elgin“ vor der schottischen Küste unter Kontrolle zu bringen. Das räumte der Betreiber Total nun ein. Nach offiziellen Angaben strömt weiterhin unkontrolliert giftiges, hochexplosives Gas aus.

Das nach faulen Eiern riechende ausströmende Gas enthält nach Behördenangaben leicht entzündliches Methan und giftigen Schwefelwasserstoff, weshalb Personen direkt am Leck gefährdet seien. Es würde sich aber mit der Zeit in der Atmosphäre verflüchtigen.

Sperrzone für Schiffe und Flugzeuge

Rund um die Bohrinsel, die etwa 240 Kilometer von der Stadt Aberdeen entfernt liegt, ist eine Sperrzone errichtet worden. Der Ölkonzern Royal Dutch Shell evakuierte seine nahegelegene Förderplattform Shearwater. Total hatte die Plattform „Elgin“ bereits am Montag evakuiert.

Wie die britische Küstenwache mitteilte, müssen Schiffe mindestens zwei Seemeilen (3,7 Kilometer) Abstand zur Plattform halten. Flugzeuge, die tiefer als 1200 Meter fliegen, dürfen nicht näher als drei Meilen (rund 4,8 Kilometer) herankommen. Damit ist der Einsatz von Hubschraubern praktisch unmöglich.

Umweltaktivisten sprachen von einem „Bohrloch der Hölle“, da der Gasdruck in dem beschädigten Feld ungewöhnlich hoch und dadurch der Austritt schwer zu stoppen sei. Die norwegische Umweltgruppe Bellona sprach von einem Horrorszenario. „Das Problem ist außer Kontrolle geraten“, sagte Bellona-Chef Frederic Hauge. Bevor die Arbeiter auf der Plattform in Sicherheit gebracht worden seien, hätten sie sich bereits 14 Stunden erfolglos um eine Eindämmung des Problems bemüht.

Der WWF erklärte, bei einem langanhaltenden Gasaustritt könnten „Todeszonen“ in der Umgebung entstehen und das Ökosystem der Nordsee schädigen. Verschiedene Umweltorganisationen forderten ein Moratorium für Bohrungen in großer Tiefe sowie strengere Auflagen und höhere Sicherheitsvorkehrungen für die Betreiber von Öl- und Gasplattformen.

Quelle:
http://www.tagesschau.de/ausland/gasleck102.html

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