Mikroplastik versteckt sich in Duschpeelings – und landet evtl. später im Meer. Foto: Project Blue Sea e.V.

Tatort: Badezimmer- Mikrokunststoffe gelangen so ins Meer

Herne, 30.Oktober 2012 – Es ist ein allmorgendliches Ritual. Nach dem Aufstehen führt der erste Gang meist ins Badezimmer, um sich die Zähne zu putzen und dann eine schöne heiße Dusche zu genießen! Doch wussten Sie schon, dass zahlreichen Körperpflegeprodukten wie beispielsweise Dusch-Peelings oder Zahncremes kleine Kunststoffkügelchen für eine bessere Reinigungswirkung beigemischt werden?

Neben der Tatsache, dass es schon seltsam klingt, sich mit Plastik den Körper zu waschen oder die Zähne zu reinigen, haben die kleinen Kunststoffpartikel noch einen weiteren, sehr negativen Effekt. Nach ihrem einmaligen Gebrauch verschwinden sie im Abfluss um später wieder im Meer aufzutauchen. Mikrokunststoffe gelangen über die Kanalisation und über Kläranlagen in die natürliche Meeresumwelt. Dort angekommen werden sie von Meerestieren wie Muscheln, Fischen oder Krebsen mit Nahrung verwechselt und gefressen. Die direkten Auswirkungen auf die Meeresbewohner können bis zum Tod führen. Deshalb sollte sich jeder Konsument von Meeresspeisen bewusst sein, dass die von den Tieren aufgenommenen Kunststoffe aus „Wohlfühl“- oder „Massage- Perlen“ genauso ungefiltert beim Verzehr in den menschlichen Körper aufgenommen werden, womit sich der Kreis wieder schließt.

Die Oberflächenbeschaffenheit der Kunststoff-Partikel hat zudem die Eigenschaft, Schadstoffe und im Wasser befindliche Umweltgifte an sich zu binden. Diese werden von den Meerestieren mit aufgenommen und reichern sich in ihnen an. Plastikmüll in den Gewässern hat verschiedene Quellen, doch es sollte ein Gebot der Vernunft sein, den bewussten Eintrag solcher Stoffe in die Umwelt schnellstmöglich zu stoppen. Daher fordert eine internationale Koalition verschiedener Umweltschutzorganisationen ein Verbot von Mikro-Kunststoffpartikeln in Körperpflegeprodukten. Erste Firmen haben bereits signalisiert, zukünftig auf diese Inhaltsstoffe zu verzichten, doch ein Gros der Unternehmen ignoriert trotz fundierten wissenschaftlichen Informationen das Problem oder spielt auf Zeit. „Hier ist nun auch die Politik gefordert, um ein Verbot von Mikro-Kunststoff in Körperpflegeprodukten zu erwirken“, fordert Sascha Regmann von der deutschen Meeresschutzorganisation „Project Blue Sea“. „Es gibt zudem zahlreiche umweltunschädliche Alternativen, um einen vergleichbaren Reinigungseffekt in den Pflegeprodukten zu erzielen. Es wird Zeit, dass der gesunde Menschenverstand siegt und dieser bewusst hervorgerufenen Verschmutzung unserer Meere ein Ende bereitet wird.“

Hinweis für die Redaktion:
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