PRESSEMITTEILUNG

„Tage der Haie“ am 9. und 10. Oktober im Tropen-Aquarium Hagenbeck
Vorträge und Aktionen für mehr Schutz der Haie durch das Europäische Parlament.

Hamburg, 7. Oktober 2010: Die Hamburger Meeresschutzorganisation DEEPWAVE e.V. startet am 9. und 10. Oktober in die vierte, jährliche European Shark Week im Tropen-Aquarium Hagenbeck. An diesem Wochenende können sich die Besucher im Tropen-Aquarium von Hagenbeck über die weltweite Bedrohung der Haifische informieren. Mit diversen Aktionen und Vorträgen, wollen die Meeresschützer auf die Situation der großen Knorpelfische aufmerksam machen. Für Kinder gibt es einen Taschenführer zum Schutz der Haie. Erwachsene können mit Ihrer Unterschrift unter die Resolution den Schutz der bedrohten Tiere unterstützen.

Und das erwartet die Gäste des Tropen-Aquariums am 9. und 10. Oktober von 9 bis 18 Uhr: Informationsstand, Stündliche Vorträge, Taschenführer und Buttons für Kinder, Hintergrundmaterial.

„Das ständig steigende Interesse an der European Shark Week eröffnet noch nie da gewesene Möglichkeiten, dieses Thema bewusst und die Sorge um Haie öffentlich zu machen“, sagt Dr. Onno Groß, 1. Vorsitzender von DEEPWAVE e.V, der sich über die Kooperation mit dem Tropen-Aquarium Hagenbeck bedankt. „In diesem Jahr rufen die Bürger Europas ihre Abgeordneten dazu auf, das ‘Augenmerk aufs Finning‘ zu legen und dabei zu helfen, diese unglaublich verschwenderische Praxis abzuschaffen.“

„Die rein profitgesteuerte Ausbeutung der weltweiten Haipopulationen wird in einer ökologischen Katastrophe für die Weltmeere enden, wenn nicht bald ein Umdenken stattfindet. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit der Shark Alliance im Tropen-Aquarium Hagenbeck für den dringenden Schutz der Haie einzutreten. Unsere Haie hier sind Botschafter ihrer Artgenossen, die dem Besucher den Hai als den eleganten und perfekt angepassten Jäger lebendig vor Augen führen. Wir sind sicher, gemeinsam überzeugen zu können, wenn Shark Aliance für unsere stummen Haie im Hai-Atoll bei Hagenbeck spricht“, freut sich Dr. Guido Westhoff, Leiter des Tropen-Aquariums Hagenbeck, auf die gemeinsame Aktion zur Aufklärung.

Die Shark Alliance, ein Zusammenschluss aus mehr als 100 Naturschutz-, Wissenschafts- und Freizeitorganisationen, die sich dem Haischutz verschrieben haben, indem sie Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEPs) dazu aufruft, das Finning-Verbot der Europäischen Union zu stärken. Finning bezeichnet die verschwenderische Praxis bei der die Flossen eines Hais abgetrennt und der Körper zurück ins Meer geworfen wird.

Das Finning-Verbot der EU ist eines der schwächsten weltweit. Es enthält Schlupflöcher, die eine Durchsetzung behindern und die es Fischern möglich machen, zwei von drei Haien die Flossen abzuschneiden, ohne dass dies entdeckt oder bestraft wird. Der einfachste, effektivste Weg das Finning-Verbot umzusetzen ist die Forderung, dass Haie angelandet werden, ohne zuvor ihre Flossen abzuschneiden. Im Europaparlament sammeln mit dem Thema vertraute Abgeordnete die Zustimmung ihrer Kollegen für eine Schriftliche Erklärung, in der die Europäische Kommission aufgerufen wird, solche Forderungen in den anstehenden Vorschlag für eine überarbeitete Verordnung aufzunehmen.
Im Laufe der nächsten Woche veranstalten Aquarien, Tauchgruppen und Naturschutzorganisationen in Großbritannien, Italien, Deutschland, Malta, Spanien, Frankreich, Belgien, Schweden, Finnland, Polen, den Niederlanden, Irland und Portugal Veranstaltungen und Aktionen, um die Abgeordneten dazu ermutigen, die Schriftliche Erklärung zu unterzeichnen.
Haie und die verwandten Rochen sind außerordentlich anfällig für Überfischung, da sie langsam wachsen, erst spät geschlechtsreif werden und nur wenige Jungtiere hervorbringen. Die meisten europäischen Hai- und Rochenpopulationen sind überfischt; ein Drittel ist von der Ausrottung bedroht.

„In der Rolle als bedeutender Akteur im Bereich Fang, Verbrauch und Handel von Haien weltweit, hat Europa die Pflicht, eine einwandfreie Hai-Fischereipolitik einzuführen“, sagt Uta Bellion, Direktorin des europäischen Meeresprogramms der Pew Environment Group und Koordinatorin der europäischen Aktivitäten der Shark Alliance. „Wir sind zuversichtlich, dass die öffentliche Unterstützung, die mit der European Shark Week in ganz Europa deutlich wird, viele gewählte Vertreter der Bürger Europas ermutigen wird, die Schriftliche Erklärung zu unterzeichnen, mit der die Europäische Kommission aufgefordert wird, die Schlupflöcher im Finning-Verbot der EU zu schließen.“

Nähere Informationen über die Teilnahme an der European Shark Week und/oder die Unterzeichnung einer Petition finden Sie auf www.europeansharkweek.org.

HINWEIS FÜR DIE REDAKTION:

Eine Schriftliche Erklärung ist ein Verfahren des Europäischen Parlaments, im Zuge dessen die MdEPs einen Text vorlegen, der von ihren Mitparlamentariern unterzeichnet werden muss. Schriftliche Erklärungen können eingesetzt werden, um Debatten über ein Thema mit EU-Zuständigkeit anzustoßen. Wird die Schriftliche Erklärung von der Mehrheit der MdEPs vor dem 20. Dezember 2010 unterzeichnet, dann wird sie in der Plenarsitzung des Parlaments beschlossen und an die Kommission weitergeleitet, die zurzeit die EU-Verordnung über das Finning bei Haien überarbeitet.
Den Wortlaut der Schriftlichen Erklärung (Nr. 71/2010) finden Sie hier: www.europarl.europa.eu/activities/plenary/writtenDecl/wdFastOngoing.do?language=EN
Die Methode, Haie anzulanden, ohne zuvor ihre Flossen abzutrennen, ist in mittelamerikanischen Ländern und in Teilen des australischen und nordamerikanischen Fischereisektors weit verbreitet. Die Anlandung von Haien mit Flossen beendet nicht nur die Praxis des Finnings, sondern sie bietet auch wesentlich verbesserte Informationen über die gefangenen Arten, die für die Ermittlung der Population benötigt werden.
Die Shark Alliance wurde von Pew Environment Group, der für den Naturschutz zuständigen Abteilung des Pew Charitable Trusts, einer Nicht-Regierungsorganisation, die für das Ende der Überfischung in den Ozeanen der Welt kämpft, ins Leben gerufen und wird von ihr koordiniert.
European Shark Week ist ein von der Save Our Seas Foundation unterstütztes und mitfinanziertes Projekt.

BITTE KONTAKTIEREN SIE FÜR WEITERE INFORMATIONEN ODER DIE VEREINBARUNG EINES INTERVIEWTERMINS:

Eveline Düstersiek
Tel: (040) 53 00 33 – 312
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