Tag 5 Marine Litter Watch Expedition

Unser letzter Tag an Bord der Fleur de Passion beginnt ungewohnt entspannt, da das Schiff heute im Borkumer Hafen bleiben wird.
Erst am Samstag geht die Reise für die Crew nach Amsterdam zur „Sail Amsterdam“, einer Schiffsparade, die alle fünf Jahre stattfindet, weiter.
Das Team von DEEPWAVE e.V. wird die Expedition zum Thema Plastikmüll aber schon heute beenden. Bevor es zurück nach Hamburg geht, nehmen wir noch einmal Planktonproben in der Ausfahrt des Hafens. Am Mittag schließen wir unsere Forschungsarbeit mit dem Sammeln von Makroplastik am Nordstrand von Borkum ab. Auf einer Strecke von nur 100 Metern füllen wir zwei große Müllsäcke mit Plastik und Geisternetzen. Einigen Objekten sieht man an, dass sie schon eine längere Zeit im Meer verbracht haben, da sie vom Sonnenlicht ausgeblichen und durch die Einwirkung von Wind und Wasser nur noch in Teilen auffindbar sind. Hier am Strand ist der Plastikmüll besonders für die Seevögel, die das Material für Nahrung halten, gefährlich.
Wir stellen fest, dass es auch hier an mehr Initiative der Inselbewohner bedarf, um den Strand sauber zu halten.
Zurück im Büro beginnt der eigentliche Teil unserer Untersuchungen. Die gesammelten Proben müssen nun mikroskopiert und bewertet werden.
Alles in Allem war unsere Expedition sehr erkenntnisreich. Auch wenn die Sand- und Planktonproben noch nicht ausgewertet sind ist sicher, dass Plastikmüll in den Meeren allgegenwärtig ist. Keine unserer Stationen war müllfrei, eine Erkenntnis, die zum Nachdenken anregt.
Sollten jährlich weiterhin über sechs Millionen Tonnen Plastik in die Meere gelangen, so wird der Mensch die Last der Schuld für das Aussterben vieler bedrohter Arten tragen müssen.

Isabel Lissner(Geographiestudentin Universität Hamburg)

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