Strömungsleck vor Südafrika heizt Atlantik
Zunehmender Einstrom von warmem Wasser durch das Agulhas-„Leck“ beeinflusst Klima
Ein „Strömungsleck” im Agulhas-Strom vor der Südspitze Afrikas transportiert immer mehr warmes Wasser aus dem Indischen Ozean in den Atlantik. Dies beeinflusst die Meereszirkulation im Atlantik und damit auch das globale Klima mehr als gedacht, das hat ein internationales Forscherteam jetzt festgestellt. Wie sie in „Nature“ berichten, könnten sich dadurch auch Prognosen des IPCC für Nordamerika und Europa als falsch erweisen.

Lokale Veränderung – globale Auswirkung
„Diese Studie zeigt, dass lokale Veränderungen in atmosphärischen und ozeanischen Bedingungen der Südhalbkugel die Stärke der Meeresströmungen in unerwarteter Weise beeinflussen können“, kommentiert Eric Itsweire, Direktor des Meeresforschungsprogramm der National Science Foundation (NSF). „In einem sich erwärmenden Klima bringt das Agulhas-System nahe der Südspitze von Afrika warmes, salziges Wasser aus dem Indischen in den Atlantischen Ozean und wirkt so den Effekten des arktischen Ozeans entgegen.“

Noch aber ist das genaue Ausmaß dieser Effekte unklar und es sind weitere Modellierungen und Studien nötig, um die Rolle des Agulhas-Systems für den Klimawandel zu verstehen, wie die Beal und ihre Kollegen betonen. „Unser Ziel ist es jetzt, einen größeren Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft in die Erforschung des Agulhas-Systems und seiner globalen Effekte mit einzubeziehen“, so die Forscherin. „Der Schwerpunkt lag zu lange nur im Nordatlantik.“ (Nature, 2011; doi:10.1038/nature09983)

Quelle und vollständiger Artikel: SCINEXX

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