Auch mal wieder ein Thema

diesmal bei Spiegel Online..

Künstliche Korallenriffe
Schrottplätze zum Abtauchen

Panzer, Flugzeugträger, Mülllaster: Rund um den Globus werden Tausende Tonnen Schrott im Meer versenkt. Sie sollen Küsten schützen, Taucher, Tiere und manchmal sogar Tote locken. Doch manch gut gemeinte Idee wird Jahre später zur Umweltkatastrophe.

Manchmal genügen ein paar verspielte Delfine, um ein jahrelang vorbereitetes Großprojekt auszubremsen. So wie am 13. April, als die australische Marine nördlich von Sydney ihre ausgemusterte Lenkwaffenfregatte „HMAS Adelaide“ versenken wollte. Ausgerechnet als das 30 Jahre alte Schiff zum Grund des Meeres geschickt werden sollte, interessierte sich eine Schule der umtriebigen Meeressäuger brennend für das riesige Metallding vor ihren Schnauzen – und verhinderte so die geplante Sprengung der Adelaide.

Damit hatten die Delfine in wenigen Minuten mehr erreicht als die Umweltschützer, die die Versenkung lange verzögert hatten und die jetzt nicht mehr tun konnten, als sich demonstrativ mit dem Rücken zum Meer aufzustellen. Viele Schaulustige, die extra zu dem Spektakel angereist waren, ließen sich davon nicht stören. Eineinhalb Stunden brauchte die Küstenwache, um die neugierigen Tiere so weit zu vertreiben, dass sie nicht mehr in der als gefährlich bezeichneten, einen Kilometer großen Sperrzone waren. Als die Sprengladungen dann gezündet wurden, gab es allerdings für die Zaungäste wenig zu sehen. Nur 60 Sekunden dauerte es, bis das Schiff unter der Meeresoberfläche versunken war.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,758699,00.html

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-67195-15.html

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