Giftiger Friedhof
An Westafrikas Küste droht langfristig eine Umweltkatastrophe

Ein riesiger Abwrackplatz für Schiffe an der Küste Mauretaniens könnte eine tickende Zeitbombe sein: Forscher vermuten ihn als wichtige Quelle für Krebs erregende Schadstoffe.

Das erste Mal ahnte Rosalinda Gioia im Jahr 2001, dass vor Westafrikas Küste etwas faul sein könnte. Während ihrer Forschungsfahrt an Bord eines Schiffs zeigten Messungen, dass die Konzentration von verschiedenen wichtigen polychlorierten Biphenylen (-PCB-) in der Luft plötzlich stark zunahm. Vier Jahre später bemerkten die Forscher um die Atmosphärenchemikerin von der Lancaster University vor Ort erneut eine regelrechte Wolke der Krebs erregenden PCB, die in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, in Hydraulikanlagen als Hydraulikflüssigkeit sowie als Weichmacher in Kunststoffen über Jahrzehnte verwendet wurden.

Und 2007 wies Gioia an Bord des deutschen Forschungsschiffs „Polarstern“ rund 400 Kilometer vor der westafrikanischen Küste erneut große Mengen der giftigen Verbindung nach: Ihre Messgeräte schlugen immer dann besonders stark aus, wenn der Wind vom Land her auf die See wehte. Dieses Mal erfassten sie und ihre Kollegen jedoch nicht nur die Schadstoffkonzentrationen: Sie wollten nun auch endlich die Quelle der PCB ausfindig machen.

Weiterlesen:
www.spektrumdirekt.de/artikel/1061682

————————————————————————

Stammt die PCB-Wolke vor Westafrika von Wohlstandsmüll?

Forschungsschiffe registrieren über Jahre hinweg hohe PCB-Werte vor der mauretanischen Küste

Seit der Verabschiedung der Stockholmer Konvention am 22. Mai 2001 sind PCBs (Polychlorierte Biphenyle) weltweit verboten. Das Umweltgift zählt zu den „dreckigen Dutzend“. Darunter gefaßte Substanzen zeichnen sich durch ihre besondere Langlebigkeit aus, was bedeutet, daß sie sich im Organismus akkumulieren können. PCBs sind unter anderem in Kondensatoren, Weichmachern, Hydraulikflüssigkeiten und Kunststoffen enthalten. Zu einer akuten Vergiftung durch diese chlorhaltigen Verbindungen kommt es in der Regel nicht, aber sie werden kaum abgebaut und stehen im Verdacht, Krebs auszulösen, das Immunsystem und die Leber zu schädigen; auch beeinflussen PCBs das Wachstum von Embryonen.

Nun berichtet das Wissenschaftsmagazin „Nature“ [1] von einer ungewöhnlichen PCB-Wolke 400 Kilometer vor der Küste des westafrikanischen Staats Mauretanien. Die Chemikalien wurden sowohl bei Forschungsmissionen in den Jahren 2001 und 2005 als auch bei Messungen mit dem deutschen Forschungsschiffs „Polarstern“ im Jahr 2007 nachgewiesen.

Weiterlesen:
www.schattenblick.de/infopool/politik/redakt/afka2021.html

//