Schifffahrt muss Verantwortung für Gesundheits- und Umweltschutz übernehmen

BUND kritisiert Rückzieher der Schifffahrt bei Umweltschutzauflagen

Wie der Presse zu entnehmen war, haben der Verband Deutscher Reeder (VDR) und der Zentralverband der Deutschen Seehäfen (ZDS) eine Studie zu den ökonomischen Auswirkungen der Umsetzung von Luftemissionsregelungen für die Reeder erstellen lassen. Der BUND kritisiert die Schlussfolgerungen der Hafenwirtschaft aus der Studie.

„Der Weg kann auf jeden Fall nicht sein, die Regulierungen wieder zurückzunehmen, sondern auf alle Meeresgewässer anzuwenden, um eine mögliche Wettbewerbsverzerrung aufzuheben“, so die Meeresschutzexpertin Nadja Ziebarth vom BUND. „Wenn die Umwelt- und Gesundheitskosten von den Reedern getragen werden müssten, dann käme ein ganz anderes Ergebnis bei der ISL-Studie heraus. Das Konzept „Road-to-Sea“ muss verkehrspolitisch geregelt werden und nicht auf Kosten der Umwelt.“

Die Seeschifffahrt bringt mehrere gravierende Umweltbelastungen und -risiken mit sich. Verschiedenste Emissionen (SOx, NOx, Feinstaub etc.) von Schiffen tragen zur Verschmutzung der Umwelt bei. Die von Schiffen freigesetzten Luftschadstoffe schlagen sich auch im Küstenbereich und in den Häfen an Land nieder und gefährden dort die menschliche Gesundheit und die natürliche Umwelt.

„Die Wirtschaft muss endlich für Ihre Emissionen die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Die Belastung durch Luftschadstoffe aus den Schiffsabgasen verursachen zunehmend Gesundheits- und Umweltprobleme, die nicht akzeptiert werden können“, so Nadja Ziebarth. Umweltregeln und geltendes Immissionsschutzrecht, wie sie in den meisten Ländern inzwischen an Land selbstverständlich seien, würden bisher auf dem Wasser nicht gelten. Mit der Einführung von SECA-Gebieten (Schwefelemissions-Kontrollgebiete) werde politisch endlich darauf reagiert. Die beschlossene Regulierung dürfe nun nicht in Frage gestellt werden.

Pressekontakt:
Nadja Ziebarth, Meeresschutzreferentin, Leiterin des Projektbüros
BUND-Projektbüro Meeresschutz, Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland e.V. (BUND)
Friends of the Earth Germany, Tel: 0421 7900232, www.bund.net

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